In Kryptowährungen investieren?

  • völlig neue Asset-Klasse
  • verstärktes Interesse traditioneller Groß- und Kleinanleger
  • derzeit interessantester Tradingmarkt mit vielen Tradingmöglichkeiten
  • Handel in Altcoins aussichtsreicher als in Bitcoin
  • 7/24-Handel (Handel rund um die Uhr)
  • gute Handelsplattformen

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16.9.2019, 16:15

Binance.US beschränkt sein in zwei Tagen verfügbares Angebot auf sechs Kryptowährungen. Bei den Altcoins könnten davon Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin profitieren. Ethereum zeigt schon relative Stärke.

Bis Anfang nächster Woche könnte sich der kurzfristige Trend beim Bitcoin entscheiden. In einer Woche beginnt der Handel mit den Bitcoin-Futures an der Bakkt. Kommt es zur erhofften Nachfragebelebung, könnte der Preis durch die obere Abwärtslinie des seit Ende Juni gebildeten Dreiecks kommen. Bei einer Enttäuschung wäre auch ein Test des Widerstands bei 9.400 US-Dollar möglich.

Die Altcoins werden tendenziell dem Bitcoin-Trend folgen. Allerdings mehren sich nun doch die Zeichen einer aufkommenden Altseason. Darunter versteht man einen Zeitraum, in dem der Bitcoin an Marktdominanz verliert zugunsten der Altcoins. Oder anders gesagt: In diesem Zeitraum zeigen die Altcoins eine Outperformance gegenüber dem Bitcoin. Seit Anfang 2018 stieg die Marktdominanz von Bitcoin von dem bisherigen Tiefststand von 33 Prozent bis auf zuletzt knapp 70 Prozent.

Warum könnten Altcoins nun wieder stärker in den Fokus rücken?

Einige Beispiele für eine mögliche positivere Einschätzung der Altcoins:

  • Gemäß dem neuen Bericht von Binance Trading und Research werden Altcoins wieder deutlicher steigen. Binance Trading als größter OTC-Kryptohändler geht von einem Rückgang der Marktdominanz von derzeit 70% auf 50% aus. Mit anderen Worten: Altcoins werden gegenüber dem Bitcoin steigen und ihn outperformen. Allerdings lässt Binance Trading offen, wann diese Entwicklung erwartet wird.
  • Hinter einigen Altcoins stehen interessante Projekte mit großem Zukunftspotential, die sich auf Bereiche wie autonomes Fahren, Shop-Implementierung oder Apps beziehen. Die unterschiedlichen Bereiche sind auch die Daseinsberechtigung verschiedener Altcoins. Denn Altcoins sind oft für bestimmte Bereiche konzipiert. So soll Iota stark vom Internet der Dinge profitieren und hat viele interessante Projekte laufen, auch wenn der Kursverlauf eine andere Sprache spricht.
  • Teilweise wird erwartet, dass der Bitcoin-Preis vielleicht noch in diesem Jahr – und wenn nicht, dann Anfang nächsten Jahres – ein neues Allzeithoch Viele Altcoin-Analysten erwarten, dass bei einem Blick auf die zurückgebliebenen Altcoins diesen dann ein großes Nachholpotential attestiert werden wird. Die Coins mit aussichtsreichen Projekten dahinter dürften überproportional steigen. Die Schwierigkeit dabei ist oft die Einstufung der Erfolgsaussichten der Projekte.
  • Die kurzfristigen Auswirkungen von US sind eingepreist. Mitte Juni musste Binance seinen US-Nutzern wegen regulatorischer Unsicherheiten die Nutzung von Binance untersagen. Interessant: Seither ist die Bitcoin-Dominanz noch einmal stark von 55 auf 70 Prozent gestiegen. Gültig wurde das Verbot zum 12. September. Da Binance aber weiter im US-Markt tätig sein wollte, wurde mit Binance.US eine eigene Börse für US-Nutzer geschaffen, die den Regulierungen Rechnung trägt. Binance.US soll in zwei Tagen (18.September) den Geschäftsbetrieb beginnen. Im Gegensatz zum großen Angebot von Binance wird das Angebot bei Binance.US zunächst nur auf die sechs Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Litecoin und Tether beschränkt sein. Die vier Altcoins Ethereum, Ripple, Bitcoins Cash und Litecoin könnten davon profitieren.

Ethereum zeigt relative Stärke

Vor einer Woche haben wir darauf hingewiesen, dass große Altcoins wie Ethereum derzeit eine gute Kaufgelegenheit sein könnten. Und das obwohl Ethereum gerade ein Death Cross gebildet hatte, normalerweise ein Zeichen für eine weiter schwache Kursentwicklung. Ethereum ist nun in einer Woche um rund 10% gestiegen, während der Bitcoin nur seitwärts gelaufen ist. Die Outperformance zeigt sich auch im Chart unten, der die Wertentwicklung von Ethereum gegenüber dem Bitcoin seit Anfang 2018 zeigt. Ethereum hat seither bis zu 85% seines Wertes gegenüber dem Bitcoin verloren, zuletzt ging es noch einmal seit Juni steil bergab. Seit Anfang September ist der Preis nun gedreht und durchbricht heute die 50-Tagelinie. Von daher steigen die Chancen auf eine nachhaltige Outperformance. Diese könnte durchaus bis über die 200-Tagelinie gehen, die derzeit bei 0,027 BTC verläuft. Auch fundamental steht einem weiteren Anstieg wenig im Weg. Die Inflationsrate wird mit dem geplanten Update 2.0 Anfang des Jahres drastisch sinken. Analysten weisen darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Ethereum-Netzwerk derzeit sehr hoch ist. Ethereum hat viermal so viele Entwickler wie Bitcoin, die führende Stellung gegenüber konkurrierenden Smart-Contract- und dApp-Plattformen wie EOS oder Cardano bleibt unangefochten. Auch EOS zeigen gerade relative Stärke und haben nach Ethereum die zweitbeste Wochenperformance unter den Top20. Dies könnte auch im Zusammenhang mit der geplanten Hard Fork am 23. September stehen.

9.9.2019, 18:10

Trotz zuletzt sehr schlechter Chartbilder gibt es Anzeichen für einen Dreh der Altcoins. Große Altcoins wie Ethereum könnten deshalb derzeit eine gute Kaufgelegenheit sein.

Ein Durchbruch durch die 200-Tagelinie von oben nach unten – wie ihn viele Altcoins zuletzt gesehen haben – gilt als Zeichen für weiter fallende Kurse. Dieses bearishe Signal wird dann häufig eine gewisse Zeit später noch einmal bestätigt durch ein Death Cross. Bei diesem durchbricht die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten. Im vergangenen Jahr gab es beim Bitcoin zum Aprilbeginn ein Death Cross. Kurzfristig erwies sich das als Fehlsignal, denn der Bitcoin sprang danach in vier Wochen um 50%. Dagegen fielen die Preise längerfristig um rund 50% bis Jahresende.

Aktuell ist der unangefochtene Marktführer Bitcoin weit von einem Death Cross entfernt und bewegt sich sehr deutlich über der 200-Tagelinie, die bei unter 8.000 US-Dollar verläuft. Dagegen sind viele der großen Altcoins bereits in den vergangenen zwei Monaten durch die 200-Tagelinie gefallen und haben dann weiter Terrain verloren. Alle haben anschließend auch ein Death Cross ausgebildet oder stehen kurz davor. Dies belegen unten die entsprechenden Charts der acht größten Kryptowährungen (der Stable Coin Tether wurde aus dieser Betrachtung ausgeschlossen).

Welche Relevanz haben diese Konstellationen nun für die Prognose? Zunächst ist das alles natürlich auch nur eine Darstellung der aktuellen Situation und besagt grob gesagt, dass die kurzfristige Kursentwicklung noch schlechter war als die langfristige. Es macht auch einen Unterschied, ob die Linien einen scharfen Schnitt machen wie bei Ripple (XRP) oder EOS, denn das spricht für eine anhaltende Abwärtsdynamik. Dagegen könnte es z.B. bei Bitcoin Cash (BCH) und Monero (XMR) zu keinem Death Cross mehr kommen. Die Preise gehen vielmehr gerade wieder durch die 200-Tagelinie nach oben.

Das gerade ausgebildete Death Cross bei Ethereum (ETH) könnte deshalb auch ein Fehlsignal sein. Der Preis ist gegenüber dem Bitcoin in den vergangenen Tagen fest. Die Chancen, dass man hier aktuell bezogen auf den Bitcoin zu Tiefstpreisen kaufen kann, stehen nicht schlecht. Der ETH-Preis hat seit Juni die Hälfte seines Wertes gegenüber dem Bitcoin verloren (vgl. Ethereum-Bitcoin-Chart unten). Er bewegt sich 35% unter der 200-Tagelinie und könnte nun den Boden erreicht haben. Zumal die fundamentale Situation durchaus vielversprechend ist: Ethereum hat viermal so viele Entwickler wie Bitcoin, die führende Stellung gegenüber konkurrierenden Smart-Contract- und dApp-Plattformen wie EOS oder Cardano bleibt unangefochten, die Inflationsrate sinkt mit dem geplanten Update 2.0 Anfang des Jahres drastisch. Alles in allem scheint derzeit ein guter Einstiegszeitpunkt bei Ethereum zu sein. Ethereum könnte den Bitcoin bis zum Jahresende outperformen. Grundsätzlich bleibt der Bitcoin aber das maßgebliche Basis-Investment am Kryptomarkt.

Generell könnte die Stimmung bei den Altcoins drehen. Es mehren sich die Artikel, die die Altcoins als sehr stark überverkauft sehen und eine Gegenreaktion erwarten. Der bekannte Analyst Willy Woo weist in einem Tweet darauf hin, dass das Verhältnis Altcoin- zu Bitcoin-Marktkapitalisierung gerade wieder die sechseinhalbjährige Unterstützungslinie testet und der RSI mehr überverkauft ist als in seiner ganzen Geschichte (vgl. Chart unten).

