In Kryptowährungen investieren?

  • völlig neue Asset-Klasse
  • verstärktes Interesse traditioneller Groß- und Kleinanleger
  • derzeit interessantester Tradingmarkt mit vielen Tradingmöglichkeiten
  • Handel in Altcoins aussichtsreicher als in Bitcoin
  • 7/24-Handel (Handel rund um die Uhr)
  • gute Handelsplattformen

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13.7.2020, 16:40

Die Altcoins performen bereits seit Jahresanfang besser als der Bitcoin. Das könnte auch im Jahresverlauf Bestand haben.

Seit einigen Wochen performen die meisten der großen Altcoins besser als der Bitcoin. Ob diese neue Altcoin Season nachhaltig bleiben wird, muss sich noch zeigen. Es scheint aber so, dass sie zumindest kurzfristig weiter anhalten könnte. Blickt man auf die Tages-, Wochen- und Monats-Performance, so zeigen fast alle Altcoins eine deutlich bessere Performance als der Bitcoin.

Dies ist auch gegenüber dem Jahresanfang so. So weist seit Jahresbeginn der Bitcoin ein Plus von 29% auf, Ethereum dagegen von 89%. Ethereum ist und bleibt der Star unter den fünf bei BISON handelbaren Coins. Es gibt aber auch Ausnahmen. So sind die Pluszeichen bei den anderen über BISON handelbaren Kryptowährungen mager: Ripple +9%, die Bitcoin-Forks Litecoin und Bitcoin Cash weisen ein Plus von 10% bzw. 16% auf. Im Chart, in dem die Performance der vier Coins gegenüber dem Bitcoin dargestellt, kann man dies gut erkennen.

Die zuletzt enttäuschenden XRP von Ripple konnten gerade überraschend stark gegenüber dem Bitcoin an Boden gewinnen. Dies könnte damit zu tun haben, das japanische Investoren ihre Bestände erhöht haben. In der Vergangenheit hatte XRP aber trotz ständiger Erfolgsmeldungen von Ripple nur ein Boden verloren. Letztlich war nie so richtig klar, wie XRP als Brückenwährung von den Kooperationen von Ripple profitieren kann. Gegenüber dem Allzeithöchst liegt XRP mit rund 94% im Minus.

Litecoin stehen traditionell technische und spekulative und weniger fundamentale Faktoren im Vordergrund. In der Vergangenheit konnte Litecoin in bullishen Phasen den Bitcoin oft outperformen, in diesem Jahr noch nicht. Litecoin konnte seit Anfang Juli knapp 10% gegenüber dem Bitcoin zulegen. Hier ist aber noch viel Luft nach oben. Wer auf eine Bitcoin-Hausse setzt, könnte mit Litecoin eine überproportionale Performance machen.

Das größte Nachholpotenzial könnte Bitcoin Cash haben. Gegenüber dem Höchststand in diesem Jahr liegt der Coin mit 50% im Minus. Seit der Erholung nach dem Corona-Crash bewegt sich der Kurs seit April seitwärts zwischen 220 und 260 Dollar. Bitcoin Cash hatte ein Halving einen Monat vor Bitcoin. Ähnlich wie bei diesem, gab es bisher wegen dieses Ereignisses kaum Kurseffekte.

12.7.2020, 00:05

Ontology, unsere jüngste Neuaufnahme ins Tradingdepot, hebt gerade ab. Unter den 30 größten Coins hat Ontology in einem eher seitwärts gerichteten Markt heute ein Tagesplus von 11% und damit die mit Abstand beste Tagesperformance. Im Jahreschart sieht man den schönen Aufwärtstrendkanal seit Mitte März. Heute hat sich ein Golden Cross gebildet, bei dem die 50-Tageslinie die 200-Tageslinie von unten nach oben schneidet, ein sehr bullishes Zeichen (vgl. Ontology-Jahreschart unten). Wenn der Preis, der aktuell bei rund 0,69 Dollar liegt, sogar den Aufwärtstrendkanal nach oben verlässt, könnte der Coin schnell in Richtung 1 Dollar laufen. Aber selbst wenn nicht, dürfte der Aufwärtstrend im Kanal anhalten.

Das im Jahr 2017 gegründete Projekt arbeitet eng mit der chinesischen Regierung zusammen. Die Zielrichtung ist die Installation der Blockchain-Technologie bei Unternehmen, ohne dass sie große Änderungen an ihren internen Systemen vornehmen müssen. Mit dem Upgrade Ontology 2.0 wird eine Reihe von Upgrades ins Mainnet übernommen. Binance, die größte Kryptobörse, hatte am 5. Juli angekündigt, das Upgrade zu unterstützen.

8.7.2020, 12:10

Der Bitcoin hat sich vergleichsweise wenig bewegt. Dagegen zeigen die Altcoins Stärke. Ist das schon der Startschuss der Hausse, der erst für Mitte Juli angesagt war? Das Tradingdepot wird aufgestockt.

Vorab ein Hinweis: Neben dem Tradingdepot wurde zum 1. Juli auf der BISON App, hinter der die Stuttgarter Börse steht, ein Realdepot mit 10.000 Euro gestartet. Im Gegensatz zum virtuellen Tradingdepot wird hier also mit echtem Geld gehandelt. Das BISON Realdepot ist unter dem Link https://de.coin-stars.de/bison-realdepot/ abrufbar. Dort finden sich auch Hinweise auf die zuletzt gekauften Positionen.

War schon der Starschuss der Hausse und keiner hat ihn gehört? Beim Bitcoin selbst hat sich eigentlich wenig getan. Der Blick auf den Chart spricht eher für einen Rücksetzer bis zur 200-Tagelinie, die aktuell bei 8.438 Dollar verläuft (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Zuletzt profitierte der Bitcoin aufgrund der großen Korrelation zu den Aktienmärkten von den festeren Aktienkursen. Diese stehen im Zeichen der neuen weltweiten Verschärfung der Corona-Krise auf tönernen Füßen. Bei einem Aktieneinbruch würden auch die Kryptowährungen und -Token aufgrund ihrer Einstufung als Risiko-Assets kurzfristig mit in Sippenhaft genommen. Von daher erscheint als größtes Risiko derzeit die Gefahr eines plötzlichen Aktieneinbruchs.

Der Bitcoin hat zuletzt nur moderat zugelegt, im Wochenvergleich stehen etwas mehr als 1% Plus zu Buche. Die Stärke am Altcoin-Markt deutet aber darauf hin, dass der gesamte Kryptomarkt demnächst die lange erwartete Aufwärtsbewegung starten könnte. Dies zeigt ein Blick auf die Performance der Top20 unten. Im Wochenvergleich die zweitbeste Performance hat unser Tradingdepot-Wert Cardano (ADA) mit einem Wochenplus von 58%. Die beste Performance hatte VeChain (VET), die zuletzt von verschiedenen positiven Meldungen profitierten. Selbst die seit langem enttäuschenden XRP von Ripple konnten deutlich zuelgen und sind heute nach Cardano einer der Top-Performer.

Quelle: cryptorank.io

Es gibt zwar auch Warnzeichen, so z.B. die überbordende Performance der meisten Token aus dem DeFi-Bereich. Die Tabelle unten mit DeFi-Werten zeigt, dass es im Monatsvergleich zuletzt bei vielen Token wieder mehrere hundert Prozent Kursanstieg gab. Im Vergleich zum Jahresanfang (YTD) sind es beim Spitzenreiter Auctus mehr als sagenhafte 6.000%. Dabei handelt es sich bei einer Marktkapitalisierung von 4,6 Millionen Dollar um einen Mini-Token. Aber andere wie Aave (LEND) mit einem Plus von 1111% oder Kyber Network (KNC) mit +756% stehen mit einer Marktkapitalisierung von 253 bzw. 288 Millionen Dollar auf Platz 39 und 37. DeFi ist und bleibt einer der aussichtsreichsten Bereiche im Krypto-Space, erscheint aber kurzfristig überreizt. Das es auch andersherum gehen kann, zeigt der Ende Mai neu gelistete Compound (COMP). Nach der ersten Aufregung mit Kursen bis zu 420 Dollar stürzte der Preis auf aktuell etwas mehr als 180 Dollar ab.

Quelle: cryptorank.io

Ebenfalls ein Warnzeichen ist der heutige Kurssprung von über 50% beim Spaß-Token Dogecoin (DOGE). Der Ende 2013 veröffentlichte DOGE begann als Meme, hat sich aber aufgrund seiner großen Fangemeinde über die Jahre gehalten. Der Grund des Kurssprungs heute ist eine absurde Challenge auf der chinesischen Video- und Musikplattform TikTok. Der Aufruf eines Users, dass der eigentlich wertlose Coin auf 1 Dollar steigen könnte und dann alle reich macht – das würde einer Vervierhunderfachung entsprechen – klingt nach Spaß, könnte aber eher ein Pump-and-Dump-Versuch für naive TikToks sein. Pump and Dump gab es schon immer, von daher hat dieses Warnzeichen eher anekdotischen Wert.

Trotz der Warnzeichen könnte es aber entgegen unserer bisherigen Meinung nun doch zu einem Ausbruchsversuch nach oben kommen. Dafür spricht die Stärke am breiten Altcoin-Markt. Von daher nehmen wir die am 25. Juni gelegten Rückkauflimits für Bitcoin, Litecoin, Ethereum und Ontology zurück und fahren wir den vor 3 Wochen reduzierten Investitionsgrad im Tradingdepot zu den aktuellen Preisen wieder hoch. Neu ins Tradingdepot werden gekauft (Bitfinex-Preise, Ontology bei Binance):

0,20 Bitcoin (BTC) bei 9.295 Dollar

6 Ethereum bei 240,90 Dollar

10 Litecoin (LTC) bei 44,75  Dollar

1.500 Ontology (ONT) bei 0,6445 USDT

Ontology sieht charttechnisch sehr interessant aus. Seit Mitte März bewegt sich der Preis in einem Aufwärtstrendkanal. Das sich verengende Dreieck aus der Aufwärtstrendlinie und der langfristigen Abwärtstrendlinie wurde heute durchbrochen (vgl. Jahreschart unten).

Dagegen erscheint Cardano (ADA) nun kurzfristig etwas überreizt (vgl. Jahreschart unten). Hier wird deshalb die Hälfte der Position (5.000 Stück) zum aktuellen Preis von 0,133242 Dollar aus dem Tradingdepot verkauft. Der Kursgewinn seit dem Kauf vor gut 2 Monaten beträgt 166%.

 

6.7.2020, 16:55

Die festen Aktienmärkte stützen derzeit den Bitcoin, denn dessen Korrelation ist gerade historisch hoch.

Der Bitcoin „leidet“ seit Juni unter einer sehr geringen Volatilität. Dies erschließt sich sofort bei einem Blick auf den Jahreschart unten. Seit er die Aufwärtstrendlinie seitlich verlassen hat, wurden die Schwankungen immer geringer. Nach Phasen mit immer geringer werdenden Schwankungsbreiten kann es dann zu plötzlichen Kursausschlägen kommen. Man kennt dies auch von anderen sehr volatilen Märkten. Zwar kann das mit großer Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden, nicht aber die Richtung dieser Kursausschläge. Generell spricht das Chartbild immer noch eher für einen kurzfristigen Kursrückgang als für einen Ausbruch nach oben. Aus derzeitiger Sicht könnte es Mitte Juli eine Richtungsentscheidung geben.

Auffallend ist die zuletzt wieder starke Korrelation des Bitcoins zu den Aktienmärkten. Die Korrelation zwischen dem Bitcoin und dem S&P 500 hat zuletzt einen neuen Spitzenwert erreicht. Zu Wochenbeginn war das wieder sehr gut zu beobachten. Nachdem der Bitcoin gestern zum Tagesschluss kurz auf unter 9.000 Dollar gefallen war, konnte er sich im Zuge der festen asiatischen Börsen wieder erholen. Mit den festen vorbörslichen Kursen in Europa gab es dann den nächsten kleinen Preissprung nach oben. Diese große Korrelation konterkariert die Funktion von Bitcoin als digitales Gold. Allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Phasen von sehr starker positiver Korrelation zum Aktienmarkt, aber auch solche mit negativer. Von daher sollte man die derzeitige Synchronität der beiden Assetklassen nicht überbewerten. Allerdings ist zu befürchten, dass bei einem Aktieneinbruch auch Bitcoin & Co als Risiko-Assets wieder in Sippenhaft genommen würden. Von daher bereitet die Entwicklung an den Aktienmärkten mehr Sorge als am Bitcoinmarkt. Denn die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten sieht bei rationaler Betrachtungsweise eher aus wie eine Verlegenheitslösung. Die große Liquidität an den Märkten sucht nach Anlagen und findet sie scheinbar nicht bei produktiven Investitionen. Auf Sicht verheißt das nichts Gutes.

Wie hier schon oft erwähnt, sollten diese kurzfristigen Überlegungen aber nicht die langfristige Strategie erschüttern. Die Anleger sollten ein Basis-Investment in Bitcoin und anderen wichtigen Kryptowährungen beibehalten. Allenfalls mit einem kleinen Teil können kurz- und mittelfristige Engagements eingegangen werden. Diese sollte man aus steuerlichen Gründen auch trennen, damit das Ziel der Steuerfreiheit der langfristig angelegten Engagements nicht verlorengeht. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, die langfristigen Engagements von den kurzfristigen zu trennen, z.B. auf zwei verschiedenen Konten.

29.6.2020, 16:05

Kurzfristig sprechen die Zeichen eher für ein Abrutschen des Bitcoinpreises. Von daher bleibt Zurückhaltung noch opportun. Ab Mitte Juli könnte der Preis dann nach oben drehen.

Der Jahreschart beim Bitcoin sieht kurzfristig nicht gut aus. Die seit dem Corona-Crash Mitte März gebildete Aufwärtstrendlinie wurde bereits vor zwei Wochen seitlich verlassen (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Im Laufe der vergangenen Woche drehte der Bitcoinpreis nach anfänglicher Erholung wieder deutlich nach unten. Auch die 50-Tagelinie könnte nun in einen Abwärtstrend schwenken und auf die 200-Tagelinie zulaufen. Dann könnte es wieder zu einem Death Cross kommen. Dies gilt normalerweise als ein Zeichen für einen wahrscheinlich anhaltend schwachen Trend. Allerdings hatte sich das bei den letzten beiden Malen als Kontraindikator erwiesen. Der Preis könnte aber zumindest bis zur 200-Tagelinie fallen, die derzeit bei rund 8.350 Dollar verläuft.

 

Vergangene Woche war der Bitcoin zunächst gestärkt durch Meldungen, dass PayPal seinen Nutzern auch den Kauf von Bitcoin ermöglichen könnte. Diese Reaktion auf entsprechende Schritte des US-Wettbewerbers CashApp von Twitter-Gründer Jack Dorsey würde Sinn machen. Bei den rund 350 Millionen Nutzern von PayPal wäre zu erwarten, dass dies eine verstärkte Nachfrage nach Bitcoin auslösen könnte. Der Kursanstieg nach diesen Meldungen war aber nur von kurzer Dauer und der Bitcoinpreis gab wieder nach. Zwar hatte der Verfall einer historisch großen Menge an Bitcoin-Optionen am Freitag nicht die befürchteten Auswirkungen. Ein Warnzeichen bleibt die sehr geringe Volatilität, die auf einen Tiefststand in diesem Jahr fiel. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es danach oft zu eruptiven Preisbewegungen kommt, wobei deren Richtung nicht klar ist. In Anbetracht des derzeitigen Chartbildes spricht aber einiges für ein kurzfristiges Abrutschen der Preise.

Diese wäre eine analoge Entwicklung zum zweiten Bitcoin-Halving. Damals schwächten sich die Kurse nach dem Ereignis deutlich ab, bevor zwei Monate später eine große Rally startete. In zwei Wochen, also Mitte Juli, wären diese zwei Monate nach dem dritten Halving am 11.5.2020 um. Interessant ist, dass auch ein zweiter Indikator auf Mitte Juli weist, der die Bitcoin-Abhebungen von den Kryptobörsen betrachtet. Anleger überweisen ja nur dann verstärkt ihre Bitcoin- und andere Kryptobestände von den Konten bei ihren Kryptobörsen auf eigene Wallets, wenn sie diese langfristig halten wollen. Verstärkte Abhebungen sind also ein positives Zeichen. Analysten haben gerade wieder darauf hingewiesen, dass 2018 und 2019 vier Monate nach dem Höhepunkt dieser Bitcoin-Abhebungen jeweils eine Rally startete (vgl. Abbildungen unten). In diesem Jahr hatten diese Abhebungen ihren Höhepunkt unmittelbar nach dem Corona-Crash Mitte März gesehen. Wiederholt sich hier die Geschichte, wäre der Startschuss einer neuen Rally ebenfalls Mitte Juli. Es muss jetzt nicht der 18. Juli sein wie unten angegeben. Der 20. würde besser zum Jahr 2020 passen und wäre auch noch ganz ok und das Kursziel 20.000 bis zum Jahresende ebenso.

Quelle: https://twitter.com/ki_young_ju

 

25.6.2020, 10:25

Heute und morgen könnte die Volatilität beim Bitcoin deutlich zunehmen. Für den Fall eines kurzfristigen Rückschlags werden tiefe Kauflimits für das Tradingdepot gelegt.

Das Chartbild des Bitcoins sieht weiter nicht positiv aus. Der Preis ist seitlich deutlich aus der Aufwärtstrendlinie ausgetreten und könnte zumindest bis auf die 200-Tagelinie fallen, die sich derzeit bei etwas über 8.300 Dollar bewegt (vgl. Bitcoin Jahreschart unten).

Kurzfristig könnte die Volatilität am Kryptomarkt erheblich zunehmen. Morgen am Freitag läuft eine riesige Menge an Bitcoin-Optionen im Wert von rund 1 Milliarde Dollar aus und könnte die Kryptomärkte erheblich in Bewegung versetzen. Es handelt sich um den bisher größten Verfall von Optionen. Deswegen könnte es heute und morgen zu größeren Kursschwankungen kommen, wenn Trader kurz vor dem Verfall ihre Positionen schließen wollen. Zuletzt war die Volatilität beim Bitcoin sehr gering. Mit dem Kursrückgang gestern könnte der Bitcoin-Kurs auch kurz in den 8000er-Bereich abtauchen. Von daher macht es mit Blick auf die nächsten Tage Sinn, einige tiefe Kauflimits zu legen. Denn im Zuge des Optionsverfalls könnte es durchaus einen kurzen heftigeren Taucher nach unten geben. Zumal der Bitcoin zuletzt wieder eine starke Korrelation mit den Aktienbörsen aufgebaut hat, wie der Monatschart des Bitcoins im Vergleich zum DAX unten zeigt. Die Aktienbörsen hatten in den vergangenen Wochen rational eher schwerer nachvollziehbare große Kursgewinne gemacht. Die derzeitige Verschärfung der Corona-Krise macht diese deshalb durchaus anfällig für größere Kursverluste.

Nachdem in der vergangenen Woche im Tradingdepot die Positionen deutlich reduziert wurden, sollen deshalb nun einige tiefe Rückkauflimits gelegt werden:

0,20 Bitcoin (BTC) à 8.400 Dollar

10 Litecoin à 34 Dollar

4 Ethereum à 180 Dollar

1000 Ontology (ONT) à 0,51 Dollar (USDT)

Die Limits beziehen sich auf die Preise bei Bitfinex, bei Ontology auf Binance. Ein Hinweis am Rande: Wer steuerlich optimiert traden will, sollte gleiche Positionen eventuell trennen. So liegt die im März gekaufte Position von Ethereum rund 80% im Plus. Würde jetzt die Position nachgekauft, würde bei einem erneuten Verkauf nach dem Fifo-Prinzip zuerst die im März gekaufte Position verkauft. Dies macht dann die Chance zunichte, ab dem März nächsten Jahres einen womöglich sehr hohen steuerfreien Gewinn einzufahren. Von daher ist es sinnvoll, in solchen Fällen über zwei Konten, Unterkonten (wie z.B. bei Bitfinex) o.ä. zu agieren.

Beim Bitcoin hatte sich das Chartbild zuletzt verschlechtert. Dagegen bleibt Ethereum im Aufwärtstrend.

Das Chartbild beim Bitcoin hatte sich zuletzt deutlich verschlechtert. Seit dem Corona-Crash Mitte März hatte sich ein Aufwärtstrend gebildet. Die Aufwärtstrendlinie als untere Begrenzung wurde in der vergangenen Woche seitlich verlassen (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Mit dem Anstieg gestern hat sich der Preis wieder an die Linie angenähert. Momentan fehlen dem Bitcoin als Lokomotive des Kryptomarktes neue Impulse. Es gibt derzeit weder sonderlich bullishe noch bearishe Anzeichen. Allerdings könnte es in den nächsten Tagen durchaus zu einer verstärkten Volatilität kommen. Dafür spricht, dass eine erhebliche Menge an Optionen ausläuft. In dieser Woche kommt es laut einem Bericht von The Block allein bei der Kryptobörse Deribit zu einem historischen Rekordverfall von Bitcoin- und Ethereum-Optionen im Wert von 1 Milliarde Dollar. Am kommenden Freitag, dem 26. Juni, verfallen mehr als 70.000 Bitcoin- und mehr als 290.000 Ethereum-Optionen. Deribit hat teilweise bereits die Margin-Anforderungen aufgrund der erwarteten steigenden Volatilität erhöht, was eine Verlängerung der Optionen verteuert.

Nach dem Anstieg gestern bewegt sich der Bitcoinpreis wieder um die 9.600 Dollar. Für den Markt spricht auch die gestrige Stärke der Altcoins, die meist deutlicher im Plus liegen als der Bitcoin. So konnte Ethereum erneut seine Stärke ausspielen und lag deutlich mehr im Plus als der Bitcoin. Im Monatsvergleich liegt der Coin mit über 15% im Plus gegenüber 3% beim Bitcoin. Ethereum wird weiter befeuert vom Hype um die dezentralen Finanzprodukte (DeFi). Dieser Hype nahm zuletzt exzessive Ausmaße an, wie die Kurskapriolen bei der seit vergangener Woche notierten dezentralen Kreditplattform Compound zeigt. Nach dem Höhenflug hat der Token zuletzt wieder deutlich Federn gelassen. Wer auf einen DeFi-Boom setzt, ist mit der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum am besten bedient. So wie Bitcoin in seinem Bereich der Marktführer bleibt, gilt das auch für Ethereum im Bereich Smart Contracts und hier insbesondere DeFi. Wenn der Übergang zu Ethereum 2.0 live gehen wird, könnte es hier zu einem deutlichen Kursschub kommen. Diese Stärke zeigt sich auch im Jahreschart unten. Im Gegensatz zum Bitcoin hat Ether seinen seit Mitte März gebildeten Aufwärtstrend nicht verlassen. Ethereum hatte sich bereits seit Anfang des Jahres als Outperformer unter den großen Coins etabliert und könnte diese Favoritenstellung auch über das ganze Jahr verteidigen.

22.6.2020, 18:35

Bitcoin Cash wird über die BISON App leichter handelbar. Seit April zeigt der Coin aber eine deutliche Underperformance.

Grundsätzlich stellt sich für jeden Investor am Kryptomarkt die Frage, ob er neben Bitcoin auch in Altcoins investieren soll und wenn ja, in wie viele und in welche. Der normale Anleger ist mit der ungeheuren Vielzahl an existierenden Altcoins völlig überfordert. Aktuell beträgt der Anteil von Bitcoin an der gesamten Kapitalisierung des Kryptomarktes laut Coinmarketcap 64,75%, der von Ethereum 9,78%. Mit den beiden größten Kryptowährungen kann man also bereits rund drei Viertel des Kryptomarktes abdecken gemessen an der Marktkapitalsierung. Da beide Coins einen völlig anderen Ansatz haben, ist ein Portfolio aus beiden Coins auch aus Gründen der Diversifikation eine gute Basis. Im Gegensatz zu den großen Kryptobörsen sind über die deutschen Plattformen bisher nur wenige Kryptowährungen handelbar.  Bei Bitwala sind das die zwei größten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum, bei der Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) sogar nur der Bitcoin. Das größte Angebot hatte bisher die BISON App, ebenfalls eine 100%-ige Tochter der Stuttgarter Börse. Nun wurde nach Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin das Angebot auch auf Bitcoin Cash erweitert.

Bitcoin Cash entstand am 1. August 2017 als Hard Fork von Bitcoin. Ein wesentlicher Unterschied der Bitcoin-Kopie ist die Abweichung bei der Blockgröße. Hat diese bei Bitcoin die Größe von 1MB, so beträgt diese bei Bitcoin Cash mit 8MB das Achtfache. Mit der erhöhten Blockgröße sollte v.a. einem Kritikpunkt bei Bitcoin begegnet werden, der langen Transaktionszeit. Mit den dadurch erheblich beschleunigten Transaktionen soll Bitcoin Cash damit leichter als tägliches Zahlungsmittel nutzbar sein. Daher resultiert auch der Name, Bitcoin Cash soll eine Alternative zum herkömmlichen Bargeld sein.

Das Bitcoin Cash Halving fand im April einen Monat vor dem Bitcoin-Halving statt. Auch bei Bitcoin Cash wurde dadurch die Block-Belohnung von 12,5 auf 6,25 Bitcoin Cash reduziert. Bis zum Bitcoin-Halving sind deshalb einige Miner zumindest vorübergehend zu Bitcoin gewechselt, um für ihre Leistung eine höhere Entlohnung zu bekommen. Zwar sind einige Miner wieder zu Bitcoin Cash zurückgekehrt, doch das Netzwerk ist aufgrund der geringeren Hash Rate anfälliger für Angriffe geworden. Deswegen wurde zuletzt immer wieder der langfristige Fortbestand des Netzwerks in Frage gestellt. Diese Entwicklung schlägt sich auch im Chart nieder. Interessant ist dabei ein Blick auf die relative Performance von Bitcoin Cash gegenüber dem Bitcoin seit dem Corona-Crash Mitte März, die fast identisch mit der von Litecoin ist. Bis Ende April bewegten sich beide Coins ziemlich gleichförmig. Dagegen ging die Schere danach auseinander und der Bitcoin konnte deutlich stärker zulegen. Von daher könnte Bitcoin Cash aus aktueller Sicht Nachholpotential gegenüber der Leitwährung haben.

16.6.2020, 11:45

Der Bitcoin hat sich verstärkt von der Schwäche der Aktienmärkte anstecken lassen, die in der vergangenen Woche nach unten taumelten. Zuletzt war die Preisentwicklung des Bitcoins wieder stärker an die der Aktienmärkte gekoppelt. Mit der Erholung der Aktienmärkte gestern und heute konnte sich auch der Bitcoin wieder erholen. Es ist aber fraglich, ob die jüngste Aktienmarktstärke wirklich nachhaltig ist. Eigentlich sollte das für die Entwicklung des Bitcoins keine maßgebliche Rolle spielen, kurzfristig könnte das aber erneut zu Irritationen führen. Deshalb besteht aktuell weiter die Gefahr, dass die seit dem Corona-Crash Mitte März gebildete Aufwärtstrendlinie nach unten gebrochen wird (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Dann könnten die Preise bis in den Bereich der 200-Tagelinie zurückkommen, die aktuell bei etwas über 8.200 Dollar verläuft. Von daher werden die Positionen im Tradingdepot kurzfristig reduziert.

