In Kryptowährungen investieren?

  • völlig neue Asset-Klasse
  • verstärktes Interesse traditioneller Groß- und Kleinanleger
  • derzeit interessantester Tradingmarkt mit vielen Tradingmöglichkeiten
  • Handel in Altcoins aussichtsreicher als in Bitcoin
  • 7/24-Handel (Handel rund um die Uhr)
  • gute Handelsplattformen

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20.1.2020, 15:35

Der Flash Crash beim Bitcoin am Sonntag ist kein Grund zur Panik. Die Altcoins zeigen weiter relative Stärke. Ethereum könnte von DeFi-Anwendungen überproportional profitieren.

Seit 2014 schwächelte der Bitcoin im Januar immer. In diesem Jahr ist der Start der beste seit 2012. Marktbeobachter spekulieren bereits, ob es das erfolgreichste Bitcoin-Jahr überhaupt werden könnte. Der Bitcoin ist nachhaltig aus seinem seit Juli bestehenden Abwärtstrendkanal ausgebrochen (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Am Sonntag sprang der Preis im asiatischen Handel bereits über die 200-Tagelinie, die derzeit bei 9.050 Dollar verläuft. Später am Tag kam es dann zum ersten Mal seit längerem wieder zu einem Flash Crash, der Preis fiel innerhalb von Minuten von über 9.000 auf unter 8.500 Dollar. Offensichtlich hat jemand auf Deribit, einer Krypto-Futuresbörse, die enorme Menge von 100 Millionen Dollar in unbefristeten Futures-Kontrakten geshortet. Somit war ein Deribit-Wal der Auslöser des Flash Crashes. Als weiterer Grund wurde ein Schließen des Gaps bei den Bitcoin-Futures an der CME angeführt. Zum Closing-Preis vom Freitag ergab sich eine bearishe Lücke von 300 Dollar, die dann am Sonntag geschlossen wurde. Ein positives Zeichen auf mittlere Sicht ist dagegen der Anstieg der Prämien auf die Bitcoin-Futures an der CME. Dieser deutet darauf hin, dass die Investoren für das ganze erste Halbjahr bullish für den Bitcoin sind. In dieser Woche steht Krypto auch auf der Agenda des Weltwirtschaftsforums in Davos. Am interessantesten dürft die Diskussion am 23. Januar darüber sein, wie man eine vertrauenswürdige Digitalwährung schaffen kann.

Irres Kurspotenzial bei Ethereum?

Nicht nur der Bitcoin hat sich der 200-Tagelinie genähert. Auch viele Altcoins pirschen sich an sie heran, manche haben diese sogar schon übersprungen. Die meisten großen Altcoins zeigen sowohl im Tages- und Wochenvergleich als auch seit Jahresbeginn eine deutlich bessere Performance als der Bitcoin. Dieser Trend könnte in nächster Zeit anhalten.

Fantastische Kursprognosen machen bei Ethereum (ETH), der zweitgrößten Kryptowährung, die Runde. So hält der Gründer von Mythos Capital, Ryan Sean Adams, eine Ethereum-Bewertung von 1 Billion Dollar für gerechtfertigt. Ist das schon bei Bitcoin ambitioniert (der Preis müsste sich mehr als versechsfachen), gilt das bei Ethereum um so mehr. Denn bei der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 18 Millionen Dollar würde das mehr als eine Verfünfundfünfzigfachung bedeuten. Aber selbst wenn man dies nun doch als des Guten zuviel einstuft, könnte es auf Sicht zu einer deutlichen Höherbewertung durch die vielen DeFi-Anwendungen kommen, die Ethereum als Sicherheit verwenden. Bei DeFi (decentralized finance) werden klassische Finanzprodukte durch Smart Contracts auf der Blockchain abgebildet. Die User können dann ohne zentrale Vermittlung durch Banken und andere Finanzdienstleister Produkte und Dienstleistungen wie Kredite, Derivate, Zahlungen mittels Peer-to-Peer-Lösungen nutzen. Zu den erfolgreichsten DeFi-Anwendungen gehören Maker DAO, Compound und die dezentrale Kryptobörse Uniswap. Die oben erwähnten extrem optimistischen Annahmen von Adams basieren aber auf einer umfassenden Adoption von Ethereum im DeFi-Bereich. Trotzdem: Das Wachstum von DeFi wird anhalten und sich noch verstärken. Ethereum ist der Hauptprofiteur im Kryptobereich.

Von daher könnte Ethereum nach langer Durststrecke in diesem Jahr wieder zum Outperformer gegenüber dem Bitcoin werden. Im Chart unten sieht man den Kursverlauf von Ethereum gegenüber dem Bitcoin (ETH/BTC). Seit Anfang 2018 hat sich ETH gegenüber BTC in etwa gesechstelt. Zuletzt gab es starke Kursrückgänge im Sommer 2019. Seit dem Herbst ist der Kursverlauf in einen Seitwärtstrend geschwenkt. Seit Jahresanfang ziehen die Kurse an. ETH/BTC könnte bald die 200-Tagelinie überschreiten. Wiegesagt: Wir betrachten hier den Kursverlauf ETH/BTC und nicht gegenüber dem Dollar oder Euro. Steigt der Bitcoin – wovon wir ausgehen – im Jahresverlauf weiter, könnte Ethereum diesen deutlich outperformen.

15.1.2020, 22:45

Sowas hat man lange nicht gesehen: Kurssprünge von 200% und mehr bei den Top Coins. Und der Bitcoin nimmt Anlauf auf die große psychologische Marke von 10.000 Dollar.

Der Start ins neue Jahr ist für den Bitcoin der erfolgreichste seit 2012. Marktbeobachter spekulieren bereits, ob es das erfolgreichste Bitcoin-Jahr überhaupt werden könnte. Dies war übrigens nicht 2017 sondern 2013. In diesem Jahr stieg der Bitcoin in der Spitze um das 87-fache, in 2017 dagegen nur um das 19-fache. Sollte 2020 das erfolgreichste Bitcoin-Jahr werden, müsste der Preis also auf über 635.000 Dollar steigen. Das dürfte dann doch etwas zu viel sein. Trotzdem: Der Kurs ist deutlich aus dem Abwärtstrendkanal ausgebrochen und marschiert in Richtung der 200-Tagelinie, die derzeit bei 9.100 Dollar verläuft (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Auch die Rücknahme des Bitwise-Antrags für einen Bitcoin-ETF hat die Stimmung nicht getrübt. Zumal Bitwise wahrscheinlich später einen noch gründlicher vorbereiteten Antrag einreichen dürfte. Interessant ist auch, dass sich der Anteil der HODLer im vergangenen Jahr deutlich erhöht hat. Über 11 Millionen BTC wurden seit über einem Jahr nicht mehr bewegt, das sind 63% aller verfügbaren Bitcoins. Auch dieser Fakt könnte dazu beitragen, dass der Bitcoin in diesem Jahr auf einer ziemlich perfekten Welle gleiten könnte.

Heute war der Preis bereits bis über 8.800 Dollar gestiegen. Der Sprung über die 200-Tagelinie und die psychologische Marke von 10.000 Dollar kann sehr schnell gehen. Es sollte nicht völlig verwundern, wenn das im asiatischen Handel geschieht. Seit Jahresbeginn fanden die meisten großen Kursanstiege während der Haupt-Handelszeiten in Asien statt (vgl. Chart unten). Zum chinesischen Neujahrsfest werden traditionell rote Umschläge mit Geldgeschenken verteilt. Auch über die chinesische Super-App Wechat verschicken v.a. junge Chinesen rote Umschläge mit virtuellem Geld. In diesem Jahr fällt das chinesische Neujahr auf den 25. Januar. Bis dahin könnte der Bitcoin-Preis auf über 10.000 Dollar hochgejubelt werden.

In den vergangenen Tagen machten die Payment Token von sich reden. Darunter versteht man Kryptowährungen, deren einziger Zweck die Funktion als Digitalwährung ist. In diesem Sinne erfüllen Payment Token zumindest teilweise die klassischen Funktionen des Geldes: Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Bei den Payment Token gibt es zwei Subkategorien:

  • Unpegged Payment Token: Deren Wert bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage am Markt, deshalb kann der Preis sehr stark schwanken. Der bekannteste Vertreter dieser Kategorie ist natürlich der Bitcoin.
  • Pegged Payment Token (Stable Coin): Deren Wert bestimmt sich nach einer bestimmten Bezugsgröße. Meist wird dies eine Fiat-Währung sein (wie Euro oder US-Dollar), es können aber auch andere Assets sein wie Rohstoffe. Der bekannteste Stable Coin ist der Tether, dessen Wert sich normalerweise 1:1 nach dem Dollar richtet.

In den vergangenen Tagen sorgten die Kurssprünge der Unpegged Payment Token für Furore. Ein Blick auf die Tabelle der 20 höchstkapitalisierten Kryptos unten zeigt das recht eindrucksvoll, insbesondere wenn man die Performance seit Jahresbeginn vergleicht. Während der Bitcoin 22% zugelegt hat, was ja schon nicht schlecht ist, explodierten die Preise der anderen Coins aus dieser Kategorie: Bitcoin Cash +62%, Bitcoin SV +307%, Litecoin +39%, Monero +46% und DASH +194%.

Quelle: cryptorank.io

Kurssprünge wie die fast 150% innerhalb von 24 Stunden bei Bitcoin SV hat man bei den großen Top Coins wirklich schon lange nicht mehr gesehen. Die Riesensprünge von Bitcoin SV stehen im Zusammenhang mit Spekulationen um Craig Wright, dem notorischen echten Satoshi Nakamoto. Dieser hat nun behauptet, dass er den Private Key zu einem Treuhandvermögen zurückerhalten hat, in dem 1,1 Millionen Bitcoin liegen. Der Kurssprung bei Bitcoin SV resultiert aus Spekulationen, dass Wright das riesige Bitcoin-Vermögen verkaufen und die Beträge in Bitcoin SV investieren könnte. Andererseits könnte Wright diese unklare Gemengelage aber auch nur dazu benutzt haben, um Bitcoin SV nach oben zu treiben und dadurch Gewinne zu erzielen. Immerhin hat er in der Vergangenheit mehrfach mit gefälschten Dokumenten beweisen wollen, dass er Satoshi Nakamoto sei. Neben den möglichen Fake News könnten auch Fake Trades als Kurstreiber benutzt worden sein. Denn über 99% des Umsatzvolumens fand auf relativ unbekannten Kryptobörsen statt, die für Fake und Wash Trades bekannt sind. Bitcoin SV wäre also eigentlich ein klarer Kandidat für einen Short, wie er z.B. bei Bitfinex möglich ist. Der Preis ist dort heute von 440 Dollar in der Spitze bis auf 280 Dollar zurückgekommen, konnte am Abend aber wieder auf 320 Dollar steigen. Sollte der Preis erneut durch die Decke gehen, könnten erfahrene Trader eine Short-Position in Erwägung ziehen.

14.1.2020, 15:15

In dem wieder positiven Bitcoin-Umfeld lohnt auch ein Blick auf mögliche Outperformer. Bitcoins kleiner Bruder Litecoin wäre eine solcher Kandidat. Deshalb wird er neu in das Tradingdepot aufgenommen.

Der Bitcoin hatte in den vergangenen Tagen den seit Juli 2019 bestehenden Abwärtstrendkanal seitwärts verlassen. Mit dem heutigen kräftigen Kursanstieg haben sich die Chancen auf einen baldigen Bullrun deutlich verbessert. Die nächsten Zwischenschritte dafür sind die 200-Tagelinie, die derzeit bei etwa 9.130 Dollar verläuft. Danach dürfte schnell die psychologische Marke von 10.000 Dollar ins Visier genommen werden.

Crypto Deposits welcome

Als ein wesentlicher Treiber für die Kryptomärkte gilt die fortschreitende Adoption von Kryptowährungen. Dies bezeichnet den Trend, dass immer mehr Menschen Kryptowährungen in ihrem täglichen Leben annehmen und nutzen. Luckbox, eine große Plattform für E-Sport-Wetten, ermöglicht nun Einzahlungen mit Bitcoin, Ethereum, XRP und Litecoin. Scheinbar wurde diese neu geschaffene Möglichkeit auf vielfachen Wunsch der Kunden integriert. Umgesetzt wird dies durch Zusammenarbeit mit dem Zahlungsdienstleister Cryptopay und funktioniert ähnlich wie andere Zahlungsmethoden wie zum Beispiel PayPal oder eine Kreditkarte. Die technisch aufgeschlossene und mitgliederstarke E-Gaming-Community wird die Adoption von Kryptowährungen weiter fördern. Bis zur Massenadoption ist es aber noch weit. Selbst wenn in Italien der Bitcoin als Zahlungsmittel in Online-Shops schon an Platz 3 vor American Express steht.

Litecoin vor Outperformance? Neuaufnahme in das Tradingdepot

Der Kurs von Litecoin ist gegenüber dem des kleinen Bruders Bitcoin in den vergangenen zwei Jahren sehr stark geschwankt (vgl. LTC/BTC-Chart unten). Im Kursverlauf dieses Währungspaars haben sich in dieser Zeit zwei Death Crosses und ein Golden Cross gebildet. Beim bearishen Indikator Death Cross schneidet die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten, beim bullishen Indikator Golden Cross ist es genau umgekehrt. Jedenfalls haben diese Indikatoren bei LTC/BTC jedesmal sehr gut funktioniert. Nachdem der Litecoin zum Jahresende noch einmal auf einen Zweijahrestiefststand gefallen war, hat der Kurs in den vergangenen Wochen nun konsolidiert und ist zuletzt deutlich angezogen. Hier könnte es charttechnisch zu einer starken Trendwende kommen mit einem Golden Cross im Februar/März. Auch im Litecoin-Chart gegenüber dem Dollar zeichnet sich ein Golden Cross ab. Für Trader und Investoren könnte deshalb ein Engagement bei Litecoin sehr lukrativ werden. Denn der Litecoin hat nun in den nächsten Monaten gute Chancen auf eine Outperformance des Bitcoins.

Litecoin gehört wie Bitcoin zur Gruppe der Payment Token. Die Altcoins aus dieser Gruppe performen dabei den Bitcoin seit Jahresbeginn deutlich aus. Während der Bitcoin seit Jahresanfang rund 19% zugelegt hat, fällt das Plus bei den großen Payment Token Bitcoin Cash (+43%), Litecoin (+31%), Bitcoin SV (+144%), Monero (+33%) oder DASH (+98%) deutlich größer aus. Von Litecoin existieren derzeit fast 64 Millionen von der möglichen Maximalzahl von 84 Millionen Stück. Interessant ist, dass von diesen 64 Millionen rund 40 Millionen seit einem Jahr nicht bewegt wurden. Analysten sehen dies als Zeichen, dass sich der größte Teil der Litecoin-Bestände in starken Händen von langfristig bullish gestimmten Investoren befindet. Deswegen könnte sich Litecoin wieder zu einem Favoriten unter den großen Altcoins mausern.

Aus diesen Gründen werden nun 29 Stück Litecoin (LTC) zum aktuellen Kurs von 55,30 Dollar (Bitfinex-Preise) neu in das Coins Stars Tradingdepot aufgenommen.

13.1.2020, 14:35

Der Bitcoin-Kurs schleicht aus dem Abwärtstrendkanal der vergangenen sechs Monate. Ein schneller Bullrun ist jetzt möglich.

Es mehren sich die Zeichen für einen bevorstehenden Bullrun. Charttechnisch steht der Preis vor seinem nachhaltigen Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal, der sich seit Juli gebildet hatte (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Nachdem es bisher nur kurzfristige Ausbrüche bei einigen schnellen Kursausschlägen gab, könnte sich der Preis nun dauerhaft aus dem Abwärtstrend herausbewegen. Ein bullishes Zeichen ist auch, dass die Nackenlinie der umgekehrten Kopf-Schulter-Formation nach oben durchbrochen wurde. Viele technische Indikatoren sind auf Grün gesprungen. Analysten halten eine kurzfristige Rally um 50 Prozent für möglich und verweisen auf die Lücke bei den an der CME gehandelten Bitcoin-Futures. Die derzeit offene Lücke liegt bei 11.855 US-Dollar. In der Vergangenheit wurden diese Lücken immer ausgeglichen. Unabhängig von dieser Futures-Lücke dürften die nächsten Zielmarken des Bitcoin-Kurses die derzeit bei knapp 9.200 Dollar verlaufende 200-Tagelinie und danach die psychologische Marke von 10.000 Dollar sein.

Auch vom Newsflow kommt Unterstützung für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. So wird eine fast ein Jahr lang wie ein Damoklesschwert über Tether und Bitfinex schwebende Klage wegen des Vorwurfs der Bitcoin-Manipulation fallengelassen. Angeklagt waren der Stable-Coin-Emittent Tether und iFinex, die Muttergesellschaft der großen Kryptobörse Bitfinex. Die Vorwürfe bezogen sich unter anderem darauf, dass Tether neu geschaffen wurden ohne ausreichende Deckung durch US-Dollar. Der Stable Coin Tether soll ja als digitaler Dollar dessen Wertentwicklung 1:1 widerspiegeln. Dabei gilt eigentlich das Versprechen, dass jeder ausgegebene Tether durch einen hinterlegten Dollar gesichert ist. Dies wurde vor einem Jahr in Frage gestellt, was zu Erschütterungen an den Kryptomärkten führte. Zumal die ungedeckten Tether angeblich von Bitfinex dazu verwendet worden sein sollen, in den fallenden Bitcoin-Kurs hinein zu kaufen und diesen so zu stützen. Jedenfalls ist das Fallenlassen der Klage eine sehr positive Sache für den gesamten Kryptomarkt.

Jetzt in Bitcoin investiert sein

Das Halving im Mai und die zunehmenden geopolitischen Spannungen werden die Funktion des Bitcoins als digitales Wertaufbewahrungsmittel steigern. Es wird weiter Turbulenzen in Ländern mit schwachen Währungen geben, die den Bitcoin als Fluchtwährung stärken. Auch Verunsicherungen im Zusammenhang mit dem Wahljahr in den USA könnten den Bitcoin-Preis zusätzlich stimulieren. Zumal es bei den Präsidentschaftskandidaten auch einige Bewerber gibt, die Kryptowährungen sehr positiv gegenüberstehen.
Jedenfalls sollten Anleger, die Engagements in Bitcoin tätigen oder in Erwägung ziehen, in der derzeitigen Phase engagiert sein. Zwar ist es noch immer nicht ausgeschlossen, dass der große Widerstand bei 6.000 Dollar doch noch einmal getestet wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür hat sich sowohl unter charttechnischen wie fundamentalen Aspekten zuletzt deutlich vermindert. Von daher sollten sowohl langfristige Investoren wie auch Trader nun im Markt positioniert sein. Auch wenn gerade Altcoins wieder an Stärke gewinnen, ist derzeit noch eine Konzentration auf Bitcoin-Engagements ausreichend.

9.1.2020, 22:00

Ausbruchversuch
Bitcoin-Bullrun im 1. Quartal?

War das der Vorbote eines Bitcoin-Bullruns im ersten Quartal? Der Preis konnte in der Spitze um bis zu 20 Prozent zulegen. Einige Indikatoren sprangen auf Grün. So wurde die 50-Tagelinie wieder übersprungen, ebenso die Nackenlinie der zuletzt gebildeten inversen Kopf-Schulter-Formation. Der seit Juli gebildete Abwärtstrendkanal wurde kurz verlassen. Schafft der Bitcoin-Preis dies nachhaltig, könnte es sehr schnell gehen. Die nächsten Hürden wären dann die 200-Tagelinie, die derzeit bei 9.200 US-Dollar verläuft und danach die psychologische Marke von 10.000 Dollar. Vor dem Bitcoin-Halving im Mai ist sogar noch deutlich mehr drin.

Aber zunächst war der Ausflug aus dem Abwärtstrendkanal nur kurzfristiger Natur, die Preise kamen wieder etwas zurück. Auffällig war in der internationalen Krisenstimmung nach dem US-Drohnenangriff auf den iranischen General, dass der Bitcoin seine Funktion als Safe Haven gezeigt hat. Der Preis stieg um rund 20 Prozent, während die Aktienbörsen tief im Minus lagen. Diese negative Korrelation der Bitcoin- zu den Aktienpreisen könnte in Zukunft ein vertrautes Phänomen werden. Für institutionelle Anleger wird deshalb die Hedgefunktion des Bitcoins zunehmend beachtenswert. Der Bitcoin hat als digitales Gold einen deutlichen Hebel zum Goldpreis, der im Einklang mit dem Bitcoin vergangene Woche um bis zu fünf Prozent stieg. Zudem ist er hoch liquide, rund um die Uhr und kostengünstiger zu handeln. Advantage Bitcoin.

7.1.2020, 17:03

Der Preis des Bitcoins hat sich vom Widerstand bei 7.500 Dollar gelöst. Kommt jetzt der Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal? Neukauf von Bitcoin ins Tradingdepot.

Die kurzfristige Kursentwicklung

Bekannterweise ist die kurzfristige Kursentwicklung beim Bitcoin sehr schwer zu prognostizieren. Immer wieder werden scheinbar etablierte Trends durch erratische Kursausschläge zerstört. Ein Paradebeispiel dafür war das im Oktober gebildete Death Cross, bei dem die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten schneidet (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Normalerweise gilt dies als starkes Zeichen für weiter fallende Kurse. Das Gegenteil war der Fall, der Bitcoin machte einen der größten prozentualen Kurssprünge aller Zeiten. Allerdings sackten die Preise in der Folge dann doch ab.

Seit sechs Wochen sind die Preise nun um den Widerstand bei 7.500 US-Dollar geschwankt. Am Sonntag übersprang der Preis erstmals seit längerem wieder die 50-Tagelinie und konnte sich seit Wochenbeginn deutlich darüber etablieren. Heute hat der Preis zwischenzeitlich auch die Nackenlinie der umgekehrten Kopf-Schulter-Formation nach oben durchbrochen (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten) Dieses bullishe Zeichen wird auch durch die gute Performance der Altcoins in den vergangenen Tagen hinterlegt. Heute zeigt der Bitcoin allerdings schon wieder die beste Performance aller Coins der Top10. Bei einer weiteren Aufwärtsbewegung könnte der Bitcoin an den oberen Rand des seit Juli gebildeten Abwärtstrendkanals stoßen, der derzeit bei etwa 8.200 Dollar verläuft. Durchbricht er diese obere Begrenzung signifikant, könnte es in der Folge zu deutlichen Kursgewinnen kommen. Die nächsten Zielmarken wären dann die 200-Tagelinie bei über 9.200 Dollar und die psychologische Marke von 10.000 Dollar. Trotzdem ist nicht ausgemacht, ob vor einem Bullrun doch noch eine Korrektur steht. Diese könnte – wie schon mehrfach erwähnt – Rückgänge bis zum großen Widerstand bei 6.000 Dollar zur Folge haben.

Die langfristige Kursentwicklung

Langfristige Investoren in Bitcoin bleiben unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen investiert. Ein Rückgang bis auf 6.000 Dollar würde von diesen allenfalls zur Aufstockung der Bestände genutzt. 2017 gab es den unglaublichen Bitcoin-Hype, als sich die Preise verzwanzigfachten. 2018 stürzten diese dann um 80 Prozent ab, eine der größten Kapitalvernichtungen der Geschichte. 2019 konnten sich die Preise im ersten Halbjahr vervierfachen, dann halbierten sie sich im zweiten Halbjahr wieder. 2020 steht das Bitcoin-Halving im Mai im Fokus und wird die Diskussion bestimmen. Ein Blick auf die Historie der bisherigen Halvings in den Jahren 2012 und 2016 zeigt: Der Kurs stieg vor dem Halving deutlich an, war um den Termin herum schwächer und entwickelte sich danach parabelförmig nach oben. Nach dem Stock-to-Flow-Modell würden sich die Preise ab 2021 irgendwo im Bereich zwischen 50.000 und 120.000 Dollar bewegen. 1000 Prozent Kursgewinn in den nächsten 1- 2 Jahren!? Nicht unmöglich. Selbst die BayernLB hat im September Preise von 90.000 Dollar für möglich gehalten. Das wären aus heutiger Sicht sogar mehr als 1000 Prozent.

Neukauf ins Tradingdepot

Aufgrund des sich kurzfristig deutlich verbesserten Chartbilds investieren wir nach langer Pause erstmals wieder im Coin Stars Tradingdepot. Wir nehmen einen Bitcoin (1 BTC) zum aktuellen Preis von 7.772 Dollar auf (Bitfinex-Preis). Wie oben bereits erwähnt, könnte noch immer ein Test des großen Widerstands bei 6.000 Dollar erfolgen. Der Bitcoin ist und bleibt das Maß aller Dinge bei den Kryptowährungen. Die Altcoins hatten zwar in den vergangenen Tagen ihre Underperformance zum Bitcoin gestoppt und konnten diesen outperformen. Heute zeigt sich aber schon wieder ein gegenläufiges Bild. Von daher konzentrieren wir uns im Tradingdepot zunächst nur auf den Bitcoin.

Im Mai vergangenen Jahres wurden alle Bestände im Coin Stars Tradingdepot verkauft. Obwohl wir damals sehr bullish gegenüber dem Gesamtmarkt eingestellt waren, hatten uns die Turbulenzen um Bitfinex und Tether zu diesem Schritt veranlasst. Es gab Spekulationen um die Unterdeckung von Tether, der ja eigentlich zu 100% mit Dollar hinterlegt sein soll. Außerdem zeigten persönliche Erfahrungen, dass Bitfinex damals kein Fiat-Geld zurücküberwies, selbst wenn man die Expressfunktion nutzte. Bei der Expressfunktion soll ja das Fiat-Geld innerhalb eines Tages bei einer Gebühr von 1% zurücküberwiesen werden. Jedenfalls sah es ganz danach aus, dass es kurzfristig hier zu größeren Schwierigkeiten kommen könnte. Um die Zahlungsprobleme zu beheben, emittierte Bitfinex kurz danach per Initial Exchange Offering (IEO) einen eigenen Exchange Token namens UNUS SED LEO (LEO), der aktuell nach Marktkapitalisierung auf Platz 15 steht. Dieser Token bietet den Nutzern der Bitfinex-Plattformen bestimmte Vorteile. Jedenfalls war danach das Damoklesschwert einer möglichen Schieflage der wichtigen Kryptobörse Bitfinex vom Tisch und die Kryptopreise machten in der zweiten Junihälfte 2019 einen sagenhaften Bullrun. Im Tradingdepot hatten wir zunächst nicht sofort reagiert und wollten dann den galoppierenden Preisen nicht hinterherrennen. Dass dies on the long run nicht völlig falsch war, zeigt die Gegenüberstellung der damaligen Verkaufspreise und der heutigen Preise in der Tabelle unten. Bis auf den Bitcoin, der im Vergleich deutlich zulegen konnte, liegen alle anderen Coins teilweise sehr deutlich im Minus. Nebenbei sieht man an diesem Vergleich, dass eine Fokussierung auf den Bitcoin Sinn gemacht hat.