Quelle: twitter.com/woonomic

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen, die die Bitcoin-Dominanz weiter wachsen und bis zu 99 Prozent der Altcoins in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sehen. Belege dafür werden auch angeführt. So die Konzentration der neuen Futures-Plattform Bakkt nur auf Bitcoin-Futures oder die Tatsache, dass der Bitcoin Trust von Grayscale enorme Anziehungskraft entwickelt hat, der Ethereum oder ZCash Trust dagegen nicht.

5.9.2019, 21:30

Der Bitcoin hat sich wieder über 10.000 US-Dollar etabliert. Dagegen bilden viele Altcoins ein Death Cross. Charttechnisch liegen derzeit Welten zwischen den Altcoins und dem Bitcoin.

Momentan sind die geopolitischen Spannungen und der Handelsstreit zwischen den USA und China etwas in den Hintergrund getreten. Auch die Gefahr des No-Deal-Brexits hat sich in den vergangenen Tagen erheblich vermindert. Die Aktienmärkte haben  folgerichtig aufgeatmet und konnten deutliche Kursanstiege verbuchen. Normalerweise ist das eher ein Szenario für schwächere Bitcoin-Preise. Aber auch der Bitcoin konnte in den vergangenen Tagen wieder 10 Prozent zulegen. Vergangene Woche ist er zum dritten Mal auf die Widerstandslinie bei 9.400 US-Dollar der seit Mitte Juli gebildeten Dreiecksformation gestoßen (vgl. Bitcoin-Chart unten). Aktuell notiert er wieder deutlich über der Marke von 10.000 Dollar. Bricht der Preis über den oberen Widerstand bei derzeit etwa 11.300 Dollar, könnte rasch neue Dynamik in den Kurs kommen. Kurzfristig wären im September dann durchaus neue Jahreshöchstkurse drin. Zumal viele Marktteilnehmer vom Start der Bitcoin-Futures-Plattform Bakkt am 23. September eine Nachfragebelebung erwarten. Denn das Settlement der Futures erfolgt hier erstmalig physisch. Die Bitcoins müssen also tatsächlich geliefert werden und diese müssen natürlich dann auch auf Kryptobörsen gekauft werden. Bakkt zielt stark auf große institutionelle Kunden und bietet mit dem Warehouse eine Hochsicherheitslösung zur Verwahrung der Bitcoins an. Bereits ab morgen können Bakkt-Kunden Bitcoins dort einliefern.

Die Altcoins bleiben weiter bei der Performance zurück. Ein Blick auf die vergangene Woche zeigt beim Bitcoin ein Plus von knapp 11 Prozent. Fast alle Altcoins bleiben da deutlich zurück. Von den Top20 übertrifft nur Ethereum Classic mit 17 Prozent die Bitcoin-Wochenperformance. Der Coin wurde als einziger hier an dieser Stelle vor zwei Woche als Trading-Chanceherausgestellt. Die gute Performance könnte mit Überlegungen zu einem Namenswechsel zusammenhängen. Mit dieser Maßnahme will man sich von Ethereum distanzieren und dadurch die Marktkapitalisierung steigern. Die Spekulationen könnten im Vorfeld des ETC Classic Summit in Vancouver am 3. und 4. Oktober anhalten.

Quelle: coinmarketcap.com

Andere Altcoins haben gerade ein Death Cross gebildet. Dabei durchbricht die 50-Tagelinie von oben die 200-Tagelinie. Normalerweise gilt diese Konstellation als guter Indikator für weiter fallende Kurse. Beispielhaft sei das unten am Chart des größten Altcoins Ethereum gezeigt. Bei Ethereum erfolgt der Durchbruch gerade. Bei Ripple passierte das bereits Mitte August. Danach verlor der XRP-Kurs gegenüber dem Dollar in zwei Wochen rund 20 Prozent seines Wertes. Fraglich ist, ob dieses Muster eine ähnliche Relevanz bekommt wie bei der Ausbildung des Golden Crosses, das viele Altcoins und der Bitcoin im Frühjahr gebildet hatten und dem danach sehr starke Kursanstiege folgten. Jedenfalls zeigt sich auch bei dieser Betrachtung die enorme relative Stärke des Bitcoins gegenüber den Altcoins. Während der Preis des Bitcoins noch sehr deutlich über der 200-Tagelinie liegt, sind die Preise der meisten Altcoins sehr weit unter dieser.

2.9.2019, 15:50

Von den großen Coins zeigt Ethereum Classic Stärke gegenüber dem Bitcoin. Folgen andere Altcoins, könnten diese wieder zu Outperformern werden.

Der Bitcoin bleibt das Maß aller Dinge bei den Kryptowährungen. Die älteste und mit Abstand höchstkapitalisierte und liquideste Kryptowährung genießt bei den Investoren auch das mit Abstand höchste Vertrauen. In den bekannten Krisenländern wie Venezuela oder Argentinien ist der Bitcoin als Alternative zur wertvernichtenden nationalen Währung schon länger etabliert. Aber auch die reichen Inder sind laut einer aktuellen Umfrage des Research-Unternehmens Hurun immer offener für Bitcoin-Investitionen. Denn dort schwindet das Vertrauen in die heimische Wirtschaft ebenfalls und wächst der Wunsch nach einer Alternativanlage. Generell dürfte dieser Trend in immer mehr Ländern zunehmen und dadurch den Bitcoin stimulieren.

Wann kommt die Altcoin-Saison?

Die Altcoins hatten sich in den vergangenen Wochen gegenüber dem Bitcoin stabilisiert. Die eher positive Tendenz zuletzt wurde aber unterbrochen. Es gibt Analysten, die demnächst eine neue Altcoin-Saison heraufziehen sehen. Zunächst sollte aber beobachtet werden, ob die Altcoin-Stabilisierung weiter Bestand hat. Wenn dann weitere große Altcoins gegenüber dem Bitcoin zulegen, könnte der Zeitpunkt für stärkere Engagements in Altcoins gekommen sein. Grund zur Eile dürfte derzeit aber noch immer nicht bestehen. Der einzige unter den großen Altcoins, der gegenüber dem Bitcoin im vergangenen Monat zulegen konnte, ist Ethereum Classic (ETC). Wie der Jahreschart zeigt, könnte es hier zu einem nachhaltigen Dreh kommen. Im Vergleich dazu fehlt bei Ethereum (ETH) und anderen großen Altcoins noch der Dreh nach oben. Beispielhaft ist das unten an den Charts von Ethereum und Ethereum Classic dargestellt.

Darstellung der Altcoins soll verbessert werden

Coinmarketcap ist eine weitverbreitete Übersichtsseite über die Kryptowährungen. Zuletzt gab es immer wieder Kritik an den Ranking-Kriterien. Ab heute soll eine neue Methodologie für eine bessere Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse sorgen. Insbesondere bei den Handelsvolumina hatte Coinmarketcap sich auf teilweise viel zu hohe Zahlen einzelner Kryptobörsen bezogen. Mit einem neuen Ansatz sollen liquiditätsbasierte Kennzahlen die tatsächliche Situation widerspiegeln. Dies soll am 12. November dann umgesetzt werden. Die Website openmarket.cap wirbt bereits jetzt damit, keine Fake Volumina zu berücksichtigen. Diese werden meist durch Wash Trading produziert, mit dem Kryptobörsen ihre Marktposition stärker darstellen wollen als sie tatsächlich ist. Die Diskussion hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Arcane Crypto hat die Bitcoin-Dominanz nicht 70 Prozent wie bei Coinmarketcap angegeben gesehen, sondern unter Berücksichtigung der Liquidität mit weit über 90 Prozent.

30.8.2019, 13:40

Der Fear & Greed Index ist zwar zuletzt wieder gestiegen. Trotzdem ist der Bitcoin-Preis wieder deutlich unter 10.000 US-Dollar gerutscht und nahe der unteren Widerstandslinie.

Quelle: alternative.me

Zuletzt wurde bei vielen Marktbeobachtern auf den Fear & Greed Index verwiesen. Nachdem er vor wenigen Tagen noch auf seinem tiefsten jemals gemessenen Wert stand, ist er nun wieder etwas geklettert. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto größer die Angst der Investoren vor weiteren Kursrückgängen. Mit anderen Worten: Die Angst ist noch da, die Zuversicht wächst aber wieder. Allerdings: Während der Index stieg, sackten gleichzeitig die Bitcoinkurse ab. Nachdem sich der Bitcoin in den vergangenen zwei Wochen meist gut über der Marke von 10.000 US-Dollar halten konnte, rutschte er in der zweiten Wochenhälfte deutlich darunter. Als Grund wurden auslaufende Bitcoin-Futures an der Chicago Mercantile Exchange genannt. Auch Liquidationen von großen gehebelten Long-Positionen bei der Börse BitMEX könnten eine Rolle gespielt haben. Denn gerade bei gehebelten Positionen führt ein Kursrückgang in der Folge dann zu Liquidationen, die den Kursverfall kurzfristig dann beschleunigen. Von daher könnte der zunehmende Trend zu Margin-Tradings durchaus eine Ursache für die Heftigkeit der immer wieder zu beobachtenden kurzfristigen Kursstürze sein. Geopolitisch sind entgegenkommende Äußerungen aus China im Handelsstreit mit den USA schlecht für den Bitcoin und gut für den Aktienmarkt.

