In Kryptowährungen investieren?

  • völlig neue Asset-Klasse
  • verstärktes Interesse traditioneller Groß- und Kleinanleger
  • derzeit interessantester Tradingmarkt mit vielen Tradingmöglichkeiten
  • Handel in Altcoins aussichtsreicher als in Bitcoin
  • 7/24-Handel (Handel rund um die Uhr)
  • gute Handelsplattformen

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2.12.2019, 15:35

Im nächsten Jahr könnte der Bitcoin-Handel über deutsche Banken möglich sein. Mit der fortschreitenden Regulierung bekommen die Kryptoprodukte nun einen soliden Rechtsrahmen.

Die Kursentwicklung an den Kryptomärkten zeigt schon wieder eher nach unten. Die Kurserholung in der zweiten Wochenhälfte war nur von kurzer Dauer. Charttechnisch spricht weiter viel für einen Test des großen Widerstands bei 6.000 US-Dollar (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten). Von daher erscheint momentan noch keine Eile bei Neuengagements geboten. Das gilt entsprechend auch für die Altcoins.

Bitcoin-Handel über deutsche Banken in 2020 möglich

Bitcoin und andere Kryptowährungen kommen immer mehr in den traditionellen Kapitalmärkten an. Gerade hat der neue Gesetzentwurf zum Kryptohandel mit dem Beschluss des Bundestages das komplette Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Er soll durch den Wegfall des Trennungsverbots den Kryptohandel über deutsche Banken ermöglichen. Bisher durften Banken neben ihren traditionellen Dienstleistungen nicht auch noch Kryptowährungen anbieten. Dabei soll den Banken auch die Aufbewahrung der Coins gestattet werden. Bis dato ist es ihnen untersagt, eigene Wallets anzubieten. Dadurch wird nun vermieden, dass es einem Krypto-Verwahrer nicht gleichzeitig gestattet ist, Kryptowährungen wie Bitcoin und Security Token wie den in diesem Jahr emittierten Bitbond Token zu verwahren. Denn ein Security Token hat sowohl wesentliche Merkmale eines Wertpapieres wie auch eines Krypto-Assets. Letzteres ist aber nachrangig gegenüber dem übergeordneten Kriterium Wertpapier. Deshalb werden Security Token als Wertpapiere und nicht als Kryptowerte eingestuft. Mit der jetzigen Regelung ist es aber nicht mehr nötig, zwecks Trennung dafür eine eigene Tochtergesellschaft zu gründen.

Auch in anderen Ländern wird der regulatorische Rahmen verbessert. So gibt es in dem sehr kryptoaffinen Südkorea ein neues Gesetz, das den Rahmen für digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen schafft. Mit der fortschreitenden Regulierung bekommen die Kryptoprodukte nun einen soliden Rechtsrahmen. Für die Anleger in Deutschland dürfte jedenfalls die Hemmschwelle gegenüber Bitcoin und anderen Kryptowährungen dadurch weiter zurückgehen. Denn unprofessionelle oder unseriöse Anbieter werden aus dem Markt gedrängt. Überhaupt könnte Deutschland in Sachen Kryptofreundlichkeit nach langem Zögern nun verstärkt die Rolle als Zugpferd übernehmen. Es bleibt natürlich abzuwarten, welche Banken diese neuen Möglichkeiten annehmen. Einige Banken sehen in der Beteiligung am Kryptohandel große Chancen für zusätzliche Einnahmen.

Prof. Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center sieht mit der Einführung des Bitcoin-Führerscheins für Banken ein Wettrennen eröffnet, wer die besten von der Bafin gebilligten Services im Bereich Bitcoin & Co anbieten wird. Dabei konkurrieren Startups, ausländische Kryptobörsen und etablierte Banken miteinander. Auch die Börse Stuttgart als Vorreiterin in diesem Segment dürfte weiter nachlegen. Im September hat sie die „Börse Stuttgart Digital Exchange“ (BSDEX) mit dem Handel von Bitcoin gestartet und will Deutschlands erster regulierter Handelsplatz für digitale Vermögenswerte werden. Zwar gibt es bereits regulierte Handelsplattformen für Kryptowährungen wie bitcoin.de oder die BISON App, die von einer 100%-igen Tochtergesellschaft der Stuttgarter Börse betrieben wird. Aber in 2020 könnte mit dem Handel von tokenisierten Wertpapieren (Security Token) eine kleine Revolution anstehen mit völlig neuen Anlagealternativen. Während BISON sich eher an den Massenmarkt richtet, zielt die BSDEX mehr auf die professionelleren Investoren ab.

25.11.2019, 15:00

Für Cardano-Gründer Hoskinson ist das derzeitige Geschehen am Kryptomarkt nur eine temporäre FUD-Phase. Die globale Kryptobewegung ist nicht zu stoppen und der Bitcoin auf 100.000 Dollar gehen.

Man kennt es von anderen Märkten wie dem Aktienmarkt. In einer Aufwärtsbewegung überbieten sich die meisten Analysten mit immer höheren Kurszielen. Auch bei der diesjährigen Aufwärtsbewegung des Bitcoins war das so. 50.000, 100.000 Dollar und noch viel mehr wurden von seriösen und auch selbst ernannten Analysten aufgerufen. Bei einem Sinkflug wie gerade beim Bitcoin ist das genau umgekehrt. Aufmerksamkeit erregen dann Analysten vor allem durch übermäßig niedrige Kursziele. Der Bitcoin ist heute am Morgen schon bis auf fast 6.600 Dollar abgestürzt. Bis zum Mittag gab es dann erstmals seit längerem einen kräftigen Rebound um 10%, der in er Spitze kurz bis auf über 7.300 Dollar führte (vgl. Bitcoin-Monatschart unten). Es bleibt aber fraglich, ob er sich dauerhaft über der Marke von 7.000 Dollar etablieren kann. Wahrscheinlicher dürfte ganz kurzfristig oder in nächster Zeit ein Test der großen Widerstandszone um 6.000 Dollar sein.

Auch wenn der Kurssturz nicht im Sinne der Bitcoin-Fans ist, sollte man nicht vergessen, dass er vom Jahrestief gerechnet noch immer um rund 100% im Plus liegt. Trotzdem tut etwas Seelenbalsam gut. Den liefert mit Charles Hoskinson ein sehr bekannter Name aus der Kryptowelt. Immerhin handelt es sich um einen der Mitgründer der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum und dem Gründer von Cardano, der aktuellen Nummer 13 unter den Kryptowährungen gerechnet nach Marktkapitalisierung. Er fiel bisher auch nicht als Lautsprecher auf wie der notorische John McAfee, der gerade für das nächste Jahr Kurse von zwei Millionen Dollar „errechnet“ hat. Hoskinson hat in seinem Tweet vom 22. November die langfristige Perspektive im Blick, die unabhängig von kurzfristigen Manipulationsversuchen und dem hektischen News Trading aus seiner Sicht weiter extrem aussichtsreich erscheint. Nach der derzeitigen FUD-Phase werden wir nach seinen Worten deshalb auch die 10.000 Dollar wiedersehen und die 100.000 Dollar begrüßen. Krypto wird nicht zu stoppen sein. Den erfrischenden Aussagen fehlt allerdings ein Zeitrahmen.

Diesen festzulegen, ist natürlich auch nicht möglich. 10.000 Dollar sind nahezu jederzeit wieder drin. Ein 40%-iger Kurssprung wie vor vier Wochen, und schon ist man wieder drüber. Allerdings ist nach der kalten Dusche der vergangenen Wochen nicht mit solch einem vehementen Kurssprung innerhalb eines Tages zu rechnen. Dafür wäre dann eher ein Zeitraum von drei bis vier Wochen vonnöten. Die 100.000 Dollar klingen vermessen, wenn man auf den aktuellen Preis und die jüngste Preisentwicklung blickt. Im Zeitraum zwischen den beiden Halvings in 2020 und 2024 ist dieser Leuchtturmpreis aber nicht unrealistisch. Ein Bitcoin-ETF als Paradeprodukt für traditionelle Anleger wurde noch nicht genehmigt, aber er wird kommen. Die Auffassung, dass der Bitcoin neben traditionellen Assets wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Gold in einen modernen Anlage-Mix gehört, wird sich weiter verbreiten. Mit einem leichten Zugang wie einem Bitcoin-ETF wird diese Auffassung dann auch verstärkt umgesetzt. Die Bitcoin-Nachfrage wird je nach dem gerade herrschenden kurzfristigen Trend zwar mal größer oder kleiner sein. Auf längere Sicht wird sie steigen und auf ein begrenztes Angebot treffen. 2020 wird für den Bitcoin mit dem Halving im Mai ein spannendes Jahr und nichts für schwache Nerven werden. Aber das ist ja eigentlich nichts Neues.

22.11.2019, 21:35

Der Bitcoin ist heute im Tief schon unter die Marke von 7.000 Dollar gecrasht. Am Nachmittag und Abend konnte er sich zunächst wieder etwas erholen.

Schneller als erwartet ist das befürchtete Szenario eingetreten: Der Bitcoin ist heute unter seinen horizontalen Widerstand von 7.500 US-Dollar gefallen und dann schnell bis unter die Marke von 7.000 Dollar gerauscht. Zwischenzeitlich lag der Bitcoin mehr als 10% im Minus. Bei Bitfinex hat er am Nachmittag Niveaus um die 6.850 Dollar erreicht, konnte dann aber zum Abend hin sich wieder etwas befestigen. Auch wenn sich der Preis auf wieder auf um die 7.300 Dollar erholt hat, ist die Gefahr weiterer deutlicher Kursverluste sehr groß. Wie schon mehrfach erwähnt, liegt der nächste große Stopp erst bei 6.000 Dollar (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten).

Gründe für den Bitcoin-Crash

Charttechnisch abgezeichnet hat sich der Kursverfall schon seit Wochen. Wir hatten vor der Kursexplosion Ende Oktober und auch danach mehrfach darauf hingewiesen. Die fundamentalen Begründungen sind wie bei der Kursexplosion stark chinalastig. Vor vier Wochen hatte man die Äußerungen von Chinas Präsident Xi Jingping, der Blockchain als Kerntechnologie klassifiziert hatte, als Argument für den Kurssprung verantwortlich gemacht. Dabei hatte Xi Jingping mit keinem Wort Bitcoin oder andere Kryptowährungen erwähnt, wie das der Binance-Vorstand Zhao mit bullishen Tweets suggeriert hatte. In diesem Zusammenhang ist eine Meldung von „The Block“ interessant, dass Niederlassungen der führenden Kryptobörse Binance in Shanghai durchsucht worden seien. Allerdings hat Binance dementiert, überhaupt eine Niederlassung in Shanghai zu haben. Gravierender als diese Gerüchte könnten Meldungen über Untersuchungen chinesischer Behörden zu Krypto-Aktivitäten generell sein. Im Zuge dessen mussten sowohl Binance als auch das Kryptoprojekt TRON ihre Veröffentlichungen im sozialen Netzwerk Weibo – dem chinesischen Pendant zu Twitter – aufgeben. Trotz dieser Entwicklungen scheint China die Entwicklung des E-Yuan weiter voranzutreiben. Dies ist kein Widerspruch. Denn China könnte sich durch eine Schwächung des Bitcoins eine Stärkung des E-Yuan erhoffen. Diese Hoffnung wird aber nur kurze Beine haben, da das Konzept des Bitcoins ein ganz anderes ist als das eines möglichen Stable Coins E-Yuan.

