In Kryptowährungen investieren?

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  • Screening der besten Altcoins
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23.2.2021, 22:40

Dem Bitcoin ist kurzfristig die Luft ausgegangen. Ein wirklicher Anlass zur Sorge besteht aber nicht.

Der Bitcoin ist seit gestern heftig von 58.000 Dollar bis auf ein Tief von 45.000 Dollar gefallen. Ein Minus von 22% innerhalb von etwas mehr als einem Tag gilt in anderen Märkten als veritabler Crash. Aktuell hat sich der Preis wieder auf rund 48.000 Dollar erholt.

Aber wie ist dieser Crash nun einzuschätzen? Welcher Crash? Wandelt man einen Wahlkampfspruch von Bill Clinton aus dem Jahr 1992 leicht ab, könnte man auch sagen: It’s Bitcoin, stupid. Der Bitcoin ist ohne Einschränkungen dem hemmungslosen Spiel von Angebot und Nachfrage unterworfen. Dies führt zu einer deutlich größeren Volatilität als man sie von anderen Assets kennt. Die Heftigkeit erschreckt Anleger immer wieder. Zumal die ständig neuen Rekorde die unbedarfteren Anleger vergessen ließen, dass es nach solchen extremen Anstiegen fast zwangsläufig auch zu heftigen Korrekturen kommen muss. Denn selbst der Bitcoin ist kein Pepetuum Mobile. Die Bitcoin-Kursanstiege über 50.000 Dollar fanden zuletzt bei sinkenden Volumina statt. Ein Zeichen dafür, dass den Bullen doch ein wenig die Luft ausging. Auch die Situation bei den Altcoins, die teilweise enorme Kurssprünge machten, war eher bedenklich.

Trotzdem kann über mögliche Auslöser der Korrektur gerätselt werden. Manche Beobachter führen ihn auf gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen zurück, da höhere Anleiherenditen generell die Attraktivität von riskanteren Vermögensanlagen verringern. Die Renditen auf die 10-jährige Treasury Note stieg gestern auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Außerdem gab es Spekulationen um einen Bitcoin-Transfer von 28.000 BTC im Wert von über 1,5 Milliarden Dollar. Die Übertragung der Bitcoins in mehrere Wallets vor zwei Tagen ließ Befürchtungen über einen Dump eines Bitcoin-Wals laut werden. Man kann es aber auch einfach und wenig originell so sagen: Der Markt war zuletzt deutlich überhitzt.

Das langfristige Szenario bleibt unverändert. Die zunehmende Nachfrage bei abnehmendem Angebot führt zu einer Liquiditätskrise, die beim Bitcoin nur über den Preismechanismus gelöst werden kann und deshalb zu steigenden Preisen führt. Kurzfristige Einbrüche ändern daran nichts. Wir haben bereits häufig auf die Entwicklung bei der letzten Hausse 2017 hingewiesen. Deswegen kann der schon mehrfach gebrachte Chart unten die Nerven ein bisschen beruhigen. Auch bei der letzten Mega-Hausse 2017 gab es – von kleineren Einbrüchen einmal abgesehen – allein vier Einbrüche mit 35 bis 40 Prozent. Das dürfte bei dem gerade laufenden Höhenflug nicht anders sein. Im Januar hatten wir bereits eine Korrektur um 30%. Aktuell sind es 22%. Würde die Korrektur sich auf 40% belaufen, käme der Bitcoin bis 35.000 Dollar zurück. Das kann, muss aber nicht sein. Tradings im Bitcoin sind weiter allein schon aus steuerlichen Gründen wenig sinnvoll. Bei Altcoins kann das anders sein. Beim Bitcoin macht es am meisten Sinn, den Gewinn möglichst lange steuerfrei laufen zu lassen. Vor einer wirklich großen und nachhaltigen Korrektur sollte man dann verkaufen. Diese dürfte aber frühestens zum Jahresende kommen.

22.2.2021, 21:15

Heute sticht Ripples XRP gegen den sehr schwachen Gesamtmarkt mit einem deutlichen Kursplus hervor. Die Anzeichen für eine außergerichtliche Einigung häufen sich.

Im sehr schwachen Markt heute sticht Ripples Kryptowährung XRP mit einem deutlichen Plus von 10 Prozent heraus. Auch die Monatsperformance kann sich sehen lassen, mit 120 Prozent beträgt sie fast das Doppelte vom Bitcoin. Die vergangenen Monate waren bei XRP nichts für schwache Nerven (vgl. XRP-Jahreschart unten). Nach dem Kurssprung im November führte die SEC-Klage zu einem Kurssturz auf das ursprüngliche Niveau. Die SEC hatte die Ausgabe von XRP als nicht genehmigte Wertpapieremission klassifiziert. Nach einer zaghaften Erholung zu Jahresanfang kam es Ende Januar in drei Tagen zu einer Kursverdreifachung, die mit Aktivitäten der Reddit-Gruppe WallStreetBets in Verbindung gebracht wurde. Seit dem folgenden erneuten Kurssturz konnte sich der Kurs aber zuletzt nachhaltiger erholen.

Das könnte auch so bleiben, wenn sich das Gerichtsdrama zugunsten von Ripple wendet. Dafür gab es zuletzt einige Anzeichen. Ripple hatte in einer Klageerwiderung wenig verwunderlich seinen Standpunkt dargestellt, dass XRP eine virtuelle Währung ist. Sie ist keine Unternehmensbeteiligung und gewährt keinen Anteil an den Gewinnen von Ripple. In einem Interview mit dem Magazin Fortune hat die ehemalige SEC-Vorsitzende Mary Jo White, die Ripple und zwei seiner CEOs gegen die Klagen der SEC verteidigt, auf die Unstimmigkeiten der SEC-Klage hingewiesen. So ist schon allein die Tatsache erstaunlich, dass es Jahre bis zu einer Klageerhebung gedauert hat. Außerdem wies sie darauf hin, dass die SEC im Fall von Ethereum eine Wertpapiereigenschaft verneint hat. Grundsätzlich wird kritisiert, dass die SEC keinen konsistenten Rahmen für die Einstufung von Kryptowährungen entwickelt hat. White sieht auch angesichts von Äußerungen der SEC-Kommissarin Hester Pierce, dass solche Fälle normalerweise außergerichtlich geregelt werden, gute Chancen auf eine Einigung ohne Gerichtsverfahren. Käme es zu einer Einigung, dürfte der XRP-Kurs kräftig durchatmen und könnte sogar erstmals seit 2018 wieder über einen Dollar springen.

21.2.2021, 19:40

Nach dem Teilverkauf von OKB heute wird nun für den Erlös eine Position in Morpheus Labs aufgenommen.

Morpheus Labs (MITX) ist nicht zu verwechseln mit Morpheus.Network. Morpheus Labs aus Singapur bietet mit Morpheus Labs SEED eine Blockchain-Platform-As-A-Service (BPaaS). Morpheus Labs will Unternehmen zeit- und kostensparend einfache und intuitive Blockchain-Lösungen entwickeln. Mit einer Reihe von aktiven Blockchain-Partnern will Morpheus Labs Probleme lösen, die einer Massenadoption im Wege stehen. Anwendungsfälle werden in allen möglichen Bereichen vom Energiehandel über Healthcare bis hin zum Medien- und Unterhaltungsbereich gesehen. Nächste Woche ist Morpheus Labs Ko-Organisator eines Webinars mit Huawei, die zuletzt stark in Blockchain-Entwicklungen investiert haben.

Der Token MITX könnte deshalb kurzfristig interessant werden. Dafür spricht auch, dass er vor zwei Tagen bei Kucoin in den Handel aufgenommen wurde, einer der führenden Kryptobörsen. Dies könnte den Handel in nächster Zeit deutlich beleben. Mit einer Marktkapitalisierung von 26 Millionen Dollar gehört MITX derzeit noch zu den kleineren Token. Charttechnisch erscheint der Token auch interessant, denn er notiert nun kurz vor seinem alten Höchststand vom Mai 2018. Zuletzt hat sich bei vielen Token gezeigt, dass diese nach Überschreiten des Höchststandes einen mächtigen Satz nach oben gemacht haben.

Es werden 50.000 MITX zum Preis von 0,0636 USDT (Tether) ins Tradingdepot gekauft.

21.1.2021, 11:05

Kursexplosion von 60% in zwei Tagen nach der Empfehlung. Verkauf der Hälfte der Position aus dem Tradingdepot, um heute evtl. weiteren zurückgebliebenen Coin zu kaufen.

Genau zum richtigen Zeitpunkt kam der Kauf von OKB. Der Token der Kryptobörse Okex sprang in nur 2 Tagen um 65% (vgl. Jahreschart unten).

Zwar hat der Token noch immer Nachholbedarf gegenüber Coins wie Binance Coin und Huobi Token. Durch den Verkauf wird aber zum einen schnell ein Teil des Gewinns mitgenommen. Zumal die 24h-Performance der zentralisierten Börsen heute mit -3% negativ und damit OKB im 24h-Vergleich die große Ausnahme ist. Zum anderen soll damit heute evtl. ein weiterer zurückgebliebener Coin gekauft werden. Denn Coinpicking kann aktuell sehr lukrativ sein. So ist heute auch der gestern empfohlene Coin von Mirror sehr fest im Markt. Im asiatischen Handel heute Nacht sprang er in der Spitze schon auf über 8,20 Dollar, bevor er jetzt am Vormittag wieder auf 7,30 Dollar zurückgekommen ist.

Es werden 150 OKB bei 20,13 USDT aus dem Tradingdepot verkauft. Gegenüber dem Einstandskurs von 12,20 USDT vor 2 Tagen ergibt sich ein Kursgewinn von 65%.

 

20.2.2021, 16:20

Der Bitcoin wurde nach seinem jüngsten Höhenflug zum Billionär. Der Token von Mirror könnte gerade entdeckt werden und wird spekulativ gekauft.

Der Bitcoin befindet sich weiter auf einem Höhenflug. Heute überstieg er die Marke von 57.000 Dollar. Und er hat sich nun auch zum Billionär gemausert. Denn die Marktkapitalisierung hat die magische Marke von 1 Billion Dollar gerissen. Nach diesem Kriterium befindet er sich nun in illustrer Gesellschaft mit einer Handvoll von Unternehmen mit einer Billionen-Bewertung. Das wertvollste Unternehmen ist Apple mit einem Börsenwert von rund 2,2 Billionen Dollar. Auch diese Marke könnte der Bitcoin in diesem Jahr noch schaffen. Denn der Bitcoin peilt die nächste Mega-Marke von 100.000 Dollar an. Bei rund 118.000 Dollar würde er dann selbst Apple überholen.

Aber nicht nur der Bitcoin befindet sich im Hausse-Modus. Das zeigt sich schon allein daran, dass es nach den Daten von coinmarketcap unter den Altcoins nun schon 71 Unicorns gibt, also Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Milliarde Dollar. Die Altcoin-Season ist durch eine teilweise extreme Outperformance gekennzeichnet. Dies zeigt ein Blick unten auf die Tabelle der Top20. So hat der Bitcoin ein Tolles Plus von 21% in der vergangenen Woche und 85% seit einem Monat. Beim Binance Coin stehen da sagenhafte 119% bzw. 658% zu Buche. In diesem Zusammenhang hatte wir gestern den OKB-Token der Kryptobörse Okex als Nachzügler vorgestellt. Der Token hat seit gestern in der Spitze bereits über 50% zugelegt. Solche extreme Kursbewegungen bei den Altcoins wie derzeit hat man – wenn überhaupt – zuletzt 2017 gesehen. Zwar mahnen sie auch etwas zur Vorsicht. Aber ein Blick auf vergleichsweise noch „unentdeckte“ Token könnte sich doch lohnen.

Quelle: messari.io

Unter diesem Aspekt nehmen wir heute 600 Token von Mirror Protocol (MIR) zum Preis von 6,65 USDT (Tether) neu in das Tradingdepot auf. Die Hauptbörsen sind hier MXC, Okex , Kucoin und Uniswap. Seit Handelsbeginn bei Okex Ende Januar hat sich der Token seitwärts bewegt. Heute gab es einen Kurssprung um 35% (vgl. Chart unten).

Vom Ansatz her könnte Mirror so etwas wie Robinhood 2.0 werden. Im Mittelpunkt des Protokolls steht eine Demokratisierung der Finanzen für Menschen auf der ganzen Welt. Mit Mobile Apps soll ein provisionsfreier Handel angeboten werden, ein in der Kryptowelt bisher wenig verbreiteter Ansatz. Laut Aussage der Mitgründers Do Kwon tritt Mirror nicht nur gegen Synthetix an, sondern gegen Robinhood.

Das Mirror Protocol ist ein Protokoll für synthetische Assets, das auf der Terra-Blockchain aufbaut. Die Assets, die grundsätzlich alle möglichen Arten von Vermögenswerten darstellen können, werden als mAssets bezeichnet. Seit dem Start vor 2 Monaten hat Mirror einen Gesamtwert von über 500 Millionen Dollar gesammelt, synthetische Assets von über 100 Millionen Dollar ausgegeben und ein regelmäßiges Handelsvolumen von 20 Millionen Dollar generiert. Mit Mirror kann jeder sein eigenes mAsset prägen. Sobald sie geprägt sind, können sie auch auf dezentralen Börsen wie Uniswap oder Terraswap gehandelt werden. Dabei führt ein Arbitragemechanismus von Prägen und Verbrennen von mTokens dazu, dass die Preise des mTokens mit dem Underlying wie z.B. einer Aktie parallel laufen.

Neben Synthetix ist im Kryptobereich auch FTX ein Konkurrent. Die über Synthetix erzeugten synthetischen Assets haben den Nachteil, dass sie hauptsächlich auf Synthetix gehandelt werden können. Dagegen können mAssets grundsätzlich überall gehandelt werden. Außerdem braucht es bei Synthetix eine viel höhere Besicherungsquote von 750% im Gegensatz zu 150% bei Mirror. Außerdem kann Mirror nicht nur auf Ethereum ausgeführt werden, sondern auch auf der kostengünstigeren Terra. FTX hat sich schon seit 2020 mit tokenisierten Aktien etabliert. So wird hier aktuell auch ein Pre-IPO-Kontrakt auf Coinbase gehandelt. Robinhood ist jüngst ins Gerede gekommen aufgrund von Kickback-Zahlungen der Broker. Außerdem ist der Ruf nach der temporären Handelseinstellung von Gamestop und anderen Aktien ramponiert.

Derzeit gibt es nur 21 Assets, die auf Mirror gehandelt werden können, im Gegensatz zu Tausenden bei Robinhood. Entscheidend dürfte sein, wie schnell Mirror in der Zukunft trendy Assets hinzufügen kann. So wie das FTX gerade mit dem Coinbase-Kontrakt gemacht hat. Mirror ist derzeit im Kryptobereich wie ein VC-Investition. Wenn der ambitionierte Ansatz umgesetzt werden kann, könnte es einen ähnlichen Höhenflug geben wie bei anderen DeFi-Werten.

19.2.2021, 10:50

Exchange Assets waren die Outperformer der vergangenen Tage. Der OKB-Token könnte nun Nachholbedarf gegen den Binance Coin oder den Huobi Token haben.

Exchange Assets zeigten in den vergangenen Wochen eine enorme Outperformance. Zeigten in den vergangenen Monaten v.a. die Token von dezentralisierten Börsen – allen voran Uniswap – ihre Stärke, sind jetzt die zentralisierten Börsen dran. Entsprechend haussierten in den vergangenen 30 Tagen der Binance Coin um 509%, der Huobi Token um 228% und der FTX Token um 176%. Dagegen erscheint der OKB-Token der Kryptobörse Okex mit einem Plus von 94% deutlich zurückgeblieben (vgl. die Übersicht unten). Heute zieht nun auch der OKB-Token an und könnte kurzfristig zu einem Outperformer werden. Die drei Token sind unten zur besseren Vergleichbarkeit der prozentualen Anstiege in logarithmischen Charts dargestellt.

Quelle: messari.io

Wesentlicher Kurstreiber der Exchange Token ist der erwartete Börsengang der führenden amerikanischen Kryptobörse Coinbase an der Nasdaq. Auch bei institutionellen Kunden ist Coinbase sehr stark. So hat Coinbase bei den Bitcoin-Käufen von MicroStrategy mitgewirkt. Jedenfalls wird die Coinbase-Aktie am Derivatemarkt von FTX heute schon zu Preisen gehandelt, die einer Bewertung von rund 100 Milliarden Dollar entsprechen. Regulatoren haben aufgrund der sehr hohen Bewertung bereits auf die Risiken hingewiesen. Allerdings gibt es Gegenmeinungen, die auf die hohen Bewertungen bei Airbnb und Uber hinweisen, die wie Coinbase ebenfalls mit größeren regulatorischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Der Börsengang erfolgt nicht als herkömmliches IPO, sondern als Direct Listing. Dabei fließt der Gesellschaft kein neues Kapital zu, sondern es werden nur die 254 Millionen bestehenden Aktien der Altaktionäre handelbar gemacht. Im Zuge dieser absehbaren hohen Börsenbewertung ist der Binance Coin auf eine Bewertung von 40 Milliarden Dollar gestiegen und nimmt nun nach Bitcoin und Ethereum Platz 3 der Kryptowährungen ein.

Der OKB-Token der in Malta ansässigen Kryptobörse Okex erscheint in diesem Szenario derzeit zurückgeblieben. OKB hat seit Jahresanfang nur 35% zugelegt gegenüber 586% bei Binance, 265% bei Huobi und 398% bei FTX. Deshalb werden nun 300 OKB zu 12,20 USDT neu ins Tradingdepot aufgenommen. Handelbar ist der OKB-Token bei Okex.

17.2.2021, 10:35

Der Bitcoin springt über die Mega-Marke von 50.000 Dollar. Die Crashpropheten lagen beim Bitcoin immer falsch und werden das weiter tun. 100.000 Dollar sind mittlerweile eher ein konservatives Kursziel.

Bereits gestern hat der Bitcoin einen kurzen Ausflug über die Marke von 50.000 Dollar geschafft. Heute sieht es danach aus, als könnte er sich darüber etablieren. Der Bitcoin stößt bei seinem parabolischen Kursanstieg weiter in charttechnisches Niemandsland vor. Der alte Höchststand von Ende 2017 sieht im Langfristchart nun erstaunlich niedrig aus (vgl. Bitcoinchart unten). Wo der Anstieg stoppen wird, kann derzeit kein seriöser Marktbeobachter prognostizieren. Es stellt sich aber immer deutlicher heraus, dass die 100.000 Dollar noch in diesem Jahr mittlerweile eher ein konservatives Kursziel sind.

Vor einigen Jahren hatte die Finanzwelt noch abschätzig auf den Bitcoin herabgeblickt und ihn ignoriert. Die Beurteilungen reichten von der größten Blase der Menschheitsgeschichte (US-Starökonom Nouriel Roubini) bis hin zu Rattengift (US-Star-Investor Warren Buffett). Aber es lief nicht so, wie sich das die Traditionalisten an der Wall Street vorgestellt haben, sondern eher nach dem auf Mahatma Gandhi zurückgehenden Spruch: First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win. Nachdem sich auch das immer wieder zu beobachtende Bekämpfen durch staatliche Instanzen als wenig erfolgversprechend und kaum durchführbar erwies, ist der Bitcoin nun endgültig in der Gewinnerphase angekommen. Der Schritt von Elon Musks Tesla, 1,5 Milliarden Dollar aus den Cashreserven in Bitcoin anzulegen, ist ein Dammbruch. Es gab im vergangenen Jahr bereits einige Vorreiter, allen voran MicroStrategy. Nun kam mit Tesla der erste richtig große Name. Weiter werden folgen und sich dem Bitcoin öffnen. Spekuliert wird bereits über Twitter, Mastercard, Visa und andere bekannte Unternehmen bis hin zu Apple.

Das heißt keinesfalls, dass es nun zu immerwährenden Kursanstiegen kommen wird. Zwischendurch wird es immer wieder auch heftige Korrekturen geben, die den Zweiflern zwischenzeitlich scheinbar recht geben. Die Zweifler hatten recht, als der Bitcoin nach der ersten Mega-Hausse von 2011/13 danach von über 1.100 Dollar auf 150 Dollar abstürzte (vgl. den logarithmischen Bitcoin-Langzeitchart mit den jeweiligen Jahreshöchstkursen unten). Sie hatten recht, als der Bitcoin nach der zweiten Mega-Hausse von 2015 bis 2017 im Jahr 2018 dann von knapp 20.000 Dollar auf rund 3.000 Dollar einbrach. Und sie werden auch nach der gerade laufenden und noch lange nicht beendeten Mega-Hausse recht haben, wenn der Bitcoin von 100.000 oder 150.000 Dollar im nächsten Jahr dann vielleicht auf 30.000 oder 50.000 Dollar einbricht. Und sie werden erneut recht haben, wenn der Bitcoin nach der nächsten Mega-Hausse ab 2025 …

Aber natürlich liegen die Crashpropheten einfach nur ständig daneben. Übrigens hätte man unter dem Aspekt der großen Volatilität auch bei DAX & Co nach den großen Crashes 1987, Anfang der 2000er Jahre oder im vergangenen Jahr beim Corona-Crash die Aktien als Teufelszeug und nicht für Anlagezwecke geeignet abtun können. Oder Amazon als reines Zockerpapier bezeichnen, wenn man die wilden Kursschwankungen der ersten 10 Jahre nach der Börsennotierung betrachtet, die in der Größenordnung dem Bitcoin nicht nachstanden. Natürlich sind diese Zyklen beim Bitcoin sehr krass und gewöhnungsbedürftig. Sie suggerieren eine riesige Unsicherheit, die in dieser Form gar nicht da ist. Denn der Bitcoin ist kein Unternehmen. Er geht nicht pleite, es gibt keine Gewinneinbrüche und keine Milliarden-Guthaben auf den Philippinen, die sich plötzlich in Luft auflösen und die Fachleute von den Wirtschaftsprüfern bis hin zur Bafin verdutzt dastehen lässt. Der Bitcoin ist auch keine Zentralbank, die munter Geld druckt, weil man bekanntermaßen nicht genug davon haben kann und nun mal gerade mehr davon gebraucht wird. Er ist dezentral und kann deshalb von niemandem kontrolliert und manipuliert werden. Gleichzeitig ist er aber für jedermann zugänglich, vertrauenswürdig und grenzenlos. Auf welchem Niveau die Kursschwankungen auf ein erträgliches Maß zurückkommen, kann derzeit nicht gesagt werden. 100.000 Dollar werden es nicht sein. Bei 500.000 Dollar wäre das digitale Gold etwa wie das reale kapitalisiert. Nota bene: Zuletzt hatten führende Vertreter des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock die Meinung geäußert, dass der Bitcoin das Gold als Vermögensanlage wegen seiner Vorteile weitgehend ersetzen könnte. Die im Kryptobereich bekannten Winklevoss-Zwillinge vergleichen den Bitcoin sogar mit dem viel höher kapitalisierten Währungssektor und kommen dann auf noch viel fantastischere Zahlen. Dan Held, Growth Lead bei der Kryptobörse Kraken, schätzt den laufenden Boom-Zyklus von Bitcoin als noch erheblich größer als die beiden letzten der Jahre 2013 und 2017 ein. Denn die Kurse werden im Gegensatz zu damals nun auch sehr stark von den institutionellen Anlegern getrieben, die den geldpolitischen Verwerfungen im Zuge der Corona-Krise entkommen wollen.

Fazit: Die Mega-Aufwärtsbewegung im laufenden Hausse-Zyklus ist noch lange nicht zu Ende. Im nächsten Jahr sind durchaus sehr heftige Korrekturen zu erwarten. Diese bilden dann aber wieder die Basis für die nächste Super-Hausse. Wichtig für die Krypto-Anleger ist deshalb auch, dass sie wegen der einjährigen Frist bis zur Steuerfreiheit der Investments diese Zyklen steueroptimiert ausnutzen. Alle wollen Bitcoin. Manche schon seit Jahren. Immer war ihnen der Preis zu hoch. Immer kamen dann die Korrekturen, wo sie eigentlich kaufen wollten. Und immer ärgern sie sich, es nicht getan zu haben. Wer sich am Jahresende oder auch im Jahr 2025 nicht weiter ärgern will, sollte jetzt etwas dagegen tun.