Charttechnisch sollte der Widerstandsbereich um 9.400 Dollar halten. Das ist die untere Linie der zuletzt gebildeten Dreiecksformation. Gerade hat der Bitcoin-Preis zum dritten Mal seit Mitte Juli diesen Bereich touchiert. Bei einem nachhaltigen Bruch besteht die Gefahr einer größeren Abwärtsbewegung, die den Bitcoin-Preis in Richtung seiner 200-Tagelinie drücken könnte. Diese verläuft derzeit bei knapp 7.600 Dollar.

Bakkt startet im September
Andererseits darf man gespannt auf den Start der neuen Bitcoin-Futures an der Bakkt sein, der am 23. September beginnen wird. Im Gegensatz zu den bereits bestehenden Futures an der CME werden die Bakkt-Futures physisch beliefert. Da dafür Bitcoins an den Kryptobörsen gekauft werden müssen, wird erwartet, dass die zusätzliche Nachfrage den Bitcoin-Kurs beleben wird. Außerdem dürfte der Handelsbeginn bei Bakkt den Einstieg von institutionellen Investoren forcieren. Hinter der Handelsplattform Bakkt steht die Intercontinental Exchange, die unter anderem auch die weltgrößte Wertpapierbörse New York Stock Exchange betreibt. Bereits ab 6. September startet mit dem Warehouse eine Hochsicherheitslösung zur Verwahrung der gehandelten Bitcoin. Die Kunden können ab diesem Termin also bereits Bitcoins dort für das spätere Futures-Trading deponieren.

Telegram-Token wird handelbar
Gespannt darf man auf den laut einem Artikel der New York Times am 31. Oktober geplanten Start von Gram sein, dem Krypto-Token des Messenger-Giganten Telegram. Der Token wird Bitcoin-ähnlich und nicht wie der geplante Facebook-Token Libra an Fiatwährungen gekoppelt sein. Im Jahr 2018 hatte Telegram mit einem privaten ICO (Initial Coin Offering) rund 1,7 Milliarden Dollar eingesammelt – das zweitgrößte ICO nach dem von EOS. Das 2013 gegründete Unternehmen gilt als bedeutender Facebook-Konkurrent und legt im Gegensatz zu diesem großen Wert auf den Datenschutz. Mit rund 300 Millionen Nutzern hat Telegram eine sehr große Reichweite. Deshalb könnte der Gram-Token, über den bisher aber nur wenig bekannt ist, ein Baustein zur Massenadaption von Kryptowährungen sein. Das dahinterstehende Projekt soll auf eine Revolutionierung des weltweiten digitalen Zahlungssystems abzielen. Im Gegensatz zu dem Facebook-Projekt gab es hier bisher wenig Gegenwind. Das liegt daran, dass wenig darüber bekannt wurde. Gespannt darf man aber auf die Reaktionen sein, wenn Details veröffentlicht werden.

26.8.2019, 22:10

Die wahre Bitcoin-Dominanz dürfte noch weit größer sein als die rein nach Marktkapitalisierung berechnete. Charttechnisch sehen die Altcoins sehr schlecht aus. Trotzdem wird das Comeback kommen.

Der Bitcoin wird sein Allzeithoch von fast 20.000 Dollar erreichen und übertreffen. Aus unserer Sicht ist das keine Frage des Ob, sondern des Wann. Bei den Altcoins sieht das schon etwas anders aus. Viele Altcoins werden vom Markt verschwinden, noch mehr ihre Höchstkurse nie mehr sehen. Der Bitcoin notiert derzeit etwas weniger als 47% unter seinem Allzeithöchst. Dagegen werden laut der Analyseseite coingecko genau 50% der Altcoins der Top100 mit nur noch 90 oder mehr Prozent unter ihren Höchstständen bewertet. Dabei gilt: Je geringer die Marktkapitalisierung, desto größer ist der Anteil der Coins mit 90% Kursverlusten und mehr. Fragen in diesem Zusammenhang sind: Wird die Bitcoin-Dominanz immer größer? Was sind die Ursachen der desaströsen Kursverluste der meisten Altcoins? Und natürlich: Ändert sich diese Situation wieder und wenn ja, wann?

Die wahre Bitcoin-Dominanz ist größer
Bitcoin ist als erste Kryptowährung der Marktführer geblieben. Dies zeigt sich bei Betrachtung der Bitcoin-Dominanz. In den Jahren von 2013 bis Anfang 2017 bewegte sie sich im Bereich zwischen 80 und 90% (vgl. Chart unten). Mit dem ICO-Boom in 2017 und der ersten Hälfte 2018 kam sie sukzessive zurück bis auf einen Tiefstwert von 33,4% am 8.1.2018 (also kurz nach dem Höhenflug zum Jahresende 2017). Seither ist sie mit Unterbrechungen aber immer weiter gestiegen und beträgt aktuell rund 69%. Allerdings: Dies ist die Marktdominanz, wie sie bei coinmarketcap rein nach der Marktkapitalisierung berechnet wird. Analysten sehen diese aber als noch viel größer an. Dabei wird auch die Liquidität des Coins berücksichtigt und somit eine treffendere Einstufung erreicht. Denn sonst wäre es möglich, dass ein völlig illiquider Token mit Mini-Umsätzen in eine hohe und absurde Marktkapitalisierung getrieben und dadurch einen Anteil am gesamten Kryptomarkt erlangen würde, der nicht ansatzweise seiner tatsächlichen Bedeutung entspräche. Berücksichtigt man als neben der Marktkapitalisierung das Kriterium Liquidität, dann sehen Analysten die Marktdominanz von Bitcoin derzeit deutlich höher bei rund 90%.Jedenfalls wird der Bitcoin auf lange Zeit der dominierende Faktor am Kryptomarkt bleiben.

Quelle: coinmarketcap.com

 

Gründe für das Altcoin-Desaster

Der ICO-Boom erinnerte sehr stark an die Hochzeiten des Aktienmarktes im Jahr 1999/2000 kurz vor dem Platzen der Tech-Blase. Auch hier kam es vor allem am Neuen Markt zu einer Emissionsflut und unglaublichen Kursgewinnen in kurzer Zeit. Die Börsengänge (IPOs) spülten viel Geld in die Kassen junger und – oft nur scheinbar – innovativer Unternehmen. In der Folgezeit stellte sich dann heraus, dass viele Unternehmen mit dem Geld wenig anfangen konnten und es nur verbrannten. Die Folge war, dass diese bereits Jahre später pleite waren oder in der Bedeutungslosigkeit verschwanden. Es gab aber auch einige mit guten Geschäftsmodellen und gutem Management (wie United Internet oder Qiagen), die eine dominante Marktstellung in ihrem Bereich erreichten und heute sehr gut dastehen.

Das Geschehen am Kryptomarkt im Jahre 2018 ist eine Analogie zum Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Viele mit großem Tamtam gestartete Kryptoprojekte sind bereits in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, viele weitere werden folgen. Von daher wird bei Altcoin-Investments wesentlich sein, wie aussichtsreich das dahinterstehende Projektund wie gut das Management/Team ist. Mit den ICOs, die ja nichts anderes als das Gegenstück von IPOs am Aktienmarkt sind, wurden erstaunliche Summen für die Projekte akquiriert. Passiert ist dann aber oft wenig. Von daher macht sich natürlich zunehmend Enttäuschung bei den Investoren breit. Der Kryptobereich mag zwar disruptiv sein, zur Verfügung gestellte Geldmittel reichen aber auch dort nicht unbegrenzt. Das Geschäftsmodell muss schon stimmen. Fast jedes Projekt weist auf seinen USP (Unique-Selling-Point) hin, oft sind das aber nicht mehr als Marketing-Gags zur Investorenakquise. Die Investoren haben daraus aber gelernt und stehen neuen Projekten kritischer gegenüber. Ein wirklicher Use Case sollte vorhanden sein und natürlich sollte es für diesen Use Case auch eine potentiell große Nachfrage geben. Oft gibt es auch mehrere Use Cases. So kann Bitcoin als Zahlungsmittel verwendet werden oder als Wertaufbewahrungsmittel (digitales Gold). Für den letzteren Use Case gibt es aufgrund der manipulierten Fiat-Währungen eine immer größere natürliche Nachfrage.

Comeback der Altcoins?

Das ist natürlich die Kernfrage für Investoren. Tatsache ist, dass sich die Altcoins in den vergangenen zwei Wochen gegenüber dem Bitcoin stabilisiert haben und teilweise sogar leicht zugelegt haben. Die Stabilisierung Mitte Juli war nur von kurzer Dauer. Jetzt scheint ein soliderer Boden gelegt zu werden, der zu einem echten Dreh führen könnte. Für massive Umschichtungen vom Bitcoin in Altcoins ist es noch zu früh. Viele Altcoins sind unter ihre 200-Tagelinien gefallen. Oft wurde sogar schon ein Death Cross gebildet, bei dem die 50-Tagelinie die 200-Tagelinie von oben nach unten durchbricht. Normalerweise gilt diese Konstellation als guter Indikator für weiter fallende Kurse. Von daher sollte man sein für Altcoins vorgesehenes Pulver weitestgehend trocken halten. Allerdings könnte man erste punktuelle Käufe erwägen. So kann eine Anfangsposition bei Ethereum (ETH) Sinn machen mit Blick auf den Jahreswechsel. Denn am 3. Januar 2020 würde durch das geplante Update 2.0 die Inflationsrate drastisch von aktuell 4-5 Prozent auf dann 0,5 Prozent fallen. Die Stabilisierung der Werthaltigkeit könnte dem Kurs recht gut tun. Generell halten wir es für nicht unwahrscheinlich, dass sich im Laufe des zweiten Halbjahres die wichtigen Altcoins wieder von Under- zu Outperformern mausern. Es dürfte sich deshalb lohnen, die Situation bei den Altcoins weiter zu verfolgen. Das Comeback wird kommen.

