In Kryptowährungen investieren?

  • völlig neue Asset-Klasse
  • verstärktes Interesse traditioneller Groß- und Kleinanleger
  • derzeit interessantester Tradingmarkt mit vielen Tradingmöglichkeiten
  • Handel in Altcoins aussichtsreicher als in Bitcoin
  • 7/24-Handel (Handel rund um die Uhr)
  • gute Handelsplattformen

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22.8.2019, 22:35

Seit dem unerwarteten Rückschlag in der Vorwoche schwankt der Bitcoin um die Marke von 10.000 US-Dollar. Der „Bitcoin Fear & Greed Index“ steht auf dem niedrigsten Wert der Geschichte des Index. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto größer die Angst der Investoren vor weiteren Kursrückgängen. Aktuell ist sie beim Bitcoin also so groß wie noch nie. Allerdings kennt man auch vom Aktienmarkt das Phänomen, das es gerade in solchen Phasen dann schnell zu einer gegenläufigen Bewegung kommen kann. Außerdem könnte der Index die Stimmung schlechter darstellen, als sie tatsächlich ist. In vielen Kommentaren wird die Kursentwicklung in den nächsten zwei Jahren sehr positiv gesehen mit Kurszielen im mittleren fünfstelligen Bereich oder sogar im sechsstelligen Bereich.

Die Altcoins konnten sich zuletzt stabilisieren. Nach den heftigen Kursverlusten gegenüber dem Bitcoin bewegen sie sich seit zwei Wochen seitwärts. Der erste unter den zwanzig größten Altcoins, der eine bullishe Richtung eingeschlagen hat, ist Ethereum Classic (ETC). Dies könnte mit Überlegungen zu einem Namenswechsel zusammenhängen. Mit dieser Maßnahme will man sich von Ethereum distanzieren und dadurch die Marktkapitalisierung steigern. Die Spekulationen könnten im Vorfeld des ETC Classic Summit in Vancouver am 3. und 4. Oktober anhalten. Charttechnisch sieht der Coin sehr gut aus. Gegenüber dem Bitcoin hat er deutlich gedreht, wie der Chart unten zeigt. Nach dem Durchbruch durch die 50-Tagelinie gestern gab es heute weitere deutliche Zugewinne. Der ETC-BTC-Preis könnte sich nun in Richtung der 200-Tagelinie bewegen. Auch gegenüber dem Dollar könnte der gestern erfolgte Durchbruch durch die 200-Tagelinie diesmal nachhaltiger sein. Nachdem der ETC-Preis im Juli unter diese gerutscht war, bewegte er sich seither um diese und zuletzt deutlich darunter (vgl. ETC-Jahreschart ganz unten). Heute ist er mit einem Plus von 10% der mit Abstand beste Performer unter den Top20. Auch im Wochenvergleich hat er die Nase deutlich vorn. Für Trader könnte der Coin deshalb ein spekulativer Kaufsein. Ethereum Classic kann auf vielen großen Kryptobörsen gehandelt werden.

20.8.2019, 13:25

Nach den jüngsten Irritationen bewegt sich der Preis des Bitcoins wieder komfortabel über 10.000 US-Dollar. Werden die Jahreshöchstkurse im September geknackt?

Der Bitcoin war Mitte vergangener Woche unter die psychologische Marke von 10.000 US-Dollar getaucht. Zwar deutlich, aber nur kurz. Grund waren hier mögliche Belastungen durch Abverkäufe von großen Mengen an Bitcoin, die von den Initiatoren des vermutlichen Betrugssystems Plus Token erbeutet wurden. Die Rede war von bis zu 200.000 Bitcoin und 800.000 Ethereum. Allerdings: Mit der Sicherheit oder Funktionalität des Bitcoins hat dieser Betrug nichts zu tun. Vielmehr ist dies eine Betrugsform auf der Basis übertriebener Renditeversprechen, wie man sie bei traditionellen Anlageformen auch schon oft gesehen hat. Dort wird nach großen Betrugsfällen mit erbeuteten US-Dollar oder Euro ja auch nicht die Sicherheit dieser Währungen in Frage gestellt. Von daher dürfte die jüngste Belastung des Bitcoins von dieser Seite nur von kurzer Dauer sein. Zum Wochenbeginn hat er sich schon wieder sehr deutlich über der Marke von 10.000 Dollar etabliert. Er könnte nun erneut Anlauf auf die Jahreshöchststände um die 13.600 Dollar nehmen, die Ende Juni erreicht wurden.

Neue Impulse durch Bakkt im September?

Neue Höchststände könnten durchaus im September erreichbar sein. Denn nach der behördlichen Genehmigung will mit Bakkt die lange erwartete Handelsplattform der Intercontinental Exchange (die mit der New York Stock Exchange auch die weltgrößte Wertpapierbörse betreibt) am 23. September mit dem Start beginnen. Auf Bakkt sollen erstmals Bitcoin-Futures gehandelt werden, die im Gegensatz zu den bereits bestehenden Futures-Kontrakten an der CME physisch beliefert werden. Während es bei Futures mit cash settlement nur einen Barausgleich am Verfallsdatum gibt, wird bei den physisch belieferten Kontrakten der Basiswert selbst geliefert. Damit das geschehen kann, müssen natürlich die Bitcoins an den Kryptobörsen gekauft werden. Von daher wird erwartet, dass die zusätzliche Nachfrage den Bitcoin-Preis weiter treiben wird. Zumal mit dem neuen Angebot eines – wenn nicht des – renommiertesten Börsenbetreibers auch verstärkt institutionelle Anleger angesprochen werden sollen und in den Markt einsteigen dürften. Im Vorfeld des Bakkt-Starts könnte deshalb die Spekulation auf diese Effekte den Bitcoin-Preis nach oben treiben, eventuell bis auf neue Jahreshöchstkurse.

Altcoins performen wieder besser

Die Performance der Altcoins gegenüber dem Bitcoin hat sich zuletzt deutlich verbessert. Sowohl im Tages- wie Wochenvergleich finden sich nun vermehrt Altcoins mit einer zumeist kleinen Outperformance. Es muss sich allerdings erst noch zeigen, ob die neu gefundene Stabilität von Dauer ist. Denn vor einem Monat folgte nach einer ähnlichen Phase dann ein erneuter Abschwung. Für den Großteil der Anleger am Kryptomarkt bleibt es deshalb sinnvoll, sich vorerst weiter auf den Bitcoin zu konzentrieren.

19.8.2019, 14:25

Kommt aus China wegen Handelsstreit und Yuan-Abwertung verstärkt Nachfrage für Kryptowährungen? Der Bitcoin wäre der Hauptprofiteur.

In der vergangenen Woche sorgten Meldungen über die mögliche Einführung einer staatlichen chinesischen Digitalwährung für Furore. Diese wurde bereits seit fünf Jahren entwickelt und könnte bald getestet werden. Interessant erscheint diese Meldung auch vor dem Hintergrund des Handelsstreits zwischen den USA und China. Zumal auf längere Sicht die zunehmende Bedeutung des chinesischen Yuans dem US-Dollar immer mehr die Stellung als Weltleitwährung streitig machen dürfte. Eine chinesische Kryptowährung wäre einem Stable Coin vergleichbar und fest an den chinesischen Yuan gebunden. Auswirkungen auf die Nachfrage nach Bitcoin dürfte ein solcher Schritt zunächst nicht haben.

Anders verhält sich das mit der zuletzt stark steigenden chinesischen Nachfrage nach Kryptowährungen. Der Handelsstreit und die kürzliche Abwertung des Yuan sorgten dafür, dass offensichtlich immer mehr Investoren aus China versuchen, Gelder in Kryptowährungen umzuschichten. Dies geht aus einem gerade veröffentlichten Reuters-Bericht hervor. Demnach sollen die Umsatzvolumina an von Chinesen bevorzugten Kryptobörsen deutlich gestiegen sein. So bestätigte der Leiter der bei Chinesen beliebten Kryptoplattform OKEx, dass größere chinesische Investoren verstärkt Kryptowährungen kaufen. Dadurch reagieren sie auf die negativen Auswirkungen der US-Zölle und den sinkenden Yuan. 2017 wurde von China zwar der Betrieb von Kryptoplattformen verboten. Der Handel von chinesischen Anlegern hatte sich danach auf andere Plattformen verlagert, die zum Beispiel in Hongkong, Singapur oder Malta betrieben werden. Für die Chinesen dürfte der Kryptomarkt immer noch eine Option sein, um die strengen Kapitalkontrollen zu umgehen.

Es ist zwar schwer zu verifizieren, ob es wirklich eine deutlich gestiegene Nachfrage chinesischer Anleger gibt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen erscheint dies aber plausibel. Jedenfalls wäre die digitale Leitwährung Bitcoin der Hauptprofiteur. Auf andere in Asien beliebte Altcoins wie NEO oder OmiseGO könnte diese Entwicklung ebenfalls positive Auswirkungen haben. Diese hatten seit der Bitcoin-Hausse ab Anfang April gegenüber dem Bitcoin deutlich überproportional verloren.

13.8.2019, 13:25

Die staatliche chinesische Digitalwährung wird schon lange entwickelt. Nun könnte es noch in diesem Jahr zu einer Markteinführung kommen. Eine Konkurrenz zum Bitcoin wird sie aber auf keinen Fall sein.

Die People’s Bank of China (PBOC) plant bis Ende diesen Jahres die Einführung einer staatlich gestützten Kryptowährung. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gemäß Äußerungen von Mu Changchun, stellvertretender Direktor der PBOC-Abteilung für Zahlungsverkehr und –abwicklung, wird die digitale Währung bereits seit fünf Jahren entwickelt und steht nun vor der Marktreife.