15.2.2021, 17:50

Nach langer Durststrecke könnte die Bitcoin-Fork Bitcoin Cash wieder zum Outperformer werden. Seit Tagen ist der Coin auffallend fest.

In der vergangenen Woche konnte der Bitcoin rund 10% zulegen. Nach viel deutlicher waren die Kursgewinne bei Litecoin mit einem Wochengewinn von über 30% und noch mehr bei Bitcoin Cash mit fast 60%. Diese beiden Altcoins fallen wie der Bitcoin in die Kategorie der Unpegged Payment Token. Der Wert dieser Digitalwährungen bestimmt sich nicht nach einer bestimmten Bezugsgröße wie z.B. beim Tether, sondern ausschließlich nach Angebot und Nachfrage. Bei Litecoin und Bitcoin Cash gab es immer wieder Phasen einer erheblichen Under- und umgekehrt auch Outperformance zum Bitcoin. Litecoin hatte sich im Verlauf des Jahres 2020 im Wert gegenüber dem Bitcoin halbiert. Seit November hat sich der Preis gefangen und läuft seitwärts mit aufstrebender Tendenz. Bei Bitcoin Cash hatte sich der Preis gegen den Bitcoin seit dem Höchststand 2020 sogar geviertelt. Seit einigen Tagen konnte der Kurs deutlich zulegen, beim Litecoin ist das ähnlich (vgl. den Chart unten). Beide Coins könnten nun in eine nachhaltige Phase der Outperformance kommen, wobei das Potenzial bei Bitcoin Cash am größten erscheint.

Gegenüber dem Dollar hat der Coin zuletzt einen langjährigen Widerstand nach oben durchbrochen (vgl. den Langfristchart seit der Entstehung von Bitcoin Cash als Hard Fork von Bitcoin im Sommer 2017). Bitcoin Cash könnte nun mit zeitlicher Verzögerung eine ähnliche parabolische Entwicklung zeigen wie der Bitcoin im vergangenen Jahr.

Ein Treiber für den Kurs von Bitcoin Cash könnten zuletzt auch die am 21. Januar eingeführten Perpetual Swaps und Options auf der spezialisierten Börse Bit.com gewesen sein. Das Volumen der Optionen auf Bitcoin Cash hat sich seither stetig stark erhöht. Zuletzt hatte auch der als Hacker und Megaupload-Gründer bekannte Kim Dotcom Bitcoin Cash als seine Lieblingswährung auserkoren und will helfen, Bitcoin Cash zur führenden Lösung für elektronisches Geld zu machen. Seine Argumente wie deutlich schnellere Transaktionen und geringere Gebühren sind natürlich nicht neu. In einem Tweet an seine 700.000 Follower prognostizierte er vor einiger Zeit bereits Kurse von mehr als 3.000 Dollar noch in diesem Jahr.

10.2.2021, 20:35

Dem Tesla-Schritt könnten weitere Unternehmen folgen und der Bitcoin im Jahresverlauf 100.000 Dollar erreichen. Zwei stark gelaufene Positionen im Tradingdepot werden reduziert.

Nach dem Tesla-Einstieg beim Bitcoin hat sich der Markt zunächst wieder etwas beruhigt. Vom Höchstkurs gestern bei über 48.000 Dollar kam der Preis heute im Verlauf bis auf unter 44.000 Dollar zurück und notiert aktuell um die 45.000 Dollar. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die nächste Mega-Marke von 50.000 Dollar fällt, bevor dann der große Angriff auf die 100.000 Dollar startet. Eine Prognose, dass diese Marke im Sommer oder spätestens bis Jahresende erreicht wird, hat eigentlich schon nichts mehr Spektakuläres. Wir haben das hier im vergangenen Jahr aber bereits mehrfach bei Kursen um 10.000 Dollar als Ziel ausgegeben. Je nach Dynamik könnte der Preis auch deutlich darüber gehen. Jedenfalls könnte die von MicroStrategy-Chef Michael Saylor angekündigte lawinenartige Nachfrage von Unternehmen weitergehen, die Cashreserven in den Bitcoin investieren wollen. So hat Twitter-CFO Ned Segal verraten, dass Twitter über ähnliche Schritte nachdenkt. Das liegt nahe, zumal Twitter-Chef Jack Dorsey gleichzeitig Chef des Zahlungsdienstleisters Square ist, die ihren Kunden über die Square App bereits seit 2018 den Bitcoin-Handel ermöglicht. Auch der führende Kryptofonds-Anbieter Grayscale berichtet von dem steigenden Interesse großer Unternehmen, Investments in Bitcoin zu tätigen.

Am Samstag gibt es bei Qtum (QTUM) einen Airdrop. Pro Qtum-Token gibt es einen halben QI-Token (QI). Berechtigt für den Airdrop sind alle Holder von Qtum-Token, die durch einen Snapshot gegen 0:00 Uhr Korean Standard Time festgestellt werden. Wann dann die QI-Token verteilt werden, wird später mitgeteilt. Die großen Kryptobörsen wie Binance haben eine Unterstützung des Airdrops angekündigt. Die Emission des QI-Token steht im Zusammenhang mit der auf der Qtum-Blockchain aufgebauten QiSwap, einer DEX (dezentralisierten Börse) und AMM (Automated Market Maker).

Mit der Ankündigung macht QTUM heute einen Riesensatz um über 40% nach oben (vgl. Chart unten). Im Tradingdepot dies nun genutzt, die Position um die Hälfte zu reduzieren. Es werden 150 Stück verkauft zum Preis von 7,10 Dollar.

Auch bei einer zweiten Position im Tradingdepot hat sich der Kurs in den vergangenen Tagen verdoppelt. Cardano (ADA) gehörte heute mit einem Plus von 20% erneut zu den Top-Performern. Cardano arbeitet an einer Plattform zur Interaktion verschiedener Protokolle von Kryptowährungen, sowohl untereinander als auch mit der traditionellen Finanzwelt. Cardano verwandelt sich mit dem in der vergangenen Woche erfolgreich implementierten Goguen-Mary-Testnetz in ein Multi-Asset-Ledger, durch das Transaktionen von anderen nativen Token direkt auf der Blockchain möglich sind. Dadurch werden neue Möglichkeiten auch im Bereich von DeFi eröffnet. Hoskinson, der Boss des hinter Cardano stehenden Unternehmens IOHK, sieht Cardano wegen des einfacheren Designs gegenüber Ethereum im Vorteil. Gerade migriert mit Santo Blockchain Labs zusammen mit DNA Brands wegen langfristiger wirtschaftlicher und technologischer Vorteile von Ethereum zu Cardano. Außerdem steht ein großer Regierungsvertrag mit Äthiopien kurz vor dem Abschluss. Die Identitätslösung soll der bisher größte Anwendungsfall einer Blockchain werden. Weitere Projekte in Afrika sollen folgen.

Cardano bleibt zwar weiter interessant und könnte in Richtung seiner alten Höchstkurse um 1,30 Dollar von Anfang 2018 gehen (vgl. Langfristchart unten). Dennoch soll nun in Anbetracht von fast einer Kursverzehnfachung seit November hier die Hälfte der Position verkauft werden. Seit der Aufnahme ins Tradingdepot vor 10 Monaten zum Preis von 0,05 Dollar hat der Preis sagenhafte  1580% zugelegt. Es werden deshalb 2.500 Stück verkauft zum Preis von 0,84 Dollar.

8.2.2021, 21:55

Elon Musk sieht den Bitcoin als Must-Have. Der erneute Ritterschlag für den Bitcoin könnte den Kurs Richtung 100.000 Dollar treiben.

Wir hatten hier bereits mehrfach über die Spekulationen um einen Einstieg von Elon Musk beim Bitcoin geschrieben. Zuletzt hatten sich die Gerüchte immer mehr verdichtet. So änderte Musk vor einer guten Woche seinen Twitter-Status in #bitcoin. Heute kam nun in einem SEC-Filing die offizielle Mitteilung auf S. 33:

“In January 2021, we updated our investment policy to provide us with more flexibility to further diversify and maximize returns on our cash that is not required to maintain adequate operating liquidity. As part of the policy, we may invest a portion of such cash in certain specified alternative reserve assets. Thereafter, we invested an aggregate $1.50 billion in bitcoin under this policy. Moreover, we expect to begin accepting bitcoin as a form of payment for our products in the near future, subject to applicable laws and initially on a limited basis, which we may or may not liquidate upon receipt. Digital assets are considered indefinite-lived intangible assets under applicable accounting rules. Accordingly, any decrease in their fair values below our carrying values for such assets at any time subsequent to their acquisition will require us to recognize impairment charges, whereas we may make no upward revisions for any market price increases until a sale. As we currently intend to hold these assets long-term, these charges may negatively impact our profitability in the periods in which such impairments occur even if the overall market values of these assets increase.”

Zum einen wird darin mitgeteilt, dass Tesla 1,5 Milliarden Dollar aus den Cashreserven in Bitcoin angelegt hat. Dabei wird darauf hingewiesen, dass Tesla die Bitcoins langfristig halten will. Außerdem wird angekündigt, dass Tesla beim Kauf seiner Fahrzeuge künftig auch Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren will. Nachdem die Meldung die Runde machte, sprang der Bitcoin in kurzer Zeit um rund 15% nach oben auf in der Spitze 44.800 Dollar. Schon an den 10 Tagen zuvor war er auffallend fest und zog um 30% an. Zwar hat der Kurs im Tagesverlauf wieder etwas nachgegeben. Trotzdem gleicht dieser Schritt von Tesla einem Ritterschlag für den Bitcoin und dürfte eine ähnlich nachhaltige Wirkung haben wie die PayPal-Meldung vom Oktober, als der Kryptohandel für die US-Kunden angekündigt wurde.

Es gibt auch skeptische Stimmen, die sowieso schon vorher beim Tesla-Kurs eine Blasenbildung gesehen haben. Denn wie oben beim Filing zu lesen, holt sich Tesla mit dem schwankungsanfälligen Bitcoin auch Risiken in die Bilanz. Daneben könnte Musk ähnlich wie 2018 nach einem Tweet wieder Ärger mit der SEC bekommen. Andererseits kann diese ihm schwerlich verbieten, wenn er sich mit seinem Twitter-Status als Bitcoinfan outet. Jedenfalls passen die Kursentwicklungen von Tesla und Bitcoin recht gut zusammen (vgl. die Charts unten). Die Tesla-Aktie hat sich seit Anfang 2019 rund vervierzehnfacht. Der Bitcoin hat sich in diesem Zeitraum verzwölffacht (hat also Nachholbedarf😊). Der Bitcoin könnte nun kurzfristig einen Angriff auf die nächste Megamarke von 50.000 Dollar starten. Im weiteren Jahresverlauf sind 100.000 Dollar keinesfalls mehr utopisch.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das vom Nasdaq-Unternehmen MicroStrategy im Rahmen seiner zweitägigen World.Now-Konferenz veranstaltete World 2021 Bitcoin Summit. Dabei wollte MicroStrategy-Chef Michael Saylor zusammen mit führenden Vertretern der Krypto-Branche Unternehmen weltweit eine Hilfestellung geben, damit diese in den Bitcoin investieren können. Es ging um wichtige rechtliche, finanzielle und technische Fragen. Saylor sieht eine Lawine von Unternehmen kommen, die Cashreserven in den Bitcoin investieren wollen. Die Anmeldung von über 1400 Unternehmen aus 16 Ländern für diese Veranstaltung spricht für seine These. Nach Meinung von Saylor verliert das Cash in den Bilanzen der Unternehmen jedes Jahr etwa 15 Prozent an Kaufkraft. Auch wenn das sehr hoch gegriffen scheint, spricht für Unternehmen trotzdem einiges dafür, einen Teil der Cashreserven als Diversifikation in Bitcoin zu investieren. MicroStrategy hat im vergangenen Jahr mehrfach große Stückzahlen in Bitcoin investiert. Insgesamt kaufte das Unternehmen mehr als 70.000 Bitcoin für insgesamt über 1 Milliarde Dollar. Der Wert der Bitcoins hat sich mittlerweile schon fast verdreifacht. Allerdings hat MicroStrategy nicht nur die freien Cashreserven investiert. Zusätzlich hatte das Unternehmen im Dezember Wandelanleihen mit einem Volumen von 650 Millionen Dollar emittiert, um damit Bitcoin zu kaufen, eine zwar mutige aber auch sehr riskante Strategie.

1.2.2021, 17:05

Elon Musk ist schon lange ein Kryptofreund. Sein Bitcoin-Outing vom Freitag sorgt für Aufregung.

Es ist derzeit sehr viel los an den Märkten. Die Aktienrebellen von WallStreetBets machen nun auch den Kryptomarkt unsicher. Bei Dogecoin und Ripples XRP haben sie bereits für sehr heftige Kurskapriolen gesorgt, eine Fortsetzung dürfte folgen. Aber auch einer der weltweit einflussreichsten Influencer, Tesla-Chef Elon Musk, sorgt für Kurssprünge. Zum Jahreswechsel hatte sich der Dogecoin nach einem Tweet von Musk schon einmal innerhalb von zwei Tagen verdreifacht. Nun war der Bitcoin dran.

Elon Musk war schon in der Vergangenheit häufig verhaltensauffällig. Insbesondere auf Shortseller reagiert er schon jahrelang allergisch, vor allem wenn sie seine Firma Tesla betreffen. Denn Tesla war in der Vergangenheit schon häufiger Ziel von Hedgefonds. Von daher klatschte er den Rebellen von WallStreetBets Beifall mit einem einzigen Tweet (Gamestonk). Unvergessen ist auch sein Tweet aus dem Jahr 2018, als er bei einem Tesla-Kurs von 344 Dollar öffentlich darüber nachgedacht hat, Tesla bei 420 Dollar zu privatisieren. Nach dem folgenden Kurssprung der Tesla-Aktie stoppte die Börsenaufsicht den Handel und Musk wurde Kursmanipulation vorgeworfen.

Jedenfalls war am Freitag dann der Bitcoin persönlich an der Reihe. Dabei musste Musk noch nicht einmal einen Tweet absetzen, sondern nur in seiner Twitter-Bio den Hashtag #bitcoin einfügen. Zwar schoss der Bitcoinpreis sofort nach oben, bezüglich einer Kursmanipulation ist er aber hier aus dem Schneider.  Zum einen ist nicht klar, ob er überhaupt Bitcoin gekauft hat. Zum anderen ist die Änderung seiner Bio in #bitcoin wohl kein strafbewehrter Tatbestand. Da schon länger darüber spekuliert wurde, ob Musk beim Bitcoin einsteigen würde, geriet der Bitcoinmarkt in helle Aufregung und der Preis explodierte in wenigen Minuten um rund 20 Prozent (vgl. Bitcoinchart der letzten 5 Tage unten). In den vergangenen beiden Tagen gab der Bitcoin die Gewinne aber weitestgehend ab. In einem Clubhouse-Gespräch von heute hat Musk darüber referiert, dass der Bitcoin eine breitere Akzeptanz in der traditionellen Finanzwelt finden wird.

Schon vor einigen Wochen hatte der Chef des Nasdaq-Unternehmens MicroStrategy, Michael Saylor, Elon Musk öffentlich aufgefordert, einen Teil des Tesla-Kapitals von Dollar in Bitcoin umzuschichten. MicroStrategy hat über 70.000 Bitcoin gekauft und so das in Dollar gehaltene Cash des Unternehmens in Bitcoin umgetauscht, ein mutiger und innovativer Schritt. Interessant ist die Ankündigung von CEO Saylor, auf dem von der Firma am Mittwoch (3.2.) veranstalteten Event „Bitcoin Summit 2021“ Unternehmen rechtliche, finanzielle und technische Anleitungen zum Bitcoinkauf zu geben. Machen es viele Unternehmen MicroStrategy nach, wird das natürlich auch den im Unternehmen gehaltenen Anteilen guttun.

Die zuletzt gesehenen Kurskapriolen sind eigentlich nicht das beste Zeichen für einen Markt. Trotzdem erscheint der Bitcoin und auch der gesamte Kryptomarkt derzeit nicht übermäßig gefährdet, auch wenn es immer wieder einmal eine scharfe Korrektur geben kann. Dafür spricht auch der weltweite Höchststand der Marktkapitalisierung der Stable Coins. Viele Analysten interpretieren die Zunahme der Bestände bei Stable Coins als positives Zeichen für die Kryptomärkte. Denn Stable Coins werden primär gehalten, um jederzeit bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen einsteigen zu können. Von daher dürfte der Markt gut nach unten abgesichert sein.

28.1.2021, 20:15

Ein Flashmob sorgt derzeit für helle Aufregung an der Wall Street. Zieht er bald an die Kryptomärkte weiter?

Der Dogecoin stürmt heute mit einem Plus von in der Spitze 300% in die Top20 der Kryptowährungen. Der selbsternannte Spaßcoin hat schon öfter mit kurzen und heftigen Kursbewegungen Aufsehen erregt. So sorgte im Sommer eine Tik-Tok-Challenge für eine schnelle Rally. Der Kurs verdoppelte sich in drei Tagen und fiel dann wieder zurück. Zum Jahreswechsel hatte sich der Preis in zwei Tagen verdreifacht, u.a. wegen eines Tweets von Elon Musk. Heute hatten die Doge-Fans wieder ihren Spaß, der Coin stieg von etwas mehr als 0,007 Dollar am Morgen in der Spitze bis über 0,027 Dollar, rauschte dann wieder bis 0,015 Dollar runter und drehte dann wieder nach oben (vgl. Tageschart unten).

Dahinter stecken Spekulationen um eine Reddit-Gruppe namens WallStreetBets, die in den vergangenen Tagen durch spektakuläre Aktienpumps von sich reden machte. In der Gruppe wird über spekulative Tradings am Aktien- und Optionsmarkt diskutiert. Durch ihre 4,2 Millionen Follower kann die Gruppe einen enormen Einfluss auf die Kurse ausüben. Investiert wird über die Apps Robinhood oder TradeRepublic.  Im Chart unten sind vier Pumps der vergangenen Tage an der NYSE zu sehen, alles bekannte und leicht angestaubte Namen von früher. Gamestop explodierte von 20 Dollar vor zwei Wochen auf sagenhafte 480 Dollar heute, bevor der Kurs zunächst wieder einbrach und danach stark schwankte. Bei Gamestop hatte die konzertierte Aktion der Kleinaktionäre finanzstarke Hedgefonds unter Druck gesetzt, die durch erzwungene Eindeckungen ihrer Shortverkäufe den Kurs zusätzlich anheizten. Blackberry notierte vor zwei Wochen bei 7,50 Dollar und erreichte heute in der Spitze über 28 Dollar. AMC Entertainment verzehnfachte sich in wenigen Tagen auf bis zu 20 Dollar. Bei Nokia war dagegen „nur“ eine Kursverdoppelung innerhalb von drei Tagen zu bestaunen.

Was hat dies nun mit Dogecoin zu tun? Der Twitter-Nutzer WSB Chairman, der als wesentliches Mitglied der WallStreetBets gilt, könnte nun auch für den heutigen Kurssprung bei Dogecoin verantwortlich sein. Ein Tweet von ihm suggeriert, dass Doge auf einen Dollar gehen könnte. Allerdings dürfte das dann doch eine Nummer zu groß sein, denn dann hätte Doge eine Kapitalisierung, die nicht mehr weit weg von Ethereum wäre.

Es wird nun interessant sein zu beobachten, ob sich dieser Trend von den Aktienmärkten auf die Kryptomärkte verlagert. Denn im Gegensatz zu den Aktienmärkten sind die Kryptomärkte nicht so stark reguliert. Teilweise hatte es Handelsunterbrechungen an den Börsen bei den Aktien wegen der großen Volatilität gegeben. Derartige Handelsunterbrechungen sind an den Kryptomärkten unbekannt. Außerdem beschäftigt sich jetzt die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC mit den Vorgängen. Zuletzt hatte Robinhood und auch TradeRepublic diese Aktien sogar für weitere Käufe gesperrt, die Nutzer können sie nur noch verkaufen. Auch solche Einschränkungen dürfte es an den Kryptobörsen nicht geben. Außerdem werden an den Kryptomärkten Marktmanipulationen noch nicht geahndet. Tweets von Elon Musk würden hier nicht sanktioniert. Von daher darf man gespannt sein, ob der Flashmob von WallStreetBets bald an die Kryptomärkte weiterzieht und Dogecoin ein erstes Wetterleuchten war.

25.1.2020, 19:45

Der Bitcoin hat sich zuletzt etwas abgeschwächt. Selbst wenn die Korrektur noch weitergehen sollte: Der Bitcoin wird auch in diesem Jahr das Top-Investment bleiben.

Nach seinem parabolischen Höhenflug korrigiert der Preis des Bitcoins seit zwei Wochen. Im Tief kam er zuletzt der 50-Tagelinie sehr nahe (vgl. Jahreschart unten). Selbst wenn er darunter fallen sollte und noch weiter korrigiert: Bitcoin-Einbrüche sind normal (vgl. den Artikel vom 11.1.). Die jüngste Korrektur betrug gerade mal 30 Prozent. Während der letzten Mega-Hausse 2017 gab es allein vier Einbrüche um 35 – 40 Prozent. Ob die Korrektur nun vorbei ist oder nicht, vermag keiner zu sagen. Entscheidend ist, dass es langfristig in diesem Jahr noch deutlich weiter nach oben gehen wird. Erst gegen Jahresende oder für Anfang nächsten Jahres ist die Wahrscheinlichkeit für eine ausgeprägte und länger anhaltende Korrektur dann groß. Bevor es dann vor dem nächsten Halving 2024 in noch ganz andere Sphären gehen könnte, zumal zur Mitte des Jahrzehnts dann auch in den westlichen Industrienationen die Inflation fühlbar durchschlagen könnte.

Von der Grundidee her war der Bitcoin nicht als Vermögensanlage oder Instrument zum Reichwerden gedacht. Vielmehr sollte er ursprünglich sichere Online-Zahlungen ermöglichen, ohne dass dabei Vermittler wie die Banken in Anspruch genommen werden müssen. Wenn man die Bitcoin-Spekulation der vergangenen Jahre betrachtet, dann ist diese Idee fast schon pervertiert geworden. Den Bitcoin irgendwo als Zahlungsmittel zu verwenden, wird eher als Gag verstanden. Vielmehr wird der Bitcoin wahrgenommen als Wertgegenstand, der sich aufgrund seines völlig neuen Konzepts des Werterhalts und Inflationierungsschutzes zu einem weltweiten Spekulationsobjekt entwickelt hat Das ist aber nicht tragisch. Ideen entwickeln und Anwendungsfälle erweitern sich. Beim Start von Amazon erschien die Fantasie doch äußerst begrenzt. Ein Online-Buchhändler als Börsenstar. Kaum einer nahm das riesige Potenzial wahr – vielleicht nicht einmal Jeff Bezos. Beim Start von Bitcoin als nicht von zentralen Instanzen gängelbares Zahlungsinstrument nahm ebenfalls kaum einer das riesige Potenzial wahr – vielleicht nicht einmal Satoshi Nakamoto.

Ist Bitcoin nun das beste Investment aller Zeiten? Wer ihn 2009 oder 2010 für wenige Cent erworben hat, wird das zweifellos bestätigen. Deswegen soll hier nur die jüngere Vergangenheit betrachtet werden, als der Bitcoin schon stärker ins Bewusstsein breiterer Anlegerkreise gerückt ist. Die Tabelle unten zeigt einen Vergleich von Bitcoin mit der Performance von DAX, S&P 500 und Gold. Der Bitcoin outperformt diese Vergleichswerte völlig. Natürlich wird man immer kurze Zeiträume finden, wo das nicht so ist. Das ist beim Vergleich von beliebigen anderen Vermögensanlagen auch so. In der Tabelle unten werden fünf Einstiegszeitpunkte jeweils zu Jahresbeginn 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 angenommen und mit den aktuellen Kursen (Stand: 25.1.2021) verglichen. Die Ergebnisse:

  • Seit Anfang 2016 ergibt sich eine irre Performance von 7.789%. Das Plus von 33 – 87% bei DAX, S&P 500 und Gold ist dagegen mikroskopisch klein. Natürlich war der Bitcoin 2016 nur bei wenigen Anlegern überhaupt auf dem Radarschirm und der Preis notierte entsprechend tief.
  • Auch das Plus von 3.427% seit Anfang 2017 ist noch enorm gegenüber 18 – 71% bei den traditionellen Alternativen.
  • 2018 war das Jahr des Kryptocrashes. Aber selbst wer Anfang 2018 zu den hohen Kursen eingestiegen ist, liegt aktuell 140% im Plus gegen 7 – 43% im gleichen Zeitraum bei DAX & Co.
  • Seit 2019 war das Plus von 803% erneut riesig gegenüber 30 – 53% bei den Vergleichsalternativen.
  • Selbst seit Anfang vergangenen Jahres ist das Plus phänomenal mit 373%. Das Gold legte nur 22% zu, der S&P 500 19% und der DAX gerade mal 3%.