22.8.2019, 22:35

Seit dem unerwarteten Rückschlag in der Vorwoche schwankt der Bitcoin um die Marke von 10.000 US-Dollar. Der „Bitcoin Fear & Greed Index“ steht auf dem niedrigsten Wert der Geschichte des Index. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto größer die Angst der Investoren vor weiteren Kursrückgängen. Aktuell ist sie beim Bitcoin also so groß wie noch nie. Allerdings kennt man auch vom Aktienmarkt das Phänomen, das es gerade in solchen Phasen dann schnell zu einer gegenläufigen Bewegung kommen kann. Außerdem könnte der Index die Stimmung schlechter darstellen, als sie tatsächlich ist. In vielen Kommentaren wird die Kursentwicklung in den nächsten zwei Jahren sehr positiv gesehen mit Kurszielen im mittleren fünfstelligen Bereich oder sogar im sechsstelligen Bereich.

Die Altcoins konnten sich zuletzt stabilisieren. Nach den heftigen Kursverlusten gegenüber dem Bitcoin bewegen sie sich seit zwei Wochen seitwärts. Der erste unter den zwanzig größten Altcoins, der eine bullishe Richtung eingeschlagen hat, ist Ethereum Classic (ETC). Dies könnte mit Überlegungen zu einem Namenswechsel zusammenhängen. Mit dieser Maßnahme will man sich von Ethereum distanzieren und dadurch die Marktkapitalisierung steigern. Die Spekulationen könnten im Vorfeld des ETC Classic Summit in Vancouver am 3. und 4. Oktober anhalten. Charttechnisch sieht der Coin sehr gut aus. Gegenüber dem Bitcoin hat er deutlich gedreht, wie der Chart unten zeigt. Nach dem Durchbruch durch die 50-Tagelinie gestern gab es heute weitere deutliche Zugewinne. Der ETC-BTC-Preis könnte sich nun in Richtung der 200-Tagelinie bewegen. Auch gegenüber dem Dollar könnte der gestern erfolgte Durchbruch durch die 200-Tagelinie diesmal nachhaltiger sein. Nachdem der ETC-Preis im Juli unter diese gerutscht war, bewegte er sich seither um diese und zuletzt deutlich darunter (vgl. ETC-Jahreschart ganz unten). Heute ist er mit einem Plus von 10% der mit Abstand beste Performer unter den Top20. Auch im Wochenvergleich hat er die Nase deutlich vorn. Für Trader könnte der Coin deshalb ein spekulativer Kaufsein. Ethereum Classic kann auf vielen großen Kryptobörsen gehandelt werden.

20.8.2019, 13:25

Nach den jüngsten Irritationen bewegt sich der Preis des Bitcoins wieder komfortabel über 10.000 US-Dollar. Werden die Jahreshöchstkurse im September geknackt?

Der Bitcoin war Mitte vergangener Woche unter die psychologische Marke von 10.000 US-Dollar getaucht. Zwar deutlich, aber nur kurz. Grund waren hier mögliche Belastungen durch Abverkäufe von großen Mengen an Bitcoin, die von den Initiatoren des vermutlichen Betrugssystems Plus Token erbeutet wurden. Die Rede war von bis zu 200.000 Bitcoin und 800.000 Ethereum. Allerdings: Mit der Sicherheit oder Funktionalität des Bitcoins hat dieser Betrug nichts zu tun. Vielmehr ist dies eine Betrugsform auf der Basis übertriebener Renditeversprechen, wie man sie bei traditionellen Anlageformen auch schon oft gesehen hat. Dort wird nach großen Betrugsfällen mit erbeuteten US-Dollar oder Euro ja auch nicht die Sicherheit dieser Währungen in Frage gestellt. Von daher dürfte die jüngste Belastung des Bitcoins von dieser Seite nur von kurzer Dauer sein. Zum Wochenbeginn hat er sich schon wieder sehr deutlich über der Marke von 10.000 Dollar etabliert. Er könnte nun erneut Anlauf auf die Jahreshöchststände um die 13.600 Dollar nehmen, die Ende Juni erreicht wurden.

Neue Impulse durch Bakkt im September?

Neue Höchststände könnten durchaus im September erreichbar sein. Denn nach der behördlichen Genehmigung will mit Bakkt die lange erwartete Handelsplattform der Intercontinental Exchange (die mit der New York Stock Exchange auch die weltgrößte Wertpapierbörse betreibt) am 23. September mit dem Start beginnen. Auf Bakkt sollen erstmals Bitcoin-Futures gehandelt werden, die im Gegensatz zu den bereits bestehenden Futures-Kontrakten an der CME physisch beliefert werden. Während es bei Futures mit cash settlement nur einen Barausgleich am Verfallsdatum gibt, wird bei den physisch belieferten Kontrakten der Basiswert selbst geliefert. Damit das geschehen kann, müssen natürlich die Bitcoins an den Kryptobörsen gekauft werden. Von daher wird erwartet, dass die zusätzliche Nachfrage den Bitcoin-Preis weiter treiben wird. Zumal mit dem neuen Angebot eines – wenn nicht des – renommiertesten Börsenbetreibers auch verstärkt institutionelle Anleger angesprochen werden sollen und in den Markt einsteigen dürften. Im Vorfeld des Bakkt-Starts könnte deshalb die Spekulation auf diese Effekte den Bitcoin-Preis nach oben treiben, eventuell bis auf neue Jahreshöchstkurse.

Altcoins performen wieder besser

Die Performance der Altcoins gegenüber dem Bitcoin hat sich zuletzt deutlich verbessert. Sowohl im Tages- wie Wochenvergleich finden sich nun vermehrt Altcoins mit einer zumeist kleinen Outperformance. Es muss sich allerdings erst noch zeigen, ob die neu gefundene Stabilität von Dauer ist. Denn vor einem Monat folgte nach einer ähnlichen Phase dann ein erneuter Abschwung. Für den Großteil der Anleger am Kryptomarkt bleibt es deshalb sinnvoll, sich vorerst weiter auf den Bitcoin zu konzentrieren.

19.8.2019, 14:25

Kommt aus China wegen Handelsstreit und Yuan-Abwertung verstärkt Nachfrage für Kryptowährungen? Der Bitcoin wäre der Hauptprofiteur.

In der vergangenen Woche sorgten Meldungen über die mögliche Einführung einer staatlichen chinesischen Digitalwährung für Furore. Diese wurde bereits seit fünf Jahren entwickelt und könnte bald getestet werden. Interessant erscheint diese Meldung auch vor dem Hintergrund des Handelsstreits zwischen den USA und China. Zumal auf längere Sicht die zunehmende Bedeutung des chinesischen Yuans dem US-Dollar immer mehr die Stellung als Weltleitwährung streitig machen dürfte. Eine chinesische Kryptowährung wäre einem Stable Coin vergleichbar und fest an den chinesischen Yuan gebunden. Auswirkungen auf die Nachfrage nach Bitcoin dürfte ein solcher Schritt zunächst nicht haben.

Anders verhält sich das mit der zuletzt stark steigenden chinesischen Nachfrage nach Kryptowährungen. Der Handelsstreit und die kürzliche Abwertung des Yuan sorgten dafür, dass offensichtlich immer mehr Investoren aus China versuchen, Gelder in Kryptowährungen umzuschichten. Dies geht aus einem gerade veröffentlichten Reuters-Bericht hervor. Demnach sollen die Umsatzvolumina an von Chinesen bevorzugten Kryptobörsen deutlich gestiegen sein. So bestätigte der Leiter der bei Chinesen beliebten Kryptoplattform OKEx, dass größere chinesische Investoren verstärkt Kryptowährungen kaufen. Dadurch reagieren sie auf die negativen Auswirkungen der US-Zölle und den sinkenden Yuan. 2017 wurde von China zwar der Betrieb von Kryptoplattformen verboten. Der Handel von chinesischen Anlegern hatte sich danach auf andere Plattformen verlagert, die zum Beispiel in Hongkong, Singapur oder Malta betrieben werden. Für die Chinesen dürfte der Kryptomarkt immer noch eine Option sein, um die strengen Kapitalkontrollen zu umgehen.

Es ist zwar schwer zu verifizieren, ob es wirklich eine deutlich gestiegene Nachfrage chinesischer Anleger gibt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen erscheint dies aber plausibel. Jedenfalls wäre die digitale Leitwährung Bitcoin der Hauptprofiteur. Auf andere in Asien beliebte Altcoins wie NEO oder OmiseGO könnte diese Entwicklung ebenfalls positive Auswirkungen haben. Diese hatten seit der Bitcoin-Hausse ab Anfang April gegenüber dem Bitcoin deutlich überproportional verloren.

13.8.2019, 13:25

Die staatliche chinesische Digitalwährung wird schon lange entwickelt. Nun könnte es noch in diesem Jahr zu einer Markteinführung kommen. Eine Konkurrenz zum Bitcoin wird sie aber auf keinen Fall sein.

Die People’s Bank of China (PBOC) plant bis Ende diesen Jahres die Einführung einer staatlich gestützten Kryptowährung. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gemäß Äußerungen von Mu Changchun, stellvertretender Direktor der PBOC-Abteilung für Zahlungsverkehr und –abwicklung, wird die digitale Währung bereits seit fünf Jahren entwickelt und steht nun vor der Marktreife.