Kryptowährung Verkaufsdatum Verkaufspreis (USD) Heutiger Preis (USD) Performance
Bitcoin (BTC) 6.5.2019 6.004 7.772 +29,44%
Litecoin (LTC) 6.5.2019 78,05 44,90 -42,47%
NEO (NEO) 6.5.2019 9,64 9,40 -2,49%
EOS (EOS) 6.5.2019 5,04 2,78 -44,84%
Monero (XMR) 6.5.2019 70,32 56,10 -20,22%
OmiseGO (OMG) 6.5.2019 1,63 0,67 -58,90%
Zilliqa (ZIL) 6.5.2019 0,01723 0,0048 -72,14%

 

6.1.2020, 15:45

Die politischen Spannungen im Nahen Osten könnten die Funktion des Bitcoins als Safe Haven stärken. Im Gegensatz zu den sehr schwachen Aktienbörsen konnte er in den vergangenen Tagen deutlich zulegen.

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze für die festeren Kurse der vergangenen Tage. Zum einen hat der Drohnenangriff auf einen iranischen Top-General die Spannungen in Nahost erheblich verschärft. Dies spiegelt sich auch in den sehr schwachen internationalen Aktienbörsen zum Jahresbeginn wieder und hat den Bitcoin in seiner Funktion als Safe Haven wieder in Erinnerung gerufen. Bei einer weiteren Verschärfung der Spannungen könnte sich zumindest kurzfristig die negative Korrelation zwischen den Aktien- und Bitcoin-Preisen weiter fortsetzen. Zum anderen wurde über mögliche Börsenmanipulationen spekuliert. Denn am 3. Januar (dem 11. Geburtstag von Bitcoin) wurde der „Proof of Keys“ „gefeiert“. Dieses Event fand nun zum zweiten Mal statt. Der Initiator Trace Mayer will die Krypto-Anleger dazu animieren, ihre Bestände von den Kryptobörsen abzuziehen, um damit die volle Kontrolle über die Coins zu erlangen (Not your keys, not your coins). Denn in der Vergangenheit gab es durch Probleme bei Kryptobörsen wie Hacks immer wieder Verluste von Anlegern, die ihre Coins einfach dort belassen. Jedenfalls kam es mit Beginn des 3. Januar tatsächlich zu einem schnellen Anstieg um 7% innerhalb kürzester Zeit. Ob die Kryptobörsen etwas nachgeholfen haben, um die Kunden zu einem Verbleib ihrer Coins bei den Börsen zu bewegen, ist aber reine Spekulation. Tatsache ist allerdings, dass die Kryptobörsen vom Handelsvolumen abhängig sind und daher an einem Verbleib der Coins auf ihren Plattformen Interesse haben. Die Kryptobörsen sind die größten Wale im Bitcoin-Becken: In den Wallets der acht größten Kryptobörsen befinden sich rund 7% der gesamten Bitcoin-Umlaufmenge.

Die Funktion des Bitcoins als Safe Haven könnte sich in 2020 verstärken. So hat der Binance-CEO Zhao als Ziel für dieses Jahr ausgegeben, das Menschen auf der ganzen Welt Kryptowährungen in jeder beliebigen Fiat-Währung kaufen können. Binance will dazu den Fiat-to-Crypto-Handel in über 180 Fiat-Währungen ermöglichen. Dies könnte ein entscheidender Schritt in Richtung einer Massen-Adoption von Bitcoin & Co sein. Bereits heute versuchen viele Menschen in Ländern mit schwachen Währungen oder einem restriktiven Währungsregime, aus diesem über den Kauf von Kryptowährungen zu entkommen. Kann Binance den Kryptokauf in 180 Weltwährungen bieten, könnte der Bitcoin in seiner Funktion als Fluchtwährung deutlich gestärkt werden.

30.12.2019, 12:00

Bei der Prognose des kurzfristigen Kursverlaufs scheiden sich wie so häufig die Geister. Während der Feiertage blieb die Volatilität vergleichsweise gering, der Preis lief seitwärts mit leicht positiver Tendenz.

Kurzfristige Fragezeichen

Einige Analysten sehen den Bitcoin aufgrund verschiedener Indikatoren kurzfristig vor dem Ausbruch. Andere wiederum sehen in den Indikatoren negative Vorzeichen. So deuten der MACD- und der stochastische RSI-Indikator auf einen weiter bestehenden Abwärtstrend. Dieser zeigt sich auch im Blick auf den untenstehenden Jahreschart des Bitcoins. Denn seit den Höchstkursen im Sommer geht die Richtung in einem breiter gefassten Abwärtskanal eindeutig nach unten (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Und generell ist die Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr meist kleiner als eine Fortsetzung des Trends. Dabei könnte es kurzfristig auch zu einem kleinen Preissprung kommen, wenn die 50-Tagelinie signifikant überschritten wird. Diese verläuft derzeit bei etwa 7.550 Dollar. Der Widerstandsbereich um 7.500 Dollar war in den vergangenen Tagen und Wochen ständig umkämpft, wie ein Blick auf den Chart zeigt. Schafft der Bitcoin-Preis den Sprung über die 50-Tagelinie, könnte er schnell bis an den oberen Rand des Abwärtstrendkanals laufen, der derzeit etwa bei 8.300 Dollar verläuft. Ob das dann endgültig zur Trendumkehr führen würde, wäre trotzdem fraglich. Ein Test des großen Widerstands bei 6.000 Dollar steht weiterhin im Raum.

Langfristige Ausrufezeichen

Während diese kurzfristigen Überlegungen eher technischer Natur sind, rücken bei einer längerfristigen Betrachtungsweise die Fundamentalwerte in den Blickpunkt. Und diese sprechen recht eindeutig für einen langfristigen deutlichen Aufwärtstrend. Transaktionszahl und -volumen sowie die Hashrate sind 2019 auf Höchststände geklettert. Dieser starken fundamentalen Entwicklung sollte der Kurs langfristig folgen. Zumal durch das Bitcoin Halving im Mai 2020 der Coin durch das eingeschränkte Angebot dann noch wertvoller wird. Analysten erwarten, dass sich die Bitcoin-Dominanz in den nächsten Monaten weiter verstärken wird. Sie könnte von derzeit rund 68% weiter steigen bis nahe 80%. Dies spiegelt die derzeitige Konzentration auf Bitcoin wieder, die sich im Vorfeld des Halvings im Mai 2020 weiter verstärken könnte. Für die Altcoins wäre das keine gute Entwicklung. Nachdem sie in 2019 nach langen Phasen der Underperformance auch Zeichen zu einer Trendumkehr gezeigt hatten, hat sich die Entwicklung zuletzt wieder umgekehrt. Viele prominente Beobachter und Marktteilnehmer erwarten in den nächsten Jahren ein großes Altcoin-Sterben. So hat der Ripple-Chef Garlinghouse gerade wiederholt, dass 99% der Altcoins verschwinden werden, da sie keinen Nutzen haben. Der Markt wird sich auf die Coins fokussieren, die wirklich Probleme lösen können. Aussichtsreich werden dabei Technologien und Kryptowährungen sein, die mit der zunehmenden Marktnachfrage skalieren können.

Treuepunkte gegen Bitcoin und Ether tauschbar

Eine Meldung aus Japan belegt die zunehmende Adoption von Kryptowährungen. Rakuten gilt als drittgrößte Online-Handelsplattform der Welt und als japanisches Pendant zu Amazon. Nun bietet der größte japanische Online-Händler seinen Kunden an, die Treuepunkte in eine der drei Kryptowährungen Bitcoin, Ether und Bitcoin Cash umzutauschen. Dies kann über die firmeneigene Krypto-Handelsplattform Rakuten Wallet abgewickelt werden. Seit Sommer 2019 können über die mobile App von Rakuten Wallet diese drei Kryptowährungen gehandelt werden, nachdem die japanischen Regulierungsbehörden dem Betrieb zugestimmt hatten. Durch die Tauschmöglichkeit der Treuepunkte sollen mehr Nutzer an die Welt der Kryptowährungen herangeführt werden. Zwar gibt es je nach Kundenstatus verschiedene Limitierungen bei der Einlösung der Treuepunkte. Auf längere Sicht wird es aber die Adoption von Bitcoin & Co fördern. Japan ist den Kryptowährungen gegenüber sehr aufgeschlossen. Auch die in Japan und Asien weitverbreitete Messaging-App LINE hat im Herbst eine eigene Bitcoin-Börse gestartet.

23.12.2019, 13:55

Das Bitcoin-Halving im Mai 2020 elektrisiert die Krypto-Anleger. Aber es gibt auch andere interessante Trends, die mehr als einen Blick lohnen und Einfluss auf die Kursentwicklung von Bitcoin & Co nehmen können.

Gerade hat der Ripple-CEO Brad Garlinghouse 2020 als das Kryptojahr bezeichnet. Er sagt voraus, dass die Hälfte der 20 größten Banken der Welt im Jahr 2020 digitale Vermögenswerte aktiv halten oder handeln werden. Nach dem Einbruch am Kryptomarkt 2018 und den deutlichen Anstiegen in 2019 – zumindest beim Bitcoin – könnte 2020 ein entscheidendes Jahr für den Bitcoin und die Kryptomärkte werden. Deswegen hier ein kurzer Überblick über einige für 2020 wichtige Krypto-Trends.

Bitcoin-Halving

Beim Bitcoin-Halving handelt es sich um das Event in 2020, dass die Anleger am meisten beschäftigen wird. Vor und mehr noch nach den beiden bisherigen Bitcoin-Halvings gab es ganz erhebliche Kursgewinne beim Bitcoin. Von daher ist die zentrale Anlegerfrage, ob das diesmal auch wieder der Fall sein wird. Im Chart ist der Bitcoin-Kursverlauf seit Beginn des Handels bei Bitstamp eingezeichnet. Dabei sind die beiden bisherigen Halvings am 28.11.2012 und am 9.7.2016 markiert. Man erkennt deutliche Anstiege vor den Halving-Events. Dagegen war der Kursverlauf um den Termin herum kurzfristig schwach. Nach dem Termin gab es dann jeweils riesige Kursgewinne. Zu beachten ist, dass der Chart in logarithmischer Skalierung ist. Die Absolutzahlen rechts verdeutlichen noch einmal das Ausmaß der Kursgewinne. Wir erwarten in den ersten Monaten 2020 deutliche Kursgewinne beim Bitcoin. Ob diese bis zu oder über die bisherigen Höchstkurse von knapp 20.000 Dollar reichen, bleibt fraglich. Im weiteren Jahresverlauf und spätestens in 2021 könnten dann aber die Preise bis in den mittleren fünfstelligen Bereich steigen.

Digitalwährungen von Zentralbanken (CBDC)

In den vergangenen Monaten konnte der Eindruck entstehen, die internationalen Zentralbanken starten einen Wettlauf bei der Einführung digitalisierter Währungen. Diese Central Bank Digital Currencies (CBDCs) nutzen zwar Blockchain-Lösungen, sind aber nicht mit einer Kryptowährung wie dem Bitcoin zu vergleichen. Denn es würde sich bei den CBDCs letztlich nur um die digitale Form der bekannten Zentralbankwährungen wie Dollar, Euro, Yen oder Yuan handeln. Der Wert der CBDCs ist also direkt korreliert mit der jeweiligen Fiat-Währung und deshalb weiter von den Entscheidungen der Zentralbank abhängig. Die chinesische Zentralbank hat die Vorteile der CBDCs erkannt und forciert offenbar deren Einführung. Denn damit kann man neben Erleichterungen und Kostenvorteilen im internationalen Zahlungsverkehr (und dessen vollständiger Kontrolle) auch die neuen Möglichkeiten wie das IoT (Internet of Things), also die Vernetzung physischer und virtueller Gegenstände, erst wirklich ausschöpfen. Es werden alle denkbaren Transaktionen bis hin zu Micro-Payments nahezu in Real Time und zu Kosten nahe Null möglich. Viele Intermediäre, die im aktuellen Wirtschaftsleben noch notwendig sind, werden wegfallen und durch Smart Contracts ersetzt. Auch wenn der Bitcoin mit diesen Entwicklungen zunächst nichts zu tun hat, könnte er doch über eine stärkere Akzeptanz davon profitieren und sich als eine Art Weltwährung weiter etablieren. Denn die CBDCs sind keine Alternative zum Bitcoin, hängen sie doch direkt an den jeweiligen Fiatwährungen wie Euro, Dollar usw. Die vergleichsweise einfache Fluchtmöglichkeit aus instabilen und manipulierten Währungen und restriktiven Währungssystemen sowie die Funktion als Wertaufbewahrungsspeicher bleiben einzigartig.

Differenzierung bei Altcoins

Warum gibt es laut Coinmarketcap über 5.000 Kryptowährungen? Weil eigentlich jeder einen eigenen Token kreieren kann. Deswegen kann man das Gros der Token getrost vergessen, es ist schlicht mehr oder minder nutzlos. Es gibt nur rund 200 bis 300 Coins mit einem Tagesumsatz von über 100.000 Dollar. Der Konzentrationsprozess wird weitergehen, auch wenn der eine oder andere Coin aufgrund enormer Kurssteigerungen kurzfristig in den Vordergrund rücken kann. Es werden sich wohl nur ganz wenige dauerhaft in der Spitzengruppe etablieren können. Das Desaster bei den Altcoins verdeutlicht am besten ein Vergleich der Bitcoin-Performance in diesem Jahr mit der der Altcoins: In 2019 legte der Bitcoin rund 100% zu. Der Bloomberg Galaxy Crypto Index (BGCI) hat sich dagegen praktisch gar nicht verändert. Dabei hat er sogar davon profitiert, dass der Bitcoin im BGCI mit 30% gewichtet ist.

Decentralized Finance (DeFi)

DeFi war schon 2019 eines der Buzzwords. Im neuen Jahr könnte sich das noch verstärken. Die DeFi-Apps basieren dabei auf der Ethereum-Blockchain. Deswegen sind auch bereits viele Ether (ETH) in diesen Apps gelocked. Nach 1,75 Mio. ETH zu Jahresbeginn sind es jetzt bereits um die 3 Mio. ETH. DeFi sind das Gegenstück zum zentralisierten Modell der traditionellen Banken. Jeder kann darüber Geld verleihen, versenden oder investieren. Für Menschen ohne Bankkonto kann das ein enormer Zugewinn sein, zumal die hohen Gebühren für Bankdienstleistungen entfallen. Eine Bremse sind noch die hohen technischen Anforderungen. Es ist aber abzusehen, dass hier smarte und einfache Apps für Jedermann kommen werden.

Blockchain Natives

Generationen werden gern schlagwortartig in Kategorien eingeteilt. Die Generation Y der Jahrgänge zwischen den frühen 80er und späten 90er Jahren (auch Millennials genannt) wurde von der Globalisierung und dem Internetboom geprägt. Für die Generation Z (zwischen 1995 und 2010), manchmal auch Generation YouTube genannt, ist die Digitalisierung des Alltags bereits völlig normal. Was kommt nun nach den Digital Natives? Professor Philipp Sandner vom Blockchain Center der Frankfurt School of Finance & Management sieht nun die Blockchain Natives im Vormarsch, die sich allerdings mit den Digital Natives überlappen. Die Einflüsse von Blockchain- und Kryptoindustrie wachsen weiter und dürften auch die Arbeitswelt stark verändern. Viele Analysten vergleichen den derzeitigen Stand der Blockchain- und Kryptoindustrie mit dem der Anfänge des Internets.

Deutsche Kryptojahr 2020?

Prof. Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center sieht mit der Einführung des Bitcoin-Führerscheins für Banken ein Wettrennen eröffnet, wer die besten von der BaFin gebilligten Services im Bereich Bitcoin & Co anbieten wird. Dabei konkurrieren Startups, ausländische Kryptobörsen und etablierte Banken miteinander. Auch die Börse Stuttgart als Vorreiterin in diesem Segment dürfte weiter nachlegen. Im September hat sie die „Börse Stuttgart Digital Exchange“ (BSDEX) mit dem Handel von Bitcoin gestartet und will Deutschlands erster regulierter Handelsplatz für digitale Vermögenswerte werden. In 2020 könnte mit dem Handel von tokenisierten Wertpapieren (Security Token) eine kleine Revolution anstehen mit völlig neuen Anlagealternativen. Auch andere Anbieter in Deutschland werden ihr Angebot erweitern und neue Anbieter hinzukommen. Für deutsche Anleger ist die deutsche Regulierung ein großes Plus. Allein der Schutz der Euro-Bestände durch die deutsche Einlagensicherung von 100.000 Euro ist durch die Anbindung von Kryptohandelsmöglichkeiten an ein deutsches Bankkonto viel wert. Auf den internationalen Kryptobörsen genießen die Anleger keinen derartigen Schutz.

17.12.2019, 11:45

Kommt es über die Feiertage zu einem Trampolin-Effekt beim Bitcoin? Nach dem Kursrückgang heute könnte es kurzfristig zum Test des Widerstands bei 6.000 Dollar kommen. Dann winken große Kursgewinne.

Die Kurse am Kryptomarkt kommen wieder stärker unter Druck. Der Bitcoin verlor im Wochenvergleich rund 6%. Das Minus der meisten Altcoins fiel sogar noch größer aus. Eine 1 nach dem Komma hat man bei Ripples XRP seit Ende 2017 nicht mehr gesehen, gleiches gilt für IOTA. Coins wie OmiseGO haben sich seit Juni mehr als geviertelt. Es gibt aktuell aber auch wenige Ausnahmen mit einer positiven Performance. So stieß Tezos mit einer Wochenperformance von 18% mittlerweile in die Top10. Der absolute Outperformer unter den Top100 sind Mindol mit einem Wochenplus von über 85%, wodurch der Coin mittlerweile auf Platz 17 im Ranking nach Marktkapitalisierung vorgestoßen ist. Allerdings scheint der Hype um das Projekt nicht gerechtfertigt. Auffallend ist auch, dass er nur auf sehr unbekannten Kryptobörsen gehandelt wird.

Von daher ist interessanter, ob die Richtungsentscheidung des Bitcoins nachhaltig ist und der Preis den großen Widerstand bei 6.000 Dollar testet. Wie vor einer Woche hier beschrieben, ist die Richtungsentscheidung bei 7.500 Dollar kurzfristig negativ ausgefallen. Bei 6.000 Dollar wartet dann aber der große Widerstand (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten). Hier könnte es dann den schon vor einer Woche beschriebenen Trampolineffekt geben, nämlich einen scharfen Dreh der Kurse nach oben. Die schon vor Wochen beschriebene Analogie zum Death Cross vor eineinhalb Jahren würde sich dann fortsetzen. Für Trader und Investoren wird es deshalb interessant sein, sich mit Abstauberlimits bei 6.000 Dollar auf die Lauer zu legen. Allerdings sollte man auch in diesem Fall nicht das ganze Pulver verschießen und nur die Hälfte der für Krypto geplanten Mittel investieren. Denn hält der Widerstand bei 6.000 Dollar nicht, könnte es noch einen schlimmen Kursrutsch bis ins tiefe Jammertal bei 4.000 – 4.500 Dollar geben. Ein Blick auf den Zweijahreschart zeigt, dass unter 6.000 Dollar bis in diesen Bereich kaum mehr Widerstand zu erwarten ist.

Kommt an den Feiertagen der Umschwung?

Die Volatilität ist beim Bitcoin und anderen Kryptowährungen zuletzt stark rückläufig gewesen. Man könnte meinen, Bitcoin & Co verabschieden sich bereits in die Feiertage. Doch die Volatilität kann sehr schnell zurückkehren, erste Anzeichen gibt es gerade. Dafür sprechen auch einige technische Indikatoren. So haben sich zuletzt wegen der abnehmenden Volatilität die Bollinger-Bänder bei den meisten Kryptowährungen fast vollständig zusammengezogen. Dadurch entsteht gewissermaßen eine Spannung, die sich in einer heftigen Kursbewegung entladen kann. Analysten halten in einer Situation wie derzeit Preissprünge von mehr als 20% für möglich. Die Situation während der Feiertage mit verminderter Aufmerksamkeit und niedrigeren Volumina könnte dafür prädestiniert sein. Allerdings kann dieser Indikator keinen Hinweis darauf geben, in welche Richtung der Kursausschlag erfolgt. Kurzfristig überwiegen aber weiter die bearishen Indikatoren.

Gibt es neue Gründe für den bearishen Trend? Druck aus China wird immer wieder angeführt. So sollen erneut Gelder des führenden chinesischen Bitcoin-Mining-Unternehmens Bitmain von den Behörden eingefroren worden sein. Außerdem geistern weiter die Spekulationen um Abverkäufe aus dem vermeintlich größten Krypto-Scam der Geschichte, Plus Token, durch den Markt. Dafür spricht auch die Schwäche des Ethereum-Kurses. Denn neben den von Chainalysis identifizierten 180.000 Bitcoin stehen 6,4 Millionen Ethereum mit Plus Token in Verbindung.

Widersprüchliches aus China

China versucht sich weiter in der Eindämmung des Kryptomarktes, zumindest desjenigen, den sie nicht kontrollieren kann. In der vergangenen Woche wurden die Weibo-Konten von Binance-Mitgründer Yi He und von Tron-Gründer Justin Sun gesperrt. Weibo ist das chinesische Pendant zu Twitter. Die Inhalte beider Seiten sind nicht mehr verfügbar, weil angeblich Bestimmungen der Weibo Community Convention verletzt wurden. Bereits vor einem Monat wurden die Weibo-Seiten der Kryptobörse Binance und der Tron Foundation gesperrt. Ein von Binance neu erstelltes Weibo-Konto ist dagegen weiter aktiv ebenso wie das von Binance-Chef Zhao. Auch die Weibo-Seiten anderer großer Kryptobörsen wie Huobi und OKEx funktionieren noch. Dagegen soll das Pilotprojekt mit der digitalen Staatswährung bereits zum Jahresende in der Stadt Shenzhen starten.

Die zuletzt öfter zu lesende Sorgen wegen einer möglichen Kapitulation der Bitcoin-Miner aufgrund Unrentabilität wurden mit Meldungen über neue Marktoffensiven des Mining-Riesen Bitmain wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Großkunden, die eine größere Zahl von Mining-Geräten kaufen, werden mit geringen Anzahlungen von 20 bis 50 Prozent des Preises gelockt. Außerdem soll über das Mieten von Geräten das Co-Mining gefördert werden. Schließlich bietet Bitmain an Großkunden Put-Optionen an, mit denen diese Bitcoin zum Preis von 5.000 Dollar an Bitmain verkaufen können. Die Maßnahmen wurden von einigen Marktbeobachtern als positives Zeichen für den Bitcoin-Kurs gewertet. Diese Interpretation erscheint aber eher zweifelhaft. Vielmehr könnte es durchaus passieren, dass dadurch ein kurzfristiger Druck entsteht, von dem dann v.a. Bitmain profitieren könnte. Bitmain dürfte nach dem abgesagten Börsengang im ersten Halbjahr unter einem gewissen Zugzwang stehen. Aktuell wird ein neuerlicher Anlauf für einen Börsengang geplant. Im November ging der zweitgrößte Hersteller Canaan an die Börse. Allerdings verlief der Börsengang unter den ursprünglichen Erwartungen. Trotzdem wird die Mining-Industrie in China weiter gestärkt und wurde zuletzt von einer Liste von Industrien in China genommen, die eventuell verboten werden sollen. Nach einer Untersuchung von Coinshares hat sich der Anteil chinesischer Bitcoin-Miner im vergangenen halben Jahr von 60 auf 65 Prozent der globalen Hash Power erhöht. Diese zunehmende Konzentration wird mit Blick auf mögliche Angriffe oft kritisch gesehen. Sie verteilt sich aber auf eine Vielzahl von Mining Pools. Gefährlich wäre es erst bei einem Anteil eines einzelnen Akteurs von über 50 Prozent. Der größte chinesische Mining Pool (Poolin) hat aber nur einen Anteil von 17%.

16.12.2019, 14:40

Bitcoin war das Investment des vergangenen Jahrzehnts. Auch im kommenden Jahrzehnt könnte es alle traditionellen Anlagealternativen in den Schatten stellen.

Der Bitcoin war das Investment des vergangenen Jahrzehnts. Wer 2010 für einen US-Dollar Bitcoin gekauft hätte, würde heute 90.000 Dollar sein Eigen nennen. Man kann aufgrund der praktisch fehlenden Handelsmöglichkeiten zu dieser Zeit die Performance aber nicht mit der an den traditionellen Finanzmärkten vergleichen. Denn in 2010 gab es nur vereinzelt zwischen Nutzern auf Foren ausgehandelte Wechselkurse. Im Mai 2010 kam es dann zum berühmten Kauf von zwei Pizzen gegen 10.000 Bitcoin. Aber selbst die Performance mit Beginn des geregelten Handels bei Bitstamp im zweiten Halbjahr 2011 ist immer noch exorbitant genug. Auch für Traditionalisten dürfte immer mehr klarwerden, dass man nicht die Augen vor dieser neuen Asset-Klasse verschließen kann. Denn in Zeiten von Niedrigst- bis Minuszinsen bei gleichzeitigen Höchstbewertungen von traditionellen Anlagen wie Aktien oder Immobilien suchen Anleger händeringend nach Alternativen. Die zu traditionellen Anlageklassen wenig korrelierten Kryptowährungen drängen sich deshalb immer mehr auf. Dem Bitcoin als unangefochtenen Marktführer kommt dabei eine überragende Rolle zu. Dies zeigt sich schon an der Marktkapitalisierung von 128 Milliarden Dollar. Auf Platz 2 und 3 folgen Ethereum und Ripple mit 15 und 9 Milliarden Dollar. Allein schon aus diesem Grund werden sich die meisten der institutionellen wie privaten Anleger auf den Bitcoin konzentrieren.

Zigtausende Prozent Wertzuwachs wie im vergangenen Jahrzehnt wird es im neuen nicht geben. Allerdings wären Tausend Prozent im neuen Jahrzehnt oder mehr nicht völlig utopisch und keinesfalls in Anbetracht der phantastischen Zuwächse im ersten Bitcoin-Jahrzehnt zu verachten. Selbst bei einem Plus von 1000 Prozent würde der Bitcoin dann immer noch unter dem kürzlich von der BayernLB für möglich gehaltenen Kurs von 90.000 Dollar liegen.

Im Chart unten ist auf einer logarithmischen Skala die Kursentwicklung des Bitcoins seit Handelsbeginn bei der Kryptobörse Bitstamp im Jahr 2011 abgebildet. Dabei kann man die enorm treibenden Auswirkungen der beiden ersten Halvings deutlich erkennen. Das sich sehr schnell nähernde Bitcoin-Halving im Mai dürfte bald seine Schatten vorauswerfen. Für Hochspannung wird jedenfalls gesorgt sein.