Dies zeigt: Trotz der zwischenzeitlichen enormen Kursschwankungen ist der Bitcoin eindeutig der Outperformer, nein, der Überflieger. Es gibt da keine Ausnahme, selbst wenn man mal – ganz böswillig – den Einstiegszeitpunkt zum Topkurs um den Jahreswechsel 2017/2018 setzt.

Selbst im Vergleich mit den Überfliegeraktien punktet der Bitcoin. Vielleicht könnte man aus irgendeiner Ecke noch einen Penny Stock hervorzaubern, der eine bessere Performance hat. Ein Vergleich ist aber nur mit hochkapitalisierten Assets statthaft. Wie ein Vergleich mit Apple, die Ende 1980 an die Börse gingen. Der Emissionspreis lag damals splitbereinigt bei rund 10 Cent. Aktueller Preis: 139 Dollar (Stand: Januar 2021). Die Performance seither rund 139.000%. Aus 720 Dollar wären in 40 Jahren als 1 Million Dollar geworden. Amazon kam 1997 mit splitbereinigt 1,50 Dollar an die Börse. Aktueller Preis: 3.300 Dollar (Stand: Januar 2021). Das entspricht einer Performance von 220.000 Prozent in nur 23 Jahren. Aus 455 Dollar wären in 23 Jahren 1 Million Dollar geworden.

Beim Bitcoin ist ein Performancevergleich mit Bezug auf den Start etwas schwieriger. Einen IPO- oder ICO-Preis gab es nicht. Eigentlich war nach dem Jahr im Januar 2009 erfolgten Start des Netzwerks überhaupt kein in anderen Währungen bezifferbarer Wert feststellbar. In der zweiten Hälfte 2010 lag der Wert dann noch unter 0,10 Dollar. Das entspräche einer Performance von 32.000.000% in 10 Jahren. Aus etwas mehr als 3 Dollar wären in mehr als 10 Jahren 1 Million Dollar geworden. Nimmt man die ersten Börsenpreise (um die 11 Dollar) der am längsten in Betrieb befindlichen Kryptobörse Bitstamp von Mitte 2011, ist die Performance immer noch rund 291.000% in knapp 10 Jahren. Hier hätte es also in 10 Jahren nur 344 Dollar gebraucht bis zum Dollarmillionär. Übrigens fiel der Preis bei Bitstamp bis Ende 2011 auf rund 2 Dollar. Für die vergangenen Jahre sei auf obige Tabelle verwiesen. Unter den Top-Werten liegt Amazon also deutlich vor Apple und Bitcoin deutlich vor Amazon. The Winner is: Bitcoin.

Fazit: Im Gegensatz zur Titulierung des Bitcoins als größte Blase aller Zeiten kommt die als bestes Investment aller Zeiten schon der Wahrheit sehr nahe. Bitcoin war das absolute Top-Investment des vergangenen Jahrzehnts. Es ist bereits wieder das Top-Investment des laufenden Jahrzehnts. Und das wird er auch bleiben. Im Gegensatz zu seiner kurzfristigen Unvorhersehbarkeit ist die langfristige Entwicklung viel besser vorhersehbar als bei Aktien. Unter Gewinneinbrüchen etc. wie bei Aktien leidet der Bitcoin nicht, denn er ist kein Unternehmen.

19.1.2021, 19:50

Nun hat es auch Ethereum geschafft. Ein paar Wochen nach dem Bitcoin markierte die zweitgrößte Kryptowährung heute auf Dollarbasis ein neues Allzeithoch.

Vor 3 Jahren markierte Ethereum im Januar 2018 sein Allzeithoch. Danach verlor der Coin im gleichen Jahr 93% seines Wertes. Das ist noch mehr als der Bitcoin in 2018 verlor, bei ihm waren es 83%. Heute konnte der Kurs zunächst zumindest kurzfristig das alte All-Time-High übertreffen (vgl. Langfristchart unten).

Der Kursanstieg wird durch verschiedene Faktoren angeheizt. Zum einen ist auch bei Ethereum die zu beobachtende zunehmende Verknappung für die Kursexplosion verantwortlich. Ein wesentlicher Faktor dafür ist der boomende DeFi-Markt. So sind bereits 19% der gesamten umlaufenden Ether-Menge in Smart Contracts gebunden. Außerdem könnte der 8. Februar seine Schatten vorauswerfen. Denn dann startet der Ethereum-Futureshandel an der amerikanischen Terminbörse CME. Bisher wurden dort seit Dezember 2017 nur Bitcoin-Futures gehandelt. Institutionelle Anleger bevorzugen die CME als Handelsplattform für Kryptowährungen. Von daher könnte Ethereum im Vorfeld des Handelsstarts weiter zulegen.

Ethereum ist die zweitgrößte Kryptowährung und wurde jüngst als Industriemetall der Kryptomärkte bezeichnet. Denn die Ethereum-Blockchain ist Grundlage von Produkten wie den boomenden dezentralisierten Finanzanwendungen (DeFi) oder den Stable Coins. Deshalb wächst auch das Interesse institutioneller Investoren an Ethereum. Zuletzt hatte sogar die Zahl der Knotenpunkte der Ethereum-Blockchain die von Bitcoin überstiegen. Obwohl Ethereum im Sommer 2015 und damit erst sechs Jahre nach dem Bitcoin-Start an den Markt ging, ist es nun zum größten Blockchain-Netzwerk geworden. Mit dem Dezemberbeginn ging auch die erste Phase des lange erwarteten Übergangs auf Ethereum 2.0 an den Start mit der Umstellung vom Proof of Work auf den Proof of Stake. Bisher sind für die Validierung von Transaktionen im Netzwerk ausschließlich Miner verantwortlich gewesen, nun wird es auch von Validatoren unterstützt. Diese müssen dann eine bestimmte Menge an Ether längere Zeit zur Verfügung stellen und erhalten dafür ein passives Einkommen von 7 Prozent pro Jahr.

Ethereum hat den Bitcoin seit dem Jahresanfang 2020 erstmals wieder sehr deutlich outperformt. Die Outperformance dürfte sich im neuen Jahr 2021 fortsetzen. Ein Blick auf den Langzeitchart von Ethereum zum Bitcoin unten zeigt, dass hier der Ethereumkurs nach sehr weit von seinen Höchstständen entfernt ist. Anfang 2018 notiert er zum Bitcoin dreimal so hoch wie heute. Aktuell nähert er sich einer wichtigen Widerstandslinie, die etwas über 0,04 BTC liegt. Springt er darüber, könnte er gegen den Bitcoin schnell einmal 30% gewinnen. Das wäre natürlich dann auch in Dollar oder Euro gerechnet noch einmal ein großer Zugewinn. 2.000 Dollar könnten dann in Sichtweite geraten.

18.1.2021, 12:10

Im Vergleich mit anderen Anlagen ist der Bitcoin immer noch eine kleine Nummer. Langfristig wird sich das ändern. Für dieses Jahr ist noch viel zu erwarten. Für das gesamte Jahrzehnt noch deutlich mehr.

Bitcoin im Vergleich eine kleine Nummer

Der Bitcoin hat sich seit Oktober in der Spitze vervierfacht. Und er wird immer salonfähiger. So gab es auf der Internetseite vom ZDF einen recht positiven Artikel, von dem auch die untenstehende Grafik stammt. Demnach beträgt die Kapitalisierung des Bitcoins noch nicht einmal 8 Prozent des globalen Goldmarktes und ein Drittel der Marktbewertung von Apple. Von daher ist der Bitcoin immer noch eine kleine Nummer. Dabei ist er per se international in allen Ländern vertreten und nutzbar, um aus den mehr oder minder maroden Landeswährungen auszubrechen.

Spekulation um Elon Musk

Interessant an den oben angestellten Kapitalisierungsvergleichen ist auch, dass das Vermögen von Elon Musk rund ein Viertel der Bitcoin-Kapitalisierung beträgt. Denn in den vergangenen Wochen wurde immer wieder darüber spekuliert, ob Elon Musk endgültig zum Bitcoiner wird und einsteigt. Oder vielleicht schon eingestiegen ist. Eines ist klar: Eine entsprechende Mitteilung von Musk würde noch einmal zu einem Kurssprung beim Bitcoin führen. Verwundern könnte ein entsprechender Musk-Tweet eigentlich nicht, der dann sofort mit einer entsprechenden Wertsteigerung seines Bitcoin-Investments verbunden wäre. Unvergessen ist sein Tweet aus dem Jahr 2018, als er bei einem Tesla-Kurs von 344 Dollar öffentlich darüber nachgedacht hat, Tesla bei 420 Dollar zu privatisieren. Nach dem sofortigen Kurssprung der Tesla-Aktie stoppte die Börsenaufsicht den Handel und Musk wurde Kursmanipulation vorgeworfen. Beim Bitcoin wäre er diesbezüglich aus dem Schneider. Eine simple Mitteilung, dass er eine größere Bitcoin-Position gekauft hat, würde hier reichen und der Kurs explodieren.

Neuer Gegenwind der Regulatoren?

Zuletzt schienen sich die Regulatoren weltweit mit der Existenz von Bitcoin & Co weitgehend abgefunden zu haben. Der fulminante Bullrun der vergangenen Wochen und Monate hat nun doch wieder einen altbekannten Reflex auf dieser Seite ausgelöst. So verwundert eine Mitteilung der Bafin aus der vergangenen Woche, in der die Anleger vor dem Hype am Kryptomarkt gewarnt werden. Explizit warnt die Aufsichtsbehörde die Anleger davor, sich von den starken Kursanstiegen von Bitcoin, Ether, XRP, Bitcoin Cash und Litecoin blenden zu lassen. Die Warnung bezieht sich nicht nur auf Direktinvestments in diesen Währungen, sondern auch auf darauf bezogene derivative Finanzinstrumente wie CFDs oder Zertifikate. Die Bafin sieht die Gefahr, dass die Anleger erhebliche Verluste bis hin zu einem Totalverlust erleiden können. Das kann allerdings auch bei DAX-Aktien wie Wirecard passieren, wie sich im vergangenen Jahr zeigte. Eine Bafin-Warnung gab es da nicht. Auch die Forderung der EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach einer schärferen Bitcoin-Regulierung durch die führenden Wirtschaftsstaaten lässt aufhorchen. Neue Argumente gab es aber nicht. Vielmehr wurde der Bitcoin als spekulatives Asset betrachtet, der zweifelhafte Geschäfte und Geldwäsche ermöglicht. Da stellen sich sofort die Gegenfragen: Der US-Dollar ist schon seit Jahrhunderten das bevorzugte Transaktionsmedium für kriminelle Aktivitäten aller Art. Warum wurde er nicht verboten? Und spekulative Assets jenseits von Bitcoin gibt es mehr als genug. Ein kleiner Hinweis auf die oben schon erwähnten Wirecard soll hier genügen.

Einer der besten Sprüche zu derartigen Aussagen und Tendenzen ist der von Mahatma Gandhi:

First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win.

Das Umschwenken der Wall Street hin zum Bitcoin im vergangenen Jahr 2020 zeigt eindrücklich, dass der Bitcoin gerade zwischen Phase 3 und 4 ist. Er ist und bleibt auf der Gewinnerseite.

Bitcoin wird noch eine viel größere Nummer

Wie oben gesehen, ist der Bitcoin derzeit im Vergleich noch eine kleine Nummer. Insbesondere die Relation zum globalen Goldmarkt wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich verschieben. Mittlerweile sehen ja auch immer mehr Traditionalisten an den Finanzmärkten, dass der Bitcoin die Funktion des Goldes in Zukunft zwar nicht ganz, aber doch in erheblichen Teilen übernehmen kann. Der Bitcoin wird in Zukunft jedenfalls noch eine viel größere Nummer. Deswegen soll hier ein kurzer Ausblick über das sicherlich interessante laufende Jahr hinaus gegeben werden.

Entwicklung in 2021

Der aktuell laufende Bullrun wird sich in diesem Jahr weiter fortsetzen. Wann genau der Höhepunkt erreicht werden wird, ist natürlich ein bisschen Kaffeesatzleserei. In dem Chart oben mit logarithmischer Skala ist eine Trendlinie eingezeichnet, nach der der Bitcoinpreis im August 2021 ein Niveau um 115.000 Dollar erreichen würde. Vor einem halben Jahr hätte man das noch als Fantasterei abgetan, nach der jüngsten Kursvervierfachung in drei Monaten auf über 40.000 Dollar aber nicht mehr. Der Bitcoinpreis wird immer stärker durch ein Ungleichgewicht aus knappem Angebot und enorm steigender Nachfrage getrieben. Für dieses Ungleichgewicht gibt es nur das Ventil stark steigender Preise. Denn naturgemäß wird es bei höheren Preisen tendenziell auch eine verstärkte Verkaufsneigung geben. Die irren Bitcoin-Rallys mit einer Performance von +9.212% nach dem ersten und +2.910% nach dem zweiten Halving dauerten durchschnittlich 446 Tage. Wiederholt sich die Geschichte, wird der Bitcoin in den nächsten Monaten bis zum August 2021 auf 115.000 Dollar steigen. Allerdings sollte man mit solchen Festlegungen vorsichtig sein. Der Preis muss nicht unbedingt bis auf dieses Niveau steigen, andererseits kann er dieses auch deutlich übersteigen. Auch das Datum kann man nicht so einfach eingrenzen. Unsere Prognose ist, dass der Bitcoinpreis seinen Höchststand bis Ende des Jahres 2021 erreichen wird. Als Höchstpreis haben wir schon lange eine Range zwischen 50.000 und 100.000 Dollar propagiert. Aus heutiger Sicht wird das eher die Obergrenze sein oder sogar noch etwas mehr.

Bitcoin-Rallys nach den drei bisherigen Halvings (Quelle: Pantera)

Die Effekte der Angebotsreduzierung werden mit jedem Halving kleiner. Ein Blick auf die Tabelle unten zeigt, dass es nach dem 1. Halving eine Angebotsreduzierung bezogen auf die zu diesem Zeitpunkt umlaufenden Bitcoins von 15,3% gab. Beim 2. Halving betrug die Reduzierung 5,1%, beim dritten 2,2%. Die Relation der Reduzierung zwischen 1. und 2. Halving betrug 3,0 und sank beim 2. zum 3. Halving auf 2,3.

Verhältnis der Angebotsreduzierungen nach den Halvings (Quelle: Pantera)

Erstaunlicherweise ist das Verhältnis der prozentualen Kursgewinne in der Rally zwischen zwei Halvings in der Größenordnung der Relation der prozentualen Angebotsreduzierungen (vgl. Tabelle unten). Führt man die Analogie nun nach dem 3. Halving vom Mai 2020 fort, kommt man auf einen Zielkurs von 115.212 Dollar. Ein derart abgeleiteter Zielkurs ist natürlich in seiner vermeintlichen Exaktheit etwas lächerlich. Er gibt aber einen Hinweis auf eine plausible Größenordnung.

Verhältnis der Rallys nach den Halvings (Quelle: Pantera)

Langfristige Entwicklung

Auf die wirklich lange Sicht sind aber andere Überlegungen wichtiger. Denn das nächste Halving im Jahr 2024 wird seine Schatten vorauswerfen. Mit Blick auf die Verläufe im vergangenen Jahrzehnt ist wahrscheinlich, dass es ab 2022 wieder zu einer großen Korrektur des Bitcoinpreises kommen wird. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass diese Korrektur prozentual nicht mehr so heftig ausfallen wird wie zwischen den beiden vorherigen Halvings. Denn der Bitcoin ist aus seinem Schattendasein getreten und spricht verstärkt die traditionellen Anleger an, sowohl auf privater wie auf institutioneller Seite. Aber unabhängig von der Korrektur wird der Bitcoin nach dem vierten Halving 2024 mit größter Wahrscheinlichkeit eine weitere Mega-Hausse starten, die den Kurs auf heute noch schwer vorstellbare Höhen führt. Der Zündstoff für diese Hausse liegt bereits parat. Denn Experten erwarten zur Mitte des Jahrzehnts eine deutliche Zunahme der Inflation.

Anleger sollten ihre Strategie an diese langfristigen Erwartungen anpassen. Dazu gehören zwischenzeitliche Verkäufe von steuerfreien Positionen und in der Korrektur dann der erneute Aufbau von Positionen, die ebenfalls eine spätere steuerfreie Realisierung der Gewinne zum Ziel haben. Die Steuer-Optimierung ist bei Krypto-Investments für deutsche Anleger ein ganz wichtiger Faktor zur Optimierung des Anlageerfolges.

Fazit

Der Bitcoin war das Top-Investment des vergangenen Jahres und Jahrzehnts. Er bleibt das Top-Investment in diesem Jahr und Jahrzehnt. Er ist eine Once-in-a-Lifetime-Chance. Anleger sollten diese Chance steueroptimiert spielen, bevor die Finanzbehörden auch diese Einnahmequelle anzapfen.

11.1.2021, 15:15

Der Bitcoin erinnert gerade daran, dass er auch mal kräftig fallen kann. Der Schrecken darüber sollte sich aber in Grenzen halten.

Fast hatte man es schon vergessen: Bitcoin-Einbrüche sind normal, auch wenn sie immer wieder erschreckend groß ausfallen können. Denn diese muss man schließlich auch in Relation zu den vorherigen riesigen Anstiegen sehen. Darauf haben wir in den Beiträgen immer wieder hingewiesen (vgl. z.B. den Artikel in der Börse Online „Bitcoin-Einbruch normal“). Bereits in der vergangenen Woche hatte sich erstmals eine größere Korrektur mit einem Einbruch um 15% angedeutet. Der heutige Einbruch um 20% geht zwar darüber hinaus, könnte aber noch deutlich tiefer gehen. Gerade hatte sich der Beginn einer Altcoin-Season angedeutet. Heute verlieren die Altcoins mit dem Bitcoin-Einbruch aber wieder überproportional. Die Altcoin-Season ist aber nur aufgeschoben. Wenn der Bitcoin seine Korrektur beendet hat, werden viele große Altcoins wieder eine Outperformance zeigen.

In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf unseren Artikel vom 28.12. verwiesen („Wann steigt der Bitcoin auf 100.000 Dollar?“), in dem wir bereits auf bevorstehende zwischenzeitliche Einbrüche von 35 bis 40 Prozent hingewiesen haben. Im Chart unten ist noch einmal der Verlauf vor und nach dem zweiten und dritten Halving mit einer logarithmischen Skala dargestellt. Auch beim letzten parabolischen Bullrun 2016/17 gab es – neben etlichen „kleineren“ Korrekturen um die 20% – vier größere Korrekturen um 35 bis 40%. Die erste einer solchen größeren Korrektur war eigentlich längst überfällig und könnte nun im Gange sein. Man sollte deshalb nicht in Panik verfallen, auch wenn der Bitcoinpreis z.B. bei einem Minus von 40% bis auf 25.000 Dollar zurückfallen würde. Zum einen ist das zwar aktuell nicht unwahrscheinlich, muss aber natürlich nicht so eintreten. Zum anderen wäre es unsinnig, langfristig angelegte Positionen deswegen aufzulösen und sich dadurch am Ende des Tages steuerlich ungünstiger zu stellen.

Steuerliche Aspekte beachten

Für Tradings im Bitcoin sollte man immer auch die steuerlichen Konsequenzen beachten. Langfristige gehaltene Positionen und Trading-Positionen sollten kontomäßig strikt getrennt werden (Zwei-Kontomodell), z.B. durch Konten bei zwei verschiedenen Kryptobörsen. Selbst beim Handel über die BISON App ist das leicht umsetzbar. Denn die gleiche Person kann mehrere Konten dort eröffnen. Man braucht nur unterschiedliche Email-Adressen und muss sich für jedes Konto noch einmal der Mühe des Video-Ident-Verfahrens unterziehen. Eine andere Möglichkeit wäre der – sowieso angeratene – Übertrag der langfristigen Positionen auf ein Hardware Wallet. Die kurzfristigen Positionen belässt man dann zum Traden bei der Kryptobörse selbst. Schließlich kann man auch Gegenpositionen über ein Short-Zertifikat oder -CFD zu tätigen. So hat die Bank Vontobel eine Reihe von Short-Zertifikaten emittiert auf den Bitcoin-Future an der CME. Die Zertifikate werden an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt und direkt beim Emittenten gehandelt. Zertifikate werden mit der Abgeltungssteuer belegt. Dagegen werden Kursgewinne beim Direktverkauf von Bitcoin innerhalb eines Jahres mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert. Deshalb sind hier steuerlich interessante Kombinationen machbar.

6.1.2021, 20:30

Der Bitcoin könnte gerade einen Angriff Richtung 40.000 Dollar starten. Viele Altcoins beginnen zu fliegen.

Nachdem zuletzt der Bitcoin die Pace gemacht hatte, könnte nun tatsächlich wieder eine Altcoin-Season ausbrechen. Heute haben bereits viele Altcoins eine deutlich bessere Performance als der Bitcoin.

Allen voran Stellar (XLM) mit einem Tagesplus von über 50%, in der Spitze war das Plus heute bereits über 100%. Grund für die Kursexplosion war eine Ankündigung der ukrainischen Regierung, eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) sowie ein Digitalwährungsökosystem auf Basis der Stellar-Blockchain aufzubauen. Nachdem der kleine Bruder von Ripple zuletzt von der SEC-Klage gegen Ripple in Mitleidenschaft gezogen wurde, drehte diese Meldung das Sentiment völlig. Auffällig in Bezug auf Altcoins ist aber auch, dass viele Altcoins, deren Preis sehr weit vom Allzeithoch entfernt ist, gerade eine besonders gute Performance zeigen. Diese Laggards (Nachzügler) könnten in nächster Zeit verstärkt gespielt werden. Dieses Muster ist in der Vergangenheit schon häufiger zu beobachten gewesen, wenn die Hausse sehr stark vom Bitcoin geprägt war und die Altcoins zurückblieben.

Ein zu dieser Gruppe gehörender und auch fundamental interessanter Coin ist Ontology (ONT). Das im Jahr 2017 gegründete Projekt arbeitet eng mit der chinesischen Regierung zusammen. Hinter Ontology steht u.a. Da Hongfei, der Gründer von NEO. Die Zielrichtung ist die Installation der Blockchain-Technologie bei Unternehmen, ohne dass sie große Änderungen an ihren internen Systemen vornehmen müssen. Fantasie könnte von dem kürzlich gelaunchten DeFi-Produkt Inclusive Pool kommen, das über eine auf der Ontology-Blockchain laufende Kreditplattform erreichbar und mit OScore gekoppelt ist, dem dezentralisierten Kreditrating-System von Ontology. Der Inclusive Pool beinhaltet einen Kredit- und Versicherungspool.

Ontology (ONT) ist in der jüngsten Hausse noch kaum gelaufen (vgl. den Langfristchart unten). Heute ist der Coin mit einem Tagesplus von über 12% sehr fest, ähnlich wie NEO. Der Coin steht aktuell rund 95% unter seinem Allzeithoch, ähnlich wie NEO mit 90%. Beide Coins sind heute sehr fest.

Deswegen werden nun 7.000 ONT zum Preis von 0,5773 Dollar ins Tradingdepot gekauft.

4.1.2021, 17:00

Bitcoin statt Skifahren. Mangels Alternativen haben die Anleger den Bitcoin über die Feiertage in die Höhe getrieben. Der Markt läuft nach dem jüngsten Raketenflug kurzfristig heiß.