Dieser Schritt könnte China einen Vorsprung verschaffen. Die regulatorischen Hürden sind mit denen der westlichen Ländern nicht vergleichbar. Regierung, Zentralbank und Aufsichtsbehörden sind in China eher linientreu. Immer neue Anhörungen wie in den USA dürfte es deshalb nicht geben. Wenn von offizieller Seite der Test einer eigenen Kryptowährung und nach erfolgreichem Abschluss deren Einführung beschlossen worden ist, dann werden auch alle Institutionen an einem Strang ziehen. Erste Kommentare heute sprechen von einer chinesischen Reaktion auf den geplanten Facebook-Coin Libra. Eventuell ist diese Ankündigung  aber auch im Zusammenhang mit dem jüngst eskalierten Handelskrieg zwischen den USA und China und der Abwertung der chinesischen Währung Yuan vergangene Woche zu sehen. Im nächsten Jahrzehnt wird die Bedeutung des US-Dollar als Weltleitwährung an Bedeutung verlieren zugunsten des erstarkenden chinesischen Yuan. Eine digitale chinesische Währung könnte diesen Prozess beschleunigen. Eine nette Nebenwirkung ist für die kontrollsüchtige chinesische Regierung natürlich auch, dass sie alle Finanztransaktionen ihrer Bürger noch besser überwachen kann.

Auswirkungen auf den Bitcoin

Ähnlich wie beim geplanten Facebook-Coin Libra, der vorläufig in den Mühlen der westlichen Bedenkenträger feststeckt, wird auch eine geplante digitale chinesische Währung von einigen Beobachtern sofort als Konkurrenz zum Bitcoin gesehen. Das ist aber nicht der Fall. Der Use Case einer chinesischen Digitalwährung ist ähnlich wie beim Libra zunächst der eines Zahlungsmittels. Dieses digitale Zahlungsmittel hängt aber weiterhin voll an der analogen Mutter. Alle bisher geplanten staatlichen Währungen – so in der Schweiz, Schweden, dem Iran und der Türkei – wären in ihrem Wert direkt an die Landeswährung gebunden. Ähnlich wie der Tether oder andere Stable Coins direkt an den Dollar oder Euro gebunden sind.

Der Bitcoin kann natürlich auch als Zahlungsmittel verwendet werden. Bisher kann man diesen Use Case aber eher als Gag bezeichnen, wenngleich große amerikanische Handelsunternehmen nun auch die Bezahlmöglichkeit mit Bitcoin offerieren. Der Use Case Wertaufbewahrungsspeicher oder digitales Gold bleibt beim Bitcoin ein USP, also ein Alleinstellungsmerkmal. Zwar gibt es auch andere Digitalwährungen mit diesem USP. So wird die fünftgrößte Digitalwährung Litecoin als digitales Silber im Vergleich zum Bitcoin bezeichnet. Aber Bitcoin hat sich als digitale Leitwährung etabliert und es ist nicht zu sehen, dass diese Stellung angekratzt werden könnte. Die Marktkapitalisierung von Litecoin und der viertgrößten Kryptowährung Bitcoin Cash beträgt jeweils unter 6 Milliarden Dollar, die von Bitcoin mit über 200 Milliarden Dollar das über Dreißigfache.

Deswegen werden staatliche Kryptowährungen keine Konkurrenz zum Bitcoin werden und dessen Preis nicht negativ tangieren. Ob diese auf den Bitcoin-Preis positive Auswirkungen haben könnten, ist derzeit nicht abzusehen. Im Gegensatz zu einer möglichen Einführung von Libra. Diese würde aller Wahrscheinlichkeit nach den Bitcoin-Kurs noch einmal kräftig nach oben treiben.

12.8.2019, 16:55

In vielen Analysen wird das im Mai 2020 anstehende Bitcoin-Halving als Kurstreiber gesehen. Es lohnt sich, einmal auf die bisherigen Bitcoin-Halvings zu blicken. Außerdem: Gibt es Analogien zum Anfang August vollzogenen Litecoin-Halving?

Bitcoin-Halvings 2012 und 2016

Verwiesen sei hier auch auf den bei finanzen.net veröffentlichten Artikel vom Mai: Explodiert der Bitcoin auf 140.000 USD im nächsten Jahr? Alle 210.000 Blöcke halbiert sich die Belohnung der Bitcoin-Miner. In der kurzen Historie des Bitcoins gab es bisher zwei Halvings, bei denen sich die Bitcoin-Preise im Jahr vor und nach dem Halving jeweils vervielfachten:

  • Das erste Halving fand am 28.11.2012 statt, die Belohnung für die Miner fiel damals von 50 auf 25 BTC pro Block.
  • Das zweite Halving fand am 9.7.2016 statt, die Miner-Belohnung fiel dann von 25 auf 12,5 BTC pro Block.

Das dritte Halving steht nun für den Mai 2020 an, die Miner-Belohnung fällt dann von 12,5 auf 6,25 BTC pro Block. Dazu noch einmal ein Blick auf die Analyse des einflussreichen Bitcoin-Investors Tuur Demeester, der das Auf und Ab der Bitcoin-Preise auf einer logarithmischen Skala aufgezeichnet hat (vgl. Chart unten). Bärenmärkte gab es jeweils in der Mitte zwischen den Halvings, so auch diesmal. Folgt man dieser Analyse, so wäre das Kurspotential riesig – bis zu 140.000 USD. Allerdings würde der vorherige Höchstkurs – aktuell also knapp 20.000 USD erst nach dem Halving erreicht. Diesmal könnte das aus unserer Sicht aufgrund der aktuellen Gemengelage – geopolitische Spannungen, Handels- und Währungskriege, angeschlagene Finanzmärkte – schon eher erfolgen. Wir erwarten noch für dieses Jahr das Erreichen historischer Höchstkurse. Die im Bild unten als Reakkumulation bezeichnete Phase würde dann ausfallen. Vielmehr könnte es ähnlich wie beim Litecoin-Halving verlaufen.

Quelle: https://twitter.com/TuurDemeester/status/1129017877581967361

Erkenntnisse aus dem Litecoin-Halving

Am 5. August 2019 gab es bei Litecoin ein Halving. Im Vorfeld kam es zum Jahresbeginn zu deutlichen Kurssteigerungen. Der Preis ist von 23 USD im Dezember 2018 bis auf 146 USD im Juni 2019 explodiert, also um über 500% in einem halben Jahr. Im vergangenen Monat wurde Litecoin aber vom absoluten Outperformer zum Underperformer. Die Tage vor dem Halving waren dann von einer deutlichen Verunsicherung geprägt. Am Tag des Halvings selbst blieb die Zurückhaltung zunächst, obwohl der Bitcoin mit rund 7 Prozent sehr fest war. Unmittelbar nach dem Halving haben dann aber die Trader das Kommando übernommen und den Preis innerhalb von Minuten um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben. Danach ist der Preis wieder sukzessive abgebröckelt. Für die Betrachtung hier ist aber das halbe Jahr vor dem Halving entscheidend, in dem sich die Litecoin-Preise mehr als versechsfacht hatten.

Fazit

Halving-Events sollten lange vor dem Termin bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden. So hatte zuletzt beim Litecoin-Halving im August 2019 der Preis schon ein halbes Jahr vorher reagiert. Man kann zwar nicht quantifizieren, wie groß der Anteil dieses Faktors an der enormen Outperformance von Litecoin von Ende 2018 bis Juni 2019 war. Einen wesentlichen Anteil wird man ihm aber nicht absprechen können. Bitcoin und Litecoin haben sich in der Vergangenheit sehr ähnlich verhalten. Von daher ist die Erwartung nicht zu weit hergeholt, dass Bitcoin sich vor dem Halving ähnlich verhält wie das gerade Litecoin getan hat.

8.8.2019, 14:25

Der Bitcoin-Kurs kämpft heute weiter mit der Marke von 12.000 US-Dollar. Schafft er diese nachhaltig, könnte er auch schnell einen Sprung auf neue Jahreshöchststände machen. Bei den Altcoins herrscht weiter Tristesse. Bitcoin profiliert sich zunehmend als digitales Gold.

In der Vergangenheit wurde der Use Case von Bitcoin als digitales Gold oft belächelt. Das ist durchaus verständlich. Denn ein kleiner Klumpen Gold in der Hand ist immer noch etwas Handfesteres als der Zugangscode zu einer Kryptowährung, die sich irgendwo in der virtuellen Welt versteckt. Zumal diese, wenn man nicht aufpasst, auch noch durch Hacks geklaut werden kann. Bei Gold kann das aber ebenfalls passieren, dort nennt man es etwas altbacken Einbruch. Die Vorteile des Bitcoins als dezentralisiertes und nicht manipulierbares Wertaufbewahrungsmittel werden dabei unterschätzt. Natürlich können Bitcoin-Wale genau wie ein großer Käufer am Aktienmarkt kurzfristig den Preis bewegen. Das ist aber nicht vergleichbar mit den Manipulationen der herkömmlichen Währungen durch Regierungen und Zentralbanken. Aufgrund des Bitcoin-Codes besteht keine Möglichkeit, Bitcoins wie Dollar oder Euro beliebig zu drucken und zu inflationieren.

Bei der nächsten großen Krise der traditionellen Finanzmärkte wird Bitcoin der Gewinner sein. Weltwirtschaft vor dem Abgrund? Schlagzeilen wie diese häufen sich, immerhin steht meist noch das Fragezeichen. Die stark gewachsenen geopolitischen Spannungen und der Handelskrieg zwischen den USA und China radieren aber kräftig an dem Fragezeichen. Der Bitcoin hat zuletzt stark auf die schwachen Aktienbörsen reagiert. Diese negative Korrelation wird so bleiben. Der Bitcoin wird zur Krisenwährung.

6.8.2019, 11:30

Die Aufwärtsbewegung des Bitcoins gewinnt seit Tagen an Dynamik. Kurzfristig könnten neue Jahreshöchstkurse erreicht werden. Allzeithöchststände bis Jahresende werden immer wahrscheinlicher.