Nach den Digital Natives kommen die Blockchain Natives

Generationen werden gern schlagwortartig in Kategorien eingeteilt. Die Generation Y der Jahrgänge zwischen den frühen 80er und späten 90er Jahren (auch Millennials genannt) wurde von der Globalisierung und dem Internetboom geprägt. Für die Generation Z (zwischen 1995 und 2010), manchmal auch Generation YouTube genannt, ist die Digitalisierung des Alltags bereits völlig normal. Was kommt nun nach den Digital Natives? Professor Philipp Sandner vom Blockchain Center der Frankfurt School of Finance & Management sieht nun die Blockchain Natives im Vormarsch, die sich allerdings mit den Digital Natives überlappen. Die Einflüsse von Blockchain- und Kryptoindustrie wachsen weiter und dürften auch die Arbeitswelt stark verändern. Viele Analysten vergleichen den derzeitigen Stand der Blockchain- und Kryptoindustrie mit dem der Anfänge des Internets. Bei der Regulierung kommt Deutschland nach anfänglichem Zögern nun wieder verstärkt in die Vorreiterrolle. Digitalisierte Währungen, wie sie die chinesische Zentralbank einführen will, werden auch in anderen Ländern kommen. Diese CBDCs (Central Bank Digital Currencies) werden die neuen Möglichkeiten wie das IoT (Internet of Things), also die Vernetzung physischer und virtueller Gegenstände, erst wirklich ausschöpfen können. Denn dadurch werden alle denkbaren Transaktionen bis hin zu Micro-Payments nahezu in Real Time und zu Kosten nahe Null möglich. Viele Intermediäre, die im aktuellen Wirtschaftsleben noch notwendig sind, werden wegfallen und durch Smart Contracts ersetzt werden. Auch wenn der Bitcoin mit diesen Entwicklungen zunächst nichts zu tun hat, könnte er doch davon profitieren und sich als eine Art Weltwährung weiter etablieren. Denn die CBDCs sind keine Alternative zum Bitcoin, hängen sie doch direkt an den jeweiligen Fiatwährungen wie Euro, Dollar usw. Die vergleichsweise einfache Fluchtmöglichkeit aus instabilen und manipulierten Währungen und restriktiven Währungssystemen sowie die Funktion als Wertaufbewahrungsspeicher bleiben einzigartig.

10.12.2019, 10:10

Kommt nun doch der Test des großen Widerstands bei 6.000 Dollar? Die Richtungsentscheidung könnte gerade negativ ausfallen.

Mit der gestrigen Überschrift des Artikels in boerse-online.de wurde auf die unmittelbar bevorstehende Richtungsentscheidung beim Bitcoin aufmerksam gemacht. Durch die immer geringer gewordene Volatilität der vergangenen Woche hat sich der Bitcoin-Kursverlauf in das sich zuspitzende Dreieck eingepasst. Dabei treffen sich die beiden Dreieckslinien genau bei 7.500 US-Dollar. Dieses Niveau ist auch genau ein wichtiger Widerstand (vgl. den Bitcoin-Jahreschart im Artikel gestern). Nach der Kursentwicklung seit gestern Abend sieht es danach aus, als fällt die Richtungsentscheidung negativ aus. Der Bitcoinpreis ist aus dem kurzfristig gebildeten Dreieck nach unten ausgebrochen (vgl. Monatschart von Bitcoin unten). Im Gegensatz zu den beiden Spitzen nach oben für wenige Minuten scheint der Durchbruch nach unten nun signifikanter. Zwar ist der Bitcoin immer für Überraschungen gut. Jedoch könnte es nun doch noch zum mehrfach erwarteten Test des großen Widerstands bei 6.000 Dollar kommen. Die folgenden Ausführungen sind die gleichen wie im Artikel gestern in boerse-online.de.

Long Squeeze vor Umschwung?

Die große Frage bleibt weiter im Raum stehen: Haben wir im November schon die Tiefststände gesehen oder kommt noch der Test des großen Widerstands bei 6.000 Dollar? Die Bitcoin-Long-Positionen sind zuletzt auf Höchststände gelaufen (vgl. den Chart der Longpositionen bei der Kryptobörse Bitfinex unten). Kommt es zum Ausbruch aus dem Dreieck nach unten, könnte es schnell dynamisch in Richtung des Widerstands bei 6.000 Dollar kommen. Die Inhaber der Longpositionen könnten dann gezwungen werden, zur Verlustbegrenzung ihre Longpositionen zu verkaufen. Dieser Long Squeeze würde dann den Kursrückgang beschleunigen. Falls dies so eintritt, dürfte der Effekt nur kurzfristig sein. Außerdem ist dann ein Trampolineffekt nicht unwahrscheinlich. Ein scharfer Dreh der Kurse nach oben sollte deshalb in diesem Fall nicht überraschen.

Kommt es nicht zum Test des Widerstands bei 6.000 Dollar, sollte man sich ebenfalls für einen Aufschwung positionieren. Bei einem Anstieg über die 50-Tagelinie könnte man zumindest teilweise Positionen aufbauen. Die 50-Tagelinie verläuft derzeit bei über 8.270 Dollar. Schafft der Kurs den Sprung darüber, könnte es einen schnellen Run bis zur 200-Tagelinie geben, die bei über 9.400 Dollar verläuft. Jedenfalls dürfte die Entwicklung im Dezember und zum Jahreswechsel sehr spannend werden.

Indikatoren für den Aufschwung

Einige Analysten sehen den Aufschwung unmittelbar bevorstehen. So sieht der bekannte Analyst Willy Woo gerade ein On-Chain-Dynamiksignal nach mehrmonatigem Abstieg in den bullishen Bereich drehen. Aus seiner Sicht wird jetzt jede Bewegung unter 6.500 Dollar in der längerfristigen Perspektive nur ein Docht gewesen sein, das heißt nur ein sehr kurzfristiges Ereignis. Dieser Befund würde nicht dem oben dargestellten Szenario eines möglichen kurzfristigen Long Squeeze widersprechen.

Rekordzahl bei der Anzahl der Bitcoin-Adressen: Demnach hat die Zahl der Bitcoin-Adressen die Rekordzahlen zu Zeiten des Hypes Ende 2017 überschritten und ist auf ein Allzeithoch von 28,39 Millionen gestiegen. Zwar kann man diese Zahl nicht mit der Zahl der weltweiten Nutzer von Bitcoin gleichsetzen. Denn ein einzelner Nutzer kann mehrere Bitcoin-Wallets haben und ein Wallet mehrere Adressen. Dadurch dürfte sich dann die Gesamtzahl der Nutzer deutlich verringern. Andererseits lässt eine Vielzahl der Nutzer ihre Bitcoin an den Kryptobörsen stehen. Die Bestände sitzen dann mit denen vieler anderer Nutzer der Börse an der gleichen Adresse. Das bedeutet, dass die Anzahl der Nutzer viel größer wäre als ausgewiesen. Trotzdem ist die Gesamtzahl der Bitcoin-Adressen ein guter Indikator für die Anzahl der Bitcoin-Nutzer weltweit.

Bitcoin-ETFs sind ein regelmäßig wiederkehrendes Thema. Marktbeobachter sehen nun größere Chancen für eine künftige Genehmigung durch die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC. Vergangene Woche hat die SEC nun aber den an den Bitcoin-Futuresmarkt angehängten Fonds „NYDIG Bitcoin Strategy Fund“ genehmigt. Dieser Fonds wird ausschließlich in den an amerikanischen Futuresbörsen zugelassenen Bitcoin-Futures investieren. Außerdem soll der zuletzt abgelehnte Bitcoin-ETF-Antrag von Bitwise noch einmal überprüft werden. Allerdings nimmt eine mögliche Bedeutung von ETFs tendenziell ab. Denn über traditionelle Finanzunternehmen wird der Zugang für Anleger immer mehr erleichtert.

Bitcoin-Führerschein für Banken

Der neue Gesetzentwurf zum Kryptohandel in Deutschland hat nun das komplette Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Prof. Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center sieht mit der Einführung des von ihm sogenannten Bitcoin-Führerscheins für Banken ein Wettrennen eröffnet, wer die besten von der Bafin gebilligten Services im Bereich Bitcoin & Co anbieten wird. Dabei konkurrieren Startups, ausländische Kryptobörsen und etablierte Banken miteinander. Die Börse Stuttgart hat als Vorreiterin vergleichsweise unbemerkt den Bitcoin-Handel auf der „Börse Stuttgart Digital Exchange“ (BSDEX) gestartet und will Deutschlands erster regulierter Handelsplatz für digitale Vermögenswerte werden.

9.12.2019, 15:05

Der Bitcoin steht charttechnisch kurzfristig vor einer Richtungsentscheidung. Anleger sollten darüber aber nicht vergessen, ihre Kryptogeschäfte zum Jahresende steuerlich zu optimieren.

In den nächsten Tagen wird es zu einem Ausbruch aus der zuletzt gebildeten Dreiecksformation geben. Diese spitzt sich auf das Niveau von 7.500 US-Dollar zu, das gleichzeitig auch ein längerfristiger Widerstand ist (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Kommt es vor dem Aufschwung erst noch zu dem Test des großen Widerstands bei 6.000 Dollar? Dort wären dann ideale Kurse für einen Neueinstieg. Ein Anstieg nach oben ist aber genauso möglich. Läuft dieser bis über die 50-Tagelinie bei derzeit 8.270 Dollar, könnte es einen kleinen Bullrun geben.

Kryptosteuern beachten

Zum Jahresende kommt für Anleger traditionell das Thema Versteuerung verstärkt in den Blick. Am Aktienmarkt gibt es mit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 keine steuerfreien Spekulationsgewinne mehr. Anders bei den Kryptowährungen. Diese werden nicht als Kapitalerträge eingestuft, sondern nach §22 EstG als Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften von anderen Wirtschaftsgütern, in diesem Fall eben Kryptowährungen. Die Veräußerungsgeschäfte werden in §23 EstG definiert als solche, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Diese Vorschrift beschert deutschen Kryptoanlegern ein weltweit ziemlich einzigartiges Steuerprivileg. Denn wer Kryptowährungen mehr als ein Jahr nach dem Kauf wieder verkauft, hat eben gerade kein privates Veräußerungsgeschäft getätigt und damit auch keinen steuerpflichtigen Vorgang ausgelöst. Mit anderen Worten: Nach mehr als einem Jahr verkaufte Kryptowährungen sind steuerfrei. Allerdings können nach mehr als einem Jahr realisierte Verluste auch nicht mit vorher erzielten Gewinnen gegengerechnet werden. Ergibt sich für 2019 ein saldierter Gewinn von weniger als 600 Euro, muss der Anleger diesen nicht versteuern (Freibetrag). Bitcoin-Fans übersehen gelegentlich auch, dass der berühmte Kauf der Pizza gegen Bitcoin, die vor weniger als einem Jahr gekauft wurden, ebenfalls steuerlich ein Verkauf ist. Außerdem gilt das FIFO-Prinzip (First in, first out). Zuerst gekaufte Positionen gelten steuerlich auch als zuerst verkauft. Noch ein Missverständnis: Es gilt nicht der Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent wie bei Wertpapieren. Vielmehr bemisst sich die Besteuerung nach dem individuellen Steuersatz, der sich aus allen Einkünften ergibt. Dieser kann also größer (bis zu 45 Prozent) oder kleiner als die Abgeltungssteuer sein.

Deswegen sollten Kryptoanleger nun schleunigst eine Gegenüberstellung der Gewinne und Verluste machen. Wurden in diesem Jahr schon viele Gewinne realisiert und befinden sich die aktuellen Positionen, die noch kein Jahr gehalten wurden, im Minus, sollte man diese verkaufen, um die Steuerlast zu reduzieren. Man kann die Positionen ja unmittelbar danach wieder zurückkaufen, wenn man weiter positiv gestimmt ist. Händisch kann die Ermittlung der Gewinne und Verluste erheblichen Aufwand verursachen. Denn jede Transaktion muss in die für das Finanzamt entscheidende Referenzwährung Euro umgerechnet werden. Kauft ein Anleger zum Beispiel Bitcoin gegen Euro und verkauft diesen später wieder gegen Euro, ist das noch überschaubar. Schwierig wird es, wenn der Anleger zum Beispiel Bitcoin gegen Euro kauft, später für die Bitcoin-Position Litecoin kauft, diesen dann in Ethereum tauscht usw. Denn der vermeintliche Tausch von Bitcoin gegen Litecoin ist kein solcher, sondern aus steuerlicher Sicht ein Verkauf von Bitcoin und gleichzeitiger Kauf von Litecoin. Es wird also ein Verkauf in Euro unterstellt, obwohl es keinen gab. Deswegen muss der Euro-Kurs von Bitcoin an diesem Tag festgehalten und eingerechnet werden.

Aufgrund der Komplexität dieser Vorgänge gibt es eine ganze Reihe meist kostenpflichtiger Steuertools wie Accointing oder CoinTracker. In diese kann man dann die Daten importieren und sich einen Steuerreport erstellen lassen. Aber Vorsicht: Die Steuertools importieren die Daten nicht von allen Kryptobörsen. Von daher sollte man vor Nutzung des Tools überprüfen, ob es die genutzten Kryptobörsen unterstützt. Einfach haben es Anleger, die die BISON App nutzen. Denn diese stellt jeweils zum Jahresanfang des Folgejahrs einen kostenlosen Steuerreport des vergangenen Jahres zur Verfügung. In dem sogenannten BISON Info-Report für das Steuerjahr 2019 werden alle unterjährig realisierten und deshalb zu versteuernden Kryptogewinne ausgewiesen und daneben auch die nicht zu versteuernden mit einer Haltedauer von mehr als einem Jahr. Außerdem ist dort eine komplette Transaktionsübersicht beigefügt.

2.12.2019, 15:35

Im nächsten Jahr könnte der Bitcoin-Handel über deutsche Banken möglich sein. Mit der fortschreitenden Regulierung bekommen die Kryptoprodukte nun einen soliden Rechtsrahmen.

Die Kursentwicklung an den Kryptomärkten zeigt schon wieder eher nach unten. Die Kurserholung in der zweiten Wochenhälfte war nur von kurzer Dauer. Charttechnisch spricht weiter viel für einen Test des großen Widerstands bei 6.000 US-Dollar (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten). Von daher erscheint momentan noch keine Eile bei Neuengagements geboten. Das gilt entsprechend auch für die Altcoins.

Bitcoin-Handel über deutsche Banken in 2020 möglich

Bitcoin und andere Kryptowährungen kommen immer mehr in den traditionellen Kapitalmärkten an. Gerade hat der neue Gesetzentwurf zum Kryptohandel mit dem Beschluss des Bundestages das komplette Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Er soll durch den Wegfall des Trennungsverbots den Kryptohandel über deutsche Banken ermöglichen. Bisher durften Banken neben ihren traditionellen Dienstleistungen nicht auch noch Kryptowährungen anbieten. Dabei soll den Banken auch die Aufbewahrung der Coins gestattet werden. Bis dato ist es ihnen untersagt, eigene Wallets anzubieten. Dadurch wird nun vermieden, dass es einem Krypto-Verwahrer nicht gleichzeitig gestattet ist, Kryptowährungen wie Bitcoin und Security Token wie den in diesem Jahr emittierten Bitbond Token zu verwahren. Denn ein Security Token hat sowohl wesentliche Merkmale eines Wertpapieres wie auch eines Krypto-Assets. Letzteres ist aber nachrangig gegenüber dem übergeordneten Kriterium Wertpapier. Deshalb werden Security Token als Wertpapiere und nicht als Kryptowerte eingestuft. Mit der jetzigen Regelung ist es aber nicht mehr nötig, zwecks Trennung dafür eine eigene Tochtergesellschaft zu gründen.

Auch in anderen Ländern wird der regulatorische Rahmen verbessert. So gibt es in dem sehr kryptoaffinen Südkorea ein neues Gesetz, das den Rahmen für digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen schafft. Mit der fortschreitenden Regulierung bekommen die Kryptoprodukte nun einen soliden Rechtsrahmen. Für die Anleger in Deutschland dürfte jedenfalls die Hemmschwelle gegenüber Bitcoin und anderen Kryptowährungen dadurch weiter zurückgehen. Denn unprofessionelle oder unseriöse Anbieter werden aus dem Markt gedrängt. Überhaupt könnte Deutschland in Sachen Kryptofreundlichkeit nach langem Zögern nun verstärkt die Rolle als Zugpferd übernehmen. Es bleibt natürlich abzuwarten, welche Banken diese neuen Möglichkeiten annehmen. Einige Banken sehen in der Beteiligung am Kryptohandel große Chancen für zusätzliche Einnahmen.

Prof. Philipp Sandner vom Frankfurt School Blockchain Center sieht mit der Einführung des Bitcoin-Führerscheins für Banken ein Wettrennen eröffnet, wer die besten von der Bafin gebilligten Services im Bereich Bitcoin & Co anbieten wird. Dabei konkurrieren Startups, ausländische Kryptobörsen und etablierte Banken miteinander. Auch die Börse Stuttgart als Vorreiterin in diesem Segment dürfte weiter nachlegen. Im September hat sie die „Börse Stuttgart Digital Exchange“ (BSDEX) mit dem Handel von Bitcoin gestartet und will Deutschlands erster regulierter Handelsplatz für digitale Vermögenswerte werden. Zwar gibt es bereits regulierte Handelsplattformen für Kryptowährungen wie bitcoin.de oder die BISON App, die von einer 100%-igen Tochtergesellschaft der Stuttgarter Börse betrieben wird. Aber in 2020 könnte mit dem Handel von tokenisierten Wertpapieren (Security Token) eine kleine Revolution anstehen mit völlig neuen Anlagealternativen. Während BISON sich eher an den Massenmarkt richtet, zielt die BSDEX mehr auf die professionelleren Investoren ab.

25.11.2019, 15:00

Für Cardano-Gründer Hoskinson ist das derzeitige Geschehen am Kryptomarkt nur eine temporäre FUD-Phase. Die globale Kryptobewegung ist nicht zu stoppen und der Bitcoin auf 100.000 Dollar gehen.

Man kennt es von anderen Märkten wie dem Aktienmarkt. In einer Aufwärtsbewegung überbieten sich die meisten Analysten mit immer höheren Kurszielen. Auch bei der diesjährigen Aufwärtsbewegung des Bitcoins war das so. 50.000, 100.000 Dollar und noch viel mehr wurden von seriösen und auch selbst ernannten Analysten aufgerufen. Bei einem Sinkflug wie gerade beim Bitcoin ist das genau umgekehrt. Aufmerksamkeit erregen dann Analysten vor allem durch übermäßig niedrige Kursziele. Der Bitcoin ist heute am Morgen schon bis auf fast 6.600 Dollar abgestürzt. Bis zum Mittag gab es dann erstmals seit längerem einen kräftigen Rebound um 10%, der in er Spitze kurz bis auf über 7.300 Dollar führte (vgl. Bitcoin-Monatschart unten). Es bleibt aber fraglich, ob er sich dauerhaft über der Marke von 7.000 Dollar etablieren kann. Wahrscheinlicher dürfte ganz kurzfristig oder in nächster Zeit ein Test der großen Widerstandszone um 6.000 Dollar sein.

Auch wenn der Kurssturz nicht im Sinne der Bitcoin-Fans ist, sollte man nicht vergessen, dass er vom Jahrestief gerechnet noch immer um rund 100% im Plus liegt. Trotzdem tut etwas Seelenbalsam gut. Den liefert mit Charles Hoskinson ein sehr bekannter Name aus der Kryptowelt. Immerhin handelt es sich um einen der Mitgründer der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum und dem Gründer von Cardano, der aktuellen Nummer 13 unter den Kryptowährungen gerechnet nach Marktkapitalisierung. Er fiel bisher auch nicht als Lautsprecher auf wie der notorische John McAfee, der gerade für das nächste Jahr Kurse von zwei Millionen Dollar „errechnet“ hat. Hoskinson hat in seinem Tweet vom 22. November die langfristige Perspektive im Blick, die unabhängig von kurzfristigen Manipulationsversuchen und dem hektischen News Trading aus seiner Sicht weiter extrem aussichtsreich erscheint. Nach der derzeitigen FUD-Phase werden wir nach seinen Worten deshalb auch die 10.000 Dollar wiedersehen und die 100.000 Dollar begrüßen. Krypto wird nicht zu stoppen sein. Den erfrischenden Aussagen fehlt allerdings ein Zeitrahmen.

Diesen festzulegen, ist natürlich auch nicht möglich. 10.000 Dollar sind nahezu jederzeit wieder drin. Ein 40%-iger Kurssprung wie vor vier Wochen, und schon ist man wieder drüber. Allerdings ist nach der kalten Dusche der vergangenen Wochen nicht mit solch einem vehementen Kurssprung innerhalb eines Tages zu rechnen. Dafür wäre dann eher ein Zeitraum von drei bis vier Wochen vonnöten. Die 100.000 Dollar klingen vermessen, wenn man auf den aktuellen Preis und die jüngste Preisentwicklung blickt. Im Zeitraum zwischen den beiden Halvings in 2020 und 2024 ist dieser Leuchtturmpreis aber nicht unrealistisch. Ein Bitcoin-ETF als Paradeprodukt für traditionelle Anleger wurde noch nicht genehmigt, aber er wird kommen. Die Auffassung, dass der Bitcoin neben traditionellen Assets wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Gold in einen modernen Anlage-Mix gehört, wird sich weiter verbreiten. Mit einem leichten Zugang wie einem Bitcoin-ETF wird diese Auffassung dann auch verstärkt umgesetzt. Die Bitcoin-Nachfrage wird je nach dem gerade herrschenden kurzfristigen Trend zwar mal größer oder kleiner sein. Auf längere Sicht wird sie steigen und auf ein begrenztes Angebot treffen. 2020 wird für den Bitcoin mit dem Halving im Mai ein spannendes Jahr und nichts für schwache Nerven werden. Aber das ist ja eigentlich nichts Neues.

22.11.2019, 21:35

Der Bitcoin ist heute im Tief schon unter die Marke von 7.000 Dollar gecrasht. Am Nachmittag und Abend konnte er sich zunächst wieder etwas erholen.

Schneller als erwartet ist das befürchtete Szenario eingetreten: Der Bitcoin ist heute unter seinen horizontalen Widerstand von 7.500 US-Dollar gefallen und dann schnell bis unter die Marke von 7.000 Dollar gerauscht. Zwischenzeitlich lag der Bitcoin mehr als 10% im Minus. Bei Bitfinex hat er am Nachmittag Niveaus um die 6.850 Dollar erreicht, konnte dann aber zum Abend hin sich wieder etwas befestigen. Auch wenn sich der Preis auf wieder auf um die 7.300 Dollar erholt hat, ist die Gefahr weiterer deutlicher Kursverluste sehr groß. Wie schon mehrfach erwähnt, liegt der nächste große Stopp erst bei 6.000 Dollar (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten).

Gründe für den Bitcoin-Crash

Charttechnisch abgezeichnet hat sich der Kursverfall schon seit Wochen. Wir hatten vor der Kursexplosion Ende Oktober und auch danach mehrfach darauf hingewiesen. Die fundamentalen Begründungen sind wie bei der Kursexplosion stark chinalastig. Vor vier Wochen hatte man die Äußerungen von Chinas Präsident Xi Jingping, der Blockchain als Kerntechnologie klassifiziert hatte, als Argument für den Kurssprung verantwortlich gemacht. Dabei hatte Xi Jingping mit keinem Wort Bitcoin oder andere Kryptowährungen erwähnt, wie das der Binance-Vorstand Zhao mit bullishen Tweets suggeriert hatte. In diesem Zusammenhang ist eine Meldung von „The Block“ interessant, dass Niederlassungen der führenden Kryptobörse Binance in Shanghai durchsucht worden seien. Allerdings hat Binance dementiert, überhaupt eine Niederlassung in Shanghai zu haben. Gravierender als diese Gerüchte könnten Meldungen über Untersuchungen chinesischer Behörden zu Krypto-Aktivitäten generell sein. Im Zuge dessen mussten sowohl Binance als auch das Kryptoprojekt TRON ihre Veröffentlichungen im sozialen Netzwerk Weibo – dem chinesischen Pendant zu Twitter – aufgeben. Trotz dieser Entwicklungen scheint China die Entwicklung des E-Yuan weiter voranzutreiben. Dies ist kein Widerspruch. Denn China könnte sich durch eine Schwächung des Bitcoins eine Stärkung des E-Yuan erhoffen. Diese Hoffnung wird aber nur kurze Beine haben, da das Konzept des Bitcoins ein ganz anderes ist als das eines möglichen Stable Coins E-Yuan.

Wie geht es weiter?

In den vergangenen Wochen hat jeder Durchbruch durch wichtige Marken (200-Tagelinie, 50-Tagelinie und jetzt Widerstand bei 7.500 Dollar) eine weitere Beschleunigung der Abwärtsbewegung ausgelöst. Nach dem zuletzt galoppierenden Kursverfall könnte aber zunächst etwas Beruhigung eintreten. Zumindest wenn die Analogie mit dem Chartverlauf nach dem Death Cross vor eineinhalb Jahren weiter so verläuft wie bisher. Der Boden dieses Tauchgangs dürfte aber noch nicht erreicht sein. Vielmehr würde die nächste Welle den Preis wohl bis in den Bereich des großen Widerstands bei 6.000 Dollar führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Widerstand dann hält, ist deutlich größer als es jetzt bei den 7.500 Dollar der Fall gewesen ist. Allerdings: Wird auch dieser Widerstand gerissen, könnte dann doch das tiefe Jammertal im Bereich von 4.000 bis 4.500 Dollar erreicht werden. Diese Möglichkeit wurde ja zuletzt mit unterschiedlichen Ansätzen diskutiert (vgl. den gestrigen Artikel „Weiterer Kursrutsch beim Bitcoin“). Bei Bitcoin-Preisen im unteren 6000er-Bereich wären dann Neuengagements wieder hochinteressant. Allerdings sollte man selbst da noch nicht das ganze Pulver verschießen für den Fall, dass auch dieser Widerstand nicht hält.

Auch die Altcoins wurden in den Abwärtsstrudel gerissen. Eine 1 nach dem Komma bei IOTA heute hat man seit Jahren nicht mehr gesehen. Jedenfalls sollte man Engagements weiter zurückstellen. Sollte der Bitcoin bis in den unteren 6000er-Bereich taumeln, wird es hier zu Ausverkaufspreisen kommen.

21.11.2019, 22:10

Der Bitcoin hat bei einem weiteren Kursrutsch heute bis zu 10% verloren. Exakt beim Widerstand bei 7.500 US-Dollar konnte sich der Kurs wieder etwas erholen. Es drohen aber weitere Verluste.

Heute hat sich der Abwärtstrend beim Bitcoin verschärft. In der Spitze verlor der Preis fast 10% und fiel am Nachmittag bei Bitfinex bis auf genau 7.500 Dollar. Das ist genau der Preis, den wir mehrfach als entscheidenden Widerstand genannt haben. Wird dieser Widerstand bei 7.500 Dollar durchbrochen, droht weiteres Ungemach. Denn dann könnte der Bitcoin-Kurs sehr schnell nach unten durchgereicht werden bis auf 6.000 Dollar (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten). Dort ist dann ein sehr starker Widerstand, der halten sollte.

Wiederholt sich die Geschichte?