Über die Feiertage kam es zwar noch nicht zu einer wirklichen Bitcoin-Hysterie. Allerdings zogen die Kurse seit Weihnachten um bis zu 50 Prozent in der Spitze enorm an (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Die Umsätze waren trotz der Feiertage sehr hoch. Wobei das auch der derzeitigen besonderen Situation geschuldet sein kann. Denn durch den Lockdown und die dadurch erzwungene Entschleunigung in vielen Ländern konnten sich die Anleger verstärkt ihren Geldanlagen widmen. Zumal die Kryptomärkte mit ihrem 24/7-Handel ja keine Feiertage kennen und rund um die Uhr gehandelt wird. Jedenfalls war in den Weihnachtsferien Bitcoin statt Skifahren angesagt. Zumal einige Anleger wohl die Kursexplosionen der vergangenen Wochen eher verpasst haben und stark unter FOMO litten. Gegen die Angst, etwas zu verpassen, gibt es leider immer noch keinen Impfstoff.

Treiber dieser Hausse waren zuletzt offensichtlich auch aggressive Käufe von einigen Großinvestoren. Außerdem hatten Leerverkäufer darauf spekuliert, dass der Bitcoin nicht über 30.000 Dollar hinauskommt. Als die Marke dann überwunden wurde, soll es zu einem Short Squeeze gekommen sein, der den Preis noch dynamischer nach oben trieb. Bei einem derartigen Höhenflug wird die Gefahr eines deutlichen Rückschlags immer größer. Der Fear & Greed Index ist auf Rekordständen, die Gier der Anleger also gefährlich groß. Außerdem ist scheinbar nun auch bei den institutionellen Anlegern ein FOMO-Effekt ausgebrochen. Dabei ist nicht einmal das Kursniveau das Problem. Denn eigentlich hätte der Bitcoin in Anbetracht des Umfelds an den internationalen Anlagemärkten schon viel früher im vergangenen Jahr steigen müssen. Ein Problem ist da eher die Schnelligkeit des Kursanstiegs, die nach einer Korrektur schreit.

Allerdings ist bei der derzeitigen Dynamik kaum zu sehen, von welchem Niveau aus eine größere Korrektur kommt. Heute gab es schon einmal einen Vorgeschmack. In der Nacht wurden die Kurse im asiatischen Handel noch einmal stark nach oben getrieben. Die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum konnte gegenüber gestern sagenhafte 50 Prozent zulegen und erreichte in der Spitze 1.160 Dollar. Am Morgen ging es dann in wenigen Stunden runter bis 860 Dollar. Zuletzt konnte sie sich dann bei knapp über 1.000 Dollar behaupten. Der Bitcoin legte dagegen im Asienhandel nicht zu und bewegte sich seitwärts. Am Morgen rauschte er dann in wenigen Stunden von über 33.300 auf 28.500 Dollar. Zuletzt erreichte er wieder rund 32.000 Dollar. Diese Kursfluktuationen sind ein Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Wochen kommen könnte. Denn kurzfristig muss die Bitcoin-Rakete etwas Treibstoff tanken, um den Höhenflug – den sie im weiteren Jahresverlauf machen wird – fortzusetzen. Ein anhaltendes Mooning ist in dieser Form eigentlich nur bei einer Mega-Meldung denkbar, wenn beispielsweise Elon Musk oder BlackRock den Einstieg beim Bitcoin verkünden würden. Aber unabhängig davon bleiben wir bei unserem schon seit Anfang vergangenen Jahres propagierten Kursziels von 50.000 bis 100.000 Dollar bis zum Jahresende. Dieses erscheint in Anbetracht der jüngsten Entwicklung derzeit sogar etwas konservativ.

Langfristige Investoren können die kurzen hektischen Ausschläge deshalb kalt lassen. Über Silvester und das Wochenende ist an der CME wieder sein sehr großes Futures-Gap von rund 4.000 Dollar entstanden (vgl. Chart unten). Ein Gap entsteht, weil am Wochenende und an Feiertagen die CME geschlossen ist und deshalb keine Bitcoin-Futures gehandelt werden. Dagegen läuft der normale Spothandel von Bitcoin an den Kryptobörsen weiter. Wenn in dieser Zeit sich der Kurs des Bitcoins stark verändert, ergibt sich eine Lücke. Idealtypisch schließt sich anschließend eine solche Lücke, bevor sich der vorher bestehende Trend – in diesem Fall der Aufwärtstrend – fortsetzt. Im Gegensatz zum vergangenen Gap wurde es diesmal postwendend mit dem Kurssturz von heute geschlossen. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass sich auch das letzte große und noch nicht geschlossene Gap zwischen 24.000 und 26.000 Dollar von den Weihnachtsfeiertagen noch schließt, obwohl es derzeit sehr weit weg erscheint.

Noch ein kleiner Nachtrag: Im Tradingdepot wurde das Verkaufslimit für 0,1 Bitcoin bei 27.500 Dollar während der Feiertage erreicht. Damit hat sich die Bitcoinposition nun auf 0,15 BTC reduziert.

28.12.2020, 12:00

Der Bitcoin hat sich charttechnisch über die Feiertage in eine Terra incognita bewegt. Daran wird man sich auf dem Weg zu 100.000 Dollar gewöhnen müssen.

Der Bitcoin hat sich über die Feiertage in vorher noch nicht gesehenes Terrain bewegt und in der Spitze sogar schon Kurs über 28.000 Dollar erreicht. Wir haben hier an dieser Stelle schon häufig auf Analogien beim Kursverlauf von Bitcoin nach den drei bisherigen Halving-Events hingewiesen. Z.B. im April in dem Beitrag „Bitcoin: Quantitative Hardening“, damals stand der Bitcoin bei 6.700 Dollar, heute – 8 Monate später –  das Vierfache davon. Wir hatten schon damals darauf hingewiesen, dass unabhängig von den unvorhersehbaren kurzfristigen Kursschwankungen die langfristige Entwicklung vorhersehbar ist, da dass härteste Geld der Welt in Zeiten der immer weicher werdenden Hartwährungen eigentlich nur steigen kann. Augenscheinlich werden diese Ähnlichkeiten in den Kursverläufen vor und nach den Halving-Events, wenn man den Bitcoin-Chart in seiner logarithmischen Abbildung betrachtet. Denn diese macht die prozentualen Kursanstiege unabhängig vom absoluten Kursniveau direkt vergleichbar.

Die im April gestellte Frage „Wiederholt sich die Geschichte?“ erübrigt sich mittlerweile fast schon. Denn sie wiederholt sich ganz offensichtlich. Nach dem Ausbruch über die alten Höchststände von Ende 2017 hat der Kursverlauf einen stark parabolischen Verlauf angenommen. Allerdings erscheint der Anstieg zuletzt zu steil, so dass kurzfristig mit größeren Korrekturen gerechnet werden muss. Auf diese sollten langfristig orientierte Investoren – wie hier immer wieder propagiert – allerdings nicht spekulieren, sondern ihre Positionen einfach durchhalten. Auch nach dem 2. Halving gab es heftige Korrekturen, die in der logarithmischen Skala vergleichsweise niedlich aussehen. Wir haben im Chart einmal die heftigsten mit prozentualen Rückgängen von 35 – 40 Prozent eingetragen. Nach den jüngsten Kursanstiegen wäre nun eigentlich ein solcher Rückschlag zu erwarten. Bei der derzeitigen Dynamik würde aber auch nicht überraschen, wenn er erst auf einem noch höheren Kursniveau kommt. Aber er kommt, denn nach einem solchen Parabelflug muss über kurz oder lang neuer Treibstoff getankt werden. Die langfristig orientierten Investoren soll und wird das nicht abschrecken. Denn wenn sich die Geschichte wirklich wiederholt, wären selbst die im Chart eingezeichneten 100.000 Dollar bis zum Jahresende 2021 noch eher ein konservatives Kursziel. Nimmt der Bitcoin weiter den gleichen Verlauf wie beim letzten Mal, kann er auch noch deutlich darüber hinausschießen, wie ein Blick auf den Chart zeigt.

Fundamental lässt sich diese Entwicklung begründen. Der Bitcoin steht als absolut nicht inflationierbares Asset wie ein Fels in der Brandung der von den Zentralbanken seit langem verursachten Geldschwemme. Nach den Privatanlegern haben das – auch im Gefolge staatlichen Regulierungsmaßnahmen – im vergangenen Jahr verstärkt Großinvestoren und Institutionelle entdeckt. Gerade hat das der bekannte Bitcoin-Bull Max Keiser auf den Punkt gebracht und den Bitcoin mit dem Angriff von George Soros auf die britische Nationalbank 1992 verglichen. Die Zentralbanken haben den Leitzins auf Null oder sogar in den negativen Bereich getrieben. Wenn beispielsweise Unternehmen wie MicroStrategy Anleihen mit Minizinsen begeben und von den Einnahmen Bitcoin kaufen, ist das wie ein Angriff auf die Zentralbanken. MicroStrategy hat bereits 70.000 Bitcoin im aktuellen Wert von über 1,8 Milliarden Dollar im Besitz. Gerade hat der CEO von MicroStrategy, Michael Saylor, öffentlich Tesla-Chef Elon Musk aufgefordert, es ihm gleichzutun. Was dann bei einer Bekanntgabe passieren würde, ist klar: Der Bitcoinkurs würde noch einmal einen Satz nach oben machen. Wenn die Protagonisten dann mal einen Teil der Positionen mit dickem Gewinn verkaufen würden, könnte man es ihnen nicht verdenken.

Gespannt darf man sein, ob sich das über die Feiertage gebildete Bitcoin Future Gap schließen wird. Denn die Lücke zwischen dem Schlusskurs der Bitcoin Futures an der amerikanischen Terminbörse CME und der Eröffnung heute Nacht ist schon enorm. Idealtypisch schließt sich eine derartige Lücke, bevor sich der vorher bestehende Trend – in diesem Fall Aufwärtstrend – fortsetzt.

Im Tradingdepot wurde das Verkaufslimit von 2 Ethereum bei 690 Dollar wurde gestern erreicht.

Im Bison Realdepot wurde am 26.12. die Position bei Ripples XRP bei 0,24819 Euro verkauft. Am 27.12. wurde 0,1 Bitcoin bei 21.734,36 Euro verkauft.

26.12.2020, 20:45

Nach dem Höhenflug über die Feiertage bildet sich gerade wieder ein Future Gap. Das Verkaufslimit für eine Teilposition beim Bitcoin wurde erreicht. Ripples XRP wurden aus dem BISON Realdepot verkauft.

Auch über die Feiertage setzt der Bitcoin seinen Höhenflug fort. Eine Woche vor Weihnachten war der Bitcoin über sein altes Hoch und die Marke von 20.000 Dollar gesprungen. Nach dem schnellen Run bis auf 24.000 Dollar kam ein einwöchige Seitwärtsbewegung. Aus dieser ist er heute ausgebrochen: Der Preis sprang über die nächste markante Marke bei 25.000 Dollar und erreichte in der Spitze schon fast 26.000 Dollar.

Das an der Nasdaq gelistete Unternehmen MicroStrategy hat erneut zugeschlagen und weitere knapp 30.000 Bitcoin gekauft, wie CEO Saylor am 21.12. über Twitter bekanntgab. Das Softwareunternehmen hat nun bereits über 70.000 Bitcoin im Wert von aktuell rund 1,8 Milliarden Dollar im Besitz. Saylor hatte vor wenigen Tagen Tesla-Chef Elon Musk öffentlich seine Beratung beim Bitcoinkauf zum Wohle seiner Aktionäre angeboten. Ein Blick auf die größten Holder zeigt, dass MicroStrategy von den börsennotierten Unternehmen den mit Abstand größten Bitcoin-Besitz hat, immerhin 0,336% aller existierenden Bitcoin. Der größte Holder ist der bei den Institutionellen beliebte Grayscale Bitcoin Trust, der einen Anteil von immerhin 2,73% aller Bitcoin hat.

Quelle: bitcointreasuries.org

Jedenfalls zeigt sich, dass für den Bitcoin immer mehr Knappheitspreise gezahlt werden. Der Einstieg der Institutionellen ist ein Megatrend, der anhalten wird. Außerdem nimmt der Zustrom von Privatanlegern zu, die über neue einfache Möglichkeiten wie den Kauf über PayPal leicht Zugriff auf Kryptowährungen bekommen. Dies spiegelt sich auch in der Perfomance. So gehören die über PayPal handelbaren vier Coins (neben Bitcoin sind das Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash) seit Tagen und Wochen zu den Top-Gewinnern. Insbesondere die von uns als Favorit zum Jahreswechsel herausgestellten Litecoin haben mit einem Plus von über 90% im Monatsvergleich die beste Performance der Top-Coins. Dies könnte auch so bleiben. Denn bisher hat PayPal nur den Kryptozugang für die US-Kunden geöffnet. Anfang des Jahres soll dies dann auch Kunden weltweit ermöglicht werden. Dadurch könnten die Kurse dieser Coins – insbesondere von Litecoin und Bitcoin Cash – weiteren Treibstoff für ihren Höhenflug bekommen.

Eine herbe Enttäuschung gab es dagegen bei Ripple. Grund ist das in Vergessenheit geratene Damoklesschwert, ob die SEC Ripples Kryptowährung XRP als Wertpapier einstuft oder nicht. Die von der SEC jetzt eingereichte Klage gegen Ripple Labs wegen der Emission eines nicht registrierten Wertpapiers zeigt jedenfalls Folgen. Mit Bitstamp hat bereits die erste große Kryptobörse angekündigt, den XRP-Handel für US-Kunden zum 8. Januar zu stoppen. Die Sorge auch anderer Kryptobörsen könnte sein, bei einem Erfolg der SEC vor Gericht dann ebenfalls verklagt zu werden. Die führende amerikanische Kryptobörse Coinbase scheint ebenfalls einen Handelsstopp zumindest für US-Kunden zu erwägen. Auch verschiedene Fonds wollen die Kryptowährung aus ihren Produkten entfernen.

Im BISON-Realdepot wurden deshalb die 5.000 XRP bei 0,24819 Euro verkauft. Nachdem beim Kauf Ende November die Aussichten sehr positiv waren, sorgt die SEC-Klage und die möglichen Delistings von den Börsen doch für erhebliche Unruhe, so dass hier der Verlust realisiert wird. Für Trader könnte XRP in den nächsten Tagen und Wochen aber interessant bleiben, denn es dürfte erhebliche Kursfluktuationen geben. Hier könnte es sich lohnen, mit kleineren Beträgen ein paar Abstauberlimits zu platzieren, die 30-50% unter den aktuellen Preisen liegen.

Im Coin Stars Tradingdepot wurde bereits gestern das Verkaufslimit für 0,1 Bitcoin (BTC) bei 24.400 Dollar erreicht. Bei Ethereum läuft das Verkaufslimit von 690 Dollar für eine Teilposition weiter. Außerdem wird ein neues Verkaufslimit für 0,1 Bitcoin (BTC) bei 27.500 Dollar gelegt.

Wie geht es beim Bitcoin weiter? Der Preis bewegt sich charttechnisch in unbekanntem Terrain. Die parabolische Bewegung dürfte kurzfristig bald zu Ende gehen, denn zuletzt kann man nur noch von einem senkrechten Anstieg sprechen. Von welchem Niveau ein Einbruch kommen könnte, ist unmöglich zu sagen. Zumal derartige Überlegungen sowieso nur für Tradingpositionen relevant sind. Langfristig angelegte Investments sollten weiter unbeirrt gehalten werden, hier sollte man sich nicht von kurzfristigen Kursrückgängen aus dem Markt jagen lassen.

Interessant könnte für die nächsten Tage das sich gerade bildende Future Gap werden. Denn an der CME gingen die Bitcoin-Futures am 24.12. bei 23.670 Dollar aus dem Markt, so dass das Gap aktuell bereits mehr als 2.000 Dollar beträgt. Morgen Abend beginnt an der CME wieder der Futureshandel. In der Vergangenheit wurden die Gaps zwischen dem Futures- und dem Spotpreis häufig in den folgenden Tagen wieder geschlossen. Allerdings war das beim letzten großen Gap vor zwei Wochen auch nicht der Fall. Insbesondere wenn der Bitcoin bis morgen Abend weiter steigt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur aber sehr groß.

21.12.2020, 17:00

Litecoin, in Abgrenzung zum digitalen Gold Bitcoin auch als digitales Silber bezeichnet, könnte zum Jahreswechsel wegen des Nachholbedarfs zum Bitcoin ein Favorit sein. Litecoin ist eine Hard Fork von Bitcoin aus dem Jahr 2011. Es hat den gleichen Verwendungszweck wie Bitcoin, aber gegenüber diesem einige Vorzüge wie eine deutlich größere Schnelligkeit bei Transaktionen. Trotzdem konnte und kann es nicht ansatzweise an dessen unangefochtener Marktdominanz herankommen. Litecoin gehört zu einem der drei Altcoins neben Bitcoin, die seit kurzem von US-Bürgern direkt über PayPal gehandelt werden können. Bald nach Jahresbeginn soll dieser Kryptoservice allen PayPal-Nutzern weltweit zugänglich gemacht werden. Die eher unerfahrenen Nutzer des Zahlungsdienstleisters PayPal könnten Litecoin allein schon wegen des rund 230-mal geringeren Absolutpreises im Vergleich zum Bitcoin favorisieren.

Im Langfristchart unten ist zu erkennen, dass Litecoin in den vergangenen Jahren immer zum Jahreswechsel eine fulminante Rally gegen den Bitcoin hingelegt hat, nachdem es im Jahresverlauf vorher zu deutlichen Kursverlusten gekommen war. In diesem Jahr sieht es ähnlich aus. Der Preis hat gegenüber dem Bitcoin bereits gedreht und ist über die 200-Tagelinie gesprungen. Vergangene Woche hatte Litecoin die beste Performance aller Coins der Top20.  Litecoin ist einer der Favoriten für den Jahreswechsel und die ersten Wochen im neuen Jahr. Bei einer weiteren Aufwärtsbewegung des Bitcoin dürfte er diesen outperformen.

17.12.2020, 21:30

Lock-down und Feiertage ohne die üblichen Zerstreuungen könnten noch mehr Anleger in den Bitcoin schicken. Im Realdepot wurden heute trotzdem Teilverkäufe getätigt.

Gestern haben wir die Zwischenrally erwartet, heute ist sie schon gelaufen. Der Bitcoin ist in der Spitze im Tagesverlauf bereits bis 23.600 Dollar gestiegen (vgl. Bitcoinchart unten). Nach einem Bullrun wie in den vergangenen zwei Monaten gesehen – immerhin ist der Bitcoin seit Oktober 120 Prozent gestiegen – schreit der Markt eigentlich nach einer Korrektur. Wie weit die derzeitige Dynamik reicht, ist sehr schwer zu prognostizieren. Aber wie im Real Life wird natürlich auch beim Bitcoin die Luft beim Aufstieg dünner. Je schneller der Aufstieg, desto größer die Akklimatisierungsprobleme. Beim Bitcoin sind derzeit zwar weiter noch keine Anzeichen einer Höhenkrankheit zu sehen. Allerdings merkt man zunehmend im Freundes- und Bekanntenkreis die Sensibilisierung für das Thema mit Nachfragen, ob man denn jetzt noch und wenn ja wo am besten Bitcoin kaufen kann. Den Autor dieser Zeilen erinnert das ein bisschen an den Hype am Neuen Markt zur Jahrtausendwende. Auch in den Mainstream-Medien kommt das Thema Bitcoin zwar verstärkt vor, ein Medienhype ist aber noch nicht entstanden. Ein Manfred Krug, der im Fernsehen den Bitcoin als Volksgeld anpreist wie Anno Tuck die Deutsche Telekom als Volksaktie, war noch nicht zu sehen.

Hysterie über die Feiertage?

Der Lock-down und der auch an den Feiertagen weiterlaufende 24/7-Handel an den Kryptobörsen könnte den Markt aber zumindest kurzfristig heiß laufen lassen. Vor drei Jahren brach vor den Weihnachtsfeiertagen eine regelrechte Hysterie aus mit einem raketenartigen Anstieg. Genau heute vor drei Jahren wurde dann das alte Allzeithoch erreicht, bevor es an den folgenden fünf Tagen zu einem Absturz kam. Auch beim jetzigen Anstieg wird es zwischenzeitlich zu einer massiven Korrektur kommen. Anders als vor drei Jahren wird das aber nicht der Beginn einer langen Abwärtsbewegung sein, sondern nur ein Intermezzo. Für Trader dürfte das wegen der sehr großen Volatilität trotzdem hoch interessant werden, obwohl der Bitcoin – wie immer wieder zu sehen – sehr schwer zu traden ist. Langfristige Investoren lassen die Kursfluktuationen weiter kalt, wie gestern schon erwähnt.

Verkäufe im BISON Realdepot

Im BISON Realdepot wurden zwei Positionen verkauft: 0,15 Bitcoin (BTC) bei 18.565,83 Euro und 20 Litecoin (LTC) bei 82,69 Euro. Nachdem das Realdepot zuletzt voll engagiert war, wird nun etwas Liquidität aufgebaut. Denn obwohl mittel- und längerfristig weiter sehr große Kursgewinne zu erwarten sind, ging der Anstieg zuletzt einfach zu schnell. Damit hat nun das auf der BISON App geführte Realdepot einen Cashanteil von etwas mehr als 30 Prozent. Seit Juli hat das Depot, das mit echtem Geld auf der BISON App geführt wird, bereits eine Performance von über 95 Prozent erreicht.

Verkaufslimits im Tradingdepot

Im Tradingdepot hatten wir etwas zu früh schon Liquidität aufgebaut. Hier legen wir folgende Verkaufslimits auf Basis der Bitfinex-Preise:

0,1 Bitcoin (BTC) bei 24.400 Dollar

2 Ethereum (ETH) bei 690 Dollar

16.12.2020, 22:40

Nach dem heutigen Sprung über die Marke von 20.000 Dollar könnte es kurzfristig eine kleine Zwischenrally geben.

Geschafft. Der Bitcoin hat nun auch die psychologische Grenze von 20.000 Dollar überschritten und hat den Ausbruch nun doch noch vor Weihnachten geschafft. Damit ist nun doch noch das von uns schon seit mehr als einem Jahr propagierte Kursziel vor dem Jahresende erreicht. Ein schneller Kursanstieg bis auf 23.000 Dollar könnte nun drin sein. Aus derzeitiger Sicht könnte das für Trader ein interessanter Zwischenausstieg sein. Langfristige Investoren sollten weiter bei ihrer Strategie bleiben. Denn unser Kursziel bis Ende nächsten Jahres liegt in einer – zugegebenermaßen breiten – Bandbreite von 50.000 bis 100.000 Dollar.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wenn man den Höhenflug des Bitcoins in den jeweiligen Landeswährungen betrachtet. Der Bitcoin-Dollarpreis hat heute das Allzeithoch um rund 5 Prozent übersprungen. Dagegen hat der Europreis gerade mal das alte Hoch egalisiert (vgl. die beiden Charts unten).

In Ländern, in denen die Geldentwertung tatsächlich schon lange grassiert und nicht nur die Angst davor, hat der Bitcoin schon länger neue Allzeithöchststände erreicht (vgl. die Charts unten). Gegenüber dem russischen Rubel erreichte er Anfang November neue Höchststände, am Mittwoch lag er dann schon rund 40 Prozent darüber. Ähnlich die Situation beim brasilianischen Real, der am Mittwoch rund 50 Prozent über den alten Hochs notierte. Noch gravierender ist ein Vergleich zur türkischen Lira. Hier hatte der Preis bereits im vergangenen Jahr zwischenzeitlich die Höchstkurse kurz übertroffen, aktuell notiert der Preis sogar schon deutlich mehr als 100 Prozent darüber.

In Deutschland und anderen westlichen Ländern geht der Boom immer noch an einem Großteil der traditionellen Finanzinvestoren vorbei. Dagegen ist das sogenannte Smart Money in diesem Jahr schon kräftig eingestiegen. Das geht von vermögenden Privatpersonen über Investmentfonds bis hin zu Großunternehmen, die Teile ihrer Cashreserven in Bitcoins angelegt haben. Viele nehmen den enormen Kursanstieg der vergangenen Wochen noch nicht so richtig wahr oder ernst. Auch in den Mainstream-Medien ist das Thema noch nicht sehr prominent vertreten. Deswegen ist eine Überhitzung am Markt oder gar eine Hysterie wie Ende 2017 derzeit nicht zu erkennen. Der Lock-down in vielen Ländern, die damit verbundene Entschleunigung und demzufolge größere Muße der Anleger, sich mit ihren Geldanlagen zu befassen, könnte sogar den aktuellen Kursauftrieb noch einmal befeuern. Zumal wegen des 24/7-Handels auch an allen Feiertagen gehandelt werden kann. Es könnte also spannend werden zum Jahreswechsel.