Verkäufe:

0,35 Bitcoin (BTC) à 9.532 Dollar: Für die 0,35 BTC war bisher ein Verkaufslimit von 12.500 Dollar vorgesehen. Im Rahmen der allgemeinen Positionsreduzierung wird diese Position nun zum aktuellen Kurs verkauft. Die restlichen 0,25 BTC verbleiben im Tradingdepot.

10 Litecoin (LTC) à 43,72 Dollar: Die beiden Positionen, für die bisher ein Verkaufslimit von 55 Dollar vorgesehen war, werden nun zum aktuellen Preis verkauft. Die restlichen 10 LTC verbleiben im Tradingdepot.

100 Ethereum Classic (ETC) à 6,24 Dollar: Die Position wird dadurch auf die Hälfte reduziert, 100 ETC verbleiben.

Matic Network (MATIC) à 0,02056 Dollar: Die Position wird ebenfalls auf die Hälfte reduziert, 35.000 MATIC verbleiben im Depot.

15.6.2020, 15:45

Nun ist es doch passiert: Die seit dem Corona-Crash bestehende Aufwärtstrendlinie parallel zur 50-Tagelinie wurde wie diese nach unten durchbrochen. Wie schon oft erwähnt, haben kurzfristige Kursprognosen bei Bitcoin & Co schon fast Glückspielcharakter. Jedoch hat sich das Chartbild deutlich verschlechtert. Die Altcoins, die zuletzt bei Bitcoin-Rückgängen teilweise erstaunlich resistent waren, liegen ebenfalls deutlich im Minus. Auch dies deutet eher auf weiter rückläufige Kurse am Gesamtmarkt hin. Ob man zwischenzeitlich Trading-Positionen glattstellen soll, ist wie immer sehr schwierig. Die langfristig angelegten Positionen sollten jedenfalls nicht angetastet werden. Denn hier geht es zum einen um die Teilnahme an dem langfristigen Aufwärtstrend, der nicht durch kurzfristige Tradings konterkariert werden sollte. Zum anderen spielen auch steuerliche Überlegungen eine wesentliche Rolle, da die Verkaufserlöse nach einem Jahr steuerfrei sind.

Interessant ist auch ein Blick auf den langfristigen Chart seit dem Allzeithoch Ende 2017. Aktuell befindet sich der Preis wieder an der oberen Begrenzung dieser langfristigen Abwärtslinie. Ein nachhaltiger Durchbruch durch diese Linie nach oben dürfte dann endgültig den Beginn der großen Aufwärtsbewegung markieren, die für die zwei Jahre nach dem letzten Halving im Mai erwartet wird.

Gesundes Bitcoin-Netzwerk

Das Bitcoin-Netzwerk hat auch nach dem Halving im Mai bewiesen, dass es stabil und gesund ist. Nachdem die Hash Rate zuletzt deutlich zurückgegangen war, nähert sie sich nun wieder ihrem Höchststand. Dadurch sind die Transaktionsgebühren und die Zahl unbestätigter Bitcoin-Transaktionen wieder stark gesunken. Ein weiteres positives Zeichen ist der deutliche Anstieg der Umlaufmenge des dollarbasierten Stable Coins Tether. Dessen Marktkapitalisierung beträgt nun fast schon 10 Milliarden Dollar, womit er Rang 3 unter den Kryptowährungen einnimmt. In der Vergangenheit war es häufig so, dass eine Erhöhung der umlaufenden Tethermenge einem anschließenden Bitcoin-Anstieg vorausging. In diesem Zusammenhang gab es auch immer wieder Vorwürfe wegen möglicher Marktmanipulationen durch Tether und die Kryptobörse Bitfinex. Trotzdem ist die Tether-Zunahme kein schlechtes Zeichen für Bitcoin.

Wann kommt das institutionelle FOMO?

FOMO als Begriff gab es auch schon vor Social Media, das Phänomen wurde aber durch diese verstärkt. Es handelt sich um die Angst, etwas zu verpassen. So wurde der Krypto-Hype Ende 2017 sehr stark durch den FOMO-Effekt von Privatanlegern angetrieben. Es gab eine Flut von ICOs, also neu am Kryptomarkt emittierte Coins, in die ähnlich unkritisch von den Anlegern investiert wurde wie zu Zeiten des Neuen Marktes in die entsprechenden IPOs. Bei der nächsten starken Aufwärtsbewegung am Kryptomarkt könnte ein FOMO-Effekt von den institutionellen Anlegern ausgehen. Diese hielten sich in der Vergangenheit auch durch unklare oder fehlende Regulierungen zurück. Dies hat sich im Gegensatz zu 2017 deutlich verbessert, so dass hier immer mehr Institutionelle aktiv werden. So kauft Grayscale als Anbieter von verschiedenen Fonds für Kryptowährungen große Menge von Bitcoin und auch Ethereum auf. Der Hedgefonds-Manager und Milliardär Paul Tudor Jones verglich die Rolle des Bitcoins mit der des Goldes in den 70er Jahren. Nach einer aktuellen Studie von Fidelity legen bereits ein Drittel der institutionellen Investoren in digitalen Vermögenswerten an, bis zu 60 Prozent wollen diese in ihr Anlageportfolio aufnehmen. Dabei ist das Top Asset ist mit weitem Abstand der Bitcoin. Auch die im vergangenen Jahr noch als Bitcoin-Kritiker hervorgetretene amerikanische Großbank JP Morgan hat zuletzt in einem Report die Stärke und Widerstandskraft von Bitcoin gelobt. Die Analysten sehen den Stresstest des digitalen Goldes im Corona-Crash im März als bestanden an und bestätigen die Langlebigkeit dieser neuen Anlageklasse. Die Auswirkungen eines möglichen institutionellen FOMOs dürften zwar weniger drastisch als 2017 sein, dafür aber umso nachhaltiger. Zumal auch die Privatanleger in der nächsten Aufwärtsbewegung ihre Aktivitäten deutlich erhöhen werden. Zum einen ist eine große Gruppe dieser Anleger schon länger an den Kryptomärkten tätig. Zum anderen kommen auch immer mehr neue Privatanleger dazu, da die Zugangsmöglichkeiten für diese immer einfacher werden. Ein Blick auf Deutschland zeigt das. Musste man vorher ein Konto an einer Kryptobörse im Ausland eröffnen, geht es nun über Angebote wie die Bison App, die BSDEX oder Bitwala recht einfach, Bitcoin & Co zu handeln. Schon länger kann man auch über Bitcoin-Zertifikate von Vontobel in den Markt investieren. Diese sind aber steuerlich gegenüber einem Direktengagement benachteiligt.

9.6.2020, 17:05

Der kurzfristige Pump and Dump vergangene Woche hat keine Auswirkungen auf die langfristige Aufwärtsbewegung. Die Kritik am Bitcoin geht ins Leere.

Auch in der vergangenen Woche gab es wieder einmal Kurskapriolen beim Bitcoin – sogar innerhalb eines Tages. Das hatte sogar etwas von einem Kampf der Trader-Heerscharen, Asien gegen USA. Zunächst gab es im asiatischen Handel am Morgen des 2. Juni einen Pump um rund 700 Dollar innerhalb von zwei Stunden. Dem folgte am Nachmittag zu Beginn der amerikanischen Haupt-Handelszeit ein heftiger Dump um bis zu 1000 Dollar innerhalb weniger Minuten, also ein veritabler Flash Crash. Nach dem Anstieg in Asien sah es zunächst danach aus, dass der Bitcoin nach den mehrmaligen Anläufen im Mai nun endgültig die harte Hürde bei 10.000 Dollar hinter sich lassen könnte. Allerdings zeigte sich erneut, dass knapp oberhalb dieser Marke aktuell noch der Verkaufsdruck zunimmt. Trotzdem erschreckt immer wieder die Vehemenz der Einbrüche. Sie bestätigt aber nur, dass der Bitcoin in seiner kurzfristigen Entwicklung vorhersehbar unvorhersehbar ist, predictably unpredictable. Dies schreckt weiterhin sehr viele Anleger vor einem Investment ab. Dabei ging die langfristige Entwicklung bisher immer noch oben. Durch diese Tatsache unterscheidet sich der Bitcoin zum Beispiel auch von spekulativen Aktien, die in einer relativ kurzen Zeitspanne einen Hype erleben und dann wieder in der Versenkung verschwinden. Denn der Bitcoin bewegt sich seit 10 Jahren nach oben, wenngleich die kurzfristigen Schwankungen immer wieder an den Nerven zerren.

Trotzdem soll kurz auf die möglichen Gründe für den erneuten Flash Crash eingegangen werden. Wesentlicher Auslöser dürfte ein Long Squeeze gewesen sein. Der Mehrheit der Trader hatte zuletzt einen kurzfristigen Anstieg und die Überwindung der 10.000er-Marke erwartet. Der aggressive Aufbau von Long-Positionen war verbunden mit einer deutlichen Erhöhung der Funding Rate. Diese müssen die Trader für ihre stark gehebelten Positionen zahlen und erhöhen deshalb ihre Kosten. Durch den Long Squeeze wurden dann in Minutenschnelle Long-Kontrakte im Wert von rund 120 Millionen Dollar liquidiert. Daneben sollen Bitcoin-Wale kurze Zeit vor dem Einbruch größere Bestände zu BitMEX und Binance transferiert und teilweise verkauft haben. Außerdem ist es nun zum dritten Mal in den vergangenen acht Monaten, dass der Widerstand bei 10.500 Dollar getestet wurde (vgl. Jahreschart unten). Trotzdem schaut das Chartbild weiter positiv aus. Die seit dem Corona-Crash im März gebildete Aufwärtstrendlinie bleibt intakt. Das kürzlich gebildete Golden Cross dürfte eher zu einer Entwicklung führen wie das im April 2019 gebildete. Dagegen wurde das Golden Cross im Februar 2020 durch die heftigen Auswirkungen beim Corona-Crash ad absurdum geführt. Jedenfalls dürfte der Bitcoin eine scharfe Rally veranstalten, sobald der Widerstand bei 10.500 Dollar gebrochen wird. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Entweder noch in diesem Halbjahr oder im nächsten. Zuletzt hat die Volatilität seit dem Pump and Dump am 2. Juni stark abgenommen. Der Markt könnte Kraft sammeln für den erneuten Sprung über 10.000 Dollar und den anschließenden Bruch des Widerstands bei 10.500 Dollar.

Kritik am Bitcoin gab es auch wieder einmal: Goldman Sachs sieht Bitcoin nicht als legitimes Anlageprodukt. Dabei werden altbekannte Kritikpunkte wiederholt. So wird genannt, dass der Bitcoin keine Einkommen erzielt, wie das bei Aktien oder Anleihen der Fall ist. Vielmehr handelt es sich nach Goldman-Meinung um ein Finanzprodukt, dessen Wertsteigerung nur davon abhängt, ob jemand anderes einen höheren Preis bezahlt. Die große Volatilität und die nicht bewiesene Inflationsabsicherung werden ebenfalls genannt. Die Kryptobranche lässt die Kritik kalt. Vielleicht sollte sich Goldman an die schlecht besicherten Hypothekenpapiere erinnern, die sie vor der Finanzkrise wider besseren Wissens an ihre Kunden verscherbelt hatte. Um anschließend gegen diese Schrott-Papiere selbst zu wetten. Wenn das legitime Anlageprodukte sind: Nein danke.

8.6.2020, 14:40

Die Indikatoren einer Analysefirma sehen Ethereum als das gesündeste Kryptoprojekt. Der stetige Aufwärtstrend des Kurses in den vergangenen drei Monaten könnte weitergehen.

Die weitaus überwiegende Zahl der Kryptoanleger konzentriert sich auf den Bitcoin. Es ist nicht abzusehen, dass in den nächsten Jahren irgendeine andere Kryptowährung dem Bitcoin die unangefochtene Marktführerschaft streitig machen könnte. Wer nicht tiefer in den Kryptomarkt einsteigen aber trotzdem an dieser völlig neuen Asset-Klasse partizipieren will, kauft den Bitcoin. Denn dieser ist bei einer Marktdominanz von über 65 Prozent weiter entscheidend für die Wertentwicklung des gesamten Kryptomarktes. Dies wird auch deutlich, wenn man die Marktkapitalisierung der vier nächstgrößten Kryptowährungen betrachtet: Ethereum hat immerhin noch 9,6 Prozent Anteil an der Gesamtmarkt-Kapitalisierung. Bei Ripple und dem Stable Coin Tether sind es nur noch etwas mehr als drei Prozent, bei Bitcoin Cash 1,6 Prozent. Mit Bitcoin und Ethereum zusammen hat man also drei Viertel der Marktkapitalisierung abgedeckt.

Eine Kombination aus beiden macht auch unter dem Aspekt der Diversifikation Sinn, denn der Ansatz ist ein völlig anderer. Bitcoin ist der weltweit führende Wertaufbewahrungsspeicher, das digitale Gold. Die Blockchain von Ethereum ist dagegen neben anderen Anwendungen die Basis für die sich selbst ausführenden intelligenten Verträge (Smart Contracts), die auch Grundlage für das Boomthema dezentrale Finanzprodukte (DeFi) sind. Zwar gibt es hier noch zu lösende Probleme, wie die häufigen Hacks von DeFi-Anwendungen. So konnten zuletzt Hacker Kryptowerte in Höhe von 25 Millionen Dollar von der dezentralen Kreditplattform dForce abziehen. Aber auf Sicht wird DeFi die traditionellen Bankangebote in den Schatten stellen durch seinen universellen und kostengünstigen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Von daher verwundert es nicht, dass Ethereum als das gesündeste Kryptoprojekt gilt. Die Analysefirma Flipsidecrypto hat einen Indikator entwickelt zur Messung, wie gesund ein Kryptoprojekt ist, den FCAS-Indikator. Dabei werden Tausende von Variablen genutzt, die die Nutzer-Aktivitäten, das Entwickler-Verhalten und die Marktreife beschreiben. Ethereum ist hier mit weitem Abstand die Nummer 1 unter allen Kryptowährungen. Danach folgen EOS, Cardano und Chainlink. Der Bitcoin ist hier nur auf Platz 5. Ein weiterer positiver Indikator: Die sehr einflussreichen Kryptofonds der Vermögensverwaltung Grayscale haben in 2020 neben Bitcoin auch eine sehr große Menge an Ethereum gekauft. Auf das Wachstum der Anwendungsfälle wurde bereits in der letzten Ausgabe von BÖRSE ONLINE hingewiesen. Wenn in Kürze die erste Phase des Ethereum 2.0 Upgrades live gehen wird, könnte es zu einem zusätzlichen Schub kommen.

Die Kryptowährung von Ethereum, Ether, hat seit Jahresbeginn den Bitcoin deutlich outperformt (vgl. Jahreschart unten). Gegenüber dem Dollar ist sie seit dem Corona-Crash Mitte März deutlich im Aufwärtstrend. Das nächste Ziel sind die Vor-Corona-Kurse um 280 Dollar, danach könnten die Höchstkurse um 360 Dollar aus dem vergangenen Jahr angepeilt werden. Bis nächstes Jahr sind durchaus auch wieder vierstellige Kursniveaus drin.

2.6.2020, 10:25

Setzt der Bitcoin zum Bullrun an? Große Altcoins wie Ethereum könnten davon überproportional profitieren.

Der Bitcoin ist heute wieder über die seit einem Monat umkämpfte wichtige Marke von 10.000 Dollar gestiegen. Vor einer Woche, als der Bitcoin unter 9.000 Dollar fiel, haben wir den Rückgang als nicht besorgniserregend bezeichnet. Vielmehr ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die in den zwei bis drei Jahren vor dem dritten Halving zu beobachtende Analogie zum Kursverlauf im Vergleich zum zweiten Halving auch jetzt nach dem Halving fortsetzen wird. Wir zeigen dies nochmals an dem Langfristchart mit den bisherigen Halving-Events. Die Auswirkungen wären enorm, denn dann würde der Bitcoinpreis mindestens in den mittleren fünfstelligen Bereich steigen. Der aktuelle Anstieg ist um so erstaunlicher, als es nach dem Halving eine Art Miner-Kapitulation gab. Mit der halbierten Belohnung für das Erstellen eines neuen Blocks müssen sie zur Kostendeckung mehr Bitcoin verkaufen, derzeit mehr als sie generieren. Das offensichtliche problemlose Aufsaugen dieses zusätzlichen Angebots bereitet dem Markt offensichtlich keine Probleme, ein sehr positives Zeichen. Der neue Anstieg könnte auch etwas mit dem Update des Analysten Plan B zu tun haben, der das Stock-to-Flow-Modell bezogen auf den Bitcoin entwickelt hat. Demnach wurde gerade ein wichtiger Punkt erreicht, der den Beginn eines neuen Bullruns markieren könnte. Charttechnisch ist der Bitcoin auch gerade aus einer symmetrischen Dreiecksformation ausgebrochen, die als nächstes ein Mindestkursziel von 12.400 Dollar prognostiziert. In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass wir ja schon länger für eine Teilposition im Tradingdepot ein Verkaufslimit von 12.500 Dollar gelegt haben.

Ethereum bleibt der Favorit der großen Altcoins

In den vergangenen Wochen wurde hier verstärkt auf die guten Aussichten bei einigen Altcoins hingewiesen. Ethereum ist in den vergangenen Wochen rund 40 Prozent gestiegen. Die ausgebildete Chartformation deutet nach Meinung von Experten darauf hin, dass sich der Kurs verdoppeln könnte. Analysen zeigen, dass immer mehr größere Anleger Ether horten, die Kryptowährung von Ethereum. Aber auch kleinere Anleger entdecken den zweitgrößten Coin als Outperformer. Dies zeigt die Zahl der Ethereum-Wallets, die auf 40 Millionen gestiegen ist Ethereum hat eine völlig andere Anwendung als Bitcoin. Steht bei diesem der Use Case als digitales Gold im Vordergrund, glänzt die Ethereum-Blockchain als Basis für die sich selbst ausführenden intelligenten Verträge (Smart Contracts). Die Transaktionsgebühren werden dabei mit Ether bezahlt als Motor von Ethereum. Auf diesen dezentralen Anwendungen (dApps) laufen auch die neuen dezentralen Finanzprodukte (DeFi), denen eine große Zukunft vorhergesagt wird. Derzeit bleiben die DeFi-Anwendungen zwar noch erheblich hinter dem Boom der ICOs im Jahr 2017 zurück, die ebenfalls über die Ethereum-Blockchain emittiert wurden. Immerhin hat sich die Zahl der Nutzer seit Jahresanfang auf 180.000 verdoppelt. Neben DeFi ist ein weiterer Wachstumstreiber bei Ethereum die Ausgabe von Stable Coins, die ebenfalls auf Ethereum laufen. Mittlerweile machen diese ein Volumen von 7 Milliarden Dollar aus, davon allein 4 Milliarden in den letzten drei Monaten. Von der Umstellung auf Ethereum 2.0 mit dem lange erwarteten Wechsel vom Proof of Work auf den Proof of Stake könnte in absehbarer Zeit weiterer Schub kommen. Ethereum zeigte seit 2018 eine erhebliche Underperformance gegenüber dem Bitcoin (vgl. Langfristchart unten). Seit Anfang des Jahres hat sich das geändert. Nachdem die Outperformance durch den Corona-Crash kurz unterbrochen wurde, könnte sich diese nun fortsetzen.

1.6.2020, 23:30

Der Bitcoin pirscht sich wieder an die Marke von 10.000 Dollar. Ausgewählte Altcoins performen derzeit deutlich besser.

Auf ein Neues. Der Bitcoin macht gerade einen neuen Versuch, die Marke von 10.000 Dollar zu überwinden. Schafft er es diesmal, könnte das nachhaltig sein und der Preis zunächst in Richtung der Höchststände um 13.500 Dollar vom vergangenen Jahr laufen. Dies könnte dann der Vorläufer der großen Aufwärtsbewegung nach dem Halving im Mai sein. Auf die analoge Entwicklung vor dem zweiten Halving haben wir schon hingewiesen. Läuft diese auch nach dem Halving genauso, würde das den Bitcoinpreis bis in den mittleren fünfstelligen Bereich katapultieren.

Starke Altcoins

Im Wochenvergleich ist der Bitcoin wieder um knapp 9% gestiegen. Einige Altcoins konnten deutlich mehr zulegen. So zogen die Tradingdepot-Werte Ethereum um 18%, NEO um 26%, Cardano um 48%, QTUM um 15% und IOTA um 18% an. Gerade Coins aus dem asiatischen Raum performen derzeit überproportional. Vielleicht ist es noch verfrüht, von einer neuen Altcoin-Season zu sprechen. Allerdings kann man schon von einer nachhaltigen Entwicklung sprechen. Denn während der Bitcoin seit Jahresanfang um rund 34% zulegte, weisen immerhin fünf Altcoins der Top 20 ein Plus von mehr als 100% auf.

Coinbase-Effekte

In der Vergangenheit waren die Ankündigungen von Coinbase, einen Coin neu zu listen, immer mit großen Kursanstiegen verbunden. Denn ein Listing bei der führenden amerikanischen Kryptobörse Coinbase ist immer noch eine Art Ritterschlag, bisher werden dort nur 20 Coins notiert. Daher resultiert auch das Wochenplus von knapp 43% bei Maker (MKR). Hier gab es – wie gerade vorher bei OmiseGO (OMG) gesehen – einen starken Kursschub, nachdem Coinbase am Freitag angekündigt hatte, den Handel mit dem Coin am 9. Juni aufnehmen zu wollen. OMG ist nach der Listing-Ankündigung am 14.Mai von 0,75 Dollar in der Spitze bis auf über 2,20 Dollar gestiegen, eine glatte Verdreifachung in wenigen Tagen. Neben der Listing-Ankündigung kam hier hinzu, dass zuletzt einige Coins von asiatischen Projekten besonders gut liefen. Zuletzt ging der Preis wieder deutlich zurück. Von daher ist auch der Kurssprung von Maker hochspekulativ und kann natürlich noch weitergehen. Allerdings dürfte auch hier nach Aufnahme des Listings der Preis eher wieder zurückkommen.

In diesem Zusammenhang könnte Matic Network (MATIC) interessant werden. Bereits im August 2019 wurde der Coin neben einigen anderen auf die Beobachtungsliste von Coinbase gesetzt. Für das Listing wurde als Voraussetzung die Live-Schaltung des Matic Mainnets genannt. Diese erfolgte gerade jetzt am 31. Mai. Das in Indien ansässige Projekt will die Skalierungsprobleme von dApps lösen, indem ressourcenaufwändige Berechnungen auf Sidechains ausgeführt werden. Der Preis verdreifachte sich im November bereits einmal bis auf 0,042 Dollar, bevor er im Dezember wieder auf das Ausgangsniveau einbrach. Seit dem Corona-Einbruch im März befindet er sich wieder im Aufwärtstrend. Charttechnisch bildet sich gerade ein Golden Cross (vgl. Jahreschart unten). Sollte es in Kürze ein Coinbase-Listing geben, dürfte es wie zuletzt bei OmiseGO und Maker zu einem Kurssprung kommen.

Deswegen werden nun 0,15 Bitcoin zum aktuellen Preis von 9.670 Dollar verkauft und vom Verkaufserlös und der vorhandenen Liquidität eine Position von 70.000 Stück MATIC zum Preis von 0,02174 USDT bei Binance gekauft.

31.5.2020, 14:00

Der Bitcoin tritt im Mai weiter auf der Stelle. Der Monatschart zeigt die Auf- und Abwärtsbewegungen zwischen meist 8.500 und knapp 10.000 Dollar. Der Markt wartet weiterhin gespannt darauf, ob der Preis die Überwindung der wichtigen Marke von 10.000 Dollar nachhaltig schafft.

Gute Performance der Altcoins

Positiv erscheint, dass zuletzt viele der großen Altcoins deutlich besser als der Bitcoin performten. Dies kann man unten in der Übersicht der Top30 gut erkennen. Im Wochenvergleich haben viele Altcoins ein größeres Plus als der Bitcoin, allen voran unser Tradingdepot-Wert Cardano (ADA) mit einem Wochenplus von 46%. Seit Jahresanfang liegt der Bitcoin rund 33% im Plus. Einige Altcoins wie Cardano, Tezos, Crypto.com Chain oder Chainlink liegen dagegen deutlich über 100% im Plus. Auffällig ist heute IOTA mit einer Tagesperformance von 14%. Hier wird nun auch eine Position ins Tradingdepot aufgenommen (vgl. unten).

Quelle: coinmarketcap.com

Coinbase-Effekte

In der Vergangenheit waren die Ankündigungen von Coinbase, einen Coin neu zu listen, immer mit großen Kursanstiegen verbunden. Denn ein Listing bei der führenden amerikanischen Kryptobörse Coinbase ist immer noch eine Art Ritterschlag, denn bisher werden dort nur etwas mehr als 20 Coins notiert. Daher resultiert auch das Wochenplus von knapp 43% bei Maker (MKR). Hier gab es – wie gerade vorher bei OmiseGO (OMG) gesehen – einen starken Kursschub, nachdem Coinbase am Freitag angekündigt hatte, den Handel mit dem Coin am 9. Juni aufnehmen zu wollen. OMG ist nach der Listing-Ankündigung am 14.Mai von 0,75 Dollar in der Spitze bis auf über 2,20 Dollar gestiegen, eine glatte Verdreifachung in wenigen Tagen (vgl. Chart unten). Neben der Listing-Ankündigung kam hier hinzu, dass zuletzt einige Coins von asiatischen Projekten besonders gut liefen. Zuletzt kam der Preis wieder deutlich zurück. Von daher ist auch der Kurssprung von Maker hochspekulativ und kann natürlich noch weitergehen. Allerdings dürfte auch hier nach Aufnahme des Listings der Preis eher wieder zurückkommen. Wie hier schon angemerkt, könnte auch Qtum ein Kandidat für ein Coinbase-Listing sein. Außerdem gehört Qtum auch zu den momentan favorisierten Asien-Coins. Dies war auch der Grund, warum Qtum zuletzt neu in das Tradingdepot aufgenommen wurde.

Veränderungen im Tradingdepot

Bei Cardano (ADA) wird die Hälfte der Position verkauft (10.000 Stück bei 0,0835 Dollar). Der Preis ist seit Aufnahme in das Depot vor einem Monat um von 0,05 auf 0,0835 Dollar und damit um 67% in vier Wochen gestiegen (vgl. Chart unten). Der jüngste Kursschub resultierte aus der Ankündigung des Cardano-Machers Charles Hoskinson, dass das lange erwartete Shelley Mainnet Ende Juni starten wird. Ursprünglich war der Start bereits für das Jahresende 2019 geplant.