Das haben wir hier in dem Artikel vom 12.11. (Bitcoin: Droht doch noch ein Kursrutsch?) gefragt. Bis jetzt jedenfalls schon. Nach dem Death Cross vor eineinhalb Jahren legte der Bitcoin ebenfalls eine fulminante Rally um 50% hin. Allerdings fand das nicht an einem Tag statt wie jetzt Ende Oktober, als der Bitcoin um 40% explodierte, sondern dauerte zwei bis drei Wochen. Der Abschwung jetzt ist aber wie eine Kopie vom vergangenen Jahr. Würde sich die Chartanalogie von damals fortsetzen, würde der Bitcoin bis in den Bereich von 4.500 Dollar fallen.

Interessant ist, dass gerade eine Analyse die Runde macht, die einen Absturz auf das gleiche Niveau von 4.400 Dollar mit einem ganz anderen Ansatz prognostiziert. Der Analyst Cole Garner hat in einem Tweet auf die rückläufige Entwicklung der Hash Ribbons aufmerksam gemacht. Dabei geht es um die Betrachtung von zwei gleitenden Mittelwerten der Hash Rate, die eine Aussage über die Mining-Aktivitäten machen soll. Demnach könnten die Bitcoin-Miner kurzfristig vor einer Kapitulation stehen. Vor einem Jahr war die Situation ähnlich, als der Bitcoin-Preis dann unter 6.000 Dollar fiel und sich halbierte.

Beim Bitcoin ist kurzfristig zwar nichts unmöglich, ein weiterer Kursrutsch um 40% erscheint aber eher unwahrscheinlich. Allerdings ist der Preis wie im Mai 2018 nach dem Kurssprung klar im Abwärtstrend. Wie oben schon erwähnt: Fällt der Preis jetzt oder in nächster Zeit unter den Widerstand bei 7.500 Dollar, könnte erst beim nächsten großen Widerstand von 6.000 Dollar Schluss sein. Das wären vom derzeitigen Niveau immerhin auch noch einmal 20%. Kommt es zu diesem Szenario, wären das dann exzellente Kurse zum Neueinstieg oder zur Wiederaufstockung.

Hoffnungsträger Bitcoin-Halving

Viele Marktteilnehmer setzen auf positive Effekte des Bitcoin-Halvings im Mai 2020. Dann wird die Entlohnung der Miner wie alle vier Jahre wieder halbiert und damit das zusätzliche Angebot. Die einfache Überlegung, dass dann der Preis steigen muss, ist etwas differenzierter zu betrachten. Denn es spielt ja nicht nur die Angebots- sondern auch die Nachfrageseite eine Rolle. Immerhin kommen ja trotz geringer Inflationierung weiterhin neue Bitcoins auf den Markt. Um den Preis zu halten, müsste also zusätzliche Nachfrage in den Markt kommen. Analysten sprachen in diesem Zusammenhang von knapp 3 Milliarden Dollar bis zum Halving. Das sollte im Zuge der zunehmenden Bitcoin-Verbreitung eigentlich kein Problem sein. Kurzfristige Verwerfungen kann es aber trotzdem immer wieder geben.

Die Aussage stimmt zwar, dass der Bitcoin vor den zwei bisherigen Halving-Terminen in 2012 und 2016 jeweils gestiegen ist. Allerdings lag der Preis zu den Terminen dann doch jeweils deutlich unter den im Laufe der vierjährigen Periode erzielten Höchstkursen. Man muss auch berücksichtigen, dass die Kryptomärkte damals noch bei weitem nicht so entwickelt waren wie heute. Außerdem gab es kaum Möglichkeiten, auf fallende Kurse zu spekulieren wie heute mit den Bitcoin-Futures und anderen Bitcoin-Derivaten. Ein Preisanstieg vor dem Halving erscheint trotzdem wahrscheinlich. Allerdings macht es mit Blick auf die Überlegungen oben schon einen Unterschied, ob dieser von 8.500 oder 6.000 Dollar erfolgt.

Konsequenzen für Bitcoin-Anleger

Nach großen Kursrückgängen stellt sich immer die Frage, wann neue Kaufkurse erreicht sind. Ein großer Kursrückgang zeigt sich aber nur bei Betrachtung der Höchstkurse um 13.500 Dollar nach dem Kurssprung um 40 Prozent vor knapp einem Monat. Seit Jahresbeginn liegt der Bitcoin weiter mit rund 100 Prozent im Plus und ist damit im Vergleich zu traditionellen Assets wie Aktien noch immer der absolute Top-Performer. Geht der Preis in den Bereich von 6.000 Dollar, bietet ein Investment in Bitcoin Riesenchancen für 2020 von 100 bis mehreren hundert Prozent. Da weitere Kursrückgänge wahrscheinlich sind, bleibt aktuell aber noch Zurückhaltung angesagt.

Die kurzfristigen Überlegungen oben können für Trader interessant sein, die direkt auf rückläufige Kurse spekulieren oder nach einem Kurseinbruch neu einsteigen wollen. Allerdings hat sich in der Geschichte des Bitcoins immer wieder gezeigt, dass scheinbar gebildete kurzfristige Trends dann plötzlich wieder über den Haufen geworfen wurden. Von daher ist und bleibt das Trading sehr schwierig. Für den längerfristig operierenden Anleger sieht das anders aus. Er sollte eben nicht unbedingt auf kurzfristige Kursveränderungen spekulieren. Vielmehr wäre ein tatsächlicher Rückgang eine Gelegenheit, den Bitcoin-Bestand sukzessive nach dem Cost-Averaging-Prinzip aufzustocken. Dabei sollten die prozentualen Abstände bei den Käufen aufgrund der hohen Bitcoin-Volatilität größer sein als bei entsprechender Anwendung am Aktienmarkt. Jeder Anleger sollte einen Maximalbetrag festlegen, den er in Bitcoin investieren möchte. Diesen sollte er dann tatsächlich aber auch nicht überschreiten. Entscheidend ist hier jedenfalls die Überzeugung, dass der Bitcoin als nicht inflationierbarer Wertaufbewahrungsspeicher weiter steigen wird. Egal ob vor oder nach dem Halving.

18.11.2019, 18:25

Anfang September erreichte die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum gegenüber dem Bitcoin den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Danach konnte sich der Preis wieder deutlich verbessern, unterbrochen nur beim Bitcoin-Preissprung um 40 Prozent Ende Oktober. Seither zeigt Ethereum wieder relative Stärke zum Bitcoin, der Preis bewegt sich langsam in Richtung 200-Tagelinie. Zuletzt haben einige Analysten auch für die Zukunft eine anhaltende Stärke von Ethereum gegen Bitcoin prognostiziert. Könnte sich hier ein Investment lohnen?

Interessant ist dies vor allem mit Blick auf die Ethereum-Hardfork Istanbul, die am 4. Dezember und damit in gut zwei Wochen stattfinden soll. Mit der Hardfork sollen sechs wichtige Code-Änderungen eingeführt werden, quasi ein Update auf Ethereum 2.0. Mit dem Update und der Anpassung des Konsens-Algorithmus von Proof of Work auf Proof of Stake sollen die lange bestehenden Skalierungsprobleme behoben werden. Bei den Smart-Contract-Plattformen hat Ethereum weiterhin unangefochten die Nase vorn. Dies wird so bleiben, auch wenn die Konkurrenten EOS, Cardano oder NEO versuchen aufzuholen. Zuletzt konnte das auch als chinesisches Ethereum bezeichnete NEO aufgrund der positiven chinesischen Blockchain-Berichterstattung überproportional performen.

Vor kurzem hat Coin Metrics auf die positive fundamentale Entwicklung bei Ethereum hingewiesen. Dabei wird die Kennzahl „Network Value to Token Value“ (NVTV) benutzt. Diese bezeichnet das Verhältnis des Wertes des Netzwerkes, also die Marktkapitalisierung von Ethereum, zum Wert der Token, die auf der Plattform erstellt werden. Dieser Wert hat sich in diesem Jahr stark angenähert, laut Coin Metrix ein positives Zeichen. Daneben werden noch einige andere positive Faktoren herangezogen.

18.11.2019, 14:20

Von den 5.000 Altcoins eignen sich nur wenige für Anlagezwecke. Neueinsteiger in den Toplisten sind zumindest immer einen Blick wert.

Vor der Überlegung, in Altcoins zu investieren, sollte zunächst einmal eine Einschätzung des künftigen Bitcoin-Trends stehen. Denn sich dauerhaft gegen den Trend des unangefochtenen Marktführers zu stellen, wird nur ganz selten möglich sein. Leider muss man gerade konstatieren, dass der Bitcoin in einem kurzfristigen Abwärtstrend ist. Bis wohin dieser führt, ist aktuell nicht abzusehen. Nachdem nun auch die 50-Tagelinie unterschritten wurde, deuten die Zeichen auf weiter rückläufige Kurse.

Schlechte Altcoins

Eine generelle Unterteilung in gut und schlecht ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Denn grundsätzlich sind gute Altcoins aus Anlegersicht zunächst mal solche, die ihnen Kursgewinne bescheren. Aber allein die Inflation bei der Zahl der Altcoins zeigt schon die Notwendigkeit einer radikalen Selektion. Mittlerweile listet Coinmarketcap rund 5.000 Altcoins. Rund 99% davon sind völlig illiquide.

Für Anleger macht es also keinen Sinn, Coins mit Mini-Umsätzen zu kaufen. Deswegen sollte man sich auch nicht von Kurssprüngen von mehreren 100 Prozent blenden lassen. Man findet diese täglich bei oft Dutzenden von Coins. Ein Beispiel vom Mittwoch vergangener Woche: RChain machte einen Kurssprung von rund 300% am Tag und war damit der Top-Performer. Der Tagesumsatz? 153 Dollar. Dabei beträgt die ausgewiesene Marktkapitalisierung des Coins sogar über 30 Millionen Dollar, das ist die Größenordnung einer Small-Cap-Aktie. Von daher ist auch das Kapitalisierungs-Kriterium bei Kryptowährungen mit Vorsicht zu genießen. Wenn ein Großteil oder fast alle Coins in den Händen einzelner Personen sind, kann sich eine vermeintlich hohe Marktkapitalisierung schnell relativieren. Diese Mini-Coins werden deshalb oft von Pusher-Groups benutzt, um unbedarfte Trader mit tollen Meldungen ins Boxhorn zu jagen und ihre Stücke teuer bei diesen abzuladen.

Gute Altcoins

Die liquidesten Coins sind mit Tether der führende Stable Coin auf Dollar-Basis, dicht gefolgt vom Marktführer Bitcoin, der natürlich kein Altcoin ist. Mit weitem Abstand folgt dann Ethereum. Auch Litecoin, EOS, Bitcoin Cash, XRP, NEO und Ethereum Classic sowie einige andere Coins können noch als sehr liquide bezeichnet werden. Anleger in Kryptocoins sollten sich auf die hochkapitalisierten und liquiden Coins konzentrieren. Eine Beschränkung auf die Top20 kann hier Sinn machen. Die aktuelle Nummer 20, Cosmos, hat immerhin noch eine Marktkapitalsierung von knapp 700 Millionen Dollar. Wem das immer noch nicht reicht, kann vielleicht auf die Top50 gehen. Die Nummer 50, Algorand, hat aktuell eine Kapitalisierung von 114 Millionen Dollar.

Unten ist eine Übersicht über die Performance der Top20. Der Bitcoins hat seit Jahresbeginn (YTD) 123% zugelegt. Die meisten Altcoins bleiben da sehr deutlich zurück. Der absolute Top-Performer mit einem Plus von 873% ist hier Chainlink. Bis zu seinem Allzeithoch im Juni waren dies in der Spitze sogar fast 1400%. Hintergrund der Kursexplosion war vor allem die Ankündigung einer Google-Partnerschaft, zu der dann weitere Partnerschaften dazukamen. Chainlink ist ein Beispiel für einen Newcomer in den Toplisten. Von daher kann es sich lohnen, auf Coins zu achten, die neu bei den Top20 oder Top50 auftauchen.

Auch in der vergangenen Woche konnten sich einige wenige Altcoins dem Abwärtstrend von Bitcoin entgegenstellen. So zeigten einige China-Coins eine gute Performance. Das sind Coins, die vom zuletzt positiven Blockchain-Newsflow aus China profitieren. So war NEO mit einem Plus von über 7% in der vergangenen Woche der Top-Performer. Im Monatsvergleich zeigt sich dies noch stärker mit einem Plus von 64% gegenüber 6% beim Bitcoin. Der NEO-Gründer Da Hongfei sieht erhebliches Potenzial der Blockchain-Anwendungen. Auf der großen Krypto-Konferenz BlockShow Asia zitierte er Untersuchungen, dass diese bis 2030 so viel wert sein sollen wie die gesamte Marktkapitalisierung der FAANG-Aktien (also von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google). Außerdem können mit den dezentralen Blockchain-Lösungen Probleme und Skandale der zentralisierten Webwelt wie jüngst bei Cambridge Analytica vermieden werden.

Ein anderer Altcoin mit China-Bezug zeigte eine noch eindrucksvollere Performance. Der nach Marktkapitalisierung auf Platz 27 liegenden Token VET von VeChain konnte im Wochenvergleich um rund 35 Prozent zulegen. Hier löste die Rally eine Erwähnung in Chinas größter Zeitung People’s Daily aus. Das in Singapur ansässige Unternehmen macht mit Blockchain-Technologie Produktions- und Lieferketten transparent für alle Marktteilnehmer von Unternehmen bis hin zu den Konsumenten. Dies dient zum Beispiel der Aufdeckung von Medikamentenfälschungen. Dadurch können betrügerische Nachbildungen von Medikamenten von den Originalmedikamenten unterschieden werden. Außerdem kann überprüft werden, ob, wann und wo ein Medikament im Laufe seines Transportweges bestimmte Temperaturgrenzen überschritten hat. Denn häufig können dabei Inhaltsstoffe unbrauchbar werden. People’s Daily wies auf den Anwendungsfall in der Lebensmittelindustrie hin. In China gab es in der Vergangenheit immer wieder Skandale mit verunreinigten Lebensmitteln wie Babymilchpulver oder krankem Fleisch. Um das zu verhindern, hat Wal-Mart mit seinen 400 Filialen in China ein Überwachungssystem zusammen mit VeChain entwickelt. Alle Informationen werden mit Blockchain-Technologie gesammelt. Diese Informationen können nicht nachträglich verändert werden. Kunden können diese über QR-Warencodes dann scannen und so an die detaillierten Informationen gelangen. Von daher dürfte der VeChain-Coin VET weiter interessant bleiben, der sich seit Ende Oktober mehr als verdoppelt hat. Allerdings sollte man aufgrund dieses Kursanstiegs vorsichtig agieren und kleinere Positionen nach dem Cost-Averaging-Prinzip kaufen.

Quelle: cryptorank.io

12.11.2019, 21:35

Unruhige Entwicklung beim Bitcoin: Kurzfristig ist er in einen Abwärtstrend gefallen. Das Chartbild ähnelt dem im Frühjahr 2018.

Nachdem sich der Bitcoin in der vergangenen Woche zunächst seitwärts bewegt hatte, fiel er zum Wochenschluss dann wieder unter die Marke von 9.000 US-Dollar. Am Sonntag gab es noch einmal einen plötzlichen Kursanstieg auf erneut über 9.000 Dollar. Bereits am Montag  ging es dann aber erneut steil nach unten bis auf rund 8.600 Dollar. Der Preis hat sich damit deutlich von der 200-Tagelinie entfernt und schickt sich an, auch die 50-Tagelinie zu durchbrechen, die vorläufig noch als Widerstand nach unten fungiert. Kommt es zum Durchbruch, könnten schnell die Tiefststände um 7.500 Dollar im Oktober erreicht werden. Auch ein Kursrutsch darunter wäre dann im Bereich des Möglichen. Viele Altcoins halten sich dagegen vergleichsweise gut und zeigen häufig eine bessere Performance als der Bitcoin. Kommt der Bitcoin aber weiter ins Rutschen, können sie sich der Abwärtsbewegung natürlich ebenfalls nicht entgegenstemmen.

Wiederholt sich die Geschichte?

Das Ende Oktober gebildete Death Cross beim Bitcoin erwies sich kurzfristig als grandioses Fehlsignal. Denn unmittelbar nach Bildung gab es einen der größten Kurssprünge aller Zeiten beim Bitcoin, der sich innerhalb von 24 Stunden um in der Spitze mehr als 40% befestigen konnte. Von daher erscheint interessant, noch einmal den Verlauf nach dem letzten Death Cross Ende März 2018 zu betrachten. Auch damals gab es danach einen kurzfristigen Anstieg des Bitcoin-Preises um 50%. Nicht unmittelbar danach wie diesmal, aber immerhin nur zwei Wochen später. Zwar verzerrt der Hype Ende 2017 die Situation etwas. Dennoch erinnert der Chartverlauf seit Februar 2018 mittlerweile doch stark dem jetzigen seit Juni 2019 (vgl. Zweijahreschart von Bitcoin unten). Wenn sich das fortsetzt, könnte jetzt der Durchbruch durch die 50-Tagelinie bevorstehen und anschließend der Preis unter das Zwischentief Ende Oktober fallen und bis in den Bereich um 7.000 Dollar gehen.

2018 ging der Kursverfall ja nach zwischenzeitlicher Erholung und Konsolidierung dann Monate später noch deutlich tiefer. Mit dem Resultat, dass Ende 2018 die Kurse – trotz zwischenzeitlichem 50%-igem Kurssprung nach dem Death Cross – um 50% tiefer notierten als zum Zeitpunkt des Death Cross. Damals wie heute galt: Das Death Cross erwies sich kurzfristig als völliges Fehlsignal. Ob es sich wie 2018 mittelfristig auf Sicht eines Dreivierteljahres dann doch als richtiger Indikator erweist, wird man Mitte nächsten Jahres wissen. Würde sich die Analogie fortsetzen, müsste der Bitcoin-Preis von seinem Stand zum Zeitpunkt des  Death Cross im Oktober (knapp 9.000 Dollar) ja noch einmal um 50% fallen, das wären dann 4.500 Dollar.

Das halten wir aus derzeitiger Sicht dann doch für übertrieben. Eine weitere Korrektur ist nicht unwahrscheinlich. Rückgänge bis in den Bereich des Widerstands bei 7.500 sind möglich. Würde dieser Widerstand dann auch noch durchbrochen werden, sollte spätestens bei 6.000 Dollar Schluss sein. Wer langfristig investiert ist, muss immer wieder diese kurzfristigen Schwankungen aushalten. Trader können zwar versuchen, diese kurzfristigen Trends zu spielen. Es hat sich aber immer wieder erwiesen, dass kurzfristige Prognosen beim Bitcoin extrem schwierig sind. Gerade wenn ein kurzfristiger Trend klar zu sein scheint, kommt es völlig abrupt dann zu einer Wendung. Das ist allgemein in jungen und noch nicht so entwickelten Märkten wie dem Bitcoin- bzw. Kryptomarkt häufig zu beobachten.

11.11.2019, 16:35

Das digitale Silber Litecoin könnte gegenüber dem digitalen Gold Bitcoin in nächster Zeit eine bessere Performance zeigen. Über den Gesamttrend bestimmt aber weiterhin der Bitcoin.

Nachdem der Bitcoin zum Wochenschluss unter 9.000 US-Dollar gefallen war, gab es gestern plötzlich einen Kurssprung. Grund könnte eine sehr bullishe Prognose des Krypto-Unternehmers Bobby Lee sein. Als Mitgründer der ersten chinesischen Bitcoin-Börse BTCC im Jahr 2011 und jetzigem Wallet-Produzenten sowie Bruder des Litecoin-Gründers Charlie Lee hat sein Wort in der Szene durchaus Gewicht. Bei der Wellenbewegung des Bitcoins sieht er jede Welle als eine Blase, die den Bitcoin-Preis dann 10-20mal höher steigen lässt als der vorherige Höchststand. Lee zufolge werden diese Wellen den Bitcoin in den nächsten Jahren auf ein Niveau von 100.000 – 200.000 Dollar bringen und letztlich sogar bis auf 1 Million Dollar. Laut Lee wird es bis Ende des nächsten Jahrzehnts ein Flippening zwischen Gold und Bitcoin geben. Damit würde der Bitcoin dann die Marktkapitalisierung von Gold übertreffen. Eine mutige Prognose, immerhin hat das Geld mit einem heutigen Wert von rund 8 Billionen Dollar eine 50-mal höhere Bewertung als der Bitcoin. Derartig optimistische Kursziele hat man immer wieder einmal gehört. Selbst die Bayerische Landesbank hat kürzlich einen Bitcoin-Preis von 90.000 Dollar in den nächsten Jahren als möglich bezeichnet. Jedenfalls könnten diese Äußerungen von Lee gestern den Bitcoin-Kurs durchaus bewegt haben. Die Aufwärtsbewegung wurde aber bereits wieder egalisiert und der Bitcoin notiert erneut deutlich unter der Marke von 9.000 Dollar.

Litecoin mit Kurspotenzial

Litecoin, die Bitcoin-Abspaltung von 2011, wird oft als digitales Silber bezeichnet. Der Preis zeigt seit einem Jahr einen sehr bewegten Verlauf. Zunächst konnte sich der Preis gegenüber den Tiefstständen Ende 2018 in sechs Monaten bis zum Juni 2019 mehr als versechsfachen und zählte damit zu den absoluten Top-Performern unter den großen Altcoins (vgl. Jahreschart Litecoin gegen Dollar unten). Grund für diesen Bullrun bei Litecoin im ersten Halbjahr waren Spekulationen mit Blick auf das Halving am 5. August.

Aber bereits 6 Wochen vor dem Halving-Event lief die Aufwärtsbewegung aus. Danach gehörte Litecoin zu den schwächsten großen Coins und der Kurs drittelte sich wieder. Seit September hat er sich gegenüber dem Bitcoin stabilisiert und lief seitwärts. Seit Monatsbeginn ist eine deutliche Aufwärtsbewegung gegenüber dem Bitcoin zu sehen, die anhalten könnte (vgl. Jahreschart Litecoin gegenüber Bitcoin unten). Litecoin setzt mit dem MimbleWimble-Protokoll verstärkt auf hohe Anonymität und Skalierbarkeit und geht damit in die Richtung der Privacy Coins. Einige der bekannten Privacy Coins wie Monero und Zcash hatten allerdings regulatorische Probleme, die in Japan sogar dazu führten, dass es zu Delistings an den dortigen Kryptobörsen kam. Von daher ist diese verstärkte Ausrichtung von Litecoin nicht ohne Risiko. Das Litecoin Summit am 28. und 29. Oktober in Las Vegas kam offensichtlich bei den Anlegern gut an. Denn seither zeigt der Coin nach langer Flaute wieder eine positive Tendenz. Litecoin sollte derzeit ein größeres Kurspotenzial als Bitcoin haben. Allerdings: Bröckelt der Bitcoin weiter ab, wird auch Litecoin davon negativ betroffen sein. Schwenkt der Bitcoin aber erneut in einen Aufwärtstrend, könnte Litecoin eine bessere Performance zeigen.

4.11.2019, 16:40

Nachdem Ripples Kryptowährung XRP im September gegenüber dem Bitcoin (BTC) auf Tiefstkursen ihre seit August anhaltende Konsolidierung abgeschlossen hatte, kam es in den folgenden Wochen zu Kursgewinnen von über 50 Prozent und einer Annäherung an die 200-Tagelinie (vgl. unterer Chart). Mit dem Kurssprung des Bitcoins lief die Entwicklung des Kryptopaars XRP-BTC kurzfristig zu Ungunsten von XRP und der Preis ging bis an die 50-Tagelinie zurück. Das könnte sich wieder ändern und XRP dann ein Golden Cross zum Bitcoin anvisieren. Es sei denn, Bitcoin macht erneut einen großen Kurssprung. Auch gegenüber dem USD könnte es auf Sicht auf ein Golden Cross hinlaufen (vgl. oberer Chart). Bei einem nachhaltigen Sprung über die Marke von 0,30 Dollar dürfte rasch die 200-Tagelinie erreicht werden, die aktuell bei 0,326 Dollar verläuft.

XRP litt in der Vergangenheit immer wieder unter der anhaltenden Inflationierung. Diese ging einher mit einer mangelnden Transparenz über die Transaktionen aus der Escrow-Wallet von Ripple und der dahinterstehenden Strategie. Die Bedenken sind zuletzt wieder etwas in den Hintergrund getreten. Gerade fand am Wochenende in Singapur die jährliche Swell-Konferenz statt, bei der in den vergangenen Jahren viele namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Finanzwesen eingeladen waren. In der Vergangenheit ist der XRP-Kurs meist vor der Konferenz deutlich angezogen und hat danach wieder nachgegeben. Einige Beobachter erwarten, dass der Verlauf diesmal anders ist.  Denn in den vergangenen Monaten konnte Ripple eine Reihe neuer und interessanter Partnerschaften abschließen und versucht so, die Ripple-Produkte im Markt zu implementieren. Gerade gibt es Spekulationen, dass Ripple neue ODL-Korridore testet. ODL hat dabei nichts mit dem gleichnamigen bayerischen Begriff für Jauche zu tun. Vielmehr handelt es sich um die Abkürzung für On-Demand-Liquidity, das frühere xRapid. Hier machte in jüngster Zeit vor allem der Zahlungskorridor von MoneyGram zwischen den USA und Mexiko von sich reden. Nun scheint Ripple auch Zahlungskorridore zwischen Australischem Dollar und Mexikanischem Peso bzw. Philippinischem Peso zu testen. Ripple hat die Korridore zwar nicht bestätigt, jedoch bereits bestehende Kooperationen nach Australien. Ripple könnte dadurch die Nutzung von XRP über neue Zahlungskanäle forcieren.

28.10.2019, 13:00

Die vergangene Woche hatte es in sich. Nach dem Flash Crash kommt es zu einem seit vielen Jahren nicht mehr gesehenen Bitcoin-Pump.

Die vergangene Woche hatte es in sich. Zunächst sorgte ein kleiner Flash Crash zur Wochenmitte zu einem Kursrückgang bis in die Unterstützungszone um 7.500 US-Dollar. Dadurch bildete sich auch erwartungsgemäß das Death Cross. Das Todeskreuz, bei dem die 50-Tageslinie die 200-Tageslinie von oben schneidet, gilt als Indikator für einen weiteren schwachen Kursverlauf. Allerdings erwies sich das Death Cross als ein Fehlsignal, wie es so wohl nur sehr selten vorkommt. Denn statt weiter fallender Kurse kam es am Freitag dann zum größten Kurssprung des Bitcoins seit 2011. Innerhalb von 24 Stunden explodierte der Kurs um in der Spitze über 40 Prozent (vgl. 5-Tageschart unten).

Manipulierter Kursrutsch?