Bei den Altcoins der Top20 haben die beste Performance heute Litecoin mit einem Plus von 10 Prozent und Ripple mit +8 Prozent. Ripple hatte zuvor aber stark abgegeben nach dem Airdrop des Spark-Token (FLR) am 12.12.  Die Anleger waren enttäuscht, weil für sie die FLR-Token nicht sofort sichtbar und verfügbar waren. In diesem Zusammenhang wies Flare Networks darauf hin, dass die Token erst mit der Live-Schaltung des Mainnet verteilt werden. Dies wird für die ersten beiden Quartale 2021 erwartet. Mit einem Snapshot am 12.12. wurden aber die bezugsberechtigten XRP-Holder festgehalten. Auf Sicht dürften Ripple und XRP durch die Schnittstelle zur boomenden DeFi-Welt profitieren.

14.12.2020, 14:30

Übers Wochenende konnte der Bitcoin kräftig zulegen. An der CME hat sich ein Future Gap gebildet. Eine Überhitzung am Markt ist nicht zu sehen.

In der vergangenen Woche kam der Bitcoin geringfügig zurück. Bei den Altcoins gab es dagegen häufig etwas höhere Abschläge. Am Wochenende konnte der Bitcoin dann kräftig zulegen. Kurzfristig könnte es zwar zu einer Schließung des dadurch entstandenen Bitcoin-Future-Gap an der CME kommen. Dies ist aber allenfalls für Trader interessant. Mittel- und längerfristig wird der Bitcoinpreis weiter getrieben von dem Ungleichgewicht aus strikt begrenztem Angebot und ständig steigender Nachfrage.

Future Gap von 1.000 Dollar

Der Bitcoin Future an der CME, der größten Terminbörse der Welt, hat über das Wochenende wieder ein Gap gebildet. Dies resultiert aus der Handelsunterbrechung an der CME von 17:00 am Freitag bis 18:00 am Sonntag (Central Time). Da das Underlying, hier also der Bitcoin, 24/7 und damit rund um die Uhr gehandelt wird, kann sich von Handelsschluss bis -beginn an der CME eine Lücke bei den Futures ergeben, ein Futures Gap. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass diese Lücke sehr häufig geschlossen wird, egal welchen Trend der Bitcoin zuletzt eingeschlagen hat. In den vergangenen zwei Tagen hat sich eine relativ große Lücke von fast 1.000 Dollar gebildet. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Lücke vor einer Fortsetzung des Aufwärtstrends erst geschlossen werden muss, ist nicht gering. Die letzte sehr große Lücke von rund 1.200 Dollar entstand am letzten Wochenende im November. Auch diese Lücke wurde mit dem unmittelbar darauf folgenden Angriff auf die Marke von 20.000 Dollar noch nicht geschlossen. Dazu müsste der Bitcoinpreis dann einen Rücksetzer bis auf 17.000 Dollar machen. Ob der Bitcoin den letzten Future Gap schließt und noch einmal bis 18.100 Dollar zurückkommt, werden die nächsten Tage zeigen.

Noch kein ungesunder Hype in Sicht

Die Euphorie am Bitcoinmarkt hält sich noch in Grenzen. Analysten versuchen diese, mit verschiedenen Methoden zu messen. Eine davon ist das Konzept des Net Unrealized Profit/Loss (NUPL). Diese Kennzahl sagt letztlich aus, welcher Gesamtgewinn oder Gesamtverlust beim Verkauf aller momentan existierenden Coins entstehen würde, wenn man als Anschaffungskosten dieser Coins jeweils den Wert zum Zeitpunkt ihrer letztmaligen Bewegung ansetzt. Setzt man diesen Wert dann in Bezug auf die aktuelle Marktkapitalisierung, kann er zwischen +1 und Minuswerten auch unter -1 schwanken. Dadurch soll die aktuelle Marktstimmung ermittelt werden, die zwischen Kapitulation bei Werten unter 0 und Euphorie bei Werten über 0,75 schwankt. Folgt man diesem Konzept, so ist der Markt momentan noch deutlich von einer Euphoriephase entfernt, wie man an dem Glassnode-Chart von unten erkennt. Dies deckt sich auch mit der Beobachtung der Mainstream-Medien. Zwar gab es in den vergangenen Wochen aufgrund der deutlichen Aufwärtsbewegung durchaus mehr Artikel zum Bitcoin, ein Medienhype ist aber noch weit entfernt.

Anhaltender Zustrom der Privatanleger

Neben dem immer stärkeren Engagement von institutionellen Anlegern bleibt auch der Zustrom der Privatanleger weltweit ungebrochen. Gemäß einer Studie der Universität von Cambridge vom September gab es im August 2020 schon 101 Millionen Nutzer von Kryptowährungen weltweit. Bei der letzten Studie vom Jahresende 2018 waren es erst 35 Millionen. Man kann davon ausgehen, dass durch die Bitcoin-Hausse in der zweiten Jahreshälfte sich diese Zahl noch deutlich erhöht hat. Auch Deutschland erlebt einen Zustrom. So hat das Handelsvolumen der von der Stuttgarter Börse betriebenen Bison App gerade die magische Marke von 1 Milliarde Euro in 2020 überstiegen. Die Zahl der Nutzer stieg in diesem Jahr um 180 Prozent auf über 200.000. Allerdings sind die Nutzer nicht nur Deutsche, denn die App kann von allen Bürgern mit Hauptwohnsitz im Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz benutzt werden. In 2021 dürfte der Zustrom der Privatanleger anhalten. Der Zahlungsdienstleister PayPal hat für die US-Kunden nach Ankündigung im Oktober den Kryptohandel bereits im November freigeschaltet. Für den Bitcoin war das der Startschuss zu einer fulminanten Hausse. Bald nach Jahresbeginn wird erwartet, das PayPal den Kryptohandel auch für seine anderen Kunden weltweit freigibt. Das könnte ereut als Raketentreibstoff für den Kurs wirken.

8.12.2020, 13:10

Der Bitcoin hat es zunächst nicht geschafft, nach Erreichen des Allzeithochs die Marke von 20.000 Dollar zu überspringen (vgl. Bitcoinchart unten). Zwar könnte das durchaus noch in diesem Jahr klappen und dann eine kleine Rally bis in den Bereich von 22.000 bis 23.000 Dollar auslösen.

Kurzfristig sollen aber ein paar Positionen im Tradingdepot realisiert werden, um bei einer möglichen Korrektur dann wieder handlungsfähig zu werden. Für Anleger, die mit langfristigen Positionen deutlich im Plus liegen und diese steuerfrei realisieren wollen, machen derartige Transaktionen keinen Sinn. Hier im Tradingdepot werden steuerliche Optimierungen aber nicht berücksichtigt. Anleger, die zum Beispiel auf getrennten Konten lang- und kurzfristige Positionen halten, können allerdings derartige Transaktionen teilweise umsetzen. Denn insbesondere bei Altcoins mit sehr heftigen Bewegungen machen kurzfristige Tradings oft Sinn, wie zuletzt an den riesigen Auf- und Abwärtsbewegungen bei den DeFi-Token zu beobachten war.

Folgende Teilverkäufe werden im Tradingdepot vorgenommen:

Compound (COMP): Von den 15 Compound werden nun 10 Stück verkauft bei 162,33 Dollar. DeFi-Token waren zuletzt wieder gefragt. Zu den Favoriten in diesem Bereich gehören die vor einem Monat in das Tradingdepot aufgenommenen Compound (COMP). Seither ist Compound deutlich gestiegen (vgl. Compound-Chart unten). Im Tradingdepot ergibt sich ein Kursgewinn von 62,7 Prozent.

NEO (NEO): Die Anfang November aufgenommenen 100 Stück werden bei 16,85 Dollar verkauft. Dabei wird ein Kursgewinn von 16,9 Prozent realisiert.

Litecoin (LTC): Die Anfang Oktober gekaufte Position wird um die Hälfte reduziert. Es werden 25 Stück bei 80,80 Dollar verkauft. Dadurch wird ein Kursgewinn von 74,5 Prozent realisiert.

Solana (SOL): Die drei zu unterschiedlichen Preisen gekauften Positionen werden bei 1,68 Dollar komplett verkauft. Die Erwartungen an die gegenüber Ethereum viel schnellere Blockchain haben sich zunächst nicht erfüllt. Da der Lock-up von großen Stückzahlen bei dem Coin ausläuft, ist mit einer Erholung zunächst nicht zu rechnen. Es ergibt sich hier ein Kursverlust von 33,4 Prozent.

Serum (SRM): Auch bei Serum wird die Gesamtposition bei 1,12 Dollar verkauft, nachdem das Verkaufslimit bisher nicht erreicht wurde. Hier ergibt sich ein Kursverlust von 5,9 Prozent.

7.12.2020, 23:40

Nach dem riesigen Kursanstieg Ende November kam Ripples Kryptowährung XRP zunächst wieder etwas zurück und schwankt seitdem um die Marke von 0,60 Dollar. Die Notierung gegen den Bitcoin bildet nun gerade ein Golden Cross (vgl. Chart unten). Seit April 2019 lief die 50-Tagelinie unter der 200-Tagelinie. Durch die Kurssteigerung ist XRP wieder zur Nummer 3 der Kryptowährungen aufgestiegen mit einer Marktkapitalisierung von derzeit 27 Milliarden Dollar. Manche Analysten erwarten, dass XRP demnächst auch erstmals seit 2018 wieder die Marke von 1 Dollar überschreitet.

Gespannt darf man auf die nächsten Tage sein. Denn für den 12. Dezember ist der Airdrop des Flare Network geplant. Am 12. Dezember findet um 0:00 UTC ein Snapshot statt, auf dessen Basis allen XRP-Holdern die neuen Spark Token zugeteilt werden. Für jeden XRP-Coin gibt es dann einen Spark-Token. Alle wesentlichen Kryptobörsen unterstützen den Airdrop, wie auf der Flare-Seite zu sehen ist. Was genau der neue Token kann, ist noch nicht bekannt. Das Flare Network, an dem die Entwickler schon seit zwei Jahren arbeiten, soll jedenfalls völlig transparent sein. Letztlich soll er eine Art Stable Coin und Brückenwährung für Anwendungen im DeFi-Bereich sein, ähnlich wie XRP eine Brückenwährung im Payment-Bereich ist. Mit dem auf Flare Networks basierenden DeFi-Protokoll Flare Finance soll den XRP-Nutzern kostengünstig Zugang zu DeFi-Produkten ermöglicht werden. Damit will sich auch Ripple an den boomenden Bereich der dezentralisierten Finanzprodukte hängen.

Nach Aussagen von Ripples General Manager Asheesh Birla ist für die nächsten Monate eine aggressive Expansion für XRP geplant. Das Produkt On-Demand-Liquidity (ODL) wird weiter ausgebaut. Die internationale Adoption für dieses Produkt soll über die beiden wichtigsten ODL-Nutzer MoneyGram und Azimo vorangetrieben werden. Daneben soll das Kreditprodukt Line of Credit stärker vermarktet werden. Man darf gespannt sein, ob die jüngste Kursexplosion wie schon häufig in der Vergangenheit eine Eintagsfliege war oder der Beginn eines längeren nachhaltigen Anstiegs. Kurzfristig könnte der Airdrop in 5 Tagen das Kursgeschehen dominieren. Sollte der Kurs vor dem Airdrop noch einmal deutlich anziehen, könnte auch zumindest ein Teilverkauf sinnvoll sein.

30.11.2020, 21:15

Kurzfristig hat der Bitcoin heute sein Allzeithoch erreicht. Ein Sprung über die Marke von 20.000 Dollar dürfte nur noch eine Frage von Tagen sein.

Heute war es soweit. Fast drei Jahre nach Erreichen des Allzeithochs am 17. Dezember 2017 erklomm der Bitcoin erstmals wieder dieses Niveau. Zwar wird der Höchststand bei Coinmarketcap mit 20.089 Dollar angegeben. Bei den wichtigen großen Börsen wie Bitstamp, Coinbase oder Kraken entspricht der heutige Tageshöchstkurs ziemlich exakt dem All-Time-High oder liegt sogar geringfügig darüber (vgl. Bitcoin-Langfristchart unten).

Der Spitzenkurs von über 19.800 Dollar heute wurde kurz nach Beginn der üblichen amerikanischen Börsenhandelszeiten erreicht. Das spricht dafür, dass der PayPal-Effekt weiter nachhallt. Denn PayPal hatte erst kürzlich den Kryptohandel für die US-Kunden gestartet. Das wird die Knappheit von Bitcoin weiter verstärken. Denn PayPal soll bereits 70 Prozent der neu geminten Bitcoin vom Markt nehmen. Mit den durch die Cash App von Square absorbierten 40 Prozent der neu geminten Bitcoin werden also bereits von dieser Seite mehr als 100 Prozent aller neu geschaffenen Bitcoin vom Markt genommen. Zusammen mit der sowieso von vielen Seiten steigenden Nachfrage wird das immer mehr Druck auf die Preise ausüben und zu Knappheitspreisen beim Bitcoin führen. Zumal von PayPal kurzfristig weitere Nachfrage kommen wird. Laut PayPal-CEO Dan Schulman sollen Kryptowährungen ab Anfang nächsten Jahres auch als Finanzierungsquelle für alle Transaktionen der 28 Millionen PayPal-Händler zugelassen werden. Ab Anfang nächsten Jahres soll der Kryptohandel nach den US-Kunden dann auch für alle PayPal-Kunden weltweit verfügbar sein. Von daher ist für weiteren Treibstoff des Höhenflugs gesorgt. Gegen Abend kamen die Preise zwar wieder zurück. Trotzdem dürfte das Allzeithoch keinen extrem starken Widerstand bilden. Die Akteure am Markt wollen nun den Sprung darüber und über die Marke von 20.000 Dollar sehen. Von daher dürfte das nur noch eine Frage von Tagen sein. Danach könnte es noch in diesem Jahr einen schnellen Run bis in den Bereich von 22.000 bis 23.000 Dollar geben, wonach dann eigentlich eine Korrektur fällig wäre. Für steueroptimal agierende Langfristanleger sind diese Überlegungen eher sekundär. Denn für nächstes Jahr sind weitere kräftige Kursanstiege zu erwarten. Ein Kursziel bis Ende nächsten Jahres ist schwierig festzulegen. Aus unserer Sicht spricht aber viel dafür, dass es im Bereich zwischen 50.000 und 100.000 Dollar anzusiedeln ist.

Nachdem die Traditionalisten an der Wall Street das Phänomen Bitcoin & Co lange ignoriert oder verteufelt haben, fallen sie nun reihenweise um. Denn aufgrund des Performancedrucks und der Nachfrage der Anleger können die Vermögensverwalter und Banken nicht mehr wie bisher einen großen Bogen um diese neue Assetklasse machen. Zumal Portfoliotheoretiker schon länger auf die positiven Auswirkungen einer Bitcoinbeimischung in ein diversifiziertes Portfolio hinweisen. Denn aufgrund der sehr geringen Korrelation zu traditionellen Assets wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Gold verbessert sich das Chance-Risiko-Profil eines Gesamtportfolios erheblich. Es ist deshalb kein Wunder, dass erste börsennotierte Unternehmen bereits einen Teil ihrer liquiden Cashreserven in den Bitcoin investiert haben. Mit dem Guggenheim Funds Trust steigt ein weiterer Wall Street Player groß ein. Insgesamt 500 Millionen Dollar sollen in den Grayscale Bitcoin Trust und damit in den Bitcoin investiert werden. Auch ein führender Manager von BlackRock, immerhin der größte Vermögensverwalter der Welt, hat sich zuletzt positiv zum Bitcoin geäußert und diesen als ernsthaften Ersatz für Gold klassifiziert.

Die geringe oder sogar negative Korrelation von Bitcoin gegenüber Aktien und sogar Gold zeigt eine Betrachtung der relativen Performance der letzten drei Monate unten. Während der Bitcoin um 75 Prozent explodiert ist, legen die Aktienindizes nur minimal zu: Der S&P 500 um 5,62 Prozent, der DAX sogar nur um 0,76 Prozent. Fast noch erstaunlicher ist, dass im gleichen Zeitraum das Gold um über 9 Prozent verloren hat. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass sich der Bitcoin zuletzt völlig von den traditionellen Assets gelöst hat. Beim und nach dem Corona-Crash war noch eine sehr starke Koppelung zu beobachten. Das hatte damit zu tun, dass die Anleger zunächst einfach ein Deleveraging betrieben hatten, indem sie die Engagements in allen risikobehafteten Assets von Aktien bis hin sogar zu Gold stark reduzierten. Und natürlich muss man den Bitcoin mit seinen starken Schwankungen als stark risikobehaftetes Asset sein. Diese kurzfristige Betrachtungsweise wird aber dem Bitcoin – wie hier schon häufig propagiert – nicht gerecht. Trotz der immer wieder erstaunlich großen und abrupten kurzfristigen Schwankungen: Langfristig spielt der Bitcoin seine Überlegenheit als nicht-inflationierbares Asset aus, und zwar weltweit.

26.11.2020, 21:35

Der Bitcoin hat mit dem Kurseinbruch heute den Black Friday einen Tag vorverlegt. Einen Bruch des langfristigen Aufwärtstrends wird es aber nicht geben.

Wir haben zuletzt einen Parabelflug vom Bitcoin gesehen, sein Preis hat sich in knapp zwei Monaten fast verdoppelt. In den vergangenen Wochen hatte man sich schon fast daran gewöhnt, dass der Bitcoin ständig die Tausendermarken überschreitet. Ein derartig steiler Anstieg schreit natürlich fast nach einer Korrektur, die dann doch immer wieder erschreckt, weil sie besonders heftig ausfallen kann. Der heutige Einbruch beim Bitcoin um rund 3.000 Dollar ist eine besonders heftige Korrektur um rund 15% im Tagesvergleich. Diese sollte man aber im Zusammenhang mit den vorherigen Kurssteigerungen sehen. Nach dem Anstieg im Juli gab es Anfang September ebenfalls einen plötzlichen Einbruch um 2.000 Dollar, der damit prozentual sogar noch größer als der heutige war. Wie man im Chart unten erkennt, war der Einbruch gleichzeitig der Start zum zuletzt gesehenen parabolischen Anstieg. Wie hier schon häufig erwähnt, sollten sich langfristig orientierte Anleger von diesen Einbrüchen nicht schocken lassen. Einen Bruch des langfristigen Aufwärtstrends wird es nicht geben. Die Angebots- und Nachfragesituation bleibt schief: Immer weniger Angebot an neuen Bitcoin steht eine immer größere Nachfrage von privaten und institutionellen Anlegern gegenüber. Diese Situation kann nur über steigende Preise aufgelöst werden.

Trotzdem kommt bei solchen Kurseinbrüchen natürlich immer die Frage nach dem Warum. Oft gibt es wie hier auch keinen wirklich konkreten Anlass. Eine heftige Korrektur hätte auch erst mit dem Überschreiten der historischen Höchstkurse kommen können. Zuletzt war der Konsens einfach zu groß, dass der Bitcoin diese und auch die Marke von 20.000 Dollar reißt. Der Fear & Greed Index schnellte auf Rekordwerte (vgl. Abbildung unten), die Gier der Anleger nach den exorbitanten Kursanstiegen war also überbordend. Die Kapitalzuflüsse an die Kryptobörsen hatten sich zuletzt wieder erhöht, was auf eine zunehmende Neigung zur Gewinnrealisierung der Investoren hindeutet. Erstaunlich war im November zudem, dass der Bitcoin sehr stark stieg, obwohl der Goldpreis fiel. Manche Analysten sehen den Einbruch auch einfach als letzte Marktbereinigung, bevor das Allzeithoch erklommen wird. Denn das Erreichen der Höchstkurse in diesem Jahr ist auch nach dem Absturz noch in diesem Jahr möglich.

Quelle: alternative.me

Noch heftiger als beim Bitcoin waren die Einbrüche bei vielen Altcoins. Insbesondere Coins wie Ripples XRP oder Stellar, die in den vergangenen Tagen besonders stark nach oben geschossen waren, brachen um bis zu 30% ein (vgl. Übersicht der Top20 unten).

Quelle: cryptorank.io

In den vergangenen Tagen war besonders auffällig, dass v.a. die Coins mit den größten Abständen zu ihrem alten All-Time-High spekulativ sehr stark nach oben getrieben wurden. Dies betraf Coins wie Ripples XRP, Bitcoin Cash, Litecoin, Cardano oder Stellar (vgl. Übersicht unten mit dem Abstand der Top20-Coins von ihrem ATH). Auch das ist ein deutliches Zeichen von einer kurzfristigen spekulativen Überhitzung.

Quelle: cryptorank.io

24.11.2020, 12:05

Der Problembär unter den großen Kryptowährungen sorgt gerade für Furore. Ripples Kryptowährung XRP, mit einer Marktkapitalisierung von über 32 Milliarden Dollar immerhin die Nummer 3 unter den Kryptowährungen, machte seit Freitag in der Spitze einen Satz um bis zu 150 Prozent. XRP konnte damit im Wochenvergleich die mit Abstand beste Performance unter den großen Kryptowährungen erzielen und führt sogar die Top100 an.

Erstaunlich war, dass dieser Kurssprung scheinbar völlig überraschend ohne eine bedeutende Meldung an diesem Tag kam. Zwar gab es einen Bericht eines unabhängigen Londoner Finanz-Thinktanks, der das Potenzial der XRP-Überweisungsplattform bei internationalen Zahlungen hervorhob und als Alternative zum SWIFT-System sieht. Darin war aber nichts wirklich Neues enthalten. Auch die Ankündigung des japanischen Finanz-Dienstleisters und Ripple-Partners SBI Holdings, XRP auch auf dem riesigen Dollar-Devisenmarkt testen zu wollen, ist schon länger bekannt. Von daher dürfte der Auslöser des Kurssprungs die Liveschaltung des neuen Smart-Contract-Features Hooks gewesen sein, wenngleich dieser ebenfalls schon einige Tage vorher erfolgte. Durch Hooks können auch Smart Contracts von Ethereum auf dem XRP-Ledger ausgeführt werden. Mit dieser Schnittstelle könnte XRP auch an die boomende DeFi-Welt andocken. Mit dem Zugang zu den dezentralisierten Finanzprodukten erhofft sich Ripple eine deutliche Verbreiterung der möglichen XRP-Anwendungen. Neben der ebenfalls lange erwarteten Banking-App XUMM gehörte Hooks zu der am meisten erwarteten XRP-Veröffentlichung. XUMM vereinigt auf einer smarten dezentralen App alle Funktionen des traditionellen Online-Bankings. Dabei dient XRP als Brückenwährung zur schnellen und kostengünstigen Abwicklung der Transaktionen. Dabei können Nutzer ohne Drittparteien wie Banken direkt auf ihr Kapital zugreifen. Außerdem hatte vor kurzem Ripples CEO Brad Garlinghouse berichtet, dass einige Zentralbanken großes Interesse daran haben, Stable Coins auf dem XRP-Ledger zu lancieren. Ripple hat allerdings immer noch mit rechtlichen Problemen zu kämpfen. So ist weiter ungeklärt, ob XRP als Wertpapier klassifiziert wird oder nicht.

Am 12. Dezember findet bei Ripples XRP ein Airdrop im Zusammenhang mit dem neuen Projekt Flare Finance statt. Jeder XRP-Holder bekommt dann im Verhältnis 1:1 einen neuen Token. Die Anzahl der neuen Token entspricht dabei der Anzahl der momentan frei umlaufenden XRP-Token, also über 45 Milliarden Stück. Alle nicht in Anspruch genommenen neuen Token werden nach sechs Monaten zerstört. Zum Bezug müssen sich die XRP-Holder rechtzeitig anmelden und den richtigen Anbieter (Börse, Wallet) nutzen. Eine Liste der Börsen, die den Airdrop unterstützen, findet sich auf der Seite von Flare. Der Airdrop auf einer eigenen Wallet ist kompliziert. Von daher sollte der Umweg über die unterstützenden Börsen genommen werden. Ansonsten könnte ein kurzfristiger Verkauf unmittelbar vor dem Airdrop angeraten sein. Mit dem auf Flare Networks basierenden DeFi-Protokoll Flare Finance soll den XRP-Nutzern kostengünstig Zugang zu DeFi-Produkten ermöglicht werden.