Wie geht es weiter?

In den vergangenen Wochen hat jeder Durchbruch durch wichtige Marken (200-Tagelinie, 50-Tagelinie und jetzt Widerstand bei 7.500 Dollar) eine weitere Beschleunigung der Abwärtsbewegung ausgelöst. Nach dem zuletzt galoppierenden Kursverfall könnte aber zunächst etwas Beruhigung eintreten. Zumindest wenn die Analogie mit dem Chartverlauf nach dem Death Cross vor eineinhalb Jahren weiter so verläuft wie bisher. Der Boden dieses Tauchgangs dürfte aber noch nicht erreicht sein. Vielmehr würde die nächste Welle den Preis wohl bis in den Bereich des großen Widerstands bei 6.000 Dollar führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Widerstand dann hält, ist deutlich größer als es jetzt bei den 7.500 Dollar der Fall gewesen ist. Allerdings: Wird auch dieser Widerstand gerissen, könnte dann doch das tiefe Jammertal im Bereich von 4.000 bis 4.500 Dollar erreicht werden. Diese Möglichkeit wurde ja zuletzt mit unterschiedlichen Ansätzen diskutiert (vgl. den gestrigen Artikel „Weiterer Kursrutsch beim Bitcoin“). Bei Bitcoin-Preisen im unteren 6000er-Bereich wären dann Neuengagements wieder hochinteressant. Allerdings sollte man selbst da noch nicht das ganze Pulver verschießen für den Fall, dass auch dieser Widerstand nicht hält.

Auch die Altcoins wurden in den Abwärtsstrudel gerissen. Eine 1 nach dem Komma bei IOTA heute hat man seit Jahren nicht mehr gesehen. Jedenfalls sollte man Engagements weiter zurückstellen. Sollte der Bitcoin bis in den unteren 6000er-Bereich taumeln, wird es hier zu Ausverkaufspreisen kommen.

21.11.2019, 22:10

Der Bitcoin hat bei einem weiteren Kursrutsch heute bis zu 10% verloren. Exakt beim Widerstand bei 7.500 US-Dollar konnte sich der Kurs wieder etwas erholen. Es drohen aber weitere Verluste.

Heute hat sich der Abwärtstrend beim Bitcoin verschärft. In der Spitze verlor der Preis fast 10% und fiel am Nachmittag bei Bitfinex bis auf genau 7.500 Dollar. Das ist genau der Preis, den wir mehrfach als entscheidenden Widerstand genannt haben. Wird dieser Widerstand bei 7.500 Dollar durchbrochen, droht weiteres Ungemach. Denn dann könnte der Bitcoin-Kurs sehr schnell nach unten durchgereicht werden bis auf 6.000 Dollar (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten). Dort ist dann ein sehr starker Widerstand, der halten sollte.

Wiederholt sich die Geschichte?

Das haben wir hier in dem Artikel vom 12.11. (Bitcoin: Droht doch noch ein Kursrutsch?) gefragt. Bis jetzt jedenfalls schon. Nach dem Death Cross vor eineinhalb Jahren legte der Bitcoin ebenfalls eine fulminante Rally um 50% hin. Allerdings fand das nicht an einem Tag statt wie jetzt Ende Oktober, als der Bitcoin um 40% explodierte, sondern dauerte zwei bis drei Wochen. Der Abschwung jetzt ist aber wie eine Kopie vom vergangenen Jahr. Würde sich die Chartanalogie von damals fortsetzen, würde der Bitcoin bis in den Bereich von 4.500 Dollar fallen.

Interessant ist, dass gerade eine Analyse die Runde macht, die einen Absturz auf das gleiche Niveau von 4.400 Dollar mit einem ganz anderen Ansatz prognostiziert. Der Analyst Cole Garner hat in einem Tweet auf die rückläufige Entwicklung der Hash Ribbons aufmerksam gemacht. Dabei geht es um die Betrachtung von zwei gleitenden Mittelwerten der Hash Rate, die eine Aussage über die Mining-Aktivitäten machen soll. Demnach könnten die Bitcoin-Miner kurzfristig vor einer Kapitulation stehen. Vor einem Jahr war die Situation ähnlich, als der Bitcoin-Preis dann unter 6.000 Dollar fiel und sich halbierte.

Beim Bitcoin ist kurzfristig zwar nichts unmöglich, ein weiterer Kursrutsch um 40% erscheint aber eher unwahrscheinlich. Allerdings ist der Preis wie im Mai 2018 nach dem Kurssprung klar im Abwärtstrend. Wie oben schon erwähnt: Fällt der Preis jetzt oder in nächster Zeit unter den Widerstand bei 7.500 Dollar, könnte erst beim nächsten großen Widerstand von 6.000 Dollar Schluss sein. Das wären vom derzeitigen Niveau immerhin auch noch einmal 20%. Kommt es zu diesem Szenario, wären das dann exzellente Kurse zum Neueinstieg oder zur Wiederaufstockung.

Hoffnungsträger Bitcoin-Halving

Viele Marktteilnehmer setzen auf positive Effekte des Bitcoin-Halvings im Mai 2020. Dann wird die Entlohnung der Miner wie alle vier Jahre wieder halbiert und damit das zusätzliche Angebot. Die einfache Überlegung, dass dann der Preis steigen muss, ist etwas differenzierter zu betrachten. Denn es spielt ja nicht nur die Angebots- sondern auch die Nachfrageseite eine Rolle. Immerhin kommen ja trotz geringer Inflationierung weiterhin neue Bitcoins auf den Markt. Um den Preis zu halten, müsste also zusätzliche Nachfrage in den Markt kommen. Analysten sprachen in diesem Zusammenhang von knapp 3 Milliarden Dollar bis zum Halving. Das sollte im Zuge der zunehmenden Bitcoin-Verbreitung eigentlich kein Problem sein. Kurzfristige Verwerfungen kann es aber trotzdem immer wieder geben.

Die Aussage stimmt zwar, dass der Bitcoin vor den zwei bisherigen Halving-Terminen in 2012 und 2016 jeweils gestiegen ist. Allerdings lag der Preis zu den Terminen dann doch jeweils deutlich unter den im Laufe der vierjährigen Periode erzielten Höchstkursen. Man muss auch berücksichtigen, dass die Kryptomärkte damals noch bei weitem nicht so entwickelt waren wie heute. Außerdem gab es kaum Möglichkeiten, auf fallende Kurse zu spekulieren wie heute mit den Bitcoin-Futures und anderen Bitcoin-Derivaten. Ein Preisanstieg vor dem Halving erscheint trotzdem wahrscheinlich. Allerdings macht es mit Blick auf die Überlegungen oben schon einen Unterschied, ob dieser von 8.500 oder 6.000 Dollar erfolgt.

Konsequenzen für Bitcoin-Anleger

Nach großen Kursrückgängen stellt sich immer die Frage, wann neue Kaufkurse erreicht sind. Ein großer Kursrückgang zeigt sich aber nur bei Betrachtung der Höchstkurse um 13.500 Dollar nach dem Kurssprung um 40 Prozent vor knapp einem Monat. Seit Jahresbeginn liegt der Bitcoin weiter mit rund 100 Prozent im Plus und ist damit im Vergleich zu traditionellen Assets wie Aktien noch immer der absolute Top-Performer. Geht der Preis in den Bereich von 6.000 Dollar, bietet ein Investment in Bitcoin Riesenchancen für 2020 von 100 bis mehreren hundert Prozent. Da weitere Kursrückgänge wahrscheinlich sind, bleibt aktuell aber noch Zurückhaltung angesagt.

Die kurzfristigen Überlegungen oben können für Trader interessant sein, die direkt auf rückläufige Kurse spekulieren oder nach einem Kurseinbruch neu einsteigen wollen. Allerdings hat sich in der Geschichte des Bitcoins immer wieder gezeigt, dass scheinbar gebildete kurzfristige Trends dann plötzlich wieder über den Haufen geworfen wurden. Von daher ist und bleibt das Trading sehr schwierig. Für den längerfristig operierenden Anleger sieht das anders aus. Er sollte eben nicht unbedingt auf kurzfristige Kursveränderungen spekulieren. Vielmehr wäre ein tatsächlicher Rückgang eine Gelegenheit, den Bitcoin-Bestand sukzessive nach dem Cost-Averaging-Prinzip aufzustocken. Dabei sollten die prozentualen Abstände bei den Käufen aufgrund der hohen Bitcoin-Volatilität größer sein als bei entsprechender Anwendung am Aktienmarkt. Jeder Anleger sollte einen Maximalbetrag festlegen, den er in Bitcoin investieren möchte. Diesen sollte er dann tatsächlich aber auch nicht überschreiten. Entscheidend ist hier jedenfalls die Überzeugung, dass der Bitcoin als nicht inflationierbarer Wertaufbewahrungsspeicher weiter steigen wird. Egal ob vor oder nach dem Halving.

18.11.2019, 18:25

Anfang September erreichte die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum gegenüber dem Bitcoin den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Danach konnte sich der Preis wieder deutlich verbessern, unterbrochen nur beim Bitcoin-Preissprung um 40 Prozent Ende Oktober. Seither zeigt Ethereum wieder relative Stärke zum Bitcoin, der Preis bewegt sich langsam in Richtung 200-Tagelinie. Zuletzt haben einige Analysten auch für die Zukunft eine anhaltende Stärke von Ethereum gegen Bitcoin prognostiziert. Könnte sich hier ein Investment lohnen?

Interessant ist dies vor allem mit Blick auf die Ethereum-Hardfork Istanbul, die am 4. Dezember und damit in gut zwei Wochen stattfinden soll. Mit der Hardfork sollen sechs wichtige Code-Änderungen eingeführt werden, quasi ein Update auf Ethereum 2.0. Mit dem Update und der Anpassung des Konsens-Algorithmus von Proof of Work auf Proof of Stake sollen die lange bestehenden Skalierungsprobleme behoben werden. Bei den Smart-Contract-Plattformen hat Ethereum weiterhin unangefochten die Nase vorn. Dies wird so bleiben, auch wenn die Konkurrenten EOS, Cardano oder NEO versuchen aufzuholen. Zuletzt konnte das auch als chinesisches Ethereum bezeichnete NEO aufgrund der positiven chinesischen Blockchain-Berichterstattung überproportional performen.

