In Kryptowährungen investieren?

  • völlig neue Asset-Klasse
  • verstärktes Interesse traditioneller Groß- und Kleinanleger
  • derzeit interessantester Tradingmarkt mit vielen Tradingmöglichkeiten
  • Handel in Altcoins aussichtsreicher als in Bitcoin
  • 7/24-Handel (Handel rund um die Uhr)
  • gute Handelsplattformen

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14.10.2019, 14:20

Der Bitcoin-Preis nähert sich einem Death Cross. Deutet das auf einen Absturz hin? Wichtige Altcoins zeigen dagegen eine Outperformance zum Bitcoin.

Nach dem Kursrutsch Ende September hat sich der Bitcoin seitwärts bewegt und blieb mit kurzen Unterbrechungen über der Marke von 8.000 US-Dollar. Er es aber auch nicht mehr geschafft, über die 200-Tagelinie zu steigen. Diese ist nun zum Widerstand nach oben mutiert. Charttechnisch wird ein Death Cross beim Bitcoin immer wahrscheinlicher. Dabei fällt die 50-Tage- unter die 200-Tagelinie. Dieser Umstand wird meist mit einem weiteren schlechten Kursverlauf in Verbindung gebracht. Deutet dieses Szenario auf einen Bitcoin-Absturz hin?

Ein Blick auf den Zwei-Jahreschart unten zeigt das letzte Death Cross Ende März 2018. Damals trat genau das Gegenteil ein: Im April stieg der Preis des Bitcoins um 50 Prozent, die Preise der Altcoins explodierten noch mehr. Allerdings verzerrt der Hype Ende 2017 die Situation etwas, so dass die Aussagekraft vermindert ist. Tatsache ist auch, dass es nach den stark steigenden Kursen im April 2018 dann doch deutlich nach unten ging und die Preise zum Jahresende um 50 Prozent tiefer als zum Zeitpunkt des Death Cross notierten. Aktuell erscheint aufgrund des Verlaufs der 50-Tagelinie eine konträre Entwicklung wahrscheinlicher, also ein kurzfristiger Kursrückgang und danach dann eine sehr deutliche Aufwärtsbewegung. Jedenfalls gilt das zuletzt Gesagte: Sollte der Widerstandsbereich um 7.500 US-Dollar fallen, könnten die Bitcoin-Preise bis in den unteren 6000er-Bereich fallen. Für langfristig eingestellte Investoren wären das dann wieder sehr günstige Kaufpreise. Aber – wie wir an dieser Stelle schon mehrfach erwähnt haben – kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin sind sehr schwierig und haben sich schon sehr oft schnell als Makulatur erwiesen. Trotzdem erscheint kurzfristig eine vorsichtigere Anlagestrategie sinnvoll zu sein, bis sich ein neuer Trend abzeichnet.

Die Altcoins zeigen weiter eine sehr gute Performance. Im Überblick der Top20 unten zeigt sich, dass viele Altcoins im Wochenvergleich eine bessere Performance als der Bitcoin aufweisen. Interessant könnten der XRP und IOTA sein. Ripple setzt auf das Internet of Value und investiert kräftig in das Ökosystem für seine Kryptowährung XRP. Insgesamt sollen schon rund 500 Millionen US-Dollar investiert worden sein, die Hälfte davon für die Monetarisierungs-Plattform Coil. Mit diesem Schritt soll XRP neben dem Interbankenhandel auch im Bereich Mikrotransaktionen Fuß fassen. Micropayments könnten in Zukunft zur Killer-App werden mit Anwendungen zum Beispiel bei Videospielen oder für bezahlte Inhalte. Der XRP-Preis ist zuletzt sehr fest gegenüber dem Bitcoin gewesen und nähert sich bereits der 200-Tagelinie. Auch IOTA war zuletzt gegenüber dem Bitcoin sehr fest, das Kursverhalten und auch der absolute Preis sind ziemlich identisch zu XRP. IOTA setzt auf das Internet of Things (IOT), also die Kommunikation und Vernetzung verschiedener Maschinen. Dies ist eines der Zukunftsthemen überhaupt mit Anwendungen beispielsweise im Bereich Mobilität, Logistik oder Smart Factories. Jedenfalls erscheinen beide Coins für den langfristigen Investor interessant. Sollte der Bitcoin allerdings wie oben dargestellt noch einmal ins Rutschen geraten, würden kurzfristig auch diese Coins in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: coinmarketcap.com

9.10.2019, 16:15

Die SEC muss bis zum 13. Oktober endgültig eine Entscheidung bezüglich eines Bitcoin-ETF-Antrags stellen. Die Aussichten gelten besser als in der Vergangenheit. Eine positive Entscheidung könnte für neuen Schub sorgen. Eine negative Entscheidung könnte den Bitcoin-Preis aber bis in den 6000er-Bereich drücken. Das wären dann Kaufkurse.

Das Endlos-Thema Bitcoin-ETF steht kurzfristig wieder auf der Tagesordnung. Diesmal ist es der von Bitwise beantragte ETF, beim dem die Entscheidung der SEC bis zum 13. Oktober fallen soll. Eine nochmalige Verschiebung der Entscheidung ist in diesem Fall nicht mehr möglich. Bei einer Zulassung setzt der Markt bekanntermaßen darauf, dass sich die Bitcoin-Nachfrage erhöhen würde. Denn dadurch würden breitere Anlegerkreise einen einfacheren Zugang zum Bitcoin-Markt bekommen. Die Zulassung eines Bitcoin-ETFs durch die Aufsichtsbehörde würde auch für viele Anleger einen größeren Sicherheitsgrad bedeuten. Nach Meinung von Bitwise-Offiziellen sollen die Chancen für eine Zulassung diesmal besser stehen, denn der Markt hat sich seither positiv weiterentwickelt, so dass die bisherigen Bedenken der SEC dem vielleicht nicht mehr entgegenstehen. Eine positive Entscheidung könnte dem Bitcoin-Markt kurzfristig Schub geben. Umgekehrt wäre es natürlich bei einer negativen Entscheidung. Allerdings müsste die SEC diesmal auch konkreter werden, welche Bedenken eine Zulassung noch verhindern. Jedenfalls könnten die nächsten Tage diesbezüglich spannend werden. In diesem Zusammenhang könnte ein positives Signal sein, dass die SEC Bitcoin nicht als Wertpapier sieht. Demnach setzen Bitcoin-Käufer nicht auf unternehmerische Gewinne, obwohl das natürlich auch in der Vergangenheit schon klar war. Der primäre Use Case Wertaufbewahrung wird gerade wieder deutlich. Die Sperrung von Konten in der Türkei und der zwischenzeitliche Ausfall von Geldautomaten in Hongkong lässt die Zweifel am traditionellen Bankwesen wachsen. Da erstaunt nicht, dass die Google-Suchanfragen nach Bitcoin in Hongkong wieder den höchsten Wert seit Juni erreichten. Positiv stimmt, dass der Global Strength Indicator von Bloomberg erstmals seit November wieder ein Kaufsignal zeigt.

Auf der negativen Seite ist eine am Montag eingereichte Klage bei einem Gericht in New York zu sehen, demzufolge Tether mit ungedeckten Coins den gesamten Kryptomarkt manipuliert haben soll und damit einen Schaden von 1,4 Billionen US-Dollar verursacht haben soll. Tether soll über Bitfinex (beide Firmen sind eng verknüpft) neue Tether „gedruckt“ haben und diese an Bitfinex weitergeleitet haben. Mit den Beträgen soll dann Bitcoin gekauft worden und damit die Nachfrage künstlich angeheizt worden sein. Tether und Bitfinex haben diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Vorwürfe sind nicht neu und gründen sich auf eine Studie der Universität von Texas aus dem Jahr 2018. Von daher hat sich der Markt davon zunächst nicht beeindrucken lassen.

Charttechnisch befindet sich der Bitcoin in einer kurzfristig rückläufigen Dreiecksformation (vgl. BTC-6-Monatschart unten). Diesmal wird es bis zu einer Richtungsentscheidung allerdings nicht so lange dauern wie bei der letzten Dreiecksformation. Diese löste sich bekanntlich vor drei Wochen mit dem Kursrutsch nach unten auf. Je nach SEC-Entscheidung wird das Dreieck in den nächsten vier bis fünf Tagen nach oben oder unten verlassen werden. Aktuell befindet sich der Bitcoin-Preis wieder an der oberen fallenden Dreieckslinie. Kurzfristig eingestellte Trader könnten deshalb für diese Fälle Stopp-Limits legen. Zum Beispiel für den Fall einer positiven Entscheidung ein Stopp-Buy-Limit etwa bei 8.500 Dollar und für den Fall einer negativen Entscheidung ein Stopp-Limit bei 7.600 Dollar. Sollten die Preise dann bis in den 6000er-Bereich fallen, wären das dann auf jeden Fall auch wieder Kaufkurse für langfristige Investments.

7.10.2019, 11:45

Die Kryptowährung von Ripple, XRP, zeichnete sich zuletzt durch ihre Outperformance gegenüber dem Bitcoin aus. XRP notiert immer noch mit einem Minus von mehr als 90% gegenüber dem Allzeithöchststand. Im Jahreschart unten sieht man, dass XRP seit Mitte September gegenüber dem Bitcoin sehr fest im Markt liegt und um über 30% zugelegt hat. Auch bekannte Trader wie Peter Brandt aus den USA äußerten zuletzt, dass der Preis gegen Bitcoin einen Langzeitboden erreicht haben könnte. Unser Chart scheint das zu bestätigen. Auch könnte XRP durch die Meldung stimuliert werden, dass auf der dezentralen Börse BinanceDEX ein Token mit einer 100%-igen XRP-Deckung angeboten wird, der die Nachfrage nach XRP steigern könnte. Der Trend deutet jedenfalls auf eine mittelfristig anhaltende Outperformance gegenüber dem Bitcoin hin. Der Preis könnte nun in Richtung der 200-Tagelinie gehen, die aktuell noch rund 25% höher verläuft. Unter den Top10-Coins hat XRP die beste Wochenperformance mit einem Plus von fast 8% (vgl. Übersicht unten). Auffallend ist der Anstieg der positiven Erwähnungen von XRP in den sozialen Medien. Dies spricht für positive Erwartungen der Trader-Community. Allerdings: Der Bitcoin steht gerade vor der Entscheidung, ob er unter den kurzfristigen Widerstand bei 7.900 Dollar fällt. Passiert das, wird sich auch XRP von dem negativen Einfluss nicht freimachen können. Die Gefahr eines Abkippens von BTC ist derzeit groß, insbesondere wenn auch die Widerstandszone um 7.500 Dollar durchbrochen wird. Denn besteht die Gefahr eines schnellen Rückgangs bis auf 6.000 Dollar.