What the FUD?
Die dynamische Aufwärtsbewegung beim Bitcoin hält an. Die Korrekturphase im Juli nach dem fulminanten Bullrun im Juni könnte schon wieder vorbei sein. Jetzt steht zunächst der Test der Jahreshöchststände bei 13.600 USD an (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Das große Ziel sind aber die Allzeithöchststände bei knapp 20.000 USD. Bis dahin sind es zwar noch über 60 Prozent. Aber ein Erreichen dieses Niveaus noch in diesem Jahr wird immer wahrscheinlicher. Bereits Anfang April – also vor Beginn der großen Bitcoin-Hausse – schrieben wir in unseren Beitrag für die „Euro am Sonntag“, dass ein für den Bitcoin perfekter Sturm heraufziehen könnte. Wahrscheinlich sind wir schon mittendrin. Das Umfeld sieht jedenfalls schon ziemlich perfekt aus. Das gilt sowohl für externe Faktoren: Die eher als Zeichen der Hilflosigkeit zu wertenden Zinssenkungen und der sich ständig verschärfende Handelskrieg geht einher mit sehr schwachen Aktienbörsen. Aber auch die hausgemachten Faktoren sprechen für den Bitcoin. So werden die – positiven – Auswirkungen des Bitcoin-Halvings im Mai 2020 die Diskussion in diesem und nächsten Jahr bestimmen. Der enorme Anstieg von Litecoin Monate vor dem Halving geben einen Vorgeschmack. Die fortschreitende Adaption und der verstärkte Einstieg institutioneller Investoren werden die Preise ebenfalls treiben. FOMO (Fear of missing out) könnte verstärkt ausbrechen, oder altbacken gesprochen: Wer zu spät kommt… Dabei schienen doch gerade wieder die Protagonisten des FUD (Fear, Uncertainty and Doubt) Oberhand zu gewinnen.

Bitcoin profitiert von schwachen Aktienbörsen
Die Aktienbörsen sind seit Tagen sehr schwach. Trotz der Zinssenkung der Fed am Donnerstag. Oder vielleicht auch wegen, denn der weltweite Trend zur erneuten Lockerung der Geldpolitik ist eher ein Zeichen der Hilflosigkeit. Gerade verschärft sich der Handelskrieg zwischen den USA und China mit großen Gefahren für die Weltwirtschaft. Bleibt der US-Präsident weiter im Modus des Trumpeltiers, könnte es durchaus zu einem größeren Crash kommen. Ein Indikator ist der stetig steigende Goldpreis, der auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren steht. Ein weiterer Indikator ist der Bitcoin-Preis. Der zuletzt unterbrochene Höhenflug nimmt seit Tagen wieder Fahrt auf. Im Chart unten sind die Kursveränderungen der vergangenen sieben Tage übereinandergelegt. Während der Bitcoin einen großen Zuwachs von 28 Prozent verbuchen kann, liegt der DAX mit 3,4% im Minus, der S&P 500 sogar mit 5,6%. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Bitcoin immer mehr in seinen Use Case als digitales Gold oder Fluchtwährung hineinwächst. Jedenfalls werden durch die schwachen Aktienbörsen viele Anleger daran erinnert, dass der Bitcoin eine Alternative sein kann. Derzeit ist in Zeitungen, Nachrichten und sozialen Medien wieder verstärkt von Bitcoin und seinem Kursanstieg die Rede. Daher ist es wahrscheinlich, dass immer mehr Aktienanleger ihre Skepsis gegenüber dem Kryptomarkt ablegen und schwach werden. Noch ist das nicht in größerem Umfang der Fall, könnte es aber bei einem andauernden Aktiencrash werden. Für den smarten Bitcoin-Anleger wäre das dann aber eher der Zeitpunkt, einen Teil der Bestände zu verkaufen. Oder – wenn man steuerfreie Gewinne erzielen will – die Gewinne mit einem anderen Instrument wie einem Short-Zertifikat oder einem Short-CFD zu hedgen.

Altcoins sehen weiter alt aus
Die Altcoins hinken dem fulminanten Bitcoin-Anstieg wieder einmal hinterher. Gestern gab es rund um das Litecoin-Halving einmal kurzfristig eine Ausnahme. Heute aber hat der Bitcoin im Tagesvergleich unter den Top20 mit einem Plus von über 4 Prozent erneut die Pole-Position. Monero – das wie Litecoin auf Sicht wieder stärker als Bitcoin-Alternative wahrgenommen werden könnte – liegt mit einem Plus von 3,3% auf Platz 2. Etliche Altcoins sind heute sogar wieder im Minus. Das Altcoin-Revival lässt also weiter auf sich warten.

5.8.2019, 15:05

Der Bitcoin ist wieder auf Höhenflug. Zinssenkungen, Handelskrieg, Bitcoin-Halving im Mai 2020, fortschreitende Adaption: Diese positiven Faktoren begleiten den Bitcoin weiter und werden den Preis treiben. Von den Top4-Kryptowährungen könnte davon auch Litecoin profitieren. Der ist heute am Halving-Tag sehr fest.

Der Bitcoin hat sich wieder sehr deutlich über der psychologischen Marke von 10.000 USD etabliert. Aktuell notiert er um die 11.750 USD mit einem Plus von fast 10 Prozent im 24h-Vergleich. Charttechnisch hat sich das Bild nun wieder erheblich verbessert (vgl. BTC-Jahreschart gegen USD im Bild ganz unten rechts).

Bitcoin, Bitcoin, über alles… Solange Kryptowährungen sich als immer ernster zu nehmende Anlagealternative für traditionelle Finanzinvestoren etablieren, könnte das zunächst so bleiben. Denn Bitcoin ist nun mal die mit Abstand größte und liquideste Kryptowährung mit einer Marktkapitalisierung von 208 Milliarden USD. Dahinter folgen Ethereum mit 25 Milliarden USD, Ripple mit 14 Milliarden USD und Litecoin mit 6,4 Milliarden USD. Neben der Liquidität ist aber der Use Case einer der entscheidenden Faktoren. Denn einer der wesentlichen Use Cases von Bitcoin könnte in Zeiten von Krisen an den traditionellen Finanzmärkten im Vordergrund bleiben: der als digitales Gold oder Wertspeicher. Neben Krisenländern wie Venezuela dürfte dies auch in den westlichen Ländern an Bedeutung gewinnen.

Wird Litecoin ein Favorit unter den großen Altcoins?
Bleibt dieser Use Case im Fokus, könnte auch die viertgrößte Kryptowährung Litecoin davon profitieren. Diese stand heute am Montag im Mittelpunkt, denn gegen 10:30 Uhr fand das Halving statt. Im Vorfeld kam es zum Jahresbeginn zu deutlichen Kurssteigerungen. Der Preis ist von 23 USD im Dezember 2018 bis auf 146 USD im Juni 2019 explodiert, also um über 500% in einem halben Jahr. Im vergangenen Monat wurde Litecoin aber vom absoluten Outperformer zum Underperformer. Die Tage vor dem Halving waren dann von einer deutlichen Verunsicherung geprägt. Heute am Tag des Halvings selbst blieb die Zurückhaltung zunächst, obwohl der Bitcoin mit rund 7 Prozent sehr fest war. Unmittelbar nach dem Halving haben dann aber die Trader das Kommando übernommen und den Preis innerhalb von Minuten um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben (vgl. Litecoin-Tageschart unten). Auch wenn der Preis wieder etwas abgebröckelt ist und in den nächsten Tagen schwankungsanfällig bleibt, könnte  Litecoin einer der Favoriten unter den großen Altcoins werden als Alternative zum Bitcoin. Litecoin ist von den drei größten Altcoins der einzige, der im Jahresvergleich über den Tiefstständen gegenüber Bitcoin notiert (vgl. im Bild den Chart unten links). Die anderen beiden Altcoins Ethereum (ETH) und Ripple (XRP) haben dagegen gegenüber dem Bitcoin erneut Jahrestiefststände markiert (vgl. im Bild unten die beiden oberen Charts).

1.8.2019, 21:30

Die amerikanische Notenbank senkt zum ersten Mal seit über zehn Jahren die Zinsen. Die EZB denkt über weitere Lockerungen nach. Der Bitcoin wird sich bedanken.

In der großen Finanzkrise 2008 senkte die amerikanische Notenbank Fed wie auch andere Notenbanken weltweit radikal die Zinsen. Seit 2015 wurden diese – viel später, als ursprünglich gedacht – dann wieder sukzessive erhöht. Deswegen ist die Reduzierung der Leitzinsspanne um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,0 bis 2,25 Prozent schon als Zäsur oder geldpolitische Vollbremsung zu bezeichnen. Die Aktienbörsen? Reagierten zunächst erleichtert. Das ist aber kurzfristig gedacht. Die weltweiten Tendenzen zur Lockerung der Geldpolitik sind nur ein Zeichen für die Gefahren angesichts einer Abkühlung der Weltwirtschaft und der schwelenden Handelskonflikte. Die Notenbanken haben weltweit ihr Pulver weitgehend verschossen. Erhöht die EZB im September ihre Negativzinsen auf freiwillige Bankeinlagen noch einmal, ist das nur ein weiteres Zeichen der Hilflosigkeit. Und ein Indikator der Crashgefahr für Konjunktur und Aktienbörsen.

Was hat das mit Bitcoin & Co zu tun? Der Bitcoin wird davon kräftig profitieren. Der Use Case von Bitcoin als Zahlungsmittel bleibt zwar eher etwas für Freaks. Aufgrund des Wertverfalls im vergangenen Jahr geriet aber einer der wesentlichen Use Cases in Vergessenheit: der als Wertaufbewahrungsmittel oder digitales Gold. Das ändert sich mit den Kurssteigerungen seit Jahresanfang, wenngleich die Volatilität und Unberechenbarkeit weiter zu hoch ist. Dazu kommt noch der wichtige Use Case Fluchtwährung. Bisher nutzten dies Menschen in Ländern mit instabilen Währungen wie Simbabwe, Venezuela, Iran oder der Türkei. Durch das erneute Öffnen der Geldschleusen in westlichen Ländern kann der Bitcoin auch für diese Menschen schnell zur Fluchtwährung werden. Er ist nicht beliebig inflationierbar. Im Gegensatz zu Dollar, Euro & Co. Smart Money goes Bitcoin könnte ein weltweiter Megatrend werden.