Vor kurzem hat Coin Metrics auf die positive fundamentale Entwicklung bei Ethereum hingewiesen. Dabei wird die Kennzahl „Network Value to Token Value“ (NVTV) benutzt. Diese bezeichnet das Verhältnis des Wertes des Netzwerkes, also die Marktkapitalisierung von Ethereum, zum Wert der Token, die auf der Plattform erstellt werden. Dieser Wert hat sich in diesem Jahr stark angenähert, laut Coin Metrix ein positives Zeichen. Daneben werden noch einige andere positive Faktoren herangezogen.

18.11.2019, 14:20

Von den 5.000 Altcoins eignen sich nur wenige für Anlagezwecke. Neueinsteiger in den Toplisten sind zumindest immer einen Blick wert.

Vor der Überlegung, in Altcoins zu investieren, sollte zunächst einmal eine Einschätzung des künftigen Bitcoin-Trends stehen. Denn sich dauerhaft gegen den Trend des unangefochtenen Marktführers zu stellen, wird nur ganz selten möglich sein. Leider muss man gerade konstatieren, dass der Bitcoin in einem kurzfristigen Abwärtstrend ist. Bis wohin dieser führt, ist aktuell nicht abzusehen. Nachdem nun auch die 50-Tagelinie unterschritten wurde, deuten die Zeichen auf weiter rückläufige Kurse.

Schlechte Altcoins

Eine generelle Unterteilung in gut und schlecht ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Denn grundsätzlich sind gute Altcoins aus Anlegersicht zunächst mal solche, die ihnen Kursgewinne bescheren. Aber allein die Inflation bei der Zahl der Altcoins zeigt schon die Notwendigkeit einer radikalen Selektion. Mittlerweile listet Coinmarketcap rund 5.000 Altcoins. Rund 99% davon sind völlig illiquide.

Für Anleger macht es also keinen Sinn, Coins mit Mini-Umsätzen zu kaufen. Deswegen sollte man sich auch nicht von Kurssprüngen von mehreren 100 Prozent blenden lassen. Man findet diese täglich bei oft Dutzenden von Coins. Ein Beispiel vom Mittwoch vergangener Woche: RChain machte einen Kurssprung von rund 300% am Tag und war damit der Top-Performer. Der Tagesumsatz? 153 Dollar. Dabei beträgt die ausgewiesene Marktkapitalisierung des Coins sogar über 30 Millionen Dollar, das ist die Größenordnung einer Small-Cap-Aktie. Von daher ist auch das Kapitalisierungs-Kriterium bei Kryptowährungen mit Vorsicht zu genießen. Wenn ein Großteil oder fast alle Coins in den Händen einzelner Personen sind, kann sich eine vermeintlich hohe Marktkapitalisierung schnell relativieren. Diese Mini-Coins werden deshalb oft von Pusher-Groups benutzt, um unbedarfte Trader mit tollen Meldungen ins Boxhorn zu jagen und ihre Stücke teuer bei diesen abzuladen.

Gute Altcoins

Die liquidesten Coins sind mit Tether der führende Stable Coin auf Dollar-Basis, dicht gefolgt vom Marktführer Bitcoin, der natürlich kein Altcoin ist. Mit weitem Abstand folgt dann Ethereum. Auch Litecoin, EOS, Bitcoin Cash, XRP, NEO und Ethereum Classic sowie einige andere Coins können noch als sehr liquide bezeichnet werden. Anleger in Kryptocoins sollten sich auf die hochkapitalisierten und liquiden Coins konzentrieren. Eine Beschränkung auf die Top20 kann hier Sinn machen. Die aktuelle Nummer 20, Cosmos, hat immerhin noch eine Marktkapitalsierung von knapp 700 Millionen Dollar. Wem das immer noch nicht reicht, kann vielleicht auf die Top50 gehen. Die Nummer 50, Algorand, hat aktuell eine Kapitalisierung von 114 Millionen Dollar.

Unten ist eine Übersicht über die Performance der Top20. Der Bitcoins hat seit Jahresbeginn (YTD) 123% zugelegt. Die meisten Altcoins bleiben da sehr deutlich zurück. Der absolute Top-Performer mit einem Plus von 873% ist hier Chainlink. Bis zu seinem Allzeithoch im Juni waren dies in der Spitze sogar fast 1400%. Hintergrund der Kursexplosion war vor allem die Ankündigung einer Google-Partnerschaft, zu der dann weitere Partnerschaften dazukamen. Chainlink ist ein Beispiel für einen Newcomer in den Toplisten. Von daher kann es sich lohnen, auf Coins zu achten, die neu bei den Top20 oder Top50 auftauchen.

Auch in der vergangenen Woche konnten sich einige wenige Altcoins dem Abwärtstrend von Bitcoin entgegenstellen. So zeigten einige China-Coins eine gute Performance. Das sind Coins, die vom zuletzt positiven Blockchain-Newsflow aus China profitieren. So war NEO mit einem Plus von über 7% in der vergangenen Woche der Top-Performer. Im Monatsvergleich zeigt sich dies noch stärker mit einem Plus von 64% gegenüber 6% beim Bitcoin. Der NEO-Gründer Da Hongfei sieht erhebliches Potenzial der Blockchain-Anwendungen. Auf der großen Krypto-Konferenz BlockShow Asia zitierte er Untersuchungen, dass diese bis 2030 so viel wert sein sollen wie die gesamte Marktkapitalisierung der FAANG-Aktien (also von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google). Außerdem können mit den dezentralen Blockchain-Lösungen Probleme und Skandale der zentralisierten Webwelt wie jüngst bei Cambridge Analytica vermieden werden.

Ein anderer Altcoin mit China-Bezug zeigte eine noch eindrucksvollere Performance. Der nach Marktkapitalisierung auf Platz 27 liegenden Token VET von VeChain konnte im Wochenvergleich um rund 35 Prozent zulegen. Hier löste die Rally eine Erwähnung in Chinas größter Zeitung People’s Daily aus. Das in Singapur ansässige Unternehmen macht mit Blockchain-Technologie Produktions- und Lieferketten transparent für alle Marktteilnehmer von Unternehmen bis hin zu den Konsumenten. Dies dient zum Beispiel der Aufdeckung von Medikamentenfälschungen. Dadurch können betrügerische Nachbildungen von Medikamenten von den Originalmedikamenten unterschieden werden. Außerdem kann überprüft werden, ob, wann und wo ein Medikament im Laufe seines Transportweges bestimmte Temperaturgrenzen überschritten hat. Denn häufig können dabei Inhaltsstoffe unbrauchbar werden. People’s Daily wies auf den Anwendungsfall in der Lebensmittelindustrie hin. In China gab es in der Vergangenheit immer wieder Skandale mit verunreinigten Lebensmitteln wie Babymilchpulver oder krankem Fleisch. Um das zu verhindern, hat Wal-Mart mit seinen 400 Filialen in China ein Überwachungssystem zusammen mit VeChain entwickelt. Alle Informationen werden mit Blockchain-Technologie gesammelt. Diese Informationen können nicht nachträglich verändert werden. Kunden können diese über QR-Warencodes dann scannen und so an die detaillierten Informationen gelangen. Von daher dürfte der VeChain-Coin VET weiter interessant bleiben, der sich seit Ende Oktober mehr als verdoppelt hat. Allerdings sollte man aufgrund dieses Kursanstiegs vorsichtig agieren und kleinere Positionen nach dem Cost-Averaging-Prinzip kaufen.

Quelle: cryptorank.io

12.11.2019, 21:35

Unruhige Entwicklung beim Bitcoin: Kurzfristig ist er in einen Abwärtstrend gefallen. Das Chartbild ähnelt dem im Frühjahr 2018.

Nachdem sich der Bitcoin in der vergangenen Woche zunächst seitwärts bewegt hatte, fiel er zum Wochenschluss dann wieder unter die Marke von 9.000 US-Dollar. Am Sonntag gab es noch einmal einen plötzlichen Kursanstieg auf erneut über 9.000 Dollar. Bereits am Montag  ging es dann aber erneut steil nach unten bis auf rund 8.600 Dollar. Der Preis hat sich damit deutlich von der 200-Tagelinie entfernt und schickt sich an, auch die 50-Tagelinie zu durchbrechen, die vorläufig noch als Widerstand nach unten fungiert. Kommt es zum Durchbruch, könnten schnell die Tiefststände um 7.500 Dollar im Oktober erreicht werden. Auch ein Kursrutsch darunter wäre dann im Bereich des Möglichen. Viele Altcoins halten sich dagegen vergleichsweise gut und zeigen häufig eine bessere Performance als der Bitcoin. Kommt der Bitcoin aber weiter ins Rutschen, können sie sich der Abwärtsbewegung natürlich ebenfalls nicht entgegenstemmen.

Wiederholt sich die Geschichte?

Das Ende Oktober gebildete Death Cross beim Bitcoin erwies sich kurzfristig als grandioses Fehlsignal. Denn unmittelbar nach Bildung gab es einen der größten Kurssprünge aller Zeiten beim Bitcoin, der sich innerhalb von 24 Stunden um in der Spitze mehr als 40% befestigen konnte. Von daher erscheint interessant, noch einmal den Verlauf nach dem letzten Death Cross Ende März 2018 zu betrachten. Auch damals gab es danach einen kurzfristigen Anstieg des Bitcoin-Preises um 50%. Nicht unmittelbar danach wie diesmal, aber immerhin nur zwei Wochen später. Zwar verzerrt der Hype Ende 2017 die Situation etwas. Dennoch erinnert der Chartverlauf seit Februar 2018 mittlerweile doch stark dem jetzigen seit Juni 2019 (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten). Wenn sich das fortsetzt, könnte jetzt der Durchbruch durch die 50-Tagelinie bevorstehen und anschließend der Preis unter das Zwischentief Ende Oktober fallen und bis in den Bereich um 7.000 Dollar gehen.

2018 ging der Kursverfall ja nach zwischenzeitlicher Erholung und Konsolidierung dann Monate später noch deutlich tiefer. Mit dem Resultat, dass Ende 2018 die Kurse – trotz zwischenzeitlichem 50%-igem Kurssprung nach dem Death Cross – um 50% tiefer notierten als zum Zeitpunkt des Death Cross. Damals wie heute galt: Das Death Cross erwies sich kurzfristig als völliges Fehlsignal. Ob es sich wie 2018 mittelfristig auf Sicht eines Dreivierteljahres dann doch als richtiger Indikator erweist, wird man Mitte nächsten Jahres wissen. Würde sich die Analogie fortsetzen, müsste der Bitcoin-Preis von seinem Stand zum Zeitpunkt des  Death Cross im Oktober (knapp 9.000 Dollar) ja noch einmal um 50% fallen, das wären dann 4.500 Dollar.