Quelle: coinmarketcap.com

Zurück zu XRP. Ripple und XRP haben eine problematische Beziehung: Anfang September wurden große Mengen XRP (1,5 Milliarden Stück) aus der Escrow-Wallet an Ripple versendet. Damit wurde der eigentlich für einen Monat vorgesehene Maximalbetrag schon überschritten. Die starke Inflationierung durch Ripple, die den Vertrieb der XRP überwachen, wird für die sehr schlechte XRP-Kursentwicklung verantwortlich gemacht. Dabei verunsichert insbesondere die mangelnde Transparenz über die Transaktionen und die dahinterstehende Strategie.

Ripple als Open-Source-Protokoll wird von Ripple Labs entwickelt. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Verkauf der ursprünglich einbehaltenen XRP. Die Maximierung der Verbreitung und des Nutzens von XRP ist damit ein wesentliches Geschäftsziel. Dadurch würde die Nachfrage und damit aufgrund des limitierten Angebots auch der Wert von XRP steigen. Von den geschaffenen 100 Milliarden Ripple wurden 80 Milliarden Stück an Ripple Labs übertragen. 2017 kündigte Ripple die Verwahrung von insgesamt 55 Milliarden XRP in 55 Treuhand-Konten zu je einer Milliarde XRP an. Über diese sog. Escrow-Wallets soll die andauernde Emission der XRP-Token kontrollierbar und berechenbar werden. Am ersten Tag eines jeden Monats (insgesamt sind das also seit Ankündigung 55 Monate) läuft jeweils ein Konto per festgelegtem Vertrag aus, d.h. jeden Monat kann Ripple maximal eine Milliarde XRP verkaufen. Werden in einem Monat weniger als eine Milliarde XRP verkauft, wird der verbliebene Betrag dann auf ein Treuhandkonto am Ende der Escrow-Warteschlange übertragen (also auf Monat 56 usw. seit Beginn der Ankündigung).

Der Verunsicherung wegen der anhaltenden Inflationierung stehen in der Vergangenheit eine Unmenge von Meldungen über Partnerschaften von Ripple gegenüber. Demgegenüber gibt es auch Meldungen über konkurrierende Systeme, die zum XRP-Killer werden könnten. So experimentiert mit HSBC immerhin eine der weltgrößten Investmentbanken mit einer blockchainbasierten Plattform namens Voltron, die wie Ripple mit XRP die Transaktionsgeschwindigkeit internationaler Zahlungen erhöhen und deren Kosten reduzieren will. Von daher könnte Ripple, die das SWIFT-Überweisungssystem ablösen will, von solchen Konkurrenzsystemen durchaus bedroht werden, insbesondere wenn sich dabei ein ganzer Bankenverbund zusammenschließt.

In diesem widersprüchlichen Spannungsfeld erscheint es äußerst schwierig, den künftigen Verlauf des XRP-Kurses zu prognostizieren. Zuletzt hatte sich Ripple-CEO Brad Garlinghouse gegen Vorwürfe der Manipulation des XRP-Kurses gewehrt. Er wies darauf hin, dass Ripple den XRP-Kurs nicht mehr manipulieren kann als die Bitcoin-Wale und das eher niedriger kapitalisierte Coins Gefahr laufen, manipuliert zu werden. Auch sieht er eine mögliche Hard Fork von XRP nicht als Bedrohung und verweist auf die Bitcoin-Forks, die alle nicht annähernd die Bedeutung von Bitcoin erlangt haben.

3.10.2019, 20:10

Der Bitcoin und die Altcoins bewegen sich seit dem Crash in der vergangenen Woche seitwärts. Die Bayerische Landesbank hält es für möglich, dass der Bitcoin im nächsten Jahr auf 90.000 Dollar geht – mehr als eine Verzehnfachung des heutigen Preises.

Fantastische Kursziele für den Bitcoin hört man eher von ausgewiesenen Krypto-Enthusiasten. Die Bayerische Landesbank (BayernLB) gehörte bisher nicht zu diesem Kreis. Umso mehr erregt deshalb ihre Studie vom 30. September für Aufsehen, die den Bitcoin im nächsten Jahr bei 90.000 US-Dollar sieht. Das wäre also mehr als eine Verzehnfachung des Preises.

Grundlage dieser Prognose ist der aus der Rohstoffanalyse bekannte Stock-to-Flow-Wert, der sich durch das anstehende Halvening im Mai 2020 verdoppelt. Das Stock-to-Flow-Verhältnis gilt als sinnvolles Mittel zur Bewertung der Knappheit eines Gutes. Dabei ist der Stock das momentan verfügbare Angebot, der Flow das in der nächsten Periode zusätzlich produzierte Angebot. Je höher dieses Verhältnis ist, desto größer ist sein Härtegrad un desto wertstabiler ist das entsprechende Gut. Beim Bitcoin ist die Knappheit klar definiert durch die maximale Obergrenze der produzierbaren Coins und das Halvening alle vier Jahre. Derzeit werden jährlich 0,7 Millionen Bitcoin produziert. Bei dem aktuellen Bestand von 17,5 Millionen Bitcoins ergibt sich als ein SF-Verhältnis von 25. Durch das nächste Halvening im Mai 2020 wird sich der SF-Wert dann auf 50 verdoppeln. In der Studie der BayernLB heißt es, dass sich Gold seinen Härtegrad über Jahrtausende erarbeiten musste. Beim Bitcoin geht das aufgrund seines Designs dagegen rasend schnell. Bereits nächstes Jahr wird er nach dem Halving einen ähnlich hohen Härtegrad wie Gold aufweisen. Im Jahr 2024 steht das nächste Halvening an, dann wird sich der Härtegrad noch einmal verdoppeln. Der Härtegrad wird dann auf ein noch von keinem anderen Gut erreichten Härtegrade von über 100 steigen. Zum Vergleich: Gold hat derzeit einen Wert von rund 58, der sich auch im nächsten Jahr nur unwesentlich erhöhen wird. Im Gegensatz zum Gold gibt es beim Bitcoin keinerlei sonstigen Verwendungsmöglichkeiten. Deswegen können auch keine sonstigen Nachfrageentwicklungen den Preis verzerren. Zum Schluss weisen die Autoren der Studie aber darauf hin, dass selbst beste statistische Modelle in der Prognose versagen können. Von daher wird das Bitcoin-Halvening im nächsten Jahr ein Härtetest für das Stock-to-Flow-Modell.

26.9.2019, 19:50

Der Ausbruch aus der Dreiecksformation erfolgte nach unten. Es kam dann extrem schnell zum für diesen Fall erwarteten Rückgang auf die 200-Tagelinie. Nach zwei Tagen wurde heute auch dieser Widerstand nachhaltig nach unten durchbrochen.

Am Dienstag kam es zum Ausbruch aus der seit Ende Juni gebildeten Dreiecksformation. Leider kam die negative Variante zum Tragen, denn der Bitcoin-Preis fiel durch die untere Widerstandslinie bei 9.400 US-Dollar. Danach kam es zu dem von uns erwarteten Szenario und der Preis fiel bis auf die 200-Tagelinie bei 8.400 Dollar(vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Und das nicht in wenigen Tagen, wie man vielleicht erwartet hätte, sondern in weniger als einer Stunde. In den vergangenen zwei Tagen klebte er dann an der 200-Tagelinie. Heute am Nachmittag hielt auch dieser Widerstand nicht mehr und der Preis rutschte weiter ab. Innerhalb weniger Stunden gab es erneut große Kursverluste, bevor der Preis zuletzt bei 7.800 Dollar gedreht ist. Aktuell notiert der Bitcoin um die 7.950 Dollar.

Buy the rumors, sell the facts

Die Gründe für den Crash? Wahrscheinlich überzogene Erwartungen an den Start der neuen Handelsplattform Bakkt für Bitcoin-Futures. Viele Marktteilnehmer waren von dem sehr bescheidenen Volumen zum Handelsbeginn am Montag enttäuscht. Andererseits war eigentlich klar, dass der Erfolg dieser Plattform, die auf institutionelle Anleger abzielt, erst in einigen Monaten absehbar wird. 71 Bitcoin wurden am ersten Tag an der Bakkt gehandelt. Zum Vergleich. Bei Einführung der Bitcoin-Futures an der CME im Dezember 2017 wurden am ersten Tag 5.298 Bitcoin gehandelt. Dabei muss man natürlich berücksichtigen, dass der Start damals in eine absolute Hypephase fiel. Jedenfalls dürfte hier ein Phänomen eingetreten sein, dass man auch von anderen Märkten kennt: Buy the rumors, sell the facts. Im Zusammenspiel mit der prägnanten charttechnischen Konstellation wurde kurzfristig eine Verkaufswelle ausgelöst mit dem höchsten Umsatzvolumen seit Mitte Juli.

Kurzfristige versus langfristige Überlegungen

Die Kardinalfrage nach dem Crash am Kryptomarkt ist natürlich: Wie geht es weiter. Wir haben hier schon oft erwähnt, dass kurzfristige Bitcoin-Prognosen sehr unsicher sind. Mit dem Unterschreiten der 200-Tagelinie gilt als nächstes der Bereich um 7.500 Dollar als Unterstützungszone. Sollte diese gerissen werden, so ist der Bull Market zunächst passé. Wie in der Aufwärtsbewegung die Optimisten gewinnen natürlich gerade wieder die Pessimisten die Oberhand. So werden Rückgänge auf 7.000 oder sogar 4.000 Dollar prognostiziert. Das ist nicht anders als bei einer Aufwärtsbewegung, wenn ständig höhere Kursziele propagiert werden.