29.7.2019, 15:20

Kurzfristig ist die Preisentwicklung des Bitcoins schwer zu fassen. Zumal der Preis immer für erratische Bewegungen gut ist. Die langfristigen Perspektiven bleiben gut. Erhöht die EZB im September die Negativzinsen, sagt der Bitcoin: Danke

Nach dem fulminanten Bullrun im Juni fiel der Bitcoin nun schon mehrfach unter die psychologische Marke von 10.000 US-Dollar (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Das Chartbild hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. So ist der Preis unter die 50-Tagelinie gefallen. Weitere Kursrückgänge sind nicht auszuschließen. Einzelne Marktbeobachter halten sogar einen Verfall bis auf die 200-Tage-Linie für möglich, die derzeit bei über 6.400 Dollar verläuft. Jedoch haben sich kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin in der Vergangenheit immer als sehr schwierig bis unmöglich erwiesen. Der Bitcoin war aufgrund seines erratischen Preisverlaufs stets für Überraschungen gut. Von daher kann die kurzfristige Entwicklung trotz des eingetrübten Chartbilds auch anders als erwartet verlaufen.

Entscheidend sind die langfristigen Perspektiven. Diese bleiben sehr gut. Klingt langweilig, ist aber für den Anlageerfolg entscheidend. Der für das nächste Jahr geplante Facebook-Coin Libra wird keine Konkurrenz zum Bitcoin sein, sondern diesen stimulieren. Aber auch wenn sich der Start durch die Gegenwehr von Politik und Zentralbanken verzögern sollte, gibt es genügend andere positive Faktoren. Das Bitcoin-Halving im nächsten Jahr führt zu tendenziell steigenden Preisen. Daneben werden sich auf Sicht Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten positiv auf Bitcoin & Co auswirken. Die sich wieder verschärfende internationale Verschuldungsproblematik und der Handelskrieg zwischen China und den USA wirken neben Gold auch preistreibend auf den Bitcoin. Die derzeit gute Stimmung an den Aktienmärkten kann schnell einmal kippen. Einzelne Analysten sehen im derzeitigen Stadium des längsten Bullenmarktes der Geschichte erhebliche Risiken. Warum sonst erwägen die großen Notenbanken jetzt wieder weitere Lockerungen ihrer Geldpolitik? Eigentlich sollte ja schon längst das Gegenteil erfolgt sein. Der 2014 eingeführte Negativzins auf Bankeinlagen bei der EZB war einmal nur als vorübergehende Erscheinung gedacht – verdammt lang her! Nach nunmehr fünf Jahren wird nun eine Erhöhung von minus 0,4 auf minus 0,45 Prozent erwogen. Sollte die EZB im September ihren Negativzins auf Bankeinlagen erhöhen, wird sich der Bitcoin dafür bedanken. Wenn dann – wie befürchtet – immer mehr Sparer mit Negativzinsen bestraft würden, könnte sich auch in Ländern wie Deutschland der Bitcoin mit seinem Use Case „Fluchtwährung“ in Erinnerung rufen. Bisher war das der Fall in Ländern wie Simbabwe, Venezuela, Türkei, Iran usw.

26.7.2019, 14:25

Der Bitcoin dominiert seit Jahresanfang den Kryptomarkt. Das zeigt sich an seiner Marktdominanz – also des Anteils von Bitcoin an der gesamten Kryptomarktkapitalisierung – die seither von gut 50 auf rund 65 Prozent gestiegen ist. Man kann dies aber auch gut erkennen, wenn man den Kursverlauf von Altcoins gegenüber dem Bitcoin betrachtet. Im Chart ist dies für die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum gegenüber dem Bitcoin dargestellt (vgl. Chart unten). Seit Jahresanfang hat Ethereum rund 50 Prozent seines Wertes gegenüber Bitcoin verloren. In den vergangenen Tagen hat sich der Kurs am unteren Rand des Abwärtstrendkanals stabilisiert. Die Chancen stehen jetzt nicht schlecht, dass es nun wie im Februar und Mai zu einer kräftigen Kurserholung gegenüber dem Bitcoin kommt.

Die Schwäche des Bitcoins könnte auch damit zusammenhängen, dass smarte Investoren verstärkt vom Bitcoin in große zurückgebliebene Altcoins tauschen. Sowohl bei der Betrachtung der Tages- wie der Wochenperformance fällt auf, dass diese beim Bitcoin zuletzt meist schwächer war als bei den meisten großen Altcoins. Wird diese Entwicklung zu einem neuen Trend, könnten einige große Altcoins wie Ripple (XRP), Stellar (XLM) und Monero (XMR) den Bitcoin deutlich outperformen. Von den Coins mit einer Marktkapitalisierung unter einer Milliarde Dollar erscheinen NEO, OmiseGO (OMG) und QTUMbesonders interessant (vgl. die Charts dieser sechs Altcoins unten). Bei Ripple und Stellar fällt auf, dass beide seit Jahresbeginn gegenüber dem Bitcoin sehr schwach tendierten. Die anderen vier Coins hielten sich bis zum Beginn der Bitcoin-Hausse Anfang April sehr gut gegenüber dem Bitcoin, bevor sie dann umso deutlicher an Wert verloren. Jedenfalls würden wir derzeit ein Portfolio aus diesen sechs Altcoins zusammen mit Ethereum bevorzugen, wenn man das Comeback der Altcoins als einen nachhaltigeren Trend einschätzt.

22.7.2019, 15:50

Unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen bleibt der Bitcoin als Beimischung in ein diversifiziertes Portfolio interessant. Aktien- und Immobilienmärkte sind überbewertet, die Verschuldungsproblematik wird immer bedrohlicher. Hinter der Gegenwehr von Politik und Zentralbanken gegen den Facebook-Coin Libra steckt die Angst, die Währungshoheit zu verlieren. Und damit auch die Möglichkeit, die Währungen zu manipulieren

Ein wesentlicher Vorbehalt der Politik gegenüber dem geplanten Facebook-Coin Libra resultiert aus Befürchtungen, dass das internationale Währungssystem destabilisiert werden könnte. Auch andere Kritiker weisen darauf hin, dass große Plattformunternehmen keine eigenen digitalen Vermögenswerte herausgeben dürfen, die Tauschmittel, Rechnungseinheit oder Währungsspeicher sind. Fraglich wäre in diesem Zusammenhang, ab welcher Größe dies gilt. Facebook gehört mit Sicherheit dazu, andere Plattformen wie Google oder Amazon wären ebenfalls unstrittig dabei. Auch bei anderen großen Plattformen werden für die nächsten Jahre eigene Kryptowährungen erwartet. So haben die Kryptozwillinge Tyler und Cameron Winklevoss, die seit 2013 im Kryptobereich investieren und Mitgründer der Kryptobörse Gemini sind, in einem CNBC-Interview prognostiziert, dass bis 2021 jedes FANG-Unternehmen eine digitale Währung emittieren wird. Mit FANG werden die großen Plattformen Facebook, Amazon, Netflix und Google bezeichnet.  Die anderen FANG-Unternehmen dürften deshalb entsprechende Vorbereitungen treffen und zunächst mal die Entwicklung bei Libra beobachten. Kommt Facebook damit durch, dürften sie dann schnell nachziehen.

Libra Stimulans, aber keine Konkurrenz zum Bitcoin
Die Gegenwehr der Politik führte zwar zunächst dazu, dass der Libra vom Katalysator zum Party Crasher der Bitcoin-Hausse wurde. Die Korrektur kann zwar noch weitergehen. Mittel- und längerfristig wird der Anstieg dennoch weitergehen. Die Politiker erkennen zunehmend, dass aufgrund der Dezentralität ein Verbot des Bitcoins nicht durchsetzbar ist. Beim nicht völlig dezentralen Libra wäre das schon eher vorstellbar. Die Diskussion um Kryptowährungen hat jedenfalls die Top-Ebene von Politik und Zentralbanken erreicht. Sie werden auf der internationalen Finanzbühne erwachsen und nun wirklich ernst genommen. Gut zusammengefasst hat das vor einigen Tagen der Mitgründer der großen Kryptobörse Coinbase,  Brian Armstrong, in einem Twitter-Beitrag: Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du. Libra würde keine Konkurrenz zum Bitcoin sein,  wenn er denn im nächsten Jahr kommen sollte.  Im Gegenteil: Er wird ihn stimulieren. Durch Libra würde es einen enormen Zustrom in den Kryptobereich geben, von dem Bitcoin mit Abstand am meisten profitieren würde.

Verschuldungsproblematik stärkt Bitcoin
Aber auch unabhängig vom Libra wird der Bitcoin in diesem und den nächsten Jahren von den offensichtlichen Problemen an den internationalen Finanzmärkten profitieren. Die Verschuldungsproblematik ist ja schon lange bedrohlich. Im vergangenen Jahr gab es mit dem langen Shutdown der US-Regierung schon ein deutliches Wetterleuchten. Die großen Notenbanken haben nun weitere Lockerungen ihrer Geldpolitik angekündigt. Eigentlich sollte es ja jetzt so langsam in die andere Richtung gehen. Die Aktienmärkte nehmen das zwar positiv auf. Aber es ist ein sehr schlechtes Zeichen. Der Handlungsspielraum der Notenbanken wird immer enger. Seit 2014 hat die EZB Negativzinsen auf Bankeinlagen eingeführt. Die ursprünglich nur vorübergehend vorgesehene Maßnahme (der Soli lässt grüßen) hat sich zum Dauerzustand ausgewachsen. Die damit verfolgten Ziele – die Anhebung der Inflationsrate auf zwei Prozent und eine Verstetigung des Wirtschaftswachstums – wurden nicht erreicht. Nun gibt es Spekulationen, dass die EZB im September den Negativzins für die freiwilligen Bankeinlagen noch weiter „erhöht“ von minus 0,4 auf minus 0,45 Prozent. Für Sparer ein Fiasko. Eine erste Zinserhöhung wird jetzt für September 2020 erwartet. Die Commerzbank erwartet erst im Jahr 2023 wieder auskömmliche Zinsen. Von daher wird der Druck weiter steigen, Anlagemöglichkeiten mit positiven Renditen zu finden.