Das halten wir aus derzeitiger Sicht dann doch für übertrieben. Eine weitere Korrektur ist nicht unwahrscheinlich. Rückgänge bis in den Bereich des Widerstands bei 7.500 sind möglich. Würde dieser Widerstand dann auch noch durchbrochen werden, sollte spätestens bei 6.000 Dollar Schluss sein. Wer langfristig investiert ist, muss immer wieder diese kurzfristigen Schwankungen aushalten. Trader können zwar versuchen, diese kurzfristigen Trends zu spielen. Es hat sich aber immer wieder erwiesen, dass kurzfristige Prognosen beim Bitcoin extrem schwierig sind. Gerade wenn ein kurzfristiger Trend klar zu sein scheint, kommt es völlig abrupt dann zu einer Wendung. Das ist allgemein in jungen und noch nicht so entwickelten Märkten wie dem Bitcoin- bzw. Kryptomarkt häufig zu beobachten.

11.11.2019, 16:35

Das digitale Silber Litecoin könnte gegenüber dem digitalen Gold Bitcoin in nächster Zeit eine bessere Performance zeigen. Über den Gesamttrend bestimmt aber weiterhin der Bitcoin.

Nachdem der Bitcoin zum Wochenschluss unter 9.000 US-Dollar gefallen war, gab es gestern plötzlich einen Kurssprung. Grund könnte eine sehr bullishe Prognose des Krypto-Unternehmers Bobby Lee sein. Als Mitgründer der ersten chinesischen Bitcoin-Börse BTCC im Jahr 2011 und jetzigem Wallet-Produzenten sowie Bruder des Litecoin-Gründers Charlie Lee hat sein Wort in der Szene durchaus Gewicht. Bei der Wellenbewegung des Bitcoins sieht er jede Welle als eine Blase, die den Bitcoin-Preis dann 10-20mal höher steigen lässt als der vorherige Höchststand. Lee zufolge werden diese Wellen den Bitcoin in den nächsten Jahren auf ein Niveau von 100.000 – 200.000 Dollar bringen und letztlich sogar bis auf 1 Million Dollar. Laut Lee wird es bis Ende des nächsten Jahrzehnts ein Flippening zwischen Gold und Bitcoin geben. Damit würde der Bitcoin dann die Marktkapitalisierung von Gold übertreffen. Eine mutige Prognose, immerhin hat das Geld mit einem heutigen Wert von rund 8 Billionen Dollar eine 50-mal höhere Bewertung als der Bitcoin. Derartig optimistische Kursziele hat man immer wieder einmal gehört. Selbst die Bayerische Landesbank hat kürzlich einen Bitcoin-Preis von 90.000 Dollar in den nächsten Jahren als möglich bezeichnet. Jedenfalls könnten diese Äußerungen von Lee gestern den Bitcoin-Kurs durchaus bewegt haben. Die Aufwärtsbewegung wurde aber bereits wieder egalisiert und der Bitcoin notiert erneut deutlich unter der Marke von 9.000 Dollar.

Litecoin mit Kurspotenzial

Litecoin, die Bitcoin-Abspaltung von 2011, wird oft als digitales Silber bezeichnet. Der Preis zeigt seit einem Jahr einen sehr bewegten Verlauf. Zunächst konnte sich der Preis gegenüber den Tiefstständen Ende 2018 in sechs Monaten bis zum Juni 2019 mehr als versechsfachen und zählte damit zu den absoluten Top-Performern unter den großen Altcoins (vgl. Jahreschart Litecoin gegen Dollar unten). Grund für diesen Bullrun bei Litecoin im ersten Halbjahr waren Spekulationen mit Blick auf das Halving am 5. August.

Aber bereits 6 Wochen vor dem Halving-Event lief die Aufwärtsbewegung aus. Danach gehörte Litecoin zu den schwächsten großen Coins und der Kurs drittelte sich wieder. Seit September hat er sich gegenüber dem Bitcoin stabilisiert und lief seitwärts. Seit Monatsbeginn ist eine deutliche Aufwärtsbewegung gegenüber dem Bitcoin zu sehen, die anhalten könnte (vgl. Jahreschart Litecoin gegenüber Bitcoin unten). Litecoin setzt mit dem MimbleWimble-Protokoll verstärkt auf hohe Anonymität und Skalierbarkeit und geht damit in die Richtung der Privacy Coins. Einige der bekannten Privacy Coins wie Monero und Zcash hatten allerdings regulatorische Probleme, die in Japan sogar dazu führten, dass es zu Delistings an den dortigen Kryptobörsen kam. Von daher ist diese verstärkte Ausrichtung von Litecoin nicht ohne Risiko. Das Litecoin Summit am 28. und 29. Oktober in Las Vegas kam offensichtlich bei den Anlegern gut an. Denn seither zeigt der Coin nach langer Flaute wieder eine positive Tendenz. Litecoin sollte derzeit ein größeres Kurspotenzial als Bitcoin haben. Allerdings: Bröckelt der Bitcoin weiter ab, wird auch Litecoin davon negativ betroffen sein. Schwenkt der Bitcoin aber erneut in einen Aufwärtstrend, könnte Litecoin eine bessere Performance zeigen.

4.11.2019, 16:40

Nachdem Ripples Kryptowährung XRP im September gegenüber dem Bitcoin (BTC) auf Tiefstkursen ihre seit August anhaltende Konsolidierung abgeschlossen hatte, kam es in den folgenden Wochen zu Kursgewinnen von über 50 Prozent und einer Annäherung an die 200-Tagelinie (vgl. unterer Chart). Mit dem Kurssprung des Bitcoins lief die Entwicklung des Kryptopaars XRP-BTC kurzfristig zu Ungunsten von XRP und der Preis ging bis an die 50-Tagelinie zurück. Das könnte sich wieder ändern und XRP dann ein Golden Cross zum Bitcoin anvisieren. Es sei denn, Bitcoin macht erneut einen großen Kurssprung. Auch gegenüber dem USD könnte es auf Sicht auf ein Golden Cross hinlaufen (vgl. oberer Chart). Bei einem nachhaltigen Sprung über die Marke von 0,30 Dollar dürfte rasch die 200-Tagelinie erreicht werden, die aktuell bei 0,326 Dollar verläuft.

XRP litt in der Vergangenheit immer wieder unter der anhaltenden Inflationierung. Diese ging einher mit einer mangelnden Transparenz über die Transaktionen aus der Escrow-Wallet von Ripple und der dahinterstehenden Strategie. Die Bedenken sind zuletzt wieder etwas in den Hintergrund getreten. Gerade fand am Wochenende in Singapur die jährliche Swell-Konferenz statt, bei der in den vergangenen Jahren viele namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Finanzwesen eingeladen waren. In der Vergangenheit ist der XRP-Kurs meist vor der Konferenz deutlich angezogen und hat danach wieder nachgegeben. Einige Beobachter erwarten, dass der Verlauf diesmal anders ist.  Denn in den vergangenen Monaten konnte Ripple eine Reihe neuer und interessanter Partnerschaften abschließen und versucht so, die Ripple-Produkte im Markt zu implementieren. Gerade gibt es Spekulationen, dass Ripple neue ODL-Korridore testet. ODL hat dabei nichts mit dem gleichnamigen bayerischen Begriff für Jauche zu tun. Vielmehr handelt es sich um die Abkürzung für On-Demand-Liquidity, das frühere xRapid. Hier machte in jüngster Zeit vor allem der Zahlungskorridor von MoneyGram zwischen den USA und Mexiko von sich reden. Nun scheint Ripple auch Zahlungskorridore zwischen Australischem Dollar und Mexikanischem Peso bzw. Philippinischem Peso zu testen. Ripple hat die Korridore zwar nicht bestätigt, jedoch bereits bestehende Kooperationen nach Australien. Ripple könnte dadurch die Nutzung von XRP über neue Zahlungskanäle forcieren.

28.10.2019, 13:00

Die vergangene Woche hatte es in sich. Nach dem Flash Crash kommt es zu einem seit vielen Jahren nicht mehr gesehenen Bitcoin-Pump.

Die vergangene Woche hatte es in sich. Zunächst sorgte ein kleiner Flash Crash zur Wochenmitte zu einem Kursrückgang bis in die Unterstützungszone um 7.500 US-Dollar. Dadurch bildete sich auch erwartungsgemäß das Death Cross. Das Todeskreuz, bei dem die 50-Tageslinie die 200-Tageslinie von oben schneidet, gilt als Indikator für einen weiteren schwachen Kursverlauf. Allerdings erwies sich das Death Cross als ein Fehlsignal, wie es so wohl nur sehr selten vorkommt. Denn statt weiter fallender Kurse kam es am Freitag dann zum größten Kurssprung des Bitcoins seit 2011. Innerhalb von 24 Stunden explodierte der Kurs um in der Spitze über 40 Prozent (vgl. 5-Tageschart unten).

Manipulierter Kursrutsch?

Für den Kursrutsch zur Wochenmitte gab es ein paar Erklärungsversuche. Am wahrscheinlichsten sind mögliche Manipulationen über die Kryptobörse BitMEX. Dort kann mit Hebeln von bis zu 100 auf steigende oder fallende Bitcoin-Preise gesetzt werden. Durch diese enormen Hebel ist BitMEX die Börse mit dem größten Handelsvolumen im Bitcoin. Laut Daten von coinmarketcap macht es 15 Prozent des Gesamtumsatzes am Spotmarkt der Kryptobörsen aus. Dem Bitcoin-Preis bei BitMEX liegen dabei die Bitcoin-Preise der drei Kryptobörsen Coinbase, Kraken und Bitstamp zugrunde. Auslöser war ein größerer Abverkauf bei Bitstamp. Durch die Riesenhebel bei BitMEX kann dann schnell ein Dominoeffekt ausgelöst werden, wenn Stop-Losses ausgelöst werden und gehebelte Long-Positionen glattgestellt werden müssen.

Als Treibstoff für Kursexplosion?

Natürlich schreit vor allem die Kursexplosion von Freitag auf Samstag nach Erklärungen. So wurden eine große Menge neu gedruckter und an Bitfinex übertragene Tether als möglicher Grund ins Spiel gebracht. In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorwürfe, dass Bitfinex damit Bitcoin kauft und so manipuliert. Schließlich ist derzeit diesbezüglich sogar ein Gerichtsverfahren anhängig. Aber vor allem werden Äußerungen von Chinas Präsident Xi Jingping verantwortlich gemacht. Dieser sieht die Blockchain als Kerntechnologie und will diese beschleunigt entwickeln und fördern. Zwar hat dies nicht direkt etwas mit dem Bitcoin oder Kryptowährungen allgemein zu tun. Aber die Äußerungen von Xi waren willkommener Anlass, diese Verbindung herzustellen. So hat der Binance-Vorstand Zhao mit seinen bullishen Tweets einen Zusammenhang suggeriert.