Dieser Schritt könnte China einen Vorsprung verschaffen. Die regulatorischen Hürden sind mit denen der westlichen Ländern nicht vergleichbar. Regierung, Zentralbank und Aufsichtsbehörden sind in China eher linientreu. Immer neue Anhörungen wie in den USA dürfte es deshalb nicht geben. Wenn von offizieller Seite der Test einer eigenen Kryptowährung und nach erfolgreichem Abschluss deren Einführung beschlossen worden ist, dann werden auch alle Institutionen an einem Strang ziehen. Erste Kommentare heute sprechen von einer chinesischen Reaktion auf den geplanten Facebook-Coin Libra. Eventuell ist diese Ankündigung  aber auch im Zusammenhang mit dem jüngst eskalierten Handelskrieg zwischen den USA und China und der Abwertung der chinesischen Währung Yuan vergangene Woche zu sehen. Im nächsten Jahrzehnt wird die Bedeutung des US-Dollar als Weltleitwährung an Bedeutung verlieren zugunsten des erstarkenden chinesischen Yuan. Eine digitale chinesische Währung könnte diesen Prozess beschleunigen. Eine nette Nebenwirkung ist für die kontrollsüchtige chinesische Regierung natürlich auch, dass sie alle Finanztransaktionen ihrer Bürger noch besser überwachen kann.

Auswirkungen auf den Bitcoin

Ähnlich wie beim geplanten Facebook-Coin Libra, der vorläufig in den Mühlen der westlichen Bedenkenträger feststeckt, wird auch eine geplante digitale chinesische Währung von einigen Beobachtern sofort als Konkurrenz zum Bitcoin gesehen. Das ist aber nicht der Fall. Der Use Case einer chinesischen Digitalwährung ist ähnlich wie beim Libra zunächst der eines Zahlungsmittels. Dieses digitale Zahlungsmittel hängt aber weiterhin voll an der analogen Mutter. Alle bisher geplanten staatlichen Währungen – so in der Schweiz, Schweden, dem Iran und der Türkei – wären in ihrem Wert direkt an die Landeswährung gebunden. Ähnlich wie der Tether oder andere Stable Coins direkt an den Dollar oder Euro gebunden sind.

Der Bitcoin kann natürlich auch als Zahlungsmittel verwendet werden. Bisher kann man diesen Use Case aber eher als Gag bezeichnen, wenngleich große amerikanische Handelsunternehmen nun auch die Bezahlmöglichkeit mit Bitcoin offerieren. Der Use Case Wertaufbewahrungsspeicher oder digitales Gold bleibt beim Bitcoin ein USP, also ein Alleinstellungsmerkmal. Zwar gibt es auch andere Digitalwährungen mit diesem USP. So wird die fünftgrößte Digitalwährung Litecoin als digitales Silber im Vergleich zum Bitcoin bezeichnet. Aber Bitcoin hat sich als digitale Leitwährung etabliert und es ist nicht zu sehen, dass diese Stellung angekratzt werden könnte. Die Marktkapitalisierung von Litecoin und der viertgrößten Kryptowährung Bitcoin Cash beträgt jeweils unter 6 Milliarden Dollar, die von Bitcoin mit über 200 Milliarden Dollar das über Dreißigfache.

Deswegen werden staatliche Kryptowährungen keine Konkurrenz zum Bitcoin werden und dessen Preis nicht negativ tangieren. Ob diese auf den Bitcoin-Preis positive Auswirkungen haben könnten, ist derzeit nicht abzusehen. Im Gegensatz zu einer möglichen Einführung von Libra. Diese würde aller Wahrscheinlichkeit nach den Bitcoin-Kurs noch einmal kräftig nach oben treiben.

12.8.2019, 16:55

In vielen Analysen wird das im Mai 2020 anstehende Bitcoin-Halving als Kurstreiber gesehen. Es lohnt sich, einmal auf die bisherigen Bitcoin-Halvings zu blicken. Außerdem: Gibt es Analogien zum Anfang August vollzogenen Litecoin-Halving?

Bitcoin-Halvings 2012 und 2016

Verwiesen sei hier auch auf den bei finanzen.net veröffentlichten Artikel vom Mai: Explodiert der Bitcoin auf 140.000 USD im nächsten Jahr? Alle 210.000 Blöcke halbiert sich die Belohnung der Bitcoin-Miner. In der kurzen Historie des Bitcoins gab es bisher zwei Halvings, bei denen sich die Bitcoin-Preise im Jahr vor und nach dem Halving jeweils vervielfachten:

  • Das erste Halving fand am 28.11.2012 statt, die Belohnung für die Miner fiel damals von 50 auf 25 BTC pro Block.
  • Das zweite Halving fand am 9.7.2016 statt, die Miner-Belohnung fiel dann von 25 auf 12,5 BTC pro Block.

Das dritte Halving steht nun für den Mai 2020 an, die Miner-Belohnung fällt dann von 12,5 auf 6,25 BTC pro Block. Dazu noch einmal ein Blick auf die Analyse des einflussreichen Bitcoin-Investors Tuur Demeester, der das Auf und Ab der Bitcoin-Preise auf einer logarithmischen Skala aufgezeichnet hat (vgl. Chart unten). Bärenmärkte gab es jeweils in der Mitte zwischen den Halvings, so auch diesmal. Folgt man dieser Analyse, so wäre das Kurspotential riesig – bis zu 140.000 USD. Allerdings würde der vorherige Höchstkurs – aktuell also knapp 20.000 USD erst nach dem Halving erreicht. Diesmal könnte das aus unserer Sicht aufgrund der aktuellen Gemengelage – geopolitische Spannungen, Handels- und Währungskriege, angeschlagene Finanzmärkte – schon eher erfolgen. Wir erwarten noch für dieses Jahr das Erreichen historischer Höchstkurse. Die im Bild unten als Reakkumulation bezeichnete Phase würde dann ausfallen. Vielmehr könnte es ähnlich wie beim Litecoin-Halving verlaufen.

Quelle: https://twitter.com/TuurDemeester/status/1129017877581967361

Erkenntnisse aus dem Litecoin-Halving

Am 5. August 2019 gab es bei Litecoin ein Halving. Im Vorfeld kam es zum Jahresbeginn zu deutlichen Kurssteigerungen. Der Preis ist von 23 USD im Dezember 2018 bis auf 146 USD im Juni 2019 explodiert, also um über 500% in einem halben Jahr. Im vergangenen Monat wurde Litecoin aber vom absoluten Outperformer zum Underperformer. Die Tage vor dem Halving waren dann von einer deutlichen Verunsicherung geprägt. Am Tag des Halvings selbst blieb die Zurückhaltung zunächst, obwohl der Bitcoin mit rund 7 Prozent sehr fest war. Unmittelbar nach dem Halving haben dann aber die Trader das Kommando übernommen und den Preis innerhalb von Minuten um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben. Danach ist der Preis wieder sukzessive abgebröckelt. Für die Betrachtung hier ist aber das halbe Jahr vor dem Halving entscheidend, in dem sich die Litecoin-Preise mehr als versechsfacht hatten.

Fazit

Halving-Events sollten lange vor dem Termin bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden. So hatte zuletzt beim Litecoin-Halving im August 2019 der Preis schon ein halbes Jahr vorher reagiert. Man kann zwar nicht quantifizieren, wie groß der Anteil dieses Faktors an der enormen Outperformance von Litecoin von Ende 2018 bis Juni 2019 war. Einen wesentlichen Anteil wird man ihm aber nicht absprechen können. Bitcoin und Litecoin haben sich in der Vergangenheit sehr ähnlich verhalten. Von daher ist die Erwartung nicht zu weit hergeholt, dass Bitcoin sich vor dem Halving ähnlich verhält wie das gerade Litecoin getan hat.

8.8.2019, 14:25

Der Bitcoin-Kurs kämpft heute weiter mit der Marke von 12.000 US-Dollar. Schafft er diese nachhaltig, könnte er auch schnell einen Sprung auf neue Jahreshöchststände machen. Bei den Altcoins herrscht weiter Tristesse. Bitcoin profiliert sich zunehmend als digitales Gold.

In der Vergangenheit wurde der Use Case von Bitcoin als digitales Gold oft belächelt. Das ist durchaus verständlich. Denn ein kleiner Klumpen Gold in der Hand ist immer noch etwas Handfesteres als der Zugangscode zu einer Kryptowährung, die sich irgendwo in der virtuellen Welt versteckt. Zumal diese, wenn man nicht aufpasst, auch noch durch Hacks geklaut werden kann. Bei Gold kann das aber ebenfalls passieren, dort nennt man es etwas altbacken Einbruch. Die Vorteile des Bitcoins als dezentralisiertes und nicht manipulierbares Wertaufbewahrungsmittel werden dabei unterschätzt. Natürlich können Bitcoin-Wale genau wie ein großer Käufer am Aktienmarkt kurzfristig den Preis bewegen. Das ist aber nicht vergleichbar mit den Manipulationen der herkömmlichen Währungen durch Regierungen und Zentralbanken. Aufgrund des Bitcoin-Codes besteht keine Möglichkeit, Bitcoins wie Dollar oder Euro beliebig zu drucken und zu inflationieren.

Bei der nächsten großen Krise der traditionellen Finanzmärkte wird Bitcoin der Gewinner sein. Weltwirtschaft vor dem Abgrund? Schlagzeilen wie diese häufen sich, immerhin steht meist noch das Fragezeichen. Die stark gewachsenen geopolitischen Spannungen und der Handelskrieg zwischen den USA und China radieren aber kräftig an dem Fragezeichen. Der Bitcoin hat zuletzt stark auf die schwachen Aktienbörsen reagiert. Diese negative Korrelation wird so bleiben. Der Bitcoin wird zur Krisenwährung.

6.8.2019, 11:30

Die Aufwärtsbewegung des Bitcoins gewinnt seit Tagen an Dynamik. Kurzfristig könnten neue Jahreshöchstkurse erreicht werden. Allzeithöchststände bis Jahresende werden immer wahrscheinlicher.