Was heißt das für den Bitcoin? Er profitiert. Gold steigt, Silber steigt. Und der Bitcoin wird verstärkt in seinen Use Case „digitales Gold“ hineinwachsen. Neben seinem Use Case „Fluchtwährung“. Den letzteren Use Case kennt man bisher vor allem aus Ländern wie Venzuela, der Türkei oder dem Iran. Dort flüchten viele Menschen aus ihren instabilen und rapide verfallenden Währungen auch in den Bitcoin. Verschärft sich die Verschuldungsproblematik, wird man das auch in den westlichen Ländern verstärkt erleben. Die ausufernden Schulden weltweit sind jedenfalls auf Sicht eine Bombe, die den Bitcoin explodieren lassen wird. To the moon, passend zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung.

19.7.2019, 16:10

Der Absturz an den Kryptomärkten hat zuletzt doch heftigere Ausmaße angenommen an als von den meisten erwartet. Immerhin verlor der Bitcoin (BTC) in den letzten sieben Tagen mehr als ein Viertel seines Wertes. Die Achterbahnfahrt seit dem Jahreshöchstkurs von rund 13.700 USD am 26. Juni führte bereits zweimal unter die psychologisch sehr wichtige Marke von 10.000 USD. Mit dem zwischenzeitlichen Durchbruch durch die 50-Tage-Durchschnittslinie sieht das Chartbild kurzfristig etwas angeknackst aus (vgl. Bitcoin-Jahreschart). Heute konnte der Preis aber wieder über die 10.000er Marke springen und notiert aktuell bei 10.400 USD. Noch heftiger erwischte es die Altcoins. So verlor die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum seit dem Höchstkurs Ende Juni mehr als 40 Prozent ihres Wertes. Coins wie NEO oder OmiseGO verloren in der Spitze sogar mehr als die Hälfte des Wertes.

Was sind die Gründe?
Zunächst einmal ist es natürlich eine Binsenweisheit, dass sehr spekulative Märkte – aus Anlegersicht handelt es sich bei den Kryptomärkten um nichts anderes – nach einem Bullrun auch heftig korrigieren können. Immerhin hatte sich der Bitcoin ja seit Anfang April mehr als verdreifacht. Andererseits erwies sich der zuletzt als Katalysator gesehene Facebook-Coin Libra nun eher als Party Crasher. Denn es wird offensichtlich, dass weltweit Politik und Zentralbanken Angst haben vor Libra als neuer Währungsalternative und im Zusammenhang damit der Stärkung des Bitcoins. Äußerungen von Fed-Chef Powell, US-Präsident Donald Trump und jetzt auch Bundesfinanzminister Scholz gehen in diese Richtung. Bei dem G7-Treffen der Finanzminister und Zentralbanker der wichtigsten westlichen Industrienationen in dieser Woche  herrschte seltene Einigkeit. Alle wollen das Projekt Libra stoppen, bis die Vorbehalte ausgeräumt sind.  Während man Trumps Eloge auf den durch ihn wieder stark gemachten US-Dollar eher mit dem üblichen Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen kann, wiegen andere Äußerungen schwerer. Bei Regierungen und Zentralbanken wächst die Furcht, dass ihnen die Währungshoheit entgleitet. So wurden auch bei einer Pressekonferenz von US-Finanzminister Mnuchin, bei der es eigentlich um Kryptowährungen ging, Fragen zur bedrohlichen Verschuldung der USA gestellt. Der lange Shutdown der US-Regierung im vergangenen Jahr war ja ein deutliches Wetterleuchten. Die Änderung der US-Zinspolitik in Richtung einer Lockerung ist kein gutes Zeichen. Bei der nächsten größeren Finanzkrise, die mehr oder minder bald kommen wird, könnte der Bitcoin dann auch in westlichen Ländern zu einer Art Fluchtwährung werden. Bisher kannte man das nur in Ländern mit sehr großen Währungsproblemen wie Venezuela oder der Türkei. Auch der Dollar kann sich – um’s mal mit Trumps Worten zu sagen – sehr schnell als „heiße Luft“ erweisen. Schließlich wurde der Goldstandard schon 1933 abgeschafft. Durch was ist der Dollar gedeckt? Unter anderem durch Trumps leere Versprechungen. Die Leitwährung kann auch schnell einmal zur Leidwährung mutieren. Den Bitcoin als mögliches Fluchtvehikel möchten Politiker weltweit jedenfalls nicht sehen.

Das Positive? Bitcoin hat sich etabliert
Bitcoin als Player auf der internationalen Finanzbühne wird erwachsen und nun wirklich ernst genommen. Dazu ein Zitat des Mitgründers der großen Kryptobörse Coinbase (vgl. oben): Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du. Bitcoin & Co sind ganz oben auf der politischen Agenda und sogar im US-Wahlkampf 2020 angekommen. Fed-Chef Powell vergleicht Bitcoin mit Gold und selbst die Anhörungen im US-Kongress vergangene Woche sind eher positiv verlaufen. Einige Abgeordnete erkennen das Potenzial und andere, dass aufgrund der Dezentralität sowieso kein Verbot beim Bitcoin durchsetzbar ist. Im Gegensatz zum nicht völlig dezentralen Libra. Ein Argument mehr für Bitcoin.

Konsequenzen für Krypto-Anleger
Die Kursschwankungen verunsichern. Dies wird sich nicht ändern. Die Preise können auch noch weiter zurückgehen. Die jüngste Entwicklung wird aber nicht das Ende des Bitcoin-Bullenmarktes einläuten. Bitcoin bleibt als langfristiges Investment im Vergleich zu anderen Anlagen wie Aktien aufgrund seines Potenzials einzigartig. Nicht sinnvoll ist dagegen derzeit Bitcoin-Trading wegen der kurzfristigen Unberechenbarkeit des Preises und auch kein Coinpicking. Denn Altcoins zeigen weiter eine beträchtliche Underperformance zum Bitcoin. Wann sich das wieder ändern wird, ist schwer zu prognostizieren. Auf Sicht wird sich hier das Geschehen auf die Coins konzentrieren, die mit echten technisch innovativen Projekten einhergehen.

15.7.2019, 15:50

Die Kryptomärkte haben eine sehr unruhige Woche hinter sich. Zunächst sprach viel für das Erreichen neuer Jahreshöchststände: Der Bitcoin konnte sich wieder über 13.000 USD erholen, die Umsätze zogen stark an, die Hashrate erreichte ein Allzeithoch. Dann belasteten verschiedene Äußerungen offizieller Stellen die Stimmung. Zunächst verstimmten die kritischen Äußerungen vom Chef der amerikanischen Notenbank. Fed-Chef Powell hatte unter anderem Bedenken wegen Datenschutz oder Geldwäsche. Dahinter dürfte aber auch die Angst vor der Etablierung des Libra als globale digitale Währung stehen mit der Folge der Aufweichung des Dollars als Weltreservewährung. Dann folgten die – wie auch anders – Tweets von Donald Trump zu Bitcoin, Kryptowährungen und Libra (vgl. Artikel Bitcoin: Pump durch Trump?).

Die Schwäche von Bitcoin & Co könnte auch mit einem angeblich aus dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses stammenden Gesetzesentwurf. Dieser ist überschrieben mit „Keep Big Tech out of Finance“ und wird auf der Website „The Block“ zitiert. Die wesentliche Aussage darin ist, dass kein großes Plattformunternehmen eigene digitale Vermögenswerte herausgeben darf, die Tauschmittel, Rechnungseinheit oder Wertspeicher sind. Dabei wird ein großes Plattformunternehmen definiert als solches, das globale jährliche Einnahmen von mehr als 25 Milliarden USD erzielt. Interessant dürfte dieser angebliche Entwurf auch im Zusammenhang mit den anstehenden Anhörungen zu Libra am 16. Juli vor dem Bankenausschuss des Senats und am 17. Juli vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses sein. Denn der Entwurf würde dadurch vorher schon in die Entscheidungsfindung des Kongresses eingreifen. Jedenfalls könnte bei einem positiven Verlauf der Libra-Anhörungen der angeschlagene Kryptomarkt auch schnell wieder drehen. Analysten sprechen in diesem Fall bereits von neuen Jahreshöchstständen und sogar Allzeithöchstständen bis zum Ende des laufenden dritten Quartals.

Die enorme Underperformance der Altcoins zuletzt hat viele Teilnehmer am Kryptomarkt frustriert. Ein Blick auf den 3-Jahreschart von Ethereum gegenüber Bitcoin zeigt, dass gerade neue zweijährige Tiefststände erreicht wurden. Bei anderen Coins sieht das ähnlich aus. Es mehren sich aber die Stimmen, dass sich die Underperformance bald ins Gegenteil verkehrt. Allerdings wird die Entwicklung in Zukunft differenzierter verlaufen. Viele Coins ohne aussichtsreiche technologische Innovationen werden verschwinden bzw. ein Schattendasein führen.

11.7.2019, 22:10

Deutlich abwärts ging es seit gestern Abend an den Kryptomärkten. Nach der zwischenzeitlichen Erholung über 13.000 US-Dollar sprach viel für das Erreichen neuer Jahreshöchstkurse. Die Umsätze beim Bitcoin waren wieder sehr stark angestiegen, die Bitcoin-Dominanz – also der Anteil von Bitcoin an der gesamten Marktkapitalisierung – mit über 64 Prozent auf dem höchsten Stand seit April 2017 und die Hashrate – die Anzahl der Rechenoperationen eines Netzwerks pro Sekunde – erreichte ein Allzeithoch. Trotzdem reagierte der Bitcoin zur Wochenmitte einmal mehr anders als erwartet mit deutlichen Kursabschlägen. Grund sollen massive Auflösungen von Bitcoin-Long-Futures an der Kryptobörse BitMEX gewesen sein.