Mit den durch den Cardano-Verkauf frei gewordenen Mitteln wird nun eine Position in IOTA gekauft: 3.000 Stück zu 0,2343 Dollar. IOTA ist heute der Tages-Topperformer mit einem Plus von 14%. Charttechnisch ist der Kurs gestern über die 200-Tagelinie gesprungen, nachdem diese wochenlang eine Sperre war. IOTA hat seit einiger Zeit unter wechselhaften News zu leiden. IOTA ist spezialisiert auf automatisierte Bezahlvorgängen zwischen Maschinen im Internet of Things (IoT). IOTA basiert nicht auf einer klassischen Blockchain-Lösung, sondern auf Tangles. Dadurch sollen Skalierbarkeit, Übertragungsgeschwindigkeit und Transaktionskosten minimiert werden. IOTA hat erstklassige Kooperationspartner wie VW, Audi, Microsoft, Huawei oder Samsung. Auf der anderen Seite gibt es ständig Querelen und Abgänge bei der Führungsmannschaft. Vor wenigen Monaten gab es auch einen Hack, als Hacker Coins im Wert von 2 Millionen Dollar von den Trinity Wallets gestohlen hatten. Zuletzt gab es wieder positivere Nachrichten. IOTA kam ins Finale des Corona-Hackathons, wo es um eine Minderung der Folgen der Corona-Krise geht. Außerdem wird IOTA Teil eines bezuschussten EU-Projekts.

25.5.2020, 20:00

Eine Schwächeneigung des Bitcoins war auch nach dem 2. Halving zu sehen. Danach hoben die Kurse ab. Von daher erscheinen die Kursrückgänge der vergangenen Tage als nicht besorgniserregend.

Zum Wochenstart liegt der Bitcoin mit knapp 2% im Minus. Bei den Altcoins fällt das Minus meist etwas geringer aus. Dieses Bild zeigt sich auch im Wochenvergleich. Der Bitcoin verzeichnet da ein Minus von 8%, Altcoins wie Ethereum, Ripple oder Litecoin dagegen ein Minus zwischen 3 und 4%. Nachdem der Bitcoin im Mai mehrfach an der nachhaltigen Überwindung der Marke von 10.000 Dollar gescheitert ist, fiel der Preis heute auch noch deutlich unter 9.000 Dollar. Als Erklärung für die Bitcoin-Schwäche werden Probleme kleinerer Miner angeführt. Mit dem Halving wurde die Miner-Entlohnung für die Erzeugung eines neuen Blocks von 12,5 auf 6,25 Bitcoin halbiert. Dies und der schwächelnde Kurs lassen gerade die Einnahmen im Vergleich zu den Betriebskosten überproportional steigen. Insbesondere kleinere Miner müssen deshalb zur Deckung ihrer Betriebskosten mehr Bitcoin aus ihrem Bestand verkaufen. Dies dürfte zu einer Konsolidierung bei kleineren Minern führen. Kurzfristig könnte der Verkaufsdruck noch etwas anhalten, bis der Markt ein neues Gleichgewicht gefunden hat.

Das Muster des Kursverlaufs ist dabei nicht ungewöhnlich, wie ein Blick auf den Langfristchart von Bitcoin zeigt. Hier ist vor allem ein Vergleich mit dem 2. Halving im Juli 2016 interessant. Wir haben schon vor einigen Monaten auf den erstaunlich ähnlichen Verlauf in den knapp drei Jahren vor den Halvings hingewiesen (grau hinterlegte Bereiche im Chart unten). Der Chart ist dabei in logarithmischer Darstellung, mit der gleiche prozentuale Kursanstiege direkt verglichen werden können. In den vier Wochen nach dem 2. Halving kam der Bitcoinpreis rund 20% zurück. Dieser Tiefpunkt bildet dann gleichzeitig den Scheitelpunkt der anschließenden parabelförmigen Aufwärtsbewegung, die den Preis bis auf fast 20.000 Dollar katapultierte. Korrigiert der Bitcoinpreis wie nach dem 2. Halving, könnte das bis in den mittleren 7000er-Bereich führen. Allerdings könnte der Rückgang schon durch den Corona-Crash Mitte März vorweggenommen sein. Entscheidender ist aber die zu erwartende Entwicklung danach. Bei einer analogen Entwicklung zum 2. Halving müssten sich die Kurse dann in den oberen fünfstelligen Bereich oder noch höher bewegen. Von daher erscheint der aktuelle Bitcoin-Rückgang als nicht besorgniserregend.

22.5.2020, 18:40

Asiatische Coins gehören gerade zu den Outperformern. NEO hat in den vergangenen Wochen durch eine starke Performance überzeugt. Der Highflyer ist gerade OmiseGO (OMG), ebenso wie NEO im Coin Stars Tradingdepot vertreten. OMG hat sich gerade in nur acht Tagen verdreifacht. Nun könnte ein weiterer Coin aus Asien verstärkt in den Fokus kommen. Qtum ist der Coin des in Singapur ansässigen Projekts der Qtum Foundation. Qtum ist eine hybride Anwendungs-Plattform, die die Bitcoin- mit der Ethereum-Blockchain kombiniert und damit eine Art Brücke zwischen diesen beiden größten Kryptowährungen bildet. Die Bitcoin-Ethereum-Brücke galt zuletzt auf Sicht als interessante Möglichkeit für Bitcoin-Investoren, um einfach in den DeFi-Markt einsteigen zu können. Von daher könnte auch Qtum unter diesem Aspekt wieder verstärkt in den Fokus kommen.

Charttechnisch erscheint der Coin hochinteressant. Zum einen zeigt der Jahreschart unten, das ein Ausbruch über die 200-Tagelinie unmittelbar bevorstehen könnte. Der Coin ist heute um 15% gestiegen. Bei einem Durchbruch durch die 200-Tagelinie könnte es – wie schon häufig gesehen – zu einem schnellen Kursschub kommen.

Außerdem gibt es noch einen anderen sehr interessanten Zusammenhang. Qtum und OmiseGO bewegen sich schon lange parallel (vgl. Chart unten). Gerade hat nun OMG einen enormen Sprung gemacht, was auch durch das neue Coinbase-Listing verursacht wurde. QTUM könnte ebenfalls ein Kandidat für Coinbase sein.

Deswegen werden nun 450 Stück QTUM zu 1,73 Dollar (Bitfinex-Preise) neu in das Tradingdepot aufgenommen.

21.5.2020, 22:25

Der Bitcoin liegt seit gestern rund 10% im Minus. Dabei markiert der Chart gerade ein Golden Cross. Außerdem bleiben die Nachrichten positiv. So nehmen die Bitcoin-Bestände, die auf den Kryptobörsen gelagert werden, weiter ab. Klingt negativ, ist aber genau das Gegenteil. Denn dies spricht für einen steigenden Anteil an Hodlern, also an Anlegern, die den Bitcoin wegen seines langfristigen Wertsteigerungspotentials kaufen. Diese ziehen ihre Bitcoins von den Kryptobörsen ab, um nicht Gefahr zu laufen, von einem möglichen Hack an der Kryptobörse betroffen zu werden. Laut dem Analyseportal Glassnode ist der Abzug der Bitcoins von den Börsen seit dem Crash im März der größte und anhaltendste Rückgang in der Bitcoin-Geschichte. Warum kam es dann zu dem Kursrückgang seit gestern? Scheinbar wurde der Preisverfall wieder einmal kurzfristig durch größere Liquidationen von gehebelten Long-Positionen bei BitMEX beschleunigt, nachdem der Markt den Widerstand bei 10.000 Dollar wieder nicht überwinden konnte. Außerdem sorgte für Aufregung, dass aus einer im Februar 2009 erstellten Wallet 50 Bitcoin abgezogen wurde. Dies sorgte für Spekulationen, dass Satoshi Nakamoto höchstpersönlich dahintersteckt, was allerdings kaum den Tatsachen entsprechen dürfte. Auch der steigende Abfluss von Tether von den Kryptobörsen spricht für eine steigende Anzahl von Verkäufern. Dies sind aber alles Faktoren, die kurzfristig auf den Bitcoinkurs wirken. Wie schon häufig hier erwähnt, ist die kurzfristige Entwicklung des Bitcoins immer kaum prognostizierbar. An den guten langfristigen Perspektiven ändert sich dadurch natürlich nichts.

Teilverkauf OmiseGO (OMG)

Seit der Aufnahme in das Tradingdepot vor zwei Monaten ist OmiseGO (OMG) nun schon 270% gestiegen. Kurzfristig könnte sich jetzt eine Spitze gebildet haben (vgl. OMG-Jahreschart unten). Neben der positiven Positionierung als asiatischer Fintech hat der OMG-Kurs gerade heute noch einmal zusätzlichen Schub bekommen und ist trotz des schwachen Gesamtmarktes 30% gestiegen. Grund war die Aufnahme des Coins in den Handel bei der führenden amerikanischen Kryptobörse Coinbase. Das ist immer noch so eine Art Ritterschlag, denn Coinbase hat im Vergleich zu anderen Kryptobörsen nur sehr wenige Coins im Angebot. OMG ist nunmehr der 21. Coin. Im Bild ganz unten sieht man, dass OMG heute völlig heraussticht mit dem großen Plus, während alle anderen bei Coinbase gehandelten Coins deutlich im Minus liegen. Dieses Kursverhalten war in der Vergangenheit oft bei der Aufnahme von neuen Coins bei Coinbase zu beobachten, danach kam der Kurs meistens zunächst erst einmal wieder zurück. Deswegen wurde nun eine weitere Teilposition von OMG (300 Stück bei 1,5516 USD) aus dem Tradingdepot verkauft mit einem Kursgewinn von 270% in 2 Monaten und nur eine kleine Position im Depot belassen.

Quelle: Coinbase

18.5.2020, 12:40

Riesige Kursschwankungen beim Bitcoin verschrecken viele Anleger. Sie verstellen den Blick darauf, dass ein Einstieg fast immer lukrativ gewesen wäre.

Bei allen Anlagealternativen stellt sich die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Idealerweise wären das die Tiefstkurse. Bei einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung wie beim Bitcoin nützt es aber nichts, den viel niedrigeren Kursen der Vergangenheit hinterherzutrauern. Es gibt bisher nur sehr wenige Zeiträume, in denen man bei einem Bitcoin-Einstieg bis heute eine schlechtere Performance als mit dem DAX oder dem Gold gemacht hätte. Einer wäre zum Allzeithöchststand des Bitcoins bei knapp 20.000 Dollar gewesen, ein weiterer der Höchststand von Ende Juni 2019 bei über 13.000 Dollar. Abgesehen von diesen kurzen Zeiträumen hätte ein Investment in Bitcoin immer (meist erheblich) bessere Renditen als der DAX oder das Gold erbracht. So erzielte der DAX seit Anfang 2019 ein Plus von 2 Prozent, Gold 37 Prozent und der Bitcoin 143 Prozent.  Seit Jahresanfang 2020 ergibt sich beim DAX ein Minus von 20 Prozent, beim Gold ein Plus von 15 Prozent und beim Bitcoin ein Plus von 37 Prozent. Betrachtet man Zeitpunkte vor 2018, dann nimmt die Outperformance des Bitcoins sogar surreale Züge an. Diese Vergleiche zeigen den eindeutigen langfristigen Trend nach oben. Und sie führen zu der Erkenntnis: Es war (fast) nie falsch, den Bitcoin unter langfristigen Aspekten zu kaufen. Davon Abstand nehmen sollte man allerdings, wenn der Kurs in den Wochen und Monaten zuvor einen parabolischen Verlauf hingelegt hat. Die zwei prägnantesten Beispiele dafür sind der verrückte Lauf von September bis Dezember 2017, als der Bitcoin von 4.000 auf fast 20.000 Dollar explodierte, sowie der Kursanstieg von April bis Juni 2019, der von 4.000 Dollar auf über 13.000 Dollar führte.

Diese Aussage scheint im Widerspruch zu den kurzfristigen Kurskapriolen zu stehen. So sorgte vor einer Woche im asiatischen Handel einer der berüchtigten Flash Crashes wieder für Unruhe, bei dem der Bitcoinpreis innerhalb weniger Minuten um 15 Prozent abstürzte, um sich dann sofort wieder um 7 Prozent zu erholen. Im Tief kam der Preis dann nahe an die 200-Tagelinie, die aktuell etwas über 8.000 Dollar verläuft. Zuvor hatte der Bitcoin kurz die magische Schwelle von 10.000 Dollar überschritten. Zur Vehemenz des Kursrückgangs dürften hier einmal mehr die sehr hochhebligen Handelsmöglichkeiten auf den Derivate-Kryptobörsen wie BitMEX beigetragen haben. Diese sind alles andere als ein Segen für den Gesamtmarkt, denn sie können die Kursschwankungen enorm verstärken. So wurde das Sentiment mit der Annäherung an die 10.000er-Marke zuletzt immer bullisher. Die Trader wurden mit ihren Long-Positionen dann kalt erwischt und die Liquidierungen beschleunigten den Flash Crash. Allein auf BitMEX sollen Bitcoin-Longpositionen im Wert von 230 Millionen Dollar liquidiert worden sein. Derartige Effekte wurden in der Vergangenheit schon mehrfach beobachtet. Der drastische Kurssturz hatte auch den zeitweisen Ausfall des Handels auf der wichtigen amerikanischen Kryptobörse Coinbase zur Folge. Da der Kurssturz am Wochenende stattfand, hatte sich außerdem um die 10.000 Dollar eine Lücke bei den an der CME gehandelten Bitcoin-Futures gebildet. Denn dort findet – im Gegensatz zu den Kryptobörsen – am Wochenende kein Handel statt. In der Vergangenheit war dabei oft zu beobachten, dass sich nach einer solchen Lücke diese meist kurzfristig wieder schließt. Dies war auch diesmal der Fall, die Lücke wurde mit dem Anstieg von 8.400 auf 10.000 Dollar innerhalb von vier Tagen wieder geschlossen. Aktuell kämpft der Bitcoin weiter mit der Marke von 10.000 Dollar. Überspringt er diese und bildet gleichzeitig ein neues Golden Cross, dann spricht das für eine kurzfristige Rally, die bis in den Bereich der letztjährigen Höchststände um 13.500 Dollar führen könnte. Das wäre wahrscheinlich schon beim letzten Golden Cross Mitte Februar passiert. Da machte dann aber die Verschärfung der Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung. Und damit zurück zur Ausgangsfrage: Auch jetzt ist immer noch ein guter Einstiegszeitpunkt beim Bitcoin.

17.5.2020. 13:25

Der Bitcoin bewegt sich wieder in Richtung 10.000 Dollar. Zuletzt zeigten die Asien-Coins NEO und OmiseGO eine herausragende Performance. Ethereum Classic könnte nun ein weiterer Favorit werden.

Der Bitcoin versucht sich gerade wieder an die Marke von 10.000 Dollar heranzuschleichen. Schafft er diesmal nachhaltig den Anstieg, könnte der durch Corona unterbrochene Anstieg auf die Höchstmarke von 13.500 Dollar vom vergangenen Jahr im Sommer klappen. Bis Jahresende sind dann auch die Allzeithöchststände von knapp 20.000 Dollar wieder erreichbar. Einige Altcoins könnten prozentual noch deutlich stärker zulegen.

Ethereum Classic ins Tradingdepot

Charttechnisch sieht Ethereum Classic (ETC) sehr gut aus und hat zuletzt wieder die 200-Tagelinie durchbrochen (vgl. Jahreschart unten). Beim Durchbruch im Januar ging es in kürzester Zeit um über 100% nach oben. Ohne den Corona-Crash wären die Preise wahrscheinlich noch deutlich weiter nach oben gelaufen. Zuletzt hatte der Preis Ende April noch einmal einen Ausflug über die 200-Tagelinie gemacht, tauchte aber nach den deutlichen Rückgängen am Gesamtmarkt vor einer Woche noch einmal kurz darunter. Die Situation ist nun eher vergleichbar mit der im Januar, das Chance-Risiko-Verhältnis erscheint sehr gut. Denn hier könnte kurzfristig die am 3. Juni stattfindende Hard Fork Phoenix als Kursbeschleuniger wirken. Die Top-Miner haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Dies ist ein gutes Zeichen für das kommende Update und es wird erwartet, dass weitere Miner und andere Stakeholder wie Kryptobörsen die Hard Fork unterstützen.

Ethereum Classic ist eigentlich der ursprüngliche Ethereum-Token und basiert auf dem 2015 eingeführten Smart-Contract-System. Grund für seine Existenz ist der DAO-Hack im Jahr 2016, bei der Hacker 50 Mio. Dollar durch eine Lücke im Programmcode der ersten Dezentralen Autonomen Organisation (DAO) auf Basis der Ethereum-Blockchain stehlen konnten. Nach dem Hack war das Vertrauen in die Blockchain stark angeschlagen. Durch eine Hard Fork bot sich aber die Möglichkeit, den Hack rückgängig zu machen und das Geld zurückzuerhalten. Die Mehrheit entschied sich dafür, obwohl viele in der Kryptoszene dies als eine eklatante Verletzung der Blockchain-Ideologie sahen. Denn diese sieht es ja gerade als essentiell an, dass keine Transaktionen rückgängig gemacht werden können. Jedenfalls kam es zur Hard Fork mit zwei neuen Blockchains: Ethereum (ETH) als der neuen Blockchain und Ethereum Classic (ETC) als der alten Blockchain. Die technische Grundlage von ETH und ETC unterscheidet sich kaum voneinander. Ethereum Classic bietet also ebenso wie Ethereum Smart Contracts und dApps. Nachteile gegenüber Ethereum stehen auch Vorteile gegenüber. So bietet die Emerald-Plattform Toolkits, die gegenüber Ethereum kostengünstiger sind und zusätzliche Funktionalitäten bieten. Dies könnte Entwickler verstärkt dazu bringen, den Engpässen bei Ethereum zu entfliehen und ihre Anwendungen schneller und zu günstigeren Preisen an den Markt bringen zu können.

Bisher hat die Blockchain von Ethereum Classic – wie die von Ethereum auch – wegen ihres Protokolls keine Möglichkeit, auf Off-Chain-Daten zuzugreifen. Ursprünglich wurde dies aus Gründen der Sicherheit im Protokoll verankert. Dadurch sind aber die Entwickler in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, da sie für ihre Smart Contracts nur On-Chain-Daten verwenden können. Verbindungen zu anderen Plattformen auch außerhalb von Blockchains können deshalb nicht hergestellt werden. Dieses Manko soll nun durch eine Kooperation mit Chainlink beseitigt werden, ohne dass die Sicherheit darunter leidet. Über deren Oracles wird über externe Verbindungspunkte (APIs) der Datenaustausch Off-Chain ermöglicht. LINK, die Kryptowährung von Chainlink, war der Highflyer des vergangenen Jahres. Trotz Corona-Crash steht bei dem Coin noch immer ein Plus von 300 Prozent im Jahresvergleich zu Buche. Die Kooperation von Ethereum Classic mit Chainlink könnte sich jedenfalls auf Sicht sehr positiv auswirken. Neben Ethereum könnte auch Ethereum Classic eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von dezentralen Finanzprodukten (DeFi) spielen. Zumal Ethereum Classic gegenüber Ethereum zusätzliche Funktionalitäten bietet und kostengünstiger ist. Bleibt die Stimmung am Kryptomarkt gut, könnte Ethereum Classic sich zu einem Favoriten mausern.

Aufgrund der positiven Einschätzung werden nun 200 Stück Ethereum Classic (ETC) zum Preis von  6,66 Dollar (Bitfinex-Preise) in das Coin Stars Tradingdepot aufgenommen.

OmiseGO mit Kurssprung

Vor vier Tagen gab es einen Kurssprung bei unserem Tradingdepot-Wert OmiseGO (OMG). Auch hier zeigte sich wieder einmal die Relevanz der 200-Tagelinie, denn nach dem Durchbruch vor vier Tagen schnellte der Preis in zwei Tagen um rund 40% hoch. Nach einem Rücksetzer steht der Preis aktuell wieder vor dem Durchbruch über die Marke von 1 Dollar. Zuletzt hatte sich die asiatische Fintech-Holding Omise Holdings umbenannt in SYNQA. Dies soll die Position der Holding-Gesellschaft als führender asiatischer Ansprechpartner für alle Fintech-Bereiche stärken. Der Name soll Assoziationen zu Wörtern wie synergy, synchronization, symbiosis, symmetry und quest wecken. Die Aussprache ist identisch mit der für den japanischen Ausdruck für Evolution. Der Asien-Coin OMG hat im Tradingdepot nun schon ein Plus von 133% in zwei Monaten erreicht. Auch die zum gleichen Zeitpunkt ins Tradingdepot aufgenommenen NEO, ein weiterer Asien-Coin, liegen in zwei Monaten mit 106% im Plus.

14.5.2020, 13:10

Nachdem der Bitcoin gestern über die Marke von 9.000 Dollar gesprungen ist, erreichte er heute fast schon die psychologisch sehr wichtige Marke von 10.000 Dollar. Damit wurde an der CME auch der am vergangenen Wochenende entstandene Gap bei den Bitcoin-Futures wieder geschlossen (vgl. Chart unten). Derartige Gaps entstehen, wenn an der CME der Futureshandel am Wochenende ruht und an den Kryptobörsen gleichzeitig große Kursveränderungen stattfanden. Wir hatten am Montag auf dieses Phänomen hingewiesen.

Entscheidend wird jetzt sein, ob der Bitcoin über diese Gap-Schließung hinausläuft. Nach dem Füllen des Gaps kam er zunächst mal rund 300 Dollar wieder zurück. Schafft er den Sprung über die Mega-Marke von 10.000 Dollar nachhaltig, könnte aber ein schneller Run einsetzen. Hat der Bitcoin aber zunächst nur die Futureslücke geschlossen, ist das auch nicht tragisch. Offensichtlich hat sich der Bitcoin im vergangenen Monat deutlich von der Kursentwicklung der Aktien und auch des Goldes abgekoppelt (vgl. den Monatschart unten). Der Bitcoin ist im vergangenen Monat um über 40% gestiegen. Dagegen liegen DAX (-2%) und Gold (-0,5%) im Minus. Wahrscheinlich könnte nur ein veritabler Aktiencrash den Bitcoin kurzfristig noch einmal in Mitleidenschaft ziehen. Der ist allerdings so unwahrscheinlich nicht. Aber auch dann würde der Bitcoinmarkt – vielleicht wie beim Corona-Crash Mitte März – nach einer kurzen Weile realisieren, dass er gar nicht betroffen ist. Sondern dass er vielmehr von den Turbulenzen an den traditionellen Finanzmärkten nur profitieren kann.

13.5.2020, 17:00

Nach dem Halving vor zwei Tagen startet der Bitcoin einen neuen Anlauf auf die Marke von 10.000 Dollar. Diesmal könnte er deutlich darüber springen.

Wie weiter unten aufgeführt, ist das Bitcoin-Halving ein feststehendes Ereignis, dessen Auswirkungen den Marktteilnehmern bekannt sind. Trotzdem kam und kommt es rund um dieses Ereignis zu einem gewissen Hyperventilieren des Marktes mit der Folge einer deutlich steigenden Volatilität. Dies war gerade in den vergangenen Tagen verstärkt zu beobachten. Das hektische Auf und Ab ist zwar nett zu beobachten, hat für die langfristigen Perspektiven aber keine Relevanz. Diese speisen sich vielmehr aus dem wichtigsten Bitcoin Use Case, nämlich dem eines nicht-inflationierbaren Wertaufbewahrungsmittels. Dieses kann von Anlegern weltweit genutzt werden, um aus ihren mehr oder minder inflationsgefährdeten Währungen zu fliehen. Die riesige Geldschwemme zur Bekämpfung der Corona-Krise rückt dies auch den bisher von Inflation weitgehend verschont gebliebenen Anlegern in den westlichen Ländern verstärkt vor Augen.

Heute am Nachmittag zog der Bitcoin wieder an und sprang über die Marke von 9.000 Dollar. Schafft er demnächst den Sprung über die psychologische Marke von 10.000 Dollar, könnte durchaus ein schneller Run einsetzen. Denn anders als vor ein paar Tagen, als er mehrmals kurz über diese Marke schaute, ist nun die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Halving-Event weg. Zwar ist das Halving eigentlich ein Non-event – mehr dazu unten – trotzdem führte das zu einer gewissen Grundnervosität des Marktes. Charttechnisch läuft der Bitcoinpreis nun auf ein Golden Cross zu, das schon in wenigen Tagen gebildet werden könnte (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Beim Golden Cross schneidet die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von unten nach oben. Dies gilt als sehr bullishes Zeichen. Beim letzten Golden Cross im Februar funkte der Corona-Crash dazwischen. Dieser ist jetzt verdaut, zumal sich bei immer mehr Investoren die Meinung durchsetzt, dass die Corona-Auswirkungen für den Bitcoin nur positiv sein können. Der Bitcoin könnte deshalb auch als Amazon der Währungen bezeichnet werden. Nun ist auch noch die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Halving weg. Von daher könnte das Golden Cross jetzt eine ähnliche Auswirkung wie das im April vergangenen Jahres haben (vgl. Chart). Danach ist der Kurs in eine parabolische Bahn eingeschwenkt, die in bis 13.500 Dollar führte.

Beim Bitcoin-Halving handelt es sich einfach um eine Halbierung der Miner-Belohnung für einen geschürften Bitcoin-Block. Schürfen (Mining) nennt man den Vorgang analog zur Gewinnung von Gold, das ja nur durch aufwändigen und kostspieligen Bergbau gewonnen werden kann. Die Miner werden für das Sichern und Validieren des Bitcoin-Netzwerks belohnt, denn dieses ist für die Miner mit großem Hardware- und Energieaufwand verbunden. Andererseits ist dieser Validierungsprozess unabdingbar, um den Besitz und alle jemals stattgefundenen Transaktionen auf der Bitcoin-Blockchain zu dokumentieren und so die Sicherheit und Integrität der Blockchain zu gewährleisten. Wäre dieser Prozess nicht so aufwändig und kostspielig, könnten Betrüger Transaktionen fälschen oder Bitcoin doppelt ausgeben (double spending). Die Miner erledigen diese Aufgabe natürlich nicht umsonst. Sie bekommen für jeden erfolgreich errechneten Transaktionsblock eine festgelegte Menge Bitcoin, die dabei vom Bitcoin-Code neu erzeugt werden. Die Höhe der Entlohnung ist im Bitcoin-Code unabänderbar festgelegt. Bis zum Halving heute Abend sind das 12,5 Bitcoin, danach reduziert sich die Entlohnung pro Block auf 6,25 Bitcoin.