Für den Kursrutsch zur Wochenmitte gab es ein paar Erklärungsversuche. Am wahrscheinlichsten sind mögliche Manipulationen über die Kryptobörse BitMEX. Dort kann mit Hebeln von bis zu 100 auf steigende oder fallende Bitcoin-Preise gesetzt werden. Durch diese enormen Hebel ist BitMEX die Börse mit dem größten Handelsvolumen im Bitcoin. Laut Daten von coinmarketcap macht es 15 Prozent des Gesamtumsatzes am Spotmarkt der Kryptobörsen aus. Dem Bitcoin-Preis bei BitMEX liegen dabei die Bitcoin-Preise der drei Kryptobörsen Coinbase, Kraken und Bitstamp zugrunde. Auslöser war ein größerer Abverkauf bei Bitstamp. Durch die Riesenhebel bei BitMEX kann dann schnell ein Dominoeffekt ausgelöst werden, wenn Stop-Losses ausgelöst werden und gehebelte Long-Positionen glattgestellt werden müssen.

Als Treibstoff für Kursexplosion?

Natürlich schreit vor allem die Kursexplosion von Freitag auf Samstag nach Erklärungen. So wurden eine große Menge neu gedruckter und an Bitfinex übertragene Tether als möglicher Grund ins Spiel gebracht. In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorwürfe, dass Bitfinex damit Bitcoin kauft und so manipuliert. Schließlich ist derzeit diesbezüglich sogar ein Gerichtsverfahren anhängig. Aber vor allem werden Äußerungen von Chinas Präsident Xi Jingping verantwortlich gemacht. Dieser sieht die Blockchain als Kerntechnologie und will diese beschleunigt entwickeln und fördern. Zwar hat dies nicht direkt etwas mit dem Bitcoin oder Kryptowährungen allgemein zu tun. Aber die Äußerungen von Xi waren willkommener Anlass, diese Verbindung herzustellen. So hat der Binance-Vorstand Zhao mit seinen bullishen Tweets einen Zusammenhang suggeriert.

Bei ieser Gemengelage könnten auch die am Freitagnachmittag ausgelaufenen Futures an der CME eine Rolle gespielt haben und zu Panik bei den Marktteilnehmern geführt haben. Denn der Kurssprung beim Bitcoin kam etwa eine Stunde vor Einstellung des Handels am Freitagnachmittag. Diese Dynamik wurde dann noch durch einen Short Squeeze verstärkt. Viele Marktteilnehmer hatten zuletzt auf weiter fallende Kurse gesetzt. Dadurch mussten die offenen Short-Positionen zwangsliquidiert werden. Zu Beginn des asiatischen Handels ab Mitternacht gab es dann sogar noch einen größeren Pump, der den Bitcoin bis deutlich über 10.000 Dollar trieb. Auch hier dürften einige Marktakteure völlig auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. Die Riesenhebel von BitMEX und jetzt auch Binance könnten jedenfalls Bitcoin-Wale verstärkt dazu verleiten, den Markt kurzfristig zu überrumpeln. Geht man noch weiter, könnte man sogar den Kursrutsch zur Wochenmitte als ersten Schritt zur Manipulation nach oben sehen. Allerdings gibt es dafür keine Belege.

Trend kurzfristig unklar

Den langfristigen Trend hatten wir hier schon häufig als ganz klar sehr aussichtsreich bewertet. Dass die kurzfristigen Schwankungen unvorhersehbar sind, hat der Bitcoin gerade wieder mit Bravour bewiesen. Eigentlich hätte es neue Nachrichten benötigt, um den Preis aus seiner eher abwärts gerichteten Bewegung zu reißen. Diese gab es nicht wirklich. Von daher ist der Bitcoin-Pump auf das Zusammenspiel verschiedener markttechnischer Faktoren zurückzuführen. Es würde deshalb nicht verwundern, wenn die Preise zunächst wieder abbröckeln. Langfristig ausgerichtete Anleger sollten diese enormen kurzfristigen Kursschwankungen sowieso nicht verunsichern.

24.10.2019, 19:20

Wir hatten zuletzt vor 10 Tagen darauf hingewiesen, dass der Bitcoin-Preis sich einem Death Cross nähert. Nach dem Flash Crash gestern wird dieses nun gerade gebildet. Von daher haben wir das wir 10 Tagen noch eingefügte Fragezeichen im Bitcoin-Jahreschart unten weggelassen. Fraglich ist, ob es dann unmittelbar zu weiteren deutlichen Kursrückgängen kommt. Wahrscheinlich ja. Wie schon erwähnt, könnte der Preis nach einem Bruch der Widerstandszone um die 7.500 US-Dollar dann deutlich wieder fallen bis in den unteren 6.000-Dollar-Bereich. Für langfristig denkende Investoren wären das dann wieder sehr günstige Kaufpreise.

Ursachen des Flash Crashes

Wie immer ist es kaum möglich, die wirklichen Ursachen zu eruieren. Eine Begründung könnte eine mögliche Manipulation der Kryptobörse BitMEX sein, der führenden Bitcoin-Börse gemessen nach Handelsvolumen. Eine Besonderheit ist, dass dort mit Hebeln bis zu 100 auf steigende und fallende Kurse gesetzt werden kann. Dabei liegen den Bitcoin-Kursen bei die Bitcoin-Preise der drei Kryptobörsen Coinbase, Kraken und Bitstamp zugrunde. Der Preisrutsch soll dabei von der Börse Bitstamp ausgegangen sein durch einen Abverkauf von 3.600 BTC ausgegangen sein, der auch durch einen „durchgeknallten“ Algorithmus ausgelöst worden sein könnte. Allerdings hat man solche Flash Crashes in der Vergangenheit schon häufiger gesehen. Jedenfalls kann bei so riesigen Hebeln wie bei BitMEX schnell ein Dominoeffekt ausgelöst werden, wenn entsprechende Stop-Losses im Markt liegen.

Erstaunlicherweise hat die Hash Rate laut Daten von blockchain.com mit 114 TH/s (114 Millionen Tera Hashes bzw. 114 Trillionen Hashes pro Sekunde) gerade einen neuen Rekordwert erreicht. Das ist ein neuer Rekord der Netzwerkleistung, die der Sicherheit des Netzwerks dient. Eigentlich wird meist vermutet, dass ein Anstieg der Hash Rate mit eher steigenden Kursen einhergeht. Allerdings hat schon das vergangene Jahr gezeigt, dass trotz ständig steigender Hash Rate die Preise enorm gefallen sind. Von daher könnte der Kurssturz aber auch einfach nur eine gewisse Vorsicht vor den Libra-Anhörungen widerspiegeln. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bei der Anhörung vor dem US-Kongress versucht, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Libra würde die Währungsstabilität nicht gefährden sondern vielmehr die Vormachtstellung des US-Dollars stärken. Denn Libra soll ja zur Hälfte durch US-Dollar gedeckt werden. Wird das Libra-Projekt blockiert, würden andere Länder hier ihre Marktposition ausbauen. Dies gilt insbesondere für den Hauptkonkurrenten der USA, China. Denn dort soll – wie schon verschiedentlich gemeldet wurde – relativ kurzfristig eine staatliche digitale Währung getestet und eingeführt werden. Allerdings konnten die Zuckerberg-Ausführungen wohl die Bedenken kaum zerstreuen.

Altcoins meist nicht so schwach wie Bitcoin

Der in den vergangenen Wochen zu beobachtende Trend, dass die Altcoins den Bitcoin eher outperformen, setzt sich auch in der Abwärtsbewegung fort. Einige Coins der Top20 haben im Wochenvergleich weniger verloren als der Bitcoin, manche (wie Chainlink mit +13% oder Bitcoins SV mit +26%) zeigen sogar ein Plus. Auch heute im Tagesvergleich liegt der Bitcoin leicht im Minus, während praktisch alle Altcoins der Top20 mehr oder minder große Pluszeichen aufweisen. Trotzdem ist von Coinpicking derzeit noch immer eher abzuraten. Zwar kann sich der Bitcoin nach dem Preisrutsch auch schnell wieder erholen. Die Gefahr eines weiteren Rückgangs (Death Cross) ist jedoch groß.

21.10.2019, 15:30

Auch nach dem jüngsten Kursanstieg steuert der Bitcoin auf ein Death Cross hin. Im Jahreschart zeigt sich, dass dies in wenigen Tagen bereits markiert werden kann. Fraglich ist dabei, ob es eine ähnlich dramatische Relevanz bekommt wie das im April gesehene Golden Cross.

Grundsätzlich braucht es positive News, um den Bitcoin aus seiner seit vier Wochen andauernden Seitwärtsbewegung nach oben zu bringen. Eventuell könnten das die jüngsten Meldungen bezüglich digitaler staatlicher Währungen sein, wie sie gerade aus den USA und Kanada gekommen sind. Denn würden diese wirklich eingeführt, wären sie keine Konkurrenz zum Bitcoin, vielmehr würden sie ihn eher stimulieren.Diese Nachrichten könnten eventuell der Anlass gewesen sein, dass der Bitcoin heute aus dem seit 10 Tagen gebildeten Abwärtstrendkanal ausgebrochen (vgl. 3-Monatschart unten).

Altcoins im Vergleich zum Bitcoin gemischt

Bei den Altcoins der Top20 fällt im Vergleich zum Bitcoin die Wochenperformance gemischt aus (vgl. Übersicht unten). Während der Bitcoin knapp 1% im Minus liegt, ist das Minus bei einigen Altcoins wie Ethereum und Litecoin (jeweils -3%) größer. Die schwächste Wochenperformance haben Cardano und EOS mit mit jeweils -6%. Die Kryptowährung von Ripple (XRP) hält sich weiter gut. Hier hat auch der letzte Quartalsbericht gestützt, der 74% weniger der häufig kritisierten XRP-Verkäufe durch Ripple ausweist. Herausragend sind neben dem Binance Coin (+21%) auch der Privacy Coin Monero (XMR) mit einem Plus von 10%. Im Gegensatz zu anderen Altcoins hatte dieser noch nicht gegenüber dem Bitcoin gedreht. Hier könnte der Beginn einer Trendwende sein. Jedenfalls ist die Outperformance der Altcoins nicht mehr so eindeutig wie in den vergangenen Wochen.

Quelle: coinmarketcap.com

16.10.2019, 18:00

Vor Monaten elektrisierte die Ankündigung des Facebook-Coins Libra die Kryptowelt. Nun verlassen wichtige Unternehmen das Libra-Konsortium. Auch beim Telegram-Token GRAM gibt es Schwierigkeiten. Die SEC untersagt den Verkauf an US-Bürger.

Großer Widerstand gegen Libra

Der Facebook-Coin Libra stößt auf immer größeren Widerstand. US-Senatoren haben Druck auf Mitglieder der Libra Association gemacht, das Projekt aufzugeben. Den Unternehmen wurde sonst starker regulatorischer Druck auch auf Zahlungsaktivitäten jenseits von Libra angedroht. Facebook gilt aufgrund diverser Skandale der jüngeren Vergangenheit als nicht vertrauenswürdig. Die wichtigen Mitglieder des Libra-Konsortiums Mastercard, Visa, PayPal, eBay und Stripe haben bereits das Konsortium verlassen. Andere werden wahrscheinlich folgen. Zwar haben die Unternehmen verlauten lassen, das Projekt zu einem späteren Zeitraum noch einmal zu prüfen. Doch dies scheinen nicht mehr, als pflichtschuldige Verlautbarungen. Die Zweifel mehren sich, ob das Projekt im nächsten Jahr oder überhaupt umgesetzt wird. Dem angekratzten Image von Facebook wird diese Entwicklung weiter zusetzen. Obwohl auch in absehbarer Zukunft die Aussage über Facebook stimmt: Keiner mag es – fast jeder hat einen Account.

Alternative Bitcoin

Der mögliche Facebook-Coin Libra wäre keine Konkurrenz für den Bitcoin. Denn Libra wäre nur ein digitalisierter Fiat-Währungskorb aus US-Dollar, Euro, Pfund, Yen und Singapur-Dollar. Der Wert würde also mit den hinterlegten Währungen schwanken. Dagegen führt der Bitcoin und seine Wertentwicklung ein völliges Eigenleben. Nun laufen neue Entwicklungen darauf hinaus, dass man auch Bitcoin über soziale Medien übertragen kann. Dies wird mit einer App dann auf Twitter, YouTube, Instagram und einigen kleineren Plattformen möglich. Facebook ist nicht dabei. Die Entwicklungen zeigen, dass Bitcoin den Libra überflüssig machen kann. Die leichte Übertragbarkeit von Bitcoin über soziale Medien könnte ein großes Thema werden. Bitcoin wird auf lange Zeit unangefochten die Leitwährung unter den Kryptowährungen bleiben, vergleichbar der Dollar-Dominanz unter den Weltwährungen. Daneben wird es dann auch staatliche Stable Coins geben, die aber ebenfalls keine Alternative zum Bitcoin sein werden. Jedenfalls stellt sich dann die berechtigte Frage: Wer braucht dann überhaupt noch Libra?

Telegram-Token vor dem Aus?

Ist das Projekt bereits am Ende, bevor es am 31. Oktober starten soll? Die amerikanische Börsenaufsicht SEC geht gegen den gigantischen 1,7 Milliarden US-Dollar ICO von Telegram in 2018 vor. Allerdings überrascht, dass die SEC erst so spät und kurz vor Umsetzung der Token-Verteilung reagiert. Jedenfalls behauptet die SEC nun, dass es sich bei den GRAM-Token um Wertpapiere handelt und diese nicht registriert wurden. Die Token wurden an 171 Erstkäufer weltweit (darunter 39 US-Käufer) verkauft. Bis zum 31. Oktober sollten die GRAM-Token an die Erstkäufer geliefert werden. Mit einer Notverordnung soll dies nun unterbunden werden. US-Investoren dürfen GRAM weder durch Verkauf noch auf andere Weise erhalten. Zwar ist das Verbot auf die USA beschränkt, andere Länder sind davon zunächst nicht betroffen. Fraglich ist, ob die US-Käufer eine Rückerstattung ihrer Mittel bekommen – die wahrscheinlich beste Lösung für Telegram. Von daher darf man auf die Entwicklung in den nächsten zwei Wochen bis Ende Oktober gespannt sein. Eine SEC-Anhörung ist für den 24. Oktober angesetzt. Berichten zufolge erwägt Telegram, die Token-Ausgabe bis nächstes Jahr zu verschieben. Zuletzt gab es große Erwartungen an die Entwicklung von GRAM als Kryptowährung des Telegram Open Network (TON). Analysten sahen GRAM in den nächsten Jahren in die Top10 der Kryptowährungen aufsteigen. Der Telegram-Token GRAM wird nicht endgültig vor dem Aus stehen. Bei den im vergangenen Jahr eingestiegenen Investoren dürfte aber Enttäuschung aufkommen.

14.10.2019, 14:20

Der Bitcoin-Preis nähert sich einem Death Cross. Deutet das auf einen Absturz hin? Wichtige Altcoins zeigen dagegen eine Outperformance zum Bitcoin.

Nach dem Kursrutsch Ende September hat sich der Bitcoin seitwärts bewegt und blieb mit kurzen Unterbrechungen über der Marke von 8.000 US-Dollar. Er es aber auch nicht mehr geschafft, über die 200-Tagelinie zu steigen. Diese ist nun zum Widerstand nach oben mutiert. Charttechnisch wird ein Death Cross beim Bitcoin immer wahrscheinlicher. Dabei fällt die 50-Tage- unter die 200-Tagelinie. Dieser Umstand wird meist mit einem weiteren schlechten Kursverlauf in Verbindung gebracht. Deutet dieses Szenario auf einen Bitcoin-Absturz hin?

Ein Blick auf den Zwei-Jahreschart unten zeigt das letzte Death Cross Ende März 2018. Damals trat genau das Gegenteil ein: Im April stieg der Preis des Bitcoins um 50 Prozent, die Preise der Altcoins explodierten noch mehr. Allerdings verzerrt der Hype Ende 2017 die Situation etwas, so dass die Aussagekraft vermindert ist. Tatsache ist auch, dass es nach den stark steigenden Kursen im April 2018 dann doch deutlich nach unten ging und die Preise zum Jahresende um 50 Prozent tiefer als zum Zeitpunkt des Death Cross notierten. Aktuell erscheint aufgrund des Verlaufs der 50-Tagelinie eine konträre Entwicklung wahrscheinlicher, also ein kurzfristiger Kursrückgang und danach dann eine sehr deutliche Aufwärtsbewegung. Jedenfalls gilt das zuletzt Gesagte: Sollte der Widerstandsbereich um 7.500 US-Dollar fallen, könnten die Bitcoin-Preise bis in den unteren 6000er-Bereich fallen. Für langfristig eingestellte Investoren wären das dann wieder sehr günstige Kaufpreise. Aber – wie wir an dieser Stelle schon mehrfach erwähnt haben – kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin sind sehr schwierig und haben sich schon sehr oft schnell als Makulatur erwiesen. Trotzdem erscheint kurzfristig eine vorsichtigere Anlagestrategie sinnvoll zu sein, bis sich ein neuer Trend abzeichnet.

Die Altcoins zeigen weiter eine sehr gute Performance. Im Überblick der Top20 unten zeigt sich, dass viele Altcoins im Wochenvergleich eine bessere Performance als der Bitcoin aufweisen. Interessant könnten der XRP und IOTA sein. Ripple setzt auf das Internet of Value und investiert kräftig in das Ökosystem für seine Kryptowährung XRP. Insgesamt sollen schon rund 500 Millionen US-Dollar investiert worden sein, die Hälfte davon für die Monetarisierungs-Plattform Coil. Mit diesem Schritt soll XRP neben dem Interbankenhandel auch im Bereich Mikrotransaktionen Fuß fassen. Micropayments könnten in Zukunft zur Killer-App werden mit Anwendungen zum Beispiel bei Videospielen oder für bezahlte Inhalte. Der XRP-Preis ist zuletzt sehr fest gegenüber dem Bitcoin gewesen und nähert sich bereits der 200-Tagelinie. Auch IOTA war zuletzt gegenüber dem Bitcoin sehr fest, das Kursverhalten und auch der absolute Preis sind ziemlich identisch zu XRP. IOTA setzt auf das Internet of Things (IOT), also die Kommunikation und Vernetzung verschiedener Maschinen. Dies ist eines der Zukunftsthemen überhaupt mit Anwendungen beispielsweise im Bereich Mobilität, Logistik oder Smart Factories. Jedenfalls erscheinen beide Coins für den langfristigen Investor interessant. Sollte der Bitcoin allerdings wie oben dargestellt noch einmal ins Rutschen geraten, würden kurzfristig auch diese Coins in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: coinmarketcap.com

9.10.2019, 16:15

Die SEC muss bis zum 13. Oktober endgültig eine Entscheidung bezüglich eines Bitcoin-ETF-Antrags stellen. Die Aussichten gelten besser als in der Vergangenheit. Eine positive Entscheidung könnte für neuen Schub sorgen. Eine negative Entscheidung könnte den Bitcoin-Preis aber bis in den 6000er-Bereich drücken. Das wären dann Kaufkurse.

Das Endlos-Thema Bitcoin-ETF steht kurzfristig wieder auf der Tagesordnung. Diesmal ist es der von Bitwise beantragte ETF, beim dem die Entscheidung der SEC bis zum 13. Oktober fallen soll. Eine nochmalige Verschiebung der Entscheidung ist in diesem Fall nicht mehr möglich. Bei einer Zulassung setzt der Markt bekanntermaßen darauf, dass sich die Bitcoin-Nachfrage erhöhen würde. Denn dadurch würden breitere Anlegerkreise einen einfacheren Zugang zum Bitcoin-Markt bekommen. Die Zulassung eines Bitcoin-ETFs durch die Aufsichtsbehörde würde auch für viele Anleger einen größeren Sicherheitsgrad bedeuten. Nach Meinung von Bitwise-Offiziellen sollen die Chancen für eine Zulassung diesmal besser stehen, denn der Markt hat sich seither positiv weiterentwickelt, so dass die bisherigen Bedenken der SEC dem vielleicht nicht mehr entgegenstehen. Eine positive Entscheidung könnte dem Bitcoin-Markt kurzfristig Schub geben. Umgekehrt wäre es natürlich bei einer negativen Entscheidung. Allerdings müsste die SEC diesmal auch konkreter werden, welche Bedenken eine Zulassung noch verhindern. Jedenfalls könnten die nächsten Tage diesbezüglich spannend werden. In diesem Zusammenhang könnte ein positives Signal sein, dass die SEC Bitcoin nicht als Wertpapier sieht. Demnach setzen Bitcoin-Käufer nicht auf unternehmerische Gewinne, obwohl das natürlich auch in der Vergangenheit schon klar war. Der primäre Use Case Wertaufbewahrung wird gerade wieder deutlich. Die Sperrung von Konten in der Türkei und der zwischenzeitliche Ausfall von Geldautomaten in Hongkong lässt die Zweifel am traditionellen Bankwesen wachsen. Da erstaunt nicht, dass die Google-Suchanfragen nach Bitcoin in Hongkong wieder den höchsten Wert seit Juni erreichten. Positiv stimmt, dass der Global Strength Indicator von Bloomberg erstmals seit November wieder ein Kaufsignal zeigt.

Auf der negativen Seite ist eine am Montag eingereichte Klage bei einem Gericht in New York zu sehen, demzufolge Tether mit ungedeckten Coins den gesamten Kryptomarkt manipuliert haben soll und damit einen Schaden von 1,4 Billionen US-Dollar verursacht haben soll. Tether soll über Bitfinex (beide Firmen sind eng verknüpft) neue Tether „gedruckt“ haben und diese an Bitfinex weitergeleitet haben. Mit den Beträgen soll dann Bitcoin gekauft worden und damit die Nachfrage künstlich angeheizt worden sein. Tether und Bitfinex haben diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Vorwürfe sind nicht neu und gründen sich auf eine Studie der Universität von Texas aus dem Jahr 2018. Von daher hat sich der Markt davon zunächst nicht beeindrucken lassen.

Charttechnisch befindet sich der Bitcoin in einer kurzfristig rückläufigen Dreiecksformation (vgl. BTC-6-Monatschart unten). Diesmal wird es bis zu einer Richtungsentscheidung allerdings nicht so lange dauern wie bei der letzten Dreiecksformation. Diese löste sich bekanntlich vor drei Wochen mit dem Kursrutsch nach unten auf. Je nach SEC-Entscheidung wird das Dreieck in den nächsten vier bis fünf Tagen nach oben oder unten verlassen werden. Aktuell befindet sich der Bitcoin-Preis wieder an der oberen fallenden Dreieckslinie. Kurzfristig eingestellte Trader könnten deshalb für diese Fälle Stopp-Limits legen. Zum Beispiel für den Fall einer positiven Entscheidung ein Stopp-Buy-Limit etwa bei 8.500 Dollar und für den Fall einer negativen Entscheidung ein Stopp-Limit bei 7.600 Dollar. Sollten die Preise dann bis in den 6000er-Bereich fallen, wären das dann auf jeden Fall auch wieder Kaufkurse für langfristige Investments.

7.10.2019, 11:45

Die Kryptowährung von Ripple, XRP, zeichnete sich zuletzt durch ihre Outperformance gegenüber dem Bitcoin aus. XRP notiert immer noch mit einem Minus von mehr als 90% gegenüber dem Allzeithöchststand. Im Jahreschart unten sieht man, dass XRP seit Mitte September gegenüber dem Bitcoin sehr fest im Markt liegt und um über 30% zugelegt hat. Auch bekannte Trader wie Peter Brandt aus den USA äußerten zuletzt, dass der Preis gegen Bitcoin einen Langzeitboden erreicht haben könnte. Unser Chart scheint das zu bestätigen. Auch könnte XRP durch die Meldung stimuliert werden, dass auf der dezentralen Börse BinanceDEX ein Token mit einer 100%-igen XRP-Deckung angeboten wird, der die Nachfrage nach XRP steigern könnte. Der Trend deutet jedenfalls auf eine mittelfristig anhaltende Outperformance gegenüber dem Bitcoin hin. Der Preis könnte nun in Richtung der 200-Tagelinie gehen, die aktuell noch rund 25% höher verläuft. Unter den Top10-Coins hat XRP die beste Wochenperformance mit einem Plus von fast 8% (vgl. Übersicht unten). Auffallend ist der Anstieg der positiven Erwähnungen von XRP in den sozialen Medien. Dies spricht für positive Erwartungen der Trader-Community. Allerdings: Der Bitcoin steht gerade vor der Entscheidung, ob er unter den kurzfristigen Widerstand bei 7.900 Dollar fällt. Passiert das, wird sich auch XRP von dem negativen Einfluss nicht freimachen können. Die Gefahr eines Abkippens von BTC ist derzeit groß, insbesondere wenn auch die Widerstandszone um 7.500 Dollar durchbrochen wird. Denn besteht die Gefahr eines schnellen Rückgangs bis auf 6.000 Dollar.

Quelle: coinmarketcap.com

Zurück zu XRP. Ripple und XRP haben eine problematische Beziehung: Anfang September wurden große Mengen XRP (1,5 Milliarden Stück) aus der Escrow-Wallet an Ripple versendet. Damit wurde der eigentlich für einen Monat vorgesehene Maximalbetrag schon überschritten. Die starke Inflationierung durch Ripple, die den Vertrieb der XRP überwachen, wird für die sehr schlechte XRP-Kursentwicklung verantwortlich gemacht. Dabei verunsichert insbesondere die mangelnde Transparenz über die Transaktionen und die dahinterstehende Strategie.

Ripple als Open-Source-Protokoll wird von Ripple Labs entwickelt. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Verkauf der ursprünglich einbehaltenen XRP. Die Maximierung der Verbreitung und des Nutzens von XRP ist damit ein wesentliches Geschäftsziel. Dadurch würde die Nachfrage und damit aufgrund des limitierten Angebots auch der Wert von XRP steigen. Von den geschaffenen 100 Milliarden Ripple wurden 80 Milliarden Stück an Ripple Labs übertragen. 2017 kündigte Ripple die Verwahrung von insgesamt 55 Milliarden XRP in 55 Treuhand-Konten zu je einer Milliarde XRP an. Über diese sog. Escrow-Wallets soll die andauernde Emission der XRP-Token kontrollierbar und berechenbar werden. Am ersten Tag eines jeden Monats (insgesamt sind das also seit Ankündigung 55 Monate) läuft jeweils ein Konto per festgelegtem Vertrag aus, d.h. jeden Monat kann Ripple maximal eine Milliarde XRP verkaufen. Werden in einem Monat weniger als eine Milliarde XRP verkauft, wird der verbliebene Betrag dann auf ein Treuhandkonto am Ende der Escrow-Warteschlange übertragen (also auf Monat 56 usw. seit Beginn der Ankündigung).

Der Verunsicherung wegen der anhaltenden Inflationierung stehen in der Vergangenheit eine Unmenge von Meldungen über Partnerschaften von Ripple gegenüber. Demgegenüber gibt es auch Meldungen über konkurrierende Systeme, die zum XRP-Killer werden könnten. So experimentiert mit HSBC immerhin eine der weltgrößten Investmentbanken mit einer blockchainbasierten Plattform namens Voltron, die wie Ripple mit XRP die Transaktionsgeschwindigkeit internationaler Zahlungen erhöhen und deren Kosten reduzieren will. Von daher könnte Ripple, die das SWIFT-Überweisungssystem ablösen will, von solchen Konkurrenzsystemen durchaus bedroht werden, insbesondere wenn sich dabei ein ganzer Bankenverbund zusammenschließt.