Diesen kurzfristigen Überlegungen stehen die langfristigen gegenüber. Auch wenn es wie ein Mantra klingt: Langfristig wird der Bitcoin steigen. Je nach Einstiegszeitpunkt und –preis sollten deshalb auch verstärkt Überlegungen zur Steueroptimierung einbezogen werden.  Insbesondere wenn man steuerfreie Gewinne nach einem Jahr erzielen will, sollte man sich von den kurzfristigen Kurskapriolen nicht verrückt machen lassen. Wer also Positionen deutlich tiefer gekauft hat, sollte nicht verkaufen. Wenn man trotzdem negativ eingestellt ist, könnte man der jeweiligen Position ja kurzfristig auch Short-CFDs oder Short-Zertifikate auf Bitcoin gegenüberstellen. Wer allerdings deutlich höher gekauft hat, für den macht eventuell folgende Strategie Sinn: Positionen verkaufen und möglichst sofort wieder zurückkaufen. Das kann man auch sukzessive machen, um nicht Gefahr zu laufen, dass der Markt genau in diesem Augenblick dreht. Denn es gilt ja first in, first out. Oder man kauft die Position, wenn man Konten bei mehreren Kryptobörsen hat, sofort an einer anderen Kryptobörse zurück. Dann hat man einen Steuerverlust realisiert und kann diesen mit entsprechenden Gewinnen gegenrechnen. Für die zurückgekaufte Position kann dann erneut versucht werden, diese mit einer Haltedauer von über einem Jahr steuerfrei zu realisieren. Wiegesagt: Langfristig sehen wir den Bitcoin und andere große Kryptowährungen bei deutlich höheren Niveaus.

Altcoins noch schwächer als Bitcoin

Die Outperformance der Altcoins während der vergangenen Wochen wurde kurzfristig gestoppt und ging nahtlos in eine Underperformance der Altcoins über. Während der Bitcoin im Wochenvergleich rund 20% verloren hat, verloren die Bitcoin-Ableger Bitcoin Cash und Bitcoin SV als schwächste Coins der Top20 rund 33% (vgl. Übersicht unten). Sieht man von den Sonderfällen Tether und dem Bitfinex-Coin LEO ab, lag bei den Top20 nur einer deutlich besser als der Bitcoin: IOTA. Dieser hat ein vergleichsweise moderates Minus von 13%. Hier unterstützt ein positiver Newsflow. Kürzlich wurde der dezentrale Industrie-Marktplatz von der IOTA Foundation veröffentlicht. Außerdem gab es eine Mega-Partnerschaft mit der Linux Foundation. Hier geht es darum, einen gemeinsamen Standard für das Internet der Dinge (IoT) aufzubauen. Generell ist in der derzeitigen Situation am Kryptomarkt Coinpicking, also das Aussuchen interessanter Altcoins, aber wenig erfolgversprechend.

Quelle: coinmarketcap.com

23.9.2019, 15:45

Während der Bitcoin in engen Bahnen schwankt, zeigen die Altcoins zuletzt eine deutliche Outperformance. Diese könnte vor allem bei vier großen Altcoins anhalten: Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin. Denn für diese werden gerade neue Kaufmöglichkeiten geschaffen.

Der Bitcoin schwankt in einem immer enger werdenden Kanal um die Marke von 10.000 US-Dollar. Im Wochenvergleich liegt er mit über 3% im Minus. Dagegen hat sich bei den Altcoins die Trendwende fortgesetzt. Dies zeigt ein Blick unten auf die Top20. Im Wochenvergleich ist deren Performance teilweise erheblich besser als die von Bitcooin. Dieser liegt im 7-Tagesvergleich gegenüber dem Dollar mit über 3% im Minus. Dagegen haben die Top-Performer Stellar und Chainlink (+15%) sowie IOTA (+14%)  deutliche Pluszeichen.

Quelle: coinmarketcap.com

Bei den Altcoins könnten in nächster Zeit vier im Vordergrund stehen: Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin. Denn der Zugang zu den vier größten Altcoins und dem Bitcoin wird nun über zwei neue und bedeutende Plattformen eröffnet. Zum einen wird für die  genannten Coins mit Binance.US auch für amerikanische Anleger eine neue Handelsmöglichkeit geschaffen. Binance.US war von Binance neu gegründet worden, um den strikten amerikanischen Regularien zu entsprechen.

Zum anderen steigt die in Asien sehr verbreitete japanische Messaging-App LINE in den Kryptomarkt ein. Diese handelt die fünf genannten Coins über ihre Kryptobörsen BITMAX (für den japanischen Markt) und BITBOX (für andere Länder).Die Sicherheitsstandards sollen sehr hoch sein. Die App ist in siebzehn Sprachen verfügbar und will dem übermächtigen chinesischen WeChat Konkurrenz machen. In Europa sind die Konkurrenz v.a. Whatsapp und der Facebook Messenger. LINE soll über 160 Millionen Nutzer verfügen. Der Einstieg von LINE dürfte jedenfalls den Trend der Internetkonzerne in den Kryptomarkt verstärken. Seit Monaten gibt es ja viel Aufregung um den geplanten Facebook-Coin Libra. Hier geht es v.a. um ein Zahlungsmittel für internationale Transaktionen zu keinen oder nur geringen Kosten. Auch der russische Messaging-Dienst Telegram mit weltweit über 300 Millionen Nutzern steigt in den Kryptomarkt ein. Auf der eigenen Blockchain-Plattform Telegram Open Network (TON) sollen neben Bitcoin auch andere große Kryptowährungen gehandelt werden können. Immerhin konnte Telegram im Jahr 2018 rund 1,7 Milliarden Dollar bei einem ICO einsammeln. In Kürze soll der Handel mit dem Telegram-Token GRAM beginnen.

Die Trendwende bei den großen Altcoins soll noch einmal beispielhaft unten am Chart von Ethereum gegen Bitcoin verdeutlicht werden. Der Preis von Ethereum hat sich seit dem Tiefststand Anfang September gegenüber dem Bitcoin um rund 25 Prozent verbessert. Es ist durchaus möglich, dass der Ethereum-Preis bis Jahresende gegen den Bitcoin wieder auf die Niveaus von Juni steigt. Das wären vom heutigen Stand noch einmal 50 Prozent. Wenn dann –wie wir erwarten – bis Jahresende auch noch der Bitcoin steigt, wäre das in Dollar oder Euro gerechnet noch ein deutlich höherer Gewinn.

19.9.2019, 19:00

Der Bitcoin bewegt sich weiter seitwärts in der Dreiecksformation. Die Altcoins zeigen eine starke Performance. Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin könnten besonders profitieren.

Der Bitcoin hat gerade ein neues All-Time-High erreicht. Zumindest bei der Hashrate, die die sagenhafte Marke von 100 Millionen Tera-Hashes pro Sekunde überschritten hat. Die Hashrate ist das Gesamtmaß für die Rechenleistung innerhalb eines Blockchain-Netzwerkes. Die riesige Zahl macht die Stärke des Bitcoin-Netzwerkes deutlich als dem sichersten dezentralen Netzwerk der Welt. Eine unbedingte Korrelation zwischen steigenden Hashrates und steigenden Bitcoin-Preisen – wie sie einige Analysten unterstellen – gibt es aber nicht. Das zeigte sich im vergangenen Jahr, als steigende Hashrates mit einer desaströsen Kursentwicklung einhergingen. Auch aktuell kommen keine positiven Impulse, der Bitcoin-Preis bewegt sich seitwärts. Heute gab es wieder einmal eine heftige Minutenbewegung. Wie so oft fand sie im asiatischen Handel statt. Der Bitcoin fiel innerhalb kürzester Zeit um 500 US-Dollar und konnte danach schnell die Hälfte der Kursverluste wieder gutmachen. Am Abend notierte der Preis bereits wieder über der Marke von 10.000 Dollar in der Nähe der Vortagesniveaus. Er bewegt sich weiter in der seit Ende Juni gebildeten Dreiecksformation (vgl. Bitcoin-Jahreschart). In den nächsten zwei Wochen dürfte es zu einer Auflösung kommen. Entweder der Preis bricht durch die Widerstandslinie bei 9.400 Dollar. Dann könnte es bis zu einem Rückgang auf die 200-Tagelinie kommen, die aktuell bei 8.200 Dollar verläuft. Oder er bricht nach oben durch die abfallende obere Begrenzungslinie des Dreiecks aus. Dann könnte er Kurs auf die Jahreshöchststände nehmen. Diese Variante sehen wir aktuell immer noch als die wahrscheinlichere an. Der am Montag (23. September) beginnende Handel mit den physisch belieferten Bitcoin-Futures an der Bakkt könnte die Trendentscheidung beschleunigen.

Ein neuer Trend ist die Rückkehr der Altcoins. Nachdem sie seit langer Zeit gegenüber dem Bitcoin underperformen, hat sich dieser Trend nun umgekehrt. Wir haben hier zuletzt mehrfach darauf hingewiesen, dass Ethereum trotz des schlechten Chartbilds spekulativ sehr interessant erscheint. Seither ist der Preis der zweitgrößten Kryptowährung um rund 25 Prozent gestiegen, während der Bitcoin im gleichen Zeitraum sogar leicht im Minus ist. Der ETH-Preis hat nun auch die wichtige Marke von 200 Dollar deutlich überstiegen und notiert aktuell bei 220 Dollar. Schön sieht man die Outperformance im Chart von Ethereum gegen Bitcoin. Der Preis ist aus seinem seit Juni anhaltenden starken Abwärtstrend ausgebrochen. Er nimmt nun – wie schon vor drei Tagen vermutet – verstärkt Fahrt in Richtung der 200-Tagelinie von ETH-BTC auf (vgl. Jahreschart ETH-BTC unten).

Von den großen Altcoins könnten in nächster Zeit neben Ethereum auch Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin am interessantesten sein. Die bekannte japanische Messaging-App LINE hat ihre Kryptobörse BITMAX (für den japanischen Markt) bzw. BITBOX (für andere Länder) gestartet. Neben Bitcoin werden diese vier Altcoins dort gehandelt. Die Kryptobörsen sind in die LINE-App integriert, die weltweit über 160 Millionen Nutzer verfügen soll. Die Sicherheitsstandards sollen sehr hoch sein. Jedenfalls könnte der LINE-Schritt den Trend der Internetkonzerne verstärken, in das Kryptogeschäft einzusteigen. Neben LINE hat gerade auch Binance.US den Geschäftsbetrieb gestartet. Die Börse war von Binance neu gegründet worden, um den amerikanischen Regularien zu genügen. Auch Binance.US handelt wie LINE neben Ethereum die gleichen vier Altcoins. Das könnte auch ein Grund für die sehr starke Performance inbes. von Ethereum und Ripple während der vergangenen Tage sein.