Dieses Halving findet alle 210.000 Blöcke statt und damit ungefähr alle vier Jahre. Dadurch dass die Miner nach einem Halving nur noch die Hälfte der vorherigen Entlohnung in Bitcoin bekommen, vermindert sich also das zusätzliche Angebot an Bitcoin. Aktuell gibt es knapp 18,4 Millionen Bitcoin der maximal möglichen 21 Millionen Bitcoin. Durch das alle vier Jahre geringer werdende Angebot an zusätzlichen Bitcoins wird der Bitcoin also knapper. Dieser eingebaute Inflationsschutz macht Bitcoin zum härtesten Geld der Welt. Das aus der Rohstoffanalyse bekannte Stock-to-Flow-Verhältnis steigt deshalb alle vier Jahre. Denn der Quotient aus vorhandenem Bestand an Bitcoin (Stock) dividiert durch das zusätzliche Angebot (Flow) verdoppelt seinen Wert durch das Halving alle vier Jahre. Dies geht solange weiter, bis ungefähr im Jahr 2140 der letzte Block geschürft worden ist. Bis dahin gilt in Abwandlung der alten Fußballerwahrheit also immer: Nach dem Halving ist vor dem Halving. Es gibt keine Überraschungen, denn alles ist im unveränderlichen Bitcoin-Code so festgelegt. Durch das gerade stattfindende Halving steigt der Härtegrad von Bitcoin etwa auf den von Gold, das bisher den größten Härtegrad hatte. Bereits in vier Jahren beim nächsten Halving wird der Bitcoin-Härtegrad etwa doppelt so groß sein wie beim Gold, in weiteren vier Jahren dann schon viermal so groß usw.

Eigentlich ist das Bitcoin-Halving also ein Non-Event. Bei der Veröffentlichung von Quartals- oder Jahresergebnissen von börsennotierten Gesellschaften kann es immer positive oder negative Überraschungen mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Aktienkurse geben. Beim Bitcoin-Halving stehen dagegen die Änderungen schon lange vorher fest, nur der Termin kann sich geringfügig um wenige Tage ändern. Ein solches klar definiertes Ereignis dürfte eigentlich keine wirklichen Auswirkungen auf den Bitcoinpreis haben, nur weil es jetzt gerade stattfindet. Denn dem Markt sind alle Fakten bekannt und er kann sich dementsprechend schon lange vorher darauf einstellen und die Auswirkungen in den Preisen antizipieren. Überzogene Erwartungen an besondere Preisentwicklungen rund um den Termin selbst sind also fehl am Platze. Dabei spielen eher psychologische Faktoren eine Rolle. Die Marktteilnehmer sind in einem Modus der verstärkten Aufgeregtheit, dies spiegelt sich dann in einer erhöhten Volatilität wider. Die langfristigen Auswirkungen der Halvings können dagegen enorm sein, insbesondere wenn ein vermindertes Angebot auf eine verstärkte Nachfrage trifft. Die sich verstärkende Nachfrage nach dem strikt limitierten Gut Bitcoin ist denn auch der entscheidende Preistreiber. Diese dürfte angesichts der Unsicherheiten an den internationalen Finanzmärkten sogar noch stark zunehmen. Und trifft dann auf ein Angebot, das nicht erhöht werden kann. Besitzer von herkömmlichem Zentralbankgeld – also wir alle – können davon nur träumen.

11.5.2020, 16:35

Nach einer langen Phase der Underperformance macht XRP wieder auf sich aufmerksam. Bei einem Durchbruch durch die 200-Tagelinie winken schnelle Kursgewinne.

Heute gegen 21 Uhr werden wir wissen, was beim 3. Bitcoin-Halving passiert. Die Kursschwankungen am Markt lassen zwar das Gegenteil erwarten, aber eigentlich passiert nichts. Zumindest nichts Unvorhergesehenes. Denn Termin und Auswirkungen des Halvings sind ja schon lange bekannt. Kurzfristig mehr Relevanz könnte der Gap bei den Bitcoin-Futures vom Wochenende haben. Dieser entsteht immer bei großen Kursbewegungen an den Kryptobörsen, wenn gleichzeitig kein Handel an der amerikanischen Futuresbörse CME ist. Die dabei entstandene Lücke wird meist kurzfristig wieder geschlossen, der Preis müsste also wieder in Richtung 10.000 Dollar gehen. Allerdings überlagert die Aufregung um das Bitcoin-Halving heute zunächst mal alle anderen Überlegungen. Entscheidender wird sein, wann der Bitcoin nach dem Halving seine große Aufwärtsbewegung startet. Dass sie kommt, davon gehen Experten aus. Ob in vier Wochen oder vier Monaten, das ist nur für die Ungeduldigen von Bedeutung.

Altcoins von Bitcoin-Kurssturz am Sonntag stark getroffen

Die tolle Aufwärtsbewegung des Bitcoins in den ersten sechs Wochen dieses Jahres wurde von den meisten großen Altcoins deutlich getoppt. Zuletzt zeigten große Coins wie Ethereum wieder eine Outperformance. Der Bitcoin-Kurssturz am Sonntag setzte dieser zunächst ein Ende. Es ist aber davon auszugehen, dass bei einem Schwenk des Bitcoins nach oben die Altcoins wieder stärker als der Bitcoin steigen. Unten sind die Charts von drei der größten Altcoins Ethereum, Ripples XRP und Litecoin gegenüber dem Bitcoin. Während man bei Ethereum im Vergleich zum Jahresbeginn noch immer eine deutliche Outperformance erkennt, notieren Ripples XRP und Litecoin gegenüber dem Bitcoin auf Tiefstständen. Litecoin sollte als kleiner Bruder von Bitcoin dessen Kursentwicklung irgendwann wieder folgen. Da er zuletzt deutlich zurückgeblieben ist, könnte das dann mit einem erheblichen Hebel erfolgen. Schwieriger ist die Einschätzung von XRP.

Ripples XRP könnte drehen

XRP, die Kryptowährung von Ripple, ist seit Jahren eine Enttäuschung. Das ist umso erstaunlicher, als Ripple eigentlich ständig gute Meldungen über Kooperationen mit renommierten traditionellen Finanzunternehmen produziert.

Ein wesentlicher Hemmschuh sind die pre-geminten XRP. Von den geschaffenen 100 Milliarden Stück XRP wurden 80 Milliarden XRP an Ripple übertragen. An diesem Verfahren wird in der Kryptogemeinde seit Jahren teilweise heftige Kritik geübt. Denn dadurch ist XRP keine wirklich dezentralisierte Kryptowährung, sondern wird zentral vom Fintech-Startup Ripple verwaltet. Für eingefleischte Kryptofans ist das eigentlich ein No-Go. 2017 kündigte Ripple die Verwahrung von insgesamt 55 Milliarden XRP in 55 Treuhand-Konten zu je einer Milliarde XRP an. Über diese sog. Escrow-Wallets soll die andauernde Emission der XRP-Token kontrollierbar und berechenbar werden. Am ersten Tag eines jeden Monats (insgesamt sind das also seit Ankündigung 55 Monate) läuft jeweils ein Konto per festgelegtem Vertrag aus, jeden Monat kann Ripple also maximal eine Milliarde XRP verkaufen. Werden in einem Monat weniger als eine Milliarde XRP verkauft, wird der verbliebene Betrag dann auf ein Treuhandkonto am Ende der Escrow-Warteschlange übertragen (also auf Monat 56 usw. seit Beginn der Ankündigung). In der Vergangenheit belasteten auch immer wieder Vermutungen, dass Ripple mehr als die vereinbarte Menge an XRP verkauft. Die starke Inflationierung durch Ripple wird für die sehr schlechte XRP-Kursentwicklung verantwortlich gemacht. Dabei verunsichert insbesondere die mangelnde Transparenz über die Transaktionen und die dahinterstehende Strategie. Aktuell besitzt Ripple noch 55 Prozent aller XRP. Deswegen nimmt z.B. auch Morgan Creek Capital Management XRP nicht in seinen Kryptowährungsindex-Fonds auf. Der Digital Asset Index Fund soll Anlegern den direkten Zugang zu einem aus den zehn größten Kryptowährungen bestehenden Index ermöglichen. Wegen der Zentralisierung wird XRP – ähnlich wie Stellar – derzeit nicht in diesen Fonds aufgenommen. Dies könnte sich aber bei einer Verringerung der zentralen XRP-Konzentration ändern.

Auch im 1. Quartal schnitt XRP unter den 25 großen Kryptowährungen laut der Datenbank Messari am schlechtesten ab. Vor zwei Wochen sprang der XRP-Kurs, nach Bitcoin und Ethereum die drittgrößte Kryptwährung, plötzlich deutlich an. Grund waren Meldungen von Ripple, dass immer mehr Unternehmen die Ripple-Überweisungsplattform ODL (steht für On-Demand-Liquidity) nutzen. In seinem Quartalsbericht bestätigt Ripple eine Verdreifachung der Transaktionsvolumen von ODL. Der bekannteste ODL-Nutzer ist der Zahlungsdienst MoneyGram, an dem sich Ripple im November 2019 mit 50 Millionen Dollar beteiligt hat. Mit dem ODL-Überweisungssystem sind sehr kostengünstige und sekundenschnelle internationale Überweisungen möglich. Dabei wird XRP als Brückenwährung verwendet. Das hat durchaus disruptive Veränderungen im internationalen Zahlungsverkehr zur Folge. So werden Unternehmen bei Auslandsgeschäften nicht mehr mit Vorfinanzierungskosten belastet. Denn Usus ist dort meistens, dass Produkte oder Dienstleistungen aus dem Ausland im Voraus bezahlt werden müssen. Das damit verbundene Procedere ist umständlich. So müssen oft Konten im Land des Handelspartners in der jeweiligen Landeswährung unterhalten werden. Durch die Direktabwicklung über Ripples ODL-Kanal wird das überflüssig. Das ODL-System läuft bisher nur in Bezug auf die Währungspaare US-Dollar gegen mexikanische Peso, philippinische Peso und australische Dollar.

Für Krypto-Anleger stellt sich natürlich die Frage, inwieweit diese Entwicklungen Einfluss auf die Kursentwicklung von Ripples Kryptowährung XRP haben. Zwar zeigt sich zum einen ein klarer Use Case für XRP. Zum anderen dient XRP aber nur als Brückenwährung. Eine solche wird kurzfristig genutzt und dann nach Abschluss der Transaktion schnell – meist zum gleichen Preis – wieder verkauft. Von daher sind damit zunächst wenig Impulse für eine Wertsteigerung von XRP verbunden. Schafft es Ripple, XRP als Standard im internationalen Zahlungsverkehr zu etablieren, könnte sich aber deren Wert dann erhöhen. Es gibt eine Maximalzahl von 100 Milliarden Coins, von denen aktuell rund 44 Milliarden im Umlauf sind. Bei einem Massengebrauch könnten diese dann doch knapper und damit wertvoller werden.

Kürzlich hatte Ripple-Manager Asheesh Birla als Ziel genannt, Ripple als „Blockchain-Version von Amazon“ zu etablieren. Das ist ein hochgestecktes Ziel, zumal auch andere Zahlungsdienstleister angreifen. So will das internationale Zahlungsnetzwerk Swift ein eigenes Sofortzahlungssystem entwickeln. Trotzdem könnte der XRP-Coin sich vom Under- zum Outperformer mausern. Zuletzt ist der Preis bis an die 200-Tagelinie herangerückt. Überspringt er diese, könnte es zu einem schnellen Kursschub kommen. Nach dem Crash am Sonntag fiel er zwar kurzfristig sogar bis unter die 50-Tagelinie, konnte sich letztlich aber doch darüber halten. Bewegt sich der Preis erneut in Richtung 200-Tagelinie, könnte XRP heiß werden.

7.5.2020, 21:10

Wenige Tage vor dem Halving nimmt der Bitcoin-Kurs Fahrt auf. Kommt jetzt ein Kurssprung bis auf 13.000 Dollar?

Bewegte sich bis vor wenigen Tagen noch der gesamte Kryptomarkt nach oben, so scheint sich nun alles auf den Bitcoin vor seiner alle vier Jahre wiederkehrenden Halving-Feier zu konzentrieren. Der Preis des Bitcoins zieht deutlich an und nähert sich der magischen Grenze von 10.000 Dollar. Springt der Preis über diese Marke, könnte es durchaus zu einem schnellen Kurssprung kommen. Die Volatilität beim Bitcoin nimmt nun vor dem Halving zu. Betrachtet man den langfristigen Chart seit Erreichen der Allzeithöchstkurse Ende 2017, nähert sich der Preis nun der langfristigen Abwärtstrendlinie, die durch die Höchstkurse 2017 bei knapp 20.000 Dollar und die Höchstkurse vom vergangenen Jahr bei über 13.000 Dollar definiert wird. Diese Höchstkurse von über 13.000 Dollar könnten nun bei einem Überspringen der Marke von 10.000 Dollar und einem Überwinden der langfristigen Abwärtstrendlinie, die aktuell knapp darüber verläuft, im Zuge der zunehmend volatilen Bewegung rund um das Halving kurzfristig erreicht werden (vgl. Bitcoin-Chart unten).

Große kurzfristige Preisbewegungen sind schwer zu prognostizieren. Die derzeitige Gemengelage könnte aber für einen Kurssprung gut sein. Sollte dies jetzt noch vor dem oder zum Halving eintreten, wäre eine deutliche Korrektur danach nicht unwahrscheinlich. Von daher legen wir für das Tradingdepot für zwei Drittel der Bitcoin-Position (0,5 BTC) ein Verkaufslimit bei 12.500 Dollar (Bitfinex-Preise). Zwar sehen wir den Bitcoin langfristig bis Ende 2021 im mittleren fünfstelligen Bereich, von daher wäre ein Verkauf – auch aus steuerlichen Überlegungen – kontraproduktiv. Das Tradingdepot wird aber unabhängig von steuerlichen Überlegungen gefahren. Das Litecoin-Verkaufslimit für die Hälfte der Position (10 LTC) wird weiter bei 55 Dollar belassen.

Wenn man – was man sollte – die Bitcoin-Position steueroptimiert weiter halten will, könnte man für ein kurzfristiges Trading nach einem Kurssprung auf 12.500 auch den Kauf eines Bitcoin-Short-Zertifikats erwägen. Davon gibt es einige am deutschen Markt von der Bank Vontobel. Dabei sollte man aber ein Zertifikat nehmen, bei dem die Stop-Loss-Barriere deutlich höher liegt, z.B. über 16.000 Dollar. Jedenfalls könnte man so bei einem kurzfristigen Overshooting des Bitcoins einerseits die Kernposition unangetastet lassen und mit dem Zertifikat andererseits auf eine kurzfristige Korrektur spekulieren.

Ob die Altcoins derzeit bei weiteren Kursanstiegen des Bitcoins mithalten können, bleibt derzeit fraglich. Im Vergleich der Monatscharts unten sieht man, dass Altcoins wie Ethereum, Ripples XRP und Litecoin seit Ende April rückläufig tendieren und deutlich unter den Höchstkursen liegen. Dagegen hat der Bitcoin die Höchstkurse schon weiter hinter sich gelassen. Nachdem die Altcoins heute zunächst den Bitcoin-Anstieg gar nicht mitgemacht haben, sind die Kurse jetzt am Abend doch nach oben nachgelaufen.

4.5.2020, 16:35

Nach den Verwerfungen im Zuge des Corona-Crashes findet der Bitcoin langsam zu alter Stärke zurück. Der Durchbruch durch die 200-Tagelinie löste erneut einen Kurssprung aus.

Auf die 200-Tagelinie beim Bitcoin ist Verlass (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Beim Durchbruch vor einem Jahr kam es zu einem schnellen Kursgewinn. Diesmal sprang der Bitcoinpreis nach Überwinden der Linie in der Spitze fast 20 Prozent in zwei Tagen. Auch bei den beiden anderen Durchbrüchen im Oktober 2019 und Januar 2020 legte der Kurs kurzfristig deutlich zu. Vor einem Jahr schwenkte der Kurs dann in einen parabolischen Verlauf. Zu Jahresbeginn bis Mitte Februar sah das ähnlich aus, bevor das Hochkochen der Corona-Krise alles über den Haufen warf. Kommt jetzt der aufgeschobene Parabelflug? Man sollte vom Halving, das am 12. Mai stattfindet, nicht zu viel erwarten, obwohl beim Bitcoin natürlich kurzfristig immer alles möglich ist. Die Volatilität hat jedenfalls schon einmal deutlich zugenommen, das dürfte rund um den Halving-Termin auch so bleiben. Zwei Fraktionen streiten sich um die Deutungshoheit, ob das Halving nun eingepreist ist oder nicht. Aber unabhängig von den Verwerfungen Mitte März, als weltweit alle Risiko-Assets einbrachen, könnte der Bitcoin nun im April die Basis für einen neuen Höhenflug gestartet haben. Wie schon erwähnt, sollten die nächsten Kursziele die psychologische Marke von 10.000 Dollar sein und danach die Höchstkurse von 13.000 Dollar aus dem vergangenen Jahr. Es erscheint nun immer wahrscheinlicher, dass im weiteren Jahresverlauf auch die alten Höchstkurse bei 20.000 Dollar erreicht und übertroffen werden können.

Der Bitcoinpreis konnte sich zuletzt immer mehr von den Aktienbörsen abkoppeln (vgl. Monatschart Bitcoin versus DAX und Gold unten). Zwar haben sich auch die Aktien wieder etwas verbessert, der Bitcoin und andere Kryptowährungen legten aber viel stärker zu. So verzeichnet der DAX seit einem Monat ein Plus von rund 10 Prozent, der Bitcoin dagegen von 30 Prozent. Diese Entwicklung dürfte anhalten und macht auch Sinn. Denn die Unternehmen und damit deren Aktien werden weltweit trotz Lockerungen des Lockdowns noch länger unter den Nachwirkungen zu leiden haben. Dagegen ist der Bitcoin davon überhaupt nicht betroffen. Im Gegenteil: Aufgrund seiner Inflationssicherheit wirkt er wie der Fels in der Brandung der durch die Geldschwemme aufgeblähten Währungen. Selbst gegenüber dem Gold zeigte der Bitcoin zuletzt eine deutliche Outperformance, der Goldpreis stieg seit einem Monat nur um 5%. Auch gegenüber dem Gold dürfte der Bitcoin weiter outperformen. In der Corona-Krise 2020 hat sich gezeigt, dass der Bitcoin seine Vorteile als jederzeit handelbares Instrument ausspielen kann. Gold ist nur zu bestimmten Zeiten handelbar, der Bitcoin 24/7. Außerdem gilt beim Bitcoin wie beim Gold, dass man es insbesondere zum Krisenschutz auch wirklich besitzen muss: „Not your Keys, not your Bitcoin“ kann man in Bezug auf Gold übersetzen in „Nicht dein physisches Gold, nicht dein Gold“. Als die Krise im Februar und März 2020 hochschäumte, gab es Lieferengpässe beim physischen Gold und es mussten teilweise erhebliche Aufschläge bezahlt werden.

29.4.2020, 13:30

Die deutliche Erholung des Bitcoins setzt sich fort. Ausgewählte Altcoins wie Ethereum und Cardano können noch deutlicher zulegen. Cardano wird neu ins Tradingdepot aufgenommen.

Wirft das Bitcoin-Halving am 12. Mai, also in zwei Wochen, seinen Schatten voraus? Wer sich informieren will, was es mit dem Halving auf sich hat, sei auf den sehr interessanten Artikel verwiesen: „Ist Bitcoin das härteste Geld der Welt? Ein Blick auf Stock-to-Flow & das anstehende Halving“. Der Bitcoin hat jedenfalls heute den Sprung über die Marke von 8.000 Dollar geschafft und gleichzeitig auch den über die wichtige 200-Tagelinie, die aktuell bei 7.990 Dollar verläuft (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Ein Übersteigen könnte dann zu schnellen Kursgewinnen führen. Die nächsten Ziele wären dann die psychologische Marke von 10.000 Dollar und dann die Höchststände um 13.000 Dollar im Juni vergangenen Jahres. Selbst das Allzeithöchst von knapp 20.000 Dollar erscheint in Anbetracht der jüngsten Entwicklungen nicht unerreichbar. Auf Sicht wären Kursniveaus im mittleren fünfstelligen Bereich bis Ende nächsten Jahres in Anbetracht der Entwicklungen aufgrund der Corona-Krise möglich. Auch ohne die Corona-Verwerfungen wurde das von einigen Analysten schon erwartet. Wenn die Bitcoin-Entwicklung wie nach den letzten beiden Halvings 2012 und 2016 verläuft, würde der Preis bis in diese Regionen laufen. Das Halving Mitte Mai dürfte die Volatilität kurzfristig erhöhen. Entscheidend ist die langfristige Entwicklung, diese spricht für eine deutliche Aufwärtsbewegung.

Der Bitcoin hat sich nach den großen Einbrüchen Mitte März wieder deutlich erholt und notiert mehr als 100 Prozent über seinen Tiefstständen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er sich weiter von der Entwicklung an den Aktienmärkten abkoppeln wird. Denn dort ist – trotz der jüngsten Erholungen – aufgrund der in den nächsten Monaten zu erwartenden schlechten Nachrichten nicht mit einer nachhaltigen Erholung zu rechnen. Im Gegensatz zum Bitcoin, der sich als Ausweichmöglichkeit zu Währungen wie Dollar oder Euro profilieren könnte, bei denen die Gefahr der Schwächung wegen der Geldschwemme groß ist. Denn der Bitcoin ist wegen seiner fehlenden Inflationierbarkeit einzigartig. Deswegen und wegen der im Vergleich zu den vergangenen Jahren besseren Regulierung und den einfacheren Zugangsmöglichkeiten werden nun neben den Privatanlegern auch immer mehr institutionelle Anleger an den Markt drängen. Nachdem der Bitcoin wie auch das Gold zunächst mit den Aktienkursen abstürzte, weil alle risikobehafteten Anlagetitel verkauft wurden, hat sich das zuletzt geändert. Das Gold nimmt gerade auf Dollarbasis Kurs auf die Allzeithöchststände, die während der Finanzkrise 2011 erreicht wurden. Auf Eurobasis hat das Gold schon vor Wochen Allzeithöchststände erreicht und ist weiter im Aufwind. Das digitale Gold Bitcoin wird über kurz oder lang folgen.

In Zeiten der Corona-Krise gewöhnt man sich gerade an die ganz großen Zahlen. Das fängt bei der täglichen Aufzählung der Infizierten an und hört bei den fantastischen Summen der weltweiten Corona-Hilfen auf. Hier geht es mittlerweile nicht mehr nur um Milliarden, sondern um Billionen. Wieso sollte der Bitcoin nicht auch in der Billionen-Liga mitspielen? Ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs, Raoul Pal, gibt den weltweit beachteten monatlichen Report Global Macro Investor heraus. War er früher immer sehr skeptisch gegenüber dem Bitcoin eingestellt, hat sich das seit dem vergangenen Jahr gewandelt. Er sieht sich nun durch die finanziellen Auswirkungen der Krise bestätigt und den Bitcoin als die Zukunft. Während er den Goldpreis in den nächsten drei bis fünf Jahren sich verdrei- oder verfünffachen sieht, könnte der Bitcoin von seiner derzeitigen Bewertung von rund 140 Milliarden Dollar auf 10 Billionen Dollar steigen. Dies würde dann einem Bitcoin-Preis von rund 500.000 Dollar entsprechen. Bereits in den nächsten beiden Jahren seit Pal den Bitcoin-Preis auf 100.000 Dollar steigen. Alles große Zahlen, an die man sich – siehe oben – erst einmal gewöhnen muss. Pal sieht den Bitcoin jedenfalls als den „biggest trade of our lifetimes“. Interessant auch seine aktuelle Vermögensallokation: 25% Trading Investments, 25% Cash, 25% Gold, 25% Bitcoin.

Cardano neu ins Tradingdepot

Ethereum gehört weiter zu den Top-Performern unter den großen Altcoins. Ein weiterer aussichtsreicher Coin ist Cardano, derzeit nach Marktkapitalisierung die Nummer 13. Charles Hoskinson, einer der Mitgründer von Ethereum und Gründer von Cardono, verglich das Projekt zuletzt mit einem Eisberg, von dem nur ein kleiner Teil sichtbar ist. Nach seinen Aussagen werden die nächsten zwei Monate wild, wenn neue Ideen und Fortschritte an die Oberfläche gelangen. In der jüngsten Vergangenheit gab es wichtige Partnerschaften, so mit der EU und PwC. Auch im technischen Bereich wurde mit der Implementierung eines eigenen Konsensmechanismus ein großen Erfolg auf dem Weg von Cardano zu einer dezentralen Proof-of-Stake-Blockchain erzielt. Cardano arbeitet an einer Plattform zur Interaktion verschiedener Protokolle von Kryptowährungen sowohl untereinander als auch mit der traditionellen Finanzwelt. In der Vergangenheit galt Cardano aufgrund langsamer Fortschritte eher als langweilig. Das ändert sich gerade, wie der Sprung des Cardano-Kurses über die 200-Tagelinie in der vergangenen Woche zeigt.

Deswegen werden nun in das Coin Stars Tradingdepot 20.000 Stück Cardano (ADA) neu aufgenommen bei 0,05 Dollar. Im Tradingdepot läuft aktuell noch ein Verkaufslimit für 10 Litecoin bei 55 Dollar, also für die Hälfte der Position. Litecoin, der kleine Bruder von Bitcoin, hat gegenüber diesem zuletzt underperformt und nun Nachholbedarf.

27.4.2020, 18:10

Die deutliche Erholung des Bitcoins setzt sich fort. Der Bitcoin nimmt nun die 200-Tagelinie ins Visier.

Der Bitcoin hat sich nach den großen Einbrüchen Mitte März wieder deutlich erholt und notiert fast 100 Prozent über seinen Tiefstständen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er sich weiter von der Entwicklung an den Aktienmärkten abkoppeln wird. Denn dort ist – trotz der jüngsten Erholungen – aufgrund der in den nächsten Monaten zu erwartenden schlechten Nachrichten nicht mit einer nachhaltigen Erholung zu rechnen. Im Gegensatz zum Bitcoin, der sich als Ausweichmöglichkeit zu Währungen wie Dollar oder Euro profilieren könnte, bei denen die Gefahr der Schwächung wegen der Geldschwemme groß ist. Denn der Bitcoin ist wegen seiner fehlenden Inflationierbarkeit einzigartig. Deswegen und wegen der im Vergleich zu den vergangenen Jahren besseren Regulierung und den einfacheren Zugangsmöglichkeiten werden nun neben den Privatanlegern auch immer mehr institutionelle Anleger an den Markt drängen. Nachdem der Bitcoin wie auch das Gold zunächst mit den Aktienkursen abstürzte, weil alle risikobehafteten Anlagetitel verkauft wurden, hat sich das zuletzt geändert. Das Gold nimmt gerade auf Dollarbasis Kurs auf die Allzeithöchststände, die während der Finanzkrise 2011 erreicht wurden. Auf Eurobasis hat das Gold schon vor Wochen Allzeithöchststände erreicht und ist weiter im Aufwind. Das digitale Gold Bitcoin wird über kurz oder lang folgen.