Die Auflösung dieser größeren Bitcoin-Long-Positionen könnte auch im Zusammenhang mit Äußerungen der US-Notenbank Fed zum geplanten Facebook-Coin Libra stehen. Es gab bereits bei Veröffentlichung des Projekts vor einigen Wochen schnell negative Stellungnahmen von US-Politikern. Nun äußerte sich Fed-Chef Jerome Powell bei einer Anhörung sehr skeptisch zu Libra. Hinter denn schon häufiger geäußerten Bedenken wie Datenschutz oder Geldwäsche dürfte vor allem die Angst vor der Etablierung des Libra als globale digitale Währung stehen. Bei Libra handelt es sich ja um einen Stable Coin, also eine Digitalwährung mit Bindung an herkömmliche Währungen wie Dollar, Euro oder Yen. Im Fall von Libra soll es sich dabei ja um einen Korb von Währungen handeln.  Dies könnte sich aus Sicht des Zentralbankers zu einer Bedrohung für das internationale Währungssystem auswachsen. Und – klar – die Angst vor einer neuen Weltreservewährung, die den Dollar ablösen oder dessen Position zumindest aufweichen könnte, schwingt da auch mit. Aufgrund dieser schwerwiegenden systemischen Bedenken will sich die Fed, die zu diesem Thema eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet hat, nicht unter Zeitdruck setzen lassen.  Der Bitcoin würde von einer Einführung des Libra im nächsten Jahr stark profitieren, weil er zu einer erheblichen Verbreiterung der Nutzerbasis von Digitalwährungen führen würde. Von daher ist der deutliche Rückschlag beim Bitcoin heute nachvollziehbar. Allerdings gab es derartige Bedenken auch in der Vergangenheit immer wieder. Meist hatten die Marktreaktionen darauf nur kurze Beine. Deshalb sollte man den Kursrückschlag auch nicht überbewerten. Bitcoin bleibt langfristig ein sehr aussichtsreiches Investment. Charttechnisch ist auch nichts Schlimmes passiert, wie ein Blick auf den Jahreschart unten zeigt.

Die Altcoins sind noch tiefer in das Jammertal gestiegen. Bitcoin verlor im Tagesvergleich 10%. Die Verluste der meisten Altcoins liegen deutlich darüber. Den größten Kursverlust unter den Top20 erlitt heute die sechstgrößte Kryptowährung EOS mit einem Minus von rund 20 Prozent. EOS leidet zusätzlich zur Marktschwäche derzeit unter einer Meldung des amerikanischen Finanzforschungsunternehmens Weiss Ratings. Dieses hat sein Rating für EOS wegen schwerwiegender Zentralisierungsprobleme der Blockchain herabgestuft.

9.7.2019, 16:20

Der Bitcoin konnte sich heute Vormittag wieder deutlich verbessern bis auf über 12.800 USD. Danach verlor er in 15 Minuten 500 USD aufgrund größerer Verkaufsorders auf Binance. Diese abrupten Bewegungen sind zwar immer wieder erstaunlich, aber eher business as usual. Die langfristigen Perspektiven bleiben aussichtsreich. Aktuell notiert der BTC bei 12.400 USD mit einem Tagesplus von 0,8% Die Umsatzvolumina beim Bitcoin sind nach der Kaufpanik am 26.Juni mit einem historischen Umsatzrekord von 45 Milliarden USD in den vergangenen zwei Wochen wieder deutlich zurückgekommen bis auf ein Tief von 19 Milliarden USD vorgestern. Gestern gab es erstmals seit Tagen dann wieder eine Zunahme auf 23 Milliarden USD. Anfang des Jahres bewegten sich die Volumina noch zwischen 5 und 10 Milliarden USD. Allerdings: Der Preis lag damals bei einem Drittel bis einem Viertel des heutigen Bitcoin-Preises. Von daher wechseln trotz des hohen Umsatzvolumens weniger Bitcoin-Stücke die Hände. Das berühmte HODLing nimmt also zu. Auch das spricht auf Sicht für steigende Preise.

Quelle: coinmarketcap.com

Ethereum (ETH) war mit einem Minus von 8,46% der zweit“beste“ Coin. Die zweitgrößte Kryptowährung war auch zuletzt noch einer der besseren Performer unter den Altcoins. Grund könnten Überlegungen im Zusammenhang mit dem für 3. Januar 2020 geplanten Update 2.0 sein. Der Wechsel vom Proof of Work (PoW) zum Proof of Stake (PoS) könnte die aktuelle Inflationsrate von derzeit 4-5% auf circa 0,5% senken. Das wäre deutlich unter der aktuellen Inflationsrate von Bitcoin, die um die 3,5% liegt. Allerdings wird sich diese durch das Halving im nächsten Jahr reduzieren. Wegen der fehlenden Maximalzahl bei Ethereum im Gegensatz zu Bitcoin wurde immer wieder die Werthaltigkeit angezweifelt. Mit der drastischen Reduzierung der Inflationierung könnte sich das ändern. Einzelne Marktbeobachter sprechen bereits davon, dass ein so tiefer ETH-BTC-Wechselkurs nie wieder gesehen wird. Tatsächlich zeigt ein Blick auf den Zwei-Jahreschart unten, dass der ETH wieder auf einem Tiefststand gegenüber dem BTC angekommen ist. Die Chancen, dass sich das ändert, stehen aufgrund der Update-Perspektive gut.

Daneben erscheint auch Monero (XMR) interessant. Auch dieser Coin steht auf dem langjährigen Tiefststand gegenüber dem Bitcoin (vgl. den Chart seit Ende 2016 unten). In der Tabelle oben ist Monero im Wochenvergleich der einzige Coin unter den Top20 mit zumindest einem minimalen Plus gegenüber dem Bitcoin. Zuletzt hatte der Privacy Coin Monero mit einigen entdeckten Schwachstellen zu kämpfen, die aber behoben sein sollen. Die Enthüllungsplattform HackerOne hatte auf Sicherheitslücken hingewiesen, die es theoretisch möglich machen soll, gefälschte Moneros auf Konten zu überweisen. Der XMR-Kurs stürzte auch von einem Höchststand um 120 USD Ende Juni in wenigen Tagen bis auf 84 USD ab – ein Wertverlust von 30%. Zuletzt konnte er aber wieder deutlich zulegen und notiert aktuell erneut bei über 100 USD. Die Stabilisierung auf dem tiefen Niveau gegenüber dem Bitcoin könnte nun ein Anzeichen für eine anstehende Outperformance sein.

27.6.2019, 17:25

Beim Bitcoin (BTC) kommt man derzeit kaum hinterher. Gestern Nachmittag schrieben wir noch bei coin-stars.de, dass kurzfristig eine Kaufpanik entstehen könnte. Nachdem der Bitcoin ja schon seit Monaten stark angestiegen ist, wurde die Kaufpanik definiert als 20%-iger Anstieg innerhalb eines Tages. Die Kaufpanik war übrigens auch abzulesen an den Umsatzvolumina beim Bitcoin, die von 24 Milliarden am 25.6. auf 45 Milliarden USD am 26.6 sprangen, das mit Abstand höchste Umsatzvolumen in der Geschichte des Bitcoin (vgl. die Umsätze seit Anfang Juni unten). Am Abend war es dann soweit, der Preis war im 24h-Vergleich um etwas mehr als 20% gestiegen. Für diesen Fall hatten wir angeraten, unter Tradingaspekten auch mal einen Teil der Bitcoin-Positionen zu verkaufen. Am späteren Abend gab es dann tatsächlich innerhalb weniger Minuten einen Flash Crash um rund 2000 USD, also rund 15% (vgl. 5-Tageschart unten).

Quelle: coinmarketcap.com

Ungut bleibt in Erinnerung, dass Kunden bei wichtigen Börsen wie Coinbase, Binance oder Bitfinex in dieser Zeit wegen Handelsunterbrechungen nicht auf ihr Konto zugreifen und so auch nicht handeln konnten. Offensichtlich waren selbst diese großen und etablierten Börsen nicht in der Lage, dem kurzfristigen Ansturm Herr zu werden. Bei anderen Börsen gab es dagegen keine Handelsunterbrechung. Allerdings kennt der Autor solche Probleme auch von den Derivatemärkten der großen deutschen oder internationalen Banken bei Aktienkurseinbrüchen. Hier gab es in der Vergangenheit bei Flash Crashes immer wieder einmal für eine gewisse Zeit Totalausfälle im Handel. Kunden konnten dann während dieser Zeit nicht handeln, ähnlich wie gestern bei den angesprochenen Kryptobörsen. Von daher sollte man das Phänomen zunächst nicht überbewerten.
Wir hatten schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es nach dem Bull Run zu durchaus heftigen Korrekturen kommen kann. Das ist auch eigentlich nicht mehr als eine Binsenweisheit. Die längerfristige Aufwärtsbewegung wird aber andauern. Dazu eine nette Aussage des Mitgründers und CEOs der führenden Kryptobörse Kraken, Jesse Powell, die allerdings noch vor der Korrektur kam. Demnach geht die “Bitcoin-Korrektur” auf 100.000 USD, vielleicht 1 Mio. USD:

Das Trading im Kryptomarkt ist und bleibt schwierig. Coin-Picking bei den Altcoins ist zur Zeit noch immer nicht angesagt. Vielmehr bleibt es aktuell eher so, dass die Altcoins die Anstiege von Bitcoin nur unterproportional mitmachen, bei Kursrückgängen aber ähnlich große Verluste wie der Bitcoin zeigen. Aber auch das wird sich – wahrscheinlich bald – ändern. Erste Ansätze gab es zuletzt bereits. So haben NEO und QTUM den BTC im Wochenvergleich outperformt.