Die extreme Underperformance von XRP könnte aufgrund dieser neuen Perspektiven ein Ende haben. Gegenüber dem Bitcoin hatte XRP allein seit Anfang 2019 rund 85 Prozent seines Wertes verloren (vgl. Chart unten). Nun könnte dieser Trend nachhaltig drehen. Allerdings sind nach einer derartigen Kursexplosion auch immer größere Rückschläge möglich. Nachdem der Preis im späten asiatischen Handel bereits in der Spitze bis 0,78 Dollar gelaufen ist, kam er am Vormittag deutlich zurück und notierte zuletzt unter 0,60 Dollar. Für Neueinsteiger könnte ein Preisniveau im Bereich 0,50 – 0,55 Dollar interessant sein.

23.11.2020, 20:00

Geht der Kursverlauf wie nach dem zweiten Halving weiter, erreicht der Bitcoin nächstes Jahr die Marke von 100.000 Dollar.

Der Bitcoin setzt seinen Bullrun fort und bricht eine Tausendermarke nach der anderen. Am Wochenende kratzte er sogar schon an der Marke von 19.000 Dollar (vgl. Bitcoinchart unten). Wie schon erwähnt, ist der Bruch der Allzeithöchststände und der Marke von 20.000 Dollar noch vor Weihnachten bei der derzeitigen Dynamik schon als unvermeidlich zu bezeichnen.

Von daher stellt sich die Frage, bis wohin der Kurs nach dem Bruch dieser psychologischen Marke laufen kann. Von den traditionellen Finanzmärkten kennt man das Phänomen, dass es nach dem Durchbruch durch markante Marken oft sehr schnell noch einmal 10 oder noch mehr Prozent nach oben geht. Dies ist auch beim Bitcoin vorstellbar, der Kurs könnte also noch vor dem Jahreswechsel bis auf ein Niveau von 22.000 bis 23.000 Dollar laufen. Es könnte durchaus kurzfristig zu einer Art Kaufpanik kommen wie Ende 2017. Der parabolische Aufstieg kann aber nicht in einem Rutsch so weitergehen. Vielmehr könnte es dann schnell auch mal zu einer heftigen, aber durchaus nicht ungesunden Korrektur kommen. Diese kurzfristigen Schwankungen sind aber nur für Trader interessant. Für strategisch orientierte Bitcoin-Investoren sind diese heftigen Ausschläge aber von nachgelagertem Interesse. Denn der langfristige Aufwärtstrend wird den Bitcoin bis Ende nächsten Jahres auf vorher nicht gesehene Niveaus führen. Ob dies nun 40.000 oder 100.000 Dollar sein mögen, wird sich zeigen. Denn der Kaufdruck auf den Bitcoin bleibt groß in Anbetracht der ständig wachsenden Gefahr der Geldentwertung durch die ultralockere Geldpolitik. Jedenfalls sollte man als langfristiger Investor Bitcoin-Engagements laufen lassen auch in Anbetracht der Steuerfreiheit nach einem Jahr und deswegen nicht zwischenzeitlich verkaufen.

Zur Einschätzung des langfristigen Trends lohnt auch noch einmal ein Blick auf den logarithmischen Bitcoin-Chart und ein Vergleich der Kursverläufe vor und nach den beiden letzten Halving-Events 2012 und 2020 (vgl. Chart unten). Die Kursentwicklung in den zweieinhalb Jahren vor dem Halving im Mai 2020 ist der von 2016 sehr ähnlich. Auch der Verlauf nach dem Halving gleicht sich bisher auf erstaunliche Weise. Etwa ein halbes Jahr nach dem Halving 2016 wurde der drei Jahre zurückliegende vorherige Höchstkurs geknackt. Aktuell steht der Bitcoin ein halbes Jahr nach dem Halving im Mai unmittelbar vor dem Bruch der alten und ebenfalls drei Jahre zurückliegenden bisherigen Höchstkurse. Was nach dem Bruch im Jahr 2017 passierte, ist bekannt: Der Bitcoinpreis hat sich innerhalb eines Jahres verzwanzigfacht. Geht diese Analogie weiter, würde der Bitcoin bis Jahresende 2021 auf 400.000 Dollar explodieren. So hoch sollte man die Erwartung natürlich nicht hängen. Aber ein Kursanstieg in Richtung der Marke von 100.000 Dollar ist nicht völlig absurd. Zumal die Bayerische Landesbank in einer Analyse schon vor mehr als einem Jahr Kurse von 90.000 für möglich hielt. Deswegen dürften nicht nur die Ereignisse zum Jahreswechsel sehr spannend werden, sondern auch das gesamte nächste Jahr. Der Bitcoin wird im kommenden Jahr das spektakulärste Investment bleiben.

Was sagt die Wall Street dazu? Nach vielen Jahren der Ignoranz und der Kassandrarufer fallen die Traditionalisten langsam um. So gab der Chefinvestor des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, Rick Rieder, im Gespräch mit CNBC wirklich Erstaunliches von sich. So sieht er den Bitcoin funktionaler an als Gold und attestiert ihm, ein ernsthafter Ersatz für Gold zu sein. Integriert BlackRock nur zu einem kleinen Teil den Bitcoin in sein Anlageprogramm, erhöht das auch auf alle anderen Vermögensverwalter den aufgrund der aktuellen Lage sowieso sehr hohen Performancedruck. Auch Tom Fitzpatrick, ein leitender Angestellter der Citibank, bezeichnet den Bitcoin als das neue Gold. Er nennt sogar ein Preisziel: 318.000 Dollar. Jedenfalls ist der aktuelle Aufschwung völlig anders zu sehen als der Hype in 2017. Der Markt war damals sehr wenig entwickelt und reguliert. Dass die anarchische Zeit nun langsam vorbeigeht, mögen die Krypto-Puristen bedauern. Für die Anlagesicherheit das ist aber positiv zu sehen.

17.11.2020, 13:25

Der Bitcoin setzt seinen Sturm zum Allzeithoch fort. Die restliche Cashreserve im Tradingdepot wird in Bitcoin und Ethereum investiert.

Der Bitcoin steht kurz davor, mit 17.000 Dollar auch die nächste große Marke zu reißen. Ein Erreichen der Allzeithöchststände von knapp 20.000 Dollar noch vor Weihnachten ist bei der derzeitigen Dynamik eigentlich schon nahezu unvermeidlich. Der Bitcoin ist seit Anfang Oktober in einen parabolischen Bullrun nach dem dritten Halving vom Mai eingeschwenkt, der dem nach dem zweiten Halving 2016 immer ähnlicher wird. Setzt sich diese Analogie fort, dürfte der Preis bis Ende nächsten Jahres in den Bereich zwischen 50.000 und 100.000 Dollar vorstoßen.

Deswegen wird die kleine Cashreserve im Tradingdepot nun ebenfalls noch investiert:

Kauf von 0,1 Bitcoin (BTC) zu 16.950 Dollar

Kauf von 3 Ethereum (ETH) zu 466 Dollar

16.11.2020, 17:00

Der Bitcoin hat die großen Altcoins zuletzt weit hinter sich gelassen. Ein möglicher Trendwechsel könnte diese nun begünstigen.

Der Bitcoin wurde zuletzt auch unter dem Aspekt der Performance seinem Status als Leitwährung gerecht. In den vergangenen Wochen und Monaten erzielte er erhebliche Kursgewinne, während die Performance der Altcoins eher schwächelte. Von daher könnten einige ausgewählte Altcoins nun erheblichen Nachholbedarf gegenüber dem Bitcoin haben. Plausibel wäre der Nachholbedarf vor allem für die Bitcoin-Klone Bitcoin Cash und Litecoin. Bei Bitcoin Cash hat zuletzt die Hard Fork am Sonntag für Verunsicherung gesorgt. Gegenüber dem Bitcoin notiert Bitcoin Cash auf Allzeittiefstständen und musste sich deswegen schon als Bitcoin Crash verspotten lassen. Die Inhaber von Bitcoin Cash (BCH) besitzen durch die Hard Fork nun zwei Coins: Bitcoin Cash Node (BCHM) und Bitcoin Cash ABC (BCHA). Dabei hat sich BCHM durchgesetzt, ein Großteil der Hash Rate fließt in dieses Netzwerk. BCHA wird bei einigen Börsen zu Preisen um 13 Dollar notiert, während BCHN bzw. BCH bei rund 253 Dollar notiert.

Durch die Hard Fork bei Bitcoin Cash bietet sich Litecoin als die bessere Alternative für eine Spekulation auf Bitcoin-Nachzügler an. Der Coin ist heute mit einem Plus von 13 Prozent der Coin mit der besten Performance unter den Top100. Auffallend ist im Langfrist-Chart unten (vgl. die grau hinterlegten Bereiche), dass es im Vergleich zum Bitcoin in den vergangenen Jahren immer zum Jahreswechsel und Jahresanfang eine ganz erhebliche Outperformance zum Bitcoin gab. Dieses Muster könnte sich auch in diesmal wiederholen, der Preis könnte vor einem Wendepunkt stehen. Heute ist er bereits über die 50-Tagelinie gesprungen und nimmt Kurs auf die 200-Tagelinie. Springt er auch darüber, könnte es wie in den vergangenen Jahren sehr schnell gehen und das digitale Silber das digitale Gold deutlich outperformen. Ein entscheidender Schub könnte gerade von dem Beginn des Kryptohandels über PayPal für US-Bürger kommen. Denn darüber können jetzt neben Bitcoin auch Ethereum, Bitcoin Cash und Litecoin gehandelt werden. Litecoin ist traditionell bei US-Anlegern sehr beliebt. Auch die eher unerfahrenen Nutzer des Zahlungsdienstleisters PayPal könnten diesen allein schon wegen des rund 250-mal geringeren Absolutpreises im Vergleich zum Bitcoin favorisieren. Das könnte dann wegen der viel geringeren Marktkapitalisierung zu einem deutlichen Preisschub bei Litecoin führen.

13.11.2020, 14:00

Nachdem der Bitcoin nun auch die Marke von 16.000 Dollar übersprungen hat, ist der Weg bis zum Allzeithoch von knapp 20.000 Dollar nicht mehr so weit. Wir haben hier schon seit Jahresanfang propagiert, dass diese Marke bis zum Jahresende erreicht wird. Mittlerweile ist das tatsächlich sehr wahrscheinlich. Bei der derzeitigen Dynamik könnte der Preis vor Jahresschluss nach einem Sprung über 20.000 Dollar in der Spitze sogar bis 22.000 Dollar weiterlaufen.

Gegenüber der Performance von Bitcoin schwächeln die Altcoins weiter. Insbesondere die Bitcoin-Klone Bitcoin Cash und Litecoin enttäuschen. Während Litecoin aus unserer Sicht in nächster Zeit den Bitcoin outperformen könnte, ist die kurzfristige Entwicklung bei Bitcoin Cash (BCH) sehr unsicher. Für den Sonntag (15.November) wird ein Hard Fork erwartet wegen eines geplanten Protokoll-Updates. Es gibt zwei konkurrierende Vorschläge: Bitcoin Cash Node (BCHN) und Bitcoin Cash ABC (BCHA). Dabei spricht alles dafür, dass die Mehrheit der Miner und Kryptobörsen Bitcoin Cash Node unterstützen wird. Im Zuge der bevorstehenden Hard Fork könnte es zu Verunsicherungen kommen.

Dies hat sich in den vergangenen Tagen bereits in einem schwächelnden Kurs niedergeschlagen. Auch heute liegt der Preis als einziger unter den Top10 im Minus. Im Dollarchart unten sieht man zwar, dass der Preis vor einem Golden Cross steht. Dies könnte aber wie das letzte ein Kontraindikator sein und von einem Kursrutsch gefolgt werden.

Man muss zwar nicht soweit gehen, Bitcoin Cash in Bitcoin Crash umzubenennen. Allerdings liegt diese in der Community aufgetauchte Bezeichnung nicht so fern, wenn man unten den Chart von Bitcoin Cash gegenüber dem Bitcoin betrachtet. Seit Februar hat sich der Kurs gegenüber dem Dollar trotz der Bitcoin-Hausse halbiert und gegenüber dem Bitcoin dadurch sogar gedrittelt. Hatte sich Anfang November ein Rebound abgezeichnet, so ist dieser mittlerweile von neuen Allzeittiefstständen konterkariert. Die Auswirkungen der am Sonntag anstehenden Hard Fork könnten gering sein, die Verunsicherung könnte aber auch zu größeren Kursrückgängen führen. Deswegen wurde die gesamte Position Bitcoin Cash heute aus dem Tradingdepot verkauft: 10 Bitcoin Cash zu 255,65 Dollar. Damit wurde auf die vor einer Woche bei 246 Dollar gekaufte Position ein kleiner Gewinn erzielt. Auch im BISON Realdepot wurde heute die komplette Position Bitcoin Cash verkauft.

10.11.2020, 10:40

DeFi-Token stürzten nach dem Hype im ersten Halbjahr in den vergangenen Wochen und Monaten ab. Nun läuft ein Comeback. Compound könnte zu den Favoriten unter den großen DeFi-Token gehören.

Der Bitcoin stand in den vergangenen Wochen im Mittelpunkt, die Altcoins blieben teilweise deutlich zurück. Besonders stark erwischt hat es in den vergangenen Wochen und Monaten die vorher hochgehypten DeFi-Token. Viele Token aus diesem Bereich waren im ersten Halbjahr um hunderte von Prozent gestiegen und stürzten völlig ab. Nun spricht einiges zumindest für einen kurzfristigen Turnaround, etliche Kurse haben schon sehr deutlich zugelegt. So konnte sich der Kurs der größten dezentralisierten Kryptobörse Uniswap nach dem Tiefpunkt in der vergangenen Woche innerhalb von zwei Tagen verdoppeln.

Ein sehr aussichtsreicher Token aus diesem Bereich ist Compound (COMP). Mit einer Marktkapitalisierung von 415 Millionen Dollar steht der Token immerhin schon an Platz 41 von allen Kryptowährungen. Das 2018 gegründete Projekt ist ein Anbieter einer dezentralen Kreditplattform und verdrängte die bis dahin führenden Maker von der Spitzenposition. Das auf der Ethereum-Blockchain basierende Geldmarktprotokoll berechnet die Zinssätze nach dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. In 2019 beteiligten sich bei einer Finanzierungsrunde im Volumen von 25 Millionen Dollar u.a. der bekannte Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz und Bain Capital Ventures. Das Projekt hat sich weitestgehende Dezentralisierung auf die Fahnen geschrieben. So wurden die Administratorrechte weitgehend von den Entwicklern von Compound Labs auf die Community übertragen. Diese soll bei der Auswahl der unterstützten Coins, Risikoparameter oder Zinsprämien mitbestimmen. Jeder in der Community hat die Möglichkeit, mit guten Ideen eine Änderung des Protokolls anzustoßen.

Vergangene Woche erreichte Compound bei etwas mehr als 80 Dollar seinen Tiefpunkt und hat nun nach oben gedreht. Heute knabbert der Preis schon an der Marke von 100 Dollar. Übersteigt er diese nachhaltig, könnte der Preis schnell einmal 40 bis 50 Prozent steigen. Compound wird bei führenden Kryptobörsen wie Binance, Coinbase Pro, Kraken oder Bitfinex gelistet.

Ins Tradingdepot wurden 15 Stück Compound zum Preis von 99,76 Dollar neu aufgenommen.

9.11.2020, 23:15

Zuletzt gab es eine Zweiteilung am Kryptomarkt, die Altcoins konnten bei der Performance des Bitcoin nicht mithalten. Dies könnte sich bald wieder ändern.

Der Kryptomarkt bleibt derzeit weiter zweigeteilt. Das zeigt ein Blick unten auf die Top10 unter den Kryptowährungen und setzt sich auch fort, wenn man über die Top10 hinausgeht. Sowohl im Wochen- wie im Monats- oder Dreimonatsvergleich sticht die Performance des Bitcoin gegenüber den Altcoins deutlich heraus. Erst im längerfristigen Vergleich der letzten 6 Monate oder seit Jahresanfang kippt dieser Trend und viele Altcoins können die Kurssteigerungen des Bitcoin – teilweise deutlich – toppen.

Quelle: cryptorank.io

In der vergangenen Woche zeigte v.a. Ethereum nach einer zwischenzeitlichen Verschnaufpause wieder eine leichte Outperformance zum Bitcoin. Von daher könnte Ethereum in nächster Zeit wieder bessere Returns als der Bitcoin zeigen. Bereits seit Jahresanfang war das der Fall. Mit 248% hat Ethereum mehr als die doppelte Jahresperformance im Vergleich zum Bitcoin. Einzelne Analysten erwarten schon einen Anstieg bis auf das Allzeithoch von rund 1.400 Dollar Anfang 2018. Im Gegensatz zum Bitcoin ist dies aber noch mehr als das Dreifache vom aktuellen Kurs entfernt (vgl. Ethereum-Chart unten). Den Jahreshöchststand von knapp 490 Dollar könnte Ethereum noch im November erreichen, Kurse bis 600 Dollar zum Jahresende sind nicht unrealistisch. Die Erwartung einer baldigen Einführung von Ethereum 2.0 dürfte den Kurs weiter treiben. Das Staking beginnt am 1. Dezember. Auch wenn die Prämien erst in ein bis zwei Jahren verfügbar und die Mittel für längere Zeit gebunden und damit illiquide sind, könnte das Vorspiel zum neuen Zeitalter des Proof of Stake bei Ethereum trotzdem die Kurse zum Jahresende beflügeln. Außerdem dürfte Ethereum vom Dreh bei den DeFi-Token profitieren. Diese haben nach den drastischen Verlusten der vergangenen Wochen und Monate nun nach oben gedreht. Zwar ist zuletzt kaum frisches Kapital in den Sektor geflossen. Das könnte sich aber wieder ändern und den Kurs von Ethereum als Basis der DeFi-Token wieder stärker antreiben.

Daneben bleiben die Bitcoin-Klone Bitcoin Cash und Litecoin weiter sehr aussichtsreich. Wie Ethereum werden auch diese beiden Coins bald den US-Kunden von PayPal zum Handel angeboten. Beide Coins stehen auf oder nahe der Allzeittiefs gegenüber dem Bitcoin. Exemplarisch ist das unten im Litcoin/Bitcoin-Langfristchart veranschaulicht. Hier kann man erkennen, dass sich beim Litecoin immer wieder Phasen von extremer Underperformance mit solchen extremer Outperformance abwechselten. Nach der langen Phase der Underperformance seit Anfang 2019 könnte der Preis nun wieder eine Untergrenze gefunden haben und drehen. Mit der geplanten Einführung des MimbleWimble-Protokolls in 2021 würde die Anonymität bei Transaktionen gestärkt. Bei einer anhaltenden Aufwärtsbewegung des Bitcoin könnte Litecoin in nächster Zeit diese überproportional nachvollziehen. Zumal Litecoin bei Kryptoanlegern in den USA beliebt sind und der Coin in Kürze im Kryptoservice von PayPal US-Bürgern zum Handel angeboten wird.

5.11.2020, 22:30

Kaum mehr Widerstand vor Allzeithoch. Einige Positionen im Tradingdepot werden wieder aufgestockt.

Der Bitcoin zeigt seit zwei Tagen außergewöhnliche Stärke und erweist sich als Safe Haven des Kryptomarktes. Er hat nun eindrücklich die letzte Widerstandszone verlassen und ist heute schon über 15.000 Dollar gestiegen. Von daher wird es immer wahrscheinlicher, dass er doch noch in diesem Jahr die alten Allzeithöchststände von knapp 20.000 Dollar erreichen wird. Diese Erwartung hatten wir in den vergangenen Monaten häufig propagiert. Im Bitcoin-Chart seit Ende 2017 unten kann man erkennen, dass es kaum mehr größere Widerstände bis zum Allzeithoch gibt, ein kleinerer liegt bei 17.000 Dollar. könnte es noch Zuletzt kam die größte Gefahr von einem möglichen Aktiencrash wegen der Verunsicherung rund um die US-Wahl gepaart mit der erneuten Verschärfung der Coronakrise. Zuletzt zeigten sie sich nach dem Wahlkrimi sehr robust, so dass die Gefahr von dieser Seite für den Kryptomarkt derzeit wieder deutlich kleiner geworden ist.

Allerdings zeigt sich, dass der Kryptomarkt momentan stark zweigeteilt ist: Während der Bitcoin seit der Stabilisierung Anfang September sehr deutlich gestiegen ist, sind wichtige Altcoins gegenüber dem Bitcoin stark ins Hintertreffen geraten. Dies ist in den Jahrescharts unten dargestellt. Der Outperformer des Jahres, Ethereum, hat seit September gegenüber dem Bitcoin kräftig eingebüßt, nachdem er diesen seit Jahresanfang sehr deutlich outperformt hat. Die Bitcoin-Klone Bitcoin Cash und Litecoin sind seit September ebenfalls deutlich zurückgefallen. Gerade in den vergangenen Tagen hat Bitcoin Cash noch einmal erheblich verloren und notiert auf einem Allzeittief gegen den Bitcoin. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass der Bitcoin weiterhin stark performt und diese beiden Bitcoin-Forks zurückbleiben. Vielmehr könnten in nächster Zeit sowohl Bitcoin Cash als auch Litecoin eine Outperformance gegen den Bitcoin zeigen. Wenn in Kürze PayPal seinen Kryptoservice für US-Kunden startet, sind neben Bitcoin und Ethereum auch Litecoin und Bitcoin Cash für die Kunden über PayPal zugänglich. Dies könnte die beiden Coins beträchtlich stimulieren, da beide einen extrem geringeren Absolutpreis im Vergleich zum Bitcoin haben. Von daher könnten Litecoin und Bitcoin Cash von diesen neuen Kunden bevorzugt werden und aufgrund ihrer erheblich geringeren Marktkapitalisierung überproportional profitieren.

Nachdem Litecoin bereits im Tradingdepot ist, wird nun wieder Bitcoin Cash (BCH) zurückgekauft. Vor rund einer Woche wurde die Position bei 274,50 Dollar verkauft. Nun werden die 10 Stück Bitcoin Cash bei 246,00 Dollar wieder ins Tradingdepot zurückgekauft.

Außerdem werden 300 Qtum (QTUM) zu 1,92 Dollar ins Tradingdepot gekauft. Hier wurden vor einer Woche 250 Stück bei 2,11 Dollar verkauft.

Zugekauft ins Tradingdepot werden noch 100 NEO (NEO) zu 14,41 Dollar. Hier ist noch eine Restposition von 50 Stück im Depot. NEO hat sich im Preis seit Mitte September fast halbiert und ist genau bis auf die 200-Tagelinie zurückgefallen (vgl. Jahreschart unten). Von diesem Niveau könnte es nun zu einem Rebound kommen. Der in Asien populäre Coin könnte bereits heute im asiatischen Handel von seinem Nachholbedarf profitieren.

2.11.2020, 21:00

Der Bitcoin oszilliert weiter im Widerstandsbereich um 13.700 Dollar. Der breitere Kryptomarkt zeigt dagegen mehr oder minder große Abschläge.

Kurzfristig steht der Bitcoin wieder einmal vor einer Richtungsentscheidung. Der Preis ist mehrfach im Widerstandsbereich um 13.700 Dollar angestoßen und konnte diesen nur kurzzeitig übertreffen (vgl. den Bitcoin-Chart seit Anfang 2018). Immerhin touchierte der Bitcoin am 31. Oktober, dem zwölften Jahrestag der Veröffentlichung des White Papers, knapp die Marke von 14.000 Dollar und erreichte damit das höchste Kursniveau seit Januar 2018. Derzeit sprechen aber einige Faktoren dafür, dass der Preis kurzfristig erst noch einmal nach unten korrigieren könnte. Insbesondere schwächelt der breitere Kryptomarkt im Vergleich zum Bitcoin. Während der Bitcoin im Wochenvergleich fast 5% im Plus liegt, weisen die großen Altcoins – mit Ausnahme der Stable Coins – fast alle mehr oder minder große Minuszeichen auf. Neben dieser Tatsache gibt es auch einige Metriken, die auf eine Korrektur hinweisen. So sind aktuell 98% aller Bitcoin-Adressen im Plus. Das bedeutet, dass 98% aller auf den verschiedenen Wallets befindlichen Bitcoin einen höheren Preis haben als zum Zeitpunkt, als sie auf die jeweiligen Wallets bewegt wurden. Sie könnten deshalb mit Gewinn verkauft werden. Dieses Level wurde zuletzt im Bitcoin Bullrun vom Dezember 2017 gesehen. Die Gefahr von massiven Gewinnmitnahmen erscheint aber gering, denn die überwiegende Mehrheit der HODLer wird ihrer Überzeugung treu bleiben und auf deutlich höhere Kurse warten.