Der Widerstand bei 7.000 Dollar könnte nun nachhaltig überwunden sein. Aktuell nimmt der Bitcoinpreis Anlauf an die 200-Tagelinie, die derzeit bei knapp 8.000 Dollar verläuft (vgl. Bitcoin-Jahreschart). Ein Übersteigen könnte dann zu schnellen Kursgewinnen führen. Die nächsten Ziele wären dann die psychologische Marke von 10.000 Dollar und danach die Höchststände um 13.000 Dollar im Juni vergangenen Jahres. Selbst das Allzeithöchst von knapp 20.000 Dollar erscheint in Anbetracht der jüngsten Entwicklungen nicht unerreichbar. Auf Sicht wären Kursniveaus im mittleren fünfstelligen Bereich bis Ende nächsten Jahres in Anbetracht der Entwicklungen aufgrund der Corona-Krise möglich. Auch ohne die Corona-Verwerfungen wurde das von einigen Analysten schon erwartet. Wenn die Bitcoin-Entwicklung wie nach den letzten beiden Halvings 2012 und 2016 verläuft, würde der Preis bis in diese Regionen laufen. Das Halving Mitte Mai dürfte die Volatilität kurzfristig erhöhen. Entscheidend ist die langfristige Entwicklung, diese spricht für eine deutliche Aufwärtsbewegung.

Bitcoin: Biggest Trade of our Lifetimes

In Zeiten der Corona-Krise gewöhnt man sich gerade an die ganz großen Zahlen. Das fängt bei der täglichen Aufzählung der Infizierten an und hört bei den fantastischen Summen der weltweiten Corona-Hilfen auf. Hier geht es mittlerweile nicht mehr nur um Milliarden, sondern um Billionen. Wieso sollte der Bitcoin nicht auch in der Billionen-Liga mitspielen? Ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs, Raoul Pal, gibt den weltweit beachteten monatlichen Report Global Macro Investor heraus. War er früher immer sehr skeptisch gegenüber dem Bitcoin eingestellt, hat sich das seit dem vergangenen Jahr gewandelt. Er sieht sich nun durch die finanziellen Auswirkungen der Krise bestätigt und den Bitcoin als die Zukunft. Während er den Goldpreis in den nächsten drei bis fünf Jahren sich verdrei- oder verfünffachen sieht, könnte der Bitcoin von seiner derzeitigen Bewertung von rund 140 Milliarden Dollar auf 10 Billionen Dollar steigen. Dies würde dann einem Bitcoin-Preis von rund 500.000 Dollar entsprechen. Bereits in den nächsten beiden Jahren seit Pal den Bitcoin-Preis auf 100.000 Dollar steigen. Alles große Zahlen, an die man sich – siehe oben – erst einmal gewöhnen muss. Pal sieht den Bitcoin jedenfalls als den „biggest trade of our lifetimes“. Interessant auch seine aktuelle Vermögensallokation: 25% Trading Investments, 25% Cash, 25% Gold, 25% Bitcoin.

21.4.2020, 21:50

Das Bitcoin-Halving im Mai steht unmittelbar bevor. Die Volatilität rund um den Termin dürfte zunehmen. Danach könnte der Bitcoin abheben und in neue Sphären vordringen.

Das Bitcoin-Halving im Mai rückt immer näher. Die Aufregung vor dem Ereignis hat sich in Anbetracht der Corona-Krise etwas gelegt. Trotzdem ist es aktueller denn je in Anbetracht einer drohenden Geldentwertung. Denn die Knappheit und damit der Härtegrad der Währung Bitcoin wird durch die alle vier Jahre stattfindenden Halvings ja immer größer. Mit dem Halving im Mai schließt der Bitcoin zum Härtegrad von Gold auf. Beim nächsten Halving in vier Jahren ist er dann etwa doppelt so hart wie Gold und damit das härteste Geld der Welt. Grundlage dieser Einschätzung ist das Stock-to-Flow-Verhältnis (STF), das den aktuellen Bestand (Stock) ins Verhältnis zum jährlichen Neuzugang (Flow) setzt. Beim Bitcoin ist die maximale Stückzahl auf 21 Millionen Bitcoin festgesetzt, sie kann nicht verändert werden. Der Bitcoin ist damit im Gegensatz zu Dollar, Euro & Co nicht inflationierbar. Aktuell sind über 18,3 Millionen Stück bereits generiert. Alle vier Jahre werden die Belohnungen für die Bitcoin-Miner, die die Bitcoins erschaffen, und damit die neu hinzukommende Menge an Bitcoin halbiert. Deswegen steigt auch das STF und der Härtegrad von Bitcoin immer mehr, er verdoppelt sich alle vier Jahre. Die letzten Bitcoins werden ungefähr im Jahr 2140 geschürft. Wer sich für das Halving und Bitcoin als härtestes Geld der Welt genauer interessiert, sei auf den sehr guten Artikel von Coindex auf der Medium-Plattform verwiesen. Der Twitter User Plan B hat diesen alle vier Jahre steigenden STF-Wert als Grundlage für eine Bitcoin-Preisprognose genommen, den er aus der Entwicklung nach den beiden vorherigen Halvings abgeleitet hat. Auch die BayernLB hatte in ihrer Studie vom September 2019 die Analyse von Plan B als Grundlage für ihre Prognose genommen und daraus einen möglichen Wert von 90.000 Dollar abgeleitet. Gerade erst hat Plan B seine Prognose für den Bitcoinpreis bestätigt. Demnach ist eine Verzehnfachung des Bitcoin-Kurses nach dem Halving zu erwarten. Natürlich nicht unmittelbar nach dem Event, aber in ein bis zwei Jahren nach dem Halving.

Natürlich ist diese fantastische Entwicklung nicht sicher. Nach dem letzten Halving 2016 kam der Bitcoinpreis sogar zunächst noch einmal deutlich zurück, bevor er in einen parabolischen Verlauf nach oben einschwenkte. Alles andere als ein sehr deutlicher Bitcoin-Anstieg bis Ende 2021 wäre aus unserer Sicht aber überraschender als ein Bitcoinpreis von 50.000 oder 70.000 Dollar. Was heißt das für Bitcoin-Investoren oder solche, die es werden wollen? Ein Basis-Investment mit der Hälfte des Betrages, den man für diese Zwecke einsetzen möchte, sollte bereits jetzt in Bitcoin investiert sein. Es kann gut sein, dass der Bitcoinpreis noch einmal zurückkommt. Dann könnte zu tieferen Preisen noch einmal nachgekauft werden. Denn zuletzt war der Preis irrationalerweise stark an die Entwicklung der Aktienbörsen gekoppelt. Nach den jüngsten Erholungen konnten sich die Aktien zwar wieder etwas erholen. Es steht aber zu befürchten, dass es treppenweise noch weiter deutlich nach unten gehen kann. Ob sich der Bitcoin dann kurzfristig von dieser Entwicklung abkoppeln könnte, ist ungewiss. Längerfristig wird er aber seine Stärke als nicht-inflationierbares Asset ausspielen. Trotzdem ist und bleibt der Bitcoin natürlich ein sehr spekulatives Investment. Es gilt deshalb das Gleiche wie für andere spekulative Investments: Der Anleger sollte nur Mittel einsetzen, bei denen er notfalls auch den kompletten Verlust verschmerzen kann.

Zuletzt gab es auch verschiedene Ereignisse und Indikatoren, die für einen kurzfristigen Anstieg des Bitcoins sprechen könnten:

  • Zuletzt gab es einen sehr starken Zustrom von neuen Kunden an den Kryptobörsen. Dies wird auf die jüngsten Entwicklungen an den Finanzmärkten und der Angst vor einer möglichen Geldentwertung wegen der Corona-Krise zurückgeführt.
  • Positiv für den Markt ist auch zu sehen, dass große Bitcoin-Stückzahlen von den Kryptobörsen abgezogen wurden. Dies ist ein Indikator dafür, dass viele Anleger diese Stücke langfristig halten wollen. Denn viele Anleger belassen die Stücke nur an der Börse, wenn sie in absehbarer Zeit vorhaben, diese zu verkaufen.
  • Die chinesische digitale Zentralbankwährung ist gerade gestartet. Dies dürfte die Akzeptanz für Kryptowährungen generell erhöhen.
  • Das Gleiche gilt für das Facebook-Projekt Libra. Es könnte eventuell noch in diesem Jahr umgesetzt werden, da mit dem neuen Konzept den Regulierungsanforderungen entsprochen werden kann.
  • Die Marktkapitalisierung von Tether hat nun bereits die Marke von 7 Milliarden Dollar überstiegen. Dies wird von Analysten als positives Zeichen für den Bitcoin gewertet. Denn in der Vergangenheit hat die Zunahme der Menge des dollarbasierten Stable Coins Tether meist starke Bitcoin-Anstiege zur Folge gehabt.
  • Stable Coins im Gegenwert von über 3 Milliarden Dollar sind derzeit auf den Kryptobörsen gelagert. Wären diese nicht potenziell für Käufe von Bitcoin & Co vorgesehen, würden diese von den Kryptobörsen abgezogen und in Fiat-Geld getauscht. Dies ist ein Indikator dafür, dass viele Investoren momentan auf einen Einstieg in den Kryptomarkt lauern.
  • Im US-Bundesstaat Wyoming können ab Juli 2020 Versicherungsunternehmen auch in Bitcoin und andere Kryptowährungen investieren.
  • Renaissance Technologies, die 166 Milliarden Dollar Vermögen verwalten und mit dem Medaillon Fund einen der profitabelsten Hedgefonds der Welt betreibt, wird nun auch am Bitcoin-Handel teilnehmen. Es geht bei der Genehmigung allerdings nicht um den direkten Bitcoin-Kauf, sondern um die an der CME gehandelten Bitcoin-Futures.

Kurzfristig kämpft der Bitcoin aber zunächst wie bereits seit Anfang April weiter mit dem Widerstand bei der Marke von 7.000 Dollar (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Die vor ein paar Tagen überschrittene 50-Tagelinie wirkt dabei jetzt als Widerstand nach unten. Kurzfristige Prognosen gestalten sich beim Bitcoin bekanntermaßen sehr schwierig. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Volatilität rund um das Halving bald wieder deutlich zunimmt.

20.4.2020, 16:05

Ethereum bleibt auf der Überholspur und ist ein Muss in jedem Krypto-Portfolio.

Ether, die Kryptowährung von Ethereum, ist nach dem Bitcoin die Nummer 2 gemessen an der  Marktkapitalisierung. Sie hat sich zuletzt unter den großen Coins durch ihre starke Dynamik ausgezeichnet. Vergangene Woche konnte der Bitcoin rund 1 Prozent zulegen, Ethereum dagegen 11 Prozent. Unter den Top20-Coins zeigten nur noch der Binance Coin und Tezos eine genauso starke Performance. Der Preis peilt nun wieder die wichtige Marke von 200 Dollar an. Springt er darüber, könnte es sehr schnell weiter nach oben gehen. Im Februar gab es danach ein Plus von 40 Prozent in 10 Tagen. Ethereum gehört bereits seit Jahresanfang zu den Favoriten unter den Altcoins. Während der Bitcoin zum gleichen Preis wie zu Jahresbeginn notiert, weist Ethereum ein Plus von 40 Prozent aus – trotz Corona-Crash. Im Jahreschart von Ethereum gegen Bitcoin unten sieht man, dass Ethereum gerade zu einem Anstieg gegenüber dem Bitcoin ansetzt.

Diese Outperformance könnte das ganze Jahr über andauern. Denn die meisten DeFi-Anwendungen laufen auf der Ethereum-Blockchain. Die dezentralen Finanzprodukte (DeFi) nutzen Smart Contracts und die Blockchain-Technologie, um dezentrale Alternativen zu den traditionellen Angeboten von Banken und Finanzdienstleistern zu bieten. Dabei werden teilweise auch alte Finanzprodukte in vertrauenswürdige und dezentrale DeFi-Produkte umgewandelt, die ohne Zwischenhändler oder Vermittler wie zum Beispiel im Banken- und Fondsbereich oder bei Versicherungen funktionieren. Für die Endabnehmer dieser Produkte können sich dadurch erheblich günstigere Angebote ergeben. Nachdem die Zeiten von Null- oder sogar Negativzinsen aufgrund der aktuellen Entwicklungen scheinbar auf unabsehbare Zeit weiter ausgedehnt werden, könnten diese alternativen Angebote in Zukunft für Furore sorgen. Bereits Anfang Februar wurde die Schwelle von 1 Milliarde Dollar überschritten, die im DeFi-Bereich auf Ether-Basis eingelagert sind. Zwar könnte die Verunsicherung durch die Corona-Krise das Wachstum kurzfristig etwas bremsen. Mittel- und langfristig dürfte die Krise aber für zusätzlichen Wachstumsschub sorgen, da die alternativen DeFi-Anwendungen den Anlegern ganz andere Möglichkeiten bieten. Sie eröffnen neue Renditechancen, die den traditionellen Finanzmärkten abhandengekommen sind.

Ganz neue Fantasie könnte nun noch vom Start des chinesischen Blockchain Service Network (BSN) kommen. Denn neben den Blockchain-Protokollen, die bereits von großen chinesischen Unternehmen wie WeBank, Huawei oder Tencent unterstützt werden, sollen auch westliche Systeme und Blockchains problemlos integriert werden können. Ethereum ist dabei ausdrücklich genannt. Das BSN kann dann als eine übergreifende Plattform auch bereits existierende dApps oder DeFi-Anwendungen unterstützen. Dazu passt auch, dass sich nach Aussagen von Su Szhu, CEO des Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital, immer mehr asiatische Großinvestoren für Ethereum interessieren. Er vergleicht Ether quasi als Wohn- und Umsetzungsort für digitale Geschäftsideen mit digitalen Gewerbeimmobilien.

Zusätzlicher Schub könnte von einer geplanten Bitcoin-Ethereum-Brücke kommen. Das Projekt tBTC soll schon in naher Zukunft realisiert werden und Bitcoin-Investoren eine einfache Möglichkeit zum Einstieg in den DeFi-Markt geben. Gerade wurden durch einen privaten Tokenverkauf 7,7 Millionen Dollar zur Entwicklung des Projekts eingeworben. Jedenfalls könnten der DeFi-Markt und damit auch Ethereum dadurch weiter an Attraktivität gewinnen. Ethereum profitierte 2017/2018 erheblich vom ICO-Boom. Im Vergleich dazu ist der DeFi-Markt momentan noch klein. Bisher spricht der Markt nur wirklich kundige Investoren an. Es ist aber zu erwarten, dass es in Zukunft auch Angebote für eine breitere Masse von Investoren geben wird. Wer darauf im Kryptobereich setzen will, für den ist ein Kauf von Ethereum ein Muss.

14.4.2020, 21:15

Zuletzt ist der Bitcoin wieder unter 7.000 Dollar gefallen. Kommt bald eine unerwartete Initialzündung? Gerüchte um eine Facebook-Ankündigung morgen.

Der Bitcoin konnte sich nur kurz über der Marke von 7.000 Dollar etablieren (vgl. Bitcoin-Jahreschart ganz unten). Über die Osterfeiertage ist er wieder deutlich darunter gerutscht, obwohl die Aktienbörsen vor der Feiertagsruhe deutlich im Plus lagen. Zuletzt hatte sich der Bitcoin ja eher konform zu den Aktienbewegungen entwickelt. Am Ostersonntag konnte er zwar noch einmal deutlich über 7.000 Dollar steigen. Am Morgen des Ostermontags kam es im asiatischen Handel aber wieder einmal zu einem der berüchtigten kurzfristigen Kurseinbrüche, als der Bitcoin innerhalb von zwei Stunden um rund 10 Prozent fiel. Aktuell notiert er wieder knapp unter dem Widerstand von 7.000 Dollar. Eigentlich weisen einige Indikatoren eher auf einen Kursanstieg des Bitcoins hin: Die Umlaufmenge des Tether ist zuletzt stark gestiegen, die Anleger ziehen Bestände von den Kryptobörsen ab, wollen den Bitcoin also langfristig halten, und der Relative-Stärke-Indikator ist sehr schwach, ein Zeichen für einen stark überverkauften Bitcoin. Trotzdem schafft es der Bitcoin nur wenige Wochen vor dem großen Halving-Event nicht, nachhaltig nach oben zu drehen. Auch der jüngste Anstieg des Goldpreises konnte daran nichts ändern. Vielleicht könnte das zuletzt vergessene Libra-Projekt von Facebook die Initialzündung geben.

Kommt Libra nun doch?

Im vergangenen Jahr bekam die von Facebook angekündigte Kryptowährung Libra heftigen weltweiten Gegenwind von Politik und Zentralbanken. Zuletzt wurde es um das Libra-Projekt recht still. Nun wies Professor Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance & Management darauf hin, dass es gerüchteweise schon im April in neuem Gewand vorgestellt werden könnte. Den Gerüchten zufolge würde der Termin sogar schon am 15.4. sein, also morgen am Mittwoch. Bereits im vierten Quartal könnte das Projekt dann live gehen. Statt einem Währungskorb würden in der Neuauflage einzelne Währungen digital abgebildet, wie das bei den Stable Coins zum Beispiel auf den US-Dollar schon der Fall ist. Durch das neue Konzept würde laut Professor Sandner Libra dann die Kategorie wechseln, so dass die normale Regulierung greifen würde und das Projekt nicht mehr von politischer Seite blockiert werden könnte. Auch von deutschen Politikern wurde schon geäußert, dass Libra in Europa kommen könnte, wenn man sich an die Regeln hält. Libra in der ursprünglichen Form war wegen des Währungskorbs als Bedrohung für die Währungssouveränität und Geldpolitik der Staaten gesehen worden. Neben den Vorbehalten gegen einen von Facebook definierten Währungskorb geht es auch um Fragen wie Geldwäsche, Steuerflucht und Datenschutz. Wird der Währungskorb durch verschiedene Stable Coins auf die wichtigsten Währungen ersetzt, könnte das Projekt realisierbar werden. Der von Facebook herausgestellte USP von Libra als globale Währung würde zwar entfallen. Allerdings dürfte das wesentliche Argument von einfachen, schnellen und günstigen internationalen Überweisungen unter Facebook-Nutzern erhalten bleiben.

Libra als Initialzündung für Bitcoin?

Auch in der neuen Form könnten die Auswirkungen auf die reale und auch die Kryptowelt enorm sein. Die Facebook-Nutzerzahl wird um die 2,5 Milliarden geschätzt und würde damit um das Zigfache über der Userzahl von Bitcoin liegen. Von daher kann man davon ausgehen, dass eine Vielzahl von neuen Nutzern an die Welt der Kryptowährungen herangeführt würde. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der oder die Facebook-Coins an den Kryptobörsen dann auch gegen den Bitcoin handelbar sind. Die verstärkte Nachfrage würde sich – auch in Anbetracht des nach dem Bitcoin-Halving im Mai verminderten Angebots an Bitcoin – in steigenden Bitcoinpreisen bemerkbar machen. Allein schon die Ankündigung des Facebook-Projekts könnte deshalb eine Initialzündung für den Bitcoinpreis sein. Eine Konkurrenz zum Bitcoin sind die Facebook-Coins jedenfalls nicht. Diese wären vielmehr digitale Abbilder der großen Fiatwährungen wie US-Dollar, Euro oder Yen, sie würden wie die schon existierenden Stable Coins also nur minimal gegen diese Währungen schwanken. Dagegen generiert der Bitcoin ja seine eigene Werthaltigkeit durch sein strikt limitiertes Angebot und gilt als das härteste Geld der Welt. Libra könnte deshalb durch die Erhöhung der Zahl potenzieller Bitcoin-Nutzer dessen Wert erheblich steigern.

13.4.2020, 21:05

In wenigen Wochen ist der Härtegrad von Bitcoin fast so groß wie von Gold. Der Markt hat darauf noch nicht reagiert. Im weiteren Jahresverlauf wird dies aber geschehen.

Zur Abwehr der möglichen dramatischen Folgen der Corona-Krise wird weltweit auf Quantitative Easing und riesige Rettungsprogramme gesetzt. Das Öffnen der Geldschleusen schürt die Furcht vor einer Geldentwertung. Zwar gab es diese Ängste auch bei der Finanzkrise. Während die Inflation niedrig blieb, wurden die Preise von Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien aufgebläht. Ob die jetzt geplanten beispiellosen Maßnahmen die Inflation in die Höhe treiben wird, ist noch umstritten. Die Gefahr ist aber groß und wird die Anleger verstärkt in die Suche nach Fluchtmöglichkeiten treiben. Gold ist dafür traditionell die naheliegendste Alternative.

Der Bitcoin wird aber ein immer ernsthafterer Konkurrent zum Gold. Er setzt dem Quantitative Easing, das die Geldwertstabilität bedroht, ein Quantitative Hardening entgegen. Denn die Knappheit und damit der Härtegrad der Währung Bitcoin wird im Zeitablauf stärker. Aus dem Rohstoffbereich kennt man das Stock-to-Flow-Verhältnis (STF). Dieses setzt den aktuellen Bestand (Stock) ins Verhältnis zum jährlichen Neuzugang (Flow). Gold hat aktuell mit einem STF-Verhältnis von 62 den höchsten Wert aller Rohstoffe und ist deswegen das führende Wertaufbewahrungsmittel. Bitcoin hat gegenwärtig einen STF-Wert von 28. Nach dem Halving in wenigen Wochen wird er sich auf 56 verdoppeln und springt damit fast auf das Niveau von Gold. Das Bitcoin-Hardening geht aber weiter, und zwar alle vier Jahre. Bereits 2024 wird der Härtegrad beim nächsten Halving dann auf über 100 ansteigen. Das ist ein Wert, der noch von keinem anderen Gut erreicht wurde. Damit wäre der Bitcoin das mit weitem Abstand härteste Geld der Welt.

Das Gold notiert gerade bei knapp 1.700 Dollar nicht weit von seinem Allzeithoch von etwas mehr als 1.900 Dollar im Jahr 2011. Die Euronotierung von Gold hat dagegen gerade einen neuen historischen Höchststand erreicht, hier schaut eine neue Eurokrise schon mal um die Ecke. Dagegen müsste sich der Bitcoin fast verdreifachen, um seinen Höchststand von Ende 2017 wieder zu erreichen. Zum Jahresbeginn war er bereits auf gutem Wege, bevor die Corona-Krise den kräftigen Kursanstieg beendete.

Positive Indikatoren

Die Kryptoderivate-Börse BitMEX ist wegen ihres fast halbstündigen Ausfalls am 13. März, dem „Schwarzen Donnerstag“, verstärkt in der Kritik. Der Ausfall bescherte vielen Tradern erhebliche Verluste und bringt für die schon häufiger in Kritik geratene Kryptobörse einen weiteren Vertrauensverfall. Die schon häufiger erhobenen Vorwürfe der Kursmanipulation erhalten neues Gewicht. So beziehen sich die Referenzpreise der Futures-Kontrakte von BitMEX auf Spotmärkte mit vergleichsweise wenig Liquidität, die deshalb leichter zu manipulieren sind. Zwar leiden auch andere Kryptobörsen derzeit unter einem Abzug der Kryptobestände. Dies ist generell kein schlechtes Zeichen, denn ein derartiger Abzug spricht dafür, dass die Kunden ihre Bestände nicht kurzfristig verkaufen sondern auf längere Sicht halten wollen. Ein Abzug von rund 40 Prozent wie bei BitMEX ist aber darüberhinaus ein Misstrauensvotum gegen die Börse.

Das Abziehen der Krypto-Positionen von den Kryptobörsen ist ein positives Zeichen. Das gilt auch für die Tatsache, dass der Relative-Stärke-Indikator (RSI) beim Bitcoin einen Monat vor dem Halving im Mai noch nie so schwach war wie diesmal. Dies ist eine Folge des Corona-Crashes im März. Andererseits sagt dies auch aus, dass der Bitcoin stark überverkauft ist und in nächste Zeit stärker gekauft werden könnte. Aufgrund der Halbierung der Miner-Entlohnung nach dem Halving wird danach das zusätzliche Angebot kleiner werden. Diese Gemengelage könnte das Stock-to-Flow-Modell wieder bestätigen, das nach dem Halving einen deutlichen Kursanstieg auf bis zu 100.000 Dollar bis Ende 2021 prognostiziert. Selbst die Bayerische Landesbank hatte in einer Analyse vom Oktober 2019 mit dem Modell einen möglichen Anstieg auf 90.000 Dollar begründet.

Wiederholt sich die Geschichte?

Im Langfristchart unten kann man die Entwicklung vor dem zweiten Halving mit der aktuellen vergleichen. Dabei fällt bei der logarithmischen Darstellung, die die prozentualen Kursanstiege direkt vergleichbar macht, die Ähnlichkeit der damaligen mit der jetzigen Entwicklung auf. Wiederholt sich die Geschichte, dann würde der Bitcoin im 2. Halbjahr wieder in einen parabolischen Verlauf einschwenken. Dieser könnte dann tatsächlich bis auf die oben genannten Kursniveaus führen. Man sollte zunächst aber nicht zu viel vom Halving selbst erwarten, außer dass die Unsicherheit zu verstärkten Kursschwankungen führen dürfte. Die Unsicherheit resultiert aus unterschiedlichen Meinungen, was mit dem Bitcoinkurs nach dem Halving passieren wird. Der Meinung, dass der Kurs danach steigen wird, stehen die gegenteilige Meinung gegenüber sowie die, dass gar nichts passieren wird. Wir bleiben dabei, dass der Preis mittel- und längerfristig nach dem Halving deutlich steigen wird bis in den mittleren fünfstelligen Bereich. Unmittelbar nach dem Halving Mitte Mai könnte der Preis durchaus erst noch einmal zurückkommen, bevor die Trendwende kommt. Von daher könnten hier noch einmal günstige Einstiegspreise kommen. Allerdings haben wir hier schon mehrfach erwähnt, dass kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin unvorhersehbar sind. Dazu passt der Song von Urban Species: Predictably unpredictable. Vorhersehbar unvorhersehbar. Langfristig sieht das anders aus. Da ist vorhersehbar, dass das härteste Geld der Welt in Zeiten der weicher werdenden Hartwährungen eigentlich nur steigen kann.

7.4.2020, 22:00

Der Bitcoin etabliert sich über 7.000 Dollar. Viele Altcoins konnten zuletzt deutlich zulegen. Im Tradingdepot wurden drei Verkaufslimits für die Hälfte der Positionen erreicht. Ethereum bleibt ein Favorit unter den Altcoins.