In diesem widersprüchlichen Spannungsfeld erscheint es äußerst schwierig, den künftigen Verlauf des XRP-Kurses zu prognostizieren. Zuletzt hatte sich Ripple-CEO Brad Garlinghouse gegen Vorwürfe der Manipulation des XRP-Kurses gewehrt. Er wies darauf hin, dass Ripple den XRP-Kurs nicht mehr manipulieren kann als die Bitcoin-Wale und das eher niedriger kapitalisierte Coins Gefahr laufen, manipuliert zu werden. Auch sieht er eine mögliche Hard Fork von XRP nicht als Bedrohung und verweist auf die Bitcoin-Forks, die alle nicht annähernd die Bedeutung von Bitcoin erlangt haben.

3.10.2019, 20:10

Der Bitcoin und die Altcoins bewegen sich seit dem Crash in der vergangenen Woche seitwärts. Die Bayerische Landesbank hält es für möglich, dass der Bitcoin im nächsten Jahr auf 90.000 Dollar geht – mehr als eine Verzehnfachung des heutigen Preises.

Fantastische Kursziele für den Bitcoin hört man eher von ausgewiesenen Krypto-Enthusiasten. Die Bayerische Landesbank (BayernLB) gehörte bisher nicht zu diesem Kreis. Umso mehr erregt deshalb ihre Studie vom 30. September für Aufsehen, die den Bitcoin im nächsten Jahr bei 90.000 US-Dollar sieht. Das wäre also mehr als eine Verzehnfachung des Preises.

Grundlage dieser Prognose ist der aus der Rohstoffanalyse bekannte Stock-to-Flow-Wert, der sich durch das anstehende Halvening im Mai 2020 verdoppelt. Das Stock-to-Flow-Verhältnis gilt als sinnvolles Mittel zur Bewertung der Knappheit eines Gutes. Dabei ist der Stock das momentan verfügbare Angebot, der Flow das in der nächsten Periode zusätzlich produzierte Angebot. Je höher dieses Verhältnis ist, desto größer ist sein Härtegrad un desto wertstabiler ist das entsprechende Gut. Beim Bitcoin ist die Knappheit klar definiert durch die maximale Obergrenze der produzierbaren Coins und das Halvening alle vier Jahre. Derzeit werden jährlich 0,7 Millionen Bitcoin produziert. Bei dem aktuellen Bestand von 17,5 Millionen Bitcoins ergibt sich als ein SF-Verhältnis von 25. Durch das nächste Halvening im Mai 2020 wird sich der SF-Wert dann auf 50 verdoppeln. In der Studie der BayernLB heißt es, dass sich Gold seinen Härtegrad über Jahrtausende erarbeiten musste. Beim Bitcoin geht das aufgrund seines Designs dagegen rasend schnell. Bereits nächstes Jahr wird er nach dem Halving einen ähnlich hohen Härtegrad wie Gold aufweisen. Im Jahr 2024 steht das nächste Halvening an, dann wird sich der Härtegrad noch einmal verdoppeln. Der Härtegrad wird dann auf ein noch von keinem anderen Gut erreichten Härtegrade von über 100 steigen. Zum Vergleich: Gold hat derzeit einen Wert von rund 58, der sich auch im nächsten Jahr nur unwesentlich erhöhen wird. Im Gegensatz zum Gold gibt es beim Bitcoin keinerlei sonstigen Verwendungsmöglichkeiten. Deswegen können auch keine sonstigen Nachfrageentwicklungen den Preis verzerren. Zum Schluss weisen die Autoren der Studie aber darauf hin, dass selbst beste statistische Modelle in der Prognose versagen können. Von daher wird das Bitcoin-Halvening im nächsten Jahr ein Härtetest für das Stock-to-Flow-Modell.

26.9.2019, 19:50

Der Ausbruch aus der Dreiecksformation erfolgte nach unten. Es kam dann extrem schnell zum für diesen Fall erwarteten Rückgang auf die 200-Tagelinie. Nach zwei Tagen wurde heute auch dieser Widerstand nachhaltig nach unten durchbrochen.

Am Dienstag kam es zum Ausbruch aus der seit Ende Juni gebildeten Dreiecksformation. Leider kam die negative Variante zum Tragen, denn der Bitcoin-Preis fiel durch die untere Widerstandslinie bei 9.400 US-Dollar. Danach kam es zu dem von uns erwarteten Szenario und der Preis fiel bis auf die 200-Tagelinie bei 8.400 Dollar(vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Und das nicht in wenigen Tagen, wie man vielleicht erwartet hätte, sondern in weniger als einer Stunde. In den vergangenen zwei Tagen klebte er dann an der 200-Tagelinie. Heute am Nachmittag hielt auch dieser Widerstand nicht mehr und der Preis rutschte weiter ab. Innerhalb weniger Stunden gab es erneut große Kursverluste, bevor der Preis zuletzt bei 7.800 Dollar gedreht ist. Aktuell notiert der Bitcoin um die 7.950 Dollar.

Buy the rumors, sell the facts

Die Gründe für den Crash? Wahrscheinlich überzogene Erwartungen an den Start der neuen Handelsplattform Bakkt für Bitcoin-Futures. Viele Marktteilnehmer waren von dem sehr bescheidenen Volumen zum Handelsbeginn am Montag enttäuscht. Andererseits war eigentlich klar, dass der Erfolg dieser Plattform, die auf institutionelle Anleger abzielt, erst in einigen Monaten absehbar wird. 71 Bitcoin wurden am ersten Tag an der Bakkt gehandelt. Zum Vergleich. Bei Einführung der Bitcoin-Futures an der CME im Dezember 2017 wurden am ersten Tag 5.298 Bitcoin gehandelt. Dabei muss man natürlich berücksichtigen, dass der Start damals in eine absolute Hypephase fiel. Jedenfalls dürfte hier ein Phänomen eingetreten sein, dass man auch von anderen Märkten kennt: Buy the rumors, sell the facts. Im Zusammenspiel mit der prägnanten charttechnischen Konstellation wurde kurzfristig eine Verkaufswelle ausgelöst mit dem höchsten Umsatzvolumen seit Mitte Juli.

Kurzfristige versus langfristige Überlegungen

Die Kardinalfrage nach dem Crash am Kryptomarkt ist natürlich: Wie geht es weiter. Wir haben hier schon oft erwähnt, dass kurzfristige Bitcoin-Prognosen sehr unsicher sind. Mit dem Unterschreiten der 200-Tagelinie gilt als nächstes der Bereich um 7.500 Dollar als Unterstützungszone. Sollte diese gerissen werden, so ist der Bull Market zunächst passé. Wie in der Aufwärtsbewegung die Optimisten gewinnen natürlich gerade wieder die Pessimisten die Oberhand. So werden Rückgänge auf 7.000 oder sogar 4.000 Dollar prognostiziert. Das ist nicht anders als bei einer Aufwärtsbewegung, wenn ständig höhere Kursziele propagiert werden.

Diesen kurzfristigen Überlegungen stehen die langfristigen gegenüber. Auch wenn es wie ein Mantra klingt: Langfristig wird der Bitcoin steigen. Je nach Einstiegszeitpunkt und –preis sollten deshalb auch verstärkt Überlegungen zur Steueroptimierung einbezogen werden.  Insbesondere wenn man steuerfreie Gewinne nach einem Jahr erzielen will, sollte man sich von den kurzfristigen Kurskapriolen nicht verrückt machen lassen. Wer also Positionen deutlich tiefer gekauft hat, sollte nicht verkaufen. Wenn man trotzdem negativ eingestellt ist, könnte man der jeweiligen Position ja kurzfristig auch Short-CFDs oder Short-Zertifikate auf Bitcoin gegenüberstellen. Wer allerdings deutlich höher gekauft hat, für den macht eventuell folgende Strategie Sinn: Positionen verkaufen und möglichst sofort wieder zurückkaufen. Das kann man auch sukzessive machen, um nicht Gefahr zu laufen, dass der Markt genau in diesem Augenblick dreht. Denn es gilt ja first in, first out. Oder man kauft die Position, wenn man Konten bei mehreren Kryptobörsen hat, sofort an einer anderen Kryptobörse zurück. Dann hat man einen Steuerverlust realisiert und kann diesen mit entsprechenden Gewinnen gegenrechnen. Für die zurückgekaufte Position kann dann erneut versucht werden, diese mit einer Haltedauer von über einem Jahr steuerfrei zu realisieren. Wiegesagt: Langfristig sehen wir den Bitcoin und andere große Kryptowährungen bei deutlich höheren Niveaus.

Altcoins noch schwächer als Bitcoin

Die Outperformance der Altcoins während der vergangenen Wochen wurde kurzfristig gestoppt und ging nahtlos in eine Underperformance der Altcoins über. Während der Bitcoin im Wochenvergleich rund 20% verloren hat, verloren die Bitcoin-Ableger Bitcoin Cash und Bitcoin SV als schwächste Coins der Top20 rund 33% (vgl. Übersicht unten). Sieht man von den Sonderfällen Tether und dem Bitfinex-Coin LEO ab, lag bei den Top20 nur einer deutlich besser als der Bitcoin: IOTA. Dieser hat ein vergleichsweise moderates Minus von 13%. Hier unterstützt ein positiver Newsflow. Kürzlich wurde der dezentrale Industrie-Marktplatz von der IOTA Foundation veröffentlicht. Außerdem gab es eine Mega-Partnerschaft mit der Linux Foundation. Hier geht es darum, einen gemeinsamen Standard für das Internet der Dinge (IoT) aufzubauen. Generell ist in der derzeitigen Situation am Kryptomarkt Coinpicking, also das Aussuchen interessanter Altcoins, aber wenig erfolgversprechend.

Quelle: coinmarketcap.com

23.9.2019, 15:45

Während der Bitcoin in engen Bahnen schwankt, zeigen die Altcoins zuletzt eine deutliche Outperformance. Diese könnte vor allem bei vier großen Altcoins anhalten: Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin. Denn für diese werden gerade neue Kaufmöglichkeiten geschaffen.

Der Bitcoin schwankt in einem immer enger werdenden Kanal um die Marke von 10.000 US-Dollar. Im Wochenvergleich liegt er mit über 3% im Minus. Dagegen hat sich bei den Altcoins die Trendwende fortgesetzt. Dies zeigt ein Blick unten auf die Top20. Im Wochenvergleich ist deren Performance teilweise erheblich besser als die von Bitcooin. Dieser liegt im 7-Tagesvergleich gegenüber dem Dollar mit über 3% im Minus. Dagegen haben die Top-Performer Stellar und Chainlink (+15%) sowie IOTA (+14%)  deutliche Pluszeichen.

Quelle: coinmarketcap.com

Bei den Altcoins könnten in nächster Zeit vier im Vordergrund stehen: Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin. Denn der Zugang zu den vier größten Altcoins und dem Bitcoin wird nun über zwei neue und bedeutende Plattformen eröffnet. Zum einen wird für die  genannten Coins mit Binance.US auch für amerikanische Anleger eine neue Handelsmöglichkeit geschaffen. Binance.US war von Binance neu gegründet worden, um den strikten amerikanischen Regularien zu entsprechen.

Zum anderen steigt die in Asien sehr verbreitete japanische Messaging-App LINE in den Kryptomarkt ein. Diese handelt die fünf genannten Coins über ihre Kryptobörsen BITMAX (für den japanischen Markt) und BITBOX (für andere Länder).Die Sicherheitsstandards sollen sehr hoch sein. Die App ist in siebzehn Sprachen verfügbar und will dem übermächtigen chinesischen WeChat Konkurrenz machen. In Europa sind die Konkurrenz v.a. Whatsapp und der Facebook Messenger. LINE soll über 160 Millionen Nutzer verfügen. Der Einstieg von LINE dürfte jedenfalls den Trend der Internetkonzerne in den Kryptomarkt verstärken. Seit Monaten gibt es ja viel Aufregung um den geplanten Facebook-Coin Libra. Hier geht es v.a. um ein Zahlungsmittel für internationale Transaktionen zu keinen oder nur geringen Kosten. Auch der russische Messaging-Dienst Telegram mit weltweit über 300 Millionen Nutzern steigt in den Kryptomarkt ein. Auf der eigenen Blockchain-Plattform Telegram Open Network (TON) sollen neben Bitcoin auch andere große Kryptowährungen gehandelt werden können. Immerhin konnte Telegram im Jahr 2018 rund 1,7 Milliarden Dollar bei einem ICO einsammeln. In Kürze soll der Handel mit dem Telegram-Token GRAM beginnen.

Die Trendwende bei den großen Altcoins soll noch einmal beispielhaft unten am Chart von Ethereum gegen Bitcoin verdeutlicht werden. Der Preis von Ethereum hat sich seit dem Tiefststand Anfang September gegenüber dem Bitcoin um rund 25 Prozent verbessert. Es ist durchaus möglich, dass der Ethereum-Preis bis Jahresende gegen den Bitcoin wieder auf die Niveaus von Juni steigt. Das wären vom heutigen Stand noch einmal 50 Prozent. Wenn dann –wie wir erwarten – bis Jahresende auch noch der Bitcoin steigt, wäre das in Dollar oder Euro gerechnet noch ein deutlich höherer Gewinn.

19.9.2019, 19:00

Der Bitcoin bewegt sich weiter seitwärts in der Dreiecksformation. Die Altcoins zeigen eine starke Performance. Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin könnten besonders profitieren.

Der Bitcoin hat gerade ein neues All-Time-High erreicht. Zumindest bei der Hashrate, die die sagenhafte Marke von 100 Millionen Tera-Hashes pro Sekunde überschritten hat. Die Hashrate ist das Gesamtmaß für die Rechenleistung innerhalb eines Blockchain-Netzwerkes. Die riesige Zahl macht die Stärke des Bitcoin-Netzwerkes deutlich als dem sichersten dezentralen Netzwerk der Welt. Eine unbedingte Korrelation zwischen steigenden Hashrates und steigenden Bitcoin-Preisen – wie sie einige Analysten unterstellen – gibt es aber nicht. Das zeigte sich im vergangenen Jahr, als steigende Hashrates mit einer desaströsen Kursentwicklung einhergingen. Auch aktuell kommen keine positiven Impulse, der Bitcoin-Preis bewegt sich seitwärts. Heute gab es wieder einmal eine heftige Minutenbewegung. Wie so oft fand sie im asiatischen Handel statt. Der Bitcoin fiel innerhalb kürzester Zeit um 500 US-Dollar und konnte danach schnell die Hälfte der Kursverluste wieder gutmachen. Am Abend notierte der Preis bereits wieder über der Marke von 10.000 Dollar in der Nähe der Vortagesniveaus. Er bewegt sich weiter in der seit Ende Juni gebildeten Dreiecksformation (vgl. Bitcoin-Jahreschart). In den nächsten zwei Wochen dürfte es zu einer Auflösung kommen. Entweder der Preis bricht durch die Widerstandslinie bei 9.400 Dollar. Dann könnte es bis zu einem Rückgang auf die 200-Tagelinie kommen, die aktuell bei 8.200 Dollar verläuft. Oder er bricht nach oben durch die abfallende obere Begrenzungslinie des Dreiecks aus. Dann könnte er Kurs auf die Jahreshöchststände nehmen. Diese Variante sehen wir aktuell immer noch als die wahrscheinlichere an. Der am Montag (23. September) beginnende Handel mit den physisch belieferten Bitcoin-Futures an der Bakkt könnte die Trendentscheidung beschleunigen.

Ein neuer Trend ist die Rückkehr der Altcoins. Nachdem sie seit langer Zeit gegenüber dem Bitcoin underperformen, hat sich dieser Trend nun umgekehrt. Wir haben hier zuletzt mehrfach darauf hingewiesen, dass Ethereum trotz des schlechten Chartbilds spekulativ sehr interessant erscheint. Seither ist der Preis der zweitgrößten Kryptowährung um rund 25 Prozent gestiegen, während der Bitcoin im gleichen Zeitraum sogar leicht im Minus ist. Der ETH-Preis hat nun auch die wichtige Marke von 200 Dollar deutlich überstiegen und notiert aktuell bei 220 Dollar. Schön sieht man die Outperformance im Chart von Ethereum gegen Bitcoin. Der Preis ist aus seinem seit Juni anhaltenden starken Abwärtstrend ausgebrochen. Er nimmt nun – wie schon vor drei Tagen vermutet – verstärkt Fahrt in Richtung der 200-Tagelinie von ETH-BTC auf (vgl. Jahreschart ETH-BTC unten).

Von den großen Altcoins könnten in nächster Zeit neben Ethereum auch Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin am interessantesten sein. Die bekannte japanische Messaging-App LINE hat ihre Kryptobörse BITMAX (für den japanischen Markt) bzw. BITBOX (für andere Länder) gestartet. Neben Bitcoin werden diese vier Altcoins dort gehandelt. Die Kryptobörsen sind in die LINE-App integriert, die weltweit über 160 Millionen Nutzer verfügen soll. Die Sicherheitsstandards sollen sehr hoch sein. Jedenfalls könnte der LINE-Schritt den Trend der Internetkonzerne verstärken, in das Kryptogeschäft einzusteigen. Neben LINE hat gerade auch Binance.US den Geschäftsbetrieb gestartet. Die Börse war von Binance neu gegründet worden, um den amerikanischen Regularien zu genügen. Auch Binance.US handelt wie LINE neben Ethereum die gleichen vier Altcoins. Das könnte auch ein Grund für die sehr starke Performance inbes. von Ethereum und Ripple während der vergangenen Tage sein.

17.9.2019, 20:25

Die Altcoins rücken seit Tagen verstärkt ins Blickfeld. Ethereum und Ripple sind heute sehr fest.

Der Bitcoin (BTC) hat ein neues All-Time-High erreicht: Die BTC-Hashrate hat mit 100 Mio. Tera-Hashes pro Sekunde die Stärke des Bitcoin-Netzwerkes noch einmal deutlich gemacht. Die Hashrate ist das Gesamtmaß für die Rechenleistung innerhalb eins Blockchain-Netzwerkes. Mit der riesigen Hashrate gilt Bitcoin als das sicherste dezentrale Netzwerk der Welt. Obwohl einige Analysten eine Korrelation zwischen steigenden Hashrates und steigenden Kursen sehen, kann man dies so nicht unbedingt sehen. Das beste Beispiel ist die desaströse Kursentwicklung im vergangenen Jahr, obwohl die Hashrates immer weiter stiegen.

Der Bitcoin zeigt sich davon zunächst auch unbeeindruckt und tritt weiter seitwärts auf der Stelle. Dagegen setzt sich die Outperformance der Altcoins fort.  Ein Blick auf die Wochenperformance der Top20 zeigt das sehr deutlich. Gestern haben wir die vier Coins Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin als mögliche Favoriten herausgestellt. Die zwei Top-Performer sowohl von heute als auch der Woche sind mit Ethereum und Ripple zwei davon.

Quelle: coinmarketcap.com

Ethereum (ETH) wurden hier zuletzt mehrfach als interessantes Trading herausgestellt. Heute ist ETH mit einem Plus von 14% der Tagessieger bei den großen Coins, nachdem der Preis bereits während der vergangenen Tage sehr fest war. Insbesondere war zuletzt die relative Stärke gegenüber dem Bitcoin sehr auffällig. Mit dem Sprung über die Marke von 200 Dollar ist nun auch eine wichtige Schwelle überschritten (vgl. Chart unten). Das kürzlich gebildete Death Cross hat sich – wie zuletzt schon vermutet – als Fehlsignal erwiesen. Der Preis ist heute auch wieder über die 200-Tagelinie gesprungen. Damit spiegelt sich der zuletzt sehr gute Newsflow in der Kursentwicklung wieder. Zuletzt ließ auch die Bank Santander aufhorchen. Denn mit dieser emittiert erstmals ein Global Player eine Blockchain-basierte Anleihe. Ausgabe und Verzinsung sind Token-basiert. Das Ausgabevolumen der einjährigen Anleihe ist zwar mit 20 Millionen US-Dollar nicht riesig. Dennoch könnte die auf die Ethereum Blockchain gesetzte Anleihe eine Eisbrecher-Funktion bekommen. Santander gilt als kryptofreundlich. Bei Zahlungsabwicklungen gibt es schon länger eine Partnerschaft mit Ripple.

Ripple (XRP) profitiert von Gerüchten um eine mögliche Partnerschaft mit Coinbase, die der weiteren Adaption von Ripples xRapid dienen soll. Der Preis ist heute um über 11% fester. XRP ist heute durch die 50-Tageslinie durchgebrochen und könnte nun Kurs auf die 200-Tagelinie nehmen (vgl. Chart unten).

16.9.2019, 16:15

Binance.US beschränkt sein in zwei Tagen verfügbares Angebot auf sechs Kryptowährungen. Bei den Altcoins könnten davon Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin profitieren. Ethereum zeigt schon relative Stärke.

Bis Anfang nächster Woche könnte sich der kurzfristige Trend beim Bitcoin entscheiden. In einer Woche beginnt der Handel mit den Bitcoin-Futures an der Bakkt. Kommt es zur erhofften Nachfragebelebung, könnte der Preis durch die obere Abwärtslinie des seit Ende Juni gebildeten Dreiecks kommen. Bei einer Enttäuschung wäre auch ein Test des Widerstands bei 9.400 US-Dollar möglich.

Die Altcoins werden tendenziell dem Bitcoin-Trend folgen. Allerdings mehren sich nun doch die Zeichen einer aufkommenden Altseason. Darunter versteht man einen Zeitraum, in dem der Bitcoin an Marktdominanz verliert zugunsten der Altcoins. Oder anders gesagt: In diesem Zeitraum zeigen die Altcoins eine Outperformance gegenüber dem Bitcoin. Seit Anfang 2018 stieg die Marktdominanz von Bitcoin von dem bisherigen Tiefststand von 33 Prozent bis auf zuletzt knapp 70 Prozent.

Warum könnten Altcoins nun wieder stärker in den Fokus rücken?

Einige Beispiele für eine mögliche positivere Einschätzung der Altcoins:

  • Gemäß dem neuen Bericht von Binance Trading und Research werden Altcoins wieder deutlicher steigen. Binance Trading als größter OTC-Kryptohändler geht von einem Rückgang der Marktdominanz von derzeit 70% auf 50% aus. Mit anderen Worten: Altcoins werden gegenüber dem Bitcoin steigen und ihn outperformen. Allerdings lässt Binance Trading offen, wann diese Entwicklung erwartet wird.
  • Hinter einigen Altcoins stehen interessante Projekte mit großem Zukunftspotential, die sich auf Bereiche wie autonomes Fahren, Shop-Implementierung oder Apps beziehen. Die unterschiedlichen Bereiche sind auch die Daseinsberechtigung verschiedener Altcoins. Denn Altcoins sind oft für bestimmte Bereiche konzipiert. So soll Iota stark vom Internet der Dinge profitieren und hat viele interessante Projekte laufen, auch wenn der Kursverlauf eine andere Sprache spricht.
  • Teilweise wird erwartet, dass der Bitcoin-Preis vielleicht noch in diesem Jahr – und wenn nicht, dann Anfang nächsten Jahres – ein neues Allzeithoch Viele Altcoin-Analysten erwarten, dass bei einem Blick auf die zurückgebliebenen Altcoins diesen dann ein großes Nachholpotential attestiert werden wird. Die Coins mit aussichtsreichen Projekten dahinter dürften überproportional steigen. Die Schwierigkeit dabei ist oft die Einstufung der Erfolgsaussichten der Projekte.
  • Die kurzfristigen Auswirkungen von US sind eingepreist. Mitte Juni musste Binance seinen US-Nutzern wegen regulatorischer Unsicherheiten die Nutzung von Binance untersagen. Interessant: Seither ist die Bitcoin-Dominanz noch einmal stark von 55 auf 70 Prozent gestiegen. Gültig wurde das Verbot zum 12. September. Da Binance aber weiter im US-Markt tätig sein wollte, wurde mit Binance.US eine eigene Börse für US-Nutzer geschaffen, die den Regulierungen Rechnung trägt. Binance.US soll in zwei Tagen (18.September) den Geschäftsbetrieb beginnen. Im Gegensatz zum großen Angebot von Binance wird das Angebot bei Binance.US zunächst nur auf die sechs Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Litecoin und Tether beschränkt sein. Die vier Altcoins Ethereum, Ripple, Bitcoins Cash und Litecoin könnten davon profitieren.

Ethereum zeigt relative Stärke

Vor einer Woche haben wir darauf hingewiesen, dass große Altcoins wie Ethereum derzeit eine gute Kaufgelegenheit sein könnten. Und das obwohl Ethereum gerade ein Death Cross gebildet hatte, normalerweise ein Zeichen für eine weiter schwache Kursentwicklung. Ethereum ist nun in einer Woche um rund 10% gestiegen, während der Bitcoin nur seitwärts gelaufen ist. Die Outperformance zeigt sich auch im Chart unten, der die Wertentwicklung von Ethereum gegenüber dem Bitcoin seit Anfang 2018 zeigt. Ethereum hat seither bis zu 85% seines Wertes gegenüber dem Bitcoin verloren, zuletzt ging es noch einmal seit Juni steil bergab. Seit Anfang September ist der Preis nun gedreht und durchbricht heute die 50-Tagelinie. Von daher steigen die Chancen auf eine nachhaltige Outperformance. Diese könnte durchaus bis über die 200-Tagelinie gehen, die derzeit bei 0,027 BTC verläuft. Auch fundamental steht einem weiteren Anstieg wenig im Weg. Die Inflationsrate wird mit dem geplanten Update 2.0 Anfang des Jahres drastisch sinken. Analysten weisen darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Ethereum-Netzwerk derzeit sehr hoch ist. Ethereum hat viermal so viele Entwickler wie Bitcoin, die führende Stellung gegenüber konkurrierenden Smart-Contract- und dApp-Plattformen wie EOS oder Cardano bleibt unangefochten. Auch EOS zeigen gerade relative Stärke und haben nach Ethereum die zweitbeste Wochenperformance unter den Top20. Dies könnte auch im Zusammenhang mit der geplanten Hard Fork am 23. September stehen.

9.9.2019, 18:10

Trotz zuletzt sehr schlechter Chartbilder gibt es Anzeichen für einen Dreh der Altcoins. Große Altcoins wie Ethereum könnten deshalb derzeit eine gute Kaufgelegenheit sein.

Ein Durchbruch durch die 200-Tagelinie von oben nach unten – wie ihn viele Altcoins zuletzt gesehen haben – gilt als Zeichen für weiter fallende Kurse. Dieses bearishe Signal wird dann häufig eine gewisse Zeit später noch einmal bestätigt durch ein Death Cross. Bei diesem durchbricht die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten. Im vergangenen Jahr gab es beim Bitcoin zum Aprilbeginn ein Death Cross. Kurzfristig erwies sich das als Fehlsignal, denn der Bitcoin sprang danach in vier Wochen um 50%. Dagegen fielen die Preise längerfristig um rund 50% bis Jahresende.