What the FUD?
Die dynamische Aufwärtsbewegung beim Bitcoin hält an. Die Korrekturphase im Juli nach dem fulminanten Bullrun im Juni könnte schon wieder vorbei sein. Jetzt steht zunächst der Test der Jahreshöchststände bei 13.600 USD an (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Das große Ziel sind aber die Allzeithöchststände bei knapp 20.000 USD. Bis dahin sind es zwar noch über 60 Prozent. Aber ein Erreichen dieses Niveaus noch in diesem Jahr wird immer wahrscheinlicher. Bereits Anfang April – also vor Beginn der großen Bitcoin-Hausse – schrieben wir in unseren Beitrag für die „Euro am Sonntag“, dass ein für den Bitcoin perfekter Sturm heraufziehen könnte. Wahrscheinlich sind wir schon mittendrin. Das Umfeld sieht jedenfalls schon ziemlich perfekt aus. Das gilt sowohl für externe Faktoren: Die eher als Zeichen der Hilflosigkeit zu wertenden Zinssenkungen und der sich ständig verschärfende Handelskrieg geht einher mit sehr schwachen Aktienbörsen. Aber auch die hausgemachten Faktoren sprechen für den Bitcoin. So werden die – positiven – Auswirkungen des Bitcoin-Halvings im Mai 2020 die Diskussion in diesem und nächsten Jahr bestimmen. Der enorme Anstieg von Litecoin Monate vor dem Halving geben einen Vorgeschmack. Die fortschreitende Adaption und der verstärkte Einstieg institutioneller Investoren werden die Preise ebenfalls treiben. FOMO (Fear of missing out) könnte verstärkt ausbrechen, oder altbacken gesprochen: Wer zu spät kommt… Dabei schienen doch gerade wieder die Protagonisten des FUD (Fear, Uncertainty and Doubt) Oberhand zu gewinnen.

Bitcoin profitiert von schwachen Aktienbörsen
Die Aktienbörsen sind seit Tagen sehr schwach. Trotz der Zinssenkung der Fed am Donnerstag. Oder vielleicht auch wegen, denn der weltweite Trend zur erneuten Lockerung der Geldpolitik ist eher ein Zeichen der Hilflosigkeit. Gerade verschärft sich der Handelskrieg zwischen den USA und China mit großen Gefahren für die Weltwirtschaft. Bleibt der US-Präsident weiter im Modus des Trumpeltiers, könnte es durchaus zu einem größeren Crash kommen. Ein Indikator ist der stetig steigende Goldpreis, der auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren steht. Ein weiterer Indikator ist der Bitcoin-Preis. Der zuletzt unterbrochene Höhenflug nimmt seit Tagen wieder Fahrt auf. Im Chart unten sind die Kursveränderungen der vergangenen sieben Tage übereinandergelegt. Während der Bitcoin einen großen Zuwachs von 28 Prozent verbuchen kann, liegt der DAX mit 3,4% im Minus, der S&P 500 sogar mit 5,6%. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Bitcoin immer mehr in seinen Use Case als digitales Gold oder Fluchtwährung hineinwächst. Jedenfalls werden durch die schwachen Aktienbörsen viele Anleger daran erinnert, dass der Bitcoin eine Alternative sein kann. Derzeit ist in Zeitungen, Nachrichten und sozialen Medien wieder verstärkt von Bitcoin und seinem Kursanstieg die Rede. Daher ist es wahrscheinlich, dass immer mehr Aktienanleger ihre Skepsis gegenüber dem Kryptomarkt ablegen und schwach werden. Noch ist das nicht in größerem Umfang der Fall, könnte es aber bei einem andauernden Aktiencrash werden. Für den smarten Bitcoin-Anleger wäre das dann aber eher der Zeitpunkt, einen Teil der Bestände zu verkaufen. Oder – wenn man steuerfreie Gewinne erzielen will – die Gewinne mit einem anderen Instrument wie einem Short-Zertifikat oder einem Short-CFD zu hedgen.

Altcoins sehen weiter alt aus
Die Altcoins hinken dem fulminanten Bitcoin-Anstieg wieder einmal hinterher. Gestern gab es rund um das Litecoin-Halving einmal kurzfristig eine Ausnahme. Heute aber hat der Bitcoin im Tagesvergleich unter den Top20 mit einem Plus von über 4 Prozent erneut die Pole-Position. Monero – das wie Litecoin auf Sicht wieder stärker als Bitcoin-Alternative wahrgenommen werden könnte – liegt mit einem Plus von 3,3% auf Platz 2. Etliche Altcoins sind heute sogar wieder im Minus. Das Altcoin-Revival lässt also weiter auf sich warten.

5.8.2019, 15:05

Der Bitcoin ist wieder auf Höhenflug. Zinssenkungen, Handelskrieg, Bitcoin-Halving im Mai 2020, fortschreitende Adaption: Diese positiven Faktoren begleiten den Bitcoin weiter und werden den Preis treiben. Von den Top4-Kryptowährungen könnte davon auch Litecoin profitieren. Der ist heute am Halving-Tag sehr fest.

Der Bitcoin hat sich wieder sehr deutlich über der psychologischen Marke von 10.000 USD etabliert. Aktuell notiert er um die 11.750 USD mit einem Plus von fast 10 Prozent im 24h-Vergleich. Charttechnisch hat sich das Bild nun wieder erheblich verbessert (vgl. BTC-Jahreschart gegen USD im Bild ganz unten rechts).

Bitcoin, Bitcoin, über alles… Solange Kryptowährungen sich als immer ernster zu nehmende Anlagealternative für traditionelle Finanzinvestoren etablieren, könnte das zunächst so bleiben. Denn Bitcoin ist nun mal die mit Abstand größte und liquideste Kryptowährung mit einer Marktkapitalisierung von 208 Milliarden USD. Dahinter folgen Ethereum mit 25 Milliarden USD, Ripple mit 14 Milliarden USD und Litecoin mit 6,4 Milliarden USD. Neben der Liquidität ist aber der Use Case einer der entscheidenden Faktoren. Denn einer der wesentlichen Use Cases von Bitcoin könnte in Zeiten von Krisen an den traditionellen Finanzmärkten im Vordergrund bleiben: der als digitales Gold oder Wertspeicher. Neben Krisenländern wie Venezuela dürfte dies auch in den westlichen Ländern an Bedeutung gewinnen.

Wird Litecoin ein Favorit unter den großen Altcoins?
Bleibt dieser Use Case im Fokus, könnte auch die viertgrößte Kryptowährung Litecoin davon profitieren. Diese stand heute am Montag im Mittelpunkt, denn gegen 10:30 Uhr fand das Halving statt. Im Vorfeld kam es zum Jahresbeginn zu deutlichen Kurssteigerungen. Der Preis ist von 23 USD im Dezember 2018 bis auf 146 USD im Juni 2019 explodiert, also um über 500% in einem halben Jahr. Im vergangenen Monat wurde Litecoin aber vom absoluten Outperformer zum Underperformer. Die Tage vor dem Halving waren dann von einer deutlichen Verunsicherung geprägt. Heute am Tag des Halvings selbst blieb die Zurückhaltung zunächst, obwohl der Bitcoin mit rund 7 Prozent sehr fest war. Unmittelbar nach dem Halving haben dann aber die Trader das Kommando übernommen und den Preis innerhalb von Minuten um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben (vgl. Litecoin-Tageschart unten). Auch wenn der Preis wieder etwas abgebröckelt ist und in den nächsten Tagen schwankungsanfällig bleibt, könnte  Litecoin einer der Favoriten unter den großen Altcoins werden als Alternative zum Bitcoin. Litecoin ist von den drei größten Altcoins der einzige, der im Jahresvergleich über den Tiefstständen gegenüber Bitcoin notiert (vgl. im Bild den Chart unten links). Die anderen beiden Altcoins Ethereum (ETH) und Ripple (XRP) haben dagegen gegenüber dem Bitcoin erneut Jahrestiefststände markiert (vgl. im Bild unten die beiden oberen Charts).

1.8.2019, 21:30

Die amerikanische Notenbank senkt zum ersten Mal seit über zehn Jahren die Zinsen. Die EZB denkt über weitere Lockerungen nach. Der Bitcoin wird sich bedanken.

In der großen Finanzkrise 2008 senkte die amerikanische Notenbank Fed wie auch andere Notenbanken weltweit radikal die Zinsen. Seit 2015 wurden diese – viel später, als ursprünglich gedacht – dann wieder sukzessive erhöht. Deswegen ist die Reduzierung der Leitzinsspanne um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,0 bis 2,25 Prozent schon als Zäsur oder geldpolitische Vollbremsung zu bezeichnen. Die Aktienbörsen? Reagierten zunächst erleichtert. Das ist aber kurzfristig gedacht. Die weltweiten Tendenzen zur Lockerung der Geldpolitik sind nur ein Zeichen für die Gefahren angesichts einer Abkühlung der Weltwirtschaft und der schwelenden Handelskonflikte. Die Notenbanken haben weltweit ihr Pulver weitgehend verschossen. Erhöht die EZB im September ihre Negativzinsen auf freiwillige Bankeinlagen noch einmal, ist das nur ein weiteres Zeichen der Hilflosigkeit. Und ein Indikator der Crashgefahr für Konjunktur und Aktienbörsen.

Was hat das mit Bitcoin & Co zu tun? Der Bitcoin wird davon kräftig profitieren. Der Use Case von Bitcoin als Zahlungsmittel bleibt zwar eher etwas für Freaks. Aufgrund des Wertverfalls im vergangenen Jahr geriet aber einer der wesentlichen Use Cases in Vergessenheit: der als Wertaufbewahrungsmittel oder digitales Gold. Das ändert sich mit den Kurssteigerungen seit Jahresanfang, wenngleich die Volatilität und Unberechenbarkeit weiter zu hoch ist. Dazu kommt noch der wichtige Use Case Fluchtwährung. Bisher nutzten dies Menschen in Ländern mit instabilen Währungen wie Simbabwe, Venezuela, Iran oder der Türkei. Durch das erneute Öffnen der Geldschleusen in westlichen Ländern kann der Bitcoin auch für diese Menschen schnell zur Fluchtwährung werden. Er ist nicht beliebig inflationierbar. Im Gegensatz zu Dollar, Euro & Co. Smart Money goes Bitcoin könnte ein weltweiter Megatrend werden.