Der Bitcoin kann sich seit gestern deutlich über der Marke von 7.000 Dollar etablieren (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Heute erreicht der Preis schon fast die 50-Tagelinie, die aktuell bei knapp 7.500 Dollar verläuft. Die Chancen für einen weiteren Anstieg bis in den mittleren 8000er-Bereich erscheinen nicht schlecht. Auch die Altcoins performen sehr stark, insbesondere Ethereum, die im Wochenvergleich ein Plus von über 27% erzielen gegenüber 13% beim Bitcoin. In den ersten Wochen des neuen Jahres konnten die Altcoins spektakulär performen, viele große Altcoins legten teilweise deutlich über 100% zu. Auch nach der Talfahrt im Zuge der Corona-Krise weisen sie im Vergleich zum Jahresanfang immer noch eine meist deutlich bessere Performance als der Bitcoin aus. Liegt dieser im Vergleich zum Jahresbeginn mit 2% nur leicht im Plus, so liegt zum Beispiel die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum immer noch mit rund 32% im Plus. Andere Coins der Top20 haben noch größere Pluszeichen: Bitcoins SV +93%, OKEX Utility Token +90%, DASH +80% und ChainLink +59%.

Verkaufslimit im Tradingdepot erreicht

Drei der vier am 20.3. gelegten Verkaufslimits für jeweils die Hälfte der Positionen wurden erreicht:

4 Ethereum (ETH) bei 175 Dollar: Gegenüber der zuletzt am 13.3. bei 129,50 Dollar gekauften Position wurde damit ein Plus von 35% erzielt.

50 NEO bei 7,50 Dollar: Hier ergibt sich gegenüber der am 16.3. bei 5 Dollar gekauften Position ein Plus von 50% in 3 Wochen.

500 OmiseGO (OMG) bei 0,63 Dollar: Ebenfalls am 16.3. gekauft bei 0,42 Dollar, damit ebenfalls ein Plus von 50%.

Offen ist nun nur noch das Verkaufslimit von 10 Litecoin (LTC) bei 55 Dollar.

Ethereum könnte weiter outperformen

Ether, die Kryptowährung von Ethereum, könnte zu den Favoriten einer Altcoin-Rally gehören. Denn die meisten DeFi-Anwendungen laufen auf der Ethereum-Blockchain. DeFi-Plattformen nutzen Smart Contracts und die Blockchain-Technologie, um dezentrale Alternativen zu den traditionellen Angeboten von Banken und Finanzdienstleistern zu bieten. Nachdem die Zeiten von Null- oder sogar Negativzinsen aufgrund der aktuellen Entwicklungen scheinbar auf unabsehbare Zeit weiter ausgedehnt werden, könnten diese alternativen Angebote in Zukunft für Furore sorgen. Bereits Anfang Februar wurde die Schwelle von 1 Milliarde Dollar überschritten, die im DeFi-Bereich auf Ether-Basis eingelagert sind. Zwar könnte die Verunsicherung durch die Corona-Krise das Wachstum kurzfristig etwas bremsen. Mittel- und langfristig dürfte die Krise aber für zusätzlichen Wachstumsschub sorgen, da die alternativen DeFi-Anwendungen den Anlegern ganz andere Möglichkeiten bieten. Sie eröffnen neue Renditechancen, die den traditionellen Finanzmärkten abhandengekommen sind.

Zusätzlicher Schub könnte von einer geplanten Bitcoin-Ethereum-Brücke kommen. Das Projekt tBTC soll schon in naher Zukunft realisiert werden und Bitcoin-Investoren eine einfache Möglichkeit zum Einstieg in den DeFi-Markt geben. Gerade wurden durch einen privaten Tokenverkauf 7,7 Millionen Dollar zur Entwicklung des Projekts eingeworben. Jedenfalls könnten der DeFi-Markt und damit auch Ethereum dadurch weiter an Attraktivität gewinnen. Ethereum profitierte 2017/2018 erheblich vom ICO-Boom. Im Vergleich dazu ist der DeFi-Markt momentan noch klein. Bisher spricht der Markt nur wirklich kundige Investoren an. Es ist aber zu erwarten, dass es in Zukunft auch Angebote für eine breitere Masse von Investoren geben wird. Wer darauf im Kryptobereich setzen will, für den ist ein Kauf von Ethereum ein Muss. Im Jahreschart von Ethereum gegen Bitcoin sieht man, dass Ethereum gerade zu einem Anstieg gegenüber dem Bitcoin ansetzt.

6.4.2020, 15:15

Kriegt der Bitcoin die Kurve? Ja. Wann? Vielleicht schon bald, aber spätestens in der zweiten Jahreshälfte.

Never ever

Die Betrachtung von Kurvenverläufen aller Art ist unter Anlegern sehr beliebt. Die Kurve unten stellt die wöchentlichen Erstanträge für Arbeitslosengeld in den USA dar. Am rechten Rand denkt man eher an einen Darstellungsfehler, es ist aber keiner. Einen derartigen Anstieg gab es noch nie: Never ever. Demgegenüber erscheint selbst der Anstieg nach Ausbruch der Finanzkrise 2008 als laues Lüftchen. Mehr als 700.000 Erstanträge wurden nie verzeichnet. Nun schnellte der Wert auf fast 7 Millionen hoch. Von Kurve kann da keine Rede mehr sein, das ist leider eine vorher nicht gesehene Explosion. Das „Manager Magazin“ spricht von einer Kurve für die Ewigkeit. Zwar sieht die Entwicklung in Deutschland aufgrund der Instrumente wie Kurzarbeit ganz anders aus, trotzdem droht auf Sicht ein deutlicher Verlust an Jobs. Die Entwicklung in den USA zeigt die Auswirkungen des wirtschaftlichen Shutdowns, die Nachfrage nach Arbeitskraft bricht einfach ein. Schätzungen befürchten in den USA schon einen Anstieg der Arbeitslosenquote bis auf 30 Prozent.

Wiederholt sich der Kurvenverlauf?

Die Politik des leichten Geldes wird sich verstärken und eigentlich müsste der Bitcoin nun einen Verlauf wie am rechten Rand des obigen Charts nehmen. To the moon wird er aber vorläufig nicht gehen, dazu ist die allgemeine Verunsicherung momentan noch zu groß. Allerdings könnte er gerade die Basis für den nächsten parabolischen Verlauf bilden. Unten ist der Bitcoin-Langfristchart abgebildet mit den beiden bisherigen Halvings. Die logarithmische Darstellung dient der direkten Vergleichbarkeit der prozentualen Anstiege. Beim ersten Halving 2012 war der Markt noch zu jung und unentwickelt, um daraus vernünftige Schlüsse zu ziehen. Anders ist die Situation vor und nach dem zweiten Halving 2016 zu sehen. Und hier fällt eine frappierende Ähnlichkeit des Chartverlaufs in den zwei Jahren vor dem Halving 2016 mit dem Chartverlauf in den zwei Jahren vor dem nun in wenigen Wochen stattfindenden Halving auf. Setzt sich die Analogie danach fort, würde der Bitcoinpreis bis Ende des nächsten Jahres auf 100.000 Dollar steigen. Bereits im zweiten Halbjahr könnte der Preis sich wieder im fünfstelligen Bereich bewegen, selbst ein neues Allzeithoch ist bis Jahresende drin.

XXXL: Extreme Prognosen

100.000 Dollar und damit eine Vervierzehnfachung in etwas mehr als eineinhalb Jahren klingt fantastisch. Wir bleiben bei unserer schon mehrfach geäußerten Erwartung eines Kursanstiegs bis Ende 2021 in den mittleren fünfstelligen Bereich, das wäre ja auch schon mal was. Aber es gibt noch euphorischere Prognosen. So kann sich Qiao Wang, einer der Gründer des Kryptoanalayse-Unternehmens Messari, sogar einen Anstieg bis auf 1 Million Dollar vorstellen. Völlig neu sind solche Prognosen nicht, McAfee lässt grüßen. Den wesentlichen Grund für diesen extremen Preis sieht Wang in den aktuellen Maßnahmen wegen der Corona-Krise. Nachdem schon jahrelang eine sehr lockere Geldpolitik betrieben wurde, wird das Quantitative Easing nun weiter auf die Spitze getrieben. Die Inflationsgefahr wächst und Gold hat laut Wang deshalb das Potenzial sich zu verdreifachen mit einer Marktkapitalisierung von dann 20 Billionen Dollar. Das reißerische Kursziel von Qiao Wang ergibt sich unter der Annahme, dass der Bitcoin die gleiche Marktkapitalisierung wie das Gold annehmen wird. Hier muss man bei aller Liebe nun doch sagen, dass dies in absehbarer Zeit nicht der Fall sein dürfte. Denn dies würde implizieren, dass der Bitcoin weltweit als digitales Gold akzeptiert und deswegen sein Wert in den Köpfen der Bevölkerung diesem gleichgestellt würde. Nicht unrealistisch erscheint dagegen, dass der Bitcoin in den nächsten Jahren 10 Prozent der Marktkapitalisierung von Gold erreichen könnte. Die aktuelle Marktkapitalisierung von Gold schwankt nach Meinung verschiedener Experten zwischen 7 und 9 Billionen Dollar, Wang geht von 7 Billionen Dollar aus. dann würde ein zehnprozentiger Anteil von Bitcoin aktuell einem Preis von rund 40.000 Dollar für einen Bitcoin entsprechen. Unterstellt man wie Wang auch noch eine Verdreifachung des Goldpreises wegen der Corona-Krise, landet man bei deutlich über 100.000 Dollar. Dann wäre man bei dem oben schon genannten Preis, wenn die Kursentwicklung nach dem dritten Halving ähnlich wie nach dem zweiten Halving verläuft.

2.4.2020, 12:45

Der Bitcoin kann sich nicht mit dem drohenden Inflationsvirus infizieren. Unser Geld schon. Bald könnte diese Sichtweise im Mainstream ankommen. Der Bitcoin ist bei Währungen alternativlos.

Alternativlos hätte gute Chancen auf das Unwort des Jahres, wäre es das nicht bereits 2010 gewesen. Das Wort, das Bundeskanzlerin Angela Merkel 2010 im Zusammenhang mit den Griechenland-Hilfen verwendete, wird nun teilweise in der Coronakrise wiederbelebt. Dabei geht es zunächst um den Schutz der Menschen. Es kommt nun aber verstärkt zu Diskussionen, wie dieser gewährleistet werden könnte, ohne die Wirtschaft zu lange abzuwürgen. Je nach Dauer von Corona-Krise und Shutdown werden die Wirtschaft und im Gefolge auch die Börsenkurse beschädigt. Vergleicht man die derzeitige Krise mit denen der vergangenen 20 Jahre, so könnten die Aktienkurse im negativen Fall durchaus noch 30 bis 50 Prozent einbrechen. Andererseits hat man vergangene Woche gesehen, dass die Preise sehr schnell in die andere Richtung drehen können.

Der Bitcoin als Krisenschutz

Der Bitcoin sollte eigentlich von diesen Szenarien nicht negativ betroffen sein. Sein Pech ist derzeit, dass er kurzfristig von der Flucht der Anleger aus allen Risiko-Assets betroffen ist. Das Gold brach bei der Finanzkrise 2008 auch erst einmal ein, bevor es dann einen parabolischen Aufstieg erlebte. Auch der Bitcoin könnte zunächst noch weiter von der Entwicklung an den Aktienbörsen negativ tangiert werden, obwohl es bereits erste Anzeichen einer Abkoppelung gegeben hatte. Bereits auf mittlere Sicht profitiert der Bitcoin aber von der aufkommenden weltweiten Diskussion über die Geldwertstabilität. Mit Riesenbeträgen versuchen die Regierungen, die Einkommensausfälle der Bevölkerung zu kompensieren und die Unternehmen überlebensfähig zu halten. Die Inflationsgefahr wird umso größer, je länger der wirtschaftliche Stillstand anhalten wird. Denn den aus dem Hut gezauberten Beträgen stehen vielfach keine produktiven Leistungen gegenüber. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren, auch wenn die Maßnahmen derzeit alternativlos erscheinen oder zumindest so dargestellt werden.

Anleger müssen sich auf die Folgen der Geldschwemme einstellen, denn die Ersparnisse verlieren sukzessive an Wert. Auch traditionelle Anleger sollten sich deshalb mit dem Bitcoin als Anlagemöglichkeit vertraut machen. Bei der Finanzkrise 2008 existierte der Bitcoin noch nicht. Schon länger sehen Analysten die Möglichkeit eines perfekten Sturms für den Bitcoin aufgrund der weltweiten Schuldenproblematik. Leider erhöht sich nun die Wahrscheinlichkeit dafür durch die jüngsten Entwicklungen enorm. Artikel, wie Anleger ihr Geld retten können, haben in den Medien Konjunktur. Dies dürfte sich noch verstärken. Auch der Bitcoin wird nun bereits in den Mainstream-Medien als Alternative vorgestellt. In der letzten Ausgabe der „Welt am Sonntag“ wurden sechs Anlagealternativen in Zeiten der Geldschwemme genannt: Neben drei Aktien- und einem Immobilienprodukt auch Xetra-Gold und ein Bitcoin-Zertifikat von Vontobel. Damit wird der Bitcoin nun auch traditionellen Anlegern als Produkt für die Krisen-Zeit nahegebracht. Das Bitcoin-Zertifikat ist für alle Anleger mit einem Wertpapierdepot zwar problemlos zu kaufen. Es hat aber einen Nachteil: Es profitiert nicht von der Steuerfreiheit, wenn der Anleger nach mehr als einem Jahr verkauft. Vielmehr wird wie bei allen Finanzprodukten die Abgeltungssteuer fällig. Deswegen sollte der Anleger den Bitcoin direkt erwerben und nicht ein Derivat darauf. Dazu muss er kein Konto an einer ausländischen Kryptobörse eröffnen. Vielmehr gibt es seit dem vergangenen Jahr auch Alternativen in Deutschland. So kann er über die BISON App und die BSDEX den Bitcoin direkt erwerben. Hinter beiden steht die Stuttgarter Börse. Auch über das Berliner Unternehmen Bitwala ist das möglich. Dieses bietet ein Bankkonto mit integriertem Bitcoin-Handel an.

Im Bereich der Währungen ist der Bitcoin mit seinem eingebauten Inflationsschutz alternativlos. Diese Stärke wird er längerfristig ausspielen. Das mit Abstand beste Investment des vergangenen Jahrzehnts könnte diesen Titel auch im gerade begonnenen neuen Jahrzehnt erneut erringen. Anleger sollten diese langfristigen Perspektiven im Auge behalten und nicht bei kurzfristigen Rücksetzern von der Strategie abweichen. Im Gegensatz zum S&P 500 bewegt sich der Bitcoin weiter über der 200-Wochenlinie, was als wichtiger Indikator für einen anhaltenden Aufwärtstrend gilt. Die Gefahr besteht durchaus, dass er noch darunter taucht und so scheinbar den langfristigen Aufwärtstrend bricht. Deswegen gibt es bei den Kryptoanlegern ähnlich wie an den Aktienmärkten die Diskussion, ob man nicht alles verkaufen sollte, um es später wieder billiger zurückzukaufen. Bei Aktien könnte diese Strategie mehr Sinn machen als beim Bitcoin. Denn dieser hat in der Vergangenheit schon oft sehr abrupte Richtungswechsel gezeigt. Das Entscheidende ist aber, dass er von der Krise eigentlich gar nicht negativ betroffen sein dürfte. Vielmehr sollte diese seinen Wert deutlich stärken. Dagegen ist bei Aktien in nächster Zeit eigentlich kein positiver Newsflow denkbar. Deswegen sollte es nur eine Frage der Zeit sein, wann der Bitcoin aus seiner Sippenhaft als Risiko-Asset entlassen wird. Bereits in ein oder zwei Jahren könnte man bei einem Vergleich der Renditen der verschiedenen Anlageklassen in Bezug auf den Bitcoin konstatieren: Konkurrenzlos.

Kurzfristige Betrachtungen

Kurzfristige Prognosen sind in der derzeitigen Lage noch schwieriger als sonst. Trotzdem zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf den Bitcoin-Jahreschart unten. Zuletzt hat der Bitcoin mehrmals Ansätze für eine Abkoppelung von den Aktienmärkten gezeigt, es aber noch nicht geschafft. Bei der sich zuspitzenden Lage in den USA könnte es durchaus zu neuen Panikattacken an der Wall Street kommen, auch wenn die Aktienkurse heute im Plus liegen. Bleibt ein neuerlicher Aktieneinbruch aus, könnte der Bitcoin nun den Widerstand bei 7.000 Dollar brechen nach zweimaligem Anlauf in den vergangenen zwei Wochen. Dies könnte dann zu einem schnellen Run nach oben führen. Bei einem neuerlichen Einbruch der Aktienbörsen würde er zwar auch negativ betroffen, dürfte nun aber resistenter sein. Bald wird es noch zusätzlich spannend, denn bereits in wenigen Wochen steht im Mai das lang erwartete Bitcoin-Halving an. Wegen des Chaos der vergangenen Wochen könnten sich die Auswirkungen des Events kurzfristig zwar in Grenzen halten. Spätestens ab dem zweiten Halbjahr könnte der Preis aber in einen kräftigen Aufwärtstrend schwenken.

30.3.2020, 14:55

Der Bitcoin kommt als Krisen-Alternative in den Mainstream-Medien an. Dies wird sich künftig noch verstärken – aus gutem Grund.

Der Bitcoin bewegt sich seit zwei Wochen seitwärts. Das kürzlich gebildete Death Cross hat ebenso wie das im Februar gebildete Golden Cross keine Relevanz. Die außerordentlichen Umstände im Zusammenhang mit der Corona-Krise lassen derzeit Chartbetrachtungen eher nachrangig erscheinen. Interessant könnte aber ein Bruch der Widerstandslinie bei 7.000 Dollar werden. Mit der heutigen Kurserholung könnte der Bitcoin einen erneuten Anlauf auf diesen Widerstand nehmen (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Zumal Analysten auf die Möglichkeit einer Bitcoin-Rally hinweisen wegen des deutlichen Anstiegs der Umlaufmenge des dollarbasierten Stable Coins Tether. Eine kardinale Frage wird auch sein, inwieweit sich der Bitcoin von der Entwicklung der Aktienmärkte lösen kann. Zuletzt gab es verschiedene Anzeichen für eine Abkoppelung. Auf Sicht wird diese kommen. Denn der Bitcoin ist resistent gegen die Corona-Krise und sogar ein Heilmittel gegen den drohenden Inflationsvirus. In dem großen Artikel „Anlegen in Zeiten der Geldschwemme“ gestern in der „Welt am Sonntag“ wurden sechs „Produkte für die Krisen-Zeit“ vorgestellt: Neben drei Aktien- und einem Immobilienprodukt auch Xetra-Gold und ein Bitcoin-Zertifikat von Vontobel. Zertifikate haben aber den Nachteil, dass sie mit Abgeltungssteuer belegt sind. Anleger sollten deshalb kein Derivat, sondern den Bitcoin direkt erwerben. Dann ist er nach einem Jahr steuerfrei. Entscheidend ist aber, dass der Bitcoin nun in den Mainstream-Medien als Krisenabsicherung genannt wird. Die Berichterstattung in diese Richtung wird sich in den nächsten Wochen und Monaten verstärken.

It’s never too late

Auch deutsche Anleger springen verstärkt auf den Zug Kryptowährungen. In Anbetracht der jüngsten Entwicklungen ist das nachzuvollziehen. Gab es schon vorher Zweifel an der Geldwertstabilität, so haben diese sich im Zuge der Corona-Krise nun erheblich verstärkt. Die Geldschwemme wird zwar zunächst einmal Gutes bewirken, indem sie einen gewissen Ausgleich für Verdienst- und Produktionsausfälle schafft. Am Ende des Tages stehen dem neu geschaffenen Geld aber deutliche geringere Produktivleistungen gegenüber. Außerdem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis eine neue Eurokrise heraufzieht. Denn die besonders betroffenen Länder Italien, Spanien und Frankreich litten schon vorher unter der Verschuldungsproblematik, die sich nun erheblich verstärken wird. Für den Bitcoin ist das eigentlich so etwas wie der perfekte Sturm. Jedenfalls hat BISON heute gemeldet, dass die App die Marke von 100.000 Nutzern geknackt hat. Über die BISON App, hinter der die Börse Stuttgart steht, können vier Kryptowährungen direkt über das Smartphone gehandelt werden: Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin. In den vergangenen Wochen hat die App ihren Stresstest in der äußerst turbulenten Marktphase bestanden. Die Zahl der aktiven Nutzer ist seit Jahresbeginn um 40% gestiegen. Das Durchschnittsalter der Nutzer beträgt 37 Jahre. Die Altersspanne ist aber riesig: 18 bis 91 Jahre. It’s never too late…

24.3.2020, 21:10

Der Bitcoin ist eigentlich resistent gegen die Corona-Krise. Kurzfristig haben die Märkte das negiert. Mittel- und langfristig wird sich diese Sicht durchsetzen.

Bei dem Absturz vor 11 Tagen fiel der Bitcoin-Preis kurz unter die 200-Wochenlinie. Im 5-Jahreschart von Bitcoin unten kann man erkennen, dass diese Linie bisher die Untergrenze bildete und auch bei den drastischen Kursverlusten 2018 nicht unterschritten wurde. Bisher war der Ausflug unter die Linie nur kurzfristiger Natur, aktuell notiert der Preis wieder darüber. Diese langfristige Unterstützungslinie wird von vielen technischen Analysten stark beachtet. Allerdings dürfte die Aussagekraft von technischen Analysen derzeit eingeschränkt sein wegen der besonderen Umstände der Finanzmärkte, die auch stark auf den Kryptomarkt abstrahlen. Ein negativer Faktor könnte an Einfluss verlieren: Das Deleveraging, also die Enthebelung der Märkte durch die Ersetzung von Fremd- durch Eigenkapital und generell die Reduzierung des Anteils an Risiko-Assets. Dies gilt auch für die Termin- und Derivatemärkte mit ihren stark gehebelten Long-Positionen, die durch die Kurseinbrüche pulverisiert wurden. Auch auf dem Kryptomarkt gab es ein Deleveraging. Wir hatten ja schon mehrfach auf die großen Gefahren durch die Riesenhebel hingewiesen, mit denen auf Kryptobörsen wie BitMEX oder Binance spekuliert werden kann. Für die Stabilität der Kryptomärkte ist das eher ein Bärendienst. Denn starke Kurseinbrüche werden hier durch Kettenreaktionen wegen der Zwangsliquidation von Long-Positionen enorm verstärkt. Dieser Effekt wird nach dem Crash zunächst aber nicht mehr so große Bedeutung haben.

Kurzfristig dürfte die Entwicklung an den Kryptomärkten noch weiter von den Aktienbörsen beeinflusst werden. Leider ist zu befürchten, dass von diesen noch weitere Schocks kommen könnten. Entscheidend wird da sein, wie schnell der Exit vom weitgehenden wirtschaftlichen Stillstand gelingt. Der Newsflow von den Unternehmen wird in den nächsten Wochen und Monaten kaum positiv ausfallen. Von daher könnten die Auswirkungen auf die Aktienkurse weiter negativ sein. Dabei kann es durchaus kräftige Zwischenerholungen geben, wie der heutige zehnprozentige Anstieg der Aktienkurse zeigt. Hilfreich ist da auch ein Blick auf die langfristige Entwicklung des Aktienmarktes ganz unten. Insbesondere ein Vergleich mit den beiden letzten Crashes zu Anfang der 00er-Jahre und im Zuge der Finanzkrise zeigt, dass der Kurssturz noch viel tiefer gehen könnte. Vergleicht man in der logarithmischen Darstellung des Charts ganz unten die prozentualen Rückgänge in der Finanzkrise mit den aktuellen, könnte der DAX bis in den Bereich von 6.000 Punkten gehen. Auswirkungen wie nach dem Platzen der Tech-Blase könnten den DAX sogar bis in den Bereich von 4.000 Punkten schicken. Entscheidend wird aber sein, wie schnell die Corona-Pandemie gestoppt und das Wirtschaftsleben wieder normalisiert werden kann. Positiv könnten sich – zumindest zunächst – die Erfahrungen von Regierungen und Zentralbanken aus der Finanzkrise auszuwirken. Weltweit scheint man bereit, mit den ganz großen Geld-Geschützen die Wirtschaftskrise bekämpfen zu wollen. Das wird aber nicht ohne Kollateralschäden abgehen.

Wie der Bitcoin auf weitere Kursrückgänge reagieren würde, ist schwer zu sagen. Zuletzt haben sich erste Anzeichen für eine Abkoppelung des Bitcoins gezeigt. Die Einbrüche an den traditionellen Finanzmärkten hatten ja zunächst einmal dazu geführt, dass auch alle anderen Risiko-Assets stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Selbst Gold wurde kurzfristig darunter subsumiert. Das mag zwar von der Logik falsch sein. Man hat aber in Paniksituationen an den Finanzmärkten immer wieder gesehen, dass kurzfristig die Logik ausgeblendet wird. Der Bitcoin wurde aufgrund seiner sehr großen Kursschwankungen natürlich ebenfalls als sehr riskant eingestuft und damit abgestraft. Dabei wird gerade durch die aktuellen Entwicklungen der Bitcoin eine echte Alternative für weitsichtige Anleger. Denn die enormen Summen zur Unterstützung von Wirtschaft und Gesellschaft, die weltweit zur Bekämpfung der Coronakrise benötigt werden, verheißen für die Geldwertstabilität nichts Gutes. Der nicht inflationierbare Bitcoin könnte dann endgültig seinen Ruf als härtestes Geld der Welt etablieren.

23.3.2020, 17:30

Viel diskutiert wurde in den vergangenen Tagen, ob sich der Bitcoin gegenüber den Aktienmärkten abkoppeln kann. Denn das könnte ein Frühindikator für einen bevorstehenden Aufschwung sein.

Nach den starken Kurseinbrüchen der Vorwoche konnte der Bitcoin in der vergangenen Woche teilweise recht deutlich zulegen. Wichtig und viel diskutiert dabei war auch, dass der Bitcoin Zeichen einer Abkoppelung von der Entwicklung der Aktienmärkte zeigte. Die Korrelation des Bitcoins mit dem S&P 500 war zuletzt auf einem Zweijahreshoch angelangt, der Bitcoin schwankte also ziemlich synchron mit dem Aktienmarkt. In den vergangenen Jahren bewegte sich die Korrelation immer vom positiven (gleichförmige Bewegung) in den negativen Bereich (gegenläufige Bewegung) und wieder zurück. In der Vergangenheit hat sich häufig gezeigt, dass es nach einer Phase starker Korrelation bei deren Rückläufigkeit zu einer Aufwärtsbewegung beim Bitcoin kommt. Zum Wochenschluss hat sich eine zunehmende Entkoppelung des Bitcoinpreises von den Aktienmärkten abgezeichnet, die Korrelation geht zurück. Analysten sehen dies als Frühindikator für einen allgemeinen Aufschwung von Bitcoin & Co und prognostizieren, dass sich der Kryptomarkt viel schneller als der Aktienmarkt erholen wird. Dies erscheint auch logisch. Denn der Aktienmarkt wird vom weltweiten Abwürgen der wirtschaftlichen Aktivitäten im Zuge der Corona-Krise hart getroffen. Politik und Zentralbanken können dem nur mit riesigen Stützungsbeträgen entgegenwirken, die Zweifel an der Geldwertstabilität schüren. Demgegenüber strahlt der Bitcoin mit seiner Inflationssicherheit und ist von einer möglichen Rezession nicht betroffen.