Bei ieser Gemengelage könnten auch die am Freitagnachmittag ausgelaufenen Futures an der CME eine Rolle gespielt haben und zu Panik bei den Marktteilnehmern geführt haben. Denn der Kurssprung beim Bitcoin kam etwa eine Stunde vor Einstellung des Handels am Freitagnachmittag. Diese Dynamik wurde dann noch durch einen Short Squeeze verstärkt. Viele Marktteilnehmer hatten zuletzt auf weiter fallende Kurse gesetzt. Dadurch mussten die offenen Short-Positionen zwangsliquidiert werden. Zu Beginn des asiatischen Handels ab Mitternacht gab es dann sogar noch einen größeren Pump, der den Bitcoin bis deutlich über 10.000 Dollar trieb. Auch hier dürften einige Marktakteure völlig auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. Die Riesenhebel von BitMEX und jetzt auch Binance könnten jedenfalls Bitcoin-Wale verstärkt dazu verleiten, den Markt kurzfristig zu überrumpeln. Geht man noch weiter, könnte man sogar den Kursrutsch zur Wochenmitte als ersten Schritt zur Manipulation nach oben sehen. Allerdings gibt es dafür keine Belege.

Trend kurzfristig unklar

Den langfristigen Trend hatten wir hier schon häufig als ganz klar sehr aussichtsreich bewertet. Dass die kurzfristigen Schwankungen unvorhersehbar sind, hat der Bitcoin gerade wieder mit Bravour bewiesen. Eigentlich hätte es neue Nachrichten benötigt, um den Preis aus seiner eher abwärts gerichteten Bewegung zu reißen. Diese gab es nicht wirklich. Von daher ist der Bitcoin-Pump auf das Zusammenspiel verschiedener markttechnischer Faktoren zurückzuführen. Es würde deshalb nicht verwundern, wenn die Preise zunächst wieder abbröckeln. Langfristig ausgerichtete Anleger sollten diese enormen kurzfristigen Kursschwankungen sowieso nicht verunsichern.

24.10.2019, 19:20

Wir hatten zuletzt vor 10 Tagen darauf hingewiesen, dass der Bitcoin-Preis sich einem Death Cross nähert. Nach dem Flash Crash gestern wird dieses nun gerade gebildet. Von daher haben wir das wir 10 Tagen noch eingefügte Fragezeichen im Bitcoin-Jahreschart unten weggelassen. Fraglich ist, ob es dann unmittelbar zu weiteren deutlichen Kursrückgängen kommt. Wahrscheinlich ja. Wie schon erwähnt, könnte der Preis nach einem Bruch der Widerstandszone um die 7.500 US-Dollar dann deutlich wieder fallen bis in den unteren 6.000-Dollar-Bereich. Für langfristig denkende Investoren wären das dann wieder sehr günstige Kaufpreise.

Ursachen des Flash Crashes

Wie immer ist es kaum möglich, die wirklichen Ursachen zu eruieren. Eine Begründung könnte eine mögliche Manipulation der Kryptobörse BitMEX sein, der führenden Bitcoin-Börse gemessen nach Handelsvolumen. Eine Besonderheit ist, dass dort mit Hebeln bis zu 100 auf steigende und fallende Kurse gesetzt werden kann. Dabei liegen den Bitcoin-Kursen bei die Bitcoin-Preise der drei Kryptobörsen Coinbase, Kraken und Bitstamp zugrunde. Der Preisrutsch soll dabei von der Börse Bitstamp ausgegangen sein durch einen Abverkauf von 3.600 BTC ausgegangen sein, der auch durch einen „durchgeknallten“ Algorithmus ausgelöst worden sein könnte. Allerdings hat man solche Flash Crashes in der Vergangenheit schon häufiger gesehen. Jedenfalls kann bei so riesigen Hebeln wie bei BitMEX schnell ein Dominoeffekt ausgelöst werden, wenn entsprechende Stop-Losses im Markt liegen.

Erstaunlicherweise hat die Hash Rate laut Daten von blockchain.com mit 114 TH/s (114 Millionen Tera Hashes bzw. 114 Trillionen Hashes pro Sekunde) gerade einen neuen Rekordwert erreicht. Das ist ein neuer Rekord der Netzwerkleistung, die der Sicherheit des Netzwerks dient. Eigentlich wird meist vermutet, dass ein Anstieg der Hash Rate mit eher steigenden Kursen einhergeht. Allerdings hat schon das vergangene Jahr gezeigt, dass trotz ständig steigender Hash Rate die Preise enorm gefallen sind. Von daher könnte der Kurssturz aber auch einfach nur eine gewisse Vorsicht vor den Libra-Anhörungen widerspiegeln. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bei der Anhörung vor dem US-Kongress versucht, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Libra würde die Währungsstabilität nicht gefährden sondern vielmehr die Vormachtstellung des US-Dollars stärken. Denn Libra soll ja zur Hälfte durch US-Dollar gedeckt werden. Wird das Libra-Projekt blockiert, würden andere Länder hier ihre Marktposition ausbauen. Dies gilt insbesondere für den Hauptkonkurrenten der USA, China. Denn dort soll – wie schon verschiedentlich gemeldet wurde – relativ kurzfristig eine staatliche digitale Währung getestet und eingeführt werden. Allerdings konnten die Zuckerberg-Ausführungen wohl die Bedenken kaum zerstreuen.

Altcoins meist nicht so schwach wie Bitcoin

Der in den vergangenen Wochen zu beobachtende Trend, dass die Altcoins den Bitcoin eher outperformen, setzt sich auch in der Abwärtsbewegung fort. Einige Coins der Top20 haben im Wochenvergleich weniger verloren als der Bitcoin, manche (wie Chainlink mit +13% oder Bitcoins SV mit +26%) zeigen sogar ein Plus. Auch heute im Tagesvergleich liegt der Bitcoin leicht im Minus, während praktisch alle Altcoins der Top20 mehr oder minder große Pluszeichen aufweisen. Trotzdem ist von Coinpicking derzeit noch immer eher abzuraten. Zwar kann sich der Bitcoin nach dem Preisrutsch auch schnell wieder erholen. Die Gefahr eines weiteren Rückgangs (Death Cross) ist jedoch groß.

21.10.2019, 15:30

Auch nach dem jüngsten Kursanstieg steuert der Bitcoin auf ein Death Cross hin. Im Jahreschart zeigt sich, dass dies in wenigen Tagen bereits markiert werden kann. Fraglich ist dabei, ob es eine ähnlich dramatische Relevanz bekommt wie das im April gesehene Golden Cross.

Grundsätzlich braucht es positive News, um den Bitcoin aus seiner seit vier Wochen andauernden Seitwärtsbewegung nach oben zu bringen. Eventuell könnten das die jüngsten Meldungen bezüglich digitaler staatlicher Währungen sein, wie sie gerade aus den USA und Kanada gekommen sind. Denn würden diese wirklich eingeführt, wären sie keine Konkurrenz zum Bitcoin, vielmehr würden sie ihn eher stimulieren.Diese Nachrichten könnten eventuell der Anlass gewesen sein, dass der Bitcoin heute aus dem seit 10 Tagen gebildeten Abwärtstrendkanal ausgebrochen (vgl. 3-Monatschart unten).

Altcoins im Vergleich zum Bitcoin gemischt

Bei den Altcoins der Top20 fällt im Vergleich zum Bitcoin die Wochenperformance gemischt aus (vgl. Übersicht unten). Während der Bitcoin knapp 1% im Minus liegt, ist das Minus bei einigen Altcoins wie Ethereum und Litecoin (jeweils -3%) größer. Die schwächste Wochenperformance haben Cardano und EOS mit mit jeweils -6%. Die Kryptowährung von Ripple (XRP) hält sich weiter gut. Hier hat auch der letzte Quartalsbericht gestützt, der 74% weniger der häufig kritisierten XRP-Verkäufe durch Ripple ausweist. Herausragend sind neben dem Binance Coin (+21%) auch der Privacy Coin Monero (XMR) mit einem Plus von 10%. Im Gegensatz zu anderen Altcoins hatte dieser noch nicht gegenüber dem Bitcoin gedreht. Hier könnte der Beginn einer Trendwende sein. Jedenfalls ist die Outperformance der Altcoins nicht mehr so eindeutig wie in den vergangenen Wochen.

Quelle: coinmarketcap.com

16.10.2019, 18:00

Vor Monaten elektrisierte die Ankündigung des Facebook-Coins Libra die Kryptowelt. Nun verlassen wichtige Unternehmen das Libra-Konsortium. Auch beim Telegram-Token GRAM gibt es Schwierigkeiten. Die SEC untersagt den Verkauf an US-Bürger.

Großer Widerstand gegen Libra

Der Facebook-Coin Libra stößt auf immer größeren Widerstand. US-Senatoren haben Druck auf Mitglieder der Libra Association gemacht, das Projekt aufzugeben. Den Unternehmen wurde sonst starker regulatorischer Druck auch auf Zahlungsaktivitäten jenseits von Libra angedroht. Facebook gilt aufgrund diverser Skandale der jüngeren Vergangenheit als nicht vertrauenswürdig. Die wichtigen Mitglieder des Libra-Konsortiums Mastercard, Visa, PayPal, eBay und Stripe haben bereits das Konsortium verlassen. Andere werden wahrscheinlich folgen. Zwar haben die Unternehmen verlauten lassen, das Projekt zu einem späteren Zeitraum noch einmal zu prüfen. Doch dies scheinen nicht mehr, als pflichtschuldige Verlautbarungen. Die Zweifel mehren sich, ob das Projekt im nächsten Jahr oder überhaupt umgesetzt wird. Dem angekratzten Image von Facebook wird diese Entwicklung weiter zusetzen. Obwohl auch in absehbarer Zukunft die Aussage über Facebook stimmt: Keiner mag es – fast jeder hat einen Account.

Alternative Bitcoin

Der mögliche Facebook-Coin Libra wäre keine Konkurrenz für den Bitcoin. Denn Libra wäre nur ein digitalisierter Fiat-Währungskorb aus US-Dollar, Euro, Pfund, Yen und Singapur-Dollar. Der Wert würde also mit den hinterlegten Währungen schwanken. Dagegen führt der Bitcoin und seine Wertentwicklung ein völliges Eigenleben. Nun laufen neue Entwicklungen darauf hinaus, dass man auch Bitcoin über soziale Medien übertragen kann. Dies wird mit einer App dann auf Twitter, YouTube, Instagram und einigen kleineren Plattformen möglich. Facebook ist nicht dabei. Die Entwicklungen zeigen, dass Bitcoin den Libra überflüssig machen kann. Die leichte Übertragbarkeit von Bitcoin über soziale Medien könnte ein großes Thema werden. Bitcoin wird auf lange Zeit unangefochten die Leitwährung unter den Kryptowährungen bleiben, vergleichbar der Dollar-Dominanz unter den Weltwährungen. Daneben wird es dann auch staatliche Stable Coins geben, die aber ebenfalls keine Alternative zum Bitcoin sein werden. Jedenfalls stellt sich dann die berechtigte Frage: Wer braucht dann überhaupt noch Libra?