17.9.2019, 20:25

Die Altcoins rücken seit Tagen verstärkt ins Blickfeld. Ethereum und Ripple sind heute sehr fest.

Der Bitcoin (BTC) hat ein neues All-Time-High erreicht: Die BTC-Hashrate hat mit 100 Mio. Tera-Hashes pro Sekunde die Stärke des Bitcoin-Netzwerkes noch einmal deutlich gemacht. Die Hashrate ist das Gesamtmaß für die Rechenleistung innerhalb eins Blockchain-Netzwerkes. Mit der riesigen Hashrate gilt Bitcoin als das sicherste dezentrale Netzwerk der Welt. Obwohl einige Analysten eine Korrelation zwischen steigenden Hashrates und steigenden Kursen sehen, kann man dies so nicht unbedingt sehen. Das beste Beispiel ist die desaströse Kursentwicklung im vergangenen Jahr, obwohl die Hashrates immer weiter stiegen.

Der Bitcoin zeigt sich davon zunächst auch unbeeindruckt und tritt weiter seitwärts auf der Stelle. Dagegen setzt sich die Outperformance der Altcoins fort.  Ein Blick auf die Wochenperformance der Top20 zeigt das sehr deutlich. Gestern haben wir die vier Coins Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin als mögliche Favoriten herausgestellt. Die zwei Top-Performer sowohl von heute als auch der Woche sind mit Ethereum und Ripple zwei davon.

Quelle: coinmarketcap.com

Ethereum (ETH) wurden hier zuletzt mehrfach als interessantes Trading herausgestellt. Heute ist ETH mit einem Plus von 14% der Tagessieger bei den großen Coins, nachdem der Preis bereits während der vergangenen Tage sehr fest war. Insbesondere war zuletzt die relative Stärke gegenüber dem Bitcoin sehr auffällig. Mit dem Sprung über die Marke von 200 Dollar ist nun auch eine wichtige Schwelle überschritten (vgl. Chart unten). Das kürzlich gebildete Death Cross hat sich – wie zuletzt schon vermutet – als Fehlsignal erwiesen. Der Preis ist heute auch wieder über die 200-Tagelinie gesprungen. Damit spiegelt sich der zuletzt sehr gute Newsflow in der Kursentwicklung wieder. Zuletzt ließ auch die Bank Santander aufhorchen. Denn mit dieser emittiert erstmals ein Global Player eine Blockchain-basierte Anleihe. Ausgabe und Verzinsung sind Token-basiert. Das Ausgabevolumen der einjährigen Anleihe ist zwar mit 20 Millionen US-Dollar nicht riesig. Dennoch könnte die auf die Ethereum Blockchain gesetzte Anleihe eine Eisbrecher-Funktion bekommen. Santander gilt als kryptofreundlich. Bei Zahlungsabwicklungen gibt es schon länger eine Partnerschaft mit Ripple.

Ripple (XRP) profitiert von Gerüchten um eine mögliche Partnerschaft mit Coinbase, die der weiteren Adaption von Ripples xRapid dienen soll. Der Preis ist heute um über 11% fester. XRP ist heute durch die 50-Tageslinie durchgebrochen und könnte nun Kurs auf die 200-Tagelinie nehmen (vgl. Chart unten).

16.9.2019, 16:15

Binance.US beschränkt sein in zwei Tagen verfügbares Angebot auf sechs Kryptowährungen. Bei den Altcoins könnten davon Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin profitieren. Ethereum zeigt schon relative Stärke.

Bis Anfang nächster Woche könnte sich der kurzfristige Trend beim Bitcoin entscheiden. In einer Woche beginnt der Handel mit den Bitcoin-Futures an der Bakkt. Kommt es zur erhofften Nachfragebelebung, könnte der Preis durch die obere Abwärtslinie des seit Ende Juni gebildeten Dreiecks kommen. Bei einer Enttäuschung wäre auch ein Test des Widerstands bei 9.400 US-Dollar möglich.

Die Altcoins werden tendenziell dem Bitcoin-Trend folgen. Allerdings mehren sich nun doch die Zeichen einer aufkommenden Altseason. Darunter versteht man einen Zeitraum, in dem der Bitcoin an Marktdominanz verliert zugunsten der Altcoins. Oder anders gesagt: In diesem Zeitraum zeigen die Altcoins eine Outperformance gegenüber dem Bitcoin. Seit Anfang 2018 stieg die Marktdominanz von Bitcoin von dem bisherigen Tiefststand von 33 Prozent bis auf zuletzt knapp 70 Prozent.

Warum könnten Altcoins nun wieder stärker in den Fokus rücken?

Einige Beispiele für eine mögliche positivere Einschätzung der Altcoins:

  • Gemäß dem neuen Bericht von Binance Trading und Research werden Altcoins wieder deutlicher steigen. Binance Trading als größter OTC-Kryptohändler geht von einem Rückgang der Marktdominanz von derzeit 70% auf 50% aus. Mit anderen Worten: Altcoins werden gegenüber dem Bitcoin steigen und ihn outperformen. Allerdings lässt Binance Trading offen, wann diese Entwicklung erwartet wird.
  • Hinter einigen Altcoins stehen interessante Projekte mit großem Zukunftspotential, die sich auf Bereiche wie autonomes Fahren, Shop-Implementierung oder Apps beziehen. Die unterschiedlichen Bereiche sind auch die Daseinsberechtigung verschiedener Altcoins. Denn Altcoins sind oft für bestimmte Bereiche konzipiert. So soll Iota stark vom Internet der Dinge profitieren und hat viele interessante Projekte laufen, auch wenn der Kursverlauf eine andere Sprache spricht.
  • Teilweise wird erwartet, dass der Bitcoin-Preis vielleicht noch in diesem Jahr – und wenn nicht, dann Anfang nächsten Jahres – ein neues Allzeithoch Viele Altcoin-Analysten erwarten, dass bei einem Blick auf die zurückgebliebenen Altcoins diesen dann ein großes Nachholpotential attestiert werden wird. Die Coins mit aussichtsreichen Projekten dahinter dürften überproportional steigen. Die Schwierigkeit dabei ist oft die Einstufung der Erfolgsaussichten der Projekte.
  • Die kurzfristigen Auswirkungen von US sind eingepreist. Mitte Juni musste Binance seinen US-Nutzern wegen regulatorischer Unsicherheiten die Nutzung von Binance untersagen. Interessant: Seither ist die Bitcoin-Dominanz noch einmal stark von 55 auf 70 Prozent gestiegen. Gültig wurde das Verbot zum 12. September. Da Binance aber weiter im US-Markt tätig sein wollte, wurde mit Binance.US eine eigene Börse für US-Nutzer geschaffen, die den Regulierungen Rechnung trägt. Binance.US soll in zwei Tagen (18.September) den Geschäftsbetrieb beginnen. Im Gegensatz zum großen Angebot von Binance wird das Angebot bei Binance.US zunächst nur auf die sechs Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Litecoin und Tether beschränkt sein. Die vier Altcoins Ethereum, Ripple, Bitcoins Cash und Litecoin könnten davon profitieren.

Ethereum zeigt relative Stärke

Vor einer Woche haben wir darauf hingewiesen, dass große Altcoins wie Ethereum derzeit eine gute Kaufgelegenheit sein könnten. Und das obwohl Ethereum gerade ein Death Cross gebildet hatte, normalerweise ein Zeichen für eine weiter schwache Kursentwicklung. Ethereum ist nun in einer Woche um rund 10% gestiegen, während der Bitcoin nur seitwärts gelaufen ist. Die Outperformance zeigt sich auch im Chart unten, der die Wertentwicklung von Ethereum gegenüber dem Bitcoin seit Anfang 2018 zeigt. Ethereum hat seither bis zu 85% seines Wertes gegenüber dem Bitcoin verloren, zuletzt ging es noch einmal seit Juni steil bergab. Seit Anfang September ist der Preis nun gedreht und durchbricht heute die 50-Tagelinie. Von daher steigen die Chancen auf eine nachhaltige Outperformance. Diese könnte durchaus bis über die 200-Tagelinie gehen, die derzeit bei 0,027 BTC verläuft. Auch fundamental steht einem weiteren Anstieg wenig im Weg. Die Inflationsrate wird mit dem geplanten Update 2.0 Anfang des Jahres drastisch sinken. Analysten weisen darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Ethereum-Netzwerk derzeit sehr hoch ist. Ethereum hat viermal so viele Entwickler wie Bitcoin, die führende Stellung gegenüber konkurrierenden Smart-Contract- und dApp-Plattformen wie EOS oder Cardano bleibt unangefochten. Auch EOS zeigen gerade relative Stärke und haben nach Ethereum die zweitbeste Wochenperformance unter den Top20. Dies könnte auch im Zusammenhang mit der geplanten Hard Fork am 23. September stehen.

9.9.2019, 18:10

Trotz zuletzt sehr schlechter Chartbilder gibt es Anzeichen für einen Dreh der Altcoins. Große Altcoins wie Ethereum könnten deshalb derzeit eine gute Kaufgelegenheit sein.

Ein Durchbruch durch die 200-Tagelinie von oben nach unten – wie ihn viele Altcoins zuletzt gesehen haben – gilt als Zeichen für weiter fallende Kurse. Dieses bearishe Signal wird dann häufig eine gewisse Zeit später noch einmal bestätigt durch ein Death Cross. Bei diesem durchbricht die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten. Im vergangenen Jahr gab es beim Bitcoin zum Aprilbeginn ein Death Cross. Kurzfristig erwies sich das als Fehlsignal, denn der Bitcoin sprang danach in vier Wochen um 50%. Dagegen fielen die Preise längerfristig um rund 50% bis Jahresende.