Heute am Mittag bildete der Bitcoin mit dem Aktienmarkt aber wieder ein kurzes Tandem. Nach der Ankündigung der US-Notenbank, im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie neue massive Maßnahmen zu ergreifen, schossen die Aktienkurse nach oben. Der Bitcoin schloss sich dieser Bewegung sofort an (vgl. den Tageschart unten). Während der DAX danach in wenigen Minuten rund 5% zulegen konnte, schnellte der Bitcoin um rund 8% nach oben. Das spricht zunächst gegen eine Abkoppelung. Im weiteren Verlauf kamen die Aktienkurse aber wieder deutlich zurück. Der Bitcoin stieg dagegen noch ein ganzes Stück weiter, kam wieder etwas zurück und verharrte dann auf einem deutlich höheren Niveau. Zwar sind solche kurzfristigen Betrachtungen kein wirklicher Beweis für eine gerade vorherrschende Korrelation. Aber die Bewegung am Nachmittag ist ein weiteres Indiz, dass sich der Bitcoin von den Bewegungen des Aktienmarktes abkoppeln könnte.

20.3.2020, 11:25

Entkoppelt sich der Bitcoin gerade von der Entwicklung der Aktienmärkte? Wahrscheinlich noch nicht ganz. Im Tradingdepot werden bei den zuletzt gekauften Positionen Verkaufslimits gelegt.

Der Bitcoin konnte in nur vier Tagen um rund 50% zulegen. Allein seit gestern beträgt das Plus rund 25%. Zwar steht schon wieder ein Death Cross bevor, bei dem die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten schneidet. Dieses normalerweise sehr bearishe Signal dürfte aber derzeit wenig Relevanz haben, nachdem sich die 50-Tagelinie nur kurz über die 200er schwang (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Außerdem sind die außergewöhnlichen Ereignisse – die schon eher einen Schwarzen-Schwan-Charakter haben – derzeit charttechnisch wenig zu fassen.

Aktuell geht die kräftige Erholung des Bitcoinpreises wieder einher mit steigenden Aktienmärkten. Von daher ist zwar immer noch eine gewisse Synchronität zu beobachten. Es mehren sich aber die Zeichen, dass sich der Bitcoin – berechtigterweise – von der Entwicklung der Aktienbörsen abkoppeln könnte. Diese Entkoppelung wird durch den Newsflow in der Corona-Krise befördert. Stichworte: Whatever it takes, Corona-Rettungsschirm, Stresstest für EZB und Eurozone, Helikoptergeld. Natürlich erscheinen manche dieser Maßnahmen als alternativlos oder werden zumindest so dargestellt. Allerdings könnte es in den Wirtschafts- und Währungssystemen noch erhebliche Nachbeben geben. Wie schon mehrfach erwähnt, wird sich deshalb der Blick auf den Bitcoin als härtestes Geld der Welt schärfen, wenn sich der Rauch nach den Corona-Bränden etwas verzogen hat. Vielleicht ist die derzeitige starke Aufwärtsbewegung beim Bitcoin bereits ein Vorbote davon. Man sollte und möchte nicht auf eine weitere Verschlechterung der Situation wetten. Aber dieser Use Case von Bitcoin besteht ja auch ohne Corona, das wird auch so bleiben.

Trotzdem könnte die Entwicklung an den Kryptomärkten kurzfristig noch weiter von der an den Aktienbörsen beeinflusst werden. Deswegen hier unten mal ein Blick auf die langfristige Entwicklung der deutschen Aktienkurse: Da die Kurse in einer logarithmischen Darstellung sind, entsprechen gleiche vertikale Veränderungen einer gleichen prozentualen Veränderung. Von daher ist zu erkennen, dass der aktuelle Einbruch im Zusammenhang mit der Corona-Krise kein einzigartiges Ereignis ist. Vergleicht man die Corona- mit der Finanzkrise, würde der DAX etwa bis in den Bereich von 6.000 Punkten gehen. Ein Impact wie beim Platzen der Tech-Blase würde den DAX sogar bis auf 4.000 Punkte schicken. Es soll hier aber keine Schwarzmalerei betrieben, sondern die scheinbar furchtbaren Einbrüche am Aktienmarkt etwas relativiert im historischen Zusammenhang gesehen werden.

Im Tradingdepot wurden vor vier Tagen die Kauflimits von NEO (NEO) und OmiseGO (OMG) erreicht. Beide konnten in den vergangenen Tagen fast 40% zulegen. Zwei Tage vorher wurden die Positionen bei Ethereum (ETH) und Litecoin (LTC) verdoppelt. Von daher werden bei diesen vier Positionen nun für jeweils die Hälfte der Bestände Verkaufslimits gelegt (Bitfinex-Preise):

4 Ethereum (ETH) bei 175 Dollar

10 Litecoin (LTC) bei 55 Dollar

50 NEO (NEO) bei 7,50 Dollar

500 OmiseGO (OMG) bei 0,63 Dollar

17.3.2020, 21:55

Die Preise von Gold und Bitcoin verhalten sich kurzfristig irrational. Das wird längerfristig nicht so bleiben.

Das Leben ist leider spätestens ab der Geburt lebensgefährlich. Es soll ja Menschen geben, denen diese Tatsache stets bewusst ist und die sich deshalb in besonders bedrohlichen Situationen abgeklärt und cool verhalten. Die Anleger an den weltweiten Finanzmärkten dürften nicht zu dieser Gruppe gehören. Einstürzende Aktienkurse im Zusammenhang mit der Corona-Krise sind rational nachzuvollziehen. Denn Wachstum und Gewinne könnten in diesem Jahr mehr oder minder brachial einbrechen. In solchen Zeiten einer Flucht der Anleger aus Aktien und anderen riskanten Anlagen werden verzweifelt Schutzräume für Geld und Vermögen gesucht. Dafür gab es das Konstrukt des Safe Haven mit Gold als seinem prominentesten Vertreter. Tempi passati!? Das Gold ist mitten in der größten weltweiten Krise seit langem innerhalb weniger Tage um mehr als 10% gefallen. Der Preis fiel in den vergangenen vier Tagen in einem Rutsch zunächst unter die 50- und heute auch noch unter die 200-Tagelinie, die im Tagesverlauf wieder überschritten wurde (vgl. 5-Jahreschart von Gold ganz unten). Kein gutes Zeichen: Im 5-Jahreschart unten kann man erkennen, dass in den vergangenen Jahren nach einem schnellen Durchbruch durch diese beiden Linien weitere deutliche Kursverluste folgten. Der Einbruch diesmal könnte allerdings aufgrund seiner Plötzlichkeit und der besonderen Umstände schneller repariert werden.

There is no Safe Haven!

Gold hat damit nachgeholt, was sein noch digitales Ebenbild Bitcoin vorgemacht hat. Natürlich bei weitem nicht so heftig wie der junge Wilde, der in der vergangenen Woche mehr als 50% eingebrochen war. Seit Sommer 2019 ist der Goldpreis nach oben ausgebrochen und hat danach in der Spitze deutlich mehr als 20% zugelegt. Der Aufstieg erfolgte nahezu parallel zum weltweiten Anstieg der Aktienkurse. Es ist erst einen Monat her, dass der DAX bei 13.800 Punkten ein Allzeithoch erreicht hat. Danach raste der DAX innerhalb eines Monats um bis zu 40% nach unten – das relativiert die Verluste an den Kryptomärkten etwas. Aber warum dieser Absturz des Goldpreises gerade jetzt? Zunächst einmal erscheint dieser in Anbetracht des Gold-Narrativs als Safe Haven irrational. Aber es gibt natürlich für (fast) alles eine Erklärung. Zum einen die generelle Flucht der Anleger aus den Risiko-Assets, zu denen das Gold dann kurzfristig einfach dazugezählt wird. Zum anderen wird dies verstärkt durch einen Effekt, den man Deleveraging (also Enthebelung der Märkte) nennt. Durch Verkäufe von anderen Assets versuchen die Anleger, die großen Verluste aus dem Aktienbereich zumindest teilweise auszugleichen. Auf den Termin- und Derivatemärkten müssen die oft stark gehebelten Positionen zurückgefahren werden, zumal wegen der riesigen Volatilität die Margin-Anforderungen hochgefahren werden. Dies gilt auch für den Goldmarkt, der vom Überhang der Longpositionen betroffen ist. Deshalb könnte der Goldpreis kurzfristig noch weiter leiden.

Auch beim Bitcoin gibt es ein Deleveraging. Wir haben schon mehrfach (vgl. z.B. den Artikel „Bitcoin: Kommt der Sprung über 10.000?“) auf die Gefahren durch die Riesenhebel hingewiesen, mit denen auf Kryptobörsen wie BitMEX, Binance oder Bitfinex spekuliert werden kann. Bei heftigen Kurseinbrüchen kommt es dann zu einer Kettenreaktion, die durch Zwangsliquidationen von Long-Positionen die Kurse noch weiter in den Keller treiben. Und natürlich leidet der Bitcoin auch unter dem – wenn man ehrlich ist nicht unberechtigten – Etikett: Risiko-Asset.

No Safe Haven? It’s Bitcoin, stupid!

Gibt es nun für Anleger noch einen Safe Haven? Abgesehen davon, dass nichts wirklich sicher ist: Ja, Gold und sein digitales Pendant Bitcoin. Längerfristig wird sich die kurzfristige Betroffenheit umkehren. In Bezug auf das Gold sei auf den gestrigen Artikel verwiesen (Bitcoin weiter Corona-infiziert). Sobald die Aktienmärkte nicht mehr hyperventilieren – was allerdings noch etwas dauern könnte – wird der Goldpreis wieder nach oben drehen.  Was den Bitcoin betrifft, gibt es nicht diesen langen historischen Erfahrungsschatz. Aber auch hier wird sich der Blick – wenn der Rauch verzogen ist – wieder fokussieren auf den USP von Bitcoin als das härteste Geld der Welt und als Wertaufbewahrungsspeicher. In Anbetracht der Flutwelle an Fiat-Geld, das weltweit zur Überwindung der Krise zur Verfügung gestellt werden muss, wird sich das Bewusstsein für diesen Use Case von Bitcoin wieder schärfen. Kurzfristig ist kaum abzuschätzen, ob der Bitcoin schon seine Tiefststände gesehen hat. Längerfristig wird er seine Stärke ausspielen. Das mit Abstand beste Investment des vergangenen Jahrzehnts wird es auch in diesem Jahrzehnt sein. It’s Bitcoin, stupid.

16.3.2020, 15:45

Die weltweiten Aktienmärkte sind berechtigterweise im Panik-Modus. Der Bitcoin als Risiko-Asset kann sich dem kurzfristig nicht entziehen und stürzt ebenfalls ab.

Whatever it takes… Der Draghi-Moment ist nun auch bei der Bundesregierung angekommen. Bundesfinanzminister Scholz und Bundeswirtschaftsminister Altmaier haben verkündet zu tun, was auch immer nötig ist. So werden Kredite ohne Begrenzung für von der Coronakrise betroffene große und kleine Unternehmen in Aussicht gestellt. Je nach Dauer der massiven Einschränkungen im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben sind die Auswirkungen kaum abzusehen. Insgesamt beläuft sich das Volumen auf 500 Milliarden Euro. Während Deutschland als größte europäische Wirtschaftsmacht nach Schuldenabbau und mit schwarzer Null solche Maßnahmen ohne größere Probleme stemmen kann, ist das bei anderen EU-Ländern nicht der Fall. Italien war schon vor der Corona-Krise stark angeschlagen und ist nun ausgerechnet das von Corona am stärksten betroffene europäische Land. Die Wirtschaft und das öffentliche Leben stehen nahezu still und bedrohen die sowieso schon stark angeschlagenen Unternehmen und Banken. Die Zutaten für eine neue Euro-Krise sind bereits auf dem Tisch.

Das härteste Geld der Welt

Was hat das alles mit dem Bitcoin zu tun? Der Handlungsspielraum von EZB und anderen Zentralbanken ist nach den jahrelangen exzessiven Maßnahmen zur Überwindung der Finanzkrise stark eingeschränkt. Ein Blick auf die Null- oder sogar Negativzinsen zeigt das. Der Bitcoin braucht keine Stützungsmaßnahmen, es gäbe ja auch gar keine zentrale Instanz dafür. Er könnte deshalb als Fluchtmöglichkeit aus kriselnden Währungen stärker in den Blickpunkt rücken. Zunächst ist er allerdings von der weltweiten Flucht der Anleger aus riskanten Anlagen ebenfalls stark negativ betroffen. Nach anfänglicher relativer Resistenz kam es in der vergangenen Woche dann zu einem historischen Einbruch. Obwohl der Bitcoin normalerweise nicht oder nur gering zu den Aktienmärkten korreliert ist, könnte er kurzfristig weiter synchron mit diesen schwanken. Mittel- und langfristig aber wird der USP von Bitcoin als härtestes Geld der Welt das Geschehen bestimmen. Außerdem ist er – im Gegensatz zu den nationalen Währungen – für jedermann weltweit leicht und meist ohne große Umtauschverluste erwerbbar. Bisher war dies vor allem ein Argument für Menschen in Ländern mit einer sehr starken Inflation. In Zukunft könnte sich das ausweiten auch auf die Länder mit den „harten“ Währungen, deren Härtegrad verstärkt in Zweifel gezogen werden könnte.
Aber man muss – und sollte auch nicht – auf eine derart negative Entwicklung spekulieren. Denn der Bitcoin hat als führendes digitales Wertaufbewahrungsmittel auch ohne Coronakrise keine Konkurrenz. Der Blick darauf wird sich wieder schärfen, wenn der Rauch nach den enormen Turbulenzen, die wahrscheinlich noch weiter anhalten werden, wieder verzogen ist.

Steuerliche Überlegungen

Der Kursrückgang beim Bitcoin war wegen der außergewöhnlichen Ereignisse sehr heftig. Aber auch vor dem letzten Halving 2016 gab es nach einem starken Kursanstieg zunächst einen deutlichen Kursrückgang. Dieser setzte sich sogar noch danach weiter fort und führte zu einem Minus von bis zu 40 Prozent. Von daher sollten Bitcoin-Anleger eines nicht tun: In Panik verfallen. Wer zu deutlich höheren Kursen eingestiegen ist und die Positionen noch kein Jahr hält, kann sich aus steuerlichen Gründen überlegen, Verluste zu realisieren und die Positionen dann sofort zurückzukaufen. Damit man nicht von einem plötzlichen Kursanstieg überrascht wird, sollte man das aber nur sukzessive machen. Denn nach den extremen Kursverlusten würde ein plötzlicher Kurssprung beim Bitcoin auch nicht überraschen. Wegen des FiFo-Prinzips ist ein sukzessiver Verkauf und anschließender Rückkauf auch kein Problem. Denn die zuerst gekauften Positionen gelten beim Finanzamt auch als die zuerst verkauften.

Exkurs: Goldpreis nach Lehman-Pleite

Am 15. September 2008 manifestierte sich mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers der erste Höhepunkt der Finanzkrise. Der DAX stürzte im September und Oktober 2008 um bis zu 40 Prozent ab. Und der Safe Haven Gold? Stürzte im Oktober um bis zu 30 Prozent ab. Auch damals wurden alle Risiko-Assets panisch abgestoßen und das Gold einfach dazugezählt. Das Umdenken kam kurz danach: Ab November 2008 startete der Goldpreis seinen parabolischen Verlauf, der bis Mitte 2011 fast zu einer Verdreifachung des Preises führte.

Prognose: Bitcoin-Preis nach Corona-Krise

Auch vergangene Woche kam der Goldpreis zusammen mit den einstürzenden Aktienkursen plötzlich stark unter Druck. Grund dürfte wieder der gleiche Effekt wie bei der Lehman-Pleite sein: Die Flucht der Anleger aus allen Risiko-Assets. Der Bitcoin wird ganz klar als besonders riskantes Risiko-Asset wahrgenommen. War er zunächst noch erstaunlich resistent, gab es plötzlich kein Halten mehr. Natürlich kann der Bitcoinpreis kurzfristig noch weiter zurückgehen. Er kann aber seinen Tiefpunkt auch schon gesehen und die Basis für einen künftigen parabolischen Verlauf gelegt haben. So wie der Goldpreis nach seinem impulsiven Rückgang im Herbst 2008. Die heftigen Kursschwankungen beim Bitcoin konterkarieren seine propagierte Funktion als Wertaufbewahrungsmittel. Diese resultieren aber immer noch aus seiner jungen Geschichte und der Unsicherheit, mit diesem völlig neuen Asset umzugehen. Im Laufe der Jahre wird diese Verunsicherung weiter rückläufig sein und der Preis völlig neue Höhen erklimmen. Die kurzfristige Prognose ist wegen der Corona-Krise naturgemäß fast unmöglich. Ein Blick auf den Goldpreis während der Finanzkrise ab 2008 lässt aber erahnen, dass auch der Bitcoinpreis nach dem ersten Schrecken auf einmal schnell drehen kann.

Kauflimits im Tradingdepot erreicht

Die beiden zuletzt gelegten Kauflimits für das Tradingdepot wurden erreicht. Damit wurden 100 NEO (NEO) zu 5 Dollar und 1000 OmiseGO (OMG) zu 0,42 Dollar neu in das Tradingdepot aufgenommen.

Am Nachmittag konnten sich die Kurse deutlich verbessern. Nachdem der Bitcoin im Tagesverlauf Tiefstkurse um 4.500 Dollar markiert hatte, konnte er zuletzt wieder bis 5.100 Dollar steigen. Auch hier ist wieder zu beobachten, dass sich der Kurs mit der Erholung an den Aktienbörsen am Nachmittag verbessern konnte. Die weitgehend synchrone Bewegung der Aktienmärkte mit dem Bitcoinpreis ist unten für die letzten vier Wochen dargestellt. Wie schon mehrfach erwähnt, kann diese noch eine Weile andauern. Wenn der enorme Rauch rund um die Corona-Krise aber zumindest etwas verzogen ist, sollte der Bitcoin als stabiler Wertanker aber wieder deutlich zulegen können.

13.3.2020, 14:05

Nach den Einbrüchen an den Aktienmärkten gab es auch erneut einen rabenschwarzen Tag für den Bitcoin. Die Positionen im Tradingdepot werden weiter aufgestockt.

Zwar vollzog sich die Hälfte des Bitcoin-Absturzes von 8.000 auf bis zu 4.000 Dollar bereits am Donnerstag, die andere Hälfte aber am Freitag, dem 13. Wie der Tageschart zeigt, kam es innerhalb von 24 Stunden zu einem historischen Einbruch um 50%. Bei exakt 4.000 Dollar (Bitfinex-Preise) kam der Kursrutsch abrupt zum Stehen und vollzog dann innerhalb von Minuten ein Plus von 30%. In einem derartigen Chaos-Markt vernünftig zu agieren, ist kaum möglich. Sollten die Aktienmärkte – was zu befürchten ist – nach einer zwischenzeitlichen Erholung wieder ins Rutschen kommen, werden sich auch die Kryptowährungen nicht davon freischwimmen können.

Interessant ist auch unten ein Blick auf den 5-Jahreschart von Bitcoin. Bisher wurde die 200-Wochenlinie noch nie durchbrochen. Auch die zwischenzeitlichen Tiefstkurse Ende 2018 führten nur exakt bis an diese Widerstandslinie. Heute wurde die Linie, die aktuell bei etwas über 5.500 Dollar verläuft, bei dem Taucher auf 4.000 Dollar zwar einmal heftig durchbrochen, aber nur für sehr kurze Zeit. Von daher bleibt abzuwarten, ob diese Linie erneut als harter Widerstand fungiert.

Bei den Altcoins gab es prozentual Verluste in einer ähnlichen Größenordnung wie beim Bitcoin, ebenso die anschließenden Kursgewinne nach Erreichen des Tiefstpunktes. Generell bleibt es sehr schwer, mit ruhiger Hand eine Strategie zu verfolgen. So war die Positionsreduzierung um die Hälfte beim Tradingdepot am 26.2. zwar richtig. Die Rückkauflimits für die Hälfte der verkauften Positionen waren aber mit 15-20% unter den Verkaufskursen im Nachhinein zu knapp gesetzt. Trotzdem steht aber immer noch die Hälfte der Verkaufserlöse aus den Verkäufen zur Verfügung. Deswegen sollen nun weitere Positionen im Tradingdepot nachgekauft werden. Während die Bitcoin-Position unverändert gelassen wird, werden die Positionen bei den beiden Altcoins Ethereum und Litecoin jeweils verdoppelt. Deswegen werden neu ins Tradingdepot aufgenommen:

4 Ethereum (ETH) bei 129,50 Dollar

10 Litecoin (LTC) bei 36,10 Dollar

Außerdem werden bei zwei weiteren Altcoins Kauflimits gelegt (Bitfinex-Preise):

100 NEO (NEO) bei 5 Dollar

1000 OmiseGO bei 0,42 Dollar

12.3.2020, 22:40

Mit dem heutigen Tag ist der Bitcoin endgültig im Chaos-Modus der internationalen Finanzmärkte angekommen. Auf Sicht könnte der Bitcoin aber gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Nachdem der Bitcoin sich im Vergleich zu den Aktienbörsen bisher noch vergleichsweise gut gehalten hatte, gab es dann heute doch noch einen richtigen Crash. Nachdem sich der Kurs schon in Asien von einem Niveau von 8.000 Dollar südwärts bewegte, kam es am Vormittag zu einem Kurssturz von 7.400 bis auf 5.700 Dollar innerhalb weniger Minuten. Das Minus betrug teilweise deutlich über 30% im Tagesvergleich. Auch die Altcoins lagen tief im Minus, das sich meist in der gleichen Größenordnung wie beim Bitcoin bewegte. Damit hat sich auch der Kryptomarkt endgültig hochgradig Coronavirus-infiziert. Die weltweiten Beschränkungen des Reiseverkehrs, Veranstaltungsverbote und viele Maßnahmen mehr führen zu einer allgemeinen Panikstimmung. Dies führt – wie schon mehrfach erwähnt – dazu, dass die Anleger aus allen als riskant eingestuften Anlagen fliehen. Selbst Gold als Safe Haven konnte sich dem nicht entziehen und der Preis kam mit einem Tagesminus von bis zu 5% unter die Räder. Ein Blick auf den Bitcoin-Chart zeigt, dass zunächst mal alle Widerstände glatt durchbrochen wurden, der Kurs hat sich innerhalb eines Monats halbiert (vgl. den Jahreschart unten). Nachdem die Corona-Krise nun von der Weltgesundheitsorganisation endgültig als Pandemie eingestuft wurde, führte die Panik an den Finanzmärkten dazu, dass auch der Bitcoin in den Panik-Modus geschaltet hat. Von daher hat der Bitcoin den Stresstest als sichere Wertaufbewahrung zunächst nicht bestanden. Der Leidensdruck nach einem derartigen Kurssturz ist natürlich groß. Auf Sicht wird der Bitcoin aber gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind noch nicht abzusehen. Manche sehen schon eine der größten wirtschaftlichen Krisen heraufziehen. Klar ist, dass die Zentralbanken noch mehr Geld in Umlauf bringen. Dies wird – wenn der Rauch verzogen ist – den Blick auf den USP von Bitcoin stärken, nämlich dass er das härteste Geld der Welt ist. Außerdem ist er – im Gegensatz zu den nationalen Währungen – für jedermann weltweit leicht und ohne große Umtauschverluste erwerbbar. Bisher war dies vor allem ein Argument für Menschen in Ländern mit einer sehr starken Inflation. In Zukunft dürfte sich das ausweiten auch auf die Länder mit den „harten“ Währungen, die dann vielleicht auch nicht mehr so hart sind.

Der CEO und Mitgründer von BitMEX, Arthur Hayes, hat sich zum Bitcoin-Crash geäußert. Er sieht den Bitcoin weiter negativ vom Crash an den internationalen Finanzmärkten tangiert. Bei weiteren Kursrückgängen an den internationalen Aktienmärkten würde auch der Preis des Bitcoins weiter nach unten gezogen, allerdings wahrscheinlich weniger stark, als viel erwarten. Die zu erwartenden Reaktionen der Zentralbanken auf die weltweite Krise mit weiteren Lockerungen sieht er auf Sicht sehr positiv für den Bitcoin. Als kleines Trostpflaster merkt er noch an, dass der Bitcoin auch auf dem aktuellen Niveau noch weniger gefallen ist als die Aktienmärkte. Das kann hier und heute natürlich wenig trösten, denn vom Höchstpreis vor einem Monat gesehen hat er sich glatt mal halbiert.

9.3.2020, 13:20

Die Kryptomärkte taumeln im Einklang mit den traditionellen Finanzmärkten nach unten. Im Tradingdepot wurden alle drei Kauflimits erreicht.

Nachdem der Bitcoin zur Wochenmitte wieder über die Marke von 9.000 Dollar steigen konnte, änderte sich das Bild zum Wochenende völlig. Der Preis tauchte unter die Marke von 9.000 Dollar und durchbrach mühelos Widerstände wie die 200-Tagelinie und auch die 50-Wochenlinie. Ein Blick auf den Jahreschart zeigt, dass sich nach der Ausbildung der Kopf-Schulter-Formation die Preisrückgänge beschleunigt haben (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Unter Chartanalysten gilt diese Formation als ziemlich zuverlässiges Zeichen einer Trendumkehr. Heute am Morgen ist der Bitcoinpreis bereits deutlich unter die Marke von 8.000 Dollar gerutscht. Ein weiteres Abgleiten bis in den Bereich von 7.000 bis 7.500 Dollar ist nicht unwahrscheinlich. Viel tiefer sollte es eigentlich nicht gehen, wenngleich es immer noch Analysten gibt, die auch Rückgange bis in den unteren 6000er-Bereich für möglich halten. Um 7.000 Dollar hat sich aber ein starker Widerstandsbereich gebildet.