26.6.2019, 17:40

Wie vergangene Woche schon erwähnt, könnte beim Bitcoin (BTC) kurzfristig eine Kaufpanik anstehen. Aktuell notiert der Preis bei 12.810 USD mit einem Plus von 13% im 24h-Vergleich. Mit dem deutlichen Sprung über die psychologische Marke von 10.000 USD könnte sich die vor allem Bitcoin-getriebene Hausse an den Kryptomärkten kurzfristig verstärken. Das bildet sich auch in der Marktdominanz von Bitcoin ab, die mit deutlich über 60 Prozent den höchsten Stand seit dem Bull Run Ende 2017 erreicht hat. Es ist nun schon fast Konsens, dass der Bitcoin kurzfristig weiter steigt und auch die alten Höchststände von knapp 20.000 USD brechen wird. Das spricht eigentlich etwas gegen eine kurzfristige weitere ­Aufwärtsbewegung. In einer Marktphase wie derzeit dürfte das aber anders sein. Vielmehr könnte es zu einer Hysterie kommen, wenn plötzlich alle an einen Bruch des alten Höchststandes glauben. Von einer Kaufpanik würden wir sprechen, wenn der Bitcoin plötzlich an einem Tag bis zu 20% steigt. Dann könnte es auch langsam Zeit werden, unter Tradingaspekten mal einen Teil zu verkaufen. Oder einen Teil in Altcoins umzuswitchen, wenn diese dann erneut deutlich zurückbleiben sollten.

Es gibt verschiedene Überlegungen, bis wohin der Bitcoin gehen könnte. Im letzten Beitrag hatten wir auf eine Analyse der Kursbewegungen im Zusammenhang mit dem Halving verwiesen. Demnach hätte der Bitcoin-Kurs Potenzial bis in den Bereich von 140.000 USD. Eine andere Betrachtung der Marktphasen seit 2011 zeigt im logarithmischen Chart, dass der Preis nach den zwischenzeitlichen deutlichen Rückgängen von den vorherigen Höchstkursen in der folgenden Aufwärtsbewegung im Schnitt auf das Zwanzigfache des vorherigen Höchstkurses steigt. Das wären dann schon an die 400.000 USD. Dann wäre ja wirklich das Kursziel von 1 Mio. USD bis Jahresende 2020 von John McAfee nicht mehr weit. Das klingt natürlich alles fantastisch und wird es vielleicht zum Teil auch bleiben. Deswegen sollte man sich nicht von einer plötzlichen Euphoriewelle überwältigen lassen. Auch der derzeitige Parabelflug (vgl. BTC-Jahreschart unten) wird an die Abrisskante kommen, was mit deutlichen Rückschlägen verbunden sein wird. Wir bleiben dabei: Realistisch halten wir für dieses Jahr neue Allzeithöchststände beim Bitcoin. Diese waren ja bekanntlich bei knapp 20.000 USD. Für das nächste Jahr sind aus unserer Sicht auch Preisniveaus im mittleren fünfstelligen Bereich drin. Wer investiert ist, sollte also die Gewinne einfach laufen lassen. Auch sollte man die steuerliche Optimierung nicht aus den Augen lassen. Dazu werden wir in Kürze noch ein paar Hinweise geben.

Auch in Deutschland gehen offizielle Stellen jetzt offensiver auf das Thema Blockchain und Kryptowährungen zu. In dem am 25.6. verabschiedeten Postionspapier spricht sich die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag für eine Förderung der Technologie aus. Es gibt sogar ein Plädoyer für eine staatliche Kryptowährung, also ein E-Euro als Stable Coin mit Bindung an den Euro.

Wie schon erwähnt, hinken die Altcoins der Entwicklung weiter hinterher. Ein Blick auf die Top30 zeigt, dass der Bitcoin im Wochenvergleich um über 40% gestiegen ist. Übertroffen wird er in den Top20 nur von NEO mit einem Wochenplus von 47%. NEO hatten wir in unserem letzten Beitrag als einen der Favoriten bei den Altcoins erwähnt. Bei den Top30 hat unser alter Favorit Qtum (QTUM) mit einem Plus von über 55% noch eine bessere Performance.

Quelle: coinmarketcap.com

21.6.2019, 20:05

Der Bitcoin (BTC) setzt aktuell seinen unterbrochenen Parabelflug fort (vgl. BTC-Jahreschart unten). Am Abend überstieg der Preis jetzt die 9.900 USD und notiert aktuell bei 9.925 USD mit einem Plus von 5,9% im 24h-Vergleich. Der Angriff auf die Marke von 10.000 USD steht unmittelbar bevor. Ein Übersteigen dieser psychologisch wichtigen Grenze könnte durchaus zu einer Stampede der Bullen führen, also eine Art Kaufpanik auslösen. Enttäuschend ist derzeit die Performance der Altcoins, die stark zurückgeblieben erscheinen. Die Hausse ist derzeit weiter eindeutig Bitcoin-getrieben. Allerdings kann sich das auch schnell einmal ändern.

Gründe für die Bitcoin-Hausse

Das Ende des seit Ende 2017 eingeläuteten Krypto-Winters ist definitiv da. Gründe dafür gibt es viele, wie die ein Allzeithoch markierende Hash Rate des Bitcoins. Hier sollen aber nur solche erwähnt werden, die in diesem Jahr oder in nächster Zeit weiter bestehen und deshalb die Kurse treiben könnten.
Pump durch Trump: Könnte auch in Zukunft ein Bitcoin-Treiber bleiben. Denn ein nicht unwesentlicher Faktor sind die Zoll- und Handelskriege insbesondere zwischen den USA und China. Zwar konnten sich die Aktienbörsen nach den Einbrüchen im vierten Quartal 2018 wieder deutlich erholen. Auch die Kursverluste vom Mai sind schon weitgehend aufgeholt. Eine Verschärfung der Handelskonflikte und andere ungelöste Probleme könnten aber schnell zu Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten führen. Der Bitcoin würde profitieren.
Akzeptanz des Bitcoins als Hedge: Diese nimmt eindeutig zu. Verunsicherungen an den Finanzmärkten werden den Bitcoin als digitales Gold attraktiv erscheinen lassen. Der Höhenflug des Goldpreises, der gerade neue Sechsjahres-Höchststände markierte und eine große Korrelation zum Bitcoin hat, geht in diese Richtung. Der Bitcoin als neue Assetklasse wird für ein diversifiziertes Portfolio und als Hedge deshalb immer wichtiger. Neben Privatanlegern wird auch institutionellen Anlegern der Einstieg in die Kryptomärkte immer weiter erleichtert. So wird die Bakkt mit den Tests für die Bitcoin-Futures – im Gegensatz zu den existierenden Futures erfolgt hier erstmals eine physische Belieferung der Kontrakte – am 22. Juli beginnen. Die Bakkt ist immerhin eine Tochter des internationalen Börsenbetreibers Intercontinental Exchange. Zu dieser gehören neben verschiedenen Terminbörsen auch die New York Stock Exchange, die größte Wertpapierbörse der Welt. Ob jetzt der Vergleich des Produktstarts durch die Bakkt mit der Mondlandung von Apollo 11 angebracht ist, sei dahingestellt – immerhin wurden die Mondmissionen ja später wieder eingestellt. Dennoch: Die angebotene regulierte Verwahrlösung ist für institutionelle Anleger eine Einladung in den Kryptomarkt.
Bitcoin-Halving: Dieses findet im Mai 2020 statt und macht das Mining teurer. Dadurch werden Käufe stärker über die Börsen erfolgen müssen und die Preise zwangsläufig steigen.
Facebook-Coin Libra: Die Aufregung hat sich kurzfristig gelegt. Kommt die Einführung nächstes Jahr, werden aber viele neue Anleger für Bitcoin & Co gewonnen werden. Libra wird keine Konkurrenz, wie oft vermutet, sondern ein Stimulans für Bitcoin sein. Viele Facebook-User, die bisher keinen Umgang mit Kryptowährungen hatten, könnten dazu animiert werden, in Bitcoin & Co zu investieren. Zumal der Libra auch gegen wichtige Kryptowährungen gehandelt werden dürfte. Wenn man davon ausgeht, dass die Zahl der Bitcoin-User mit etwa 25 Millionen weltweit derzeit nur ein Prozent der weltweiten Facebook-User von rund 2,5 Milliarden beträgt, könnten diese Auswirkungen auf den Bitcoin durchaus beträchtlich sein.

Die Kursziele?

Ende 2017 markierte der Parabelflug des Bitcoins und anderer Kryptowährungen den Höhepunkt einer mehr als zweijährigen enormen Aufwärtsbewegung. Nicht zu unterschätzen ist, dass die derzeitige Aufwärtsbewegung mit fünf Monaten noch sehr jung ist. Der Bruch der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 USD könnte eventuell zu einer Art Kaufpanik führen. Dies ist in spekulativen Märkten – aus Anlegersicht ist der Kryptomarkt zunächst ja mal nichts anderes – oft zu beobachten. Dagegen spricht, dass die Sommermonate traditionell an den Kryptomärkten meist schwächer waren. Eine Überlegung, die man bei der derzeitigen Marktverfassung aber vernachlässigen kann. Vielmehr könnten mit der anstehenden Hitzewelle durchaus auch die Bitcoin-Preise hochkochen.
Längerfristig denkende Anleger sollten sich auch nicht von zwischenzeitlich heftigen Kursrückgängen beeindrucken lassen. Das war und ist auch in anderen spekulativen Märkten nicht anders. Der einflussreiche Bitcoin-Investor Tyler Winklevoss prognostiziert, dass nach einem Bruch der psychologischen Marke von 10.000 USD der Bitcoin schnell bis über 15.000 USD steigen wird. Im Bull Run 2017 dauerte der Anstieg von 10 auf 15 Tausend USD weniger als zehn Tage. Eine gute Woche später war dann das Allzeithöchst von 20 Tausend USD erreicht. Ganz so schnell mag es diesmal zwar nicht gehen. Neue Allzeithöchstkurse noch in diesem Jahr sollten aber nicht verwundern. Das wären vom derzeitigen Stand noch einmal 100 Prozent. Das muss aber noch lange nicht das Ende sein. Der einflussreiche Bitcoin-Investors Tuur Demeester hat das Kursverhalten des Bitcoins bei den vorangegangenen Halvings analysiert. Diese finden alle vier Jahre statt. Demnach könnte der Bitcoin nach dem Halving in 2020 ein Potenzial bis auf fantastische 140.000 USD haben. Von dort wäre es dann auch nicht mehr ganz so weit zu einer Million USD. Dieses Kursziel bis Jahresende 2020 hatte schon vor einiger Zeit John McAfee, Gründer des gleichnamigen Antiviren-Programms, genannt. Aber auch wenn man nicht gleich die Gesetze der Schwerkraft negieren will: Nach unserer Erwartung werden die Kurse des Bitcoins im nächsten Jahr bis in den mittleren fünfstelligen Bereich steigen und noch in diesem Jahr das bisherige Allzeithöchst erreichen.