Aktuell ist der unangefochtene Marktführer Bitcoin weit von einem Death Cross entfernt und bewegt sich sehr deutlich über der 200-Tagelinie, die bei unter 8.000 US-Dollar verläuft. Dagegen sind viele der großen Altcoins bereits in den vergangenen zwei Monaten durch die 200-Tagelinie gefallen und haben dann weiter Terrain verloren. Alle haben anschließend auch ein Death Cross ausgebildet oder stehen kurz davor. Dies belegen unten die entsprechenden Charts der acht größten Kryptowährungen (der Stable Coin Tether wurde aus dieser Betrachtung ausgeschlossen).

Welche Relevanz haben diese Konstellationen nun für die Prognose? Zunächst ist das alles natürlich auch nur eine Darstellung der aktuellen Situation und besagt grob gesagt, dass die kurzfristige Kursentwicklung noch schlechter war als die langfristige. Es macht auch einen Unterschied, ob die Linien einen scharfen Schnitt machen wie bei Ripple (XRP) oder EOS, denn das spricht für eine anhaltende Abwärtsdynamik. Dagegen könnte es z.B. bei Bitcoin Cash (BCH) und Monero (XMR) zu keinem Death Cross mehr kommen. Die Preise gehen vielmehr gerade wieder durch die 200-Tagelinie nach oben.

Das gerade ausgebildete Death Cross bei Ethereum (ETH) könnte deshalb auch ein Fehlsignal sein. Der Preis ist gegenüber dem Bitcoin in den vergangenen Tagen fest. Die Chancen, dass man hier aktuell bezogen auf den Bitcoin zu Tiefstpreisen kaufen kann, stehen nicht schlecht. Der ETH-Preis hat seit Juni die Hälfte seines Wertes gegenüber dem Bitcoin verloren (vgl. Ethereum-Bitcoin-Chart unten). Er bewegt sich 35% unter der 200-Tagelinie und könnte nun den Boden erreicht haben. Zumal die fundamentale Situation durchaus vielversprechend ist: Ethereum hat viermal so viele Entwickler wie Bitcoin, die führende Stellung gegenüber konkurrierenden Smart-Contract- und dApp-Plattformen wie EOS oder Cardano bleibt unangefochten, die Inflationsrate sinkt mit dem geplanten Update 2.0 Anfang des Jahres drastisch. Alles in allem scheint derzeit ein guter Einstiegszeitpunkt bei Ethereum zu sein. Ethereum könnte den Bitcoin bis zum Jahresende outperformen. Grundsätzlich bleibt der Bitcoin aber das maßgebliche Basis-Investment am Kryptomarkt.

Generell könnte die Stimmung bei den Altcoins drehen. Es mehren sich die Artikel, die die Altcoins als sehr stark überverkauft sehen und eine Gegenreaktion erwarten. Der bekannte Analyst Willy Woo weist in einem Tweet darauf hin, dass das Verhältnis Altcoin- zu Bitcoin-Marktkapitalisierung gerade wieder die sechseinhalbjährige Unterstützungslinie testet und der RSI mehr überverkauft ist als in seiner ganzen Geschichte (vgl. Chart unten).

Quelle: twitter.com/woonomic

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen, die die Bitcoin-Dominanz weiter wachsen und bis zu 99 Prozent der Altcoins in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sehen. Belege dafür werden auch angeführt. So die Konzentration der neuen Futures-Plattform Bakkt nur auf Bitcoin-Futures oder die Tatsache, dass der Bitcoin Trust von Grayscale enorme Anziehungskraft entwickelt hat, der Ethereum oder ZCash Trust dagegen nicht.

5.9.2019, 21:30

Der Bitcoin hat sich wieder über 10.000 US-Dollar etabliert. Dagegen bilden viele Altcoins ein Death Cross. Charttechnisch liegen derzeit Welten zwischen den Altcoins und dem Bitcoin.

Momentan sind die geopolitischen Spannungen und der Handelsstreit zwischen den USA und China etwas in den Hintergrund getreten. Auch die Gefahr des No-Deal-Brexits hat sich in den vergangenen Tagen erheblich vermindert. Die Aktienmärkte haben  folgerichtig aufgeatmet und konnten deutliche Kursanstiege verbuchen. Normalerweise ist das eher ein Szenario für schwächere Bitcoin-Preise. Aber auch der Bitcoin konnte in den vergangenen Tagen wieder 10 Prozent zulegen. Vergangene Woche ist er zum dritten Mal auf die Widerstandslinie bei 9.400 US-Dollar der seit Mitte Juli gebildeten Dreiecksformation gestoßen (vgl. Bitcoin-Chart unten). Aktuell notiert er wieder deutlich über der Marke von 10.000 Dollar. Bricht der Preis über den oberen Widerstand bei derzeit etwa 11.300 Dollar, könnte rasch neue Dynamik in den Kurs kommen. Kurzfristig wären im September dann durchaus neue Jahreshöchstkurse drin. Zumal viele Marktteilnehmer vom Start der Bitcoin-Futures-Plattform Bakkt am 23. September eine Nachfragebelebung erwarten. Denn das Settlement der Futures erfolgt hier erstmalig physisch. Die Bitcoins müssen also tatsächlich geliefert werden und diese müssen natürlich dann auch auf Kryptobörsen gekauft werden. Bakkt zielt stark auf große institutionelle Kunden und bietet mit dem Warehouse eine Hochsicherheitslösung zur Verwahrung der Bitcoins an. Bereits ab morgen können Bakkt-Kunden Bitcoins dort einliefern.

Die Altcoins bleiben weiter bei der Performance zurück. Ein Blick auf die vergangene Woche zeigt beim Bitcoin ein Plus von knapp 11 Prozent. Fast alle Altcoins bleiben da deutlich zurück. Von den Top20 übertrifft nur Ethereum Classic mit 17 Prozent die Bitcoin-Wochenperformance. Der Coin wurde als einziger hier an dieser Stelle vor zwei Woche als Trading-Chanceherausgestellt. Die gute Performance könnte mit Überlegungen zu einem Namenswechsel zusammenhängen. Mit dieser Maßnahme will man sich von Ethereum distanzieren und dadurch die Marktkapitalisierung steigern. Die Spekulationen könnten im Vorfeld des ETC Classic Summit in Vancouver am 3. und 4. Oktober anhalten.

Quelle: coinmarketcap.com

Andere Altcoins haben gerade ein Death Cross gebildet. Dabei durchbricht die 50-Tagelinie von oben die 200-Tagelinie. Normalerweise gilt diese Konstellation als guter Indikator für weiter fallende Kurse. Beispielhaft sei das unten am Chart des größten Altcoins Ethereum gezeigt. Bei Ethereum erfolgt der Durchbruch gerade. Bei Ripple passierte das bereits Mitte August. Danach verlor der XRP-Kurs gegenüber dem Dollar in zwei Wochen rund 20 Prozent seines Wertes. Fraglich ist, ob dieses Muster eine ähnliche Relevanz bekommt wie bei der Ausbildung des Golden Crosses, das viele Altcoins und der Bitcoin im Frühjahr gebildet hatten und dem danach sehr starke Kursanstiege folgten. Jedenfalls zeigt sich auch bei dieser Betrachtung die enorme relative Stärke des Bitcoins gegenüber den Altcoins. Während der Preis des Bitcoins noch sehr deutlich über der 200-Tagelinie liegt, sind die Preise der meisten Altcoins sehr weit unter dieser.

2.9.2019, 15:50

Von den großen Coins zeigt Ethereum Classic Stärke gegenüber dem Bitcoin. Folgen andere Altcoins, könnten diese wieder zu Outperformern werden.

Der Bitcoin bleibt das Maß aller Dinge bei den Kryptowährungen. Die älteste und mit Abstand höchstkapitalisierte und liquideste Kryptowährung genießt bei den Investoren auch das mit Abstand höchste Vertrauen. In den bekannten Krisenländern wie Venezuela oder Argentinien ist der Bitcoin als Alternative zur wertvernichtenden nationalen Währung schon länger etabliert. Aber auch die reichen Inder sind laut einer aktuellen Umfrage des Research-Unternehmens Hurun immer offener für Bitcoin-Investitionen. Denn dort schwindet das Vertrauen in die heimische Wirtschaft ebenfalls und wächst der Wunsch nach einer Alternativanlage. Generell dürfte dieser Trend in immer mehr Ländern zunehmen und dadurch den Bitcoin stimulieren.

Wann kommt die Altcoin-Saison?

Die Altcoins hatten sich in den vergangenen Wochen gegenüber dem Bitcoin stabilisiert. Die eher positive Tendenz zuletzt wurde aber unterbrochen. Es gibt Analysten, die demnächst eine neue Altcoin-Saison heraufziehen sehen. Zunächst sollte aber beobachtet werden, ob die Altcoin-Stabilisierung weiter Bestand hat. Wenn dann weitere große Altcoins gegenüber dem Bitcoin zulegen, könnte der Zeitpunkt für stärkere Engagements in Altcoins gekommen sein. Grund zur Eile dürfte derzeit aber noch immer nicht bestehen. Der einzige unter den großen Altcoins, der gegenüber dem Bitcoin im vergangenen Monat zulegen konnte, ist Ethereum Classic (ETC). Wie der Jahreschart zeigt, könnte es hier zu einem nachhaltigen Dreh kommen. Im Vergleich dazu fehlt bei Ethereum (ETH) und anderen großen Altcoins noch der Dreh nach oben. Beispielhaft ist das unten an den Charts von Ethereum und Ethereum Classic dargestellt.

Darstellung der Altcoins soll verbessert werden

Coinmarketcap ist eine weitverbreitete Übersichtsseite über die Kryptowährungen. Zuletzt gab es immer wieder Kritik an den Ranking-Kriterien. Ab heute soll eine neue Methodologie für eine bessere Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse sorgen. Insbesondere bei den Handelsvolumina hatte Coinmarketcap sich auf teilweise viel zu hohe Zahlen einzelner Kryptobörsen bezogen. Mit einem neuen Ansatz sollen liquiditätsbasierte Kennzahlen die tatsächliche Situation widerspiegeln. Dies soll am 12. November dann umgesetzt werden. Die Website openmarket.cap wirbt bereits jetzt damit, keine Fake Volumina zu berücksichtigen. Diese werden meist durch Wash Trading produziert, mit dem Kryptobörsen ihre Marktposition stärker darstellen wollen als sie tatsächlich ist. Die Diskussion hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Arcane Crypto hat die Bitcoin-Dominanz nicht 70 Prozent wie bei Coinmarketcap angegeben gesehen, sondern unter Berücksichtigung der Liquidität mit weit über 90 Prozent.