Telegram-Token vor dem Aus?

Ist das Projekt bereits am Ende, bevor es am 31. Oktober starten soll? Die amerikanische Börsenaufsicht SEC geht gegen den gigantischen 1,7 Milliarden US-Dollar ICO von Telegram in 2018 vor. Allerdings überrascht, dass die SEC erst so spät und kurz vor Umsetzung der Token-Verteilung reagiert. Jedenfalls behauptet die SEC nun, dass es sich bei den GRAM-Token um Wertpapiere handelt und diese nicht registriert wurden. Die Token wurden an 171 Erstkäufer weltweit (darunter 39 US-Käufer) verkauft. Bis zum 31. Oktober sollten die GRAM-Token an die Erstkäufer geliefert werden. Mit einer Notverordnung soll dies nun unterbunden werden. US-Investoren dürfen GRAM weder durch Verkauf noch auf andere Weise erhalten. Zwar ist das Verbot auf die USA beschränkt, andere Länder sind davon zunächst nicht betroffen. Fraglich ist, ob die US-Käufer eine Rückerstattung ihrer Mittel bekommen – die wahrscheinlich beste Lösung für Telegram. Von daher darf man auf die Entwicklung in den nächsten zwei Wochen bis Ende Oktober gespannt sein. Eine SEC-Anhörung ist für den 24. Oktober angesetzt. Berichten zufolge erwägt Telegram, die Token-Ausgabe bis nächstes Jahr zu verschieben. Zuletzt gab es große Erwartungen an die Entwicklung von GRAM als Kryptowährung des Telegram Open Network (TON). Analysten sahen GRAM in den nächsten Jahren in die Top10 der Kryptowährungen aufsteigen. Der Telegram-Token GRAM wird nicht endgültig vor dem Aus stehen. Bei den im vergangenen Jahr eingestiegenen Investoren dürfte aber Enttäuschung aufkommen.

14.10.2019, 14:20

Der Bitcoin-Preis nähert sich einem Death Cross. Deutet das auf einen Absturz hin? Wichtige Altcoins zeigen dagegen eine Outperformance zum Bitcoin.

Nach dem Kursrutsch Ende September hat sich der Bitcoin seitwärts bewegt und blieb mit kurzen Unterbrechungen über der Marke von 8.000 US-Dollar. Er es aber auch nicht mehr geschafft, über die 200-Tagelinie zu steigen. Diese ist nun zum Widerstand nach oben mutiert. Charttechnisch wird ein Death Cross beim Bitcoin immer wahrscheinlicher. Dabei fällt die 50-Tage- unter die 200-Tagelinie. Dieser Umstand wird meist mit einem weiteren schlechten Kursverlauf in Verbindung gebracht. Deutet dieses Szenario auf einen Bitcoin-Absturz hin?

Ein Blick auf den Zwei-Jahreschart unten zeigt das letzte Death Cross Ende März 2018. Damals trat genau das Gegenteil ein: Im April stieg der Preis des Bitcoins um 50 Prozent, die Preise der Altcoins explodierten noch mehr. Allerdings verzerrt der Hype Ende 2017 die Situation etwas, so dass die Aussagekraft vermindert ist. Tatsache ist auch, dass es nach den stark steigenden Kursen im April 2018 dann doch deutlich nach unten ging und die Preise zum Jahresende um 50 Prozent tiefer als zum Zeitpunkt des Death Cross notierten. Aktuell erscheint aufgrund des Verlaufs der 50-Tagelinie eine konträre Entwicklung wahrscheinlicher, also ein kurzfristiger Kursrückgang und danach dann eine sehr deutliche Aufwärtsbewegung. Jedenfalls gilt das zuletzt Gesagte: Sollte der Widerstandsbereich um 7.500 US-Dollar fallen, könnten die Bitcoin-Preise bis in den unteren 6000er-Bereich fallen. Für langfristig eingestellte Investoren wären das dann wieder sehr günstige Kaufpreise. Aber – wie wir an dieser Stelle schon mehrfach erwähnt haben – kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin sind sehr schwierig und haben sich schon sehr oft schnell als Makulatur erwiesen. Trotzdem erscheint kurzfristig eine vorsichtigere Anlagestrategie sinnvoll zu sein, bis sich ein neuer Trend abzeichnet.

Die Altcoins zeigen weiter eine sehr gute Performance. Im Überblick der Top20 unten zeigt sich, dass viele Altcoins im Wochenvergleich eine bessere Performance als der Bitcoin aufweisen. Interessant könnten der XRP und IOTA sein. Ripple setzt auf das Internet of Value und investiert kräftig in das Ökosystem für seine Kryptowährung XRP. Insgesamt sollen schon rund 500 Millionen US-Dollar investiert worden sein, die Hälfte davon für die Monetarisierungs-Plattform Coil. Mit diesem Schritt soll XRP neben dem Interbankenhandel auch im Bereich Mikrotransaktionen Fuß fassen. Micropayments könnten in Zukunft zur Killer-App werden mit Anwendungen zum Beispiel bei Videospielen oder für bezahlte Inhalte. Der XRP-Preis ist zuletzt sehr fest gegenüber dem Bitcoin gewesen und nähert sich bereits der 200-Tagelinie. Auch IOTA war zuletzt gegenüber dem Bitcoin sehr fest, das Kursverhalten und auch der absolute Preis sind ziemlich identisch zu XRP. IOTA setzt auf das Internet of Things (IOT), also die Kommunikation und Vernetzung verschiedener Maschinen. Dies ist eines der Zukunftsthemen überhaupt mit Anwendungen beispielsweise im Bereich Mobilität, Logistik oder Smart Factories. Jedenfalls erscheinen beide Coins für den langfristigen Investor interessant. Sollte der Bitcoin allerdings wie oben dargestellt noch einmal ins Rutschen geraten, würden kurzfristig auch diese Coins in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: coinmarketcap.com

9.10.2019, 16:15

Die SEC muss bis zum 13. Oktober endgültig eine Entscheidung bezüglich eines Bitcoin-ETF-Antrags stellen. Die Aussichten gelten besser als in der Vergangenheit. Eine positive Entscheidung könnte für neuen Schub sorgen. Eine negative Entscheidung könnte den Bitcoin-Preis aber bis in den 6000er-Bereich drücken. Das wären dann Kaufkurse.

Das Endlos-Thema Bitcoin-ETF steht kurzfristig wieder auf der Tagesordnung. Diesmal ist es der von Bitwise beantragte ETF, beim dem die Entscheidung der SEC bis zum 13. Oktober fallen soll. Eine nochmalige Verschiebung der Entscheidung ist in diesem Fall nicht mehr möglich. Bei einer Zulassung setzt der Markt bekanntermaßen darauf, dass sich die Bitcoin-Nachfrage erhöhen würde. Denn dadurch würden breitere Anlegerkreise einen einfacheren Zugang zum Bitcoin-Markt bekommen. Die Zulassung eines Bitcoin-ETFs durch die Aufsichtsbehörde würde auch für viele Anleger einen größeren Sicherheitsgrad bedeuten. Nach Meinung von Bitwise-Offiziellen sollen die Chancen für eine Zulassung diesmal besser stehen, denn der Markt hat sich seither positiv weiterentwickelt, so dass die bisherigen Bedenken der SEC dem vielleicht nicht mehr entgegenstehen. Eine positive Entscheidung könnte dem Bitcoin-Markt kurzfristig Schub geben. Umgekehrt wäre es natürlich bei einer negativen Entscheidung. Allerdings müsste die SEC diesmal auch konkreter werden, welche Bedenken eine Zulassung noch verhindern. Jedenfalls könnten die nächsten Tage diesbezüglich spannend werden. In diesem Zusammenhang könnte ein positives Signal sein, dass die SEC Bitcoin nicht als Wertpapier sieht. Demnach setzen Bitcoin-Käufer nicht auf unternehmerische Gewinne, obwohl das natürlich auch in der Vergangenheit schon klar war. Der primäre Use Case Wertaufbewahrung wird gerade wieder deutlich. Die Sperrung von Konten in der Türkei und der zwischenzeitliche Ausfall von Geldautomaten in Hongkong lässt die Zweifel am traditionellen Bankwesen wachsen. Da erstaunt nicht, dass die Google-Suchanfragen nach Bitcoin in Hongkong wieder den höchsten Wert seit Juni erreichten. Positiv stimmt, dass der Global Strength Indicator von Bloomberg erstmals seit November wieder ein Kaufsignal zeigt.

Auf der negativen Seite ist eine am Montag eingereichte Klage bei einem Gericht in New York zu sehen, demzufolge Tether mit ungedeckten Coins den gesamten Kryptomarkt manipuliert haben soll und damit einen Schaden von 1,4 Billionen US-Dollar verursacht haben soll. Tether soll über Bitfinex (beide Firmen sind eng verknüpft) neue Tether „gedruckt“ haben und diese an Bitfinex weitergeleitet haben. Mit den Beträgen soll dann Bitcoin gekauft worden und damit die Nachfrage künstlich angeheizt worden sein. Tether und Bitfinex haben diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Vorwürfe sind nicht neu und gründen sich auf eine Studie der Universität von Texas aus dem Jahr 2018. Von daher hat sich der Markt davon zunächst nicht beeindrucken lassen.

Charttechnisch befindet sich der Bitcoin in einer kurzfristig rückläufigen Dreiecksformation (vgl. BTC-6-Monatschart unten). Diesmal wird es bis zu einer Richtungsentscheidung allerdings nicht so lange dauern wie bei der letzten Dreiecksformation. Diese löste sich bekanntlich vor drei Wochen mit dem Kursrutsch nach unten auf. Je nach SEC-Entscheidung wird das Dreieck in den nächsten vier bis fünf Tagen nach oben oder unten verlassen werden. Aktuell befindet sich der Bitcoin-Preis wieder an der oberen fallenden Dreieckslinie. Kurzfristig eingestellte Trader könnten deshalb für diese Fälle Stopp-Limits legen. Zum Beispiel für den Fall einer positiven Entscheidung ein Stopp-Buy-Limit etwa bei 8.500 Dollar und für den Fall einer negativen Entscheidung ein Stopp-Limit bei 7.600 Dollar. Sollten die Preise dann bis in den 6000er-Bereich fallen, wären das dann auf jeden Fall auch wieder Kaufkurse für langfristige Investments.