Was machen die Altcoins?

Aktuell noch erstaunlich wenig. Natürlich sind die Preise auch gestiegen, hinken dem Bitcoin-Anstieg aber meist deutlich hinterher. Das zeigt einmal der Wochenvergleich der Top20 ganz unten. Das Plus von 17% wird nur vom Binance Coin erreicht. Übertroffen wird die Wochenperformance nur vom Privacy Coin Monero (XMR) mit einem Plus von 22%.  Die Underperformance der Altcoins erkennt man auch sofort, wenn man die Charts der jeweiligen Preise gegen den Bitcoin betrachtet. Exemplarisch sei dies am 3-Monatschart unten von EOS gegen Bitcoin gezeigt. Gegenüber dem Bitcoin hat EOS seit Beginn der Bitcoin-Hausse Anfang April rund 40 Prozent verloren. Bei den meisten anderen der großen Coins sieht es ähnlich aus. Die Hausse ist also primär vom Bitcoin getrieben.

Solche Phasen der Altcoin-Schwäche gab es in der Vergangenheit immer wieder. Danach folgten dann gegenteilige Bewegungen mit einer starken Outperformance der Altcoins. Dies könnte nach dem Sprung des Bitcoins über 10.000 USD bald wieder anstehen. Von den Top20 könnten derzeit folgende Coins das größte Potenzial haben: Monero (XMR): Der Privacy Coin hat charttechnisch gegenüber dem Bitcoin bereits gedreht. Daneben Stellar (XLM), Cardano (ADA), DASH und IOTA, die an unteren Widerständen gegenüber dem Bitcoin angekommen sind. Aussichtsreich auch NEO und Ethereum Classic (ETC). Wir kommen in den nächsten Tagen darauf zurück.

Quelle: coinmarketcap.com

14.6.2019, 18:35

Nach den sehr starken Kursanstiegen der vorangegangenen zwei Monate hat der Bitcoin (BTC) Anfang Juni rund 15 Prozent korrigiert. Anschließend gab es bei Preisen um die 7.800 USD eine etwa eine Woche dauernde Konsolidierung. Nun zeigt der Trend wieder nach oben (vgl. BTC-Jahreschart unten). Aktuell notiert er bei 8.440 USD mit einem Tagesplus von 3,3%. Mit einer wieder zunehmenden Verunsicherung an den internationalen Finanzmärkten könnte der Bitcoin wieder einmal seine negative Korrelation ausspielen. Auch der auf neue 6-Jahreshöchststände hinlaufende Goldpreis spricht für diese These.

Dagegen liegen heute fast alle Altcoins im roten Bereich. Auch im Wochenvergleich zeigt sich, dass die Aufwärtsbewegung am Kryptomarkt vor allem vom Bitcoin mit einem Plus von über 5%  getrieben ist. Die beste Performance hat der Litecoin (LTC), der in einer Woche rund 12% zulegte. Hier stimulierte das am 5.August anstehende Halvening. Dann werden – ähnlich wie beim Bitcoin im nächsten Jahr – die Belohnungen der Miner für jeden abgebauten Block reduziert. Vor dem letzten Halvening 2015 hat sich der Preis in eineinhalb Monaten versechsfacht. Allerdings korrigierte er dann bereits eineinhalb Monate vor dem Halvening um über 70% bis zum Termin. Von daher sollte man sich mit einer Spekulation auf steigende Preise eher zurückhalten. Immerhin war der Litecoin, den wir ja auch als größte Position im Tradingdepot hatten, eine der großen Kryptowährungen mit der besten Performance in diesem Jahr.

Aufregung um Facebook-Coin

Like it or not.  Der Facebook-Coin kommt. Die Auswirkungen des Einstiegs der Datenkrake in den Kryptowährungsbereich werden beträchtlich sein. Was schon länger erwartet wird, scheint sich jetzt zu manifestieren. Am 18. Juni soll laut mehrerer Quellen ein Whitepaper veröffentlicht werden, das dann eine ausführliche Beschreibung der Funktionsweise des geheimnisvollen Kryptowährungsprojekts enthält, das facebook-intern Libra genannt wird.

Klar scheint bisher zu sein, dass es sich um einen Stable Coin handeln wird. Ein Stable Coin ist immer an ein oder mehrere andere Assets aus der „realen“ Welt gekoppelt. Am meisten verbreitet sind Stable Coins, die direkt an die großen Fiatwährungen (wie US-Dollar oder Euro) gebunden sind. Die Wertentwicklung von Stable Coins hat dann keine Eigendynamik wie bei Bitcoin & Co, sondern sollte genau die Wertentwicklung des abgebildeten Assets nachvollziehen. Deswegen sollte der Emittent der ausgegebenen Stable Coins auch jeweils die entsprechende Menge des realen Assets als Sicherheit hinterlegt haben. In der Vergangenheit gab es im Zusammenhang mit dem Tether, der 1:1 an den USD gebunden ist, allerdings berechtigte Zweifel, ob die Tether auch wirklich komplett durch die hinterlegten USD gedeckt sind. Beim Facebook-Coin dürfte das Problem aber nicht auftreten.

Was sind die Besonderheiten des Facebook-Coins? Einige plausible Vermutungen über den oft auch GlobalCoin genannten Facebook-Coin  gibt es. So soll er an eine Vielzahl globaler Währungen gekoppelt werden. Er könnte damit ein Gegengewicht gegenüber den staatlichen Währungen insbesondere in Entwicklungsländern werden, die unter einer schleichenden oder galoppierenden Entwertung ihrer Währungen leiden. Die Facebook Foundation soll das Projekt leiten. Sie wird dadurch sehr mächtig und könnte sogar in die Funktion einer Zentralbank hineinwachsen. Teilweise wird auch spekuliert, dass es auf den Facebook-Coin Zinsen geben könnte. Denn das Geld dürfte bei der FED geparkt werden, die aktuell 2,35 Prozent Zinsen auf das bei ihr hinterlegte Geld von Partnerbanken zahlt. Würde Facebook dieses Geld dann nicht an die Coininhaber – zumindest teilweise – auszahlen, könnte leicht ein Shitstorm ausbrechen.Transaktionen mit dem Coin sollen umsonst sein.

Die Auswirkungen auf die reale Welt? Kurzum: Beträchtlich. Diskussionen um den Weg zur Weltherrschaft von Facebook werden zunehmen. Der GlobalCoin hätte das Zeug zu einer Art Weltreservewährung. Seriöse Schätzungen gehen derzeit von etwa 25 Millionen Bitcoin-Usern weltweit aus. Dagegen nähert sich die Zahl der Facebook-User der Marke von 2,5 Milliarden. Deswegen sollen große Zahlungsdienstleister wie Visa, Mastercard oder PayPal die Kryptowährung von Facebook unterstützen.
Nebenbei: Auch die Auswirkungen auf die Facebook-Aktie sollten nicht unterschätzt werden. Der Coin könnte für Facebook neben dem Anzeigengeschäft zu einer völlig neuen Einkommensquelle führen. Ein Barclays-Analyst hatte schon zusätzliche Einkünfte bis 2021 von bis zu 19 Milliarden USD prognostiziert.

Die Auswirkungen auf Bitcoin & Co? Eine Konkurrenz zum Bitcoin – wie vielfach vermutet – wird der Facebook-Coin aber nicht. Im Gegenteil. Ein GlobalCoin könnte die Zahl der Bitcoin-User, die derzeit nur ein Prozent der Facebook-User beträgt, nach oben schnellen lassen. Denn der Facebook-Coin wird auch gegen die wichtigsten Kryptowährungen handelbar sein, allen voran Bitcoin. Dadurch könnten viele Facebook-User, die bisher keinen Umgang mit Kryptowährungen hatten, dazu animiert werden, in Bitcoin & Co zu investieren. Dies könnte mittel- und längerfristig zu deutlichen Kursanstiegen des Bitcoins führen. Denn: Im Gegensatz zu dem GlobalCoin gibt es beim Bitcoin ein strikt limitiertes Angebot. Eine Flucht vieler Menschen aus ihren heimlich oder offen inflationierten oder reglementierten Währungen klappt deshalb mit dem GlobalCoin mit seiner Bindung an die traditionellen Währungen nicht. Mit dem Bitcoin schon.

Die Auswirkungen auf die Altcoins sind differenzierter zu sehen. Hier gibt es teilweise Stimmen, die im Facebook-Coin einen Altcoin-Killer sehen. So könnten Coins wie Ripple oder Litecoin unter Druck kommen, bei denen schnelle und billige Zahlungsmöglichkeiten ein Hauptargumente für deren Existenzberechtigung sind. Allerdings dürfte aus unserer Sicht Litecoin wie Bitcoin eher profitieren. Generell werden auf mittlere und längere Sicht die meisten Altcoins vom Markt verschwinden bzw. in die Bedeutungslosigkeit verfallen. Von daher sollten die möglichen Auswirkungen des Facebook-Coins hier zunächst nicht überbewertet aber auch nicht völlig vernachlässigt werden.