30.8.2019, 13:40

Der Fear & Greed Index ist zwar zuletzt wieder gestiegen. Trotzdem ist der Bitcoin-Preis wieder deutlich unter 10.000 US-Dollar gerutscht und nahe der unteren Widerstandslinie.

Quelle: alternative.me

Zuletzt wurde bei vielen Marktbeobachtern auf den Fear & Greed Index verwiesen. Nachdem er vor wenigen Tagen noch auf seinem tiefsten jemals gemessenen Wert stand, ist er nun wieder etwas geklettert. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto größer die Angst der Investoren vor weiteren Kursrückgängen. Mit anderen Worten: Die Angst ist noch da, die Zuversicht wächst aber wieder. Allerdings: Während der Index stieg, sackten gleichzeitig die Bitcoinkurse ab. Nachdem sich der Bitcoin in den vergangenen zwei Wochen meist gut über der Marke von 10.000 US-Dollar halten konnte, rutschte er in der zweiten Wochenhälfte deutlich darunter. Als Grund wurden auslaufende Bitcoin-Futures an der Chicago Mercantile Exchange genannt. Auch Liquidationen von großen gehebelten Long-Positionen bei der Börse BitMEX könnten eine Rolle gespielt haben. Denn gerade bei gehebelten Positionen führt ein Kursrückgang in der Folge dann zu Liquidationen, die den Kursverfall kurzfristig dann beschleunigen. Von daher könnte der zunehmende Trend zu Margin-Tradings durchaus eine Ursache für die Heftigkeit der immer wieder zu beobachtenden kurzfristigen Kursstürze sein. Geopolitisch sind entgegenkommende Äußerungen aus China im Handelsstreit mit den USA schlecht für den Bitcoin und gut für den Aktienmarkt.

Charttechnisch sollte der Widerstandsbereich um 9.400 Dollar halten. Das ist die untere Linie der zuletzt gebildeten Dreiecksformation. Gerade hat der Bitcoin-Preis zum dritten Mal seit Mitte Juli diesen Bereich touchiert. Bei einem nachhaltigen Bruch besteht die Gefahr einer größeren Abwärtsbewegung, die den Bitcoin-Preis in Richtung seiner 200-Tagelinie drücken könnte. Diese verläuft derzeit bei knapp 7.600 Dollar.

Bakkt startet im September
Andererseits darf man gespannt auf den Start der neuen Bitcoin-Futures an der Bakkt sein, der am 23. September beginnen wird. Im Gegensatz zu den bereits bestehenden Futures an der CME werden die Bakkt-Futures physisch beliefert. Da dafür Bitcoins an den Kryptobörsen gekauft werden müssen, wird erwartet, dass die zusätzliche Nachfrage den Bitcoin-Kurs beleben wird. Außerdem dürfte der Handelsbeginn bei Bakkt den Einstieg von institutionellen Investoren forcieren. Hinter der Handelsplattform Bakkt steht die Intercontinental Exchange, die unter anderem auch die weltgrößte Wertpapierbörse New York Stock Exchange betreibt. Bereits ab 6. September startet mit dem Warehouse eine Hochsicherheitslösung zur Verwahrung der gehandelten Bitcoin. Die Kunden können ab diesem Termin also bereits Bitcoins dort für das spätere Futures-Trading deponieren.

Telegram-Token wird handelbar
Gespannt darf man auf den laut einem Artikel der New York Times am 31. Oktober geplanten Start von Gram sein, dem Krypto-Token des Messenger-Giganten Telegram. Der Token wird Bitcoin-ähnlich und nicht wie der geplante Facebook-Token Libra an Fiatwährungen gekoppelt sein. Im Jahr 2018 hatte Telegram mit einem privaten ICO (Initial Coin Offering) rund 1,7 Milliarden Dollar eingesammelt – das zweitgrößte ICO nach dem von EOS. Das 2013 gegründete Unternehmen gilt als bedeutender Facebook-Konkurrent und legt im Gegensatz zu diesem großen Wert auf den Datenschutz. Mit rund 300 Millionen Nutzern hat Telegram eine sehr große Reichweite. Deshalb könnte der Gram-Token, über den bisher aber nur wenig bekannt ist, ein Baustein zur Massenadaption von Kryptowährungen sein. Das dahinterstehende Projekt soll auf eine Revolutionierung des weltweiten digitalen Zahlungssystems abzielen. Im Gegensatz zu dem Facebook-Projekt gab es hier bisher wenig Gegenwind. Das liegt daran, dass wenig darüber bekannt wurde. Gespannt darf man aber auf die Reaktionen sein, wenn Details veröffentlicht werden.

26.8.2019, 22:10

Die wahre Bitcoin-Dominanz dürfte noch weit größer sein als die rein nach Marktkapitalisierung berechnete. Charttechnisch sehen die Altcoins sehr schlecht aus. Trotzdem wird das Comeback kommen.

Der Bitcoin wird sein Allzeithoch von fast 20.000 Dollar erreichen und übertreffen. Aus unserer Sicht ist das keine Frage des Ob, sondern des Wann. Bei den Altcoins sieht das schon etwas anders aus. Viele Altcoins werden vom Markt verschwinden, noch mehr ihre Höchstkurse nie mehr sehen. Der Bitcoin notiert derzeit etwas weniger als 47% unter seinem Allzeithöchst. Dagegen werden laut der Analyseseite coingecko genau 50% der Altcoins der Top100 mit nur noch 90 oder mehr Prozent unter ihren Höchstständen bewertet. Dabei gilt: Je geringer die Marktkapitalisierung, desto größer ist der Anteil der Coins mit 90% Kursverlusten und mehr. Fragen in diesem Zusammenhang sind: Wird die Bitcoin-Dominanz immer größer? Was sind die Ursachen der desaströsen Kursverluste der meisten Altcoins? Und natürlich: Ändert sich diese Situation wieder und wenn ja, wann?

Die wahre Bitcoin-Dominanz ist größer
Bitcoin ist als erste Kryptowährung der Marktführer geblieben. Dies zeigt sich bei Betrachtung der Bitcoin-Dominanz. In den Jahren von 2013 bis Anfang 2017 bewegte sie sich im Bereich zwischen 80 und 90% (vgl. Chart unten). Mit dem ICO-Boom in 2017 und der ersten Hälfte 2018 kam sie sukzessive zurück bis auf einen Tiefstwert von 33,4% am 8.1.2018 (also kurz nach dem Höhenflug zum Jahresende 2017). Seither ist sie mit Unterbrechungen aber immer weiter gestiegen und beträgt aktuell rund 69%. Allerdings: Dies ist die Marktdominanz, wie sie bei coinmarketcap rein nach der Marktkapitalisierung berechnet wird. Analysten sehen diese aber als noch viel größer an. Dabei wird auch die Liquidität des Coins berücksichtigt und somit eine treffendere Einstufung erreicht. Denn sonst wäre es möglich, dass ein völlig illiquider Token mit Mini-Umsätzen in eine hohe und absurde Marktkapitalisierung getrieben und dadurch einen Anteil am gesamten Kryptomarkt erlangen würde, der nicht ansatzweise seiner tatsächlichen Bedeutung entspräche. Berücksichtigt man als neben der Marktkapitalisierung das Kriterium Liquidität, dann sehen Analysten die Marktdominanz von Bitcoin derzeit deutlich höher bei rund 90%.Jedenfalls wird der Bitcoin auf lange Zeit der dominierende Faktor am Kryptomarkt bleiben.

Quelle: coinmarketcap.com

 

Gründe für das Altcoin-Desaster

Der ICO-Boom erinnerte sehr stark an die Hochzeiten des Aktienmarktes im Jahr 1999/2000 kurz vor dem Platzen der Tech-Blase. Auch hier kam es vor allem am Neuen Markt zu einer Emissionsflut und unglaublichen Kursgewinnen in kurzer Zeit. Die Börsengänge (IPOs) spülten viel Geld in die Kassen junger und – oft nur scheinbar – innovativer Unternehmen. In der Folgezeit stellte sich dann heraus, dass viele Unternehmen mit dem Geld wenig anfangen konnten und es nur verbrannten. Die Folge war, dass diese bereits Jahre später pleite waren oder in der Bedeutungslosigkeit verschwanden. Es gab aber auch einige mit guten Geschäftsmodellen und gutem Management (wie United Internet oder Qiagen), die eine dominante Marktstellung in ihrem Bereich erreichten und heute sehr gut dastehen.

Das Geschehen am Kryptomarkt im Jahre 2018 ist eine Analogie zum Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Viele mit großem Tamtam gestartete Kryptoprojekte sind bereits in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, viele weitere werden folgen. Von daher wird bei Altcoin-Investments wesentlich sein, wie aussichtsreich das dahinterstehende Projektund wie gut das Management/Team ist. Mit den ICOs, die ja nichts anderes als das Gegenstück von IPOs am Aktienmarkt sind, wurden erstaunliche Summen für die Projekte akquiriert. Passiert ist dann aber oft wenig. Von daher macht sich natürlich zunehmend Enttäuschung bei den Investoren breit. Der Kryptobereich mag zwar disruptiv sein, zur Verfügung gestellte Geldmittel reichen aber auch dort nicht unbegrenzt. Das Geschäftsmodell muss schon stimmen. Fast jedes Projekt weist auf seinen USP (Unique-Selling-Point) hin, oft sind das aber nicht mehr als Marketing-Gags zur Investorenakquise. Die Investoren haben daraus aber gelernt und stehen neuen Projekten kritischer gegenüber. Ein wirklicher Use Case sollte vorhanden sein und natürlich sollte es für diesen Use Case auch eine potentiell große Nachfrage geben. Oft gibt es auch mehrere Use Cases. So kann Bitcoin als Zahlungsmittel verwendet werden oder als Wertaufbewahrungsmittel (digitales Gold). Für den letzteren Use Case gibt es aufgrund der manipulierten Fiat-Währungen eine immer größere natürliche Nachfrage.

Comeback der Altcoins?