Aktuell ist der unangefochtene Marktführer Bitcoin weit von einem Death Cross entfernt und bewegt sich sehr deutlich über der 200-Tagelinie, die bei unter 8.000 US-Dollar verläuft. Dagegen sind viele der großen Altcoins bereits in den vergangenen zwei Monaten durch die 200-Tagelinie gefallen und haben dann weiter Terrain verloren. Alle haben anschließend auch ein Death Cross ausgebildet oder stehen kurz davor. Dies belegen unten die entsprechenden Charts der acht größten Kryptowährungen (der Stable Coin Tether wurde aus dieser Betrachtung ausgeschlossen).

Welche Relevanz haben diese Konstellationen nun für die Prognose? Zunächst ist das alles natürlich auch nur eine Darstellung der aktuellen Situation und besagt grob gesagt, dass die kurzfristige Kursentwicklung noch schlechter war als die langfristige. Es macht auch einen Unterschied, ob die Linien einen scharfen Schnitt machen wie bei Ripple (XRP) oder EOS, denn das spricht für eine anhaltende Abwärtsdynamik. Dagegen könnte es z.B. bei Bitcoin Cash (BCH) und Monero (XMR) zu keinem Death Cross mehr kommen. Die Preise gehen vielmehr gerade wieder durch die 200-Tagelinie nach oben.

Das gerade ausgebildete Death Cross bei Ethereum (ETH) könnte deshalb auch ein Fehlsignal sein. Der Preis ist gegenüber dem Bitcoin in den vergangenen Tagen fest. Die Chancen, dass man hier aktuell bezogen auf den Bitcoin zu Tiefstpreisen kaufen kann, stehen nicht schlecht. Der ETH-Preis hat seit Juni die Hälfte seines Wertes gegenüber dem Bitcoin verloren (vgl. Ethereum-Bitcoin-Chart unten). Er bewegt sich 35% unter der 200-Tagelinie und könnte nun den Boden erreicht haben. Zumal die fundamentale Situation durchaus vielversprechend ist: Ethereum hat viermal so viele Entwickler wie Bitcoin, die führende Stellung gegenüber konkurrierenden Smart-Contract- und dApp-Plattformen wie EOS oder Cardano bleibt unangefochten, die Inflationsrate sinkt mit dem geplanten Update 2.0 Anfang des Jahres drastisch. Alles in allem scheint derzeit ein guter Einstiegszeitpunkt bei Ethereum zu sein. Ethereum könnte den Bitcoin bis zum Jahresende outperformen. Grundsätzlich bleibt der Bitcoin aber das maßgebliche Basis-Investment am Kryptomarkt.

Generell könnte die Stimmung bei den Altcoins drehen. Es mehren sich die Artikel, die die Altcoins als sehr stark überverkauft sehen und eine Gegenreaktion erwarten. Der bekannte Analyst Willy Woo weist in einem Tweet darauf hin, dass das Verhältnis Altcoin- zu Bitcoin-Marktkapitalisierung gerade wieder die sechseinhalbjährige Unterstützungslinie testet und der RSI mehr überverkauft ist als in seiner ganzen Geschichte (vgl. Chart unten).

Quelle: twitter.com/woonomic

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen, die die Bitcoin-Dominanz weiter wachsen und bis zu 99 Prozent der Altcoins in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sehen. Belege dafür werden auch angeführt. So die Konzentration der neuen Futures-Plattform Bakkt nur auf Bitcoin-Futures oder die Tatsache, dass der Bitcoin Trust von Grayscale enorme Anziehungskraft entwickelt hat, der Ethereum oder ZCash Trust dagegen nicht.

5.9.2019, 21:30

Der Bitcoin hat sich wieder über 10.000 US-Dollar etabliert. Dagegen bilden viele Altcoins ein Death Cross. Charttechnisch liegen derzeit Welten zwischen den Altcoins und dem Bitcoin.

Momentan sind die geopolitischen Spannungen und der Handelsstreit zwischen den USA und China etwas in den Hintergrund getreten. Auch die Gefahr des No-Deal-Brexits hat sich in den vergangenen Tagen erheblich vermindert. Die Aktienmärkte haben  folgerichtig aufgeatmet und konnten deutliche Kursanstiege verbuchen. Normalerweise ist das eher ein Szenario für schwächere Bitcoin-Preise. Aber auch der Bitcoin konnte in den vergangenen Tagen wieder 10 Prozent zulegen. Vergangene Woche ist er zum dritten Mal auf die Widerstandslinie bei 9.400 US-Dollar der seit Mitte Juli gebildeten Dreiecksformation gestoßen (vgl. Bitcoin-Chart unten). Aktuell notiert er wieder deutlich über der Marke von 10.000 Dollar. Bricht der Preis über den oberen Widerstand bei derzeit etwa 11.300 Dollar, könnte rasch neue Dynamik in den Kurs kommen. Kurzfristig wären im September dann durchaus neue Jahreshöchstkurse drin. Zumal viele Marktteilnehmer vom Start der Bitcoin-Futures-Plattform Bakkt am 23. September eine Nachfragebelebung erwarten. Denn das Settlement der Futures erfolgt hier erstmalig physisch. Die Bitcoins müssen also tatsächlich geliefert werden und diese müssen natürlich dann auch auf Kryptobörsen gekauft werden. Bakkt zielt stark auf große institutionelle Kunden und bietet mit dem Warehouse eine Hochsicherheitslösung zur Verwahrung der Bitcoins an. Bereits ab morgen können Bakkt-Kunden Bitcoins dort einliefern.

Die Altcoins bleiben weiter bei der Performance zurück. Ein Blick auf die vergangene Woche zeigt beim Bitcoin ein Plus von knapp 11 Prozent. Fast alle Altcoins bleiben da deutlich zurück. Von den Top20 übertrifft nur Ethereum Classic mit 17 Prozent die Bitcoin-Wochenperformance. Der Coin wurde als einziger hier an dieser Stelle vor zwei Woche als Trading-Chanceherausgestellt. Die gute Performance könnte mit Überlegungen zu einem Namenswechsel zusammenhängen. Mit dieser Maßnahme will man sich von Ethereum distanzieren und dadurch die Marktkapitalisierung steigern. Die Spekulationen könnten im Vorfeld des ETC Classic Summit in Vancouver am 3. und 4. Oktober anhalten.

Quelle: coinmarketcap.com

Andere Altcoins haben gerade ein Death Cross gebildet. Dabei durchbricht die 50-Tagelinie von oben die 200-Tagelinie. Normalerweise gilt diese Konstellation als guter Indikator für weiter fallende Kurse. Beispielhaft sei das unten am Chart des größten Altcoins Ethereum gezeigt. Bei Ethereum erfolgt der Durchbruch gerade. Bei Ripple passierte das bereits Mitte August. Danach verlor der XRP-Kurs gegenüber dem Dollar in zwei Wochen rund 20 Prozent seines Wertes. Fraglich ist, ob dieses Muster eine ähnliche Relevanz bekommt wie bei der Ausbildung des Golden Crosses, das viele Altcoins und der Bitcoin im Frühjahr gebildet hatten und dem danach sehr starke Kursanstiege folgten. Jedenfalls zeigt sich auch bei dieser Betrachtung die enorme relative Stärke des Bitcoins gegenüber den Altcoins. Während der Preis des Bitcoins noch sehr deutlich über der 200-Tagelinie liegt, sind die Preise der meisten Altcoins sehr weit unter dieser.

2.9.2019, 15:50

Von den großen Coins zeigt Ethereum Classic Stärke gegenüber dem Bitcoin. Folgen andere Altcoins, könnten diese wieder zu Outperformern werden.

Der Bitcoin bleibt das Maß aller Dinge bei den Kryptowährungen. Die älteste und mit Abstand höchstkapitalisierte und liquideste Kryptowährung genießt bei den Investoren auch das mit Abstand höchste Vertrauen. In den bekannten Krisenländern wie Venezuela oder Argentinien ist der Bitcoin als Alternative zur wertvernichtenden nationalen Währung schon länger etabliert. Aber auch die reichen Inder sind laut einer aktuellen Umfrage des Research-Unternehmens Hurun immer offener für Bitcoin-Investitionen. Denn dort schwindet das Vertrauen in die heimische Wirtschaft ebenfalls und wächst der Wunsch nach einer Alternativanlage. Generell dürfte dieser Trend in immer mehr Ländern zunehmen und dadurch den Bitcoin stimulieren.

Wann kommt die Altcoin-Saison?

Die Altcoins hatten sich in den vergangenen Wochen gegenüber dem Bitcoin stabilisiert. Die eher positive Tendenz zuletzt wurde aber unterbrochen. Es gibt Analysten, die demnächst eine neue Altcoin-Saison heraufziehen sehen. Zunächst sollte aber beobachtet werden, ob die Altcoin-Stabilisierung weiter Bestand hat. Wenn dann weitere große Altcoins gegenüber dem Bitcoin zulegen, könnte der Zeitpunkt für stärkere Engagements in Altcoins gekommen sein. Grund zur Eile dürfte derzeit aber noch immer nicht bestehen. Der einzige unter den großen Altcoins, der gegenüber dem Bitcoin im vergangenen Monat zulegen konnte, ist Ethereum Classic (ETC). Wie der Jahreschart zeigt, könnte es hier zu einem nachhaltigen Dreh kommen. Im Vergleich dazu fehlt bei Ethereum (ETH) und anderen großen Altcoins noch der Dreh nach oben. Beispielhaft ist das unten an den Charts von Ethereum und Ethereum Classic dargestellt.

Darstellung der Altcoins soll verbessert werden

Coinmarketcap ist eine weitverbreitete Übersichtsseite über die Kryptowährungen. Zuletzt gab es immer wieder Kritik an den Ranking-Kriterien. Ab heute soll eine neue Methodologie für eine bessere Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse sorgen. Insbesondere bei den Handelsvolumina hatte Coinmarketcap sich auf teilweise viel zu hohe Zahlen einzelner Kryptobörsen bezogen. Mit einem neuen Ansatz sollen liquiditätsbasierte Kennzahlen die tatsächliche Situation widerspiegeln. Dies soll am 12. November dann umgesetzt werden. Die Website openmarket.cap wirbt bereits jetzt damit, keine Fake Volumina zu berücksichtigen. Diese werden meist durch Wash Trading produziert, mit dem Kryptobörsen ihre Marktposition stärker darstellen wollen als sie tatsächlich ist. Die Diskussion hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Arcane Crypto hat die Bitcoin-Dominanz nicht 70 Prozent wie bei Coinmarketcap angegeben gesehen, sondern unter Berücksichtigung der Liquidität mit weit über 90 Prozent.

30.8.2019, 13:40

Der Fear & Greed Index ist zwar zuletzt wieder gestiegen. Trotzdem ist der Bitcoin-Preis wieder deutlich unter 10.000 US-Dollar gerutscht und nahe der unteren Widerstandslinie.

Quelle: alternative.me

Zuletzt wurde bei vielen Marktbeobachtern auf den Fear & Greed Index verwiesen. Nachdem er vor wenigen Tagen noch auf seinem tiefsten jemals gemessenen Wert stand, ist er nun wieder etwas geklettert. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto größer die Angst der Investoren vor weiteren Kursrückgängen. Mit anderen Worten: Die Angst ist noch da, die Zuversicht wächst aber wieder. Allerdings: Während der Index stieg, sackten gleichzeitig die Bitcoinkurse ab. Nachdem sich der Bitcoin in den vergangenen zwei Wochen meist gut über der Marke von 10.000 US-Dollar halten konnte, rutschte er in der zweiten Wochenhälfte deutlich darunter. Als Grund wurden auslaufende Bitcoin-Futures an der Chicago Mercantile Exchange genannt. Auch Liquidationen von großen gehebelten Long-Positionen bei der Börse BitMEX könnten eine Rolle gespielt haben. Denn gerade bei gehebelten Positionen führt ein Kursrückgang in der Folge dann zu Liquidationen, die den Kursverfall kurzfristig dann beschleunigen. Von daher könnte der zunehmende Trend zu Margin-Tradings durchaus eine Ursache für die Heftigkeit der immer wieder zu beobachtenden kurzfristigen Kursstürze sein. Geopolitisch sind entgegenkommende Äußerungen aus China im Handelsstreit mit den USA schlecht für den Bitcoin und gut für den Aktienmarkt.

Charttechnisch sollte der Widerstandsbereich um 9.400 Dollar halten. Das ist die untere Linie der zuletzt gebildeten Dreiecksformation. Gerade hat der Bitcoin-Preis zum dritten Mal seit Mitte Juli diesen Bereich touchiert. Bei einem nachhaltigen Bruch besteht die Gefahr einer größeren Abwärtsbewegung, die den Bitcoin-Preis in Richtung seiner 200-Tagelinie drücken könnte. Diese verläuft derzeit bei knapp 7.600 Dollar.

Bakkt startet im September
Andererseits darf man gespannt auf den Start der neuen Bitcoin-Futures an der Bakkt sein, der am 23. September beginnen wird. Im Gegensatz zu den bereits bestehenden Futures an der CME werden die Bakkt-Futures physisch beliefert. Da dafür Bitcoins an den Kryptobörsen gekauft werden müssen, wird erwartet, dass die zusätzliche Nachfrage den Bitcoin-Kurs beleben wird. Außerdem dürfte der Handelsbeginn bei Bakkt den Einstieg von institutionellen Investoren forcieren. Hinter der Handelsplattform Bakkt steht die Intercontinental Exchange, die unter anderem auch die weltgrößte Wertpapierbörse New York Stock Exchange betreibt. Bereits ab 6. September startet mit dem Warehouse eine Hochsicherheitslösung zur Verwahrung der gehandelten Bitcoin. Die Kunden können ab diesem Termin also bereits Bitcoins dort für das spätere Futures-Trading deponieren.

Telegram-Token wird handelbar
Gespannt darf man auf den laut einem Artikel der New York Times am 31. Oktober geplanten Start von Gram sein, dem Krypto-Token des Messenger-Giganten Telegram. Der Token wird Bitcoin-ähnlich und nicht wie der geplante Facebook-Token Libra an Fiatwährungen gekoppelt sein. Im Jahr 2018 hatte Telegram mit einem privaten ICO (Initial Coin Offering) rund 1,7 Milliarden Dollar eingesammelt – das zweitgrößte ICO nach dem von EOS. Das 2013 gegründete Unternehmen gilt als bedeutender Facebook-Konkurrent und legt im Gegensatz zu diesem großen Wert auf den Datenschutz. Mit rund 300 Millionen Nutzern hat Telegram eine sehr große Reichweite. Deshalb könnte der Gram-Token, über den bisher aber nur wenig bekannt ist, ein Baustein zur Massenadaption von Kryptowährungen sein. Das dahinterstehende Projekt soll auf eine Revolutionierung des weltweiten digitalen Zahlungssystems abzielen. Im Gegensatz zu dem Facebook-Projekt gab es hier bisher wenig Gegenwind. Das liegt daran, dass wenig darüber bekannt wurde. Gespannt darf man aber auf die Reaktionen sein, wenn Details veröffentlicht werden.

26.8.2019, 22:10

Die wahre Bitcoin-Dominanz dürfte noch weit größer sein als die rein nach Marktkapitalisierung berechnete. Charttechnisch sehen die Altcoins sehr schlecht aus. Trotzdem wird das Comeback kommen.

Der Bitcoin wird sein Allzeithoch von fast 20.000 Dollar erreichen und übertreffen. Aus unserer Sicht ist das keine Frage des Ob, sondern des Wann. Bei den Altcoins sieht das schon etwas anders aus. Viele Altcoins werden vom Markt verschwinden, noch mehr ihre Höchstkurse nie mehr sehen. Der Bitcoin notiert derzeit etwas weniger als 47% unter seinem Allzeithöchst. Dagegen werden laut der Analyseseite coingecko genau 50% der Altcoins der Top100 mit nur noch 90 oder mehr Prozent unter ihren Höchstständen bewertet. Dabei gilt: Je geringer die Marktkapitalisierung, desto größer ist der Anteil der Coins mit 90% Kursverlusten und mehr. Fragen in diesem Zusammenhang sind: Wird die Bitcoin-Dominanz immer größer? Was sind die Ursachen der desaströsen Kursverluste der meisten Altcoins? Und natürlich: Ändert sich diese Situation wieder und wenn ja, wann?

Die wahre Bitcoin-Dominanz ist größer
Bitcoin ist als erste Kryptowährung der Marktführer geblieben. Dies zeigt sich bei Betrachtung der Bitcoin-Dominanz. In den Jahren von 2013 bis Anfang 2017 bewegte sie sich im Bereich zwischen 80 und 90% (vgl. Chart unten). Mit dem ICO-Boom in 2017 und der ersten Hälfte 2018 kam sie sukzessive zurück bis auf einen Tiefstwert von 33,4% am 8.1.2018 (also kurz nach dem Höhenflug zum Jahresende 2017). Seither ist sie mit Unterbrechungen aber immer weiter gestiegen und beträgt aktuell rund 69%. Allerdings: Dies ist die Marktdominanz, wie sie bei coinmarketcap rein nach der Marktkapitalisierung berechnet wird. Analysten sehen diese aber als noch viel größer an. Dabei wird auch die Liquidität des Coins berücksichtigt und somit eine treffendere Einstufung erreicht. Denn sonst wäre es möglich, dass ein völlig illiquider Token mit Mini-Umsätzen in eine hohe und absurde Marktkapitalisierung getrieben und dadurch einen Anteil am gesamten Kryptomarkt erlangen würde, der nicht ansatzweise seiner tatsächlichen Bedeutung entspräche. Berücksichtigt man als neben der Marktkapitalisierung das Kriterium Liquidität, dann sehen Analysten die Marktdominanz von Bitcoin derzeit deutlich höher bei rund 90%.Jedenfalls wird der Bitcoin auf lange Zeit der dominierende Faktor am Kryptomarkt bleiben.

Quelle: coinmarketcap.com

 

Gründe für das Altcoin-Desaster

Der ICO-Boom erinnerte sehr stark an die Hochzeiten des Aktienmarktes im Jahr 1999/2000 kurz vor dem Platzen der Tech-Blase. Auch hier kam es vor allem am Neuen Markt zu einer Emissionsflut und unglaublichen Kursgewinnen in kurzer Zeit. Die Börsengänge (IPOs) spülten viel Geld in die Kassen junger und – oft nur scheinbar – innovativer Unternehmen. In der Folgezeit stellte sich dann heraus, dass viele Unternehmen mit dem Geld wenig anfangen konnten und es nur verbrannten. Die Folge war, dass diese bereits Jahre später pleite waren oder in der Bedeutungslosigkeit verschwanden. Es gab aber auch einige mit guten Geschäftsmodellen und gutem Management (wie United Internet oder Qiagen), die eine dominante Marktstellung in ihrem Bereich erreichten und heute sehr gut dastehen.

Das Geschehen am Kryptomarkt im Jahre 2018 ist eine Analogie zum Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Viele mit großem Tamtam gestartete Kryptoprojekte sind bereits in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, viele weitere werden folgen. Von daher wird bei Altcoin-Investments wesentlich sein, wie aussichtsreich das dahinterstehende Projektund wie gut das Management/Team ist. Mit den ICOs, die ja nichts anderes als das Gegenstück von IPOs am Aktienmarkt sind, wurden erstaunliche Summen für die Projekte akquiriert. Passiert ist dann aber oft wenig. Von daher macht sich natürlich zunehmend Enttäuschung bei den Investoren breit. Der Kryptobereich mag zwar disruptiv sein, zur Verfügung gestellte Geldmittel reichen aber auch dort nicht unbegrenzt. Das Geschäftsmodell muss schon stimmen. Fast jedes Projekt weist auf seinen USP (Unique-Selling-Point) hin, oft sind das aber nicht mehr als Marketing-Gags zur Investorenakquise. Die Investoren haben daraus aber gelernt und stehen neuen Projekten kritischer gegenüber. Ein wirklicher Use Case sollte vorhanden sein und natürlich sollte es für diesen Use Case auch eine potentiell große Nachfrage geben. Oft gibt es auch mehrere Use Cases. So kann Bitcoin als Zahlungsmittel verwendet werden oder als Wertaufbewahrungsmittel (digitales Gold). Für den letzteren Use Case gibt es aufgrund der manipulierten Fiat-Währungen eine immer größere natürliche Nachfrage.

Comeback der Altcoins?

Das ist natürlich die Kernfrage für Investoren. Tatsache ist, dass sich die Altcoins in den vergangenen zwei Wochen gegenüber dem Bitcoin stabilisiert haben und teilweise sogar leicht zugelegt haben. Die Stabilisierung Mitte Juli war nur von kurzer Dauer. Jetzt scheint ein soliderer Boden gelegt zu werden, der zu einem echten Dreh führen könnte. Für massive Umschichtungen vom Bitcoin in Altcoins ist es noch zu früh. Viele Altcoins sind unter ihre 200-Tagelinien gefallen. Oft wurde sogar schon ein Death Cross gebildet, bei dem die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten durchbricht. Normalerweise gilt diese Konstellation als guter Indikator für weiter fallende Kurse. Von daher sollte man sein für Altcoins vorgesehenes Pulver weitestgehend trocken halten. Allerdings könnte man erste punktuelle Käufe erwägen. So kann eine Anfangsposition bei Ethereum (ETH) Sinn machen mit Blick auf den Jahreswechsel. Denn am 3. Januar 2020 würde durch das geplante Update 2.0 die Inflationsrate drastisch von aktuell 4-5 Prozent auf dann 0,5 Prozent fallen. Die Stabilisierung der Werthaltigkeit könnte dem Kurs recht gut tun. Generell halten wir es für nicht unwahrscheinlich, dass sich im Laufe des zweiten Halbjahres die wichtigen Altcoins wieder von Under- zu Outperformern mausern. Es dürfte sich deshalb lohnen, die Situation bei den Altcoins weiter zu verfolgen. Das Comeback wird kommen.

22.8.2019, 22:35

Seit dem unerwarteten Rückschlag in der Vorwoche schwankt der Bitcoin um die Marke von 10.000 US-Dollar. Der „Bitcoin Fear & Greed Index“ steht auf dem niedrigsten Wert der Geschichte des Index. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto größer die Angst der Investoren vor weiteren Kursrückgängen. Aktuell ist sie beim Bitcoin also so groß wie noch nie. Allerdings kennt man auch vom Aktienmarkt das Phänomen, das es gerade in solchen Phasen dann schnell zu einer gegenläufigen Bewegung kommen kann. Außerdem könnte der Index die Stimmung schlechter darstellen, als sie tatsächlich ist. In vielen Kommentaren wird die Kursentwicklung in den nächsten zwei Jahren sehr positiv gesehen mit Kurszielen im mittleren fünfstelligen Bereich oder sogar im sechsstelligen Bereich.

Die Altcoins konnten sich zuletzt stabilisieren. Nach den heftigen Kursverlusten gegenüber dem Bitcoin bewegen sie sich seit zwei Wochen seitwärts. Der erste unter den zwanzig größten Altcoins, der eine bullishe Richtung eingeschlagen hat, ist Ethereum Classic (ETC). Dies könnte mit Überlegungen zu einem Namenswechsel zusammenhängen. Mit dieser Maßnahme will man sich von Ethereum distanzieren und dadurch die Marktkapitalisierung steigern. Die Spekulationen könnten im Vorfeld des ETC Classic Summit in Vancouver am 3. und 4. Oktober anhalten. Charttechnisch sieht der Coin sehr gut aus. Gegenüber dem Bitcoin hat er deutlich gedreht, wie der Chart unten zeigt. Nach dem Durchbruch durch die 50-Tagelinie gestern gab es heute weitere deutliche Zugewinne. Der ETC-BTC-Preis könnte sich nun in Richtung der 200-Tagelinie bewegen. Auch gegenüber dem Dollar könnte der gestern erfolgte Durchbruch durch die 200-Tagelinie diesmal nachhaltiger sein. Nachdem der ETC-Preis im Juli unter diese gerutscht war, bewegte er sich seither um diese und zuletzt deutlich darunter (vgl. ETC-Jahreschart ganz unten). Heute ist er mit einem Plus von 10% der mit Abstand beste Performer unter den Top20. Auch im Wochenvergleich hat er die Nase deutlich vorn. Für Trader könnte der Coin deshalb ein spekulativer Kaufsein. Ethereum Classic kann auf vielen großen Kryptobörsen gehandelt werden.

20.8.2019, 13:25

Nach den jüngsten Irritationen bewegt sich der Preis des Bitcoins wieder komfortabel über 10.000 US-Dollar. Werden die Jahreshöchstkurse im September geknackt?

Der Bitcoin war Mitte vergangener Woche unter die psychologische Marke von 10.000 US-Dollar getaucht. Zwar deutlich, aber nur kurz. Grund waren hier mögliche Belastungen durch Abverkäufe von großen Mengen an Bitcoin, die von den Initiatoren des vermutlichen Betrugssystems Plus Token erbeutet wurden. Die Rede war von bis zu 200.000 Bitcoin und 800.000 Ethereum. Allerdings: Mit der Sicherheit oder Funktionalität des Bitcoins hat dieser Betrug nichts zu tun. Vielmehr ist dies eine Betrugsform auf der Basis übertriebener Renditeversprechen, wie man sie bei traditionellen Anlageformen auch schon oft gesehen hat. Dort wird nach großen Betrugsfällen mit erbeuteten US-Dollar oder Euro ja auch nicht die Sicherheit dieser Währungen in Frage gestellt. Von daher dürfte die jüngste Belastung des Bitcoins von dieser Seite nur von kurzer Dauer sein. Zum Wochenbeginn hat er sich schon wieder sehr deutlich über der Marke von 10.000 Dollar etabliert. Er könnte nun erneut Anlauf auf die Jahreshöchststände um die 13.600 Dollar nehmen, die Ende Juni erreicht wurden.

Neue Impulse durch Bakkt im September?

Neue Höchststände könnten durchaus im September erreichbar sein. Denn nach der behördlichen Genehmigung will mit Bakkt die lange erwartete Handelsplattform der Intercontinental Exchange (die mit der New York Stock Exchange auch die weltgrößte Wertpapierbörse betreibt) am 23. September mit dem Start beginnen. Auf Bakkt sollen erstmals Bitcoin-Futures gehandelt werden, die im Gegensatz zu den bereits bestehenden Futures-Kontrakten an der CME physisch beliefert werden. Während es bei Futures mit cash settlement nur einen Barausgleich am Verfallsdatum gibt, wird bei den physisch belieferten Kontrakten der Basiswert selbst geliefert. Damit das geschehen kann, müssen natürlich die Bitcoins an den Kryptobörsen gekauft werden. Von daher wird erwartet, dass die zusätzliche Nachfrage den Bitcoin-Preis weiter treiben wird. Zumal mit dem neuen Angebot eines – wenn nicht des – renommiertesten Börsenbetreibers auch verstärkt institutionelle Anleger angesprochen werden sollen und in den Markt einsteigen dürften. Im Vorfeld des Bakkt-Starts könnte deshalb die Spekulation auf diese Effekte den Bitcoin-Preis nach oben treiben, eventuell bis auf neue Jahreshöchstkurse.