Entscheidend bleibt beim Bitcoin die langfristige Entwicklung, die eindeutig weiter aufwärts zeigt. Es ist deshalb nur eine Frage der Zeit, wann auch der aktuelle Widerstand nach oben durchbrochen wird. Danach gibt es vor dem Allzeithoch von knapp 20.000 Dollar nur noch einen kleineren Widerstand um 17.000 Dollar. Für das nächste Jahr bleibt unsere schon lang vertretene Erwartung unverändert, dass der Bitcoinpreis in den mittleren fünfstelligen Bereich vordringt.

Die führende amerikanische Bank JPMorgan erwartet, dass noch weitere Zahlungsdienstleister sich für Kryptowährungen öffnen. Zuletzt hatte der Schritt von PayPal, der schon in den nächsten Wochen umgesetzt werden soll, für Aufsehen und steigende Kurse von Bitcoin & Co gesorgt. Schon länger bietet Square über seine Cash App seinen Kunden den Bitcoinhandel an und erzielt damit hohe Umsätze und Gewinne. Außerdem hat das vom Twitter-CEO Jack Dorsey geführte Unternehmen zuletzt Bitcoins im Wert von rund 50 Millionen Dollar erworben und ist damit anderen Unternehmen gefolgt, die zumindest einen Teil ihrer liquiden Mittel in Bitcoin anlegen. Jedenfalls könnte die tatsächliche Einführung des Kryptoservices von PayPal in wenigen Wochen zunächst für die US-Kunden eine Jahresendrally auslösen. Neben Bitcoin könnten dabei am meisten die optisch billigeren Bitcoin-Klone Litecoin und Bitcoin Cash profitieren, die neben Ethereum dann ebenfalls direkt über PayPal gehandelt werden können.

28.10.2020, 11:50

Der Bitcoin trifft zunächst auf einen Widerstand. Kurzfristig geht die größte Gefahr derzeit von einem möglichen Crash am Aktienmarkt aus.

Wie erwartet hat der Bitcoin hat nun auch den nächsten Widerstand bei 13.700 Dollar erreicht, die Höchstkurse vom vergangenen Jahr (vgl. Bitcoin-Chart unten). Im asiatischen Handel heute konnte der Bitcoin diesen Widerstand bereits kurzfristig überwinden und stieg bis auf rund 13.840 Dollar. Dieser Widerstand könnte zunächst aber schwieriger zu überwinden sein, auch wenn er es mittelfristig schaffen wird. Zwar wäre nach einem Überwinden tatsächlich der Weg frei für einen schnellen Bullrun bis in den Bereich des Allzeithochs.

Kurzfristig könnten aber vom Aktienmarkt auch Irritationen auf den Kryptomarkt ausstrahlen. Denn die Gefahr eines Aktiencrashes ist zuletzt wieder stark gewachsen aufgrund der ständigen Verschärfung der Corona-Krise mit entsprechenden wirtschaftlichen Folgewirkungen und der Verunsicherung rund um die US-Wahlen, bei denen Trump im Zweifel ein sehr schlechter Verlierer sein wird. Zwar konnte sich der Bitcoin zuletzt sehr eindrucksvoll von den Aktienmärkten abkoppeln (vgl. den Chart unten mit der relativen Performance von Bitcoin, Gold, S&P 500 und DAX seit Anfang Oktober). Bei einem Aktieneinbruch könnte es aber zu einer -wenngleich schwächeren – Reaktion als im März beim Corona-Crash kommen. Bei einem Verkauf von allen möglichen Risikoassets wie damals dürfte kurzfristig auch der Bitcoin betroffen sein, auch wenn dies wie im März eher irrational ist. Auffällig ist in den vergangenen Tagen auch die Stärke des Bitcoins, während der breitere Kryptomarkt eher schwächelt.

Deswegen werden im Tradingdepot einige Positionen verkauft. Anleger sollten allerdings ihre langfristig angelegten Positionen nicht verkaufen, da sonst der Steuervorteil verloren geht. Hier im Coin Stars Tradingdepot werden Steueraspekte nicht berücksichtigt. Im Tradingdepot werden folgende Positionen kurzfristig verkauft:

0,20 Bitcoin (BTC) bei 13.615 Dollar. Gekauft wurde die Position am 9.10.2020 bei 10.993 Dollar. Damit wird hier ein Gewinn von 24% realisiert.

10 Bitcoin Cash (BCH) bei 274,50 Dollar. Der Coin ist heute gegen den Trend fest. Gekauft wurde die Position vor einer Woche bei 258 Dollar. Der Gewinn beträgt damit 6%.

250 Qtum (QTUM) bei 2,11 Dollar. Die Position wurde am 22.5.2020 bei 1,73 Dollar gekauft und damit nun ein Gewinn von 22% realisiert.

Auch im BISON Realdepot wurde ein Teil der Positionen verkauft:

0,15 Bitcoin (BTC) bei 11.543,05 Euro. Auf die am 23.7.2020 bei 8303,77 Euro gekaufte Position wird damit ein Gewinn von 39% realisiert.

10 Ethereum (ETH) bei 333,52 Euro. Auf die am 23.7.2020 zu 229,97 Euro gekaufte Position wird ein Gewinn von 45% realisiert.

2500 Ripple (XRP) bei 0,2112 Euro. Auf die am 3.8.2020 zu 0,25871 Euro gekaufte Position wird ein Verlust von 18% realisiert.

Auch hier gilt: Langfristige Investoren, die ihre Gewinne steuerfrei realisieren wollen, sollten derartige kurzfristige Verkäufe unterlassen, da sonst die steuerfreie Realisierung nach einem Jahr verlorengeht. Derartige Transaktionen sind vernünftig nur mit einem Zwei- oder Mehrkontenmodell umzusetzen, bei dem langfristige und kurzfristige Engagements sauber getrennt sind. Hier im BISON Realdepot werden wie im Tradingdepot steuerliche Aspekte nicht berücksichtigt.

27.10.2020, 8:30

Das Umfeld für den Bitcoin und auch andere führende Kryptowährungen bleibt sehr positiv. Von den bald bei PayPal handelbaren Coins erscheinen Litecoin und Bitcoin Cash als besonders aussichtsreich.

Zuletzt haben sehr gute News den Bitcoinpreis nach oben getrieben. Zum einen waren dies Meldungen, dass immer mehr Unternehmen ihre Cashreserven zum Kauf von Bitcoin nutzen. Zum anderen war dies die PayPal-Meldung aus der vergangenen Woche. Der führende Zahlungsdienstleister wird bald seinen Kunden den Kauf von Kryptowährungen und auch das Bezahlen mit diesen ermöglichen.

Daneben gibt es weitere positive Faktoren für den Bitcoin, die derzeit etwas in den Hintergrund gerückt sind. So ist die Funktion des Bitcoins als Fluchtmöglichkeit aus stark inflationierten Währungen oder einem restriktiven Währungsregime nicht zu unterschätzen. Ein Beispiel dafür ist die Türkei, wo die türkische Lira weiter in den Abgrund taumelt. Gegenüber dem Dollar wurden neue Rekordtiefs erreicht. Die Devisenreserven belaufen sich nur noch auf 41 Milliarden Dollar, ein Rückgang von fast 10 Milliarden Dollar seit Juli. Die Inflation beträgt derzeit über 36 Prozent im Jahr. Von daher ist es kein Wunder, dass die Bitcoin-Adoption in der Türkei, die vorher schon sehr hoch war, neue Rekordstände erreicht. Der Bitcoin ist für türkische Bürger ein geeignetes Mittel, um aus der galoppierenden Inflation zu fliehen. Laut dem Global Crypto Adoption Index von Chainalysis nimmt die Türkei weltweit Platz 29 bei der Verbreitung von Kryptowährungen ein und ist in der Region Naher Osten Spitzenreiter vor dem Iran und Ägypten. Am weitesten fortgeschritten ist die Krypto-Adoption in Ländern wie Nigeria, Vietnam oder Südafrika. Frankreich ist das EU-Land mit der höchsten Platzierung auf Rang 22, Deutschland belegt Rang 33. Allerdings dürften zukünftig auch immer mehr Anleger aus den etablierten Wirtschaftsnationen wie Deutschland den Bitcoin als neue Assetklasse und Absicherung gegen eine drohende Inflationierung entdecken.

PayPal-Coins könnten profitieren

Neben dem Bitcoin ermöglicht PayPal seinen Kunden auch den Handel von Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash. Von daher ist eine Betrachtung der Performance dieser drei Coins im Vergleich zum Bitcoin interessant, die unten in dem Chart zusammengestellt ist. Ethereum ist schon seit Jahresbeginn ein deutlicher Outperformer zum Bitcoin. Dies hatte natürlich nichts mit PayPal zu tun sondern mit dem Hype im DeFi-Bereich. Dagegen zeigen die Charts von Bitcoin Cash und Litecoin in diesem Jahr eine sehr starke Underperformance zum Bitcoin und haben Nachholbedarf. Bitcoin Cash bewegt sich aktuell auf den Tiefstständen zum Bitcoin. Litecoin stieg nach der PayPal-Meldung zunächst stärker als der Bitcoin, kam aber wieder etwas zurück. Jedenfalls könnten sowohl Litecoin als auch Bitcoin Cash in nächster Zeit den Bitcoin outperformen. Zwar können PayPal-Kunden auch beim Bitcoin kleine Mengen aufgrund der nahezu beliebigen Teilbarkeit kaufen. Trotzdem dürfte gerade bei dieser Kundenkategorie der psychologische Effekt des niedrigen Absolutpreises eine nicht unbeträchtliche Rolle spielen. Der Preis von Bitcoin Cash bewegt sich auf einem Fünfzigstel des Bitcoinpreises, der von Litecoin sogar nur auf weniger als einem Zweihundertstel. Von daher könnten diese beiden Coins, die als Bitcoin-Klone den gleichen Verwendungszweck wie dieser haben, in nächster Zeit überproportional steigen. Unser Favorit in diesem Zusammenhang sind die in den USA sehr populären Litecoin. Der Kryptoservice von PayPal soll in den nächsten Wochen zunächst für die US-Kunden verfügbar sein. Litecoin könnte dann besonders profitieren.

21.10.2020, 22:15

Die PayPal-Meldung, dass nun bald der lang erwartete Krypto-Service angeboten wird, treibt den Bitcoin. Auch Litecoin, Bitcoin Cash und Ethereum sollen bald über PayPal gehandelt werden können. Das Tradingdepot wird mit Bitcoin Cash aufgestockt.

Gestern bot der Kryptomarkt ein seltenes Bild. Während der Bitcoin den Ausbruch über die Marke von 12.000 Dollar vorbereitete und 1,7% im Plus lag, fanden sich bei allen anderen Coins der Top10 nur Minuszeichen. Von daher deutete einiges darauf hin, dass etwas beim Bitcoin im Busch ist. Mit der PayPal-Meldung von heute, dass nun – wie schon länger erwartet – auch Kryptowährungen handelbar gemacht werden, wird der Kurstreiber klar. Dieser Kurstreiber hat den Bitcoin heute bereits bis auf über 12.800 Dollar getrieben und damit über den bisherigen Jahreshöchststand bei 12.500 Dollar von Mitte August. Der nächste Widerstand, die Jahreshöchstkurse um 13.700 Dollar vom vergangenen Jahr, sind nun ebenfalls in greifbarer Nähe (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten).

Im Gegensatz zu gestern sind heute dann auch die Altcoins deutlich fester. PayPal hat angekündigt, dass neben Bitcoin auch Ethereum, Bitcoin Cash und Litecoin über die digitale Wallet von PayPal gekauft, verkauft und gehalten werden können. Dadurch konnte heute Litecoin mit einem Plus von rund 13% das Bitcoin-Plus von 7% deutlich übertreffen. Das Plus bei Ethereum und Bitcoin Cash bewegte sich dagegen in der gleichen Größenordnung wie beim Bitcoin. Der neue Kryptoservice von PayPal soll für die amerikanischen Kunden bereits in den nächsten Wochen verfügbar werden. Die Einführung in anderen Ländern soll dann im 1. Halbjahr 2021 erfolgen. Die Zeichen für Bitcoin & Co stehen deshalb in den nächsten Monaten auf Hausse. Denn neben der zunehmenden institutionellen Nachfrage wird nun auch die Nachfrage von Privatanlegern noch mehr zunehmen. Die ständig steigende Nachfrage nach Bitcoin trifft auf ein gleichzeitig begrenztes Angebot, der Preis wird deshalb wahrscheinlich sehr deutlich ansteigen.

Insbesondere Bitcoin Cash (BCH) könnte jetzt Nachholbedarf gegen den Bitcoin haben. Aufgrund des viel geringeren Absolutpreises könnte Bitcoin Cash ebenso wie Litecoin in nächster Zeit den Bitcoin outperformen, da dies vielen interessierten PayPal-Kunden entgegenkommen dürfte. Bitcoin Cash ist eine Hard Fork von Bitcoin, die Abspaltung fand am 1. August 2017 statt. Nach einem anfänglichen Raketenstart hat sich der Preis in den vergangenen Jahren gegenüber dem Bitcoin mehr als gezehntelt (vgl. BCH/BTC-Langfristchart unten). In diesem Jahr hatte es immer wieder einmal Zweifel an der Sicherheit des Netzwerkes gegeben und den Preis auf Tiefststände getrieben. Zuletzt hat sich im Bereich um 0,02 Bitcoin ein unterer Widerstand gebildet. Bis zur Einführung in den nächsten Wochen könnte Bitcoin Cash nun zum Outperformer werden. Deswegen werden in das Tradingdepot neu 10 Stück Bitcoin Cash zum aktuellen Preis von 258 Dollar gekauft.

Auch Litecoin (LTC), die bereits im Coin Stars Tradingdepot sind, dürften bis zum PayPal-Start in einigen Wochen überproportional profitieren, da Litecoin in den USA sehr populär sind. Der Jahreschart von Litecoin gegenüber dem Bitcoin sieht ähnlich aus wie bei Bitcoin Cash. Dagegen zeigte Ethereum (ETH) in diesem Jahr bereits eine sehr deutliche Outperformance zum Bitcoin, wie der Jahreschart unter Litecoin zeigt.

Gestern wurde mehrere Rückkauflimits erreicht, die in dem Beitrag „Rückkauflimits einiger Positionen“ vor 5 Tagen gelegt wurden. Dabei werden die beiden Positionen bei REN und ICX sofort wieder verkauft, um zusätzlich Mittel für den obigen Kauf von Bitcoin Cash zu erlösen.

Serum (SRM): Gestern wurde das Rückkauflimit von 400 Stück bei 1,19 Dollar erreicht. Der Preis kam anschließend noch bis auf 1,04 Dollar zurück und notiert aktuell bei 1,13 Dollar. Es wird ein Verkaufslimit bei 1,38 Dollar für die Gesamtposition gelegt.

Ren (REN): Gestern wurden die beiden Rückkauflimits erreicht (1000 Stück bei 0,31 USDT und 1000 Stück bei 0,29 USDT). Im Tagesverlauf gestern kam der Preis zurück bei auf 0,273 USDT und zog heute wieder deutlich an. Aktuell notiert er bei 0,34 Dollar. Zu diesem Preis von 0,34 Dollar wird die Gesamtposition von 2.000 Stück REN wieder verkauft. Damit wird auf die Gesamtposition ein Gewinn von 11% erzielt.

Icon (ICX): Gestern wurde das erste Rückkauflimit für 1000 Stück bei 0,34 Dollar erreicht. Das zweite Rückkauflimit bei 0,32 Dollar wird nun gelöscht. Aktuell notiert der Preis wieder über 0,378 Dollar. Zu diesem Preis von 0,378 Dollar werden die 1000 ICX wieder verkauft. Es ergibt sich hier ebenfalls ein Kursgewinn von 11%.

19.10.2020, 23:50

Ethereum ist seit Jahresbeginn unser Favorit unter den großen Altcoins. Die Performance seither spricht für sich. Während der Bitcoin seit dem Jahresanfang „nur“ 62% zulegen konnte, stehen bei Ethereum 194% zu Buche und damit das Dreifache der Bitcoin-Performance. Zwar gibt es mit Chainlink, Cardano und Crypto.com noch drei andere Coins mit einer besseren Performance unter den Top20. Mit Ausnahme von Cardano handelt es sich bei den anderen beiden aber um solche, die erst im vergangenen Jahr neu an den Markt kamen. Im September hat Ethereum gegenüber dem Bitcoin zwar deutlich korrigiert (vgl. ETH/BTC-Chart unten). Allerdings hat sich auf dem derzeitigen Niveau ein Widerstand nach unten gebildet, der kaum mehr deutlich nach unten gebrochen werden dürfte. Vielmehr sollte die Ethereum-Outperformance gegenüber dem Bitcoin in Kürze weitergehen.

Ein Blick auf den Dollarchart unten zeigt, dass nach dem deutlichen Rückgang Anfang September von 490 auf 310 Dollar der Preis wieder unter die 50-Tagelinie gefallen ist. Seit Mitte Oktober notiert er wieder darüber und könnte jetzt einen neuen Schub in Richtung des Jahreshöchststands von 490 Dollar nehmen. Ethereum wird auch vom immer stärkeren institutionellen Interesse profitieren. So hat der Kryptofonds-Anbieter Grayscale bekanntgegeben, dass er 2% aller im Umlauf befindlichen Ether für seinen Fonds akkumuliert hat. Aber auch andere institutionelle Investoren positionieren sich neben dem Bitcoin sehr stark bei Ethereum. Das Interesse an DeFi-Produkten, die fast alle auf der Ethereum-Blockchain laufen, bleibt unverändert sehr hoch. Institutionelle, die an diesem Boom partizipieren wollen, konzentrieren sich zunächst auf Ethereum, da viele der DeFi-Projekte zu riskant und volatil sind. Diese starken institutionellen Investitionen könnten wie beim Bitcoin zu einem wesentlichen Preistreiber werden.

16.10.2020, 12:55

Vor zwei Tagen wurden einige kleinere Positionen verkauft. Nach den jüngsten Kursrückgängen werden Rückkauflimits im Tradingdepot gelegt:

Icon (ICX): Die 1.500 Stück wurden bei 0,365 Dollar gekauft und bei 0,39 Dollar verkauft. Aktueller Kurs: 0,362 Dollar. Hier wird ein Rückkauflimit für 1.000 Stück bei 0,34 Dollar und für weitere 1.000 Stück bei 0,32 Dollar gelegt.

Ren (REN): Die bei 0,254 USDT gekauften 2.000 Stück wurden bei 0,377 USDT wieder verkauft. In den vergangenen zwei Tagen ist der Preis wieder auf aktuell 0,33 USDT zurückgekommen. Hier werden Rückkauflimits für 1.000 Stück bei 0,31 USDT und für weitere 1.000 Stück bei 0,29 USDT gelegt.

Serum (SRM): Die bei 1,19 USDT gekauften 400 Stück wurden bei 1,338 USDT wieder verkauft. Aktueller Preis 1,30 USDT Das Rückkauflimit für 400 Stück bei 1,19 Dollar wird wieder auf den ursprünglichen Einstiegspreis gelegt.

Zuletzt dürfte der Kryptomarkt von den schwächeren Aktienbörsen aufgrund der erneuten Verschärfung der Corona-Krise negativ betroffen worden sein. Außerdem wurde hier darauf hingewiesen, dass vor einer weiteren Bitcoin-Aufwärtsbewegung zuerst der Futures Gap der Bitcoin-Futures an der CME vom 9. auf den 12.10. geschlossen werden könnte (vgl. dazu den Artikel vom 14.10.) Im Chart unten ist zu sehen, dass auch der vorherige kleinere Gap vom 2. auf den 5.10. zunächst geschlossen wurde, bevor es weiter nach oben ging. Dagegen gab es an den vorherigen Wochenenden keinen Gap. Zwar ist der Gap auch diesmal beim Bitcoin nicht so riesig. Dennoch könnten die zuletzt stark gelaufenen Altcoins davon überproportional negativ tangiert werden. Dies hat sich auch in den vergangenen zwei Tagen auch schon gezeigt. Mit den Rückkauflimits oben wird nun versucht, einen Teil der verkauften kleineren Positionen deutlich günstiger wieder zurückzukaufen.

14.10.2020, 20:55

Die kleineren zuletzt gekauften Positionen werden unter Tradingaspekten wieder verkauft. Kommt der Bitcoin noch einmal etwas zurück, könnten diese billiger zurückgekauft werden.

Nachdem der Bitcoin vor drei Tagen in der Spitze bis auf 11.750 Dollar gestiegen war, kam er seither wieder etwas zurück. Dies könnte sich noch fortsetzen und der am Wochenende entstandene Futures Gap geschlossen werden. Das sind Lücken, die bei dem an der Chicagoer Futuresbörse gehandelten Bitcoin-Futurespreis entstehen, da der Handel dort am Wochenende im Gegensatz zum Bitcoin selbst nicht stattfindet. Zwischen Freitag 17:00 Uhr und Sonntag 18:00 Uhr der dortigen Zeit werden die Bitcoin-Futures nicht gehandelt, während der Bitcoinhandel an den Kryptobörsen natürlich weitergeht, da es dort einen 24/7-Handel (also rund um die Uhr) gibt. Bewegt sich der Bitcoinpreis an den Kryptobörsen stärker während der Zeit der Schließung der Futuresbörse, gibt es eine entsprechende Lücke zwischen Schlusskurs in Chicago am Freitag und Eröffnungskurs am Sonntag. In einem Aufwärtstrend, wie gerade beim Bitcoin zu sehen, liegt der Eröffnungskurs also deutlich über dem Schlusskurs. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass diese Gaps meist zunächst geschlossen werden, bevor sich der vorherige Trend fortsetzt. Dies würde bedeuten, dass der Bitcoin zumindest bis 11.100 Dollar fällt (vgl. Monatschart der Bitcoin-Futures an der CME unten). Dies ist zwar nicht so viel, könnte aber bei einigen zuletzt stärker gelaufenen Altcoins etwas größere Kursverluste zur Folge haben.

Aus diesem Grund werden einige der zuletzt gekauften kleineren Positionen unter Tradingaspekten zunächst verkauft:

  • 400 Serum (SRM) bei 1,338 Dollar. Vor 6 Tagen wurden diese bei 1,19 Dollar ins Depot aufgenommen, Kursgewinn damit 12,4%.
  • 1000 pNetwork (PNT) bei 0,40. Diese wurden vor 6 Tagen bei 0,3935 USDT ins Depot aufgenommen, damit ergibt sich hier ein kleines Plus von 1,7%.
  • 1500 Icon (ICX) bei 0,39 Dollar. Vor 6 Tagen wurde diese bei 0,365 Dollar gekauft. Hier ergibt sich ein Plus von 6,8%.
  • 2000 Ren (REN) bei 0,377 USDT. Der Kauf war hier vor 6 Tagen bei 0,254 USDT. Damit errechnet sich hier ein Plus von 48,4%.
  • 40 Balancer (BAL) bei 14,20 USDT. Nach dem Kauf vor 6 Tagen bei 14,60 USDT ergibt sich hier ein kleines Minus von 2,7%.

12.10.2020, 14:35

Der Bitcoin ist aus der Dreiecksformation nach oben ausgebrochen. Manche Experten erwarten schon einen tsunamiartigen Kapitalzufluss hin zum Bitcoin.