Das ist natürlich die Kernfrage für Investoren. Tatsache ist, dass sich die Altcoins in den vergangenen zwei Wochen gegenüber dem Bitcoin stabilisiert haben und teilweise sogar leicht zugelegt haben. Die Stabilisierung Mitte Juli war nur von kurzer Dauer. Jetzt scheint ein soliderer Boden gelegt zu werden, der zu einem echten Dreh führen könnte. Für massive Umschichtungen vom Bitcoin in Altcoins ist es noch zu früh. Viele Altcoins sind unter ihre 200-Tagelinien gefallen. Oft wurde sogar schon ein Death Cross gebildet, bei dem die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten durchbricht. Normalerweise gilt diese Konstellation als guter Indikator für weiter fallende Kurse. Von daher sollte man sein für Altcoins vorgesehenes Pulver weitestgehend trocken halten. Allerdings könnte man erste punktuelle Käufe erwägen. So kann eine Anfangsposition bei Ethereum (ETH) Sinn machen mit Blick auf den Jahreswechsel. Denn am 3. Januar 2020 würde durch das geplante Update 2.0 die Inflationsrate drastisch von aktuell 4-5 Prozent auf dann 0,5 Prozent fallen. Die Stabilisierung der Werthaltigkeit könnte dem Kurs recht gut tun. Generell halten wir es für nicht unwahrscheinlich, dass sich im Laufe des zweiten Halbjahres die wichtigen Altcoins wieder von Under- zu Outperformern mausern. Es dürfte sich deshalb lohnen, die Situation bei den Altcoins weiter zu verfolgen. Das Comeback wird kommen.

22.8.2019, 22:35

Seit dem unerwarteten Rückschlag in der Vorwoche schwankt der Bitcoin um die Marke von 10.000 US-Dollar. Der „Bitcoin Fear & Greed Index“ steht auf dem niedrigsten Wert der Geschichte des Index. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto größer die Angst der Investoren vor weiteren Kursrückgängen. Aktuell ist sie beim Bitcoin also so groß wie noch nie. Allerdings kennt man auch vom Aktienmarkt das Phänomen, das es gerade in solchen Phasen dann schnell zu einer gegenläufigen Bewegung kommen kann. Außerdem könnte der Index die Stimmung schlechter darstellen, als sie tatsächlich ist. In vielen Kommentaren wird die Kursentwicklung in den nächsten zwei Jahren sehr positiv gesehen mit Kurszielen im mittleren fünfstelligen Bereich oder sogar im sechsstelligen Bereich.

Die Altcoins konnten sich zuletzt stabilisieren. Nach den heftigen Kursverlusten gegenüber dem Bitcoin bewegen sie sich seit zwei Wochen seitwärts. Der erste unter den zwanzig größten Altcoins, der eine bullishe Richtung eingeschlagen hat, ist Ethereum Classic (ETC). Dies könnte mit Überlegungen zu einem Namenswechsel zusammenhängen. Mit dieser Maßnahme will man sich von Ethereum distanzieren und dadurch die Marktkapitalisierung steigern. Die Spekulationen könnten im Vorfeld des ETC Classic Summit in Vancouver am 3. und 4. Oktober anhalten. Charttechnisch sieht der Coin sehr gut aus. Gegenüber dem Bitcoin hat er deutlich gedreht, wie der Chart unten zeigt. Nach dem Durchbruch durch die 50-Tagelinie gestern gab es heute weitere deutliche Zugewinne. Der ETC-BTC-Preis könnte sich nun in Richtung der 200-Tagelinie bewegen. Auch gegenüber dem Dollar könnte der gestern erfolgte Durchbruch durch die 200-Tagelinie diesmal nachhaltiger sein. Nachdem der ETC-Preis im Juli unter diese gerutscht war, bewegte er sich seither um diese und zuletzt deutlich darunter (vgl. ETC-Jahreschart ganz unten). Heute ist er mit einem Plus von 10% der mit Abstand beste Performer unter den Top20. Auch im Wochenvergleich hat er die Nase deutlich vorn. Für Trader könnte der Coin deshalb ein spekulativer Kaufsein. Ethereum Classic kann auf vielen großen Kryptobörsen gehandelt werden.

20.8.2019, 13:25

Nach den jüngsten Irritationen bewegt sich der Preis des Bitcoins wieder komfortabel über 10.000 US-Dollar. Werden die Jahreshöchstkurse im September geknackt?

Der Bitcoin war Mitte vergangener Woche unter die psychologische Marke von 10.000 US-Dollar getaucht. Zwar deutlich, aber nur kurz. Grund waren hier mögliche Belastungen durch Abverkäufe von großen Mengen an Bitcoin, die von den Initiatoren des vermutlichen Betrugssystems Plus Token erbeutet wurden. Die Rede war von bis zu 200.000 Bitcoin und 800.000 Ethereum. Allerdings: Mit der Sicherheit oder Funktionalität des Bitcoins hat dieser Betrug nichts zu tun. Vielmehr ist dies eine Betrugsform auf der Basis übertriebener Renditeversprechen, wie man sie bei traditionellen Anlageformen auch schon oft gesehen hat. Dort wird nach großen Betrugsfällen mit erbeuteten US-Dollar oder Euro ja auch nicht die Sicherheit dieser Währungen in Frage gestellt. Von daher dürfte die jüngste Belastung des Bitcoins von dieser Seite nur von kurzer Dauer sein. Zum Wochenbeginn hat er sich schon wieder sehr deutlich über der Marke von 10.000 Dollar etabliert. Er könnte nun erneut Anlauf auf die Jahreshöchststände um die 13.600 Dollar nehmen, die Ende Juni erreicht wurden.

Neue Impulse durch Bakkt im September?

Neue Höchststände könnten durchaus im September erreichbar sein. Denn nach der behördlichen Genehmigung will mit Bakkt die lange erwartete Handelsplattform der Intercontinental Exchange (die mit der New York Stock Exchange auch die weltgrößte Wertpapierbörse betreibt) am 23. September mit dem Start beginnen. Auf Bakkt sollen erstmals Bitcoin-Futures gehandelt werden, die im Gegensatz zu den bereits bestehenden Futures-Kontrakten an der CME physisch beliefert werden. Während es bei Futures mit cash settlement nur einen Barausgleich am Verfallsdatum gibt, wird bei den physisch belieferten Kontrakten der Basiswert selbst geliefert. Damit das geschehen kann, müssen natürlich die Bitcoins an den Kryptobörsen gekauft werden. Von daher wird erwartet, dass die zusätzliche Nachfrage den Bitcoin-Preis weiter treiben wird. Zumal mit dem neuen Angebot eines – wenn nicht des – renommiertesten Börsenbetreibers auch verstärkt institutionelle Anleger angesprochen werden sollen und in den Markt einsteigen dürften. Im Vorfeld des Bakkt-Starts könnte deshalb die Spekulation auf diese Effekte den Bitcoin-Preis nach oben treiben, eventuell bis auf neue Jahreshöchstkurse.

Altcoins performen wieder besser

Die Performance der Altcoins gegenüber dem Bitcoin hat sich zuletzt deutlich verbessert. Sowohl im Tages- wie Wochenvergleich finden sich nun vermehrt Altcoins mit einer zumeist kleinen Outperformance. Es muss sich allerdings erst noch zeigen, ob die neu gefundene Stabilität von Dauer ist. Denn vor einem Monat folgte nach einer ähnlichen Phase dann ein erneuter Abschwung. Für den Großteil der Anleger am Kryptomarkt bleibt es deshalb sinnvoll, sich vorerst weiter auf den Bitcoin zu konzentrieren.

19.8.2019, 14:25

Kommt aus China wegen Handelsstreit und Yuan-Abwertung verstärkt Nachfrage für Kryptowährungen? Der Bitcoin wäre der Hauptprofiteur.

In der vergangenen Woche sorgten Meldungen über die mögliche Einführung einer staatlichen chinesischen Digitalwährung für Furore. Diese wurde bereits seit fünf Jahren entwickelt und könnte bald getestet werden. Interessant erscheint diese Meldung auch vor dem Hintergrund des Handelsstreits zwischen den USA und China. Zumal auf längere Sicht die zunehmende Bedeutung des chinesischen Yuans dem US-Dollar immer mehr die Stellung als Weltleitwährung streitig machen dürfte. Eine chinesische Kryptowährung wäre einem Stable Coin vergleichbar und fest an den chinesischen Yuan gebunden. Auswirkungen auf die Nachfrage nach Bitcoin dürfte ein solcher Schritt zunächst nicht haben.

Anders verhält sich das mit der zuletzt stark steigenden chinesischen Nachfrage nach Kryptowährungen. Der Handelsstreit und die kürzliche Abwertung des Yuan sorgten dafür, dass offensichtlich immer mehr Investoren aus China versuchen, Gelder in Kryptowährungen umzuschichten. Dies geht aus einem gerade veröffentlichten Reuters-Bericht hervor. Demnach sollen die Umsatzvolumina an von Chinesen bevorzugten Kryptobörsen deutlich gestiegen sein. So bestätigte der Leiter der bei Chinesen beliebten Kryptoplattform OKEx, dass größere chinesische Investoren verstärkt Kryptowährungen kaufen. Dadurch reagieren sie auf die negativen Auswirkungen der US-Zölle und den sinkenden Yuan. 2017 wurde von China zwar der Betrieb von Kryptoplattformen verboten. Der Handel von chinesischen Anlegern hatte sich danach auf andere Plattformen verlagert, die zum Beispiel in Hongkong, Singapur oder Malta betrieben werden. Für die Chinesen dürfte der Kryptomarkt immer noch eine Option sein, um die strengen Kapitalkontrollen zu umgehen.

Es ist zwar schwer zu verifizieren, ob es wirklich eine deutlich gestiegene Nachfrage chinesischer Anleger gibt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen erscheint dies aber plausibel. Jedenfalls wäre die digitale Leitwährung Bitcoin der Hauptprofiteur. Auf andere in Asien beliebte Altcoins wie NEO oder OmiseGO könnte diese Entwicklung ebenfalls positive Auswirkungen haben. Diese hatten seit der Bitcoin-Hausse ab Anfang April gegenüber dem Bitcoin deutlich überproportional verloren.

13.8.2019, 13:25

Die staatliche chinesische Digitalwährung wird schon lange entwickelt. Nun könnte es noch in diesem Jahr zu einer Markteinführung kommen. Eine Konkurrenz zum Bitcoin wird sie aber auf keinen Fall sein.