7.10.2019, 11:45

Die Kryptowährung von Ripple, XRP, zeichnete sich zuletzt durch ihre Outperformance gegenüber dem Bitcoin aus. XRP notiert immer noch mit einem Minus von mehr als 90% gegenüber dem Allzeithöchststand. Im Jahreschart unten sieht man, dass XRP seit Mitte September gegenüber dem Bitcoin sehr fest im Markt liegt und um über 30% zugelegt hat. Auch bekannte Trader wie Peter Brandt aus den USA äußerten zuletzt, dass der Preis gegen Bitcoin einen Langzeitboden erreicht haben könnte. Unser Chart scheint das zu bestätigen. Auch könnte XRP durch die Meldung stimuliert werden, dass auf der dezentralen Börse BinanceDEX ein Token mit einer 100%-igen XRP-Deckung angeboten wird, der die Nachfrage nach XRP steigern könnte. Der Trend deutet jedenfalls auf eine mittelfristig anhaltende Outperformance gegenüber dem Bitcoin hin. Der Preis könnte nun in Richtung der 200-Tagelinie gehen, die aktuell noch rund 25% höher verläuft. Unter den Top10-Coins hat XRP die beste Wochenperformance mit einem Plus von fast 8% (vgl. Übersicht unten). Auffallend ist der Anstieg der positiven Erwähnungen von XRP in den sozialen Medien. Dies spricht für positive Erwartungen der Trader-Community. Allerdings: Der Bitcoin steht gerade vor der Entscheidung, ob er unter den kurzfristigen Widerstand bei 7.900 Dollar fällt. Passiert das, wird sich auch XRP von dem negativen Einfluss nicht freimachen können. Die Gefahr eines Abkippens von BTC ist derzeit groß, insbesondere wenn auch die Widerstandszone um 7.500 Dollar durchbrochen wird. Denn besteht die Gefahr eines schnellen Rückgangs bis auf 6.000 Dollar.

Quelle: coinmarketcap.com

Zurück zu XRP. Ripple und XRP haben eine problematische Beziehung: Anfang September wurden große Mengen XRP (1,5 Milliarden Stück) aus der Escrow-Wallet an Ripple versendet. Damit wurde der eigentlich für einen Monat vorgesehene Maximalbetrag schon überschritten. Die starke Inflationierung durch Ripple, die den Vertrieb der XRP überwachen, wird für die sehr schlechte XRP-Kursentwicklung verantwortlich gemacht. Dabei verunsichert insbesondere die mangelnde Transparenz über die Transaktionen und die dahinterstehende Strategie.

Ripple als Open-Source-Protokoll wird von Ripple Labs entwickelt. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Verkauf der ursprünglich einbehaltenen XRP. Die Maximierung der Verbreitung und des Nutzens von XRP ist damit ein wesentliches Geschäftsziel. Dadurch würde die Nachfrage und damit aufgrund des limitierten Angebots auch der Wert von XRP steigen. Von den geschaffenen 100 Milliarden Ripple wurden 80 Milliarden Stück an Ripple Labs übertragen. 2017 kündigte Ripple die Verwahrung von insgesamt 55 Milliarden XRP in 55 Treuhand-Konten zu je einer Milliarde XRP an. Über diese sog. Escrow-Wallets soll die andauernde Emission der XRP-Token kontrollierbar und berechenbar werden. Am ersten Tag eines jeden Monats (insgesamt sind das also seit Ankündigung 55 Monate) läuft jeweils ein Konto per festgelegtem Vertrag aus, d.h. jeden Monat kann Ripple maximal eine Milliarde XRP verkaufen. Werden in einem Monat weniger als eine Milliarde XRP verkauft, wird der verbliebene Betrag dann auf ein Treuhandkonto am Ende der Escrow-Warteschlange übertragen (also auf Monat 56 usw. seit Beginn der Ankündigung).

Der Verunsicherung wegen der anhaltenden Inflationierung stehen in der Vergangenheit eine Unmenge von Meldungen über Partnerschaften von Ripple gegenüber. Demgegenüber gibt es auch Meldungen über konkurrierende Systeme, die zum XRP-Killer werden könnten. So experimentiert mit HSBC immerhin eine der weltgrößten Investmentbanken mit einer blockchainbasierten Plattform namens Voltron, die wie Ripple mit XRP die Transaktionsgeschwindigkeit internationaler Zahlungen erhöhen und deren Kosten reduzieren will. Von daher könnte Ripple, die das SWIFT-Überweisungssystem ablösen will, von solchen Konkurrenzsystemen durchaus bedroht werden, insbesondere wenn sich dabei ein ganzer Bankenverbund zusammenschließt.

In diesem widersprüchlichen Spannungsfeld erscheint es äußerst schwierig, den künftigen Verlauf des XRP-Kurses zu prognostizieren. Zuletzt hatte sich Ripple-CEO Brad Garlinghouse gegen Vorwürfe der Manipulation des XRP-Kurses gewehrt. Er wies darauf hin, dass Ripple den XRP-Kurs nicht mehr manipulieren kann als die Bitcoin-Wale und das eher niedriger kapitalisierte Coins Gefahr laufen, manipuliert zu werden. Auch sieht er eine mögliche Hard Fork von XRP nicht als Bedrohung und verweist auf die Bitcoin-Forks, die alle nicht annähernd die Bedeutung von Bitcoin erlangt haben.

3.10.2019, 20:10

Der Bitcoin und die Altcoins bewegen sich seit dem Crash in der vergangenen Woche seitwärts. Die Bayerische Landesbank hält es für möglich, dass der Bitcoin im nächsten Jahr auf 90.000 Dollar geht – mehr als eine Verzehnfachung des heutigen Preises.

Fantastische Kursziele für den Bitcoin hört man eher von ausgewiesenen Krypto-Enthusiasten. Die Bayerische Landesbank (BayernLB) gehörte bisher nicht zu diesem Kreis. Umso mehr erregt deshalb ihre Studie vom 30. September für Aufsehen, die den Bitcoin im nächsten Jahr bei 90.000 US-Dollar sieht. Das wäre also mehr als eine Verzehnfachung des Preises.

Grundlage dieser Prognose ist der aus der Rohstoffanalyse bekannte Stock-to-Flow-Wert, der sich durch das anstehende Halvening im Mai 2020 verdoppelt. Das Stock-to-Flow-Verhältnis gilt als sinnvolles Mittel zur Bewertung der Knappheit eines Gutes. Dabei ist der Stock das momentan verfügbare Angebot, der Flow das in der nächsten Periode zusätzlich produzierte Angebot. Je höher dieses Verhältnis ist, desto größer ist sein Härtegrad un desto wertstabiler ist das entsprechende Gut. Beim Bitcoin ist die Knappheit klar definiert durch die maximale Obergrenze der produzierbaren Coins und das Halvening alle vier Jahre. Derzeit werden jährlich 0,7 Millionen Bitcoin produziert. Bei dem aktuellen Bestand von 17,5 Millionen Bitcoins ergibt sich als ein SF-Verhältnis von 25. Durch das nächste Halvening im Mai 2020 wird sich der SF-Wert dann auf 50 verdoppeln. In der Studie der BayernLB heißt es, dass sich Gold seinen Härtegrad über Jahrtausende erarbeiten musste. Beim Bitcoin geht das aufgrund seines Designs dagegen rasend schnell. Bereits nächstes Jahr wird er nach dem Halving einen ähnlich hohen Härtegrad wie Gold aufweisen. Im Jahr 2024 steht das nächste Halvening an, dann wird sich der Härtegrad noch einmal verdoppeln. Der Härtegrad wird dann auf ein noch von keinem anderen Gut erreichten Härtegrade von über 100 steigen. Zum Vergleich: Gold hat derzeit einen Wert von rund 58, der sich auch im nächsten Jahr nur unwesentlich erhöhen wird. Im Gegensatz zum Gold gibt es beim Bitcoin keinerlei sonstigen Verwendungsmöglichkeiten. Deswegen können auch keine sonstigen Nachfrageentwicklungen den Preis verzerren. Zum Schluss weisen die Autoren der Studie aber darauf hin, dass selbst beste statistische Modelle in der Prognose versagen können. Von daher wird das Bitcoin-Halvening im nächsten Jahr ein Härtetest für das Stock-to-Flow-Modell.

26.9.2019, 19:50

Der Ausbruch aus der Dreiecksformation erfolgte nach unten. Es kam dann extrem schnell zum für diesen Fall erwarteten Rückgang auf die 200-Tagelinie. Nach zwei Tagen wurde heute auch dieser Widerstand nachhaltig nach unten durchbrochen.

Am Dienstag kam es zum Ausbruch aus der seit Ende Juni gebildeten Dreiecksformation. Leider kam die negative Variante zum Tragen, denn der Bitcoin-Preis fiel durch die untere Widerstandslinie bei 9.400 US-Dollar. Danach kam es zu dem von uns erwarteten Szenario und der Preis fiel bis auf die 200-Tagelinie bei 8.400 Dollar(vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Und das nicht in wenigen Tagen, wie man vielleicht erwartet hätte, sondern in weniger als einer Stunde. In den vergangenen zwei Tagen klebte er dann an der 200-Tagelinie. Heute am Nachmittag hielt auch dieser Widerstand nicht mehr und der Preis rutschte weiter ab. Innerhalb weniger Stunden gab es erneut große Kursverluste, bevor der Preis zuletzt bei 7.800 Dollar gedreht ist. Aktuell notiert der Bitcoin um die 7.950 Dollar.

Buy the rumors, sell the facts

Die Gründe für den Crash? Wahrscheinlich überzogene Erwartungen an den Start der neuen Handelsplattform Bakkt für Bitcoin-Futures. Viele Marktteilnehmer waren von dem sehr bescheidenen Volumen zum Handelsbeginn am Montag enttäuscht. Andererseits war eigentlich klar, dass der Erfolg dieser Plattform, die auf institutionelle Anleger abzielt, erst in einigen Monaten absehbar wird. 71 Bitcoin wurden am ersten Tag an der Bakkt gehandelt. Zum Vergleich. Bei Einführung der Bitcoin-Futures an der CME im Dezember 2017 wurden am ersten Tag 5.298 Bitcoin gehandelt. Dabei muss man natürlich berücksichtigen, dass der Start damals in eine absolute Hypephase fiel. Jedenfalls dürfte hier ein Phänomen eingetreten sein, dass man auch von anderen Märkten kennt: Buy the rumors, sell the facts. Im Zusammenspiel mit der prägnanten charttechnischen Konstellation wurde kurzfristig eine Verkaufswelle ausgelöst mit dem höchsten Umsatzvolumen seit Mitte Juli.

Kurzfristige versus langfristige Überlegungen

Die Kardinalfrage nach dem Crash am Kryptomarkt ist natürlich: Wie geht es weiter. Wir haben hier schon oft erwähnt, dass kurzfristige Bitcoin-Prognosen sehr unsicher sind. Mit dem Unterschreiten der 200-Tagelinie gilt als nächstes der Bereich um 7.500 Dollar als Unterstützungszone. Sollte diese gerissen werden, so ist der Bull Market zunächst passé. Wie in der Aufwärtsbewegung die Optimisten gewinnen natürlich gerade wieder die Pessimisten die Oberhand. So werden Rückgänge auf 7.000 oder sogar 4.000 Dollar prognostiziert. Das ist nicht anders als bei einer Aufwärtsbewegung, wenn ständig höhere Kursziele propagiert werden.