Man muss die aktuellen Kursrückgänge auch im Kontext der allgemeinen Verunsicherung an den internationalen Finanzmärkten wegen des Corono-Virus sehen. Ein vorher in diesem Ausmaß noch nicht gesehener Einbruch von bis zu 30 Prozent heute beim Ölpreis spricht da Bände. Von daher erscheint der Einbruch bei den Krpytopreisen sogar noch vergleichsweise moderat. Der Kryptomarkt gilt als nicht oder nur gering korreliert zu anderen Anlagemärkten, insbesondere dem Aktienmarkt. Zuletzt liefen die Kursbewegungen an den Krypto- und Aktienmärkten aber synchron. Das wird nicht ewig Bestand haben, wenngleich die große Volatilität bei Bitcoin & Co anhalten dürfte. Zumal mit dem Bitcoin-Halving im Mai das große Event in diesem Jahr immer näher rückt. Viele Anleger waren vor dem Halving sehr positiv und dürften nun kurzfristig enttäuscht sein. Dabei war das vor den beiden bisherigen Halvings nicht viel anders. Sowohl 2012 wie 2016 ist es unmittelbar vorher zu deutlichen Kursrückgängen gekommen (vgl. den Bitcoin-Chart seit 2012 unten). Beim letzten Mal 2016 ging es auch nach dem Halving zunächst noch weiter nach unten, bevor es dann erneut zum parabolischen Anstieg kam. Von daher steht der derzeitige Kursverlauf in dieser Tradition. Unabhängig von diesen kurzfristigen Überlegungen bleibt die langfristige Prognose unverändert: Nach dem Halving wird der Bitcoin völlig neue Niveaus erklimmen. Bereits in diesem Jahr könnte es zu neuen Allzeithöchstständen kommen. Im nächsten Jahr wäre es dann keine Überraschung, wenn sich die Kursniveaus im mittleren fünfstelligen Bereich bewegen. Verselbständigt sich die Hausse auch in Anbetracht schwankender traditioneller Finanzmärkte, könnten die Preisspitzen sogar in den sechsstelligen Bereich gehen.

Tradingdepot: Kauflimits erreicht

Am 26. Februar wurden im Tradingdepot die Hälfte der Positionen verkauft. Nun wurden die Rückkauflimits erreicht: 0,25 Bitcoin (BTC) bei 8.200 Dollar, 2 Ethereum (ETH) bei 202 Dollar und 5 Litecoin (LTC) bei 55 Dollar. Damit wurde nun die Hälfte der Ende Februar verkauften Positionen zurückgekauft. Weitere Rückkäufe werden vorerst zurückgestellt und sind bei einem Bitcoin-Preisrückgang in den Bereich von 7.000 Dollar geplant.

Bitte (k)ein Bit! Jürgen Klopp ist bedient. Der Bitcoin FC alias Watford FC hat die zuvor ewig unbesiegte Mannschaft von Liverpool mal eben mit 3:0 abgefertigt.

Sagenhafte 44 Spiele hintereinander war der FC Liverpool ungeschlagen. Am 29. Februar war die Siegesserie beendet. Der Watford FC gewann völlig überraschend und klar gegen die zuvor scheinbar unbesiegbare Mannschaft von Jürgen Klopp. Warum das hier relevant ist? Der Watford FC ist die Mannschaft, auf deren Ärmeln das Bitcoin-Logo prangt. Auf den Fotos des Tweets unten ist das schön zu erkennen.


Bitcoin ist noch nicht lange Werbepartner des Watford FC. Laut der offiziellen Vereins-Website wurde Bitcoin erst im Dezember 2019 als Werbepartner für die Trikotärmel des Trikots bestätigt. Bitcoin-Trader hätten gut daran getan, dieses bullishe Zeichen zu beachten. Denn Ende Dezember startete der Bitcoin seinen starken Bullrun (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Übrigens wird das Bitcoin-Logo auf den Ärmeln des Watford FC gesponsort von der Sportwettenmarke Sportsbet.io.

2.3.2020, 16:15

Der Bitcoin kann sich den Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten nicht entziehen. Heute gibt es aber ebenso wie beim Gold eine Gegenreaktion.

Die internationalen Aktienmärkte erlebten wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus eine Talfahrt, wie sie zuletzt bei der Finanzkrise gesehen wurde. Die einbrechenden Aktienkurse sind nachzuvollziehen und die weltwirtschaftlichen Auswirkungen des sich ausbreitenden Coronavirus noch nicht abzusehen. Nicht unproblematisch auch die Situation auf den Anleihemärkten. Mit der zunehmenden Verschuldung der Unternehmen in den vergangenen Jahren aufgrund der niedrigen Zinsen könnte bei einem Crash an den Aktienmärkten auch das Kreditausfallrisiko zunehmen. Hier würden dann wieder die Zentralbanken einspringen mit Zinssenkungen und Kauf von Unternehmensanleihen. Ein gefährliches Spiel, weil der Spielraum der Zentralbanken nach den vielen Jahren der Niedrigstzinsen nicht groß ist. Insbesondere bei US-Anleihen könnte eine Verkaufswelle zu erheblichen Turbulenzen führen. Der klassische Safe Haven Gold erreichte vor einer Woche gegenüber dem Euro zwar zunächst einen Allzeithöchststand. Im Wochenverlauf kam der Goldpreis aber um 7 Prozent zurück.

Eigentlich passt das nicht zusammen. Das hängt aber mit Phänomen zusammen, die in akuten Krisenzeiten häufiger zu beobachten sind. Bei Panik an den Finanzmärkten werden dann alle als riskant eingestuften Anlagen verkauft. Auch Gold dürfte nach den jüngsten Kurssteigerungen zunehmend als riskant angesehen worden sein. Für den Bitcoin gilt das umso mehr. Hier kommt noch eine weitere Verhaltensweise hinzu, da der Bitcoinpreis gegenüber dem Jahresanfang immer noch deutlich im Plus liegt. Denn Anleger neigen oft dazu, Gewinnpositionen zu verkaufen und damit Verlustpositionen auszugleichen. In der vergangenen Woche betrugen die Verluste an den internationalen Aktienbörsen rund 6 Billionen Dollar. Das entspräche fast 700 Millionen Bitcoin. Die maximal mögliche Anzahl an Bitcoin beträgt aber nur 21 Millionen Stück. Man könnte aus dieser Tatsache durchaus ein enormes Wertsteigerungspotenzial der digitalen Weltleitwährung ableiten.

Insbesondere wenn die Turbulenzen an den traditionellen Finanzmärkten anhalten. Denn dann könnten der Bitcoin wie das Gold sich verstärkt als Zufluchtshäfen in Erinnerung bringen. Gründe für weitere Unruhe gibt es genug. Vor Jahren wurde der Begriff des „Schwarzen Schwans“ geprägt von Nassim Taleb, wenn es um äußerst seltene und unvorhersehbare Ereignisse geht. Der als Dr. Doom bekannte amerikanische Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini spricht aktuell von „Weißen Schwänen“ an den Märkten, weil sie eben nicht so unvorhersehbar sind. Der Coronavirus ist derzeit eindeutig der bedeutendste davon. Daneben nennt er aber noch die zunehmenden geopolitischen Probleme, den Handelskrieg mit China, die Klimaproblematik, mögliche Cyberattacken und den aufziehenden Wahlkampf um die US-Präsidentschaft. Roubini wird zwar dadurch wieder seinem Spitznamen Dr. Doom gerecht. Allerdings kann man derzeit doch von einer sehr kritischen Gemengelage sprechen.

Charttechnisch ist bedenklich, dass der Preis zuletzt unter die 200-Tagelinie gefallen ist. In den vergangenen Tagen gab es mehrere Versuche, diese wieder zu überspringen. Heute konnte der Bitcoin sie wieder überwinden, wenngleich noch nicht signifikant (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Das vor zwei Wochen gebildete Golden Cross hat sich zunächst als Fehlindikator erwiesen. Seit dem bullishen Signal haben sich die Kurse um rund 20 Prozent abgeschwächt. Das war bei dem Death Cross im Oktober ähnlich. Dem bearishen Signal folgte völlig unerwartet ein riesiger Kurssprung, bevor die Preise bis zum Jahresende dann doch kräftig nachgaben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich diese Entwicklung nun in umgekehrter Folge wiederholt. Allerdings könnte die chaotische Entwicklung an den Märkten noch anhalten. Die heftigen Schwankungen des DAX heute sprechen für diese These. Wahrscheinlich würde der Bitcoin wegen der oben erwähnten Phänomene dann kurzfristig doch noch einmal negativ tangiert, obwohl idealtypisch das Gegenteil der Fall sein müsste. Allerdings sind heute sowohl das Gold als auch der Bitcoin deutlich im Plus und zeigen damit die „richtige“ Reaktion auf die schwachen Aktienmärkte.

26.2.2020, 22:10

Im Tagesverlauf kam der Bitcoin-Kurs weiter deutlich zurück. Nachdem dem Fall unter die 50-Tagelinie kam es zu einem Kursrutsch, bei dem die Marke von 9.000 Dollar und dann sogar die 200-Tagelinie durchbrochen wurde, die aktuell etwas über 8.800 Dollar verläuft (vgl. Bitcoin-Jahreschart). Am Nachmittag wurden Tiefstkurse von 8.650 Dollar erreicht bevor sich der Preis wieder etwas erholen konnte auf aktuell über 8.800 Dollar. Über mögliche Gründe des Kursrückgangs und den Zusammenhang mit den großen Turbulenzen an den traditionellen Finanzmärkten wurde im Beitrag von heute Mittag schon etwas gesagt. Auch die Altcoins sind im Tagesverlauf weiter deutlich zurückgekommen.

Nach dem schnellen Kursrückgang könnte es zu weiteren Rücksetzern kommen, die den Bitcoin-Preis bis in den Bereich von 8.000 bis 8.200 Dollar drücken könnten. Von daher setzen wir folgende Kauflimits (auf Basis der Preise bei Bitfinex):

0,25 Stück Bitcoin (BTC) bei 8.200 Dollar

2 Ethereum (ETH) bei 202 Dollar

5 Litecoin (LTC) bei 55 Dollar

26.2.2020, 13:50

Die Kryptomärkte sind kurzfristig angeschlagen. Die Positionen im Tradingdepot werden deshalb kurzfristig reduziert und zur Hälfte verkauft.

Nach dem Bullrun der Kryptomärkte in den ersten 6 Wochen dieses Jahres ist die Stimmung zuletzt etwas gekippt. Dabei hätte man in Anbetracht der weltweit abstürzenden Aktienkurse eigentlich eher das Gegenteil erwarten können. Immerhin ist der DAX in den letzten 4 Börsentagen mal eben 10% eingebrochen, man kann also schon von einem Crash sprechen. In diesem Umfeld flüchten die Anleger immer in als sicher geltende Anlagen wie Staatsanleihen oder Gold, auch der US-Dollar profitiert davon. Aus dem Zusammenspiel dieser beiden Faktoren hat der Goldpreis auch gerade in Euro – nicht in Dollar (dort ist das Allzeithoch von 1908 Dollar aus dem Jahr 2011 noch gültig) – ein neues Allzeithoch erreicht. Umso erstaunlicher ist das Verhalten des digitalen Goldes, Bitcoin.

Eigentlich sollte der Bitcoin-Preis von den Turbulenzen an den Finanzmärkten deutlich profitieren, das Gegenteil war in den vergangenen Tagen aber der Fall. Dies dürfte ebenfalls auf Effekte der Turbulenzen zurückzuführen sein, die normalerweise eher kurzfristigerer Natur sind. Denn Anleger neigen als riskanter eingestufte Anlagen zu verkaufen. Dazu gehört auch der Bitcoin, was natürlich dem Sinn des digitalen Goldes widerspricht. Dazu kommt noch die Neigung der Anleger, Gewinnpositionen im Gesamtportfolio zu verkaufen um so die anderweitigen Verluste teilweise auszugleichen. Wenn man bedenkt, dass der Bitcoin gegenüber dem Jahresbeginn immer noch rund 30% im Plus liegt und andere Kryptowährungen noch deutlich mehr, könnte auch dieser Effekt kurzfristig dazu beigetragen haben. Nachdem die Altcoins in den vergangenen Wochen überproportional zugelegt haben, hat sich das in der Abwärtsbewegung der vergangenen Tage ins Gegenteil verkehrt. Das ist aber eher das gängige Muster und deshalb kein Grund, schon wieder für eine Ende der Altcoin-Hausse zu verkünden. Dreht der Bitcoin, werden wichtige Altcoins wieder überproportional zulegen.

Dies könnte noch eine Weile anhalten. Charttechnisch ist der Preis heute unter die 50-Tagelinie gefallen, nachdem er zuvor schon aus dem seit Jahresbeginn gebildeten Aufwärtstrendkanal ausgetreten ist (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Der nächste Widerstand könnte die 200-Tagelinie sein, die aktuell etwas über 8.800 Dollar verläuft. Sentimentindikatoren wie der Crypto Fear & Greed Index sind gerade wieder in den bearishen Bereich gedreht. Zwar war der Index in der Vergangenheit oft ein Kontraindikator wie Anfang des Jahres. Trotzdem soll im Tradingdepot zunächst einmal die Hälfte der Positionen verkauft werden. Bei einem Bruch der 200-Tagelinie könnte der Bitcoin-Preis doch noch einmal schnell abtauchen. Preisniveaus im unteren 8000er-Bereich wären dann drin.

Aus dem Tradingdepot wurden deshalb 0,5 Stück Bitcoin (BTC) zu 9302  Dollar, 2 Ethereum (ETH) zu 241,10 Dollar und 6 Litecoin (LTC) zu 67,52 Dollar verkauft.

24.2.2020, 15:50

Nach dem Flash Crash Mitte vergangener Woche hat sich die Marke von 10.000 Dollar als Widerstand erwiesen. Schafft der Bitcoin kurzfristig den Sprung darüber?

Heute gab es am Aktienmarkt einen veritablen Crash, die deutschen Aktienindizes brechen deutlich über 4% ein. Der sich international ausbreitende Coronavirus sorgt für Angst und Schrecken. Die Anleger flüchten in sichere Anlagen wie Anleihen und vor allem Gold, das heute deutlich über 2% zulegt. Eigentlich sollte dieses Szenario auch den Bitcoin begünstigen. Dieser schwächt sich heute aber dennoch um über 2% ab. Gestern ging der Preis bei Bitfinex bereits exakt bis an die Marke von 10.000 Dollar, schaffte aber nicht den Sprung darüber. Zu Beginn des asiatischen Handels überwand er die psychologisch wichtige Marke kurz. Danach kam es im weiteren Handel in Asien aber zu einem kleinen Flash Crash um rund 400 Dollar. Auch hier dürfte die Ängste um den Coronavirus insbesondere in Asien eine wesentliche Rolle gespielt haben. Das zeigte auch der Kurseinbruch des japanischen Nikkei-Index um satte 5% heute. Kurzfristig scheinen die Anleger weltweit riskante Anlagen abzustoßen, wozu natürlich auch der Bitcoin zählt. Nach dem ersten Schrecken könnte sich das aber durchaus umkehren. Denn wie oben schon erwähnt, sind wacklige traditionelle Finanzmärkte eher positiv für das digitale Gold Bitcoin. Im Gegensatz zum realen Gold war heute aber zunächst das Gegenteil der Fall.

Die Preise nähern sich aktuell der 50-Tagelinie, die derzeit bei etwas unter 9.200 Dollar verläuft. Diese könnte sich als Widerstand erweisen. Der Bitcoin hatte vor ein paar Tagen ein Golden Cross gebildet, eine sehr bullische Chartformation (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Dabei durchbricht die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von unten nach oben. Das letzte Golden Cross hatte sich im April vergangenen Jahres gebildet. Unmittelbar danach ging es kurzfristig 10 Prozent nach unten, nach einigen Tagen begann dann aber der steile Aufstieg. Von daher erinnert die aktuelle Chartsituation an die vor 10 Monaten. Denn auch nun kamen die Kurse nach Bildung des Golden Cross zunächst einmal 10 Prozent zurück. Wiederholt sich nun die Geschichte und es kommt zu einem steilen Anstieg? In Anbetracht der sehr wackligen Finanzmärkte ist eine kurzfristige Prognose noch schwieriger als sonst. Zumal auch noch der Flash Crash der vergangenen Woche nachhängt.

Der Flash Crash am Mittwoch hat viele Anleger wieder verschreckt, die den Bitcoin schon dauerhaft im fünfstelligen Bereich sahen. Allerdings hat man die blitzartigen Einbrüche wie auch Anstiege beim Bitcoin schon sehr häufig gesehen. Was wird diesmal als Begründung angeführt? Zum einen gab es einen Bitcoin-Wal, der einen Tag zuvor alle seine Coins auf den Markt geworfen hatte. Hier an dieser Stelle wurde aber schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass die Kryptobörsen mit ihrem Wettlauf um immer größere Hebel im Futureshandel den Markt destabilisieren könnten.

Vorreiter dieser Entwicklung war in den vergangenen Monaten Binance. Vielleicht ist es deshalb kein Zufall, dass die größere Systemstörung bei Binance am Tag des Flash Crash stattfand. Bei den riesigen Hebeln kommt es bei Kursrückgängen schnell zu Zwangsliquidationen der Long-Positionen. So wurden laut Angaben von Skew.com allein bei der Kryptoderivate-Plattform BitMEX Long-Positionen beim Bitcoin im Wert von 120 Millionen Dollar liquidiert. Diese Dominoeffekte mit den entsprechenden Preisschwankungen dürften in Zukunft eher zunehmen. Gewiefte Trader könnten aufgrund der irren Hebelmöglichkeiten von 100 oder mehr Kryptowal spielen und die dadurch ausgelösten Preisschwankungen ausnutzen. Deswegen ist der Wettlauf der Kryptobörsen um immer größere Hebel nicht positiv zu sehen. Über kurz oder lang könnte es hier zu einem Lehman-Event an den Kryptobörsen kommen. Für den Kryptomarkt wäre der Zusammenbruch einer großen Kryptobörse der Worst Case. Ein schwarzer Schwan ist es aber nicht, sondern aufgrund der beschriebenen Entwicklung eher vorhersehbar. Auf die Beteuerungen von Kryptobörsen wie Binance, dass ihr Risikomanagement alles im Griff hat, ist nur bedingt Verlass. Anleger sind im Fall der Insolvenz einer Kryptobörse nicht durch eine Einlagensicherung zumindest in einem gewissen Rahmen geschützt. Deswegen sollte man die Coins für eine langfristige Anlage auf einer eigenen Wallet halten und nur zum Trading eingesetzte Coins auf den Kryptobörsen belassen.

Es soll hier aber kein Crashszenario heraufbeschworen werden. Die Erwartung sehr stark steigender Preise bei Bitcoin & Co in diesem und dem nächsten Jahr bleibt unverändert. Auch wegen steuerlicher Überlegungen sollte man deswegen nicht die schon länger im Portfolio befindlichen Bitcoin verkaufen. Wer sich unbedingt absichern will, könnte dies auch z.B. mit einem Short-Zertifikat umsetzen.

Ungesunde Hebel – Bitcoin Flash Crash

Die Rally an den Kryptomärkten wurde zur Wochenmitte mit einem Flash Crash jäh unterbrochen. Als Begründung wurde der plötzliche Verkauf aller Positionen durch einen Krypto-Wal angeführt. Das Problem ist aber vielschichtiger. Die Kryptobörsen haben sich in den vergangenen Monaten einen Wettlauf mit immer größeren Hebeln im Futures-Handel geliefert. Bei Hebelmöglichkeiten von 100 oder noch mehr können auch clevere Delfine mal Kryptowal spielen und die dadurch ausgelösten Preisschwankungen zu ihren Gunsten ausnutzen. Vorreiter dieser Entwicklung war in den vergangenen Monaten Binance. Vielleicht ist es deshalb kein Zufall, dass die größere Systemstörung bei Binance am Tag des Flash Crash stattfand. Bei den riesigen Hebeln kommt es bei Kursrückgängen schnell zu Zwangsliquidationen der Long-Positionen. So wurden laut Angaben von Skew.com allein bei der Kryptoderivate-Plattform BitMEX Long-Positionen bei Bitcoin im Wert von 120 Millionen Dollar liquidiert.

Diese Dominoeffekte mit den entsprechenden Preisschwankungen dürften in Zukunft eher zunehmen. Über kurz oder lang könnte es hier zu einem Lehman-Event an den Kryptobörsen kommen. Der Zusammenbruch einer großen Kryptobörse wäre kein schwarzer Schwan, sondern aufgrund der beschriebenen Entwicklung eher vorhersehbar. Es soll hier aber kein Crashszenario heraufbeschworen werden. Die Erwartung sehr stark steigender Preise bei Bitcoin & Co in diesem und dem nächsten Jahr bleibt unverändert.

17.2.2020, 13:50

Läuft bereits die Mega-Hausse an den Kryptomärkten? Ja und Nein. Wer nicht engagiert ist, wird sich im nächsten Jahr ärgern, zu den immer noch günstigen Kursen nicht eingestiegen zu sein.

Seit Jahresanfang läuft eine riesige Hausse an den Kryptomärkten. Diese dürfte viele Kryptoanleger auf dem falschen Fuß erwischt haben, die vor dem Beginn der Hausse auf einen Rückgang der Bitcoin-Preise gewartet haben. Werden bereits vor dem Halving neue Allzeithöchststände erreicht? Dazu wäre eine Verdoppelung des Bitcoin-Preises nötig. Mit drei Monaten ist die Zeit dafür etwas knapp. Aber bei Bitcoin & Co ist ja nichts unmöglich. Zunächst sind am Wochenende die Bitcoin-Preise aber wieder unter 10.000 Dollar gerutscht. Ein genauer Grund dafür ist nicht ersichtlich. Etwas verunsichern Meldungen von Nutzern der großen Kryptobörse Binance, die scheinbar Probleme mit leeren Kontoanzeigen und fehlerhaften Trades hatten.

Indikatoren im grünen Bereich

Das Bitcoin-Plus in den ersten Wochen des Jahres lief schon fast auf ein Plus von 50% zu. Auch nach der aktuellen Korrektur beträgt es immer noch 35%. Diese sehr positive Entwicklung ist ein gutes Zeichen für den möglichen Verlauf im Gesamtjahr. Man kennt dieses Phänomen von den Aktienmärkten: Eine positive Performance im Januar setzt sich meist über das ganze Jahr hinweg fort. Bei vielen großen Altcoins bewegen sich die Pluszeichen schon im dreistelligen Bereich. Die Outperformance der Altcoins zum Bitcoin ist ein sehr gutes Zeichen, das sich augenfällig in der abnehmenden Bitcoin-Dominanz trotz dessen starker Aufwärtsbewegung niederschlägt.

Die Anzahl der an den Kryptobörsen eingezahlten Bitcoins ist ein guter Indikator dafür, ob eine Aufwärtsbewegung zum Stillstand oder es sogar zu einer Korrektur kommt. Denn wie bei allen Märkten resultieren auch die Preisbewegungen an den Kryptomärkten vom Verhältnis Angebot zu Nachfrage. Da es als beste Praxis gilt, die Coins in einem eigenen Wallet und nicht an den Kryptobörsen zu halten, müssen deshalb die Anleger die Coins erst wieder an den Kryptobörsen einzahlen, bevor sie diese verkaufen können. Von daher sprechen erhöhte Einzahlungen von Coins an den Börsen für eine zumindest latent steigende Verkaufsbereitschaft der Kryptoanleger. Bisher gab es nach sehr starken Kursanstiegen wie Ende 2017 immer einen erheblichen Anstieg der Einzahlungen von Coins. Aktuell sind solche Bewegungen nicht zu beobachten. Deshalb spricht auch von dieser Seite alles für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, selbst wenn diese immer wieder durch zwischenzeitliche Korrekturen unterbrochen werden dürfte.

Natürlich nimmt die Diskussion um die Auswirkung des nahenden Bitcoin-Halvings an Fahrt auf. Immerhin ist dieses nur noch drei Monate entfernt. Im Vorfeld wird meist mit weiter steigenden Kursen gerechnet. Um den Termin herum dürften die Volatilitäten erheblich zunehmen. Die eigentliche Mega-Hausse könnte aber erst danach bis ins nächste Jahr starten. Preise von 100.000 Dollar werden bereits wieder verstärkt herumgereicht. Das wäre mal eben eine Verzehnfachung – steuerfrei. Der wirklich parabolische Anstieg der Bitcoin-Preise kam nach den beiden letzten Halvings in 2012 und 2016 auch erst in dem jeweiligen Folgejahr. Wiederholt sich die Geschichte? Dann wären Preise von 100.000 Dollar in 2021 tatsächlich erreichbar.

Altcoins korrigieren Bullrun

Sie wurden schon oft totgesagt und –geschrieben, aber die Altcoins melden sich seit Jahresbeginn mehr als eindrucksvoll zurück. Bereits die Performance des Bitcoins seit Jahresbeginn ist mit aktuell 35% eindrucksvoll. Bei den Altcoins hatten zwischenzeitlich bereits die Hälfte der 20 größten Coins ein Plus von über 100 Prozent in den ersten sechs Wochen des Jahres erzielt. Und trotzdem liegt der Abstand zu ihren Allzeithöchstständen bei fast allen Altcoins zwischen 80 und über 90 Prozent. Von daher könnten die Altcoins im Jahresverlauf den Bitcoin weiter outperformen. Immer wieder tauchen neue Coins aus der Tiefe des Raums auf. So haben von den Top20 Tezos und Chainlink im Jahresvergleich ein Plus von über 700 bzw. 800 Prozent erzielt. Darf’s noch fantastischer sein? ThoreCoin, derzeit nach Marktkapitalisierung die Nummer 52, erzielte ein Jahresplus von rund 600.000 Prozent. Heute kam es mit der Bitcoin-Korrektur auch zu einer deutlichen Korrektur der Altcoins nach den fantastischen Kursgewinnen seit Jahresanfang.

Ethereum Top-Winner im 2. Quartal?

Aber auch die Performance der soliden Coins kann sich sehen lassen. So zeigen die in der letzten Ausgabe als langfristiges Investment herausgestellten Ethereum eine erhebliche Outperformance zum Bitcoin. Allein in der vergangenen Woche konnte der Preis der zweitgrößten Kryptowährung um rund 25 Prozent zulegen. Seit Jahresbeginn steht schon ein Plus von fast 100 Prozent zu Buche. Der positive Newsflow spricht für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung über das ganze Jahr hinweg. Ethereum profitiert vom DeFi-Boom. Außerdem sorgt der unerwartet frühe Start des sogenannten Ethereum 2.0. Realistisch scheint ein Release Mitte des Jahres zu sein. Dabei soll es aber keine Fork bei Ethereum geben. Vielmehr werden Ethereum 1.0 und 2.0 eine Zeitlang nebeneinander existieren, bevor dann das 1.0-System endgültig in das 2.0 integriert werden wird.

Sollte sich die Einführung von Ethereum 2.0 zur Jahresmitte konkretisieren, könnte es hier zu einem weiteren Kursschub bei Ethereum kommen und Ethereum im 2. Quartal zu einem Top-Winner machen. Gerade hat der ETH-Preis ein Golden Cross zum Dollar gebildet (vgl. ETH-Jahreschart unten). Ohne die Bitcoin-Schwäche der vergangenen zwei Tage könnte der ETH-Preis seinen Bullrun fortsetzen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.