Altcoins performen wieder besser

Die Performance der Altcoins gegenüber dem Bitcoin hat sich zuletzt deutlich verbessert. Sowohl im Tages- wie Wochenvergleich finden sich nun vermehrt Altcoins mit einer zumeist kleinen Outperformance. Es muss sich allerdings erst noch zeigen, ob die neu gefundene Stabilität von Dauer ist. Denn vor einem Monat folgte nach einer ähnlichen Phase dann ein erneuter Abschwung. Für den Großteil der Anleger am Kryptomarkt bleibt es deshalb sinnvoll, sich vorerst weiter auf den Bitcoin zu konzentrieren.

19.8.2019, 14:25

Kommt aus China wegen Handelsstreit und Yuan-Abwertung verstärkt Nachfrage für Kryptowährungen? Der Bitcoin wäre der Hauptprofiteur.

In der vergangenen Woche sorgten Meldungen über die mögliche Einführung einer staatlichen chinesischen Digitalwährung für Furore. Diese wurde bereits seit fünf Jahren entwickelt und könnte bald getestet werden. Interessant erscheint diese Meldung auch vor dem Hintergrund des Handelsstreits zwischen den USA und China. Zumal auf längere Sicht die zunehmende Bedeutung des chinesischen Yuans dem US-Dollar immer mehr die Stellung als Weltleitwährung streitig machen dürfte. Eine chinesische Kryptowährung wäre einem Stable Coin vergleichbar und fest an den chinesischen Yuan gebunden. Auswirkungen auf die Nachfrage nach Bitcoin dürfte ein solcher Schritt zunächst nicht haben.

Anders verhält sich das mit der zuletzt stark steigenden chinesischen Nachfrage nach Kryptowährungen. Der Handelsstreit und die kürzliche Abwertung des Yuan sorgten dafür, dass offensichtlich immer mehr Investoren aus China versuchen, Gelder in Kryptowährungen umzuschichten. Dies geht aus einem gerade veröffentlichten Reuters-Bericht hervor. Demnach sollen die Umsatzvolumina an von Chinesen bevorzugten Kryptobörsen deutlich gestiegen sein. So bestätigte der Leiter der bei Chinesen beliebten Kryptoplattform OKEx, dass größere chinesische Investoren verstärkt Kryptowährungen kaufen. Dadurch reagieren sie auf die negativen Auswirkungen der US-Zölle und den sinkenden Yuan. 2017 wurde von China zwar der Betrieb von Kryptoplattformen verboten. Der Handel von chinesischen Anlegern hatte sich danach auf andere Plattformen verlagert, die zum Beispiel in Hongkong, Singapur oder Malta betrieben werden. Für die Chinesen dürfte der Kryptomarkt immer noch eine Option sein, um die strengen Kapitalkontrollen zu umgehen.

Es ist zwar schwer zu verifizieren, ob es wirklich eine deutlich gestiegene Nachfrage chinesischer Anleger gibt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen erscheint dies aber plausibel. Jedenfalls wäre die digitale Leitwährung Bitcoin der Hauptprofiteur. Auf andere in Asien beliebte Altcoins wie NEO oder OmiseGO könnte diese Entwicklung ebenfalls positive Auswirkungen haben. Diese hatten seit der Bitcoin-Hausse ab Anfang April gegenüber dem Bitcoin deutlich überproportional verloren.

13.8.2019, 13:25

Die staatliche chinesische Digitalwährung wird schon lange entwickelt. Nun könnte es noch in diesem Jahr zu einer Markteinführung kommen. Eine Konkurrenz zum Bitcoin wird sie aber auf keinen Fall sein.

Die People’s Bank of China (PBOC) plant bis Ende diesen Jahres die Einführung einer staatlich gestützten Kryptowährung. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gemäß Äußerungen von Mu Changchun, stellvertretender Direktor der PBOC-Abteilung für Zahlungsverkehr und –abwicklung, wird die digitale Währung bereits seit fünf Jahren entwickelt und steht nun vor der Marktreife.

Dieser Schritt könnte China einen Vorsprung verschaffen. Die regulatorischen Hürden sind mit denen der westlichen Ländern nicht vergleichbar. Regierung, Zentralbank und Aufsichtsbehörden sind in China eher linientreu. Immer neue Anhörungen wie in den USA dürfte es deshalb nicht geben. Wenn von offizieller Seite der Test einer eigenen Kryptowährung und nach erfolgreichem Abschluss deren Einführung beschlossen worden ist, dann werden auch alle Institutionen an einem Strang ziehen. Erste Kommentare heute sprechen von einer chinesischen Reaktion auf den geplanten Facebook-Coin Libra. Eventuell ist diese Ankündigung  aber auch im Zusammenhang mit dem jüngst eskalierten Handelskrieg zwischen den USA und China und der Abwertung der chinesischen Währung Yuan vergangene Woche zu sehen. Im nächsten Jahrzehnt wird die Bedeutung des US-Dollar als Weltleitwährung an Bedeutung verlieren zugunsten des erstarkenden chinesischen Yuan. Eine digitale chinesische Währung könnte diesen Prozess beschleunigen. Eine nette Nebenwirkung ist für die kontrollsüchtige chinesische Regierung natürlich auch, dass sie alle Finanztransaktionen ihrer Bürger noch besser überwachen kann.

Auswirkungen auf den Bitcoin

Ähnlich wie beim geplanten Facebook-Coin Libra, der vorläufig in den Mühlen der westlichen Bedenkenträger feststeckt, wird auch eine geplante digitale chinesische Währung von einigen Beobachtern sofort als Konkurrenz zum Bitcoin gesehen. Das ist aber nicht der Fall. Der Use Case einer chinesischen Digitalwährung ist ähnlich wie beim Libra zunächst der eines Zahlungsmittels. Dieses digitale Zahlungsmittel hängt aber weiterhin voll an der analogen Mutter. Alle bisher geplanten staatlichen Währungen – so in der Schweiz, Schweden, dem Iran und der Türkei – wären in ihrem Wert direkt an die Landeswährung gebunden. Ähnlich wie der Tether oder andere Stable Coins direkt an den Dollar oder Euro gebunden sind.

Der Bitcoin kann natürlich auch als Zahlungsmittel verwendet werden. Bisher kann man diesen Use Case aber eher als Gag bezeichnen, wenngleich große amerikanische Handelsunternehmen nun auch die Bezahlmöglichkeit mit Bitcoin offerieren. Der Use Case Wertaufbewahrungsspeicher oder digitales Gold bleibt beim Bitcoin ein USP, also ein Alleinstellungsmerkmal. Zwar gibt es auch andere Digitalwährungen mit diesem USP. So wird die fünftgrößte Digitalwährung Litecoin als digitales Silber im Vergleich zum Bitcoin bezeichnet. Aber Bitcoin hat sich als digitale Leitwährung etabliert und es ist nicht zu sehen, dass diese Stellung angekratzt werden könnte. Die Marktkapitalisierung von Litecoin und der viertgrößten Kryptowährung Bitcoin Cash beträgt jeweils unter 6 Milliarden Dollar, die von Bitcoin mit über 200 Milliarden Dollar das über Dreißigfache.

Deswegen werden staatliche Kryptowährungen keine Konkurrenz zum Bitcoin werden und dessen Preis nicht negativ tangieren. Ob diese auf den Bitcoin-Preis positive Auswirkungen haben könnten, ist derzeit nicht abzusehen. Im Gegensatz zu einer möglichen Einführung von Libra. Diese würde aller Wahrscheinlichkeit nach den Bitcoin-Kurs noch einmal kräftig nach oben treiben.

12.8.2019, 16:55

In vielen Analysen wird das im Mai 2020 anstehende Bitcoin-Halving als Kurstreiber gesehen. Es lohnt sich, einmal auf die bisherigen Bitcoin-Halvings zu blicken. Außerdem: Gibt es Analogien zum Anfang August vollzogenen Litecoin-Halving?

Bitcoin-Halvings 2012 und 2016

Verwiesen sei hier auch auf den bei finanzen.net veröffentlichten Artikel vom Mai: Explodiert der Bitcoin auf 140.000 USD im nächsten Jahr? Alle 210.000 Blöcke halbiert sich die Belohnung der Bitcoin-Miner. In der kurzen Historie des Bitcoins gab es bisher zwei Halvings, bei denen sich die Bitcoin-Preise im Jahr vor und nach dem Halving jeweils vervielfachten:

  • Das erste Halving fand am 28.11.2012 statt, die Belohnung für die Miner fiel damals von 50 auf 25 BTC pro Block.
  • Das zweite Halving fand am 9.7.2016 statt, die Miner-Belohnung fiel dann von 25 auf 12,5 BTC pro Block.

Das dritte Halving steht nun für den Mai 2020 an, die Miner-Belohnung fällt dann von 12,5 auf 6,25 BTC pro Block. Dazu noch einmal ein Blick auf die Analyse des einflussreichen Bitcoin-Investors Tuur Demeester, der das Auf und Ab der Bitcoin-Preise auf einer logarithmischen Skala aufgezeichnet hat (vgl. Chart unten). Bärenmärkte gab es jeweils in der Mitte zwischen den Halvings, so auch diesmal. Folgt man dieser Analyse, so wäre das Kurspotential riesig – bis zu 140.000 USD. Allerdings würde der vorherige Höchstkurs – aktuell also knapp 20.000 USD erst nach dem Halving erreicht. Diesmal könnte das aus unserer Sicht aufgrund der aktuellen Gemengelage – geopolitische Spannungen, Handels- und Währungskriege, angeschlagene Finanzmärkte – schon eher erfolgen. Wir erwarten noch für dieses Jahr das Erreichen historischer Höchstkurse. Die im Bild unten als Reakkumulation bezeichnete Phase würde dann ausfallen. Vielmehr könnte es ähnlich wie beim Litecoin-Halving verlaufen.

Quelle: https://twitter.com/TuurDemeester/status/1129017877581967361

Erkenntnisse aus dem Litecoin-Halving

Am 5. August 2019 gab es bei Litecoin ein Halving. Im Vorfeld kam es zum Jahresbeginn zu deutlichen Kurssteigerungen. Der Preis ist von 23 USD im Dezember 2018 bis auf 146 USD im Juni 2019 explodiert, also um über 500% in einem halben Jahr. Im vergangenen Monat wurde Litecoin aber vom absoluten Outperformer zum Underperformer. Die Tage vor dem Halving waren dann von einer deutlichen Verunsicherung geprägt. Am Tag des Halvings selbst blieb die Zurückhaltung zunächst, obwohl der Bitcoin mit rund 7 Prozent sehr fest war. Unmittelbar nach dem Halving haben dann aber die Trader das Kommando übernommen und den Preis innerhalb von Minuten um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben. Danach ist der Preis wieder sukzessive abgebröckelt. Für die Betrachtung hier ist aber das halbe Jahr vor dem Halving entscheidend, in dem sich die Litecoin-Preise mehr als versechsfacht hatten.

Fazit

Halving-Events sollten lange vor dem Termin bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden. So hatte zuletzt beim Litecoin-Halving im August 2019 der Preis schon ein halbes Jahr vorher reagiert. Man kann zwar nicht quantifizieren, wie groß der Anteil dieses Faktors an der enormen Outperformance von Litecoin von Ende 2018 bis Juni 2019 war. Einen wesentlichen Anteil wird man ihm aber nicht absprechen können. Bitcoin und Litecoin haben sich in der Vergangenheit sehr ähnlich verhalten. Von daher ist die Erwartung nicht zu weit hergeholt, dass Bitcoin sich vor dem Halving ähnlich verhält wie das gerade Litecoin getan hat.

8.8.2019, 14:25

Der Bitcoin-Kurs kämpft heute weiter mit der Marke von 12.000 US-Dollar. Schafft er diese nachhaltig, könnte er auch schnell einen Sprung auf neue Jahreshöchststände machen. Bei den Altcoins herrscht weiter Tristesse. Bitcoin profiliert sich zunehmend als digitales Gold.

In der Vergangenheit wurde der Use Case von Bitcoin als digitales Gold oft belächelt. Das ist durchaus verständlich. Denn ein kleiner Klumpen Gold in der Hand ist immer noch etwas Handfesteres als der Zugangscode zu einer Kryptowährung, die sich irgendwo in der virtuellen Welt versteckt. Zumal diese, wenn man nicht aufpasst, auch noch durch Hacks geklaut werden kann. Bei Gold kann das aber ebenfalls passieren, dort nennt man es etwas altbacken Einbruch. Die Vorteile des Bitcoins als dezentralisiertes und nicht manipulierbares Wertaufbewahrungsmittel werden dabei unterschätzt. Natürlich können Bitcoin-Wale genau wie ein großer Käufer am Aktienmarkt kurzfristig den Preis bewegen. Das ist aber nicht vergleichbar mit den Manipulationen der herkömmlichen Währungen durch Regierungen und Zentralbanken. Aufgrund des Bitcoin-Codes besteht keine Möglichkeit, Bitcoins wie Dollar oder Euro beliebig zu drucken und zu inflationieren.

Bei der nächsten großen Krise der traditionellen Finanzmärkte wird Bitcoin der Gewinner sein. Weltwirtschaft vor dem Abgrund? Schlagzeilen wie diese häufen sich, immerhin steht meist noch das Fragezeichen. Die stark gewachsenen geopolitischen Spannungen und der Handelskrieg zwischen den USA und China radieren aber kräftig an dem Fragezeichen. Der Bitcoin hat zuletzt stark auf die schwachen Aktienbörsen reagiert. Diese negative Korrelation wird so bleiben. Der Bitcoin wird zur Krisenwährung.

6.8.2019, 11:30

Die Aufwärtsbewegung des Bitcoins gewinnt seit Tagen an Dynamik. Kurzfristig könnten neue Jahreshöchstkurse erreicht werden. Allzeithöchststände bis Jahresende werden immer wahrscheinlicher.

What the FUD?
Die dynamische Aufwärtsbewegung beim Bitcoin hält an. Die Korrekturphase im Juli nach dem fulminanten Bullrun im Juni könnte schon wieder vorbei sein. Jetzt steht zunächst der Test der Jahreshöchststände bei 13.600 USD an (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Das große Ziel sind aber die Allzeithöchststände bei knapp 20.000 USD. Bis dahin sind es zwar noch über 60 Prozent. Aber ein Erreichen dieses Niveaus noch in diesem Jahr wird immer wahrscheinlicher. Bereits Anfang April – also vor Beginn der großen Bitcoin-Hausse – schrieben wir in unseren Beitrag für die „Euro am Sonntag“, dass ein für den Bitcoin perfekter Sturm heraufziehen könnte. Wahrscheinlich sind wir schon mittendrin. Das Umfeld sieht jedenfalls schon ziemlich perfekt aus. Das gilt sowohl für externe Faktoren: Die eher als Zeichen der Hilflosigkeit zu wertenden Zinssenkungen und der sich ständig verschärfende Handelskrieg geht einher mit sehr schwachen Aktienbörsen. Aber auch die hausgemachten Faktoren sprechen für den Bitcoin. So werden die – positiven – Auswirkungen des Bitcoin-Halvings im Mai 2020 die Diskussion in diesem und nächsten Jahr bestimmen. Der enorme Anstieg von Litecoin Monate vor dem Halving geben einen Vorgeschmack. Die fortschreitende Adaption und der verstärkte Einstieg institutioneller Investoren werden die Preise ebenfalls treiben. FOMO (Fear of missing out) könnte verstärkt ausbrechen, oder altbacken gesprochen: Wer zu spät kommt… Dabei schienen doch gerade wieder die Protagonisten des FUD (Fear, Uncertainty and Doubt) Oberhand zu gewinnen.

Bitcoin profitiert von schwachen Aktienbörsen
Die Aktienbörsen sind seit Tagen sehr schwach. Trotz der Zinssenkung der Fed am Donnerstag. Oder vielleicht auch wegen, denn der weltweite Trend zur erneuten Lockerung der Geldpolitik ist eher ein Zeichen der Hilflosigkeit. Gerade verschärft sich der Handelskrieg zwischen den USA und China mit großen Gefahren für die Weltwirtschaft. Bleibt der US-Präsident weiter im Modus des Trumpeltiers, könnte es durchaus zu einem größeren Crash kommen. Ein Indikator ist der stetig steigende Goldpreis, der auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren steht. Ein weiterer Indikator ist der Bitcoin-Preis. Der zuletzt unterbrochene Höhenflug nimmt seit Tagen wieder Fahrt auf. Im Chart unten sind die Kursveränderungen der vergangenen sieben Tage übereinandergelegt. Während der Bitcoin einen großen Zuwachs von 28 Prozent verbuchen kann, liegt der DAX mit 3,4% im Minus, der S&P 500 sogar mit 5,6%. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Bitcoin immer mehr in seinen Use Case als digitales Gold oder Fluchtwährung hineinwächst. Jedenfalls werden durch die schwachen Aktienbörsen viele Anleger daran erinnert, dass der Bitcoin eine Alternative sein kann. Derzeit ist in Zeitungen, Nachrichten und sozialen Medien wieder verstärkt von Bitcoin und seinem Kursanstieg die Rede. Daher ist es wahrscheinlich, dass immer mehr Aktienanleger ihre Skepsis gegenüber dem Kryptomarkt ablegen und schwach werden. Noch ist das nicht in größerem Umfang der Fall, könnte es aber bei einem andauernden Aktiencrash werden. Für den smarten Bitcoin-Anleger wäre das dann aber eher der Zeitpunkt, einen Teil der Bestände zu verkaufen. Oder – wenn man steuerfreie Gewinne erzielen will – die Gewinne mit einem anderen Instrument wie einem Short-Zertifikat oder einem Short-CFD zu hedgen.

Altcoins sehen weiter alt aus
Die Altcoins hinken dem fulminanten Bitcoin-Anstieg wieder einmal hinterher. Gestern gab es rund um das Litecoin-Halving einmal kurzfristig eine Ausnahme. Heute aber hat der Bitcoin im Tagesvergleich unter den Top20 mit einem Plus von über 4 Prozent erneut die Pole-Position. Monero – das wie Litecoin auf Sicht wieder stärker als Bitcoin-Alternative wahrgenommen werden könnte – liegt mit einem Plus von 3,3% auf Platz 2. Etliche Altcoins sind heute sogar wieder im Minus. Das Altcoin-Revival lässt also weiter auf sich warten.

5.8.2019, 15:05

Der Bitcoin ist wieder auf Höhenflug. Zinssenkungen, Handelskrieg, Bitcoin-Halving im Mai 2020, fortschreitende Adaption: Diese positiven Faktoren begleiten den Bitcoin weiter und werden den Preis treiben. Von den Top4-Kryptowährungen könnte davon auch Litecoin profitieren. Der ist heute am Halving-Tag sehr fest.

Der Bitcoin hat sich wieder sehr deutlich über der psychologischen Marke von 10.000 USD etabliert. Aktuell notiert er um die 11.750 USD mit einem Plus von fast 10 Prozent im 24h-Vergleich. Charttechnisch hat sich das Bild nun wieder erheblich verbessert (vgl. BTC-Jahreschart gegen USD im Bild ganz unten rechts).

Bitcoin, Bitcoin, über alles… Solange Kryptowährungen sich als immer ernster zu nehmende Anlagealternative für traditionelle Finanzinvestoren etablieren, könnte das zunächst so bleiben. Denn Bitcoin ist nun mal die mit Abstand größte und liquideste Kryptowährung mit einer Marktkapitalisierung von 208 Milliarden USD. Dahinter folgen Ethereum mit 25 Milliarden USD, Ripple mit 14 Milliarden USD und Litecoin mit 6,4 Milliarden USD. Neben der Liquidität ist aber der Use Case einer der entscheidenden Faktoren. Denn einer der wesentlichen Use Cases von Bitcoin könnte in Zeiten von Krisen an den traditionellen Finanzmärkten im Vordergrund bleiben: der als digitales Gold oder Wertspeicher. Neben Krisenländern wie Venezuela dürfte dies auch in den westlichen Ländern an Bedeutung gewinnen.

Wird Litecoin ein Favorit unter den großen Altcoins?
Bleibt dieser Use Case im Fokus, könnte auch die viertgrößte Kryptowährung Litecoin davon profitieren. Diese stand heute am Montag im Mittelpunkt, denn gegen 10:30 Uhr fand das Halving statt. Im Vorfeld kam es zum Jahresbeginn zu deutlichen Kurssteigerungen. Der Preis ist von 23 USD im Dezember 2018 bis auf 146 USD im Juni 2019 explodiert, also um über 500% in einem halben Jahr. Im vergangenen Monat wurde Litecoin aber vom absoluten Outperformer zum Underperformer. Die Tage vor dem Halving waren dann von einer deutlichen Verunsicherung geprägt. Heute am Tag des Halvings selbst blieb die Zurückhaltung zunächst, obwohl der Bitcoin mit rund 7 Prozent sehr fest war. Unmittelbar nach dem Halving haben dann aber die Trader das Kommando übernommen und den Preis innerhalb von Minuten um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben (vgl. Litecoin-Tageschart unten). Auch wenn der Preis wieder etwas abgebröckelt ist und in den nächsten Tagen schwankungsanfällig bleibt, könnte  Litecoin einer der Favoriten unter den großen Altcoins werden als Alternative zum Bitcoin. Litecoin ist von den drei größten Altcoins der einzige, der im Jahresvergleich über den Tiefstständen gegenüber Bitcoin notiert (vgl. im Bild den Chart unten links). Die anderen beiden Altcoins Ethereum (ETH) und Ripple (XRP) haben dagegen gegenüber dem Bitcoin erneut Jahrestiefststände markiert (vgl. im Bild unten die beiden oberen Charts).

1.8.2019, 21:30

Die amerikanische Notenbank senkt zum ersten Mal seit über zehn Jahren die Zinsen. Die EZB denkt über weitere Lockerungen nach. Der Bitcoin wird sich bedanken.

In der großen Finanzkrise 2008 senkte die amerikanische Notenbank Fed wie auch andere Notenbanken weltweit radikal die Zinsen. Seit 2015 wurden diese – viel später, als ursprünglich gedacht – dann wieder sukzessive erhöht. Deswegen ist die Reduzierung der Leitzinsspanne um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,0 bis 2,25 Prozent schon als Zäsur oder geldpolitische Vollbremsung zu bezeichnen. Die Aktienbörsen? Reagierten zunächst erleichtert. Das ist aber kurzfristig gedacht. Die weltweiten Tendenzen zur Lockerung der Geldpolitik sind nur ein Zeichen für die Gefahren angesichts einer Abkühlung der Weltwirtschaft und der schwelenden Handelskonflikte. Die Notenbanken haben weltweit ihr Pulver weitgehend verschossen. Erhöht die EZB im September ihre Negativzinsen auf freiwillige Bankeinlagen noch einmal, ist das nur ein weiteres Zeichen der Hilflosigkeit. Und ein Indikator der Crashgefahr für Konjunktur und Aktienbörsen.

Was hat das mit Bitcoin & Co zu tun? Der Bitcoin wird davon kräftig profitieren. Der Use Case von Bitcoin als Zahlungsmittel bleibt zwar eher etwas für Freaks. Aufgrund des Wertverfalls im vergangenen Jahr geriet aber einer der wesentlichen Use Cases in Vergessenheit: der als Wertaufbewahrungsmittel oder digitales Gold. Das ändert sich mit den Kurssteigerungen seit Jahresanfang, wenngleich die Volatilität und Unberechenbarkeit weiter zu hoch ist. Dazu kommt noch der wichtige Use Case Fluchtwährung. Bisher nutzten dies Menschen in Ländern mit instabilen Währungen wie Simbabwe, Venezuela, Iran oder der Türkei. Durch das erneute Öffnen der Geldschleusen in westlichen Ländern kann der Bitcoin auch für diese Menschen schnell zur Fluchtwährung werden. Er ist nicht beliebig inflationierbar. Im Gegensatz zu Dollar, Euro & Co. Smart Money goes Bitcoin könnte ein weltweiter Megatrend werden.

29.7.2019, 15:20

Kurzfristig ist die Preisentwicklung des Bitcoins schwer zu fassen. Zumal der Preis immer für erratische Bewegungen gut ist. Die langfristigen Perspektiven bleiben gut. Erhöht die EZB im September die Negativzinsen, sagt der Bitcoin: Danke

Nach dem fulminanten Bullrun im Juni fiel der Bitcoin nun schon mehrfach unter die psychologische Marke von 10.000 US-Dollar (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Das Chartbild hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. So ist der Preis unter die 50-Tagelinie gefallen. Weitere Kursrückgänge sind nicht auszuschließen. Einzelne Marktbeobachter halten sogar einen Verfall bis auf die 200-Tage-Linie für möglich, die derzeit bei über 6.400 Dollar verläuft. Jedoch haben sich kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin in der Vergangenheit immer als sehr schwierig bis unmöglich erwiesen. Der Bitcoin war aufgrund seines erratischen Preisverlaufs stets für Überraschungen gut. Von daher kann die kurzfristige Entwicklung trotz des eingetrübten Chartbilds auch anders als erwartet verlaufen.

Entscheidend sind die langfristigen Perspektiven. Diese bleiben sehr gut. Klingt langweilig, ist aber für den Anlageerfolg entscheidend. Der für das nächste Jahr geplante Facebook-Coin Libra wird keine Konkurrenz zum Bitcoin sein, sondern diesen stimulieren. Aber auch wenn sich der Start durch die Gegenwehr von Politik und Zentralbanken verzögern sollte, gibt es genügend andere positive Faktoren. Das Bitcoin-Halving im nächsten Jahr führt zu tendenziell steigenden Preisen. Daneben werden sich auf Sicht Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten positiv auf Bitcoin & Co auswirken. Die sich wieder verschärfende internationale Verschuldungsproblematik und der Handelskrieg zwischen China und den USA wirken neben Gold auch preistreibend auf den Bitcoin. Die derzeit gute Stimmung an den Aktienmärkten kann schnell einmal kippen. Einzelne Analysten sehen im derzeitigen Stadium des längsten Bullenmarktes der Geschichte erhebliche Risiken. Warum sonst erwägen die großen Notenbanken jetzt wieder weitere Lockerungen ihrer Geldpolitik? Eigentlich sollte ja schon längst das Gegenteil erfolgt sein. Der 2014 eingeführte Negativzins auf Bankeinlagen bei der EZB war einmal nur als vorübergehende Erscheinung gedacht – verdammt lang her! Nach nunmehr fünf Jahren wird nun eine Erhöhung von minus 0,4 auf minus 0,45 Prozent erwogen. Sollte die EZB im September ihren Negativzins auf Bankeinlagen erhöhen, wird sich der Bitcoin dafür bedanken. Wenn dann – wie befürchtet – immer mehr Sparer mit Negativzinsen bestraft würden, könnte sich auch in Ländern wie Deutschland der Bitcoin mit seinem Use Case „Fluchtwährung“ in Erinnerung rufen. Bisher war das der Fall in Ländern wie Simbabwe, Venezuela, Türkei, Iran usw.