Nachdem der Bitcoin seit Anfang September eine Seitwärtsbewegung eingeschlagen hatte, zeichnete sich zuletzt mit der zunehmenden Verengung in der gebildeten Dreiecksformation ein bevorstehender Ausbruch ab (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Der Sprung über 11.000 Dollar zum Wochenschluss kam für viele trotzdem überraschend. Experten nennen vor allem drei wesentliche Faktoren, die den Anstieg nach oben befeuert haben. Zum einen war eine zunehmende Bitcoin- und Ethereum-Akkumulation bei Großinvestoren zu beobachten. Auch zeichnet sich generell ab, dass immer mehr institutionelle Großinvestoren in den Markt einsteigen. Paradebeispiel dafür ist der kürzliche Einstieg des US-Unternehmens MicroStrategy, die über 400 Millionen Dollar an liquiden Mitteln in Bitcoin investiert haben. Auch der Zahlungsdienstleister Square gab den Erwerb von Bitcoin im Wert von 50 Millionen Dollar bekannt. Square-Chef Jack Dorsey, gleichzeitig Twitter-CEO, hat sich in der Vergangenheit schon häufig als Bitcoin-Fan geoutet. Setzt sich dieser Trend fort, könnte dies sich zu einem neuen Kurstreiber auswachsen. Der bekannte Mitgründer der amerikanischen Kryptobörse Gemini, Tyler Winklevoss, sieht in dieser Entwicklung bereits den Beginn eines Kapital-Tsunamis, der über dem Bitcoin hereinbricht. Kommt dieser Tsunami, wird der Bitcoinpreis in eine heute noch kaum vorstellbare Höhe explodieren. Zwar gibt es auch Stimmen, die diese Einschätzungen als zu optimistisch einstufen. Viele Argumente sprechen aber dafür: Die drohende Inflationierung bei gleichzeitig minimalen oder sogar negativen Zinsen, die mittlerweile sehr hohen Bewertungen anderer traditioneller Assets wie Aktien oder Immobilien sowie die zunehmende Akzeptanz des Bitcoins durch die traditionelle Finanzindustrie.

Außerdem hat sich charttechnisch die Marke von 10.500 Dollar als sehr wichtiger Widerstand etabliert. Die nächsten Widerstände liegen bei den Höchstständen um 12.500 Dollar von diesem Jahr und um 13.500 Dollar vom vergangenen Jahr. Wird auch dieser letzte Widerstand geknackt, könnte es bis zum Allzeithoch von knapp 20.000 Dollar dann auch mal schnell gehen. Dies kann durchaus noch bis zum Jahresende passieren, obwohl das nur noch 10 Wochen sind. Denn es hat sich immer wieder gezeigt, dass der Bitcoin in einer Aufwärtsbewegung eine enorme Dynamik entfalten kann.

9.10.2020, 12:50

Schneller als erwartet könnte nun der Bitcoin nach oben ausbrechen. Kurz nach der Aufstockung des Tradingdepots zog er rund 3% an und konnte die 50-Tagelinie überspringen (vgl. den 4-Monatschart unten). Bleibt das nicht nur ein kurzes Intermezzo, könnte das der Beginn eines kurzfristigen Ausbruchs nach oben sein. Wird als nächstes die obere Begrenzungslinie des gebildeten Dreiecks geknackt, könnte das sehr schnell gehen. Zuletzt hatte man einen ähnlichen Ausbruch Ende Juli gesehen (vgl. „Bitcoin Bullrun“). Danach konnte der Bitcoin in wenigen Tagen rund 35% zulegen.

Zwar besteht trotz allem noch die Möglichkeit, dass es zu einem Ausbruch aus dem sich verengenden Dreieck nach unten kommt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aktuell allerdings deutlich gesunken. Deshalb wird für nun vom Cashbestand noch Bitcoin ins Tradingdepot zugekauft:

0,2 Bitcoin (BTC) à 10.993 Dollar

Wie angekündigt, nach ein paar Anmerkungen zu den neu gekauften Positionen. Hoch gewichtet wurde Litecoin. Die anderen 6 Positionen wurden mit einer kleineren Gewichtung in das Tradingdepot gekauft. Bis auf Icon und Solana sind alle dem zuletzt sehr stark gebeutelten DeFi-Bereich zuzuordnen.

Litecoin startet Testnet

Litecoin gilt als die schnellere Alternative zum Bitcoin, kann aber natürlich trotzdem nicht an dessen Ausnahmestellung kratzen. Pünktlich wie angekündigt startete am 1. Oktober startete das Testnet zum MimbleWimble-Protokoll. Dabei handelt es sich um eine Modifikation des Proof-of-Work-Algorithmus von Bitcoin. Bei MimbleWimble werden Blöcke als eine einzige große Transaktion angezeigt, wodurch die mit den Transaktionen zusammenhängenden Ein- und Ausgänge nicht identifizierbar und damit anonym sind. Die Einführung des MimbleWimble-Mainnet erwartet der Entwickler des Protokolls im Jahr 2021. Neben dieser positiven Entwicklung könnte auch das von der Regensburger Firma ClipSoft entwickelte und auf der Litecoin-Blockchain laufende Spiel Litebringer stimulieren. Dieses findet erstmalig auf der Litecoin-Blockchain statt auf Servern statt. Damit ist auch jede Spielaktion letztlich eine Litecoin-Transaktion. Charaktere, Waffen oder Ressourcen der Spieler werden ausschließlich über Litecoin gehandelt. Litecoin ist für ein derartiges Konzept aufgrund der viel geringeren Transaktionsgebühren viel besser geeignet als Bitcoin oder Ethereum.

Von daher könnte die seit April 2019 anhaltende erhebliche Underperformance von Litecoin gegenüber dem Bitcoin ein Ende haben (vgl. den 4-Jahreschart von Litecoin gegenüber dem Bitcoin unten). Der LTC/BTC-Kurs ist wieder nahe seinen historischen Tiefstständen und könnte bald drehen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Phasen sehr starker Out- und anschließender Underperformance von Litecoin. Nun könnte wieder eine Phase der Outperformance beginnen.

Die kleineren Depotpositionen

Solana (SOL): Die Solana-Blockchain gilt als die erheblich schnellere Alternative zu Ethereum (vgl. dazu den Artikel vom 13.8.). Dabei soll Solana bis zu 10.000 mal schneller sein. Gestern wurde die Solana-Position im Tradingdepot verdoppelt, der Kurs ist seither um 17% gestiegen.

Serum (SRM): Bei Serum handelt es sich um eine Decentralized Exchange (DEX), die auf der sehr schnellen Solana-Blockchain läuft (vgl. Artikel „Hot Coin: Serum“). Der SRM-Token wurde bereits im August im Tradingdepot getradet und in der Spitze mit 100% Gewinn verkauft. Nun wurde er deutlich unter dem damaligen Kaufpreis wieder zurückgekauft und konnte gegenüber gestern bereits 13% zulegen.

pNetwork (PNT): Der pNetwork-Token PNT ist der Nachfolge-Token von Eidoo (vgl. den Artikel „pNetwork Token PNT“). Auch dieser Token wurde im Juli und August bereits getradet, wobei die Hälfte mit Gewinn und die andere Hälfte mit Verlust verkauft wurde. Der Rückkaufpreis gestern lag nur noch bei einem Drittel des damaligen Kaufpreises. Auch dieser Token ist gegenüber gestern bereits rund 7% gestiegen.

Icon (ICX): Icon ist ein führendes südkoreanisches dezentralisiertes Netzwerk. Es bildet die Grundlage für eine ganze Reihe von Real-World-Apps im Bereich Banking, Healthcare, Bildung und mehr. Das Projekt könnte auch von der aufgeschlossenen Haltung in Südkorea gegenüber Blockchain-Projekten profitieren. Mit dem vor kurzem verkündeten Update Icon 2.0 wird ein Fokus auf Cross-Chain-Interoperabilität gelegt, wodurch auch Cross-Chain-DeFi-Lösungen möglich sind.

Ren (REN) und Balancer (BAL): Die beiden DeFi-Token wurden gerade neu an der Börse Coinbase zum Handel eingeführt. Den typischen Coinbase-Effekt gab es diesmal nicht, im Gegenteil, die Kurse kamen deutlich zurück. Bei einer positiven Grundstimmung am Markt könnte es nun aber zu einem abgeschwächten Effekt kommen und die Preise überproportional zulegen.

8.10.2020, 14:40

Der Bitcoin könnte vor einem kurzfristigen Ausbruch nach oben stehen. Deswegen wird der Kryptobestand im Tradingdepot wieder deutlich aufgestockt.

Der Bitcoin bleibt in Lauerstellung und kann die 50-Tagelinie weiterhin nicht überwinden (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Zuletzt hat sich ein Dreieck gebildet, dessen Begrenzungslinien sich auf der Widerstandslinie bei 10.500 Dollar treffen. Zwar soll hier nicht zu viel Kaffeesatzleserei betrieben werden, es zeichnet sich aber ab, dass es in den nächsten Tagen zu einer kurzfristigen Trendentscheidung kommen könnte. Diese ist natürlich sowohl nach oben wie unten möglich. Zuletzt hatten sich aber die Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch nach oben verstärkt. So blieb der Bitcoin trotz negativer Nachrichten (Kucoin-Hack, BitMEX-Anschuldigungen durch US-Behörden) im Preis stabil. Außerdem verweisen technische Analysten auf das rückläufige Marktvolumen und die enger werdenden Bollinger-Bänder, beides Anzeichen auf eine bevorstehende Trendentscheidung. Dafür spricht auch die sprunghaft gestiegene Zahl der Coins, die den Besitzer gewechselt haben. Dieses Phänomen war schon häufiger vor einem Wendepunkt des Bitcoins zu beobachten.

Von daher werden einige Coins neu in das Tradingdepot aufgenommen und der Cashbestand von rund 50% wieder deutlich heruntergefahren:

  • 50 Litecoin (LTC) à 46,30 Dollar
  • 300 Solana (SOL) à 2,22 Dollar
  • 400 Serum (SRM) à 1,19 Dollar
  • 1000 pNetwork (PNT) à 0,3935 USDT
  • 1500 Icon (ICX) à 0,365 Dollar
  • 2000 Ren (REN) à 0,254 USDT
  • 40 Balancer (BAL) à 14,60 USDT

Zu den einzelnen Coins folgen später noch kurze Hinweise.

5.10.2020, 17:30

Technische Analysten sehen Zeichen für einen kurzfristig bevorstehenden Ausbruch nach oben. Langfristig bleibt der Bitcoin gegenüber den traditionellen Assets favorisiert.

Ein kurzfristiger Trend beim Bitcoin ist weiterhin nicht in Sicht. Vielmehr verharrt der Preis im Bereich zwischen 10.000 und 11.000 Dollar und oszilliert damit um die Widerstandslinie von 10.500 Dollar (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Zuletzt ist der Preis mehrfach an der fallenden 50-Tagelinie abgeprallt.

Die zuletzt gezeigte Stabilität ist aber positiv zu werten, denn es gab auch einige negative Nachrichten in den vergangenen zwei Wochen. Zu nennen sind der Hack der Kryptobörse Kucoin, bei dem Kryptowährungen im Wert von 280 Millionen Dollar entwendet worden sein sollen. Mittlerweile sollen die Hacker identifiziert sein. In der vergangenen Woche sorgten dann die Anschuldigungen von US-Behörden für Aufsehen, die der Krypto-Derivatebörse BitMEX unerlaubte Praktiken vorwarfen und einen in den USA wohnhaften Mitgründer verhafteten. Daraufhin gab es einen Exodus von Bitcoin-Einlagen von BitMEX, innerhalb kürzester Zeit wurden von Anlegern 45.000 Bitcoin von der Börse abgezogen. Dies war auch ein Grund dafür, dass die Bitcoin-Transaktionsgebühren im Wochenvergleich von 1,5 auf 4 Dollar gestiegen sind. Allerdings könnten die BitMEX-Anklagen auf Sicht eher eine positive Wirkung auf den Kryptomarkt haben. Über die umstrittene Plattform wurde ein Wettlauf um immer höhere Hebel von 100 und mehr auf Kryptowährungen angeheizt, der ungesund ist und die ohnehin sehr großen und erratischen Schwankungen an den Kryptomärkten enorm verstärken kann.

Technische Analysten sehen derzeit die Situation eher positiv und als Zeichen dafür, dass sich der Bitcoin auf einen Ausbruch vorbereitet. Als Beleg dafür wird darauf verwiesen, dass sich der Bitcoin in einer symmetrischen Dreiecksformation befindet und die Spitze des Dreiecks erreicht hat. Dies könnte auf einen starken Ausbruch nach oben hinweisen. Weitere Indikatoren dafür sind, dass das Marktvolumen rückläufig ist und die Breite der Bollinger-Bänder enger wird. Der bekannte Analyst Willy Woo weist außerdem darauf hin, dass einige On-Chain-Zahlen optimistisch stimmen. Vor allem sieht er die sprunghaft gestiegene Zahl der Coins, die den Besitzer gewechselt haben, dafür als Beleg. Denn ein sprunghafter Anstieg war schon häufig ein Indikator dafür, dass der Bitcoin vor einem mittelfristigen Wendepunkt steht. Aber selbst wenn sich diese kurzfristig positiven Prognosen nicht realisieren, bleibt der Bitcoin mittel- und langfristig sehr aussichtsreich und dürfte alle bekannten traditionellen Assets wie Aktien aber auch Gold bei der Wertentwicklung in den nächsten ein bis zwei Jahren weit hinter sich lassen.

28.9.2020, 17:00

Bitcoin ist und bleibt das Amazon im Krypto-Space. Der Bitcoinkurs könnte da stehen, wo der Amazonkurs vor über 10 Jahren stand.

Die Blockchain und Kryptowährungen werden in ihren disruptiven Auswirkungen oft mit dem Beginn des Internet-Zeitalters verglichen. Auch einige der heute führenden Internet-Unternehmen litten zwischenzeitlich unter erheblichen Zweifeln und entsprechenden Kurseinbrüchen. Wer hat den Aufstieg eines Internet-Buchhändlers namens Amazon zum führenden Online-Handelsunternehmen weltweit Ende der neunziger Jahre vorausgesehen? Ein Blick auf die Kursentwicklung bei Amazon nach dem Börsengang 1997 relativiert die enormen Kursschwankungen beim Bitcoin. Zur besseren Darstellung wird der Amazon-Chart unten in logarithmischer Darstellung gezeigt Bei dieser Darstellung entspricht eine gleiche prozentuale Veränderung unabhängig vom absoluten Kursniveau immer einem gleichen Zuwachs. Wer am ersten Handelstag Amazon-Aktien zum Preis von splitbereinigt 2 Dollar erworben hat, kann diese heute zu Preisen von 3.000 Dollar verkaufen. Dabei war dieser Kursanstieg beileibe keine Einbahnstraße. Nachdem sich der Kurs von 1997 bis 1999/2000 auf über 100 Dollar und damit verfünfzigfacht hatte, stürzte er danach innerhalb von eineinhalb Jahren wieder auf 5 Dollar ab und verlor damit mehr als 95 Prozent seines Wertes. Nach der folgenden Verzehnfachung gab es wieder eine Halbierung und so ging das auch in den Folgejahren so weiter. Erst nach rund 12 Jahren kam es dann zum Durchbruch zu neuen Höchstkursen und dem enormen Lauf im vergangenen Jahrzehnt bis heute.

Die enormen Kursschwankungen beim Bitcoin werden von traditionellen Anlageexperten immer wieder als Beleg dafür angeführt, dass mit dem Bitcoin kein seriöses Anlegen möglich ist. Wie gerade gesehen, wäre demnach Amazon über sehr viele Jahre auch keine seriöse Anlage gewesen. Ein Vergleich der Kursentwicklung (vgl. den Bitcoin-Chart in logarithmischer Darstellung unten seit Beginn des Handels auf der Kryptobörse Bitstamp im Jahr 2011) lässt gewisse Ähnlichkeiten erkennen. Der Bitcoin könnte heute etwa da stehen, wo Amazon im Jahr 2009 stand, bevor die alten Höchststände wieder erreicht wurden und es dann eine parabolische Entwicklung nach oben gab. Die zwischenzeitlichen Kurseinbrüche von 80 Prozent oder mehr beim Bitcoin fallen im Vergleich mit Amazon überhaupt nicht mehr unangenehm auf. Und ähnlich wie bei Amazon ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man in fünf oder zehn Jahren sagt: Hätte man doch nur… Bitcoin ist und bleibt der Leader unter den Kryptowährungen mit Wertaufbewahrungsfunktion so wie das Amazon bei den Online-Händlern ist. Der Bitcoinkurs könnte aktuell da stehen, wo der Amazonkurs vor über 11 Jahren stand. In diesem Zeitraum hat sich der Amazonkurs verfünfzigfacht. Dass deshalb der Bitcoinkurs im Jahr 2031 bei 500.000 Dollar steht, wäre wohl eine unseriöse Prognose. Dass er sich bis dahin und bereits in den nächsten Jahren vervielfacht haben wird, ist dagegen alles andere als unrealistisch.

Der Bitcoin wird auch nicht das Schicksal der ausgestorbenen Dinosaurier des Internet-Zeitalters erleiden. Großartig gestartete Unternehmen aus der Frühzeit des Internets wie Netscape, AOL oder MySpace sind heute aus verschiedenen Gründen in Vergessenheit geraten. Dieses Schicksal werden andere, heute noch hoch gehandelte Kryptowährungen erleiden, nicht aber der Bitcoin. Dazu ist aufgrund des First-Mover-Effekts der Konsens schon zu weit fortgeschritten, der dem Bitcoin als der weltweit führenden Kryptowährung vertraut. Bitcoin ist und bleibt die Alternativanlage zu den herkömmlichen Asset-Klassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Gold. In der neuen Asset-Klasse Kryptowährungen ist Bitcoin ein Solitär.

21.9.2020, 15:45

Der Kryptomarkt ist heute deutlich schwächer, vor allem die DeFi-Token stürzen weiter ab. Dreht der Bitcoin, könnten die Bitcoin-Forks Bitcoin Cash und vor allem Litecoin interessant werden.

Der Bitcoin ist nach seinem Ausflug auf über 11.000 Dollar heute wieder in einen kleinen Sinkflug übergegangen. Ob diese Korrektur anhält und bis wohin diese führen könnte, ist derzeit schwer zu sagen. Hier wurde schon sehr häufig auf die Unmöglichkeit verlässlicher kurzfristiger Kursprognosen beim Bitcoin hingewiesen. Entscheidend ist, dass die langfristig positiven Aussichten unverändert ausgezeichnet bleiben.

Zu den bereits bekannten positiven Faktoren kommen neue hinzu. So könnten die Käufe des Nasdaq-Unternehmens MicroStrategy auf Sicht einen neuen Trend auslösen. Anfang August sorgte die Meldung für Aufsehen, dass MicroStrategy für Rücklagen in Höhe von 250 Millionen Dollar Bitcoin gekauft hat. Vergangene Woche wurde dann sogar eine weitere Aufstockung von Bitcoin im Wert von 175 Millionen Dollar gemeldet. Nun gibt es bereits Spekulationen, ob andere große Unternehmen diesem Schritt folgen könnten, um ihre großen Cashbestände gegen Inflation abzusichern. Als ein Kandidat wurde Twitter genannt, dessen CEO Jack Dorsey ein ausgewiesener Bitcoin-Fan ist. Immerhin steht auf seinem Twitter-Accoint in seiner Bio nur #bitcoin. Jedenfalls könnte der Bitcoinpreis neue Impulse erhalten, sollten weitere bekannte Unternehmen dem Schritt von MicroStrategy folgen. Auch ein länger vergessenes Thema könnte wieder in den Vordergrund treten. Nachdem sich in 2018 und 1019 häufig die Hoffnungen auf die Zulassung eines Bitcoin-ETFs zerschlagen haben, hält der Experte Raoul Pal dies nun in nächster Zukunft für möglich. Denn aus seiner Sicht ist die Genehmigung für US-Banken, Bitcoin und andere Kryptowährungen verwahren zu dürften, ein Meilenstein auf dem Weg zu einer ETF-Genehmigung.

Interessant könnten beim nächsten Bitcoin-Anstieg auch zurückgebliebene Altcoins sein. Im Chart unten sind einmal die Kursverläufe der vier auf der BISON App gehandelten Altcoins im Vergleich zum Bitcoin aufgeführt. In den Jahrescharts sieht man die herausragende Stellung von Ethereum, das sich seit Jahresbeginn gegenüber dem Bitcoin mehr als verdoppelt hat. In dieser herausragenden Performance spiegelt sich die tragende Rolle von Ethereum im DeFi-Bereich wieder, da fast alle DeFi-Projekte auf der Ethereum-Blockchain laufen. Es gibt bereits Analysten, die ein Flippening für möglich halten, also ein Verdrängen von Bitcoin durch Ethereum auf Platz 1 der Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Das erscheint allerdings unwahrscheinlich, Ethereum ist aktuell ein Fünftel von Bitcoin wert. Trotzdem würde hier ein Anhalten der Outperformance von Ethereum nicht überraschen.

Ripples XRP konnte sich gegenüber dem Bitcoin im Juli sehr deutlich erholen. Der Coin bleibt aber aufgrund verschiedener Faktoren weiter ein schwer einzuschätzender Problemfall. Interessant könnten dagegen die beiden Bitcoin-Forks Litecoin und Bitcoin Cash sein. Beide treten zwar als verbesserte Bitcoin-Varianten an und haben letztlich den gleichen Use Case, konnten und können aber nicht an der unangefochtenen Marktführerstellung von Bitcoin kratzen. Andererseits weisen die Charts von beiden Bitcoin-Varianten aktuell eine erhebliche Underperformance zum Bitcoin aus und dürften beim nächsten Bitcoin-Aufschwung überproportional zulegen. Bei Litecoin könnte bereits Ende September der Startschuss fallen, falls das Testnet wie geplant startet.

14.9.2020, 16:00

Ende September startet das Testnet von Litecoin. In diesem Zusammenhang könnte wieder mehr Interesse für den Coin entstehen und dessen Preis treiben.

Litecoin ist eine Bitcoin-Fork aus dem Jahr 2011. Es ist aber nicht die erste Bitcoin-Fork, diese war Namecoin ebenfalls im Jahr 2011 – mittlerweile auf Platz 634 laut Coinmarketcap abgerutscht. Litecoin ist als schnellere Alternative zu Bitcoin gedacht. Anstatt alle 10 Minuten wie bei Bitcoin kann bei Litecoin alle zweieinhalb Minuten ein neuer Block erstellt werden. Dadurch kann Litecoin auch deutlich schneller als Bitcoin übertragen werden. Die Maximalmenge ist wie beim Bitcoin begrenzt, wegen der vierfach schnelleren Blockerstellung allerdings auf die vierfache Menge von Bitcoin, also 84 Millionen Stück statt 21 Millionen beim Bitcoin. Ansonsten ist die Ausgestaltung wie beim Bitcoin: Litecoin wird von keiner zentralen Instanz oder Behörde überwacht und dient als weltweites Zahlungsmittel, wobei die Zahlungen schneller und günstiger als bei Bitcoin sind. Die durchschnittliche Transaktionsgebühr ist mit 1 Cent auch im Vergleich zu Kreditkarten, Banken oder PayPal äußerst gering. Zuletzt kam die Meldung, dass die Adult-Plattform Pornhub neben Bitcoin auch Litecoin zur Bezahlung ihres Premium-Inhaltes akzeptiert. Schon lange gibt es weltweit verschiedene Möglichkeiten zur Übertragung oder Bezahlung mit Litecoin. Bei der Entwicklung der Datenschutz- und Skalierbarkeits-Implementierung namens MimbleWimble verläuft alles planmäßig. Mit dem Start des Testnets wird Ende diesen Monats gerechnet. Dies wurde von der Litecoin Foundation durch eine Pressemitteilung bestätigt. Mit der Einführung von MimbleWimble wird Litecoin anonymer, weil die Transaktionsdaten für Dritte nicht mehr so einfach nachzuvollziehen sind.

Sollte es mit dem Start des Testnets zum Monatsende klappen, könnte wieder etwas mehr Musik in den Litecoin-Kurs kommen. Im Jahreschart gegenüber dem Bitcoin unten sieht man, dass der Litecoin-Preis derzeit im unteren Widerstandbereich notiert. Dies könnte sich bei positiven News zu MimbleWimble schnell ändern. Gegenüber dem Dollar ist der Preis beim Kurssturz Anfang September bis auf die 200-Tagelinie gefallen und bewegt sich seither meist knapp darüber. Bei einem Kursanstieg des Bitcoins dürfte Litecoin diesen kurzfristig outperformen. Diese Outperformance könnte bei einem positiven Start des Testnets sogar deutlich ausfallen.