Die People’s Bank of China (PBOC) plant bis Ende diesen Jahres die Einführung einer staatlich gestützten Kryptowährung. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gemäß Äußerungen von Mu Changchun, stellvertretender Direktor der PBOC-Abteilung für Zahlungsverkehr und –abwicklung, wird die digitale Währung bereits seit fünf Jahren entwickelt und steht nun vor der Marktreife.

Dieser Schritt könnte China einen Vorsprung verschaffen. Die regulatorischen Hürden sind mit denen der westlichen Ländern nicht vergleichbar. Regierung, Zentralbank und Aufsichtsbehörden sind in China eher linientreu. Immer neue Anhörungen wie in den USA dürfte es deshalb nicht geben. Wenn von offizieller Seite der Test einer eigenen Kryptowährung und nach erfolgreichem Abschluss deren Einführung beschlossen worden ist, dann werden auch alle Institutionen an einem Strang ziehen. Erste Kommentare heute sprechen von einer chinesischen Reaktion auf den geplanten Facebook-Coin Libra. Eventuell ist diese Ankündigung  aber auch im Zusammenhang mit dem jüngst eskalierten Handelskrieg zwischen den USA und China und der Abwertung der chinesischen Währung Yuan vergangene Woche zu sehen. Im nächsten Jahrzehnt wird die Bedeutung des US-Dollar als Weltleitwährung an Bedeutung verlieren zugunsten des erstarkenden chinesischen Yuan. Eine digitale chinesische Währung könnte diesen Prozess beschleunigen. Eine nette Nebenwirkung ist für die kontrollsüchtige chinesische Regierung natürlich auch, dass sie alle Finanztransaktionen ihrer Bürger noch besser überwachen kann.

Auswirkungen auf den Bitcoin

Ähnlich wie beim geplanten Facebook-Coin Libra, der vorläufig in den Mühlen der westlichen Bedenkenträger feststeckt, wird auch eine geplante digitale chinesische Währung von einigen Beobachtern sofort als Konkurrenz zum Bitcoin gesehen. Das ist aber nicht der Fall. Der Use Case einer chinesischen Digitalwährung ist ähnlich wie beim Libra zunächst der eines Zahlungsmittels. Dieses digitale Zahlungsmittel hängt aber weiterhin voll an der analogen Mutter. Alle bisher geplanten staatlichen Währungen – so in der Schweiz, Schweden, dem Iran und der Türkei – wären in ihrem Wert direkt an die Landeswährung gebunden. Ähnlich wie der Tether oder andere Stable Coins direkt an den Dollar oder Euro gebunden sind.

Der Bitcoin kann natürlich auch als Zahlungsmittel verwendet werden. Bisher kann man diesen Use Case aber eher als Gag bezeichnen, wenngleich große amerikanische Handelsunternehmen nun auch die Bezahlmöglichkeit mit Bitcoin offerieren. Der Use Case Wertaufbewahrungsspeicher oder digitales Gold bleibt beim Bitcoin ein USP, also ein Alleinstellungsmerkmal. Zwar gibt es auch andere Digitalwährungen mit diesem USP. So wird die fünftgrößte Digitalwährung Litecoin als digitales Silber im Vergleich zum Bitcoin bezeichnet. Aber Bitcoin hat sich als digitale Leitwährung etabliert und es ist nicht zu sehen, dass diese Stellung angekratzt werden könnte. Die Marktkapitalisierung von Litecoin und der viertgrößten Kryptowährung Bitcoin Cash beträgt jeweils unter 6 Milliarden Dollar, die von Bitcoin mit über 200 Milliarden Dollar das über Dreißigfache.

Deswegen werden staatliche Kryptowährungen keine Konkurrenz zum Bitcoin werden und dessen Preis nicht negativ tangieren. Ob diese auf den Bitcoin-Preis positive Auswirkungen haben könnten, ist derzeit nicht abzusehen. Im Gegensatz zu einer möglichen Einführung von Libra. Diese würde aller Wahrscheinlichkeit nach den Bitcoin-Kurs noch einmal kräftig nach oben treiben.

12.8.2019, 16:55

In vielen Analysen wird das im Mai 2020 anstehende Bitcoin-Halving als Kurstreiber gesehen. Es lohnt sich, einmal auf die bisherigen Bitcoin-Halvings zu blicken. Außerdem: Gibt es Analogien zum Anfang August vollzogenen Litecoin-Halving?

Bitcoin-Halvings 2012 und 2016

Verwiesen sei hier auch auf den bei finanzen.net veröffentlichten Artikel vom Mai: Explodiert der Bitcoin auf 140.000 USD im nächsten Jahr? Alle 210.000 Blöcke halbiert sich die Belohnung der Bitcoin-Miner. In der kurzen Historie des Bitcoins gab es bisher zwei Halvings, bei denen sich die Bitcoin-Preise im Jahr vor und nach dem Halving jeweils vervielfachten:

  • Das erste Halving fand am 28.11.2012 statt, die Belohnung für die Miner fiel damals von 50 auf 25 BTC pro Block.
  • Das zweite Halving fand am 9.7.2016 statt, die Miner-Belohnung fiel dann von 25 auf 12,5 BTC pro Block.

Das dritte Halving steht nun für den Mai 2020 an, die Miner-Belohnung fällt dann von 12,5 auf 6,25 BTC pro Block. Dazu noch einmal ein Blick auf die Analyse des einflussreichen Bitcoin-Investors Tuur Demeester, der das Auf und Ab der Bitcoin-Preise auf einer logarithmischen Skala aufgezeichnet hat (vgl. Chart unten). Bärenmärkte gab es jeweils in der Mitte zwischen den Halvings, so auch diesmal. Folgt man dieser Analyse, so wäre das Kurspotential riesig – bis zu 140.000 USD. Allerdings würde der vorherige Höchstkurs – aktuell also knapp 20.000 USD erst nach dem Halving erreicht. Diesmal könnte das aus unserer Sicht aufgrund der aktuellen Gemengelage – geopolitische Spannungen, Handels- und Währungskriege, angeschlagene Finanzmärkte – schon eher erfolgen. Wir erwarten noch für dieses Jahr das Erreichen historischer Höchstkurse. Die im Bild unten als Reakkumulation bezeichnete Phase würde dann ausfallen. Vielmehr könnte es ähnlich wie beim Litecoin-Halving verlaufen.

Quelle: https://twitter.com/TuurDemeester/status/1129017877581967361

Erkenntnisse aus dem Litecoin-Halving

Am 5. August 2019 gab es bei Litecoin ein Halving. Im Vorfeld kam es zum Jahresbeginn zu deutlichen Kurssteigerungen. Der Preis ist von 23 USD im Dezember 2018 bis auf 146 USD im Juni 2019 explodiert, also um über 500% in einem halben Jahr. Im vergangenen Monat wurde Litecoin aber vom absoluten Outperformer zum Underperformer. Die Tage vor dem Halving waren dann von einer deutlichen Verunsicherung geprägt. Am Tag des Halvings selbst blieb die Zurückhaltung zunächst, obwohl der Bitcoin mit rund 7 Prozent sehr fest war. Unmittelbar nach dem Halving haben dann aber die Trader das Kommando übernommen und den Preis innerhalb von Minuten um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben. Danach ist der Preis wieder sukzessive abgebröckelt. Für die Betrachtung hier ist aber das halbe Jahr vor dem Halving entscheidend, in dem sich die Litecoin-Preise mehr als versechsfacht hatten.

Fazit

Halving-Events sollten lange vor dem Termin bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden. So hatte zuletzt beim Litecoin-Halving im August 2019 der Preis schon ein halbes Jahr vorher reagiert. Man kann zwar nicht quantifizieren, wie groß der Anteil dieses Faktors an der enormen Outperformance von Litecoin von Ende 2018 bis Juni 2019 war. Einen wesentlichen Anteil wird man ihm aber nicht absprechen können. Bitcoin und Litecoin haben sich in der Vergangenheit sehr ähnlich verhalten. Von daher ist die Erwartung nicht zu weit hergeholt, dass Bitcoin sich vor dem Halving ähnlich verhält wie das gerade Litecoin getan hat.

8.8.2019, 14:25

Der Bitcoin-Kurs kämpft heute weiter mit der Marke von 12.000 US-Dollar. Schafft er diese nachhaltig, könnte er auch schnell einen Sprung auf neue Jahreshöchststände machen. Bei den Altcoins herrscht weiter Tristesse. Bitcoin profiliert sich zunehmend als digitales Gold.

In der Vergangenheit wurde der Use Case von Bitcoin als digitales Gold oft belächelt. Das ist durchaus verständlich. Denn ein kleiner Klumpen Gold in der Hand ist immer noch etwas Handfesteres als der Zugangscode zu einer Kryptowährung, die sich irgendwo in der virtuellen Welt versteckt. Zumal diese, wenn man nicht aufpasst, auch noch durch Hacks geklaut werden kann. Bei Gold kann das aber ebenfalls passieren, dort nennt man es etwas altbacken Einbruch. Die Vorteile des Bitcoins als dezentralisiertes und nicht manipulierbares Wertaufbewahrungsmittel werden dabei unterschätzt. Natürlich können Bitcoin-Wale genau wie ein großer Käufer am Aktienmarkt kurzfristig den Preis bewegen. Das ist aber nicht vergleichbar mit den Manipulationen der herkömmlichen Währungen durch Regierungen und Zentralbanken. Aufgrund des Bitcoin-Codes besteht keine Möglichkeit, Bitcoins wie Dollar oder Euro beliebig zu drucken und zu inflationieren.

Bei der nächsten großen Krise der traditionellen Finanzmärkte wird Bitcoin der Gewinner sein. Weltwirtschaft vor dem Abgrund? Schlagzeilen wie diese häufen sich, immerhin steht meist noch das Fragezeichen. Die stark gewachsenen geopolitischen Spannungen und der Handelskrieg zwischen den USA und China radieren aber kräftig an dem Fragezeichen. Der Bitcoin hat zuletzt stark auf die schwachen Aktienbörsen reagiert. Diese negative Korrelation wird so bleiben. Der Bitcoin wird zur Krisenwährung.