Diesen kurzfristigen Überlegungen stehen die langfristigen gegenüber. Auch wenn es wie ein Mantra klingt: Langfristig wird der Bitcoin steigen. Je nach Einstiegszeitpunkt und –preis sollten deshalb auch verstärkt Überlegungen zur Steueroptimierung einbezogen werden.  Insbesondere wenn man steuerfreie Gewinne nach einem Jahr erzielen will, sollte man sich von den kurzfristigen Kurskapriolen nicht verrückt machen lassen. Wer also Positionen deutlich tiefer gekauft hat, sollte nicht verkaufen. Wenn man trotzdem negativ eingestellt ist, könnte man der jeweiligen Position ja kurzfristig auch Short-CFDs oder Short-Zertifikate auf Bitcoin gegenüberstellen. Wer allerdings deutlich höher gekauft hat, für den macht eventuell folgende Strategie Sinn: Positionen verkaufen und möglichst sofort wieder zurückkaufen. Das kann man auch sukzessive machen, um nicht Gefahr zu laufen, dass der Markt genau in diesem Augenblick dreht. Denn es gilt ja first in, first out. Oder man kauft die Position, wenn man Konten bei mehreren Kryptobörsen hat, sofort an einer anderen Kryptobörse zurück. Dann hat man einen Steuerverlust realisiert und kann diesen mit entsprechenden Gewinnen gegenrechnen. Für die zurückgekaufte Position kann dann erneut versucht werden, diese mit einer Haltedauer von über einem Jahr steuerfrei zu realisieren. Wiegesagt: Langfristig sehen wir den Bitcoin und andere große Kryptowährungen bei deutlich höheren Niveaus.

Altcoins noch schwächer als Bitcoin

Die Outperformance der Altcoins während der vergangenen Wochen wurde kurzfristig gestoppt und ging nahtlos in eine Underperformance der Altcoins über. Während der Bitcoin im Wochenvergleich rund 20% verloren hat, verloren die Bitcoin-Ableger Bitcoin Cash und Bitcoin SV als schwächste Coins der Top20 rund 33% (vgl. Übersicht unten). Sieht man von den Sonderfällen Tether und dem Bitfinex-Coin LEO ab, lag bei den Top20 nur einer deutlich besser als der Bitcoin: IOTA. Dieser hat ein vergleichsweise moderates Minus von 13%. Hier unterstützt ein positiver Newsflow. Kürzlich wurde der dezentrale Industrie-Marktplatz von der IOTA Foundation veröffentlicht. Außerdem gab es eine Mega-Partnerschaft mit der Linux Foundation. Hier geht es darum, einen gemeinsamen Standard für das Internet der Dinge (IoT) aufzubauen. Generell ist in der derzeitigen Situation am Kryptomarkt Coinpicking, also das Aussuchen interessanter Altcoins, aber wenig erfolgversprechend.

Quelle: coinmarketcap.com

23.9.2019, 15:45

Während der Bitcoin in engen Bahnen schwankt, zeigen die Altcoins zuletzt eine deutliche Outperformance. Diese könnte vor allem bei vier großen Altcoins anhalten: Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin. Denn für diese werden gerade neue Kaufmöglichkeiten geschaffen.

Der Bitcoin schwankt in einem immer enger werdenden Kanal um die Marke von 10.000 US-Dollar. Im Wochenvergleich liegt er mit über 3% im Minus. Dagegen hat sich bei den Altcoins die Trendwende fortgesetzt. Dies zeigt ein Blick unten auf die Top20. Im Wochenvergleich ist deren Performance teilweise erheblich besser als die von Bitcooin. Dieser liegt im 7-Tagesvergleich gegenüber dem Dollar mit über 3% im Minus. Dagegen haben die Top-Performer Stellar und Chainlink (+15%) sowie IOTA (+14%)  deutliche Pluszeichen.

Quelle: coinmarketcap.com

Bei den Altcoins könnten in nächster Zeit vier im Vordergrund stehen: Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin. Denn der Zugang zu den vier größten Altcoins und dem Bitcoin wird nun über zwei neue und bedeutende Plattformen eröffnet. Zum einen wird für die  genannten Coins mit Binance.US auch für amerikanische Anleger eine neue Handelsmöglichkeit geschaffen. Binance.US war von Binance neu gegründet worden, um den strikten amerikanischen Regularien zu entsprechen.

Zum anderen steigt die in Asien sehr verbreitete japanische Messaging-App LINE in den Kryptomarkt ein. Diese handelt die fünf genannten Coins über ihre Kryptobörsen BITMAX (für den japanischen Markt) und BITBOX (für andere Länder).Die Sicherheitsstandards sollen sehr hoch sein. Die App ist in siebzehn Sprachen verfügbar und will dem übermächtigen chinesischen WeChat Konkurrenz machen. In Europa sind die Konkurrenz v.a. Whatsapp und der Facebook Messenger. LINE soll über 160 Millionen Nutzer verfügen. Der Einstieg von LINE dürfte jedenfalls den Trend der Internetkonzerne in den Kryptomarkt verstärken. Seit Monaten gibt es ja viel Aufregung um den geplanten Facebook-Coin Libra. Hier geht es v.a. um ein Zahlungsmittel für internationale Transaktionen zu keinen oder nur geringen Kosten. Auch der russische Messaging-Dienst Telegram mit weltweit über 300 Millionen Nutzern steigt in den Kryptomarkt ein. Auf der eigenen Blockchain-Plattform Telegram Open Network (TON) sollen neben Bitcoin auch andere große Kryptowährungen gehandelt werden können. Immerhin konnte Telegram im Jahr 2018 rund 1,7 Milliarden Dollar bei einem ICO einsammeln. In Kürze soll der Handel mit dem Telegram-Token GRAM beginnen.

Die Trendwende bei den großen Altcoins soll noch einmal beispielhaft unten am Chart von Ethereum gegen Bitcoin verdeutlicht werden. Der Preis von Ethereum hat sich seit dem Tiefststand Anfang September gegenüber dem Bitcoin um rund 25 Prozent verbessert. Es ist durchaus möglich, dass der Ethereum-Preis bis Jahresende gegen den Bitcoin wieder auf die Niveaus von Juni steigt. Das wären vom heutigen Stand noch einmal 50 Prozent. Wenn dann –wie wir erwarten – bis Jahresende auch noch der Bitcoin steigt, wäre das in Dollar oder Euro gerechnet noch ein deutlich höherer Gewinn.

19.9.2019, 19:00

Der Bitcoin bewegt sich weiter seitwärts in der Dreiecksformation. Die Altcoins zeigen eine starke Performance. Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin könnten besonders profitieren.

Der Bitcoin hat gerade ein neues All-Time-High erreicht. Zumindest bei der Hashrate, die die sagenhafte Marke von 100 Millionen Tera-Hashes pro Sekunde überschritten hat. Die Hashrate ist das Gesamtmaß für die Rechenleistung innerhalb eines Blockchain-Netzwerkes. Die riesige Zahl macht die Stärke des Bitcoin-Netzwerkes deutlich als dem sichersten dezentralen Netzwerk der Welt. Eine unbedingte Korrelation zwischen steigenden Hashrates und steigenden Bitcoin-Preisen – wie sie einige Analysten unterstellen – gibt es aber nicht. Das zeigte sich im vergangenen Jahr, als steigende Hashrates mit einer desaströsen Kursentwicklung einhergingen. Auch aktuell kommen keine positiven Impulse, der Bitcoin-Preis bewegt sich seitwärts. Heute gab es wieder einmal eine heftige Minutenbewegung. Wie so oft fand sie im asiatischen Handel statt. Der Bitcoin fiel innerhalb kürzester Zeit um 500 US-Dollar und konnte danach schnell die Hälfte der Kursverluste wieder gutmachen. Am Abend notierte der Preis bereits wieder über der Marke von 10.000 Dollar in der Nähe der Vortagesniveaus. Er bewegt sich weiter in der seit Ende Juni gebildeten Dreiecksformation (vgl. Bitcoin-Jahreschart). In den nächsten zwei Wochen dürfte es zu einer Auflösung kommen. Entweder der Preis bricht durch die Widerstandslinie bei 9.400 Dollar. Dann könnte es bis zu einem Rückgang auf die 200-Tagelinie kommen, die aktuell bei 8.200 Dollar verläuft. Oder er bricht nach oben durch die abfallende obere Begrenzungslinie des Dreiecks aus. Dann könnte er Kurs auf die Jahreshöchststände nehmen. Diese Variante sehen wir aktuell immer noch als die wahrscheinlichere an. Der am Montag (23. September) beginnende Handel mit den physisch belieferten Bitcoin-Futures an der Bakkt könnte die Trendentscheidung beschleunigen.

Ein neuer Trend ist die Rückkehr der Altcoins. Nachdem sie seit langer Zeit gegenüber dem Bitcoin underperformen, hat sich dieser Trend nun umgekehrt. Wir haben hier zuletzt mehrfach darauf hingewiesen, dass Ethereum trotz des schlechten Chartbilds spekulativ sehr interessant erscheint. Seither ist der Preis der zweitgrößten Kryptowährung um rund 25 Prozent gestiegen, während der Bitcoin im gleichen Zeitraum sogar leicht im Minus ist. Der ETH-Preis hat nun auch die wichtige Marke von 200 Dollar deutlich überstiegen und notiert aktuell bei 220 Dollar. Schön sieht man die Outperformance im Chart von Ethereum gegen Bitcoin. Der Preis ist aus seinem seit Juni anhaltenden starken Abwärtstrend ausgebrochen. Er nimmt nun – wie schon vor drei Tagen vermutet – verstärkt Fahrt in Richtung der 200-Tagelinie von ETH-BTC auf (vgl. Jahreschart ETH-BTC unten).

Von den großen Altcoins könnten in nächster Zeit neben Ethereum auch Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin am interessantesten sein. Die bekannte japanische Messaging-App LINE hat ihre Kryptobörse BITMAX (für den japanischen Markt) bzw. BITBOX (für andere Länder) gestartet. Neben Bitcoin werden diese vier Altcoins dort gehandelt. Die Kryptobörsen sind in die LINE-App integriert, die weltweit über 160 Millionen Nutzer verfügen soll. Die Sicherheitsstandards sollen sehr hoch sein. Jedenfalls könnte der LINE-Schritt den Trend der Internetkonzerne verstärken, in das Kryptogeschäft einzusteigen. Neben LINE hat gerade auch Binance.US den Geschäftsbetrieb gestartet. Die Börse war von Binance neu gegründet worden, um den amerikanischen Regularien zu genügen. Auch Binance.US handelt wie LINE neben Ethereum die gleichen vier Altcoins. Das könnte auch ein Grund für die sehr starke Performance inbes. von Ethereum und Ripple während der vergangenen Tage sein.