29.7.2019, 15:20

Kurzfristig ist die Preisentwicklung des Bitcoins schwer zu fassen. Zumal der Preis immer für erratische Bewegungen gut ist. Die langfristigen Perspektiven bleiben gut. Erhöht die EZB im September die Negativzinsen, sagt der Bitcoin: Danke

Nach dem fulminanten Bullrun im Juni fiel der Bitcoin nun schon mehrfach unter die psychologische Marke von 10.000 US-Dollar (vgl. Bitcoin-Jahreschart unten). Das Chartbild hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. So ist der Preis unter die 50-Tagelinie gefallen. Weitere Kursrückgänge sind nicht auszuschließen. Einzelne Marktbeobachter halten sogar einen Verfall bis auf die 200-Tage-Linie für möglich, die derzeit bei über 6.400 Dollar verläuft. Jedoch haben sich kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin in der Vergangenheit immer als sehr schwierig bis unmöglich erwiesen. Der Bitcoin war aufgrund seines erratischen Preisverlaufs stets für Überraschungen gut. Von daher kann die kurzfristige Entwicklung trotz des eingetrübten Chartbilds auch anders als erwartet verlaufen.

Entscheidend sind die langfristigen Perspektiven. Diese bleiben sehr gut. Klingt langweilig, ist aber für den Anlageerfolg entscheidend. Der für das nächste Jahr geplante Facebook-Coin Libra wird keine Konkurrenz zum Bitcoin sein, sondern diesen stimulieren. Aber auch wenn sich der Start durch die Gegenwehr von Politik und Zentralbanken verzögern sollte, gibt es genügend andere positive Faktoren. Das Bitcoin-Halving im nächsten Jahr führt zu tendenziell steigenden Preisen. Daneben werden sich auf Sicht Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten positiv auf Bitcoin & Co auswirken. Die sich wieder verschärfende internationale Verschuldungsproblematik und der Handelskrieg zwischen China und den USA wirken neben Gold auch preistreibend auf den Bitcoin. Die derzeit gute Stimmung an den Aktienmärkten kann schnell einmal kippen. Einzelne Analysten sehen im derzeitigen Stadium des längsten Bullenmarktes der Geschichte erhebliche Risiken. Warum sonst erwägen die großen Notenbanken jetzt wieder weitere Lockerungen ihrer Geldpolitik? Eigentlich sollte ja schon längst das Gegenteil erfolgt sein. Der 2014 eingeführte Negativzins auf Bankeinlagen bei der EZB war einmal nur als vorübergehende Erscheinung gedacht – verdammt lang her! Nach nunmehr fünf Jahren wird nun eine Erhöhung von minus 0,4 auf minus 0,45 Prozent erwogen. Sollte die EZB im September ihren Negativzins auf Bankeinlagen erhöhen, wird sich der Bitcoin dafür bedanken. Wenn dann – wie befürchtet – immer mehr Sparer mit Negativzinsen bestraft würden, könnte sich auch in Ländern wie Deutschland der Bitcoin mit seinem Use Case „Fluchtwährung“ in Erinnerung rufen. Bisher war das der Fall in Ländern wie Simbabwe, Venezuela, Türkei, Iran usw.

26.7.2019, 14:25

Der Bitcoin dominiert seit Jahresanfang den Kryptomarkt. Das zeigt sich an seiner Marktdominanz – also des Anteils von Bitcoin an der gesamten Kryptomarktkapitalisierung – die seither von gut 50 auf rund 65 Prozent gestiegen ist. Man kann dies aber auch gut erkennen, wenn man den Kursverlauf von Altcoins gegenüber dem Bitcoin betrachtet. Im Chart ist dies für die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum gegenüber dem Bitcoin dargestellt (vgl. Chart unten). Seit Jahresanfang hat Ethereum rund 50 Prozent seines Wertes gegenüber Bitcoin verloren. In den vergangenen Tagen hat sich der Kurs am unteren Rand des Abwärtstrendkanals stabilisiert. Die Chancen stehen jetzt nicht schlecht, dass es nun wie im Februar und Mai zu einer kräftigen Kurserholung gegenüber dem Bitcoin kommt.

Die Schwäche des Bitcoins könnte auch damit zusammenhängen, dass smarte Investoren verstärkt vom Bitcoin in große zurückgebliebene Altcoins tauschen. Sowohl bei der Betrachtung der Tages- wie der Wochenperformance fällt auf, dass diese beim Bitcoin zuletzt meist schwächer war als bei den meisten großen Altcoins. Wird diese Entwicklung zu einem neuen Trend, könnten einige große Altcoins wie Ripple (XRP), Stellar (XLM) und Monero (XMR) den Bitcoin deutlich outperformen. Von den Coins mit einer Marktkapitalisierung unter einer Milliarde Dollar erscheinen NEO, OmiseGO (OMG) und QTUMbesonders interessant (vgl. die Charts dieser sechs Altcoins unten). Bei Ripple und Stellar fällt auf, dass beide seit Jahresbeginn gegenüber dem Bitcoin sehr schwach tendierten. Die anderen vier Coins hielten sich bis zum Beginn der Bitcoin-Hausse Anfang April sehr gut gegenüber dem Bitcoin, bevor sie dann umso deutlicher an Wert verloren. Jedenfalls würden wir derzeit ein Portfolio aus diesen sechs Altcoins zusammen mit Ethereum bevorzugen, wenn man das Comeback der Altcoins als einen nachhaltigeren Trend einschätzt.

22.7.2019, 15:50

Unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen bleibt der Bitcoin als Beimischung in ein diversifiziertes Portfolio interessant. Aktien- und Immobilienmärkte sind überbewertet, die Verschuldungsproblematik wird immer bedrohlicher. Hinter der Gegenwehr von Politik und Zentralbanken gegen den Facebook-Coin Libra steckt die Angst, die Währungshoheit zu verlieren. Und damit auch die Möglichkeit, die Währungen zu manipulieren

Ein wesentlicher Vorbehalt der Politik gegenüber dem geplanten Facebook-Coin Libra resultiert aus Befürchtungen, dass das internationale Währungssystem destabilisiert werden könnte. Auch andere Kritiker weisen darauf hin, dass große Plattformunternehmen keine eigenen digitalen Vermögenswerte herausgeben dürfen, die Tauschmittel, Rechnungseinheit oder Währungsspeicher sind. Fraglich wäre in diesem Zusammenhang, ab welcher Größe dies gilt. Facebook gehört mit Sicherheit dazu, andere Plattformen wie Google oder Amazon wären ebenfalls unstrittig dabei. Auch bei anderen großen Plattformen werden für die nächsten Jahre eigene Kryptowährungen erwartet. So haben die Kryptozwillinge Tyler und Cameron Winklevoss, die seit 2013 im Kryptobereich investieren und Mitgründer der Kryptobörse Gemini sind, in einem CNBC-Interview prognostiziert, dass bis 2021 jedes FANG-Unternehmen eine digitale Währung emittieren wird. Mit FANG werden die großen Plattformen Facebook, Amazon, Netflix und Google bezeichnet.  Die anderen FANG-Unternehmen dürften deshalb entsprechende Vorbereitungen treffen und zunächst mal die Entwicklung bei Libra beobachten. Kommt Facebook damit durch, dürften sie dann schnell nachziehen.

Libra Stimulans, aber keine Konkurrenz zum Bitcoin
Die Gegenwehr der Politik führte zwar zunächst dazu, dass der Libra vom Katalysator zum Party Crasher der Bitcoin-Hausse wurde. Die Korrektur kann zwar noch weitergehen. Mittel- und längerfristig wird der Anstieg dennoch weitergehen. Die Politiker erkennen zunehmend, dass aufgrund der Dezentralität ein Verbot des Bitcoins nicht durchsetzbar ist. Beim nicht völlig dezentralen Libra wäre das schon eher vorstellbar. Die Diskussion um Kryptowährungen hat jedenfalls die Top-Ebene von Politik und Zentralbanken erreicht. Sie werden auf der internationalen Finanzbühne erwachsen und nun wirklich ernst genommen. Gut zusammengefasst hat das vor einigen Tagen der Mitgründer der großen Kryptobörse Coinbase,  Brian Armstrong, in einem Twitter-Beitrag: Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du. Libra würde keine Konkurrenz zum Bitcoin sein,  wenn er denn im nächsten Jahr kommen sollte.  Im Gegenteil: Er wird ihn stimulieren. Durch Libra würde es einen enormen Zustrom in den Kryptobereich geben, von dem Bitcoin mit Abstand am meisten profitieren würde.

Verschuldungsproblematik stärkt Bitcoin
Aber auch unabhängig vom Libra wird der Bitcoin in diesem und den nächsten Jahren von den offensichtlichen Problemen an den internationalen Finanzmärkten profitieren. Die Verschuldungsproblematik ist ja schon lange bedrohlich. Im vergangenen Jahr gab es mit dem langen Shutdown der US-Regierung schon ein deutliches Wetterleuchten. Die großen Notenbanken haben nun weitere Lockerungen ihrer Geldpolitik angekündigt. Eigentlich sollte es ja jetzt so langsam in die andere Richtung gehen. Die Aktienmärkte nehmen das zwar positiv auf. Aber es ist ein sehr schlechtes Zeichen. Der Handlungsspielraum der Notenbanken wird immer enger. Seit 2014 hat die EZB Negativzinsen auf Bankeinlagen eingeführt. Die ursprünglich nur vorübergehend vorgesehene Maßnahme (der Soli lässt grüßen) hat sich zum Dauerzustand ausgewachsen. Die damit verfolgten Ziele – die Anhebung der Inflationsrate auf zwei Prozent und eine Verstetigung des Wirtschaftswachstums – wurden nicht erreicht. Nun gibt es Spekulationen, dass die EZB im September den Negativzins für die freiwilligen Bankeinlagen noch weiter „erhöht“ von minus 0,4 auf minus 0,45 Prozent. Für Sparer ein Fiasko. Eine erste Zinserhöhung wird jetzt für September 2020 erwartet. Die Commerzbank erwartet erst im Jahr 2023 wieder auskömmliche Zinsen. Von daher wird der Druck weiter steigen, Anlagemöglichkeiten mit positiven Renditen zu finden.

Was heißt das für den Bitcoin? Er profitiert. Gold steigt, Silber steigt. Und der Bitcoin wird verstärkt in seinen Use Case „digitales Gold“ hineinwachsen. Neben seinem Use Case „Fluchtwährung“. Den letzteren Use Case kennt man bisher vor allem aus Ländern wie Venzuela, der Türkei oder dem Iran. Dort flüchten viele Menschen aus ihren instabilen und rapide verfallenden Währungen auch in den Bitcoin. Verschärft sich die Verschuldungsproblematik, wird man das auch in den westlichen Ländern verstärkt erleben. Die ausufernden Schulden weltweit sind jedenfalls auf Sicht eine Bombe, die den Bitcoin explodieren lassen wird. To the moon, passend zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung.

19.7.2019, 16:10

Der Absturz an den Kryptomärkten hat zuletzt doch heftigere Ausmaße angenommen an als von den meisten erwartet. Immerhin verlor der Bitcoin (BTC) in den letzten sieben Tagen mehr als ein Viertel seines Wertes. Die Achterbahnfahrt seit dem Jahreshöchstkurs von rund 13.700 USD am 26. Juni führte bereits zweimal unter die psychologisch sehr wichtige Marke von 10.000 USD. Mit dem zwischenzeitlichen Durchbruch durch die 50-Tage-Durchschnittslinie sieht das Chartbild kurzfristig etwas angeknackst aus (vgl. Bitcoin-Jahreschart). Heute konnte der Preis aber wieder über die 10.000er Marke springen und notiert aktuell bei 10.400 USD. Noch heftiger erwischte es die Altcoins. So verlor die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum seit dem Höchstkurs Ende Juni mehr als 40 Prozent ihres Wertes. Coins wie NEO oder OmiseGO verloren in der Spitze sogar mehr als die Hälfte des Wertes.

Was sind die Gründe?
Zunächst einmal ist es natürlich eine Binsenweisheit, dass sehr spekulative Märkte – aus Anlegersicht handelt es sich bei den Kryptomärkten um nichts anderes – nach einem Bullrun auch heftig korrigieren können. Immerhin hatte sich der Bitcoin ja seit Anfang April mehr als verdreifacht. Andererseits erwies sich der zuletzt als Katalysator gesehene Facebook-Coin Libra nun eher als Party Crasher. Denn es wird offensichtlich, dass weltweit Politik und Zentralbanken Angst haben vor Libra als neuer Währungsalternative und im Zusammenhang damit der Stärkung des Bitcoins. Äußerungen von Fed-Chef Powell, US-Präsident Donald Trump und jetzt auch Bundesfinanzminister Scholz gehen in diese Richtung. Bei dem G7-Treffen der Finanzminister und Zentralbanker der wichtigsten westlichen Industrienationen in dieser Woche  herrschte seltene Einigkeit. Alle wollen das Projekt Libra stoppen, bis die Vorbehalte ausgeräumt sind.  Während man Trumps Eloge auf den durch ihn wieder stark gemachten US-Dollar eher mit dem üblichen Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen kann, wiegen andere Äußerungen schwerer. Bei Regierungen und Zentralbanken wächst die Furcht, dass ihnen die Währungshoheit entgleitet. So wurden auch bei einer Pressekonferenz von US-Finanzminister Mnuchin, bei der es eigentlich um Kryptowährungen ging, Fragen zur bedrohlichen Verschuldung der USA gestellt. Der lange Shutdown der US-Regierung im vergangenen Jahr war ja ein deutliches Wetterleuchten. Die Änderung der US-Zinspolitik in Richtung einer Lockerung ist kein gutes Zeichen. Bei der nächsten größeren Finanzkrise, die mehr oder minder bald kommen wird, könnte der Bitcoin dann auch in westlichen Ländern zu einer Art Fluchtwährung werden. Bisher kannte man das nur in Ländern mit sehr großen Währungsproblemen wie Venezuela oder der Türkei. Auch der Dollar kann sich – um’s mal mit Trumps Worten zu sagen – sehr schnell als „heiße Luft“ erweisen. Schließlich wurde der Goldstandard schon 1933 abgeschafft. Durch was ist der Dollar gedeckt? Unter anderem durch Trumps leere Versprechungen. Die Leitwährung kann auch schnell einmal zur Leidwährung mutieren. Den Bitcoin als mögliches Fluchtvehikel möchten Politiker weltweit jedenfalls nicht sehen.

Das Positive? Bitcoin hat sich etabliert
Bitcoin als Player auf der internationalen Finanzbühne wird erwachsen und nun wirklich ernst genommen. Dazu ein Zitat des Mitgründers der großen Kryptobörse Coinbase (vgl. oben): Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du. Bitcoin & Co sind ganz oben auf der politischen Agenda und sogar im US-Wahlkampf 2020 angekommen. Fed-Chef Powell vergleicht Bitcoin mit Gold und selbst die Anhörungen im US-Kongress vergangene Woche sind eher positiv verlaufen. Einige Abgeordnete erkennen das Potenzial und andere, dass aufgrund der Dezentralität sowieso kein Verbot beim Bitcoin durchsetzbar ist. Im Gegensatz zum nicht völlig dezentralen Libra. Ein Argument mehr für Bitcoin.

Konsequenzen für Krypto-Anleger
Die Kursschwankungen verunsichern. Dies wird sich nicht ändern. Die Preise können auch noch weiter zurückgehen. Die jüngste Entwicklung wird aber nicht das Ende des Bitcoin-Bullenmarktes einläuten. Bitcoin bleibt als langfristiges Investment im Vergleich zu anderen Anlagen wie Aktien aufgrund seines Potenzials einzigartig. Nicht sinnvoll ist dagegen derzeit Bitcoin-Trading wegen der kurzfristigen Unberechenbarkeit des Preises und auch kein Coinpicking. Denn Altcoins zeigen weiter eine beträchtliche Underperformance zum Bitcoin. Wann sich das wieder ändern wird, ist schwer zu prognostizieren. Auf Sicht wird sich hier das Geschehen auf die Coins konzentrieren, die mit echten technisch innovativen Projekten einhergehen.

15.7.2019, 15:50

Die Kryptomärkte haben eine sehr unruhige Woche hinter sich. Zunächst sprach viel für das Erreichen neuer Jahreshöchststände: Der Bitcoin konnte sich wieder über 13.000 USD erholen, die Umsätze zogen stark an, die Hashrate erreichte ein Allzeithoch. Dann belasteten verschiedene Äußerungen offizieller Stellen die Stimmung. Zunächst verstimmten die kritischen Äußerungen vom Chef der amerikanischen Notenbank. Fed-Chef Powell hatte unter anderem Bedenken wegen Datenschutz oder Geldwäsche. Dahinter dürfte aber auch die Angst vor der Etablierung des Libra als globale digitale Währung stehen mit der Folge der Aufweichung des Dollars als Weltreservewährung. Dann folgten die – wie auch anders – Tweets von Donald Trump zu Bitcoin, Kryptowährungen und Libra (vgl. Artikel Bitcoin: Pump durch Trump?).

Die Schwäche von Bitcoin & Co könnte auch mit einem angeblich aus dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses stammenden Gesetzesentwurf. Dieser ist überschrieben mit „Keep Big Tech out of Finance“ und wird auf der Website „The Block“ zitiert. Die wesentliche Aussage darin ist, dass kein großes Plattformunternehmen eigene digitale Vermögenswerte herausgeben darf, die Tauschmittel, Rechnungseinheit oder Wertspeicher sind. Dabei wird ein großes Plattformunternehmen definiert als solches, das globale jährliche Einnahmen von mehr als 25 Milliarden USD erzielt. Interessant dürfte dieser angebliche Entwurf auch im Zusammenhang mit den anstehenden Anhörungen zu Libra am 16. Juli vor dem Bankenausschuss des Senats und am 17. Juli vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses sein. Denn der Entwurf würde dadurch vorher schon in die Entscheidungsfindung des Kongresses eingreifen. Jedenfalls könnte bei einem positiven Verlauf der Libra-Anhörungen der angeschlagene Kryptomarkt auch schnell wieder drehen. Analysten sprechen in diesem Fall bereits von neuen Jahreshöchstständen und sogar Allzeithöchstständen bis zum Ende des laufenden dritten Quartals.

Die enorme Underperformance der Altcoins zuletzt hat viele Teilnehmer am Kryptomarkt frustriert. Ein Blick auf den 3-Jahreschart von Ethereum gegenüber Bitcoin zeigt, dass gerade neue zweijährige Tiefststände erreicht wurden. Bei anderen Coins sieht das ähnlich aus. Es mehren sich aber die Stimmen, dass sich die Underperformance bald ins Gegenteil verkehrt. Allerdings wird die Entwicklung in Zukunft differenzierter verlaufen. Viele Coins ohne aussichtsreiche technologische Innovationen werden verschwinden bzw. ein Schattendasein führen.